Leistungsbericht 2015 der TU Berlin - Berlin.de

 
Leistungsbericht 2015 der TU Berlin - Berlin.de
 

       Leistungsbericht
       2015 der TU Berlin

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Leistungsbericht 2015 der TU Berlin - Berlin.de
Vorwort

Die Technische Universität Berlin zählt mit ihren rund 33.000 Studierenden, zirka 140
Studienangeboten und 40 Instituten zu den großen, international renommierten und
traditionsreichen technischen Universitäten in Deutschland. Herausragende Leistungen in
Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und
eine moderne, serviceorientierte Verwaltung kennzeichnen die Universität in Deutschlands
Hauptstadt – im Zentrum Europas. Das Leistungsspektrum ihrer sieben Fakultäten steht für
eine einzigartige Verbindung von Natur- und Technikwissenschaften mit Planungs-,
Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften an einer technischen Universität.

Die TU Berlin betreibt Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung auf
internationalem Spitzenniveau. Unter Nutzung des gesamten Fächerspektrums in der
Kombination von Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaften werden Zukunftsfelder
etabliert und fakultätsübergreifende, mit externen Akteuren vernetzte Forschungsaktivitäten
auf regionaler und auch inter-nationaler Ebene gefördert.

Die TU Berlin ist eine attraktive Bildungsstätte, in der sich Studierende fachliche und soziale
Kompetenzen aneignen, mit denen sie ihre persönliche und unsere gesellschaftliche Zukunft
aktiv gestalten können. Das breite Fächerspektrum der TU Berlin ermöglicht den
Studierenden eine transdisziplinäre wissenschaftliche Ausbildung, die der gesellschaftlichen
und globalen Verantwortung der Universität Rechnung trägt. Wissenschaftliche
Weiterbildung ist integrativer Bestandteil der Lehre und ermöglicht lebensbegleitendes
Lernen. Die Mitglieder der TU Berlin sind offen für Innovationen als Basis der ständigen
Erneuerung der Universität.

Als Technische Universität legt die TU Berlin besonderen Wert auf die Förderung des
Wissens- und Technologietransfers zwischen der Universität einerseits und Wirtschaft und
Gesellschaft andererseits. Die TU Berlin unterhält strategische Allianzen mit Unternehmen
und zahlreichen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ist dabei
die am besten vernetzte Forschungsinstitution Berlins.

Im Jahr 2015 wurde unter Federführung der TU Berlin auf Anregung des Regierenden
Bürgermeisters Müller der „Berliner Kreis zur Digitalisierung“ ins Leben gerufen. Ziel ist als
Teil der „Digitalen 10-Punkte-Agenda“ die Etablierung eines Einstein-Zentrums einschließlich
der Einrichtung von mindestens 30 neuen Professuren in allen Feldern der Digitalisierung.
Der entsprechende Antrag an die Einstein-Stiftung auf Förderung eines Einstein-Zentrums
wurde als gemeinsamer Antrag der TU Berlin, der FU Berlin, der HU Berlin, der UdK und der
Charité im April eingereicht.

Die TU Berlin nimmt Ihre Verantwortung für die Qualifizierung des Fachkräfte-Nachwuchses
wahr. Mit den in der jüngsten Vergangenheit deutlich gestiegenen Studierendenzahlen zeigt
sie die Bereitschaft und Fähigkeit, ihren Bildungsauftrag zu erfüllen.

Die TU Berlin kann auf einen überdurchschnittlich hohen Anteil ausländischer Studierender
und Studierender mit Migrationshintergrund verweisen. Darin ist auch ein Beitrag zur
multikulturellen Integration zu sehen.
Mit dem Gasthörerprogramm „In(2)TU Berlin“ können seit 2015 zudem Flüchtlinge an
unserem Lehrangebot teilnehmen. Sind diese in ihrem Herkunftsland studienberechtigt,
haben dort bereits studiert oder ein Studium abgeschlossen, dann ist das
Gasthörerprogramm „In(2)TU Berlin“ der Weg an die Universität. Das Programm eröffnet die
Möglichkeit, Lehrveranstaltungen zu besuchen und im Einzelfall auch Prüfungen abzulegen.

Die Mitglieder der Universität setzen sich aktiv für die Gleichstellung von Frauen und
Männern ein und schaffen familienfreundliche Studien- und Arbeitsbedingungen. Die TU

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gewährleistet Chancengleichheit ebenso wie Diskriminierungsfreiheit auf allen Ebenen der
universitären Organisation.

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Die TU Berlin hat im Berichtszeitraum die Anzahl ihrer Studierenden signifikant von 31.427
im WiSe 13/14 auf 33.933 im WiSe 15/16 gesteigert. Eine der Ursachen hierfür ist die von
der Hochschulleitung forcierte Politik einer offenen Hochschule, die zur fortgesetzten
Aufhebung des NC und zu einem Anstieg der Studienanfänger geführt hat. Aktuell (Stand
WiSe 15/16) sind 37 % (17 von 46) der Bachelor und 44 % (31 von 70 kapazitätswirksamen
Masterangeboten, d. h. ohne Weiterbildung) der Masterstudiengänge zulassungsfrei. Zudem
wurden die steigenden Anfängerzahlen durch die Beteiligung der TU Berlin am
Dialogorientierten Serviceverfahren bedingt (vgl. nächster Abschnitt), da dies         das
Annahmeverhalten der Studierenden im Zulassungsverfahren verbessert hat. Die
Betreuungsrelation (Hochschullehrer: Studierenden) an der TU Berlin liegt bei etwa 1:100
und ist damit signifikant schlechter als der Bundesdurchschnitt von 1:66. Eine adäquate
Betreuung der Studierenden ist nur durch den besonderen Einsatz des wissenschaftliche
Mittelbaus und der studentischen Hilfskräfte möglich. Es ist absehbar, dass diese temporäre
Überlast nicht dauerhaft ohne zusätzliche Personalressourcen zu bewältigen ist.

Für den Hochschulpakt und die Erfüllung der Halteverpflichtung im Hochschulvertrag sind die
Studierendenzahlen im 1. Hochschulsemester wesentlich. Während die Halteverpflichtung
von 5440 Studierenden im Jahr 2014 nicht erreicht wurde, konnte in 2015 eine deutliche
Übererfüllung mit ca. 5900 Studierenden verzeichnet werden. Das Verhältnis der
Studierenden (1. Hochschulsemester/1. Fachsemester) liegt aktuell bei etwa 0,5.
Anzumerken ist hier, dass im Zulassungsverfahren nur die Anzahl der Studierenden im 1.
Fachsemester steuerbar ist und das sich aus dem Wechselverhalten der Studierenden
jährliche Schwankungen der Gesamtzahl der 1. Hochschulsemester ergeben können, die
nicht vorhersehbar sind.

1.1 Dialogorientiertes Serviceverfahren

Die TU Berlin nimmt in den zulassungsbeschränkten Bachelorstudiengängen seit 2013 am
Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung teil. Diese
Teilnahme hat sich für die TU Berlin sehr bewährt. Die Verfahren erfolgen deutlich effizienter
und für die Bewerberinnen und Bewerber transparenter. Insbesondere seit dem
Wintersemester 2015/16 zeigt sich der intendierte Koordinierungseffekt deutlich, da nunmehr
deutschlandweit eine kritische Masse an teilnehmenden Hochschulen erreicht wurde und in
Berlin inzwischen der Großteil der Hochschulen mit allen Studiengängen am DoSV teilnimmt.
Im Studienjahr 2015 wurden 3.250 Studierende im Rahmen des DoSV immatrikuliert.

