Magazin für faire Arbeitsbedingungen weltweit - Clean Clothes ...
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#2 /2017
Magazin für faire Arbeitsbedingungen weltweit
© Christina Schröder
Thema Ringen um Menschenrechte
Reise Gemeinsam solidarisch
Interview SO:FAIR Award für Traun
Südwind Aktuell Nr. 7/2017 · November 2017 · Erscheinungsort Wien · Verlagspostamt 1080 Wien · P.b.b. · Zulassungsnr. 02Z031329MKampagnen dieser Ausgabe Zur Zeitschrift
Clean Clothes Kampagne Weltverbesser n versteht sich als offenes Medium sowohl für die Kampagnen Inhalt
für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- von Südwind als auch für andere, die sich mit dem Thema faire Arbeitsbedin-
und Sportartikelproduktion gungen beschäftigen. WeltverbesserIn wird allen InteressentInnen kostenlos per Editorial 4
www.cleanclothes.at Post zugesendet. Facts 5
Personen und Organisationen, die noch nicht in die Verteilerliste aufgenommen Kurzmeldungen 6
sind und die Zeitschrift beziehen wollen, mögen uns dies unter Angabe der Thema
MAK E FRUIT
Postadresse mitteilen. weltverbesserin@suedwind.at Ringen um Menschenrechte 8
FAIR! Make Fruit Fair! Interview
Europaweite Kampagne für die Einhaltung von Sozial- und Mit dem Rücken zur Wand 12
Umweltstandards im Handel mit tropischen Früchten Abermals: SO:FAIR Award für Traun 16
www.suedwind.at/fruechte Aktionen
Mit freundlicher Unterstützung von Kampagnen-Aktionen 14
Guerilla Aktionsidee:
Blickwechseln-Plattform 18
SUSY Shopping 19
Europaweite Initiative für Sozial- und Solidarökonomie als Reise
Wegbereiter einer nachhaltigen Entwicklung Untragbar:
www.suedwind.at/solidaroekonomie Harte Arbeit für weiches Leder 20
Gemeinsam solidarisch 22
Diese Publikation wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit erstellt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind
Zum Weiterlesen 24
wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der FördergeberInnen dar. Vision
SupplyChainge – Make Supermarkets Fair! Mit ganzem Herzen 26
Europäische Kampagne für faire Eigenmarken
www.suedwind.at/supermaerkte Impressum Verlegerin Südwind
Herausgeber Südwind Verein für Entwicklungspolitik
und globale Gerechtigkeit, ZVR: 828389373
Redaktion Christina Schröder und Michaela Königs-
hofer (Chefredaktion), Elisabeth Schinzel, Nora
Meine Revolution Ihre Spende hilft! Niemetz, Susanne Loher, Gertrude Klaffenböck,
Konrad Rehling, Stefan Grasgruber-Kerl.
Layout Julia Löw, www.weiderand.net; Hintergrund-
Projekt zu Reflektionen von 1917/18 für die heutige Jugend
muster Schröder/de Mello © www.altelierschnittig.com.
zur Erinnerungskultur in der Jugendarbeit. Kofinanziert durch Südwind setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein und unterstützt damit Druck Resch, www.resch-druck.at, gedruckt mit
das Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" der unzählige Menschen und Organisationen weltweit in ihrem Engagement für Ökostrom auf FSC-zertifiziertem Papier.
