KOPF DES MONATS Ralph Jäger - TEAM DES MONATS - Stiftung Altried
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Dezember 2019
Ausblick
Stiftung Altried
INFOBULLETIN
auf die
nächsten
Monate!
KOPF DES MONATS
Ralph Jäger
TEAM DES MONATS
Hauptküche
SCHWERPUNKT
Personzentrierte Haltung, Netzwerktreffen
Foto: Stärnezauber 2018
RAUM FÜR ENTWICKLUNG – MITTENDRINRALF ESCHWEILER,
GESCHÄFTSFÜHRER
INHALTSVERZEICHNIS
BERICHT DES GESCHÄFTSFÜHRERS
PERSONZENTRIERTE HALTUNG Bezüglich unserer Bauprojekte gibt es leider keine
INHALTSVERZEICHNIS
DAS THEMA BEI DER STIFTUNG ALTRIED grossen Neuigkeiten seit dem letzten Infobulletin
vom August 2019. Bezüglich des Erweiterungsbaus
BERICHT DES GESCHÄFTSFÜHRERS Den Schwerpunkt dieser Infobulletin-Ausgabe unseres Ferienzentrums Wannental fehlt immer
Seiten 3 bilden die Berichte über die Personzentrierte noch die Beurteilung des Kantons Aargau. Bezüg-
Haltung, welche wir dieses Jahr in allen Bereichen lich unseres Projekts mit dem Bau von Cluster-
THEMEN SCHWERPUNKTE via Weiterbildungen aufgefrischt haben, und das wohnungen warten wir noch auf die Kosten. Und
Grundlagen der Personzentrierten Haltung 4 diesbezügliche internationale Netzwerktreffen bei der Aufstockung am Hauptsitz läuft gerade ein
Das Konzept, die Umsetzung, die Auswirkungen 5/7 vom 24./25. Oktober 2019 bei uns in der Stiftung Skizzenwettbewerb zwischen 6 Architekturbüros.
Interview mit Frau Pörtner 8 Altried. Die Stiftung Altried hat die Person Die Jurierung wird Ende Februar 2020 stattfinden.
Internationales Netzwerktreffen 9/15 zentrierte Haltung um die Jahrtausendwende
eingeführt. Frau Pörtner, deren Bücher über die Beim diesjährigen Herbstfest übertrafen wir sogar
AUS DEM BETRIEB Personzentrierte Haltung und das entsprechende das letztjährige super Resultat und erreichten das
Blick hinter die Kulissen 16 Handeln mit Menschen mit einer kognitiven Be- zweitbeste Resultat überhaupt mit knapp über CHF
Wohnen heute – Wohnen morgen 17 einträchtigung führend sind, hat uns damals bei 160'000.- Vielen Dank nochmals an die zahlreichen
Wir sind dann mal weg 18 der Einführung unterstützt. Es hat mich deshalb HelferInnen, MusikerInnen, Kirchengemeinden,
Den richtigen Rahmen setzen 19 ausserordentlich gefreut, konnte Frau Pörtner in Angestellten und Mitarbeitenden, welche tatkräftig
Strukturgruppen Eterna 20 doch schon hohem Alter am diesjährigen Netz- mitgeholfen haben.
werktreffen teilnehmen. Die Berichte zeigen auf,
KOPF DES MONATS dass wir bezüglich Mitsprache, Selbstbestimmung Wir freuen uns schon alle auf den diesjährigen
Seiten 21 und Teilhabe unserer Menschen mit Beeinträch- Sternezauber am Freitag 13. Dezember und Sams-
tigungen auf dem richtigen Weg sind. Wie unsere tag 14. Dezember an unserem Hauptsitz an der
TEAM DES MONATS Byline zum Logo schon sagt, «wir schaffen Raum Ueberlandstrasse 424 in Zürich. Der riesige ge-
Seiten 22 für Entwicklung» mit dem jeweiligen speziell schmückte Weihnachtsbaum, der Sternenweg rings
geeigneten Rahmen für alle Menschen mit Beein- um das Hauptgebäude, die vielen Geschenkartikel
WEITERES AUS DEM BETRIEB trächtigung, die bei uns arbeiten und/oder wohnen. in der alten Schreinerei und das Musikangebot
GRENZENLOS – Party im ZwiBack 23 tragen zu einem besinnlichen Zusammensein und
Impressionen Herbstfest 2019 24/25 als Vorbereitung asuf Weihnachten bei. Und natür-
Impressionen Helloween vom 31. Oktober 2019 26 lich kann man sich verköstigen mit Bratwurst und
Glühwein draussen oder gutbürgerlicher Küche
AGENDA in der Alteria. Da der Platz in den letzten Jahren
Seite 27 immer knapper wurde, kann man neu auch ein
Raclette in unserem zusätzlichen Zelt geniessen.
Ich danke allen Autorinnen und Autoren ganz
herzlich für Ihre Beiträge. Auch danke ich dem
IMPRESSUM GRUNDLAGEN UNSERER HALTUNG Stiftungsrat und allen Angestellten und Mit-
arbeitenden für die geleistete Arbeit und die gute
Zusammenarbeit. Ebenfalls danke ich unseren
REDAKTION Gönnern, den Spenderinnen und Spendern, den
Stiftung Altried Angehörigen und den Behörden und allen Kunden
ganz herzlich für ihr Wohlwollen unserer Institu-
GESTALTUNG tion gegenüber.
AWE SCHAFFHAUSEN GmbH
Für die kommenden Weihnachtstage und das
DRUCK neue Jahr 2020 wünsche ich alles Gute.
Stamm Druck
AUFLAGE
1500 Ex.
2 3SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
PERSONZENTRIERTE HALTUNG PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
GRUNDLAGEN DER PERSONZENTRIERTEN HALTUNG
DAS KONZEPT, DIE UMSETZUNG UND DIE AUSWIRKUNGEN
DIE ZENTRALEN GRUNDLAGEN DER PERSONZENTRIERTE HALTUNG Wie kann nun dieses Konzept ganz konkret in den
SABINE RIESS, LEITUNG SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTEN HALTUNG IN DER STIFTUNG ALTRIED agogischen Arbeitsalltag integriert werden? Was
braucht es dabei von den Leitungspersonen, was
Die zentralen Grundlagen unserer Betreuungs- Die Stiftung Altried hat sich um die Jahrtausend- von den Angestellten?
arbeit anhand des Konzeptes der Personzentrier- wende dazu entschieden, anhand des Konzeptes
ten Haltung werden von Frau Pörtner wie folgt der Personzentrierten Haltung zu arbeiten. Im Eine «Haltung» ist ja nicht eine Methode oder ein
beschrieben: Leitbild steht, dass durch die Personzentrierte Instrument, das ich je nach Situation anwenden
Haltung für jeden Menschen mit Beeinträchtigung und wieder weglassen kann. Sondern eine Haltung
• Humanistisches Menschenbild mehr Teilhabe, Selbst – und Mitbestimmung er- verlangt von mir, dass ich mich mit allen Kompo-
Personzentriert arbeiten heisst, nicht von Vor- möglicht wird. nenten des Konzeptes auseinandersetze und ich
stellungen ausgehen, wie Menschen sein sollten, zudem in der Lage bin, mein eigenes Verhalten zu
sondern davon, wie sie sind, und von den Mög- Was verstehen wir unter Personzentrierten Hal- reflektieren. Haltung kommt von Verhalten.
lichkeiten, die sie haben. Menschen dabei zu tung? Wie wird dieses Konzept konkret in unserer Wie verhalte ich mit also im Alltag gegenüber den
unterstützen, innerhalb ihrer begrenzten Mög- Institution umgesetzt? Was für Auswirkungen hat Menschen mit Beeinträchtigung, wie gehe ich mit
lichkeiten angemessen mit der Realität umzu- dies auf die BewohnerInnen und MitarbeiterInnen problematischen Situationen um. Wie gelingt es
gehen. – und welche für die Angestellten? mir, auf das unterschiedliche und teilweise stark
herausfordernde Verhalten von BewohnerInnen
Personzentriert arbeiten heisst, mit den betroffe- Marlis Pörtner hat als Psychotherapeutin den per- oder Mitarbeiterinnen angemessen zu antworten?
nen Personen, nicht für sie, Probleme lösen. Ihre sonzentrierten Ansatz in der Arbeit mit Menschen Wie wird im Team miteinander umgegangen? Und
unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse • Die drei Komponenten der Personzentrierten mit kognitiver Beeinträchtigung in der Schweiz wie wirkt sich die Personzentrierte Haltung auf das
berücksichtigen und einbeziehen und ihnen im Haltung und in Deutschland konzipiert und erprobt. Sie hat Führungsverständnis aus?