1.2 Weiterentwicklung Bologna-Prozess

Im Berichtszeitraum hat die TU Berlin mehrere neue Studiengänge eingerichtet, die ihren
Lehrbetrieb bereits aufgenommen haben. Hier sind der Bachelorstudiengang
„Medieninformatik“ und der Masterstudiengang „Biologische Chemie“ zu nennen. Im Bereich
der Weiterbildung wurde der Master Studiengang „European and International Energy Law“
neu gestartet.

Neu entwickelt wurden der Masterstudiengang „Patentingenieurwesen“ sowie der - in
Kooperation mit der Charité und der Alice-Salomon-Hochschule - Masterstudiengang „Public
Heath“. Beide Angebote sollen den Lehrbetrieb zum WiSe 16/17 aufnehmen.

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Darüber hinaus wurden insgesamt 71 Studiengänge überarbeitet. Die Überarbeitung
beinhaltete sowohl die Anpassung an die gesetzlichen Regelungen als auch inhaltliche
Veränderungen, die sich etwa aus den Evaluierungen ergeben haben.

1.3 Lehrkräftebildung

Im Berichtszeitraum standen im Bereich der Lehrkräftebildung der TU Berlin vier Themen im
Vordergrund:

1.3.1 Grundlegende Überarbeitung der Lehramtsstudiengänge
Auf der Basis des 2014 verabschiedeten Lehrkräftebildungsgesetzes wurden alle
Studiengänge mit Lehramtsoption und Lehramtsbezug zum Wintersemester 2015/16
überarbeitet. Dies schließt die Erweiterung des Master of Education Arbeitslehre um 60
Leistungspunkte und die Berücksichtigung von Inklusion sowie die Einführung eines
Praxissemesters in alle Lehramtsstudiengänge ein.

1.3.2 Einrichtung eines Zentralinstituts für die Lehrkräftebildung

Am 15.10.2015 hat das Kuratorium der TU Berlin die Einrichtung eines Zentralinstituts nach
§ 83 des Berliner Hochschulgesetzes beschlossen, der School of Education TU Berlin
(SETUB). Die Gemeinsame Kommission Lehrkräftebildung sowie das Servicezentrum
Lehrkräftebildung werden in die SETUB überführt. Die Konstituierung des Institutsrats der
SETUB wird im Oktober 2016 stattfinden, die feierliche Eröffnung ist für Februar 2017
geplant.

1.3.3 Einrichtung neuer Lehramtsstudiengänge

Um den Mangel an Studierenden in den Studienfächern des beruflichen Lehramts zu
beheben, wurden drei neue Studiengänge (Informationstechnik, Medientechnik,
Kraftfahrzeugtechnik) entwickelt, die zum Wintersemester 2016/17 implementiert werden.
Darüber hinaus wird ab dem Wintersemester 2016/17 im Rahmen eines Modellversuchs der
Masterstudiengang Elektrotechnik/ Informationstechnik (ebenfalls berufliches Lehramt) als
Quereinstiegsprogramm angeboten. Der Studiengang bietet Absolventinnen und
Absolventen ingenieurswissenschaftlicher Studiengänge erstmalig einen direkten Zugang
zum Master of Education und erschließt damit neue Zielgruppen.

1.3.4 Gemeinsames Projekt der Lehrkräftebildung: TUB Teaching

Das Projekt „TUB Teaching – Innovativer Einstieg, Professions- und Forschungsorientierung
im berufsbezogenen Lehramtsstudium“ wurde im Rahmen der Qualitätsoffensive
Lehrerbildung mit einer Fördersumme von 1,7 Mill. Euro für 3,5 Jahre bewilligt und
unterstützt u. a. durch die oben dargestellten Innovationen im Lehramtsstudium (Projektstart:
Mai 2016).

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1.4 Qualitätspakt Lehre

Das Projekt „Erste Klasse für die Masse“, das vom BMBF im Rahmen des Qualitätspakts
Lehre mit insgesamt 10,5 Mio. Euro bis zum Ende des Jahres 2016 gefördert wird, flankiert
die Weiterentwicklungen des grundständigen Lehrangebots und dient der Verbesserung der
Lehr- und Lernkultur an der TU Berlin. In dem aktuell laufenden Projekt werden in acht
Programmlinien insbesondere Maßnahmen gefördert, die der Verbesserung der
Eingangsphase in den ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen in den MINT-
Fächern dienen.

In den Programmlinien         tu urgent call (vorgezogene Berufungen), tu wimi plus
(wissenschaftliche Mitarbeiterstellen und tu tutor plus (Tutor_innen) sind Maßnahmen zur
verbesserten     Personalausstattung      in    hoch     nachgefragten     Bereichen mit
hochschuldidaktischen Weiterbildungs- und Beratungsangeboten gekoppelt. Dies erlaubt die
Entwicklung innovativer Lehrkonzepte und trägt maßgeblich zur Verbesserung der
Lehrqualität an der TU Berlin bei.

In der Programmlinie tu project wird das selbstorganisierte und projektorientierte Lernen von
Studierenden für Studierende gefördert. Hier bestimmen Studierende ihre Studieninhalte und
die Lehr- und Lernformate selbst, was sich auf die Lernmotivation positiv auswirkt.

Die Linie tu digit fördert den kontinuierlichen Ausbau des E-Learning Angebots, was neben
der Schaffung der technischen Möglichkeiten insbesondere auch die entsprechende
didaktische Schulung und Qualifizierung der Lehrenden umfasst. Mit Hilfe der Unterstützung
des Qualitätspakts Lehre sind so zahlreiche Lehrprojekte entstanden, die auch Elemente des
Lehrens und Lernens mit digitalen Medien enthalten, so dass z. Zt. u. a. die Eignung von
MOOCs für die universitäre Lehre erprobt wird.

Das einjährige Orientierungsstudium „MINTgrün“, das seit dem WiSe 2012/2013 jährlich
angeboten wird, ist eine weitere Programmlinie des Projekts. Ziel dieses gendersensitiven
und projektorientierten Orientierungsstudium ist es, zusätzliche Studierende für ein MINT-
Studium zu gewinnen und den Teilnehmer_innen eine reflektierte Studiengangs
Entscheidung zu ermöglichen. Besonderes Merkmal des Orientierungsstudiums ist die
konsequente Verknüpfung naturwissenschaftlicher und technischer Probleme mit Fragen der
Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Konsequenzen. Die absolvierten Module werden bei
einem späteren Studiengangwechsel anerkannt. Das Orientierungsstudium startete mit 77
Studierenden, im zweiten und dritten Durchgang wurden die Anfängerzahlen jeweils etwa
verdoppelt, aktuell nehmen 418 Studierende teil. Der Frauenanteil beträgt 35,7 % und liegt
damit nahe am TU-Durchschnitt von 37,3% im Bachelor, ist aber signifikant höher als in den
Ingenieurwissenschaften (30,0 %). Im Zuge der Vorreiterrolle, die die TU Berlin mit ihrem
Orientierungsstudium in der deutschen Hochschullandschaft einnimmt, wird im September
2016 an der TU Berlin eine Tagung zum Thema „Orientierungsstudienprogramm in
Deutschland: Ein erste Bestandsaufnahme“ stattfinden.

