KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried

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KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
Dezember 2019

                                                            Ausblick
Stiftung Altried
INFOBULLETIN

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 KOPF DES MONATS
 Ralph Jäger

 TEAM DES MONATS
 Hauptküche

 SCHWERPUNKT
 Personzentrierte Haltung, Netzwerktreffen

 Foto: Stärnezauber 2018

                                             RAUM FÜR ENTWICKLUNG – MITTENDRIN
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
RALF ESCHWEILER,
                                                                                                                                                                                           GESCHÄFTSFÜHRER
INHALTSVERZEICHNIS

                                                                             BERICHT DES GESCHÄFTSFÜHRERS
                                                                                                            PERSONZENTRIERTE HALTUNG                             Bezüglich unserer Bauprojekte gibt es leider keine
                        INHALTSVERZEICHNIS
                                                                                                            DAS THEMA BEI DER STIFTUNG ALTRIED                   grossen Neuigkeiten seit dem letzten Infobulletin
                                                                                                                                                                 vom August 2019. Bezüglich des Erweiterungsbaus
                     BERICHT DES GESCHÄFTSFÜHRERS                                                           Den Schwerpunkt dieser Infobulletin-Ausgabe          unseres Ferienzentrums Wannental fehlt immer
                     Seiten                                            3                                   bilden die Berichte über die Personzentrierte        noch die Beurteilung des Kantons Aargau. Bezüg-
                                                                                                            Haltung, welche wir dieses Jahr in allen Bereichen   lich unseres Projekts mit dem Bau von Cluster-
                     THEMEN SCHWERPUNKTE                                                                    via Weiterbildungen aufgefrischt haben, und das      wohnungen warten wir noch auf die Kosten. Und
                     Grundlagen der Personzentrierten Haltung          4                                   diesbezügliche internationale Netzwerktreffen        bei der Aufstockung am Hauptsitz läuft gerade ein
                     Das Konzept, die Umsetzung, die Auswirkungen     5/7                                  vom 24./25. Oktober 2019 bei uns in der Stiftung     Skizzenwettbewerb zwischen 6 Architekturbüros.
                     Interview mit Frau Pörtner                        8                                   Altried. Die Stiftung Altried hat die Person­        Die Jurierung wird Ende Februar 2020 stattfinden.
                     Internationales Netzwerktreffen                 9/15                                  zentrierte Haltung um die Jahrtausendwende
                                                                                                            eingeführt. Frau Pörtner, deren Bücher über die      Beim diesjährigen Herbstfest übertrafen wir sogar
                     AUS DEM BETRIEB                                                                        Personzentrierte Haltung und das entsprechende       das letztjährige super Resultat und erreichten das
                     Blick hinter die Kulissen                         16                                  Handeln mit Menschen mit einer kognitiven Be-        zweitbeste Resultat überhaupt mit knapp über CHF
                     Wohnen heute – Wohnen morgen                      17                                  einträchtigung führend sind, hat uns damals bei      160'000.- Vielen Dank nochmals an die zahlreichen
                     Wir sind dann mal weg                             18                                  der Einführung unterstützt. Es hat mich deshalb      HelferInnen, MusikerInnen, Kirchengemeinden,
                     Den richtigen Rahmen setzen                       19                                  ausserordentlich gefreut, konnte Frau Pörtner in     Angestellten und Mitarbeitenden, welche tatkräftig
                     Strukturgruppen Eterna                           20                                   doch schon hohem Alter am diesjährigen Netz-         mitgeholfen haben.
                                                                                                            werktreffen teilnehmen. Die Berichte zeigen auf,
                     KOPF DES MONATS                                                                        dass wir bezüglich Mitsprache, Selbstbestimmung      Wir freuen uns schon alle auf den diesjährigen
                     Seiten                                            21                                  und Teilhabe unserer Menschen mit Beeinträch-        Sternezauber am Freitag 13. Dezember und Sams-
                                                                                                            tigungen auf dem richtigen Weg sind. Wie unsere      tag 14. Dezember an unserem Hauptsitz an der
                     TEAM DES MONATS                                                                        Byline zum Logo schon sagt, «wir schaffen Raum       Ueberlandstrasse 424 in Zürich. Der riesige ge-
                     Seiten                                            22                                  für Entwicklung» mit dem jeweiligen speziell         schmückte Weihnachtsbaum, der Sternenweg rings
                                                                                                            geeigneten Rahmen für alle Menschen mit Beein-       um das Hauptgebäude, die vielen Geschenkartikel
                     WEITERES AUS DEM BETRIEB                                                               trächtigung, die bei uns arbeiten und/oder wohnen.   in der alten Schreinerei und das Musikangebot
                     GRENZENLOS – Party im ZwiBack                    23                                                                                        tragen zu einem besinnlichen Zusammensein und
                     Impressionen Herbstfest 2019                   24/25                                                                                       als Vorbereitung asuf Weihnachten bei. Und natür-
                     Impressionen Helloween vom 31. Oktober 2019      26                                                                                        lich kann man sich verköstigen mit Bratwurst und
                                                                                                                                                                 Glühwein draussen oder gutbürgerlicher Küche
                     AGENDA                                                                                                                                      in der Alteria. Da der Platz in den letzten Jahren
                     Seite                                             27                                                                                       immer knapper wurde, kann man neu auch ein
                                                                                                                                                                 Raclette in unserem zusätzlichen Zelt geniessen.

                                                                                                                                                                 Ich danke allen Autorinnen und Autoren ganz
                                                                                                                                                                 herzlich für Ihre Beiträge. Auch danke ich dem
                        IMPRESSUM                                                                                       GRUNDLAGEN UNSERER HALTUNG               Stiftungsrat und allen Angestellten und Mit-
                                                                                                                                                                 arbeitenden für die geleistete Arbeit und die gute
                                                                                                                                                                 Zusammenarbeit. Ebenfalls danke ich unseren
                     REDAKTION                                                                                                                                   Gönnern, den Spenderinnen und Spendern, den
                     Stiftung Altried                                                                                                                            Angehörigen und den Behörden und allen Kunden
                                                                                                                                                                 ganz herzlich für ihr Wohlwollen unserer Institu-
                     GESTALTUNG                                                                                                                                  tion gegenüber.
                     AWE SCHAFFHAUSEN GmbH
                                                                                                                                                                 Für die kommenden Weihnachtstage und das
                     DRUCK                                                                                                                                       neue Jahr 2020 wünsche ich alles Gute.
                     Stamm Druck

                     AUFLAGE
                     1500 Ex.

           2                                                                                                                                                                                                   3
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN                                                                                                                                        SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                                                                  PERSONZENTRIERTE HALTUNG                                                                                                                                             PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                                                                  UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER                                                                                                                                     UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
GRUNDLAGEN DER PERSONZENTRIERTEN HALTUNG