Rahmen ihrer Möglichkeiten Selbstverantwortung dazu in verschiedenen Institutionen Weiterbildun-
zuzutrauen. Empathie (oder einfühlendes Verstehen) ist die gen angeboten und durchgeführt. Zudem hat sie Im Herbst 2017 habe ich in Zusammenarbeit
Fähigkeit, das Erleben und die Gefühle des Gegen- mehrere Bücher zu diesem Thema veröffentlicht. mit den Teamleiterinnen Wohnen am Standort
Personzentriert arbeiten meint auch, als Betreu- übers genau und sensibel zu erfassen, mich in Sie war seit 1999 schon als Psychotherapeutin für Schanzacker zu diesem Thema für die Angestell-
ungs-Person wahrnehmbar sein. Dazu gehört die seinen inneren und äusseren Bezugsrahmen so einige BewohnerInnen der Stiftung Altried tätig ten im Bereich Wohnen angefangen, Schulungen
Bereitschaft, sich mit dem eigenen Anteil an der einzufühlen, als ob ich der andere wäre, und und hat auch Weiterbildungen für die Angestellten durchzuführen. Uns war es wichtig, dass für die
jeweiligen Situation auseinanderzusetzen. dennoch nie ausser Acht zu lassen, dass ich ich durchgeführt. Beteiligten eine möglichst konkrete und praxis-
selbst und nicht der andere bin. Empathie ist nahe Auseinandersetzung mit diesem Konzept
• Gleichgewicht zwischen Rahmen und Spielraum nicht Identifikation. Schon vor der Fusion mit der Stiftung Altried habe ermöglicht wird, die danach im Alltag umgesetzt
Personzentriert arbeiten heisst auch, den Bezugs- ich mich vertieft mit dem Thema «Personzentrier- werden kann. Nach mehreren internen Weiterbil-
rahmen klar zu erkennen und Spielräume zu Wertschätzung (oder nicht-wertendes akzeptie- te Haltung» auseinandergesetzt. Damit ein Konzept dungen entstand die Idee, dass wir für die Teams
eröffnen, um für die Betroffenen Erfahrungsmög- ren) bedeutet, dass ich mein Gegenüber ohne zu in allen Arbeits- und/oder Wohnbereichen im Intervisionen (kollegiale Beratung) anbieten möch-
lichkeiten zu schaffen, damit lebenslanges Lernen werten akzeptiere, als ganze Person, so wie sie im Arbeitsalltag spürbarer wird, benötigt es eine kon- ten, die einen direkten Bezug zu der Personzen-
möglich wird. Augenblick ist, mit all ihren Schwierigkeiten und krete fachliche und persönliche Auseinanderset- trierten Haltung haben. Somit bekamen die Teams
Möglichkeiten. zung. Aus lerntheoretischer und neurobiologischer die Möglichkeit, selbstständig Fallbesprechungen
Sicht ist es notwendig, sich immer wieder mit dem durchzuführen – ohne «Experten» von aussen. Sie
Kongruenz (oder Echtheit) heisst, dass mir mein Thema auseinanderzusetzen, damit Wissen zu selber sind – oder werden zu den Experten.
eigenes Erleben bewusst ist und ich es trennen einer vertieften «inneren Haltung» werden kann.
kann von dem, was ich beim Gegenüber wahr Ein fachlich-konzeptueller Ansatz bleibt daher in Mittlerweile wurden die Bereiche Tagesstätte und
nehme. Das erfordert, dass ich meine Gefühle, einer Institution nur solange «lebendig», wie dieses Hauswirtschaft auch in diesen Prozess miteinge-
Impulse und Eindrücke zulasse und akzeptiere, Konzept mit den Menschen immer wieder aktuali- bunden, da sie mit ähnlichen Themen beschäftigt
aber nicht, dass ich sie dem anderen Menschen siert wird. sind und die Personzentrierte Haltung in allen
in jedem Fall ungefiltert an den Kopf werfe. Bereichen Anwendung finden soll.
Literaturangabe: Marlis Pörtner, Ernstnehmen – Zutrauen –
Verstehen. Personzentrierte Haltung im Umgang mit geistig
behinderten und pflegebedürftigen Menschen, Klett-Cotta,
Stuttgart, 1996
4 5SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
PERSONZENTRIERTE HALTUNG PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
Wichtig war auch zu vermitteln, dass wir Empa-
DAS KONZEPT, DIE UMSETZUNG UND DIE AUSWIRKUNGEN
Von der Geschäftsführung bekam ich im Spät- Nachdem die Inhalte der Weiterbildungen er- Dieses Weiterbildungsangebot konnte 2019 dann
sommer 2018 den Auftrag, für alle Angestellten der arbeitet waren, legten wir fest, dass die Schulungen pro Themenschwerpunkt an 10 festgelegten Termi- thie, Wertschätzung und Kongruenz auch für uns
Stiftung Altried ein Weiterbildungs-Konzept zu jeweils von zwei TeilnehmerInnen der Arbeits- nen für alle Angestellten angeboten werden. selber aufbringen müssen.
diesem Thema zu erstellen. Das Projekt hiess: gruppe durchgeführt werden. Dies sollte in «unse- Beim Teil A war die Teilnahme für alle verpflich-
rem Tun» deutlich machen, dass es nicht nur tend, und Teil B wurde auf freiwilliger Basis an- Auch gegenüber den ArbeitskollegInnen und
Personzentriertes Arbeiten (Haltung) bereichs- «ein/e ExpertIn» gibt, die dieses Wissen vermittelt, geboten. Leitungspersonen, überall, wo ich im Arbeitsalltag
übergreifend einführen und bei allen Angestellten sondern wir diese Haltung unterschiedlich leben mit Menschen zu tun habe. Die Personzentrierte
vertiefen. und dabei voneinander lernen können. Folgende An den Weiterbildungen wurden jeweils die teil- Haltung muss immer wieder geübt und «gelebt»
Das Ziel ist; durch diese «verinnerlichte, profes- Themen haben wir gemeinsam ausgewählt und in nehmenden Angestellten befragt, wie es ihnen werden. Es ist ein längerer Prozess – bis sie irgend-
sionelle Haltung» die Angestellten im Umgang mit 2 Bereiche unterteilt: gefallen hat und ob sie etwas mitnehmen können, wann zu einer inneren Haltung werden kann.
den KlientInnen besser in die Lage zu bringen, was sie im Arbeitsalltag nutzen können. Wir haben
flexibel und adäquat in ihrem Arbeitsalltag zu Themenschwerpunkt A beinhaltete: viele positive Rückmeldungen erhalten. Hier einige Welche Auswirkungen hat nun die Personzentrier-
reagieren. Zudem gelingt es durch das erarbeitete 1. Empathie, Wertschätzung und Kongruenz – Auszüge: te Haltung auf die Menschen mit und ohne Beein-
Wissen vermehrt, im Vorfeld die Lebensräume für Welche Bedeutung haben diese Begriffe für uns trächtigung?