Anschrift der Redaktion Laudongasse 40, A-1080 Wien
Europäischen Union ein menschenwürdiges Leben. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Bitte Telefon 01 4055515-0, Fax 01 4055519,
www.suedwind.at/meine-revolution verwenden Sie den beiliegenden Erlagschein (Rückseite) für Ihre Spende! E-Mail weltverbesserin@suedwind.at.4 Editorial F acts 5
Und täglich grüßt
Liebe Leserin, lieber Leser: 1917/18 die Migration Gar nicht super – Superfoods
im Oktober 2010 ist die erste Ausgabe der Weltverbesser n erschienen. Am Die russische Revolution 1917 fasst Migration ist eine der weitverbrei- Weit gereist und mit Pestiziden
Cover ein Bild von vielen Globen und die Headlines „Chinas Arbeitswelt im zwei Revolutionen zusammen – die tetsten und normalsten Bewe- belastet. Das ist das Fazit eines
Umbruch“ und „Südwind vor Ort: Elektronikindustrie“. Februarrevolution und die Oktober- gungen von Menschen. Derzeit ist Tests von Südwind, Global 2000
Seither haben wir – rund 30 Südwind-MitarbeiterInnen – gemeinsam revolution. Die als Oktoberrevolution rund jeder siebte Mensch weltweit und AK NÖ zu sogenannten Super-
mit anderen NGO-VertreterInnen, JournalistInnen, KünstlerInnen und bekannt gewordene Revolution fand Migrantin oder Migrant: 1 Milliarde foods, wie Cranberries, Chia-Samen
SportlerInnen, die sich für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit laut unserem westlichen Kalender im Menschen gesamt. 740 Millionen und Goji-Beeren. In 22 Proben
einsetzen oder sich diese wünschen, in 15 Ausgaben über 400 Beiträge zu November 1917 statt. sind sogenannte Binnenmigran- wurden gleich zweimal gesetzliche
diesem Thema geschrieben. Aber worum ging es eigentlich tInnen innerhalb eines Landes und Höchstwerte von Pestizidrück-
Jede Ausgabe der Weltverbesser n erreichte in den letzten sieben Jahren abgesehen von Jahreszahlen? Die 232 Millionen MigrantInnen haben ständen überschritten. Bis zu 13
rund 15.000 Menschen in Österreich, Deutschland und der Schweiz – aber drei großen Forderungen der rus- Staatsgrenzen überschritten. 2015 – verschiedene Pestizid-Wirkstoffe
auch nach Bangladesch haben wir sie auf Wunsch verschickt. Das Geld dafür sischen Revolution waren „Frieden, am Höhepunkt der sogenannten wurden beispielsweise auf Goji-
kam in erster Linie aus Förderungen der Europäischen Kommission und Land und Brot“. Flüchtlingskrise – sind 4,7 Millionen Beeren aus China gefunden.
verschiedener österreichischer Ministerien. Auch in Österreich war es eine Zeit Menschen in EU-Staaten eingewan- Dabei kann unser heimisches Obst
der Umbrüche. Am 12. November dert, davon kamen 2,4 Millionen und Gemüse leicht mit exotischen
Mit Freude schauen wir heute auf die vielen Seiten der Weltverbesser n 1918 wurde die Republik „Deutsch- von einem Land außerhalb der EU. Superfoods mithalten. Heidelbeeren
zurück. Mit Bedauern müssen wir an dieser Stelle heute berichten, dass wir österreich“ (ab 1919 Republik Öster- 2,8 Millionen Menschen haben die und Johannisbeeren stehen Cran-
die nächste Ausgabe aufgrund mangelnder Ressourcen aussetzen müssen. reich) vor dem Parlament ausgerufen. EU auch wieder verlassen. berries um nichts nach, und Hirse
Mit absoluter Sicherheit versprechen wir, alles uns mögliche zu tun, um Ihnen Während des Jännerstreiks 1918 Flüchtlinge, also jene Menschen, ist genauso gesund wie Quinoa.
im Herbst 2018 wieder eine Ausgabe zuschicken zu können. wurde der „Wiener Zentral-Arbei- die erzwungener Maßen, von einem Heimische Hagebutten übertreffen
terrat“ gegründet. Im März 1919 Land in ein anderes migrieren, gibt sogar den Vitamin C-Gehalt von
Und mit einem großen Danke fürs Lesen, verabschieden wir uns bis folgte die Reichskonferenz der öster- es weltweit 20 Millionen. 2015 Goji-Beeren. Wer Superfoods aus
dahin mit dieser Ausgabe und hoffen Ihnen auch damit viel Lust zum reichischen Arbeiterräte im Arbeiter- kamen davon 1 Million in die EU fernen Ländern kaufen möchte,
Weltverbessern mit auf den Weg geben zu können. heim Favoriten. Bis Ende 1924 exis- und 90.000 nach Österreich. Zum sollte sich zumindest für Produkte
tierten Arbeiter- und Soldatenräte Vergleich wandern 18.000 Deutsche mit Fairtrade- und Bio-Zertifizie-
in Österreich in unterschiedlichen jährlich in Österreich ein, 33.000 rung entscheiden. Nur so sind die
Christina Schröder Formen. Warum wir das erzählen, ÖsterreicherInnen ziehen jährlich Superfoods auch für Arbeiterinnen
Chefredaktion der Weltverbesser n lesen Sie auf Seite 14. nach Wien und 32.000 wieder weg. und Kleinbauern super.