Die Programmlinie tu inspire beinhaltet ein Reputationsprogramm für gute Lehre. Kernstück
bilden die hier die jährlichen Klausurtagungen in Ziethen bei Berlin. Diese leisten unter dem
Leitmotiv „The shift from teaching to learning“ einen wertvollen Beitrag zum Kulturwandel in
der Lehre. Dank der Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ zwischen den Studierenden, den
Lehrenden, der Verwaltung und der Hochschulleitung auf den Klausurtagungen, konnten
wichtige Initiativen zur Weiterentwicklung von Lehre und Studium gestartet werden. So ist
etwa die Schaffung zusätzlicher Lernräume durch eine der Arbeitsgruppen in die Umsetzung
gekommen. Im Rahmen des Reputationsprogramms für gute Lehre wurde an der TU Berlin
überdies ein „Tag der Lehre“ etabliert, der seit 2013 jedes Semester zu wechselnden
Themen rund um Studium und Lehre stattfindet und der ebenfalls zum Kulturwandel und zur
Qualitätssteigerung in der Lehre beiträgt.

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Die TU Berlin war im Berichtszeitraum auch bei der Antragstellung für die Verlängerung
erfolgreich, so dass die Weiterführung des Qualitätspakts Lehre für den Zeitraum 2017 bis
2020 gesichert ist.

1.5 Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagementsystem (QMS) in Lehre und Studium ist ein entscheidender
Baustein für die Weiterentwicklung des Studienangebots. In der im Jahr 2014 in Kraft
getretenen AllgStuPO sind wesentliche Verfahren und Verantwortlichkeiten für die
Qualitätsentwicklung festgelegt. Im Detail sind die relevanten Prozesse zur
Weiterentwicklung von Lehre und Studium in Prozessbeschreibungen in Anlehnung an die
Norm DIN EN Iso 9001:2015 universitätsweit verabschiedet und schaffen so einen
verbindlichen Handlungsrahmen.

Das folgende Schaubild veranschaulicht das Ineinandergreifen der einzelnen Elemente des
QMS:

Abbildung 1: Regelkreise des Qualitätssicherungssystems in den Handlungsebenen
Lehrveranstaltung/Modul, Studiengang und Fakultät.

Auf der Ebene der Lehrveranstaltung ist die Rückkopplung zwischen den Lehrenden und den
Studierenden über die Lehrveranstaltungsevaluation und die nachfolgende Diskussion über
die Ergebnisse gegeben.

Auf Studiengangsebene sind die jährlichen Lehrkonferenzen, die unter Verantwortung
der/des Studiengangsbeauftragten und unter Mitwirkung von Studierenden und Lehrenden
durchgeführt werden, ein wirksames Instrument für die Weiterentwicklung eines
Studiengangs. Hier fließen u. a. Evaluationsergebnisse, Ergebnisse der Statistiken und
Abstimmungen über die Lehrinhalte und den laufenden Lehrbetrieb in die Diskussion ein und
führen u. U. zu unmittelbaren Änderungen der Studien- und Prüfungsordnungen. Im
Berichtszeitraum wurde das Instrument universitätsweit seit 2014 eingesetzt, im zweiten Jahr
konnte bereits eine gute Akzeptanz verzeichnet werden. Im Studiengangsreviewprozess (alle
sechs Jahre) findet eine Begutachtung des Studiengangs unter Beteiligung externer
Gutachter_innen     statt.  Das   Verfahren    wurde     im    Berichtszeitraum    für   die

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Bachelorstudiengänge „Maschinenbau“ und „Informationstechnik im Maschinenwesen“
durchgeführt und für die Antragstellung im Systemakkreditierungsverfahren verwendet.

Auf Ebene der Fakultät findet im Zweijahresturnus eine Diskussion zwischen dem
Vizepräsidenten für Studium und Lehre sowie dem Dekan und dem Studiendekan statt.
Dabei werden zum einen Zielvereinbarungen über die Änderung bestehender oder die
Konzeption neuer Studiengängen beschlossen, aber auch die Gesamtsituation von Lehre
und Studium wird thematisiert.

1.6 Systemakkreditierung
Nachdem der Akademische Senat                Anfang 2015 einen positiven Beschluss zur
Systemakkreditierung gefasst hatte, stellte die TU Berlin bei der Zentralen Evaluations- und
Akkreditierungsagentur Hannover einen Vorantrag zur Systemakkreditierung und wurde zum
Hauptverfahren zugelassen. Gegenstand der Systemakkreditierung ist das QMS und seine
Wirksamkeit. Der Vollantrag wurde im November eingereicht, eine erste Begehung fand am
28.1.2016 statt. Hier wurde u. a. die Merkmalstichprobe festgelegt, die bis zur zweiten
Begehung abzuarbeiten ist und die die Studiengänge „Bildungswissenschaft – Organisation
und Beratung (Ma)“, „Physik (Ba)“, „Automotive Systems (Ma)“, „Arbeitslehre (Ba und Ma)“
und „Elektrotechnik (Lehramt, Ba und Ma)“ umfasst. Ziel ist es, die Unterlagen im Laufe des
Jahres 2016 zusammenzustellen und in 2017 die zweite Begehung durchzuführen. Im
Erfolgsfall hätte die TU Berlin das Recht, ihre Studiengänge selbst zu akkreditieren.

1.7 Absolventenstudien

Seit 2009 beteiligt sich die TU Berlin an einer bundesweiten Absolventenstudie von INCHER
Kassel, an dem rund 60 Hochschulen beteiligt sind. Hierbei werden die Absolvent_innen
eines Jahrgangs 1,5 Jahre nach ihrem Studienabschluss befragt. Bisher wurden die
Ergebnisse der Befragungen der Absolventenjahrgänge 2008 bis 2014 ausgewertet. Der
Rücklauf liegt für die einzelnen Jahrgänge zwischen 30 und 43 % und die Ergebnisse sind im
Hinblick bestimmter Stichprobenmerkmale für die jeweiligen Abschlussjahrgänge
repräsentativ. Während in den Jahrgängen 2008 und 2009 noch die Diplomstudierenden
dominierten, sind seit dem Jahr 2011 die Studierenden aus den gestuften Studiengängen in
der Mehrzahl. Die jährlichen Befragungen sind ein integraler Bestandteil des
Qualitätsmanagementsystems.           Nur      durch    jährliche    Befragungen      sind
jahrgangsübergreifende Clusterungen einzelner Studiengänge sinnvoll möglich, die z. T. bei
kleinen Studiengängen erforderlich sind, um repräsentative Aussagen zu erhalten.

Die Auswertungen der Befragungen werden im QMS der TU Berlin umfassend genutzt. Zum
einen wird jährlich ein Gesamtbericht über die Ergebnisse erstellt, Einzelaspekte gehen in
die jeweiligen Lehrkonferenzberichte der Studiengänge ein. Eine ausführliche
Berücksichtigung in Verbindung mit Spezialauswertungen erfolgt im Prozess der internen
Akkreditierung, dem sogenannten Studiengangsreviewprozess (vgl. oben). Im
Berichtszeitraum erfolgte dies für den Bachelorstudiengang Maschinenbau. Im laufenden
Systemakkreditierungsverfahren werden in 2016 Auswertungen für die Studiengänge aus
der Merkmalstichprobe erstellt. Inhaltlich geben die Absolventen u. a. an, das E-Learning
und die Teilnahme an Forschungsprojekten in ihrem Studium nur schwach ausgeprägt
waren. Die aktuellen Reformansätze im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre (vgl. oben)
setzten deshalb genau hier an.