und vor allem mit den KlientInnen aktiv zu gestal- und wie setzten wir diese konkret im agogischen Dass die Themen spannend vermittelt wurden –
ten, was zu mehr Mitsprache, Selbstbestimmung Alltag ein? dass sie nicht nur zuhören mussten, sondern sich Anhand einiger Praxisbeispiele des diesjährigen
und Teilhabe führt. aktiv beteiligen konnten – die Weiterbildungen Netzwerktreffens im Oktober 2019 wird deutlich,
2. Gleichgewicht zwischen Rahmen und Spielraum kurzweilig waren – dass der bereichsübergreifen- welche positiven Auswirkungen diese Haltung auf
Eine Vorbereitungsgruppe plante zuerst grob 6 finden. Wie gelingt es uns anhand der Person- de Austausch bereichernd war – dass es geschätzt alle Beteiligte haben kann. Aussagen von Ange-
Schulungseinheiten zu verschiedenen Themen aus zentrierten Haltung, den BewohnerInnen und/ wurde, dass die ReferentInnen in der Gruppe stellten waren: «mehr auf Augenhöhe arbeiten»
dem Buch «Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen» oder MitarbeiterInnen mehr Mitsprache und sassen und nicht vor der Gruppe. – Wir können nicht wissen, was richtig ist für die
von Marlis Pörtner und legte fest, dass die Weiter- Selbstbestimmung zu ermöglichen? KlientInnen – wir müssen es gemeinsam aushan-
bildungen bereichsübergreifend gestaltet werden Es kamen aber auch kritische oder anregende deln und ausprobieren – den Menschen mit Be-
sollten. Themenschwerpunkt B befasste sich mit: Rückmeldungen. Dass die Zeit für den Austausch/ einträchtigung wird mehr zugetraut – Mitsprache-
1. Erleben als zentraler Faktor – Zuhören mit allen Übungen in den Weiterbildungen zu knapp bemes- möglichkeiten der KlientInnen können in einigen
Da für 2019 aber schon sehr viele andere interne Sinnen – sich die Subjektivität des Erlebens sen war – dass nicht in jedem Bereich (Wohnen/ Bereichen ausgeweitet werden.
Weiterbildungen geplant waren, wurden die bewusst machen – Wie etwas erlebt wird, ist oft Arbeit) die gleichen zeitlichen oder strukturellen
Themen-Blöcke von 6 auf 2 Weiterbildungsangebote wichtiger als das Was. Nonverbale Kommunika- Möglichkeiten dafür vorhanden seien, um die- Ausblick/Planung 2020: für alle neuen Angestellten
gekürzt, um ein Überangebot zu vermeiden. tionsmöglichkeiten sollten eingesetzt werden. se agogische Haltung umzusetzen. Und einige der Stiftung Altried können im kommenden Jahr
Dann wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die wünschten, dass weiterhin Weiterbildungen oder die Themenbereiche A und B weiterhin angeboten
Aufgabe hatte, die fachlichen Inhalte der Weiter- 2. Umgang mit eigenen Emotionen – Emotionen ein fachlicher Austausch zu diesem Thema ange- werden. Ob noch weitere Angebote bezüglich Wei-
bildungen zu erarbeiten und diese dann auch beeinflussen immer unseren Handlungsspiel- boten werden sollten. terbildung «Personzentrierte Haltung» gemacht
durchzuführen. Glücklicherweise konnten 4 sehr raum (positiv wie negativ) – Wie gelingt es mir, werden können, muss intern noch geklärt werden.
interessierte Angestellte aus verschiedenen Berei- durch den bewussten Umgang mit meinen Ich denke, durch die Auswahl der Themenbereiche
chen dafür gewonnen werden. Wichtig waren mir Emotionen mehr Handlungsspielraum zu er- konnten wir die TeilnehmerInnen anregen, sich An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kolleg
vor allem folgende Grundsätze: möglichen? mit diesen grundlegenden Themen und Theorien Innen bedanken, die so engagiert mitgeholfen
• Durch kurze Inputs Themen anregen auseinanderzusetzten. haben, dass dieses Projekt in unterschiedlichen
• Aktives Mitarbeiten ermöglichen, kein 3. Reflexion und Selbstreflexion im Arbeitsalltag Bereichen so gewinnbringend umgesetzt werden
Frontalunterricht, sondern zusammen tun – Wo findet dies in meinem Arbeitsalltag statt – Es gab rege Gespräche, und der Austausch fand konnte. Bedanken möchte ich mich auch bei der
• Arbeiten in Kleingruppen in Bezug auf konkrete wo/wie könnte es noch mehr genutzt werden? sehr offen statt, obwohl sich viele nicht kannten. Geschäftsführung, dass ich/wir die Möglichkeit
Alltagssituationen ermöglichen Es entstanden viele gute Fragen, die die Betroffe- bekommen haben, dieses spannende Projekt um-
• Auseinandersetzung mit dem eigenen nen in ihren Arbeitsbereich mitnehmen konnten. zusetzen.
Arbeitsverständnis anregen Durch die Art und Weise, wie die Weiterbildungen
• Austausch in der Gesamtgruppe, Erfahrungen durchgeführt wurden, konnten wir erreichen, dass
teilen, Perspektivenvielfalt sichtbar machen sich die Mehrheit aktiv miteinbringen konnte. Es
konnten gute und auch weniger gute Praxisbeispie-
le miteinander geteilt werden, ohne befürchten zu
müssen, dass man «alles falsch macht».
6 7RALF ESCHWEILER, SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
GESCHÄFTSFÜHRER PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
INTERVIEW MIT FRAU PÖRTNER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED
INTERVIEW MIT FRAU PÖRTNER Sehen Sie Gemeinsamkeiten der Personzentrier-
VIELE INTERESIERTE
GEMEINSAM
GENIESSENMACHT
DIE SPANNENDEN
EINFACH ALLES
VORTRÄGE
SPASS
VOR DEM NETZWERKTREFFEN ten Haltung mit den Eckpfeilern der UNO-
Behindertenrechtskonvention «Teilhabe, Selbst-
Wie kamen Sie dazu, sich mit der Personzentrier- bestimmung, Mitbestimmung, Befähigung der
ten Haltung für den Kontakt mit Menschen mit Menschen mit Beeinträchtigung zu eben diesen
einer kognitiven Beeinträchtigung zu engagieren? Eckpfeilern»?
Bereits ganz am Anfang meiner Tätigkeit als Psy- Absolut. Das war eine überraschende und sehr
chotherapeutin durch meine ersten beiden Klien- erfreuliche Übereinstimmung, denn als ich die
tinnen hier in der Stiftung Altried. Von ihnen habe Handlungsgrundlagen und Richtlinien für die
ich gelernt, wie unverzichtbar diese Haltung in der personzentrierte Arbeitsweise entwickelte und
Beratung ist - nicht nur gegenüber beeinträchtig- beschrieb, gab es die UNO-Behindertenrechts
ten Menschen, sondern ganz grundsätzlich allen konvention noch nicht. Später hat sie dann
Ratsuchenden gegenüber. Doch eine Haltung «hat» mancherorts dazu beigetragen, dass Einrichtungen
man nicht einfach, sie muss sich im praktischen und Betreuende ihren Widerstand gegenüber Ver-
Handeln zeigen. Das hat mich damals veranlasst, änderungen aufgaben und begannen, sich mit der
die Handlungsgrundlagen und Richtlinien für den personzentrierten Arbeitsweise zu befassen. Denn
Alltag zu entwerfen. jetzt waren diese Eckpfeiler gesetzlich vorgeschrie-
ben, und die beschriebenen Grundlagen und Richt-
Wie erlebten Sie die Zeit um die Jahrtausend linien bieten eine sehr brauchbare Orientierungs-
wende, wo Sie aktiv mitgeholfen haben, die hilfe für die praktische Arbeit im Alltag.