© Christina Schröder
© Katrin Rothe6 Kurzmeldungen 7
Neues aus den Kampagnen
M AK E FRUI T
© Gudrun Glockner
Make Fruit Fair! Solidarökonomie zu einem Report
FAIR! ArbeiterInnen auf und einer Videodokumentationen
Bananenplantagen geführt haben (siehe S.24). Ein Höhe-
in Ländern wie punkt in Österreich war eine Tour
Arbeitsbedingungen, Gesundheits- jedoch noch immer u. a. an fairen Ecuador, die ihre mit Gästen aus Brasilien: Elisabeth
schutz und Umwelt entlang der Arbeitsbedingungen weltweit und Rechte einfordern Grimberg und Gilberto Ohta
globalen Lieferkette wichtig sind einer gerechten Vermögensvertei- möchten, stehen gaben Einblicke in die Solidaröko-
und sie mehr Informationen dazu lung. Südwind beschäftigt sich auch vor großen Heraus- nomie in ihrem Land und veran-
erwarten, als sie derzeit bekommen. mit dem Thema Migration in Öster- forderungen. Doch der Widerstand stalteten zwei Workshops beim
Die Unterschriften wurden im reich. Im Projekt SISUMMA werden wächst – auch dank internationaler formuliert und an politische Ent- Kongress „Gutes Leben für Alle“.
„Zeigt uns, wer unsere Schuhe macht“ November 2017 in Brüssel an Mit- Minderheiten durch soziale Medien Unterstützung. scheidungsträger im Land über- Unterstützen konnte SuSY auch die
Die Clean Clothes Kampagne hat glieder des Europäischen Parlaments unterstützt. Im Projekt „Lernort Bei einem internationalen Forum in geben. Gestärkt durch internatio- Schwerpunktwoche „Gutes Essen
mit der Petition „Starker Schritt für übergeben und den Schuh-Unter- Garten“ werden geflüchtete Frauen der Bananenmetropole Guayaquil, nale Solidarität aus Europa zeigen für Alle“, die von der „Wir haben es
Menschenrechte“ in ganz Europa nehmen in Deutschland, Polen, durch „urban agriculture“-Projekte Ecuador im Oktober 2017 trafen sich erste Veränderungen: Zustän- satt!“-Plattform ins Leben gerufen
zu mehr Transparenz in der Schuh- Italien, Spanien und Österreich mit der Mehrheitsgesellschaft ver- sich 150 ecuadorianische Arbeite- dige PolitikerInnen wollen wurde. Die SuSY-Filmreihe zu Nach-
produktion aufgerufen. Die Aktion überreicht. Die Clean Clothes Kam- netzt und im Projekt „Snapshots rInnen, Kleinbäuerinnen und Beschwerden prüfen und das Blo- haltigkeit und Solidarität in der
richtete sich an die weltweit pro- pagne dankt den UnterzeichnerInnen from the Borders“ wird ab Ende -bauern mit WissenschaftlerInnen, ckieren von Gewerkschafts-Grün- Wirtschaft bot über Wochen in Linz
duzierenden Schuhmarken Deich- sowie den AktivistInnen, die zu 2017 vor allem in den Gemeinden internationalen Delegierten – dungen überdenken. und Wien Filmvorführungen und
mann, Camper, Prada, Birken- diesem Erfolg beigetragen haben! Traiskirchen in Niederösterreich darunter Südwind-MitarbeiterInnen, www.suedwind.at/fruechte -gespräche zum Thema an. Die
stock, CCC und Leder und Schuh www.cleanclothes.at und Spielfeld-Strass in der Steier- sowie GewerkschafterInnen aus Ko- Nachhaltigkeit des Projekts garan-
(Humanic, Stiefelkönig, …). Trotz mark rund um das Thema Migra- lumbien, Peru und den Philippinen. tiert die im September publizierte
wiederholter Anfragen waren die Südwind und Migration tion gearbeitet. Mit den Projekten Erstmals sprachen die ArbeiterInnen Mit Jänner 2018 Online-Karte SuSY-Map, in der bisher
Schuh-Unternehmen nicht bereit, Migration war und ist weit ver- „We all need new Engagement“ öffentlich über ihre Probleme. endet das über 1.230 Initiativen europaweit
nähere Angaben über Arbeits- breitet und häufig eine Folge von und „WELCOMM“ bietet Südwind Gemeinsam wurden Forderungen Solidarökonomie- erfasst sind, über 320 in Österreich.