Die Ergebnisse der bisher untersuchten Jahrgänge zeigen u.a., dass im Mittel 63 % der
Absolvent_innen der TU Berlin direkt nach Studienabschluss ihre erste Anstellung im
Bundesland Berlin haben. Im Bereich der Informatik liegt der Anteil mit rund 78 % deutlich
höher. Der Eintritt in den Beruf gelingt den Bachelorabsolventinnen und -absolventen der TU
Berlin in der Regel nach 1 bis 2 Monaten Suchdauer. Den TUB-Masterabsolvent_innen
gelingt der Berufsübergang innerhalb von 2 bis 4 Monaten.
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Der    Median    des   Bruttomonatsgehalts     auf  Diplom-/Masterniveau   liegt  beim
Abschlussjahrgang 2014 und den drei Jahrgängen davor gleich auf bei 3.250 €. Das
Bruttomonatsgehalt im Bachelorbereich ist mit 2.626 € (Jahrgang 2014) geringer. Jedoch
kann man eine Steigerung des Bruttomonatsgehalts im Bachelorbereich um 750 € über die
letzten zwei Absolventenjahrgänge feststellen, was auf eine zunehmende Akzeptanz des
Abschlusses in der Region hindeutet.

Für den Jahrgang 2013 wurde auch nach der grundsätzlichen Bereitschaft gefragt, nach dem
Studium ein Unternehmen zu gründen. Im Mittel über alle Fächer konnten sich 44 % der
Absolvent_innen vorstellen, später ein eigenes Unternehmen zu gründen. Rekordhalter ist
auch hier die Informatik mit einem Anteil von 61 %.

Im Berichtszeitraum hat sich die TU Berlin überdies an einer gemeinsamen Auswertung der
Absolventen des Jahrgangs 2011 von FU, HU und TU im Vergleich mit dem
Bundesdurchschnitt beteiligt (siehe den Bericht angefertigt von der FU, HU und TU Berlin
aus dem Jahr 2015 an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft). Hierbei
wurden nur die Studiengänge betrachtet, die an allen drei Universitäten vorkommen. Die
Auswertung enthält daher keine Angaben zu den ingenieurwissenschaftlichen
Studiengängen der TU Berlin. Die Ergebnisse belegen u. a. deutlich die bereits oben
genannte hohe Attraktivität der Region als Beschäftigungsstandort, die in allen betrachteten
Studiengängen deutlich höher ist als der Bundesdurchschnitt. Im Gesamtvergleich ist auch
die schlechtere Bewertung der Kontakte zwischen den Lehrenden und den Studierenden
auffällig, hier ist die hohe Überlast und das schlechte Betreuungsverhältnis eine der
möglichen Ursachen.

Die TU Berlin ist nicht nur eine attraktive Hochschule für Studienanfänger aus Berlin,
sondern auch für Studieninteressierte aus anderen Bundesländern sowie dem Ausland. 55%
(Absolventenbefragung       2014)      der     Studienanfänger_innen     haben      ihre
Hochschulzugangsberichtigung nicht in Berlin erworben.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass die TU Berlin überdurchschnittliche viele
Studienanfänger_innen    anzieht    und    gleichzeitig  verbleiben    gegenüber  dem
bundesdeutschen     Vergleich    nach    Studienabschluss    überdurchschnittlich viele
Absolvent_innen auf dem Berliner Arbeitsmarkt, insbesondere im IT-Bereich.

1.8 Übergänge Schule - Hochschule sowie Hochschule - Arbeitswelt

Eine informierte, reflektierte Studienentscheidung ist Voraussetzung für ein zügiges und
erfolgreiches Studium. Deshalb bietet die TU Berlin qualifizierte Beratung und Orientierung
für den Übergang Schule-Hochschule an. Von der Grundschule bis zur Oberstufe werden
altersgemäße Angebote in unterschiedlichen Formaten vorgehalten und gesammelt auf dem
TU-Schulportal kommuniziert (www.schulportal.tu-berlin.de). Für spezielle Zielgruppen (wie
z.B. Beruflich Qualifizierte, Studieninteressierte/Studierende mit Kind, hochbegabte
Schüler/innen, Studieninteressierte mit Fluchthintergrund) gibt es zusätzlich besondere
Angebote. Die Studienberatung findet sowohl zentral und fächerübergreifend als auch
fachspezifisch und fächernah in den Fakultäten statt, sie umfasst vielfältige Unterstützungs-
und Beratungsangebote über den gesamten studentischen Lebenszyklus.

Für den Übergang Hochschule – Arbeitswelt bietet der Career Service verschiedenste
Formate an. So konnten im Berichtszeitraum zwei wichtige Programme aus der bisherigen
ESF Finanzierung in eine Weiterfinanzierung inklusive der Anbindung an die
Gesamtausrichtung der TU Berlin im Bereich Lehre überführt werden: Das Alumni-Mentoring
(individuelle Begleitung für den Berufsstart) wird über den Qualitätspakt Lehre in der Teillinie
tu study&buddy abgebildet. Die berufsqualifizierende und interdisziplinäre Lehrveranstaltung
PEPARE plus wird hochschulintern zunehmend in die Studiengänge integriert. Weiterhin
konnte die Startphase für das Deutschlandstipendium erfolgreich abgeschlossen werden,
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wobei u.a. ein sehr aktives Netzwerk der beteiligten Berliner Hochschulen sowie zusätzlich
ein Projektkonsortium im MINT Bereich aufgebaut wurden. Weitere Schwerpunkte waren der
Auf- und Ausbau von E-Learning Formaten, die Zielgruppenansprache über Social Media
Kanäle sowie die Konzeption von berufsvorbereitendem Coaching.

1.9 Das Gasthörerprogramm „In(2)TU Berlin“ für geflüchtete Menschen

Mit dem Programm „In(2)TU Berlin“ hat die TU Berlin als eine der ersten Universitäten
Deutschlands im September 2015 ein Programm speziell für Geflüchtete eingerichtet, das
die Teilnehmenden gezielt auf den regulären Zugang zum Studium vorbereitet. Nach einer
Anmeldung und einem ersten Aufnahmegespräch sind die Teilnehmenden berechtigt,
reguläre Seminare und Vorlesungen zu besuchen, Modulprüfungen abzulegen sowie
anrechenbare Studienleistungen zu erwerben. Das Programm bereitet die Teilnehmenden
außerdem gezielt auf ein Studium in den MINT-Fächern vor.. Die TU Berlin möchte so
geflüchtete Menschen, die ihre akademische Laufbahn beginnen oder fortsetzen
wollen, gezielt auf den Zugang zum Studium vorbereiten.

Anfang 2016 konnte das Programm durch die finanzielle Unterstützung des Landes weiter
ausgebaut werden: Ausbau individueller Beratungs- und Betreuungsangebote für
Geflüchtete, Angebot eines zweiten MINT-Sprachkurs am Internationalen Studienkolleg und
Einrichtung     eines     englischsprachigen    Online-Mathematik-Brückenkurs.      Die
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft fördert die Maßnahmen im Jahr
2016 mit rund 270 000 Euro. Zudem hat die TU Berlin beim Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD) rund 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung zur Integration Geflüchteter eingeworben (Förderzeitraum bis
31.12.2019). Seit Beginn des Programms haben sich 380 Geflüchtete über
Studienmöglichkeiten an der TU Berlin beraten lassen, 172 von ihnen nehmen derzeit an
In(2)TU Berlin teil, 75 Personen belegen einen der MINT-Sprachkurse. Eine
Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

1.10 Inklusion

An der TU Berlin gab es im Berichtszeitraum zahlreiche Initiativen und Aktivitäten rund um
das Thema Inklusion und deren Verbesserung bzw. Erleichterung. Beispielhaft seien hier
genannt:

       -­‐   Filmwettbewerb zum Thema „Inklusion: Abbau von Barrieren“ in 2015, der
             gemeinsam von der Studierendeninitiative „unlimited“, in der sich Studierende mit
             Behinderungen und chronischen Krankheiten engagieren, der Beauftragten für
             Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten und dem Bereich
             Technische Architekturdarstellung organisiert wurde.
       -­‐   Aufnahme einer Härtefallregelung in die Auslaufsatzung der TU Berlin
       -­‐   Herausgabe eines Booklets mit dem Titel „Gruppenarbeit für alle - ein Leitfaden für
             die erfolgreiche Zusammenarbeit“ im Rahmen der studentischen Projektwerkstatt
             „Stadt ohne Barrieren“.