Personzentrierte Haltung in der Stiftung Altried
einzuführen? Gibt es Unterschiede zu heute,
oder sind die Voraussetzungen gleich wie vor
20 Jahren?
Die Voraussetzungen haben sich schon geändert.
Menschen mit Beeinträchtigungen leben nicht
mehr nur unter ihresgleichen, sie können sich
freier bewegen, man begegnet ihnen im Tram,
auf der Strasse, im Supermarkt etc. Allerdings
hat sich die Praxis erst zum Teil den veränderten
Voraussetzungen angepasst. Da gibt es enorme
Unterschiede.
FRAU PÖRTNER, IM GESPRÄCH MIT RALPH JÄGER INTERNATIONALES NETZWERKTREFFEN
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN AM
24./25.OKTOBER 2019
Das Netzwerktreffen ist eine Fortbildungsveran- Seit 2010 findet auf Initiative von Marlis Pörtner
staltung für Angestellte von Einrichtungen und jährlich ein Treffen statt, bei welchem sich unter-
Trägern, die nach dem personzentrierten Konzept schiedliche soziale Institutionen über ihre Arbeit
«Ernstnehmen, Zutrauen, Verstehen» arbeiten, und Erfahrungen betreffend der Personzentrierten
es einführen möchten sowie für KollegInnen, die Haltung austauschen. Es sind Einrichtungen aus
es in Fachberatung, Supervision, Lehre, Aus- und der Schweiz, Deutschland, Österreich und Lich-
Fortbildung weitervermitteln. tenstein dabei, die unterschiedliche Wohn - und
Arbeitsplätze für Menschen mit einer kognitiven
Beeinträchtigung anbieten.
8 9SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
PERSONZENTRIERTE HALTUNG PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED
Das zweitägige Treffen soll Plattform bieten für: Damals konnte ich den ersten Entwurf des ge-
3 BEWOHNERBEIRÄTINNEN AUS SCHWEINFURT
• gegenseitiger fachlicher Erfahrungsaustausch planten Projektes der internen Weiterbildung in
bezüglich Arbeit/Umsetzung mit der Person der Stiftung Altried: «Personzentriertes Arbeiten
zentrierte Haltung bereichsübergreifend einführen und bei allen
• Fachvorträge, Workshops Angestellten vertiefen» vortragen und mit den
• Bekanntmachung/Informationsweitergabe KollegInnen diskutieren. Spannend fand ich, dass
bezüglich der Arbeit anhand dieses Konzeptes alle Einrichtungen so unterschiedliche Modelle
erarbeiten, wie sie das personzentrierte Arbeiten
2017 fand das Netzwerktreffen in Bremen statt. in ihrer Institution implementieren. Es gibt nicht
Damals war ich, in Begleitung von vier weiteren den «einen richtigen» Weg, sondern verschiedene.
Kolleginnen, das erste Mal dabei. Am ersten Tag Und diese müssen in den Einrichtungen jeweils
wurden verschiedene Workshops angeboten, am gemeinsam erarbeitet werden.
zweiten Tag fanden verschiedene Fachvorträge
statt. Zum Beispiel von Wolfgang Hinte der Uni-
versität Duisburg-Essen zum Thema «Sozialraum-
orientierung in der Behindertenhilfe» oder von
Michael Lux vom Neurologischen Rehabilitations-
zentrum Bad Wildbad zum Thema «Der Person-
zentrierte Ansatz und die Neurowissenschaften». Das Netzwerktreffen 2018 fand im Herbst in Schwein
Daneben gab es auch unterschiedliche Beiträge aus furt statt und wurde von der Lebenshilfe organi-
den verschiedenen Einrichtungen. Es wurde be- siert. Auch dieses Mal konnten wir bereichsüber-
richtet, wie es ihnen gelingt, den personzentrierten greifend zu fünft die Tagung besuchen. Das Thema
Ansatz im Alltag umzusetzen. war: Voneinander Wissen – Voneinander lernen.
Der fachliche Austausch stand hier im Vorder-
Am Ende der Veranstaltung wurde eine Einrich- grund: Wie gelingt es den Einrichtungen, dass die
tung gesucht, die im Jahr 2019 das Netzwerktreffen Angestellten diese Haltung lernen möchten und
veranstalten würde. Da damals schon klar war, auch umsetzen können. Was bedeutet es für die
dass das Wohnheim Schanzacker ab 2018 mit der BewohnerInnen? Merken sie überhaupt, dass nach
Stiftung Altried fusionieren würde, schlug ich vor, diesem Konzept gearbeitet wird? Wie gehen wir
dass es nach Absprache mit dem Geschäftsführer mit Scheitern um? Und wie sieht es im Bereich der
in Zürich stattfinden könnte. Werkstätten mit der Umsetzung der Personzen-
trierten Haltung aus?
10 11SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
PERSONZENTRIERTE HALTUNG PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED
Nach diesem Treffen fuhren wir motiviert nach Der erste Vortrag kam vom Bewohnerrat der Stif- Der dritte Input kam aus dem Team der Hauptkü-
Zürich zurück und fingen schon bald mit der tung Altried. Sie stellten sich und ihre Arbeit vor. che der Stiftung Altried. Manuela Canonica, Selku
Organisation des Netzwerktreffens 2019 an. Sie machten auch Vorschläge, wie sie ihre Arbeit Alder, Maya Stössel und Ursula Carrara erzählten
verbessern könnten, resp. wie die die Bewohner uns, wie sie mit Seminar-Teilnehmerinnen, die
Es wurde mit 4 Angestellten aus verschiedenen Innen dazu anregen könnten, ihre Anliegen ver- bei uns Seminarräume mieten, gemeinsam einen
Bereichen ein Organisationskomitee gegründet. mehrt einzubringen. Apéro produzieren. Es war schön zu hören, wie
Wir einigten uns auf das Motto: «Mitsprache, die MitarbeiterInnen anfänglich etwas unsicher
Selbstbestimmung und Teilhabe», da wir uns in Beim zweiten Input zeigte uns die Lebenshilfe waren, aber nach und nach mehr Sicherheit ge-
der Geschäftsleitung seit Anfang 2019 aufgrund Schweinfurt, was sich konkret für die BewohnerIn- wannen und diese Aufgaben nun gerne ausführen.
der UNO-BRK vermehrt mit diesem Thema be- nen verändert hat, seit die Einrichtung anhand der Sie erzählten uns auch, wie es ihnen gelang, mit
schäftigt haben. Wir wollten, dass dieses Jahr vor Personzentrierten Haltung arbeitet. Der Beitrag ihrer Unsicherheit oder Nervosität umzugehen.
allem auch Menschen mit einer Beeinträchtigung wurden von Angestellten und 3 Bewohnerbeirä- Ein schönes Beispiel zum Thema Teilhabe.