bedingungen, Umweltschutz und Chancenungleichheit. Südwind Flüchtlingen ebenso wie den und Lösungsansätze zur Verbesse- Projekt von Süd- So wie die solidarökonomische
Produktionsstätten ihrer Schuhe zu setzt sich für eine Welt ein, in der Gemeinden, die sie beherbergen rung der Arbeitsrechts- und wind. Es waren Bewegung wächst auch die
machen. Über 13.000 Menschen Migration für Menschen eine Mög- und der lokalen Bevölkerung Gesundheitssituation an die ecua- drei erfolgreiche SuSY-Map weiter unter
haben die Petition unterschrieben lichkeit unter vielen ist und nicht Sensibilisierungskurse und kultu- dorianische Regierung und die Jahre, in denen u. a. die intensiven www.suedwind.at/
und haben gezeigt, dass ihnen eine Notwendigkeit. Dafür fehlt es relle Aktivitäten. internationale Gemeinschaft Recherchen zum Thema Sozial- und susy-map8 Thema 9
Ringen um Menschrechte I m April 2013 forderte der Einsturz des neunstö-
ckigen Gebäudes Rana Plaza nahe der banglade-
Menschenrechtsverletzungen sind eigentlich verboten, schischen Hauptstadt Dhaka 1.138 Tote und über 2.000
so glaubt man. Warum transnationale Unternehmen Verletzte.
dennoch fortwährend Menschenrechte verletzen können, Viele davon hatten in den darin untergebrachten fünf
ohne gröbere Konsequenzen befürchten zu müssen, Textilfabriken Bekleidung für über 25 hauptsächlich
analysiert Christina Schröder. europäische Firmen genäht, die zunächst keinerlei Ver-
antwortung für die Opfer, die Hinterbliebenen und
durch die Verletzungen arbeitsunfähig gewordenen
Menschen übernehmen wollten.
Dabei haben die Unternehmen gegen viele Artikel aus
dem Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale
und kulturelle Rechte verstoßen. Zum Beispiel: das
Recht auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
(Artikel 7 b), das Recht auf größtmöglichen Schutz und
Beistand für die Familie (10.1.), das Recht auf höchst-
mögliche körperliche und geistige Gesundheit (Artikel
12.1) oder das Recht auf medizinische Versorgung für
jedermann (Artikel 12.2.d).
Das sind nur einige Rechte aus einer langen Liste,
die im Internationalen Pakt über wirtschaftliche,
soziale und kulturelle Rechte (IPwskR, englisch Inter-
national Covenant on Economic, Social and Cultural
Rights, ICESCR), kurz UN-Sozialpakt verankert sind.
Gemeinsam mit dem Internationalen Pakt über bür-
gerliche und politische Rechte konkretisieren sie die
von der UN-Generalversammlung im Jahre 1948 ver-
abschiedete Erklärung der Allgemeinen Menschrechte.
Während diese für die UN-Mitgliedstaaten nicht unmit-
telbar bindend sind, sind es die Pakte für alle
Mitgliedstaaten, die sie ratifiziert haben, sehr wohl.