                                                                                                                                                              DAS KONZEPT, DIE UMSETZUNG UND DIE AUSWIRKUNGEN
                                           DIE ZENTRALEN GRUNDLAGEN DER                                                                                                                                         PERSONZENTRIERTE HALTUNG                               Wie kann nun dieses Konzept ganz konkret in den
                                                                                                            SABINE RIESS, LEITUNG SCHANZACKER
                                           PERSONZENTRIERTEN HALTUNG                                                                                                                                            IN DER STIFTUNG ALTRIED                                agogischen Arbeitsalltag integriert werden? Was
                                                                                                                                                                                                                                                                       braucht es dabei von den Leitungspersonen, was
                                           Die zentralen Grundlagen unserer Betreuungs-                                                                                                                         Die Stiftung Altried hat sich um die Jahrtausend-      von den Angestellten?
                                           arbeit anhand des Konzeptes der Personzentrier-                                                                                                                      wende dazu entschieden, anhand des Konzeptes
                                           ten Haltung werden von Frau Pörtner wie folgt                                                                                                                        der Personzentrierten Haltung zu arbeiten. Im          Eine «Haltung» ist ja nicht eine Methode oder ein
                                           beschrieben:                                                                                                                                                         Leitbild steht, dass durch die Personzentrierte        Instrument, das ich je nach Situation anwenden
                                                                                                                                                                                                                Haltung für jeden Menschen mit Beeinträchtigung        und wieder weglassen kann. Sondern eine Haltung
                                           •	Humanistisches Menschenbild                                                                                                                                       mehr Teilhabe, Selbst – und Mitbestimmung er-          verlangt von mir, dass ich mich mit allen Kompo-
                                              Personzentriert arbeiten heisst, nicht von Vor-                                                                                                                   möglicht wird.                                         nenten des Konzeptes auseinandersetze und ich
                                              stellungen ausgehen, wie Menschen sein sollten,                                                                                                                                                                          zudem in der Lage bin, mein eigenes Verhalten zu
                                              sondern davon, wie sie sind, und von den Mög-                                                                                                                     Was verstehen wir unter Personzentrierten Hal-         reflektieren. Haltung kommt von Verhalten.
                                              lichkeiten, die sie haben. Menschen dabei zu                                                                                                                      tung? Wie wird dieses Konzept konkret in unserer       Wie verhalte ich mit also im Alltag gegenüber den
                                              unterstützen, innerhalb ihrer begrenzten Mög-                                                                                                                     Institution umgesetzt? Was für Auswirkungen hat        Menschen mit Beeinträchtigung, wie gehe ich mit
                                              lichkeiten angemessen mit der Realität umzu-                                                                                                                      dies auf die BewohnerInnen und MitarbeiterInnen        problematischen Situationen um. Wie gelingt es
                                              gehen.                                                                                                                                                            – und welche für die Angestellten?                     mir, auf das unterschiedliche und teilweise stark
                                                                                                                                                                                                                                                                       herausfordernde Verhalten von BewohnerInnen
                                             Personzentriert arbeiten heisst, mit den betroffe-                                                                                                                 Marlis Pörtner hat als Psychotherapeutin den per-      oder Mitarbeiterinnen angemessen zu antworten?
                                             nen Personen, nicht für sie, Probleme lösen. Ihre                                                                                                                  sonzentrierten Ansatz in der Arbeit mit Menschen       Wie wird im Team miteinander umgegangen? Und
                                             unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse        •	Die drei Komponenten der Personzentrierten                                                                 mit kognitiver Beeinträchtigung in der Schweiz         wie wirkt sich die Personzentrierte Haltung auf das
                                             berücksichtigen und einbeziehen und ihnen im            Haltung                                                                                                    und in Deutschland konzipiert und erprobt. Sie hat     Führungsverständnis aus?
                                             Rahmen ihrer Möglichkeiten Selbstverantwortung                                                                                                                     dazu in verschiedenen Institutionen Weiterbildun-
                                             zuzutrauen.                                            Empathie (oder einfühlendes Verstehen) ist die                                                              gen angeboten und durchgeführt. Zudem hat sie          Im Herbst 2017 habe ich in Zusammenarbeit
                                                                                                    Fähigkeit, das Erleben und die Gefühle des Gegen-                                                           mehrere Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.         mit den Teamleiterinnen Wohnen am Standort
                                             Personzentriert arbeiten meint auch, als Betreu-       übers genau und sensibel zu erfassen, mich in                                                               Sie war seit 1999 schon als Psychotherapeutin für      Schanzacker zu diesem Thema für die Angestell-
                                             ungs-Person wahrnehmbar sein. Dazu gehört die          seinen inneren und äusseren Bezugsrahmen so                                                                 einige BewohnerInnen der Stiftung Altried tätig        ten im Bereich Wohnen angefangen, Schulungen
                                             Bereitschaft, sich mit dem eigenen Anteil an der       einzufühlen, als ob ich der andere wäre, und                                                                und hat auch Weiterbildungen für die Angestellten      durchzuführen. Uns war es wichtig, dass für die
                                             jeweiligen Situation auseinanderzusetzen.              dennoch nie ausser Acht zu lassen, dass ich ich                                                             durchgeführt.                                          Beteiligten eine möglichst konkrete und praxis-
                                                                                                    selbst und nicht der andere bin. Empathie ist                                                                                                                      nahe Auseinandersetzung mit diesem Konzept
                                           •	Gleichgewicht zwischen Rahmen und Spielraum           nicht Identifikation.                                                                                       Schon vor der Fusion mit der Stiftung Altried habe     ermöglicht wird, die danach im Alltag umgesetzt
                                              Personzentriert arbeiten heisst auch, den Bezugs-                                                                                                                 ich mich vertieft mit dem Thema «Personzentrier-       werden kann. Nach mehreren internen Weiterbil-
                                              rahmen klar zu erkennen und Spielräume zu             Wertschätzung (oder nicht-wertendes akzeptie-                                                               te Haltung» auseinandergesetzt. Damit ein Konzept      dungen entstand die Idee, dass wir für die Teams
                                              eröffnen, um für die Betroffenen Erfahrungsmög-       ren) bedeutet, dass ich mein Gegenüber ohne zu                                                              in allen Arbeits- und/oder Wohnbereichen im            Intervisionen (kollegiale Beratung) anbieten möch-
                                              lichkeiten zu schaffen, damit lebenslanges Lernen     werten akzeptiere, als ganze Person, so wie sie im                                                          Arbeitsalltag spürbarer wird, benötigt es eine kon-    ten, die einen direkten Bezug zu der Personzen-
                                              möglich wird.                                         Augenblick ist, mit all ihren Schwierigkeiten und                                                           krete fachliche und persönliche Auseinanderset-        trierten Haltung haben. Somit bekamen die Teams
                                                                                                    Möglichkeiten.                                                                                              zung. Aus lerntheoretischer und neurobiologischer      die Möglichkeit, selbstständig Fallbesprechungen
                                                                                                                                                                                                                Sicht ist es notwendig, sich immer wieder mit dem      durchzuführen – ohne «Experten» von aussen. Sie
                                                                                                    Kongruenz (oder Echtheit) heisst, dass mir mein                                                             Thema auseinanderzusetzen, damit Wissen zu             selber sind – oder werden zu den Experten.
                                                                                                    eigenes Erleben bewusst ist und ich es trennen                                                              einer vertieften «inneren Haltung» werden kann.
                                                                                                    kann von dem, was ich beim Gegenüber wahr­                                                                  Ein fachlich-konzeptueller Ansatz bleibt daher in      Mittlerweile wurden die Bereiche Tagesstätte und
                                                                                                    nehme. Das erfordert, dass ich meine Gefühle,                                                               einer Institution nur solange «lebendig», wie dieses   Hauswirtschaft auch in diesen Prozess miteinge-
                                                                                                    Impulse und Eindrücke zulasse und akzeptiere,                                                               Konzept mit den Menschen immer wieder aktuali-         bunden, da sie mit ähnlichen Themen beschäftigt
                                                                                                    aber nicht, dass ich sie dem anderen Menschen                                                               siert wird.                                            sind und die Personzentrierte Haltung in allen
                                                                                                    in jedem Fall ungefiltert an den Kopf werfe.                                                                                                                       Bereichen Anwendung finden soll.

                                                                                                  Literaturangabe: Marlis Pörtner, Ernstnehmen – Zutrauen –
                                                                                                  Verstehen. Personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig
                                                                                                  behinderten und pflegebedürftigen Menschen, Klett-Cotta,
                                                                                                  Stuttgart, 1996

                         4                                                                                                                                                                                                                                                                                           5
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN                                                                               SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                                                                        PERSONZENTRIERTE HALTUNG                                                                                    PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                                                                        UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER                                                                            UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER

                                                                                                                                                                                                                    Wichtig war auch zu vermitteln, dass wir Empa-
DAS KONZEPT, DIE UMSETZUNG UND DIE AUSWIRKUNGEN