eine Plattform bekommen. Das bedeutete, dass wir tinnen vorgetragen. Sie hatten bei BewohnerInnen
Projekte suchten oder anregten, die die Bewohner- eine Umfrage gemacht zu Themen wie Eigenver- Nach einer erholsamen Pause erläuterte die Gruppe
Innen oder Mitarbeiterinnen an dem Tag vor- antwortung, Gesundheit, Verwaltung ihres eigenen vom Integrierten Wohnen Altried, wie für sie
tragen konnten und anhand deren deutlich wird, Geldes, Fortgehzeit am Wochenende. Sie haben von «Wohnen heute – und Wohnen morgen» aussieht
dass Mitsprache, Selbstbestimmung und Teilhabe den BewohnerInnen ganz ehrliche und konstruk- resp. aussehen sollte. Sie hatten dafür eine Arbeits-
ermöglicht wird. tive Rückmeldungen erhalten, die diese z.T. auch gruppe gebildet und Claudia Kunz, Ralph Jäger,
schon umsetzen konnten. Knut Wegmüller und David Knobel präsentierten
So wurden für den ersten Tag 5 Beiträge geplant, uns ihre Arbeit. Mit dabei war auch Jürg Langhart
die mit Menschen mit Beeinträchtigung erarbeitet als Rollstuhlexperte. Es gelang ihnen gut, ihre
wurden. Ziel war, dass sie etwas mitgestalten Wünsche und Vorstellungen darzustellen. Aber
können, dass auch nach dem Netzwerktreffen auch zu benennen, welche Pflichten für die Be-
noch Bestand hat resp. weiterhin umgesetzt wer- wohnerInnen aufgrund dieser Wünsche entstehen.
den kann (keine Alibiübung).
Am 24.Oktober war es dann soweit. Für das Treffen
hatten sich über 40 Gäste aus anderen Institu-
tionen angemeldet, und von der Stiftung Altried
nahmen fast 40 BewohnerInnen, MitarbeiterInnen
und Angestellte teil. Wir begrüssten alle Gäste mit
einem üppigen Stehlunch und kamen in erste Ge-
spräche. Nach den offiziellen Begrüssungen durch
das OK-Team, die Präsidentin des Stiftungsrates
Frau Gontersweiler und dem Geschäftsführer Ralf
Eschweiler konnte das Netzwerktreffen starten.
Wir hatten für die beiden Tage einen Moderator BEGRÜSSUNG DURCH DIE PRÄSIDENTIN DES STIFTUNGSRATES
engagiert. Herr Lei begrüsste die erste Redne-
rin Frau Marlis Pörtner. Sie freute sich, dass das
Treffen dieses Jahr in Zürich stattfand und den
Menschen mit Beeinträchtigung so viel Raum ein-
geräumt wurde. Ihre Arbeit begann ja vor vielen
Jahren in der Stiftung Altried. Sie hatte im Mem-
phis ihre ersten Klienten. Damals gab es nicht
viele PsychotherapeutInnen, die sich für diese
Klientel interessierten. Es freute sie sehr, nach so
vielen Jahren wieder hier zu sein und miterleben
zu dürfen, was sich alles verändert hat.
12 13SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN SABINE RIESS, PROJEKTLEITERIN
PERSONZENTRIERTE HALTUNG PERSONZENTRIERTE HALTUNG
UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER UND LEITUNG STANDORT SCHANZACKER
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN IN DER STIFTUNG ALTRIED
Zum Abschluss kam ein Beitrag vom Standort Am zweiten Tag wurden 4 Beiträge präsentiert.
Schanzacker. Einmal im Jahr macht der Standort Rein Mulder (Teamleiter WA3/4) beschrieb anhand
mit allen Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und von 2 Beispielen aus seiner Praxis, dass es oft Mut
Angestellten einen Tagesausflug. Bisher wurde braucht, gemeinsam mit den Klienten gewohnte
dieser immer von Angestellten organisiert. Dieses Grenzen zu überschreiten. Damit ist gemeint, dass
Jahr wurde dies mit den Bewohnerinnen zusam- sich die Klienten manchmal selber etwas nicht
men gemacht. Diese Erfahrung war für die Be- zutrauen und es je nach dem sinnvoll sein kann,
wohnerinnen wie auch die Angestellten ein grosser sie an ganz neue Situationen heranzuführen. Auch
Erfolg. Brigitte Senti und Patricia Semeth haben wenn sie am Anfang Angst vor dieser Veränderung
diese Arbeit sehr lebendig vorgetragen. haben. Dies mit dem klaren Ziel, für die Bewohner-
Innen einen neuen Spielraum zu schaffen, wo sie
Am Abend wurde im Bistro Zwiback für alle inter- (und oft auch die Betreuungspersonen) neue Er-
essierten TagungsteilnehmerInnen ein gemeinsa- fahrungen sammeln können und neue Fähigkeiten
mes Abendessen organisiert. Daran nahmen ca. 35 lernen können.
Personen teil. Es bot die Gelegenheit, die Themen
des Tages weiter zu diskutieren.
Die Kolleginnen aus dem heilpädagogischen Zent- austauschen. Es war kein Vortrag im klassischen
rum Augustinum in München erläuterten uns Sinn, sondern eher ein interaktiver Austausch. Es
anhand ihres Beitrages, wie «Erziehung und machte deutlich, dass wir alle «unterwegs sind»
Selbstbestimmung» zusammen umgesetzt werden gute Möglichkeiten zu finden, damit das person-
kann. Von klein auf ist es wichtig und sinnvoll, zentrierte Arbeiten in der Praxis gute Anwendung
wenn die Kinder durch klare Rahmenbedingungen finden kann.
ihren Spielraum sehen und entdecken können.
So lernen sie selbst über ihr Tun zu bestimmen Kurz vor 15 Uhr verabschiedete sich das OK-Team
und Verantwortung zu übernehmen. von allen TeilnehmerInnen und bedankte sich
herzlich für die rege Teilnahme an den beiden
Heinz Becker aus Bremen (nun von Beruf Rentner, Tagen. Und Herr Lei wurde für seine tolle Modera-
wie er sagte) brachte uns anhand eines sehr ein- tion ein Geschenk überreicht. Für das nächstes
drücklichen und teilweise erschreckenden Bei- Jahr konnte leider noch keine Einrichtung gefun-
spiels die Lebensgeschichte von Paula näher. Wel- den werden, die die Organisation für das Netz-
che Auswirkungen hatte für sie die Zeit während werktreffen 2020 übernehmen würde.
und nach dem 2. Weltkrieg. Sie hat diese schlimme
Zeit zum Glück überlebt, hat aber viele trauma- Unser Geschäftsführer Ralf Eschweiler hat aber
tische Lebensumstände ertragen müssen. Später angeboten, dass die Stiftung Altried wieder die
DAS ORGANISATIONSKOMMITEE konnte sie trotz ihrer einschränkenden Kindheits- Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnte. Nun
erfahrungen erleben, wie es ist, sein Leben selb- hoffen wir, dass sich ein Kooperationspartner fin-
ständig zu führen. det, damit wir uns im nächsten Jahr wieder treffen
und austauschen können.
Nach einem sehr feinen Mittagessen aus der Haupt-
küche war noch genügend Zeit, um sich gegenseitig
auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen. Persönliches Resümee: Es war aus meiner Sicht
sehr schön zu erleben, wie am ersten Tag die
Der letzte Beitrag wurde nochmals von der Lebens- «Schranke» zwischen Menschen mit oder ohne
hilfe Schweinfurt vorbereitet. Sie stellten uns 5 Beeinträchtigung durch dieses Setting wegfiel. Ich
Fragen zu Themen rund um die Personzentrierte hatte auf jeden Fall den Eindruck, dass die Men-
Haltung, mit denen sie sich 2019 beschäftigen (Prä- schen mit Beeinträchtigung diese Plattform sehr
therapie, Organisation, Einbezug der Menschen genossen haben und sich weitere solche Möglich-
mit Beeinträchtigung etc.). Wir konnten dann dazu keiten wünschen, um sich weiterhin «gemeinsam»
unsere Fragen stellen und mit ihnen gemeinsam mit solchen Themen zu beschäftigen.