1.11 Einführung eines integrierten Campusmanagementsystems

Das Programm Campusmanagement ist ein zentrales Vorhaben der TU Berlin, das die
Rahmenbedingungen für Forschung, Studium & Lehre und Verwaltung in den kommenden
Jahren signifikant verbessern soll. Hierfür werden alle administrativen Prozesse in einem
integrierten IT-System zusammengeführt bzw. über Schnittstellen eingebunden. Ziel des
Programms ist, den Service zu erhöhen, Kapazitäten effektiver zu nutzen und eine

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konsistente Erfolgskontrolle zu ermöglichen. Kurz: Die Zukunftsfähigkeit der TU Berlin durch
modernen IT-Support zu sichern.

Das Programm Campusmanagement wird durch zwei große Projekte vorangetrieben: zum
einen durch das Projekt „Student Lifecycle Management“ (SLM), welches vom
Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Prof. Heiß, verantwortet wird und zum anderen
durch das in der Verwaltung angesiedelte Projekt „Enterprise Ressource Management“
(ERM), dass von der Kanzlerin der TU Berlin, Frau Prof. Gutheil, geleitet wird. Die IT-Basis
wird durch die tubIT aufgebaut und später betrieben. Das Vorhaben wird seit Juli 2015 von
einem extra eingerichteten Change Management unterstützt.

Durch das SLM-Projekt werden folgende Services neu aufgestellt:

       •   Bewerbung, Immatrikulation, Rückmeldung, Beurlaubung
       •   Studiengangs- und Prüfungsmanagement
       •   Modulverwaltung
       •   Lehrveranstaltungsmanagement
       •   Raummanagement
       •   Lehrevaluation
       •   Gewinnung qualitätsrelevanter Kennzahlen

Mit dem zweiten Handlungsfeld, ERM, werden die Kernverwaltungsprozesse der TU Berlin
reformiert:

       •   Finanzmanagement
       •   Personalmanagement
       •   Drittmittelverwaltung
       •   Beschaffung
       •   Gebäude- und Dienstemanagement
       •   Controlling und Berichtswesen
       •   Datenmanagement und Digitalisierung
       •   Organisationsmanagement

Anknüpfend an die Arbeiten und Entscheidungen der vorangegangenen Jahre, wurden 2015
die Bieter- und Vergabeverfahren für ERM und SLM – jeweils separat – mit interessierten
Implementierungsfirmen für die SAP-Software fortgesetzt. In die Bewertung der Angebote
wurden Vertreter_innen aus allen Bereichen und aus allen Statusgruppen der TU Berlin im
Rahmen von Workshops einbezogen, um von Beginn an, die Anforderungen der künftigen
Nutzer_innen an das System zu berücksichtigen.

Für SLM unterschrieb das Präsidium der TU Berlin am 7. September 2015 den Vertrag zur
Einführung des SAP Student Lifecycle Managements mit der itelligence AG und schloss
damit das Vergabeverfahren für SLM ab. Bereits am 09. September 2015 startete das SLM-
Projekt mit der Konzeptionsphase, in der das Fachkonzept erarbeitet wurde.

Für das ERM-Projekt konnte das Präsidium der TU Berlin am 8. Dezember 2015 seine
Unterschrift unter den Vertrag mit der im Bieterwettbewerb erfolgreichen SAP Deutschland
SE setzen. Damit war das Vergabeverfahren auch für das ERM-Projekt abgeschlossen.

Parallel zum Vergabeprozess und zu den Vertragsverhandlungen wurde für das Programm
eine gemeinsame Projektsteuerungsstruktur etabliert.

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Abbildung 2: Projektsteuerungsstruktur für das Campusmanagement

Mit dieser Projektstruktur wird:

       1. eine enge Kooperation der beiden Projekte auf operativer Ebene sichergestellt, um
          Querschnitts- und integrative Themen zu bearbeiten (Operativer Steuerungskreis),
       2. die Nutzer_innenperspektive in den Lenkungskreisen der jeweiligen Projekte
          repräsentiert und
       3. auf oberster Ebene im Lenkungsausschuss die Auftragserfüllung im Hinblick auf
          Qualität, Zeit und Kosten kontrolliert.

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2. Forschung

2.1 Entwicklung Drittmittelzahlen

Die Gesamthöhe der eingeworbenen Drittmittel lag 2015 wieder auf einem vergleichbaren
Niveau wie 2014. Insgesamt hat die TU Berlin 177,5 Mio. € (inkl. Weiterleitungen) im Jahr
2015 verausgabt (2014 waren es 178,9 Mio.€). Davon entfallen ca. 30% (54,7 Mio.€) auf
Mittel des Bundes und 27% (48,5 Mio. €) auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Der Anteil der EU-Fördermittel nimmt mit ca. 33 Mio. € einen prozentualen Anteil von 19%
ein. Die Höhe der verausgabten Landesmittel konnte im Betrachtungsjahr im Vergleich zu
2014 gesteigert werden: insgesamt wurden hier 5.8 Mio. € im Jahr 2015 verausgabt.

2.2 Nationale Forschung und EU-Forschung

Im Bereich nationaler Fördermittelgeber sind folgende Forschungsprojekte von strategischer
Bedeutung. Der TU Berlin ist es gelungen, die Aktivitäten des DFG-Forschungszentrum
MATHEON zusammen mit der Graduiertenschule aus der Exzellenzinitiative, der Berlin
Mathematical School (BMS), und dem Deutschen Zentrum für die Lehrerbildung in der
Mathematik (DZLM) in dem Einstein Zentrum für Mathematik (ECMath) zu bündeln.
Weiterhin wurde 2015 auch die Förderung als Einstein-Zentrum für Katalyse (Einstein Center
of Catalysis, EC²) beschlossen, dass auf dem Exzellenzcluster UniCat aufbaut. So kann die
TUB im Jahr 2015 gesteigerte Mittel des Landes verzeichnen. Ebenfalls konnte die TUB eine
weitere Einstein-Professur (die 6. bereits) im Jahr 2015 einwerben.

 Auch bei einem der wichtigsten Mittelgeber der TU Berlin konnte ein Leuchtturmprojekt in
die Hauptphase mit Start 01.01.2016 überführt werden: Der vom BMBF geförderte
Forschungscampus „Mobility2Grid“ ist einer von neun Forschungscampi, die im Rahmen der
Hightech-Strategie der Bundesregierung eine Förderung erfahren. Unter der Federführung
der TU Berlin sind 36 Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft im Verein Mobility2Grid
e.V. eine breit angelegte öffentlich-private Partnerschaft eingegangen.