Der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale
und kulturelle Rechte wurde am 16. Dezember 1966
von der Generalversammlung der Vereinten Nationen
© UN10 Thema 11
© CCK
einstimmig einzureichen. Als sich im August wurde vom UN-Menschenrechtsrat eine entsprechende Soziale Verantwortung, ÖBV-Via Campesina Austria
verabschiedet 2016 das Gericht für zuständig Arbeitsgruppe eingesetzt. In ihrer dritten Sitzung Ende und Südwind noch vor der Nationalratswahl im Herbst
und inzwischen von erklärte und Prozesskostenhilfe Oktober wurden erstmals konkrete Vertragselemente 2017 die Petition „Menschen vor Profite“ gestartet
über 160 Staaten ratifiziert, (um Beweismaterial zu erbringen, etc.) diskutiert, ein Folgetreffen für März 2018 ist geplant. und einen Parteiencheck unter den wahlwerbenden
unter anderem von Deutschland, am zusagte, wurde es als erfolgversprechender Prä- Einmalig sind die Forderungen und die Unterstützung, Parteien durchgeführt. SPÖ, Grüne und KPÖ+ wollen
23. Dezember 1973 oder Österreich, am 10. September zedenzfall gefeiert. Dennoch ist die wirtschaftliche und die die Initiative erfährt: Es sind insgesamt fast 700 sich vorbehaltlos für das UN-Abkommen zur verbind-
1978 und ist am 3. Januar 1976 in Kraft getreten. 1993 politische Macht der Konzerne ungleich größer. zivilgesellschaftliche Initiativen, und die G77 inkl. China, lichen Konzernregulierung einsetzen. Unterstützung
wurden beide Pakte im Rahmen der Wiener Weltkon- somit überwiegend sogenannte Entwicklungs- bzw. mit Einschränkungen sicherten ÖVP, FPÖ und NEOS
ferenz als universal und unteilbar erklärt. Bangladesch Nach vielen Jahrzehnten der Liberalisierung haben Produktionsländer, die für die Schaffung eines rechts- zu. „Österreich hat in seiner Bewerbung für den Men-
hat den Pakt am 5. Oktober 1998 ratifiziert. Wirtschaft und Politik ihre Handels- und Investitions- verbindenden Abkommens eintreten, das auch auf nati- schenrechtsrat unter dem Motto ‚Building Bridges for
Die Einhaltung der Pakte wird durch je einen UN-Aus- abkommen und Schiedsgerichten so unantastbar auf- onalstaatlicher Ebene den transnationalen Charakter Human Rights‘ die Menschenrechte als Kernanliegen
schuss überwacht. Konsequenzen bei der Nichteinhal- gebaut, dass sie weit über dem Internationalen Pakt der Multis anerkennt. Das heißt es geht um das Über- der österreichischen Außenpolitik dargestellt. Wir
tung gibt es aber nicht. über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte nehmen von Verantwortung bei Katastrophen wie Rana fordern die Bundesregierung auf, das auch durch eine
2008 wurde ein Zusatzprotokoll, welches Einzelper- zu stehen scheinen. Die Weltgemeinschaft zaudert Plaza, als auch um vorbeugende Maßnahmen – die klare Unterstützung des
sonen ermöglicht Beschwerdeverfahren anzustrengen, bislang und formuliert hinsichtlich ihres sozialen, sogenannte Sorgfaltspflicht, die für die gesamte Liefer- verbindlichen UN-Vertrags für
verabschiedet und 2013 ratifiziert. Seit 2009 haben es umweltverträglichen und menschenrechtskonformen kette gelten soll. Die Missachtung dieser Sorgfalts- Konzerne zu beweisen“, so
48 (der 164) Vertragsstaaten des Sozialpakts unter- Verhaltens nur wohlmeinende Empfehlungen wie z. B. pflicht soll ebenfalls einklagbar sein. Stefan Grasgruber-
zeichnet, 22 haben es ratifiziert, darunter Belgien, die UN-Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschen- Aufgrund dieser Verbindlichkeiten ist die „Ecuador-Ini- Kerl von
Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Montenegro, rechten oder die OECD Grundsätze für Transnationale tiative“ sehr umstritten. Setzt sie sich durch, wird man Südwind.