14 15URSULA CARRARA, DAVID KNOBEL,
KÜCHENCHEFIN BETREUER IM
INTEGRATIVEN
WOHNEN
BLICK HINTER DIE KULISSEN
WOHNEN HEUTE – WOHNEN MORGEN
EIN BEITRAG DER KÜCHE Mein Fazit aus diesem Projekt: VORTRAG AUS DEM INTEGRATIVEN
ZUSAMMEN NETZWERKEN
ZUM NETZWERKTREFFEN • Den MitarbeiterInnen ernst nehmen WOHNEN ALTRIED
• Zuhören und auch mal Stille aushalten
MitarbeiterInnen und Mitarbeiter der Hauptküche • Wahlmöglichkeiten bieten Ein neues Wohnprojekt ist in Planung. Das dies-
Altried organisierten mit externen Seminarteilneh- • Eigenständigkeit unterstützen jährige Netzwerktreffen bot sich an, die Fragen und
merInnen einen Pausensnack und stellten diesen • Klar und konkret bleiben Vorstellungen von «Wohnen heute - Wohnen mor-
gemeinsam her. Den Vortrag hielten die Menschen • Leichte Sprache benützen gen» gemeinsam mit den Bewohnenden des Integra-
mit Beeinträchtigung. • Nicht selbst machen, sondern ermöglichen, tiven Wohnens zu erarbeiten und sie in den Ent-
nur wo es nötig ist unterstützen. wicklungsprozess miteinzubeziehen. Es entstand
Den Mitarbeitenden wurde eine Plattform geschaf- • Es darf auch mal was schief gehen oder nicht eine Arbeitsgruppe mit interessierten Bewohnerin-
fen, um verschiedene Kompetenzen zu stärken klappen. nen und Bewohnern, die sich regelmässig getroffen
oder zu erlernen, mit zu bestimmen, Teil zu haben • Einen Schritt hinter den Mitarbeiter treten und haben und sich rund ums Thema «Wohnen heute -
und mit zu sprechen. ihm die Bühne oder Küche überlassen. Wohnen morgen» engagierten bzw. ihre Gedanken
• Vertrauen schenken. darüber austauschten.
Viele Ideen und Anregungen, wie das Wohnprojekt
gestaltet werden kann und was berücksichtigt wer-
den muss (z.B. Barrierefreiheit), wurden diskutiert.
TEILNAHME AM ALTRIED NETZWERKTREFFEN Zudem wurde reflektiert, welche Anforderungen
bereits heute, aber auch für morgen, an die Bewoh- und Fähigkeiten bei den beteiligten Bewohnerinnen
nenden gestellt sind. Das Gleichgewicht von Rah- und Bewohnern vorhanden sind. Viele mutige Be-
men und Spielraum im Sinne des Personenzentrier- wohnerinnen und Bewohner stellten sich auch der
ten Ansatzes und dessen Wichtigkeit war ebenfalls Herausforderung, das Erarbeitete am Netzwerktref-
ein wichtiges Gesprächsthema. fen vorzutragen und somit die Ideen und Wünsche
aus der Arbeitsgruppe vor einem grossen Publikum
Der Austausch und die Diskussionen innerhalb zu vertreten.
der Arbeitsgruppe waren sehr interessant. Einmal
mehr wurde sichtbar, wie viel Interesse, Ressourcen Der Einbezug, die Mitsprache und die Teilhabe der
Bewohnerinnen und Bewohner als «Experten» in
eigener Sache war ein voller Erfolg. Sehr wichtig
war, dass sie Teil der Veranstaltung waren und mit
ihnen und nicht über sie gesprochen wurde.
16 17PETRA PFENNINGWERTH UND PATRICIA SEMETH, REIN MULDER,
BETREUERINNEN WOHNEN SCHANZACKER TEAMLEITER WOHNEN
ALTRIED
WIR SIND DANN MAL WEG
DEN RICHTIGEN RAHMEN SETZEN
EIN ERFAHRUNGSBERICHT An der Bewohnerinnensitzung wurde gefragt, wel- Am Netzwerktreffen Personzentriertes Arbeiten Das zweite Beispiel spielt sich in der heutigen Zeit
DES STANDORTES SCHANZACKER che Bewohnerinnen Lust haben, in einem Komitee vom Freitag 25.10.19 hält Herr Mulder einen Vor- ab. Ein junger Mann kleidet sich auffällig, vorzugs-
mitzumachen, das für den Ausflug zuständig ist. trag mit dem Titel: ‚Eine Mutprobe, Mut zur Selbst- weise in rosaroter Kleidung und mit viel Schmuck.
Einmal jährlich findet am Standort Schanzacker Das Komitee bestand schliesslich aus vier Bewoh- bestimmung – Mut zur Selbstverantwortung – Mut Er wirkt mehrheitlich fröhlich und redet sehr viel.
traditionell ein Tagesausflug statt. Die Bewoh- nerinnen aus drei unterschiedlichen Bereichen Grenzen zu erkennen‘. Er schildert zwei eindrück- Er wird als ‚Paradiesvogel‘ wahrgenommen, und
nerinnen nennen diesen «Schanzi-Ausflug». An und zwei Angestellten. Das Komitee traf sich zu liche Fallbeispiele. diese Wahrnehmung beeinflusst auch den Um-
diesem Tag wird bereichsübergreifend ein Ausflug verabredeten Zeiten und sammelte Ideen für das gang mit ihm. In Gesprächen erzählt er, er möchte
unternommen, an dem wir etwas Schönes erleben Ausflugsziel. Die Bewohnerinnen erforschten mit Beim ersten Beispiel berichtet Herr Mulder über ein so normal wie mögliches Leben führen und
können. Auch ein gutes Mittagessen sollte nicht Unterstützung der Angestellten per Internet die eine Frau, die vor 20 Jahren in einer holländischen wünscht sich von Herzen eine liebe Freundin. Ihm
fehlen. Am Standort Schanzacker gibt es drei Rahmenbedingungen eines potenziellen Ausflugs Institution unter menschenunwürdigen Verhält- werden Alternativen zu seinem Kleidungsstil an-
Bereiche, deren Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen wie z. B. Kosten, Angebot und Zeitaufwand. nissen lebte. Diese Verhältnisse waren entstanden, geboten, die er von Herzen annimmt. Mittlerweile
und Angestellte an diesem Ausflug teilnehmen: weil das Personal sich keinen Rat wusste, mit den hat er eine Freundin und wirkt insgesamt ruhiger,
Wohngruppen, Tagesstätte und Hauswirtschaft. Während des Prozessverlaufes hat die Reflexion bei schwierigen Verhaltensauffälligkeiten umzugehen. erwachsener.
uns Angestellten eine grosse Rolle gespielt und sich So reagierte die Klientin auf Angst oder Unsicher-
Bisher wurde der Ausflug von den Angestellten deutlich wahrnehmbar auf unsere innere Haltung heiten massiv selbstverletzend. Dazu trug sie Mit diesen zwei Beispielen möchte Herr Mulder
organisiert. Dieses Jahr haben wir uns bei der ausgewirkt. Wir haben uns laufend Fragen gestellt tagsüber eine Zwangsjacke. In der Nacht wurde sie klar machen, dass trotz der UNO-BRK über Selbst-
Realisierung des Ausflugs auf den personzentrier- wie z. B: Was trauen wir den Bewohnerinnen zu? in ihrem Zimmer eingeschlossen. Sie schlief nackt bestimmung für beeinträchtige Menschen, die
ten Ansatz gestützt, der davon ausgeht, dass jeder In welchen Momenten sollten wir uns bewusst auf einer Matratze, ihre Fäkalien liess sie auf dem Selbstbestimmung bei kognitiv-beeinträchtigten
Mensch grundsätzlich über die Fähigkeit und zurückhalten? Boden fallen. In einem Prozess von Jahren und in Menschen auch Grenzen gesetzt werden sollen.