Nach dem Start im August 2014 entfaltete das BMBF-Innovationscluster BeMobil –
Bewegung und Mobilität wiedererlangen in 2015 vollständig seine Aktivitäten

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist ebenfalls von der hohen Qualität der Forschung
an der TU Berlin überzeugt und führt deshalb die von TU Wissenschaftler/innen
koordinierten Sonderforschungsbereiche fort. Der SFB 787 (Halbleiter-Nanophotonik:
Materialien, Modelle, Bauelemente) hat 2015 seine Verlängerung in die dritte Phase erfahren
und Anfang 2016 wurden der TR 109 (Diskretisierung in Geometrie und Dynamik) und SFB
1029 (TurbIn – Signifikante Wirkungsgradsteigerung durch gezielte, interagierende
Verbrennungs- und Strömungs-instationaritäten in Gasturbinen) sehr positiv begutachtet –
und durch den Bewilligungsausschuss der DFG verlängert. Auch erfährt die Kernkompetenz
der TU Berlin in Mathematik seit 2015 eine Verstärkung durch die DFG Forschungsgruppe
Rough Paths, Stochastic Partial Differential Equations and Related Topics.

Besonders der an Frau Professorin Bénédicte Savoy verliehene Gottfried Wilhelm Leibniz
Preis 2016 der DFG hat zur Sichtbarkeit der TU Berlin über die nationalen Grenzen hinweg
beigetragen.

Das European Research Council hat in 2015 zwei seiner renommierten Grants, einen
Starting Grant und einen Consolidator Grant, an die TU Berlin vergeben. Damit ist die TU
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Berlin seit 2008 mit insgesamt 16 ERC Grants ausgezeichnet worden: 5 Advanced Grants, 3
Consolidator Grants, 7 Starting Grants und 1 Proof of Concept Grant.

In den Knowledge und Innovation Communities (KIC) des European Institute of Innovation
and Technology (EIT) setzt die TU Berlin ihre erfolgreiche Beteiligung als Kernpartnerin im
Climate KIC und im KIC EIT Digital (vormals EIT ICT Labs) weiter fort: Sie hat in 2015 über
50 Projekte mit einem Gesamtvolumina von rd. 3,7 Mio. EUR für das Climate KIC und rd. 2,1
Mio. EUR für das KIC EIT Digital einwerben können.

In Horizont 2020, dem achten Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, sind seit
dem Jahr 2014 insgesamt 56 Projekte neu bewilligt worden, acht dieser
Verbundforschungsprojekte werden von der TU Berlin koordiniert.

Neben den Horizont 2020-Projekten waren unsere Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler in weiteren Förderprogrammen der EU erfolgreich, u.a. im ERASMUS+-
Programm, im Forschungsprogramm der ESA etc.

Die TU Berlin unternimmt auf strategischer Ebene verschiedene Aktivitäten mit dem Ziel, der
Universität im Bereich des EU-Fördergeschehens eine stärkere Sichtbarkeit zu verleihen. Ein
wichtiger Baustein ist dabei die Eröffnung eines Büros in Brüssel im Jahr 2015, das
insbesondere dem Ausbau der Forschungsfördernetzwerke der TU Berlin dient. Das Büro ist
in den Räumen der HRK angesiedelt.

2.3 Patentverwertung

Die TU Berlin hält derzeit 360 Patente bzw. Patentanmeldungen in rund 100 Patentfamilien,
wobei bei ca. 60% des Portfolios die Antwort zur Erteilung eines Patents noch aussteht.
Das Patentportfolio der TU Berlin entwickelte sich im Berichtszeitraum weiterhin sehr
zufriedenstellend. Für das Jahr 2015 sind 56 Erfindungsmeldungen zu verzeichnen. Dies
stellt im Vergleich zu den Vorjahren zwar einen leichten Rückgang dar, gleichwohl – und das
ist viel entscheidender - ist die Qualität der gemeldeten Erfindungen deutlich gestiegen mit
der Konsequenz, dass die TU Berlin im Jahr 2015 40 der gemeldeten Erfindungen in
Anspruch genommen hat. In 2015 wurden insgesamt 72 und in 2014 79 Patente national und
international angemeldet oder erteilt inkl. Nationalisierungen – also Anmeldungen und
Erteilungen in den einzelnen Ländern. Insgesamt wurden 10 neue IP-Lizenzverträge in 2015
geschlossen, davon 8 Optionsverträge mit TU-Gründungsunternehmen.

Die Einnahmen der TU Berlin aus Verwertungserlösen betrugen 2015 insgesamt 178
TEURO und in 2014 insgesamt 125 TEURO.

Das Zentrum für geistiges Eigentum (ZfgE) wurde 2014 vom Präsidium der TU Berlin mit
dem Ziel ins Leben gerufen, den Technologietransfer an der TU Berlin zu vereinfachen und
als zentrale Anlaufstelle für alle am Technologietransferprozess Beteiligten zu agieren. Im
Rahmen von Vortragsveranstaltungen wurden die Erfinder und Erfinderinnen der TU Berlin
direkt angesprochen bzw. für das Thema Patentschutz und Patentverwertung erfolgreich
sensibilisiert. Das Zentrum hat zudem mit Unterstützung des Präsidiums eine
Patentverwertungsstratgie entwickelt und implementiert diese. Intensiviert worden ist die
Vermarktung von TU-eigener Software an dritte Industriepartner.

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2.4 Bericht zur Vertragserfüllung 2014–2017 - § 7 Förderung der
Spitzenforschung

Als Nachfolgeverbund für das Forschungszentrum MATHEON und das ECMath haben die
Mathematiker Berlins im Sommer 2015 in einem TU internen Auswahlprozess die Absicht
erklärt, im Rahmen der Exzellenzinitiative II einen Antrag auf ein Exzellenzcluster zu stellen
und diesen begonnen auszuarbeiten. Hier wird absehbar, dass in guter zeitlicher
Passfähigkeit nach Beendigung des ECMath (31. Mai 2019) eine Fortführung finden wird.

Auch das Exzellenzcluster Unifying Concepts of Catalysis (UniCat) hat nach erfolgreicher
Einwerbung des Einstein Center of Catalysis die Absicht erklärt, einen Fortsetzungsantrag im
Rahmen der Exzellenzinitiative II zu stellen.

Beide Konsortien werden von der TU Berlin begleitet und unterstützt, so dass eine
bestmögliche Skizzen- und schließlich Antragseinreichung erfolgen kann.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative II sollen keine Graduiertenschulen mehr gefördert werden.
Daher hat die TU Berlin bereits frühzeitig zusammen mit der FU und der HU Berlin eine
gemeinsame Stabilisierung der Aktivitäten der Berlin Mathematical School beschlossen und
auf den Weg gebracht. So wird auch über das derzeitige Förderende am 31.10.2017 ein
vollständig funktionsfähiges Büro mit Räumen und Personal an der TU Berlin, sowie eine
Mindestanzahl an Stipendien zur Verfügung stehen. Eine Verstetigung der BMS muss aus
einer gesamtmathematischen Sicht heraus geschehen und findet im Kontext mit den
Aktivitäten des MATHEON und des ECMath beispielsweise im Rahmen der Exzellenzinitiative
II statt.

Im Rahmen der TU internen Auswahl von möglichen Clustern für die Exzellenzinitiative II
wurden im Lauf des Jahres 2015 sechs möglich Antragskonsortien (inklusive Mathematik
und UniCat=) identifiziert, die sich in einem von einem Exzellenzbeirat begleiteten Prozess
weiterentwickeln werden, um gegebenenfalls im April 2017 als Antragsskizzen eingereicht
werden zu können.