Portugal, die Slowakei und Spanien – nicht Deutsch- Unternehmen. Auch die sind auf dem Papier durch- von einem Meilenstein reden können.
land, nicht Österreich. wegs umfassend – sie enthalten die Bestimmungen Bislang haben sich auf europäischer Ebene F rankreich
Die Möglichkeit Menschenrechtsverletzungen anzu- der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und die und Belgien in ihren nationalen Aktionsplänen zu
klagen gibt am Papier. Aber wer muss handeln? Müssen Menschenrechte. Beschwerden können eingebracht, „Wirtschaft und Menschenrechten“ zur Mitarbeit in der
die Regierung in Bangladesch die ArbeiterInnen ent- anerkannt und verhandelt werden, aber mehr als eine UN-Arbeitsgruppe und zur Unterstützung des neuen
schädigen oder die Fabrikbesitzer? Oder ist es die abschließende Stellungnahme ob es zu einer Verlet- UN-Vertrags bekannt.
deutsche Firma, die in Rana Plaza T-Shirts in Auftrag zung der Leitsätze kam, oder nicht, kann daraus auch Auch das EU-Parlament hat Beschlüsse zur Unterstüt-
gegeben hat? Trotz unterschriebener Erklärungen und nicht folgen. zung gefasst. „Die EU im Gesamten und Österreich
Pakte ist die Rechtslage nicht eindeutig, was viele Bei- Nun aber gibt es die historische Chance ein verbind- verhalten sich aber nach wie vor zurückhaltend. Und
spiele aus den letzten Jahren zeigen. 2012 verbrannten liches Regelwerk für Menschenrechte durchzusetzen. das, obwohl sich Österreich für einen Sitz im UN-Men-
in der pakistanischen Bekleidungsfabrik Ali Enterprises Die sogenannte „Ecuador-Initiative“ – der Name steht schenrechtsrat (2019 bis 2021) beworben hat und damit
60 Menschen, die u. a. für das deutsche Unternehmen für das Land, das die Initiative bei der UNO einge- eine Vorbildfunktion übernehmen sollte“, sagt Annelies
© Christina Schröder
KiK genäht hatten. 2015 schafften es vier NäherInnen, bracht hat – strebt nach einem verbindlichen UN- Vilim, Geschäftsführerin des Dachverbands AG Globale
die das Unglückt überlebt hatten, mit Unterstüt- Abkommen, das menschenrechtliche Verpflichtungen Verantwortung. Deshalb haben sich die Organisationen
zung von NGOs eine Klage beim Landesgericht Dort- von transnational agierenden Unternehmen und wir- Attac Österreich, Brot für die Welt, Dreikönigsaktion
mund wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen kungsvolle Sanktionsmechanismen festschreibt. 2014 der Katholischen Jungschar, FIAN Österreich, Netzwerk12 Interview 13
Mit dem Rücken zur Wand Wir haben Abnahmeverträge über das ganze Jahr zu Bisher hatten wir bis zu 24 Wochen Niedrigpreise,
einem Fixpreis von 6,26 US-Dollar. Den bekommen wir jetzt dauert es schon 40 Wochen. Nur während zehn
Im Anschluss an das „1. Treffen der Bananen-ArbeiterInnen in Zeiten hoher Preise, wo wir anderswo zehn bis zwölf Wochen im Jahr gab es zuletzt gute Preise. Die rest-
für Rechte, Gesundheit und die Natur“ hat eine Südwind- Dollar bekommen könnten. Aber es wird genau kon- liche Zeit mussten wir unter den Produktionskosten ver-
Delegation Jorge Toapanta von der Asociación de trolliert, dass wir alles an unsere Vertragspartner ver- kaufen. Das trifft hier alle.
Productores Bananeros Orenses auf seiner Finca im Süden kaufen. Wenn die Preise dann fallen, zahlen die einfach
Ecuadors getroffen. Auf seiner Plantage setzt er mittler- weniger. Die Exportfirmen besitzen auch eigene Plan- Was zahlen Sie den Arbeiterinnen und Arbeitern?
weile Bananenstauden in Mischkultur mit Kakaobäumen tagen und füllen mit unseren Früchten nur ihre Export- Die meisten von uns zahlen so 100 US-Dollar die Woche
an, um den aggressiven Schädlingen vorzubeugen. quoten auf – je nach Bedarf. Unsere Kosten bleiben plus Extras. Das ist mehr als das Mindesteinkommen,
Südwind-Mitarbeiterin Susanne Loher im Gespräch mit aber: Wir müssen zum Beispiel die Umsatzsteuer aber weniger als auf den Shrimpsfarmen bezahlt wird.