                                                  Von der Geschäftsführung bekam ich im Spät-           Nachdem die Inhalte der Weiterbildungen er-            Dieses Weiterbildungsangebot konnte 2019 dann
                                                  sommer 2018 den Auftrag, für alle Angestellten der    arbeitet waren, legten wir fest, dass die Schulungen   pro Themenschwerpunkt an 10 festgelegten Termi-      thie, Wertschätzung und Kongruenz auch für uns
                                                  Stiftung Altried ein Weiterbildungs-Konzept zu        jeweils von zwei TeilnehmerInnen der Arbeits-          nen für alle Angestellten angeboten werden.          selber aufbringen müssen.
                                                  diesem Thema zu erstellen. Das Projekt hiess:         gruppe durchgeführt werden. Dies sollte in «unse-      Beim Teil A war die Teilnahme für alle verpflich-
                                                                                                        rem Tun» deutlich machen, dass es nicht nur            tend, und Teil B wurde auf freiwilliger Basis an-    Auch gegenüber den ArbeitskollegInnen und
                                                  Personzentriertes Arbeiten (Haltung) bereichs-        «ein/e ExpertIn» gibt, die dieses Wissen vermittelt,   geboten.                                             Leitungspersonen, überall, wo ich im Arbeitsalltag
                                                  übergreifend einführen und bei allen Angestellten     sondern wir diese Haltung unterschiedlich leben                                                             mit Menschen zu tun habe. Die Personzentrierte
                                                  vertiefen.                                            und dabei voneinander lernen können. Folgende          An den Weiterbildungen wurden jeweils die teil-      Haltung muss immer wieder geübt und «gelebt»
                                                  Das Ziel ist; durch diese «verinnerlichte, profes-    Themen haben wir gemeinsam ausgewählt und in           nehmenden Angestellten befragt, wie es ihnen         werden. Es ist ein längerer Prozess – bis sie irgend-
                                                  sionelle Haltung» die Angestellten im Umgang mit      2 Bereiche unterteilt:                                 gefallen hat und ob sie etwas mitnehmen können,      wann zu einer inneren Haltung werden kann.
                                                  den KlientInnen besser in die Lage zu bringen,                                                               was sie im Arbeitsalltag nutzen können. Wir haben
                                                  flexibel und adäquat in ihrem Arbeitsalltag zu        Themenschwerpunkt A beinhaltete:                       viele positive Rückmeldungen erhalten. Hier einige   Welche Auswirkungen hat nun die Personzentrier-
                                                  reagieren. Zudem gelingt es durch das erarbeitete     1.	Empathie, Wertschätzung und Kongruenz –            Auszüge:                                             te Haltung auf die Menschen mit und ohne Beein-
                                                  Wissen vermehrt, im Vorfeld die Lebensräume für           Welche Bedeutung haben diese Begriffe für uns                                                           trächtigung?
                                                  und vor allem mit den KlientInnen aktiv zu gestal-        und wie setzten wir diese konkret im agogischen    Dass die Themen spannend vermittelt wurden –
                                                  ten, was zu mehr Mitsprache, Selbstbestimmung             Alltag ein?                                        dass sie nicht nur zuhören mussten, sondern sich     Anhand einiger Praxisbeispiele des diesjährigen
                                                  und Teilhabe führt.                                                                                          aktiv beteiligen konnten – die Weiterbildungen       Netzwerktreffens im Oktober 2019 wird deutlich,
                                                                                                        2.	Gleichgewicht zwischen Rahmen und Spielraum        kurzweilig waren – dass der bereichsübergreifen-     welche positiven Auswirkungen diese Haltung auf
                                                  Eine Vorbereitungsgruppe plante zuerst grob 6             finden. Wie gelingt es uns anhand der Person-      de Austausch bereichernd war – dass es geschätzt     alle Beteiligte haben kann. Aussagen von Ange-
                                                  Schulungseinheiten zu verschiedenen Themen aus            zentrierten Haltung, den BewohnerInnen und/        wurde, dass die ReferentInnen in der Gruppe          stellten waren: «mehr auf Augenhöhe arbeiten»
                                                  dem Buch «Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen»             oder MitarbeiterInnen mehr Mitsprache und          sassen und nicht vor der Gruppe.                     – Wir können nicht wissen, was richtig ist für die
                                                  von Marlis Pörtner und legte fest, dass die Weiter-       Selbstbestimmung zu ermöglichen?                                                                        KlientInnen – wir müssen es gemeinsam aushan-
                                                  bildungen bereichsübergreifend gestaltet werden                                                              Es kamen aber auch kritische oder anregende          deln und ausprobieren – den Menschen mit Be-
                                                  sollten.                                              Themenschwerpunkt B befasste sich mit:                 Rückmeldungen. Dass die Zeit für den Austausch/      einträchtigung wird mehr zugetraut – Mitsprache-
                                                                                                        1.	Erleben als zentraler Faktor – Zuhören mit allen   Übungen in den Weiterbildungen zu knapp bemes-       möglichkeiten der KlientInnen können in einigen
                                                  Da für 2019 aber schon sehr viele andere interne          Sinnen – sich die Subjektivität des Erlebens       sen war – dass nicht in jedem Bereich (Wohnen/       Bereichen ausgeweitet werden.
                                                  Weiterbildungen geplant waren, wurden die                 bewusst machen – Wie etwas erlebt wird, ist oft    Arbeit) die gleichen zeitlichen oder strukturellen
                                                  Themen-Blöcke von 6 auf 2 Weiterbildungsangebote          wichtiger als das Was. Nonverbale Kommunika-       Möglichkeiten dafür vorhanden seien, um die-         Ausblick/Planung 2020: für alle neuen Angestellten
                                                  gekürzt, um ein Überangebot zu vermeiden.                 tionsmöglichkeiten sollten eingesetzt werden.      se agogische Haltung umzusetzen. Und einige          der Stiftung Altried können im kommenden Jahr
                                                  Dann wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die                                                              wünschten, dass weiterhin Weiterbildungen oder       die Themenbereiche A und B weiterhin angeboten
                                                  Aufgabe hatte, die fachlichen Inhalte der Weiter-     2.	Umgang mit eigenen Emotionen – Emotionen           ein fachlicher Austausch zu diesem Thema ange-       werden. Ob noch weitere Angebote bezüglich Wei-
                                                  bildungen zu erarbeiten und diese dann auch               beeinflussen immer unseren Handlungsspiel-         boten werden sollten.                                terbildung «Personzentrierte Haltung» gemacht
                                                  durchzuführen. Glücklicherweise konnten 4 sehr            raum (positiv wie negativ) – Wie gelingt es mir,                                                        werden können, muss intern noch geklärt werden.
                                                  interessierte Angestellte aus verschiedenen Berei-        durch den bewussten Umgang mit meinen              Ich denke, durch die Auswahl der Themenbereiche
                                                  chen dafür gewonnen werden. Wichtig waren mir             Emotionen mehr Handlungsspielraum zu er-           konnten wir die TeilnehmerInnen anregen, sich        An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kolleg­
                                                  vor allem folgende Grundsätze:                            möglichen?                                         mit diesen grundlegenden Themen und Theorien         Innen bedanken, die so engagiert mitgeholfen
                                                  •	Durch kurze Inputs Themen anregen                                                                         auseinanderzusetzten.                                haben, dass dieses Projekt in unterschiedlichen
                                                  •	Aktives Mitarbeiten ermöglichen, kein              3.	Reflexion und Selbstreflexion im Arbeitsalltag                                                          Bereichen so gewinnbringend umgesetzt werden
                                                      Frontalunterricht, sondern zusammen tun              – Wo findet dies in meinem Arbeitsalltag statt –    Es gab rege Gespräche, und der Austausch fand        konnte. Bedanken möchte ich mich auch bei der
                                                  •	Arbeiten in Kleingruppen in Bezug auf konkrete        wo/wie könnte es noch mehr genutzt werden?          sehr offen statt, obwohl sich viele nicht kannten.   Geschäftsführung, dass ich/wir die Möglichkeit
                                                      Alltagssituationen ermöglichen                                                                           Es entstanden viele gute Fragen, die die Betroffe-   bekommen haben, dieses spannende Projekt um-
                                                  •	Auseinandersetzung mit dem eigenen                                                                        nen in ihren Arbeitsbereich mitnehmen konnten.       zusetzen.
                                                      Arbeitsverständnis anregen                                                                               Durch die Art und Weise, wie die Weiterbildungen
                                                  •	Austausch in der Gesamtgruppe, Erfahrungen                                                               durchgeführt wurden, konnten wir erreichen, dass
                                                      teilen, Perspektivenvielfalt sichtbar machen                                                             sich die Mehrheit aktiv miteinbringen konnte. Es
                                                                                                                                                               konnten gute und auch weniger gute Praxisbeispie-
                                                                                                                                                               le miteinander geteilt werden, ohne befürchten zu
                                                                                                                                                               müssen, dass man «alles falsch macht».

                             6                                                                                                                                                                                                                                      7
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
RALF ESCHWEILER,                                                                                                                   SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                                                                                GESCHÄFTSFÜHRER                                                                                                                    PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                                                                                                                                                                                                                   UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
INTERVIEW MIT FRAU PÖRTNER

                                                                                                                                           PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED
                             INTERVIEW MIT FRAU PÖRTNER                             Sehen Sie Gemeinsamkeiten der Personzentrier-
                                                                                                                                                                                                                                     VIELE INTERESIERTE
                                                                                                                                                                                                                                                      GEMEINSAM
                                                                                                                                                                                                                                                        GENIESSENMACHT
                                                                                                                                                                                                                                                                  DIE SPANNENDEN
                                                                                                                                                                                                                                                                        EINFACH ALLES
                                                                                                                                                                                                                                                                                  VORTRÄGE
                                                                                                                                                                                                                                                                                      SPASS
                             VOR DEM NETZWERKTREFFEN                                ten Haltung mit den Eckpfeilern der UNO-
                                                                                    Behindertenrechtskonvention «Teilhabe, Selbst-
                             Wie kamen Sie dazu, sich mit der Personzentrier-       bestimmung, Mitbestimmung, Befähigung der
                             ten Haltung für den Kontakt mit Menschen mit           Menschen mit Beeinträchtigung zu eben diesen
                             einer kognitiven Beeinträchtigung zu engagieren?       Eckpfeilern»?
                             Bereits ganz am Anfang meiner Tätigkeit als Psy-       Absolut. Das war eine überraschende und sehr
                             chotherapeutin durch meine ersten beiden Klien-        erfreuliche Übereinstimmung, denn als ich die
                             tinnen hier in der Stiftung Altried. Von ihnen habe    Handlungsgrundlagen und Richtlinien für die
                             ich gelernt, wie unverzichtbar diese Haltung in der    personzentrierte Arbeitsweise entwickelte und
                             Beratung ist - nicht nur gegenüber beeinträchtig-      beschrieb, gab es die UNO-Behindertenrechts­
                             ten Menschen, sondern ganz grundsätzlich allen         konvention noch nicht. Später hat sie dann
                             Ratsuchenden gegenüber. Doch eine Haltung «hat»        mancherorts dazu beigetragen, dass Einrichtungen
                             man nicht einfach, sie muss sich im praktischen        und Betreuende ihren Widerstand gegenüber Ver-
                             Handeln zeigen. Das hat mich damals veranlasst,        änderungen aufgaben und begannen, sich mit der
                             die Handlungsgrundlagen und Richtlinien für den        personzentrierten Arbeitsweise zu befassen. Denn
                             Alltag zu entwerfen.                                   jetzt waren diese Eckpfeiler gesetzlich vorgeschrie-
                                                                                    ben, und die beschriebenen Grundlagen und Richt-
                             Wie erlebten Sie die Zeit um die Jahrtausend­          linien bieten eine sehr brauchbare Orientierungs-
                             wende, wo Sie aktiv mitgeholfen haben, die             hilfe für die praktische Arbeit im Alltag.
                             Personzentrierte Haltung in der Stiftung Altried
                             einzuführen? Gibt es Unterschiede zu heute,
                             oder sind die Voraussetzungen gleich wie vor
                             20 Jahren?
                             Die Voraussetzungen haben sich schon geändert.
                             Menschen mit Beeinträchtigungen leben nicht
                             mehr nur unter ihresgleichen, sie können sich
                             freier bewegen, man begegnet ihnen im Tram,
                             auf der Strasse, im Supermarkt etc. Allerdings
                             hat sich die Praxis erst zum Teil den veränderten
                             Voraussetzungen angepasst. Da gibt es enorme
                             Unterschiede.