Tendenz verfügt, sich zu entwickeln und um seine ganz kleinen Schritten wurde ihre Situation ver- Frau Pörtner beschreibt in ihrem Buch, dass bei
Lebensaufgaben zu bewältigen. Um diese Fähig- Dieser Reflexions- Lernprozess hatte unter an- bessert. Dies forderte vom Personal viel Professio- der Personzentrierten Arbeit der Rahmen eine
keit zu aktivieren, benötigt der Mensch Raum, in derem zur Folge, dass z. B. eine Bewohnerin den nalität, Geduld, Einfühlungs- und Durchsetzungs- wichtige Rolle spielt. Nur bei klar formuliertem
dem er diese Erfahrungen machen kann. In diesem Reisebus, den wir für den Ausflug brauchten, tele- vermögen. Vor allem auch, weil die Veränderungen Rahmen ist Entwicklung möglich. Das gilt für alle
Fall den Raum, selbst mit zu organisieren und zu fonisch weitgehend selbständig reserviert hat. Dies bei dieser Frau zuerst viel Unsicherheiten auslösten. Menschen, mit oder ohne Beeinträchtigung. Dies
bestimmen. war für die Bewohnerin eine ganz neue Erfahrung, zu erkennen, in unserer Arbeit umzusetzen und
worauf sie nach eigener Aussage sehr stolz war. den Rahmen auch immer wieder zu hinterfragen,
Zu Beginn des Prozesses haben wir Angestellten braucht Mut.
unsere Vorstellungen von einem Ausflug ganz Die Bewohnerinnen haben u.a. den Vorschlag ge-
losgelassen. So war der erste Schritt, dass die Be- macht, «Swiss Miniatur» im Tessin zu besuchen.
wohnerinnen das Ziel des Ausflugs selber bestim- Wir Angestellten fragten nach, wie lange die Fahrt
men konnten. Wir Angestellten haben während dorthin dauern würde. Dann stellten wir ihnen die
des Prozessverlaufs vor allem eine koordinierende Frage, ob sie sich vorstellen können, vier Stunden
und unterstützende Funktion eingenommen. im Car zu sitzen. Diese Fragen ermöglichten den
Bewohnerinnen, sich selbst zu reflektieren, Schlüs-
se zu ziehen und eine aus ihrer Sicht angemessene
Entscheidung zu treffen.
BRIGITTE SENTI UND PATRICIA SEMETH REIN MULDER
Wir Angestellten haben während des Projektes
«Schanzi-Ausflug» gelernt, dass wir den Bewoh-
nerinnen deutlich mehr zutrauen können als das,
was wir bis zu diesem Zeitpunkt vermutet hatten.
Für 2020 hat sich bereits ein neues Komitee für
den «Schanzi-Ausflug» gefunden. Wir werden
weitere Aufgaben an die Bewohnerinnen über
geben können.
18 19SALOME BACHMANN, RALF ESCHWEILER,
ANGESTELLTE GESCHÄFTSFÜHRER
STRUKTURGRUPPEN
UND FACHBERATUNG
STRUKTURGRUPPEN ETERNA
KOPF DES MONATS INFOBULLETIN
PERSONZENTRIERTES ARBEITEN Arbeitsplatz gestaltet, an dem sie etwas von den
RALPH JÄGER, BALD PENSIONIERT UND ZUFRIEDEN IN SEINER WOHNUNG IM KRAFTWERK
AUF DEN STRUKTURGRUPPEN ETERNA anderen getrennt ist. Seither gelingt ihr das Arbei-
ten am Arbeitsplatz viel besser.
Auf den Strukturgruppen geben wir den Be-
wohnern sehr enge und klare Strukturen, um sie Mehrere BewohnerInnen haben immer wieder
darin zu unterstützen, ihren Alltag zu meistern. geäussert, dass sie gerne «ausgehen» oder «etwas
Mit diesen Strukturen erhalten sie Sicherheit und trinken» möchten. Es war jedoch sehr schwierig,
Orientierung. Zum Beispiel ist es für den grössten spontan mit ihnen ein Restaurant zu besuchen.
Teil der Menschheit am einfachsten, in den Tag Sie zeigten sich überfordert, entweder mit der Tat-
zu starten, wenn sie Morgentoilette und Frühstück sache, dass der Restaurantbesuch nicht jederzeit
immer nach dem gleichen Ablauf durchführen. möglich ist, oder mit dem Zusammensein in der
Auf den Strukturgruppen werden die BewohnerIn- Gruppe. Die Wohngruppe hat jetzt für jeden Be-
nen darin unterstützt, den Morgenablauf ebenfalls wohner einen Abend für «Ausgang» (= Lädele oder
immer gleich zu gestalten. Auch in der Tagesstätte etwas trinken) reserviert, an dem der/die Betroffene
werden die Abläufe mehrheitlich immer gleich ein individuell gestaltetes Ausgeh-Programm hat.
gestaltet, und gewisse Inhalte wiederholen sich So wissen die BewohnerInnen genau, wann sie sich
im Wochenrhythmus. Dies machen wir, damit die auf den Ausgang freuen können und können damit
BewohnerInnen wissen, was auf sie zukommen umgehen, dass es das an gewissen Tagen nicht gibt.
wird und nicht immer wieder durch Unvorherseh-
bares überrascht werden. Ein Bewohner geht jeweils am Morgen vor dem
Duschen aufs WC. Danach wird er in der Tagesstätte
Wie kann in einem solchen Setting Individualität nach der Znünipause aufgefordert, aufs WC zu
und Mitsprache gestaltet werden? Ich möchte gehen, weil er es selbst manchmal zu spät merkt.
hierzu drei Beispiele aufführen: Einmal, als er nach der Znünipause aufgefordert
In der Tagesstätte hat eine Bewohnerin stark wurde, aufs WC zu gehen, sagte er wiederholt
herausforderndes Verhalten gezeigt. Als sie aus «nein, ich war gerade erst auf dem WC». Darauf
dem Gruppensetting herausgenommen wurde und antwortete die Betreuerin jeweils: «nein, ich habe
während einer Auszeit alleine in einem Raum gesehen, dass du seit Tagesstättenbeginn noch
gearbeitet hat, hat sich gezeigt, dass sie es mag, nicht auf dem WC warst». Die Kommunikation ist
mehr für sich zu sein und so viel besser arbei- an diesem Punkt stagniert. Später, in einem ruhi-
ten konnte. Als sie danach wieder in die Gruppe gen Setting, konnte der Bewohner erklären, dass er INTERVIEW MIT RALPH JÄGER,
zurückkam, wurde mit Raumteilern für sie ein sowohl vor dem Duschen als auch nach dem Früh- BEWOHNER INTEGRATIVES WOHNEN
stück auf dem WC war. Es hat sich gezeigt, dass KRAFTWERK 1 IM HARDTURMAREAL
dieser zusätzliche WC-Gang für den Bewohner «ge-
rade erst» bedeutete, während sich die Betreuerin Wie geht es Dir? Du hast ja auch beim Netzwerktreffen aktiv
vorstellte, dass sich «gerade erst» auf die letzten 30 Soweit gut. Ich bin jetzt 64 Jahre alt geworden und mitgearbeitet.