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3. Internationalisierung

Um die Internationalisierung der TU Berlin strategisch voran zu treiben wurde im April 2014
das Amt der Vizepräsident_in für Internationales und Lehrkräftebildung geschaffen und
besetzt. Die Leitgedanken der Internationalisierungsstrategie sind der Erhalt und der gezielte
Ausbau erfolgreicher internationaler Forschungs- und Lehrkooperationen mit besonderem
Schwerpunkt auf strategischen und wichtigen Partnern der TU Berlin sowie die interne
Förderung einer vielfältigen und internationalen Umgebung für bestmögliche Lern-, Lehr-,
Arbeits- und Forschungsbedingungen.

3.1 Internationalisierung mit externen Partnern und Netzwerken

Eine auf nachhaltige und langfristige Zusammenarbeit ausgelegte strategische Partnerschaft
pflegt die TU Berlin inzwischen mit fünf Universitäten:

•      Warsaw University of Technology

•      Norwegian University of Science and Technology

•      Politecnico di Milano

•      Technische Universität Wien

•      St. Petersburg State Polytechnical University

Kooperationen mit diesen Universitäten erstrecken sich über mindestens vier Fakultäten und
alle Ebenen der Universität. Im Unterschied zu Partnerschaften individueller Fachgebiete
werden hier weitergehende Absprachen und Kooperationen für die Universität als Ganzes
angestrebt, beispielsweise ein intensiver Personalaustausch.

Neben den engen strategischen Partnerschaften unterhält die TU Berlin auch ein weltweites,
beständiges Netzwerk wissenschaftlicher Kooperationsverträge mit 109 internationalen
Partnern sowie Mobilitätsprogramme mit 252 europäischen und 81 außereuropäischen
Universitäten. Auch durch die Teilnahme an internationalen Konferenzen und die
Mitgliedschaft in globalen Netzwerken (u.a. dem World Cities – World Universities Netzwerk
(WC2), einem Netzwerk von Universitäten in Metropolen auf globaler Ebene sowie dem
T.I.M.E.-Netzwerk einer Allianz hochkarätiger Technischer Universitäten in Europa) wird die
internationale Sichtbarkeit der Universität weiterhin gestärkt.

In Zusammenarbeit mit acht weiteren deutschen technischen Universitäten im Rahmen der
„TU9“ konnte die TU Berlin ihre Außendarstellung bei Messen und mehreren gemeinsamen
Reisen im Ausland professionalisieren und ihre internationale Sichtbarkeit verbessern.

Diese im Berichtzeitraum erfolgreich weiterentwickelten Partnerschaften, Netzwerke und
internationalen Aktivitäten sind damit ein wesentlicher Baustein einer nachhaltigen
Internationalisierungsstrategie der TU Berlin und tragen zur Steigerung ihrer Sichtbarkeit und
Attraktivität bei.

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3.2 Internationalisierung in der Forschung

Die Forschungstätigkeit der TU Berlin ist durch eine enge Zusammenarbeit mit Partnern im
europäischen und weltweiten Ausland geprägt. Im Rahmen des Audits (abgeschlossen in
2011) und des Re-Audits (2015 – 2018) „Internationalisierung der Hochschulen“ der
Hochschulrektorenkonferenz wurden die internationalen Aktivitäten und bestehenden
Beziehungen einer Reflexion unterzogen und systematisch Schwerpunkte und Ziele einer
Internationalisierungsstrategie entwickelt. Wichtige Maßnahmen zur Internationalisierung der
Forschung sind die Förderung des heimischen wissenschaftlichen Nachwuchses im Hinblick
auf Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen sowie bessere
Unterstützungsangebote für die internationalen Nachwuchswissenschaftler_innen.

Zudem wird eine verstärkte Einwerbung und Nutzung von EU-Forschungsfördermitteln
angestrebt, wobei die Fördersumme zwischen 2008 und 2014 bereits stark gesteigert
werden konnte. Die TU Berlin hat im April 2015 ein EU-Außenbüro in Brüssel eingerichtet,
um aktuelle Forschungsthemen in die Universität hineinzutragen, sich mit wichtigen Akteuren
und Akteurinnen der europäischen Forschungspolitik zu vernetzen und die TU Berlin in
Brüssel optimal zu repräsentieren.

Die Internationale Post-Doc Initiative der TU Berlin (IPODI) vergibt in drei themenoffenen
Ausschreibungen zwischen 2013 und 2018 mit insgesamt 21 zweijährigen Postdoc-
Fellowships an hochqualifizierte internationale Wissenschaftlerinnen und deutsche
Rückkehrerinnen aus dem Ausland. Mit einen Gesamtvolumen von 3,4 Millionen Euro wird
IPODI zu 40% von Marie Curie COFUND der Europäischen Kommission, zu 50% aus
zentralen Gleichstellungsmitteln der TU Berlin und zu 10% von den Fakultäten finanziert.
Seit Projektstart im Juli 2013 wurden bereits drei Ausschreibungen sehr erfolgreich
durchgeführt. Inzwischen forschen bereits 16 IPODI-Stipendiatinnen an der TU Berlin. Die
erfolgreichen Bewerberinnen der im Frühjahr 2016 abgeschlossen dritten Auswahlrunde
kommen ab Herbst 2016 hinzu.

Im Rahmen der Internationalisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurden zum
zweiten Mal nach der Erstbeantragung in 2012 STIBET-Programmmittel des DAAD zur
Unterstützung für Promovierende, Postdocs und internationale Promotionsinteressierte
eingeworben. Damit können sowohl begleitende Maßnahmen für die ganze
Promotionsphase als auch die Übersetzung bzw. zweisprachige Gestaltung wichtiger
Dokumente und Webseiten für den Bereich der Promotion finanziert und
Abschlussstipendien sowie deutsche Sprachintensivkursplätze bereitgestellt werden. Der
bisher aus dem ersten STIBET-Programm finanzierte Kurs ProMotion für internationale
Promovierende wird nunmehr aus Mitteln der Vizepräsidentin für Forschung, Berufung und
Nachwuchsförderung gefördert.

Bestandteil der Internationalisierung ist auch die Durchführung gemeinsamer
Promotionsverfahren mit ausländischen Hochschulen. Im Jahr 2015 wurden 12 Cotutelle-
Verträge abgeschlossen, davon zwei Rahmenkooperationsverträge (University of
Technology Sydney, Polytechnische Hochschule St. Petersburg). Die Entwicklung der
Cotutelle-Verträge hat stark zugenommen, auch für 2016 wird eine ähnlich hohe Zahl an
Neuverträgen erwartet.

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3.3 Internationalization@Home

Die erfolgreiche Internationalisierung einer Universität zeigt sich auch in den internen
Strukturen (Internationalization@Home): An der TU Berlin studierten im vergangenen
Wintersemester 2015/16 insgesamt 6.792 internationale Studierende. In 2015 hatten mehr
als 8% der Professorenschaft sowie 14% der Wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen eine
ausländische Staatsbürgerschaft.

Um den internationalen Mitgliedern der TU Berlin bestmögliche Studien-, Arbeits-, Lehr- und
Forschungsbedingungen bieten zu können, sind im Berichtszeitraum verschiedene interne
Maßnahmen umgesetzt worden. Ein Beispiel ist die Aktion Personalmobilität, die es auf
Initiative der Vizepräsidentin für Internationales und Lehrkräftebildung seit dem Jahr 2015
Verwaltungsmitarbeiter_innen und technischen Mitarbeiter_innen der TU Berlin ermöglicht,
eine Woche zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung und internationalen
Vernetzung an einer Partneruniversität zu verbringen.