                                                                                   FRAU PÖRTNER, IM GESPRÄCH MIT RALPH JÄGER                                                                    INTERNATIONALES NETZWERKTREFFEN
                                                                                                                                                                                                PERSONZENTRIERTES ARBEITEN AM
                                                                                                                                                                                                24./25.OKTOBER 2019

                                                                                                                                                                                                Das Netzwerktreffen ist eine Fortbildungsveran-    Seit 2010 findet auf Initiative von Marlis Pörtner
                                                                                                                                                                                                staltung für Angestellte von Einrichtungen und     jährlich ein Treffen statt, bei welchem sich unter-
                                                                                                                                                                                                Trägern, die nach dem personzentrierten Konzept    schiedliche soziale Institutionen über ihre Arbeit
                                                                                                                                                                                                «Ernstnehmen, Zutrauen, Verstehen» arbeiten,       und Erfahrungen betreffend der Personzentrierten
                                                                                                                                                                                                es einführen möchten sowie für KollegInnen, die    Haltung austauschen. Es sind Einrichtungen aus
                                                                                                                                                                                                es in Fachberatung, Supervision, Lehre, Aus- und   der Schweiz, Deutschland, Österreich und Lich-
                                                                                                                                                                                                Fortbildung weitervermitteln.                      tenstein dabei, die unterschiedliche Wohn - und
                                                                                                                                                                                                                                                   Arbeitsplätze für Menschen mit einer kognitiven
                                                                                                                                                                                                                                                   Beeinträchtigung anbieten.

                8                                                                                                                                                                                                                                                                                9
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN                                                                              SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                                                                            PERSONZENTRIERTE HALTUNG                                                                                   PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                                                                            UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER                                                                           UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED

                                                     Das zweitägige Treffen soll Plattform bieten für:                                                            Damals konnte ich den ersten Entwurf des ge-
                                                                                                                                                                                                                        3 BEWOHNERBEIRÄTINNEN AUS SCHWEINFURT
                                                     •	gegenseitiger fachlicher Erfahrungsaustausch                                                              planten Projektes der internen Weiterbildung in
                                                       bezüglich Arbeit/Umsetzung mit der Person­                                                                 der Stiftung Altried: «Personzentriertes Arbeiten
                                                       zentrierte Haltung                                                                                         bereichsübergreifend einführen und bei allen
                                                     •	Fachvorträge, Workshops                                                                                   Angestellten vertiefen» vortragen und mit den
                                                     •	Bekanntmachung/Informationsweitergabe                                                                     KollegInnen diskutieren. Spannend fand ich, dass
                                                       bezüglich der Arbeit anhand dieses Konzeptes                                                               alle Einrichtungen so unterschiedliche Modelle
                                                                                                                                                                  erarbeiten, wie sie das personzentrierte Arbeiten
                                                     2017 fand das Netzwerktreffen in Bremen statt.                                                               in ihrer Institution implementieren. Es gibt nicht
                                                     Damals war ich, in Begleitung von vier weiteren                                                              den «einen richtigen» Weg, sondern verschiedene.
                                                     Kolleginnen, das erste Mal dabei. Am ersten Tag                                                              Und diese müssen in den Einrichtungen jeweils
                                                     wurden verschiedene Workshops angeboten, am                                                                  gemeinsam erarbeitet werden.
                                                     zweiten Tag fanden verschiedene Fachvorträge
                                                     statt. Zum Beispiel von Wolfgang Hinte der Uni-
                                                     versität Duisburg-Essen zum Thema «Sozialraum-
                                                     orientierung in der Behindertenhilfe» oder von
                                                     Michael Lux vom Neurologischen Rehabilitations-
                                                     zentrum Bad Wildbad zum Thema «Der Person-
                                                     zentrierte Ansatz und die Neurowissenschaften».        Das Netzwerktreffen 2018 fand im Herbst in Schwein­
                                                     Daneben gab es auch unterschiedliche Beiträge aus      furt statt und wurde von der Lebenshilfe organi-
                                                     den verschiedenen Einrichtungen. Es wurde be-          siert. Auch dieses Mal konnten wir bereichsüber-
                                                     richtet, wie es ihnen gelingt, den personzentrierten   greifend zu fünft die Tagung besuchen. Das Thema
                                                     Ansatz im Alltag umzusetzen.                           war: Voneinander Wissen – Voneinander lernen.
                                                                                                            Der fachliche Austausch stand hier im Vorder-
                                                     Am Ende der Veranstaltung wurde eine Einrich-          grund: Wie gelingt es den Einrichtungen, dass die
                                                     tung gesucht, die im Jahr 2019 das Netzwerktreffen     Angestellten diese Haltung lernen möchten und
                                                     veranstalten würde. Da damals schon klar war,          auch umsetzen können. Was bedeutet es für die
                                                     dass das Wohnheim Schanzacker ab 2018 mit der          BewohnerInnen? Merken sie überhaupt, dass nach
                                                     Stiftung Altried fusionieren würde, schlug ich vor,    diesem Konzept gearbeitet wird? Wie gehen wir
                                                     dass es nach Absprache mit dem Geschäftsführer         mit Scheitern um? Und wie sieht es im Bereich der
                                                     in Zürich stattfinden könnte.                          Werkstätten mit der Umsetzung der Personzen-
                                                                                                            trierten Haltung aus?

                        10                                                                                                                                                                                                                                11
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN                                                                                 SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                     PERSONZENTRIERTE HALTUNG                                                                                      PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                     UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER                                                                              UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED

                                                     Nach diesem Treffen fuhren wir motiviert nach          Der erste Vortrag kam vom Bewohnerrat der Stif-        Der dritte Input kam aus dem Team der Hauptkü-
                                                     Zürich zurück und fingen schon bald mit der            tung Altried. Sie stellten sich und ihre Arbeit vor.   che der Stiftung Altried. Manuela Canonica, Selku
                                                     Organisation des Netzwerktreffens 2019 an.             Sie machten auch Vorschläge, wie sie ihre Arbeit       Alder, Maya Stössel und Ursula Carrara erzählten
                                                                                                            verbessern könnten, resp. wie die die Bewohner­        uns, wie sie mit Seminar-Teilnehmerinnen, die
                                                     Es wurde mit 4 Angestellten aus verschiedenen          Innen dazu anregen könnten, ihre Anliegen ver-         bei uns Seminarräume mieten, gemeinsam einen
                                                     Bereichen ein Organisationskomitee gegründet.          mehrt einzubringen.                                    Apéro produzieren. Es war schön zu hören, wie
                                                     Wir einigten uns auf das Motto: «Mitsprache,                                                                  die Mit­arbeiterInnen anfänglich etwas unsicher
                                                     Selbstbestimmung und Teilhabe», da wir uns in          Beim zweiten Input zeigte uns die Lebenshilfe          waren, aber nach und nach mehr Sicherheit ge-
                                                     der Geschäftsleitung seit Anfang 2019 aufgrund         Schweinfurt, was sich konkret für die BewohnerIn-      wannen und diese Aufgaben nun gerne ausführen.
                                                     der UNO-BRK vermehrt mit diesem Thema be-              nen verändert hat, seit die Einrichtung anhand der     Sie erzählten uns auch, wie es ihnen gelang, mit
                                                     schäftigt haben. Wir wollten, dass dieses Jahr vor     Personzentrierten Haltung arbeitet. Der Beitrag        ihrer Unsicherheit oder Nervosität umzugehen.
                                                     allem auch Menschen mit einer Beeinträchtigung         wurden von Angestellten und 3 Bewohnerbeirä-           Ein schönes Beispiel zum Thema Teilhabe.
                                                     eine Plattform bekommen. Das bedeutete, dass wir       tinnen vorgetragen. Sie hatten bei BewohnerInnen
                                                     Projekte suchten oder anregten, die die Bewohner-      eine Umfrage gemacht zu Themen wie Eigenver-           Nach einer erholsamen Pause erläuterte die Gruppe
                                                     Innen oder Mitarbeiterinnen an dem Tag vor-            antwortung, Gesundheit, Verwaltung ihres eigenen       vom Integrierten Wohnen Altried, wie für sie
                                                     tragen konnten und anhand deren deutlich wird,         Geldes, Fortgehzeit am Wochenende. Sie haben von       «Wohnen heute – und Wohnen morgen» aussieht
                                                     dass Mitsprache, Selbstbestimmung und Teilhabe         den BewohnerInnen ganz ehrliche und konstruk-          resp. aussehen sollte. Sie hatten dafür eine Arbeits-
                                                     ermöglicht wird.                                       tive Rückmeldungen erhalten, die diese z.T. auch       gruppe gebildet und Claudia Kunz, Ralph Jäger,
                                                                                                            schon umsetzen konnten.                                Knut Wegmüller und David Knobel präsentierten
                                                     So wurden für den ersten Tag 5 Beiträge geplant,                                                              uns ihre Arbeit. Mit dabei war auch Jürg Langhart
                                                     die mit Menschen mit Beeinträchtigung erarbeitet                                                              als Rollstuhlexperte. Es gelang ihnen gut, ihre
                                                     wurden. Ziel war, dass sie etwas mitgestalten                                                                 Wünsche und Vorstellungen darzustellen. Aber
                                                     können, dass auch nach dem Netzwerktreffen                                                                    auch zu benennen, welche Pflichten für die Be-
                                                     noch Bestand hat resp. weiterhin umgesetzt wer-                                                               wohnerInnen aufgrund dieser Wünsche entstehen.
                                                     den kann (keine Alibiübung).