STRUKTUREN IM ETERNA Minuten beziehen müsste. Wenn es gelingt, sich werde nächstes Jahr Ende Juni pensioniert. Mo- Es ging um neue Wohnformen, wie wir Bewohner-
in das Erleben des Gegenübers hineinzuversetzen, mentan arbeite ich noch zu 50% im Züriwerk. Innen mit Beeinträchtigungen uns das so vor-
können manchmal Konflikte vermieden werden. stellen. Wir haben uns gefragt, was wir bei neuen
Man kann so verstehen, dass sowohl man selbst Wird sich das Leben dann entscheidend für Dich Projekten wichtig finden. Und wie können wir
als auch das Gegenüber jeweils in seiner Wahrneh- ändern? mitbestimmen, wie können wir uns organisieren.
mung der Realität «recht» hat. Das Leben geht weiter. Nach der Pensionierung
kann ich mehr zu Hause machen, mehr, was mir Was ist Euch beispielsweise wichtig?
gefällt. Genug grosse Zimmer ist das Wichtigste. Das neue
Projekt mit den Clusterstudios gefällt mir. Aber
Wie gefällt es Dir im Kraftwerk 1, wo Du in einer man muss es zuerst ausprobieren, ob es wirklich
betreuten Wohngemeinschaft wohnst? so gut ist. Beim Netzwerktreffen fanden wir es toll,
Gerade ist jemand ein-, ein anderer ausgezogen. dass wir BewohnerInnen unsere Gedanken selber
Mal sehen, wie gut ich mit ihm auskomme. Bisher vortragen konnten. So werden wir wirklich wahr-
geht’s sehr gut. genommen, können unsere Gedanken ausdrücken.
Und man hört uns zu.
Vielen Dank für das Gespräch, Ralph
20 21JONAS
FROMMENW ILER,
KOCH IM ZWIBACK
TEAM DES MONATS
GRENZENLOS – PARTY IM ZWIBACK
Anlässlich einer Projektarbeit, im Rahmen mei-
TEAM HAUPTKÜCHE, WELCHES SICH FÜR DAS NETZWERKTREFFEN STARK ENGAGIERTE
ner Ausbildung zum Arbeitsagogen, habe ich mit
meinem Projektteam zur GRENZENLOS Party im
ZwiBack eingeladen. Ziel des Projekts ist es, ver-
schiedene Artikel der UNO-BRK umzusetzen.
Folgende Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt:
• Die Teilhabe am kulturellen Leben durch die
Schaffung von Kontakt- und Begegnungsmög-
lichkeiten im Sozialraum zu fördern.
• Klienten werden ihren Möglichkeiten entspre-
chend in die Planung und Durchführung des
Events eingebunden.
• Mittels Kontaktmöglichkeiten wird die soziale
Interaktion während des Events gefördert.
• Bei Erfolg der Party eine neue Einnahmequelle
für das Bistro zu generieren durch wiederkeh-
rende Veranstaltungen im selben Rahmen.
Im Vorfeld wurde fleissig Werbung mittels Flyern Am 22. November 2019 ab 19.00 Uhr trafen die
und Social Media betrieben. Diese wurden in ersten Gäste im ZwiBack ein. Bereits beim Apero
unserem Stiftungsnetzwerk verteilt. Für den An- wurden erste Kontakte geknüpft, und es herrsch-
lass wurde das ZwiBack dekoriert, mit Partybe- te eine lockere und entspannte Stimmung. Nach
leuchtung und einem DJ Pult ausgestattet. Bei den und nach trafen weitere Gäste von verschiedenen
ganzen Vorbereitungen wurde das Projektteam von Stiftungen und Organisationen ein, welche sich
den ZwiBack Mitarbeitern (mit Beeinträchtigun- rasch von der guten Stimmung anstecken liessen.
gen) tatkräftig unterstützt. Neben feinen Hot Dogs wurden an der Bar drei
verschiedene Cocktails serviert. Unter Anleitung
von ZwiBack-Mitarbeitern konnte man sich als
Barkeeper versuchen und sich seinen alkoholfreien
Cocktail selber mixen.
Die Stimmung wurde durch DJ M. Steinhauer wei-
ter aufgeheizt, und er animierte die anwesenden
Gäste zum tanzen und mitsingen. Gegen 21.30 Uhr
erreichte die Party ihren Höhepunkt und endete
ZWIBACK – MAL ANDERS wie angekündigt kurz nach 23 Uhr.
Der Abend war ein voller Erfolg, und die Gäste
gaben ein durchwegs positives Feedback. Dies sam-
melten wir mit Kronkorken, die jeder Gast einem
Gefäss mit Smileys zuordnen konnte. Von den
drei Gefässen befanden sich dreiviertel der Kron-
korken im lachenden Smiley. Da der Austausch
mit Gleichgesinnten in der heutigen Zeit oftmals
eine Herausforderung ist, wurde diese neu geschaf-
fene Plattform sehr geschätzt. Zudem wurde der
Wunsch geäussert, diese Veranstaltung zu wieder-
holen. Vielen Dank an die Stiftung Altried sowie
allen Helferinnen und Helfern, welche zu diesem
tollen Anlass beigetragen haben.
22 23MIT MAJA BRUNNER... ...UND WEITEREN
EXPONENTEN DES
HEBSTFESTES
IMPRESSIONEN HERBSTFEST 2019
24 25WER STECKT WOHL DAS GANZE JAHR
HINTER DEN MASKEN
IMPRESSIONEN HELLOWEEN VOM 31. OKTOBER 2019
AGENDA 2020
FRÜHLING/SOMMER HERBST/WINTER
28./29. MÄRZ 2020 5./6. SEPTEMBER 2020
Ostermärt Greifensee Schwamendinger Chilbi
9. MAI 2020 26./27. SEPTEMBER 2020
Frühlingsmarkt Wallisellen Herbstfest
10./11. NOVEMBER 2020
Bazar Oberstrasse
11./14./18./21. NOVEMBER 2020
Kerzenziehen Standort Schanzacker
28. NOVEMBER 2020
Bazar Kirche Paulus
5. DEZEMBER 2020
Chlausmärt Dübendorf
11./12. DEZEMBER 2020
Stärnezauber
26 27Hauptsitz
Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
Ueberlandstrasse 424
8051 Zürich
Tel 044 325 44 44
Fax 044 32 1 1 1 44
zentrum@altried.ch
www.altried.ch
Freitag Samstag
17.30 Uhr Alphornbläser 16.30 Uhr Musikverein
19.00 Uhr offenes Singen Regensdorf Schanzacker
17.30 Uhr offenes Singen Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
Schanzackerstrasse 17/21
8006 Zürich
18.00 Uhr Ländlertrio Tel 043 300 57 1 1
info@schanzacker.ch
Memphis
Wohnen, Arbeiten, Ausbildung
Zwinggartenstrasse 2
8600 Dübendorf
Tel 044 325 44 44
Integratives Wohnen
Heerenwiesen 35
8051 Zürich
Tel 044 322 35 72
Integratives Wohnen
Hardturmstrasse 265
8005 Zürich
Tel 044 563 83 40
Integratives Wohnen
Am Wasser 1
8600 Dübendorf
Tel 044 360 50 41
Für das kulinarische Verkauf von
Wohl ist gesorgt: Eigenprodukten: Hotel & Bistro ZwiBack
Am Wasser 3
gutbürgerliche Küche Geschenkartikel, 8600 Dübendorf
Tel 044 325 44 66
in der Alteria, Kaffee & Karten und
info@zwiback.ch
www.zwiback.ch
Süsses, Glühwein am vieles mehr...
Feuer, Wurstgrill und
neu auch mit Ferienzentrum Wannental
Raclettezelt 5728 Gontenschwil
Tel 062 773 28 32
ferienzentrum@wannental.ch
Programm
www.wannental.ch
FREITAG, 13. DEZEMBER 2019, 16.30 - 20.30 UHR
SAMSTAG, 14. DEZEMBER 2019, 16.30 - 20.30 UHR
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