Darüber hinaus können die Mitarbeiter_innen an interkulturellen Trainings oder
Sprachkursen teilnehmen und diese Erfahrungen konstruktiv in ihre Arbeit an der TU Berlin
einbringen. Seit 2015 werden auch jährlich „International Days“ mit interkulturellen
Workshops und Sprachkursen, Podiumsdiskussionen und länderkundlichen Seminaren
veranstaltet. Die Angebote werden sehr gut angenommen, was den Bedarf des Ausbaus
einer Angebotsstruktur in diesen Themenfeldern bestätigt. Das BZHL (Berliner Zentrum für
Hochschullehre) unterstützt dieses Bestreben und bietet für Lehrende verschiedener Berliner
Hochschulen seit 2015 das „Berlin Certificate of Teaching Internationally“ an. Nähere
Informationen hierzu sind im Abschnitt „Nachwuchsförderung und Personalentwicklung“ des
Leistungsberichts zu finden.

Ein weiterer Aspekt der „Internationalization@Home“ ist die verstärkte Bereitstellung von
englischsprachigen Informationen und Formularen durch die Einrichtung eines
universitätsinternen Übersetzungsservices. Nach und nach sollen so alle zentralen
Dokumente, die für internationale Gäste und Mitglieder der TU Berlin wesentlich sind,
übersetzt und auf Englisch verfügbar gemacht werden.

Eine weitere wichtige interne Maßnahme für die Internationalisierung der TU Berlin ist die
Gründung eines international Office, in dem die Stabsstelle für Außenbeziehungen, das
Akademische Auslandsamt (derzeit Abteilung I), das Erasmus-Mundus-Team (derzeit
Fakultät II) sowie das Studienkolleg (derzeit Abteilung I) zu einem zentralen Ansprechpartner
als Abteilung in einem Ort vereint werden. Durch diesen Prozess wird die Sichtbarkeit der
internationalen Aktivitäten erhöht, die Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche gestärkt und
die Arbeit mit den Schnittstellen der Bereiche erleichtert. Ziel ist, dass alle internationalen
Gäste und Mitglieder der TU Berlin einen alleinigen Anlaufpunkt bekommen, der
uneingeschränkt allen Zielgruppen offen steht.

Auch auf einen guten Service und angemessene Betreuung der Gastwissenschaftler legt die
TU Berlin großen Wert. In Kooperation mit dem Studentenwerk verfügt sie über ein
Gästehaus      mit     42     Betten.   Ein    Gastwissenschaftlerausweis       sowie    eine
Willkommensbroschüre geben den internationalen Gastwissenschaftlern nützliche Hinweise
für ihren Aufenthalt. Jährlich empfängt der Präsident der TU Berlin die internationalen Gäste
gemeinsam mit ihren gastgebenden Professoren. Die Pressestelle stellt in einer International
Researchers Gallery Profile von Gastwissenschaftlern der Universität ins Netz und im
Online-Newsletter „Newsflash“ wurden 2015 regelmäßig wissenschaftliche Projekte der TU
Berlin einem breiten Lesekreis vorgestellt, um die Forscher-Alumni im Ausland über die
wissenschaftliche Forschungsergebnisse und wichtige Ereignisse auf dem Laufenden zu
halten.

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3.4 Internationalisierung in Studium und Lehre

Mit einem Anteil von 20 % ausländischen Studierenden lag die TU Berlin im Jahr 2015 weit
über dem Durchschnitt der deutschen und leicht über dem der Berliner Hochschulen. Seit
Jahren kommen die meisten internationalen Studierenden aus China (809), der Türkei (523),
aus Polen (349), Russland (280) und Vietnam (249). Unter den ausländerstärksten
Studiengängen rangierte im WS 2015/16 die Elektrotechnik (501 Studierende) vor der
Informatik (466) und der Architektur (417) an erster Stelle, Platz vier belegte der Studiengang
Wirtschaftsingenieurwesen (345) vor den Studiengängen Maschinenbau (341),
Verkehrswesen (247), Bauingenieurwesen (222) und Global Production Engineering (216).
In Studium und Lehre sind der Ausbau von englischsprachiger Lehre und vor allem die
verstärkte Sichtbarkeit des bestehenden Angebots sowie die Unterstützung der Kolleginnen
und Kollegen, die sich an der Vergrößerung des Lehrangebots beteiligen wollen, die
wichtigsten Handlungsfelder der Internationalisierung. Im Besonderen hat die
Hochschulleitung – unter anderem im Rahmen des oben erwähnten Re-Audits – passgenaue
Unterstützungsangebote für das Erstellen der englischsprachigen Lehrmaterialen und
Weiterbildungsangebote für fremdsprachliche und interkulturell sensible Didaktik mit den
Fakultäten abgestimmt und ausgearbeitet.

Durch eine 2015 ins Leben gerufene Initiative konnte die TU Berlin sich auch an einem
neuen Mobility Programm beteiligen. Die „Alliance4Tech“ (A4Tech) besteht aus vier
Mitgliederuniversitäten: der CentraleSupélec (Paris), der Politecnico di Milano (Mailand),
dem UCL University College London sowie der TU Berlin. Durch ihre Mitgliedschaft im
A4Tech-Netzwerk ermöglichen die Partneruniversitäten es ihren Studierenden im Rahmen
ihres Studiengangs an drei der vier verschiedenen Universitäten in drei verschiedenen
Ländern zu studieren und am Ende einen anerkannten Abschluss ihrer Heimatuniversität
sowie ein „A4Tech Joint Programme Certificate“ zu erhalten. Zudem sollen neue Joint
Degree Programme innerhalb der Allianz entstehen. Derzeit beteiligt sich die TU Berlin im
Rahmen der Allianz an einem Mechanical Engineering Partnership Proposal, einem
Doppelmasterprogramm in Industrial Engineering sowie einem Free Mobility Programm in
Industrial und Management Engineering.

Die TU Berlin ist zudem die federführende Universität für den Aufbau der
ingenieurwissenschaftlichen Fakultät an der Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul.
Derzeit werden in diesem Rahmen die Bachelorstudiengänge „Technik Mechatronischer
Systeme“ mit dem Schwerpunkt „Industrie 4.0“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ mit dem
Schwerpunkt     „nachhaltige    Produktion“     durchgeführt. Ab      2016     werden    die
Bachelorstudiengänge      „Bauingenieurwesen“,      „Elektrotechnik“,    „Informatik“   und
„Maschinenbau“ in Zusammenarbeit der Fakultäten „Elektrotechnik und Informatik“, „Planen
Bauen Umwelt“ und „Verkehrs- und Maschinensysteme“ der TU Berlin eingerichtet.

Am El Gouna Campus der TU Berlin, der in einer Public Private Partnership mit dem
ägyptischen TU-Absolventen Samih Sawiris, Chef des Bau- und Hotelkonzern Orascom
Development Holding betrieben wird, wurden ab Wintersemester 2012/13 die ersten drei
Masterstudiengänge – Energy Engineering (EE), Urban Development (UD) und Water
Engineering (WE) für maximal 30 Studierende pro Studiengang angeboten. Inzwischen
konnten insgesamt schon 49 Studierende ihr Studium in El Gouna erfolgreich abschließen.
Der DAAD hat im Berichtszeitraum zugesagt, die Finanzierung von zwei weiteren
Studiengängen (Master IT for Energy und Master Business Engineering) am Campus El
Gouna zu übernehmen. Des weiteren konnten Gelder für die Aufnahme von Geflüchteten in
die am Campus El Gouna angebotenen Masterstudiengänge eingeworben werden und
anhand eines Marketingkonzeptes werden die dortigen Studiengänge seit 2015 professionell
beworben.

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