                                                     Am 24.Oktober war es dann soweit. Für das Treffen
                                                     hatten sich über 40 Gäste aus anderen Institu-
                                                     tionen angemeldet, und von der Stiftung Altried
                                                     nahmen fast 40 BewohnerInnen, MitarbeiterInnen
                                                     und Angestellte teil. Wir begrüssten alle Gäste mit
                                                     einem üppigen Stehlunch und kamen in erste Ge-
                                                     spräche. Nach den offiziellen Begrüssungen durch
                                                     das OK-Team, die Präsidentin des Stiftungsrates
                                                     Frau Gontersweiler und dem Geschäftsführer Ralf
                                                     Eschweiler konnte das Netzwerktreffen starten.
                                                     Wir hatten für die beiden Tage einen Moderator                                                 BEGRÜSSUNG DURCH DIE PRÄSIDENTIN DES STIFTUNGSRATES

                                                     engagiert. Herr Lei begrüsste die erste Redne-
                                                     rin Frau Marlis Pörtner. Sie freute sich, dass das
                                                     Treffen dieses Jahr in Zürich stattfand und den
                                                     Menschen mit Beeinträchtigung so viel Raum ein-
                                                     geräumt wurde. Ihre Arbeit begann ja vor vielen
                                                     Jahren in der Stiftung Altried. Sie hatte im Mem-
                                                     phis ihre ersten Klienten. Damals gab es nicht
                                                     viele PsychotherapeutInnen, die sich für diese
                                                     Klientel interessierten. Es freute sie sehr, nach so
                                                     vielen Jahren wieder hier zu sein und miterleben
                                                     zu dürfen, was sich alles verändert hat.

                         12                                                                                                                                                                                        13
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN                                                                               SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
                                                                                                         PERSONZENTRIERTE HALTUNG                                                                                    PERSONZENTRIERTE HALTUNG
                                                                                                         UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER                                                                            UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED

                                                     Zum Abschluss kam ein Beitrag vom Standort          Am zweiten Tag wurden 4 Beiträge präsentiert.
                                                     Schanzacker. Einmal im Jahr macht der Standort      Rein Mulder (Teamleiter WA3/4) beschrieb anhand
                                                     mit allen Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und       von 2 Beispielen aus seiner Praxis, dass es oft Mut
                                                     Angestellten einen Tagesausflug. Bisher wurde       braucht, gemeinsam mit den Klienten gewohnte
                                                     dieser immer von Angestellten organisiert. Dieses   Grenzen zu überschreiten. Damit ist gemeint, dass
                                                     Jahr wurde dies mit den Bewohnerinnen zusam-        sich die Klienten manchmal selber etwas nicht
                                                     men gemacht. Diese Erfahrung war für die Be-        zutrauen und es je nach dem sinnvoll sein kann,
                                                     wohnerinnen wie auch die Angestellten ein grosser   sie an ganz neue Situationen heranzuführen. Auch
                                                     Erfolg. Brigitte Senti und Patricia Semeth haben    wenn sie am Anfang Angst vor dieser Veränderung
                                                     diese Arbeit sehr lebendig vorgetragen.             haben. Dies mit dem klaren Ziel, für die Bewohner-
                                                                                                         Innen einen neuen Spielraum zu schaffen, wo sie
                                                     Am Abend wurde im Bistro Zwiback für alle inter-    (und oft auch die Betreuungspersonen) neue Er-
                                                     essierten TagungsteilnehmerInnen ein gemeinsa-      fahrungen sammeln können und neue Fähigkeiten
                                                     mes Abendessen organisiert. Daran nahmen ca. 35     lernen können.
                                                     Personen teil. Es bot die Gelegenheit, die Themen
                                                     des Tages weiter zu diskutieren.

                                                                                                                                                               Die Kolleginnen aus dem heilpädagogischen Zent-       austauschen. Es war kein Vortrag im klassischen
                                                                                                                                                               rum Augustinum in München erläuterten uns             Sinn, sondern eher ein interaktiver Austausch. Es
                                                                                                                                                               anhand ihres Beitrages, wie «Erziehung und            machte deutlich, dass wir alle «unterwegs sind»
                                                                                                                                                               Selbstbestimmung» zusammen umgesetzt werden           gute Möglichkeiten zu finden, damit das person-
                                                                                                                                                               kann. Von klein auf ist es wichtig und sinnvoll,      zentrierte Arbeiten in der Praxis gute Anwendung
                                                                                                                                                               wenn die Kinder durch klare Rahmenbedingungen         finden kann.
                                                                                                                                                               ihren Spielraum sehen und entdecken können.
                                                                                                                                                               So lernen sie selbst über ihr Tun zu bestimmen        Kurz vor 15 Uhr verabschiedete sich das OK-Team
                                                                                                                                                               und Verantwortung zu übernehmen.                      von allen TeilnehmerInnen und bedankte sich
                                                                                                                                                                                                                     herzlich für die rege Teilnahme an den beiden
                                                                                                                                                               Heinz Becker aus Bremen (nun von Beruf Rentner,       Tagen. Und Herr Lei wurde für seine tolle Modera-
                                                                                                                                                               wie er sagte) brachte uns anhand eines sehr ein-      tion ein Geschenk überreicht. Für das nächstes
                                                                                                                                                               drücklichen und teilweise erschreckenden Bei-         Jahr konnte leider noch keine Einrichtung gefun-
                                                                                                                                                               spiels die Lebensgeschichte von Paula näher. Wel-     den werden, die die Organisation für das Netz-
                                                                                                                                                               che Auswirkungen hatte für sie die Zeit während       werktreffen 2020 übernehmen würde.
                                                                                                                                                               und nach dem 2. Weltkrieg. Sie hat diese schlimme
                                                                                                                                                               Zeit zum Glück überlebt, hat aber viele trauma-       Unser Geschäftsführer Ralf Eschweiler hat aber
                                                                                                                                                               tische Lebensumstände ertragen müssen. Später         angeboten, dass die Stiftung Altried wieder die
                                                                   DAS ORGANISATIONSKOMMITEE                                                                   konnte sie trotz ihrer einschränkenden Kindheits-     Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnte. Nun
                                                                                                                                                               erfahrungen erleben, wie es ist, sein Leben selb-     hoffen wir, dass sich ein Kooperationspartner fin-
                                                                                                                                                               ständig zu führen.                                    det, damit wir uns im nächsten Jahr wieder treffen
                                                                                                                                                                                                                     und austauschen können.
                                                                                                                                                               Nach einem sehr feinen Mittagessen aus der Haupt-
                                                                                                                                                               küche war noch genügend Zeit, um sich gegenseitig
                                                                                                                                                               auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen.               Persönliches Resümee: Es war aus meiner Sicht
                                                                                                                                                                                                                     sehr schön zu erleben, wie am ersten Tag die
                                                                                                                                                               Der letzte Beitrag wurde nochmals von der Lebens-     «Schranke» zwischen Menschen mit oder ohne
                                                                                                                                                               hilfe Schweinfurt vorbereitet. Sie stellten uns 5     Beeinträchtigung durch dieses Setting wegfiel. Ich
                                                                                                                                                               Fragen zu Themen rund um die Personzentrierte         hatte auf jeden Fall den Eindruck, dass die Men-
                                                                                                                                                               Haltung, mit denen sie sich 2019 beschäftigen (Prä-   schen mit Beeinträchtigung diese Plattform sehr
                                                                                                                                                               therapie, Organisation, Einbezug der Menschen         genossen haben und sich weitere solche Möglich-
                                                                                                                                                               mit Beeinträchtigung etc.). Wir konnten dann dazu     keiten wünschen, um sich weiterhin «gemeinsam»
                                                                                                                                                               unsere Fragen stellen und mit ihnen gemeinsam         mit solchen Themen zu beschäftigen.

                        14                                                                                                                                                                                                                                         15
KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
URSULA CARRARA,                                                                                                                            DAVID KNOBEL,
                                                                                                            KÜCHENCHEFIN                                                                                                                               BETREUER IM
                                                                                                                                                                                                                                                       INTEGRATIVEN
                                                                                                                                                                                                                                                       WOHNEN
BLICK HINTER DIE KULISSEN

                                                                                                                                      WOHNEN HEUTE – WOHNEN MORGEN
                            EIN BEITRAG DER KÜCHE                                Mein Fazit aus diesem Projekt:                                                      VORTRAG AUS DEM INTEGRATIVEN
                                                                                                                                                                                                                                                 ZUSAMMEN NETZWERKEN
                            ZUM NETZWERKTREFFEN                                  •	Den MitarbeiterInnen ernst nehmen                                                WOHNEN ALTRIED
                                                                                 •	Zuhören und auch mal Stille aushalten
                            MitarbeiterInnen und Mitarbeiter der Hauptküche      • Wahlmöglichkeiten bieten                                                          Ein neues Wohnprojekt ist in Planung. Das dies-
                            Altried organisierten mit externen Seminarteilneh-   • Eigenständigkeit unterstützen                                                     jährige Netzwerktreffen bot sich an, die Fragen und
                            merInnen einen Pausensnack und stellten diesen       • Klar und konkret bleiben                                                          Vorstellungen von «Wohnen heute - Wohnen mor-
                            gemeinsam her. Den Vortrag hielten die Menschen      • Leichte Sprache benützen                                                          gen» gemeinsam mit den Bewohnenden des Integra-
                            mit Beeinträchtigung.                                •	Nicht selbst machen, sondern ermöglichen,                                        tiven Wohnens zu erarbeiten und sie in den Ent-
                                                                                    nur wo es nötig ist unterstützen.                                                wicklungsprozess miteinzubeziehen. Es entstand
                            Den Mitarbeitenden wurde eine Plattform geschaf-     •	Es darf auch mal was schief gehen oder nicht                                     eine Arbeitsgruppe mit interessierten Bewohnerin-
                            fen, um verschiedene Kompetenzen zu stärken             klappen.                                                                         nen und Bewohnern, die sich regelmässig getroffen
                            oder zu erlernen, mit zu bestimmen, Teil zu haben    •	Einen Schritt hinter den Mitarbeiter treten und                                  haben und sich rund ums Thema «Wohnen heute -
                            und mit zu sprechen.                                    ihm die Bühne oder Küche überlassen.                                             Wohnen morgen» engagierten bzw. ihre Gedanken
                                                                                 • Vertrauen schenken.                                                               darüber austauschten.

                                                                                                                                                                     Viele Ideen und Anregungen, wie das Wohnprojekt
                                                                                                                                                                     gestaltet werden kann und was berücksichtigt wer-
                                                                                                                                                                     den muss (z.B. Barrierefreiheit), wurden diskutiert.
                                                                                   TEILNAHME AM ALTRIED NETZWERKTREFFEN                                              Zudem wurde reflektiert, welche Anforderungen
                                                                                                                                                                     bereits heute, aber auch für morgen, an die Bewoh-     und Fähigkeiten bei den beteiligten Bewohnerinnen
                                                                                                                                                                     nenden gestellt sind. Das Gleichgewicht von Rah-       und Bewohnern vorhanden sind. Viele mutige Be-
                                                                                                                                                                     men und Spielraum im Sinne des Personenzentrier-       wohnerinnen und Bewohner stellten sich auch der
                                                                                                                                                                     ten Ansatzes und dessen Wichtigkeit war ebenfalls      Herausforderung, das Erarbeitete am Netzwerktref-
                                                                                                                                                                     ein wichtiges Gesprächsthema.                          fen vorzutragen und somit die Ideen und Wünsche
                                                                                                                                                                                                                            aus der Arbeitsgruppe vor einem grossen Publikum
                                                                                                                                                                     Der Austausch und die Diskussionen innerhalb           zu vertreten.
                                                                                                                                                                     der Arbeitsgruppe waren sehr interessant. Einmal
                                                                                                                                                                     mehr wurde sichtbar, wie viel Interesse, Ressourcen    Der Einbezug, die Mitsprache und die Teilhabe der
                                                                                                                                                                                                                            Bewohnerinnen und Bewohner als «Experten» in
                                                                                                                                                                                                                            eigener Sache war ein voller Erfolg. Sehr wichtig
                                                                                                                                                                                                                            war, dass sie Teil der Veranstaltung waren und mit
                                                                                                                                                                                                                            ihnen und nicht über sie gesprochen wurde.

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KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
PETRA PFENNINGWERTH UND PATRICIA SEMETH,                                                                                                                                REIN MULDER,
                                                                              BETREUERINNEN WOHNEN SCHANZACKER                                                                                                                                        TEAMLEITER WOHNEN
                                                                                                                                                                                                                                                      ALTRIED
WIR SIND DANN MAL WEG

                                                                                                                                     DEN RICHTIGEN RAHMEN SETZEN
                        EIN ERFAHRUNGSBERICHT                                 An der Bewohnerinnensitzung wurde gefragt, wel-                                      Am Netzwerktreffen Personzentriertes Arbeiten           Das zweite Beispiel spielt sich in der heutigen Zeit
                        DES STANDORTES SCHANZACKER                            che Bewohnerinnen Lust haben, in einem Komitee                                       vom Freitag 25.10.19 hält Herr Mulder einen Vor-        ab. Ein junger Mann kleidet sich auffällig, vorzugs-
                                                                              mitzumachen, das für den Ausflug zuständig ist.                                      trag mit dem Titel: ‚Eine Mutprobe, Mut zur Selbst-     weise in rosaroter Kleidung und mit viel Schmuck.
                        Einmal jährlich findet am Standort Schanzacker        Das Komitee bestand schliesslich aus vier Bewoh-                                     bestimmung – Mut zur Selbstverantwortung – Mut          Er wirkt mehrheitlich fröhlich und redet sehr viel.
                        traditionell ein Tagesausflug statt. Die Bewoh-       nerinnen aus drei unterschiedlichen Bereichen                                        Grenzen zu erkennen‘. Er schildert zwei eindrück-       Er wird als ‚Paradiesvogel‘ wahrgenommen, und
                        nerinnen nennen diesen «Schanzi-Ausflug». An          und zwei Angestellten. Das Komitee traf sich zu                                      liche Fallbeispiele.                                    diese Wahrnehmung beeinflusst auch den Um-
                        diesem Tag wird bereichsübergreifend ein Ausflug      verabredeten Zeiten und sammelte Ideen für das                                                                                               gang mit ihm. In Gesprächen erzählt er, er möchte
                        unternommen, an dem wir etwas Schönes erleben         Ausflugsziel. Die Bewohnerinnen erforschten mit                                      Beim ersten Beispiel berichtet Herr Mulder über         ein so normal wie mögliches Leben führen und
                        können. Auch ein gutes Mittagessen sollte nicht       Unterstützung der Angestellten per Internet die                                      eine Frau, die vor 20 Jahren in einer holländischen     wünscht sich von Herzen eine liebe Freundin. Ihm
                        fehlen. Am Standort Schanzacker gibt es drei          Rahmenbedingungen eines potenziellen Ausflugs                                        Institution unter menschenunwürdigen Verhält-           werden Alternativen zu seinem Kleidungsstil an-
                        Bereiche, deren Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen       wie z. B. Kosten, Angebot und Zeitaufwand.                                           nissen lebte. Diese Verhältnisse waren entstanden,      geboten, die er von Herzen annimmt. Mittlerweile
                        und Angestellte an diesem Ausflug teilnehmen:                                                                                              weil das Personal sich keinen Rat wusste, mit den       hat er eine Freundin und wirkt insgesamt ruhiger,
                        Wohngruppen, Tagesstätte und Hauswirtschaft.          Während des Prozessverlaufes hat die Reflexion bei                                   schwierigen Verhaltensauffälligkeiten umzugehen.        erwachsener.
                                                                              uns Angestellten eine grosse Rolle gespielt und sich                                 So reagierte die Klientin auf Angst oder Unsicher-
                        Bisher wurde der Ausflug von den Angestellten         deutlich wahrnehmbar auf unsere innere Haltung                                       heiten massiv selbstverletzend. Dazu trug sie           Mit diesen zwei Beispielen möchte Herr Mulder
                        organisiert. Dieses Jahr haben wir uns bei der        ausgewirkt. Wir haben uns laufend Fragen gestellt                                    tagsüber eine Zwangsjacke. In der Nacht wurde sie       klar machen, dass trotz der UNO-BRK über Selbst-
                        Realisierung des Ausflugs auf den personzentrier-     wie z. B: Was trauen wir den Bewohnerinnen zu?                                       in ihrem Zimmer eingeschlossen. Sie schlief nackt       bestimmung für beeinträchtige Menschen, die
                        ten Ansatz gestützt, der davon ausgeht, dass jeder    In welchen Momenten sollten wir uns bewusst                                          auf einer Matratze, ihre Fäkalien liess sie auf dem     Selbstbestimmung bei kognitiv-beeinträchtigten
                        Mensch grundsätzlich über die Fähigkeit und           zurückhalten?                                                                        Boden fallen. In einem Prozess von Jahren und in        Menschen auch Grenzen gesetzt werden sollen.
                        Tendenz verfügt, sich zu entwickeln und um seine                                                                                           ganz kleinen Schritten wurde ihre Situation ver-        Frau Pörtner beschreibt in ihrem Buch, dass bei
                        Lebensaufgaben zu bewältigen. Um diese Fähig-         Dieser Reflexions- Lernprozess hatte unter an-                                       bessert. Dies forderte vom Personal viel Professio-     der Personzentrierten Arbeit der Rahmen eine
                        keit zu aktivieren, benötigt der Mensch Raum, in      derem zur Folge, dass z. B. eine Bewohnerin den                                      nalität, Geduld, Einfühlungs- und Durchsetzungs-        wichtige Rolle spielt. Nur bei klar formuliertem
                        dem er diese Erfahrungen machen kann. In diesem       Reisebus, den wir für den Ausflug brauchten, tele-                                   vermögen. Vor allem auch, weil die Veränderungen        Rahmen ist Entwicklung möglich. Das gilt für alle
                        Fall den Raum, selbst mit zu organisieren und zu      fonisch weitgehend selbständig reserviert hat. Dies                                  bei dieser Frau zuerst viel Unsicherheiten auslösten.   Menschen, mit oder ohne Beeinträchtigung. Dies
                        bestimmen.                                            war für die Bewohnerin eine ganz neue Erfahrung,                                                                                             zu erkennen, in unserer Arbeit umzusetzen und
                                                                              worauf sie nach eigener Aussage sehr stolz war.                                                                                              den Rahmen auch immer wieder zu hinterfragen,
                        Zu Beginn des Prozesses haben wir Angestellten                                                                                                                                                     braucht Mut.
                        unsere Vorstellungen von einem Ausflug ganz           Die Bewohnerinnen haben u.a. den Vorschlag ge-
                        losgelassen. So war der erste Schritt, dass die Be-   macht, «Swiss Miniatur» im Tessin zu besuchen.
                        wohnerinnen das Ziel des Ausflugs selber bestim-      Wir Angestellten fragten nach, wie lange die Fahrt
                        men konnten. Wir Angestellten haben während           dorthin dauern würde. Dann stellten wir ihnen die
                        des Prozessverlaufs vor allem eine koordinierende     Frage, ob sie sich vorstellen können, vier Stunden
                        und unterstützende Funktion eingenommen.              im Car zu sitzen. Diese Fragen ermöglichten den
                                                                              Bewohnerinnen, sich selbst zu reflektieren, Schlüs-
                                                                              se zu ziehen und eine aus ihrer Sicht angemessene
                                                                              Entscheidung zu treffen.
                                   BRIGITTE SENTI UND PATRICIA SEMETH                                                                                                                                                                                         REIN MULDER

                                                                              Wir Angestellten haben während des Projektes
                                                                              «Schanzi-Ausflug» gelernt, dass wir den Bewoh-
                                                                              nerinnen deutlich mehr zutrauen können als das,
                                                                              was wir bis zu diesem Zeitpunkt vermutet hatten.
                                                                              Für 2020 hat sich bereits ein neues Komitee für
                                                                              den «Schanzi-Ausflug» gefunden. Wir werden
                                                                              weitere Aufgaben an die Bewohnerinnen über­
                                                                              geben können.

          18                                                                                                                                                                                                                                                              19
SALOME BACHMANN,                                                                                                                                 RALF ESCHWEILER,
                                                                                                      ANGESTELLTE                                                                                                                                      GESCHÄFTSFÜHRER
                                                                                                      STRUKTURGRUPPEN
                                                                                                      UND FACHBERATUNG
STRUKTURGRUPPEN ETERNA

                                                                                                                                       KOPF DES MONATS INFOBULLETIN
                         PERSONZENTRIERTES ARBEITEN                           Arbeitsplatz gestaltet, an dem sie etwas von den
                                                                                                                                                                                 RALPH JÄGER, BALD PENSIONIERT UND ZUFRIEDEN IN SEINER WOHNUNG IM KRAFTWERK
                         AUF DEN STRUKTURGRUPPEN ETERNA                       anderen getrennt ist. Seither gelingt ihr das Arbei-
                                                                              ten am Arbeitsplatz viel besser.
                         Auf den Strukturgruppen geben wir den Be-
                         wohnern sehr enge und klare Strukturen, um sie       Mehrere BewohnerInnen haben immer wieder
                         darin zu unterstützen, ihren Alltag zu meistern.     geäussert, dass sie gerne «ausgehen» oder «etwas
                         Mit diesen Strukturen erhalten sie Sicherheit und    trinken» möchten. Es war jedoch sehr schwierig,
                         Orientierung. Zum Beispiel ist es für den grössten   spontan mit ihnen ein Restaurant zu besuchen.
                         Teil der Menschheit am einfachsten, in den Tag       Sie zeigten sich überfordert, entweder mit der Tat-
                         zu starten, wenn sie Morgentoilette und Frühstück    sache, dass der Restaurantbesuch nicht jederzeit
                         immer nach dem gleichen Ablauf durchführen.          möglich ist, oder mit dem Zusammensein in der
                         Auf den Strukturgruppen werden die BewohnerIn-       Gruppe. Die Wohngruppe hat jetzt für jeden Be-
                         nen darin unterstützt, den Morgenablauf ebenfalls    wohner einen Abend für «Ausgang» (= Lädele oder
                         immer gleich zu gestalten. Auch in der Tagesstätte   etwas trinken) reserviert, an dem der/die Betroffene
                         werden die Abläufe mehrheitlich immer gleich         ein individuell gestaltetes Ausgeh-Programm hat.
                         gestaltet, und gewisse Inhalte wiederholen sich      So wissen die BewohnerInnen genau, wann sie sich
                         im Wochenrhythmus. Dies machen wir, damit die        auf den Ausgang freuen können und können damit
                         BewohnerInnen wissen, was auf sie zukommen           umgehen, dass es das an gewissen Tagen nicht gibt.
                         wird und nicht immer wieder durch Unvorherseh-
                         bares überrascht werden.                             Ein Bewohner geht jeweils am Morgen vor dem
                                                                              Duschen aufs WC. Danach wird er in der Tagesstätte
                         Wie kann in einem solchen Setting Individualität     nach der Znünipause aufgefordert, aufs WC zu
                         und Mitsprache gestaltet werden? Ich möchte          gehen, weil er es selbst manchmal zu spät merkt.
                         hierzu drei Beispiele aufführen:                     Einmal, als er nach der Znünipause aufgefordert
                         In der Tagesstätte hat eine Bewohnerin stark         wurde, aufs WC zu gehen, sagte er wiederholt
                         herausforderndes Verhalten gezeigt. Als sie aus      «nein, ich war gerade erst auf dem WC». Darauf
                         dem Gruppensetting herausgenommen wurde und          antwortete die Betreuerin jeweils: «nein, ich habe
                         während einer Auszeit alleine in einem Raum          gesehen, dass du seit Tagesstättenbeginn noch
                         gearbeitet hat, hat sich gezeigt, dass sie es mag,   nicht auf dem WC warst». Die Kommunikation ist
                         mehr für sich zu sein und so viel besser arbei-      an diesem Punkt stagniert. Später, in einem ruhi-
                         ten konnte. Als sie danach wieder in die Gruppe      gen Setting, konnte der Bewohner erklären, dass er                                      INTERVIEW MIT RALPH JÄGER,
                         zurückkam, wurde mit Raumteilern für sie ein         sowohl vor dem Duschen als auch nach dem Früh-                                          BEWOHNER INTEGRATIVES WOHNEN
                                                                              stück auf dem WC war. Es hat sich gezeigt, dass                                         KRAFTWERK 1 IM HARDTURMAREAL
                                                                              dieser zusätzliche WC-Gang für den Bewohner «ge-
                                                                              rade erst» bedeutete, während sich die Betreuerin                                       Wie geht es Dir?                                      Du hast ja auch beim Netzwerktreffen aktiv
                                                                              vorstellte, dass sich «gerade erst» auf die letzten 30                                  Soweit gut. Ich bin jetzt 64 Jahre alt geworden und   mitgearbeitet.
                                                 STRUKTUREN IM ETERNA         Minuten beziehen müsste. Wenn es gelingt, sich                                          werde nächstes Jahr Ende Juni pensioniert. Mo-        Es ging um neue Wohnformen, wie wir Bewohner-
                                                                              in das Erleben des Gegenübers hineinzuversetzen,                                        mentan arbeite ich noch zu 50% im Züriwerk.           Innen mit Beeinträchtigungen uns das so vor-
                                                                              können manchmal Konflikte vermieden werden.                                                                                                   stellen. Wir haben uns gefragt, was wir bei neuen
                                                                              Man kann so verstehen, dass sowohl man selbst                                           Wird sich das Leben dann entscheidend für Dich        Projekten wichtig finden. Und wie können wir
                                                                              als auch das Gegenüber jeweils in seiner Wahrneh-                                       ändern?                                               mitbestimmen, wie können wir uns organisieren.
                                                                              mung der Realität «recht» hat.                                                          Das Leben geht weiter. Nach der Pensionierung
                                                                                                                                                                      kann ich mehr zu Hause machen, mehr, was mir          Was ist Euch beispielsweise wichtig?
                                                                                                                                                                      gefällt.                                              Genug grosse Zimmer ist das Wichtigste. Das neue
                                                                                                                                                                                                                            Projekt mit den Clusterstudios gefällt mir. Aber
                                                                                                                                                                      Wie gefällt es Dir im Kraftwerk 1, wo Du in einer     man muss es zuerst ausprobieren, ob es wirklich
                                                                                                                                                                      betreuten Wohngemeinschaft wohnst?                    so gut ist. Beim Netzwerktreffen fanden wir es toll,
                                                                                                                                                                      Gerade ist jemand ein-, ein anderer ausgezogen.       dass wir BewohnerInnen unsere Gedanken selber
                                                                                                                                                                      Mal sehen, wie gut ich mit ihm auskomme. Bisher       vortragen konnten. So werden wir wirklich wahr-
                                                                                                                                                                      geht’s sehr gut.                                      genommen, können unsere Gedanken ausdrücken.
                                                                                                                                                                                                                            Und man hört uns zu.
                                                                                                                                                                                                                            Vielen Dank für das Gespräch, Ralph
         20                                                                                                                                                                                                                                                                21
JONAS
                                                                                                                                                                                                          FROMMEN­W ILER,
                                                                                                                                                                                                          KOCH IM ZWIBACK
TEAM DES MONATS

                                                                                           GRENZENLOS – PARTY IM ZWIBACK
                                                                                                                           Anlässlich einer Projektarbeit, im Rahmen mei-
                  TEAM HAUPTKÜCHE, WELCHES SICH FÜR DAS NETZWERKTREFFEN STARK ENGAGIERTE
                                                                                                                           ner Ausbildung zum Arbeitsagogen, habe ich mit
                                                                                                                           meinem Projektteam zur GRENZENLOS Party im
                                                                                                                           ZwiBack eingeladen. Ziel des Projekts ist es, ver-
                                                                                                                           schiedene Artikel der UNO-BRK umzusetzen.

                                                                                                                           Folgende Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt:
                                                                                                                           •	Die Teilhabe am kulturellen Leben durch die
                                                                                                                             Schaffung von Kontakt- und Begegnungsmög-
                                                                                                                             lichkeiten im Sozialraum zu fördern.
                                                                                                                           •	Klienten werden ihren Möglichkeiten entspre-
                                                                                                                             chend in die Planung und Durchführung des
                                                                                                                             Events eingebunden.
                                                                                                                           •	Mittels Kontaktmöglichkeiten wird die soziale
                                                                                                                             Interaktion während des Events gefördert.
                                                                                                                           •	Bei Erfolg der Party eine neue Einnahmequelle
                                                                                                                             für das Bistro zu generieren durch wiederkeh-
                                                                                                                             rende Veranstaltungen im selben Rahmen.

                                                                                                                           Im Vorfeld wurde fleissig Werbung mittels Flyern     Am 22. November 2019 ab 19.00 Uhr trafen die
                                                                                                                           und Social Media betrieben. Diese wurden in          ersten Gäste im ZwiBack ein. Bereits beim Apero
                                                                                                                           unserem Stiftungsnetzwerk verteilt. Für den An-      wurden erste Kontakte geknüpft, und es herrsch-
                                                                                                                           lass wurde das ZwiBack dekoriert, mit Partybe-       te eine lockere und entspannte Stimmung. Nach
                                                                                                                           leuchtung und einem DJ Pult ausgestattet. Bei den    und nach trafen weitere Gäste von verschiedenen
                                                                                                                           ganzen Vorbereitungen wurde das Projektteam von      Stiftungen und Organisationen ein, welche sich
                                                                                                                           den ZwiBack Mitarbeitern (mit Beeinträchtigun-       rasch von der guten Stimmung anstecken liessen.
                                                                                                                           gen) tatkräftig unterstützt.                         Neben feinen Hot Dogs wurden an der Bar drei
                                                                                                                                                                                verschiedene Cocktails serviert. Unter Anleitung
                                                                                                                                                                                von ZwiBack-Mitarbeitern konnte man sich als
                                                                                                                                                                                Barkeeper versuchen und sich seinen alkoholfreien
                                                                                                                                                                                Cocktail selber mixen.

                                                                                                                                                                                Die Stimmung wurde durch DJ M. Steinhauer wei-
                                                                                                                                                                                ter aufgeheizt, und er animierte die anwesenden
                                                                                                                                                                                Gäste zum tanzen und mitsingen. Gegen 21.30 Uhr
                                                                                                                                                                                erreichte die Party ihren Höhepunkt und endete
                                                                                                                             ZWIBACK – MAL ANDERS                               wie angekündigt kurz nach 23 Uhr.

                                                                                                                                                                                Der Abend war ein voller Erfolg, und die Gäste
                                                                                                                                                                                gaben ein durchwegs positives Feedback. Dies sam-
                                                                                                                                                                                melten wir mit Kronkorken, die jeder Gast einem
                                                                                                                                                                                Gefäss mit Smileys zuordnen konnte. Von den
                                                                                                                                                                                drei Gefässen befanden sich dreiviertel der Kron-
                                                                                                                                                                                korken im lachenden Smiley. Da der Austausch
                                                                                                                                                                                mit Gleichgesinnten in der heutigen Zeit oftmals
                                                                                                                                                                                eine Herausforderung ist, wurde diese neu geschaf-
                                                                                                                                                                                fene Plattform sehr geschätzt. Zudem wurde der
                                                                                                                                                                                Wunsch geäussert, diese Veranstaltung zu wieder-
                                                                                                                                                                                holen. Vielen Dank an die Stiftung Altried sowie
                                                                                                                                                                                allen Helferinnen und Helfern, welche zu diesem
                                                                                                                                                                                tollen Anlass beigetragen haben.

      22                                                                                                                                                                                                                     23
MIT MAJA BRUNNER...   ...UND WEITEREN
                                                     EXPONENTEN DES
                                                     HEBSTFESTES
IMPRESSIONEN HERBSTFEST 2019

            24                                                         25
WER STECKT WOHL                                                                   DAS GANZE JAHR
                                              HINTER DEN MASKEN
IMPRESSIONEN HELLOWEEN VOM 31. OKTOBER 2019

                                                                  AGENDA 2020
                                                                                FRÜHLING/SOMMER              HERBST/WINTER

                                                                                28./29. MÄRZ 2020            5./6. SEPTEMBER 2020
                                                                                Ostermärt Greifensee         Schwamendinger Chilbi

                                                                                9. MAI 2020                  26./27. SEPTEMBER 2020
                                                                                Frühlingsmarkt Wallisellen   Herbstfest

                                                                                                             10./11. NOVEMBER 2020
                                                                                                             Bazar Oberstrasse

                                                                                                             11./14./18./21. NOVEMBER 2020
                                                                                                             Kerzenziehen Standort Schanzacker

                                                                                                             28. NOVEMBER 2020
                                                                                                             Bazar Kirche Paulus

                                                                                                             5. DEZEMBER 2020
                                                                                                             Chlausmärt Dübendorf

                                                                                                             11./12. DEZEMBER 2020
                                                                                                             Stärnezauber

                  26                                                                                                                             27
Hauptsitz
                                                      Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
                                                      Ueberlandstrasse 424
                                                      8051 Zürich
                                                      Tel 044 325 44 44
                                                      Fax 044 32 1 1 1 44
                                                      zentrum@altried.ch
                                                      www.altried.ch

Freitag                    Samstag
17.30 Uhr Alphornbläser    16.30 Uhr Musikverein
19.00 Uhr offenes Singen   Regensdorf                 Schanzacker

                           17.30 Uhr offenes Singen   Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
                                                      Schanzackerstrasse 17/21
                                                      8006 Zürich
                           18.00 Uhr Ländlertrio      Tel 043 300 57 1 1
                                                      info@schanzacker.ch

                                                      Memphis
                                                      Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
                                                      Zwinggartenstrasse 2
                                                      8600 Dübendorf
                                                      Tel 044 325 44 44

                                                      Integratives Wohnen
                                                      Heerenwiesen 35
                                                      8051 Zürich
                                                      Tel 044 322 35 72

                                                      Integratives Wohnen
                                                      Hardturmstrasse 265
                                                      8005 Zürich
                                                      Tel 044 563 83 40

                                                      Integratives Wohnen
                                                      Am Wasser 1
                                                      8600 Dübendorf
                                                      Tel 044 360 50 41

Für das kulinarische             Verkauf von
Wohl ist gesorgt:                Eigenprodukten:      Hotel & Bistro ZwiBack
                                                      Am Wasser 3
gutbürgerliche Küche             Geschenkartikel,     8600 Dübendorf
                                                      Tel 044 325 44 66

in der Alteria, Kaffee &         Karten und
                                                      info@zwiback.ch
                                                      www.zwiback.ch

Süsses, Glühwein am              vieles mehr...
Feuer, Wurstgrill und
neu auch mit                                          Ferienzentrum Wannental

Raclettezelt                                          5728 Gontenschwil
                                                      Tel 062 773 28 32
                                                      ferienzentrum@wannental.ch

              Programm
                                                      www.wannental.ch

 FREITAG, 13. DEZEMBER 2019, 16.30 - 20.30 UHR
 SAMSTAG, 14. DEZEMBER 2019, 16.30 - 20.30 UHR
                                                      Postcheck 80-8228-2
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