Jorge Toapanta über die Herausforderungen des bezahlen – für den offiziellen Mindestpreis, nicht für Mein Kollege hier hat zehn Hektar und drei Arbeiter,
Bananen-Anbaus. den viel geringeren, den wir ausbezahlt bekommen. denen er auch 100 Dollar pro Woche zahlt. Er musste
Wir haben Verpflichtungen gegenüber den Zertifizie- jetzt aber einen Hektar verkaufen, um die Finca
Herr Toapanta, Sie haben sich dem Treffen der Gewerk- rungs-Unternehmen zu erfüllen, für Rain Forest Alliance erhalten zu können.
schaft ASTAC für Bananen-Arbeiterinnen und -Arbei- oder Global Gap. Hier auf der Packstation müsste, zum Ein anderes Problem ist, dass durch die niedrigen
tern angeschlossen und dort von einer enormen Krise Beispiel, einiges modernisiert werden, um den Stan- Preise auch die Pflege der Pflanzen vernachlässigt wird.
erzählt. Welche Probleme sehen Sie als Kleinproduzent? dards der Rain Forest Alliance-Zertifizierung zu ent- Wenn der Preis wieder steigt, müssen etwaige so ent-
Wir Kleinen stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir sprechen. Aber für notwendige Investitionen fehlt das standene Krankheiten mit mehr Gift bekämpft werden.
bekommen nun schon über vier Monate nur drei US- Geld. Die Supermärkte sollten mehr soziale Verantwor-
Dollar pro Bananenschachtel bezahlt. Im Durchschnitt! tung übernehmen – auch für die Umwelt. Die Umstel- Als Vertreter der KleinproduzentInnen stehen Sie
Teilweise bezahlen die Exporteure unter zwei Dollar. lung auf nachhaltige Produktionsweise kostet Geld, wir eigentlich auf der Arbeitgeberseite. Was erhoffen Sie
Der staatlich fixierte Mindestpreis liegt bei über sechs haben aber dafür überhaupt keine Reserven bei den sich von der Zusammenarbeit mit ASTAC und dem Aus-
Dollar und der deckt unsere Produktionskosten gerade aktuellen Abnahmepreisen. Und wir müssen die Zahl tausch mit internationalen VertreterInnen von NGOs?
einmal ab. Wir können unsere Verpflichtungen nicht der Arbeitskräfte reduzieren, die übrigen müssen dann Das ist ein historisches Treffen. Wir brauchen neue
mehr erfüllen. Wir brauchen dringend eigene direkte mehr arbeiten. So können wir auch die Arbeitsgesetze Absatzmärkte – für kleinere Betriebe, vorbei an den
Marktzugänge, um der Ausbeutung durch die großen nicht einhalten. großen Exporteuren. Mit acht US-Dollar pro Karton
Exporteure zu entkommen. Das gilt für Bananen könnten wir alles bezahlen. Wir wollen gegenseitigen
genauso wie für Kakao. Sie zahlen einfach die verein- Im europäischen Sommer ist Niedrigpreis-Saison, weil Respekt – gegenüber unseren Arbeiterinnen und
barten Preise nicht! Unsere Politik wird von den Expor- die Hauptabnahmeländer in dieser Zeit selbst Obst- Arbeitern, gegenüber der Umwelt, aber auch gegen-
teuren gemacht. Die internationalen Organisationen saison haben. Warum führt das jetzt im Herbst zur Krise? über uns Produzentinnen und Produzenten. Daher
haben uns bisher gar nicht wahrgenommen! müssen wir uns zusammenschließen – mit den Gewerk-
schaften und mit den Menschen, die in Europa unsere
Wie kann es sein, dass so wenig bezahlt wird, wenn es Bananen kaufen.
einen staatlich festgelegten Mindestpreis gibt?
© Gudrun Glockner14 Aktionen 15
Fairer Kaffee ist auf Schiene
Im Sommer 2017 startete Südwind eine Petition um Zeit für einen fairen Kaffee Schutz für Gewerkschaftsführer! Meine Revolution
Fairtrade-Kaffee in die Züge der ÖBB zu bringen. 2.112
Menschen haben uns mitten in der heißesten Zeit des Ob als Start in den Tag oder als schneller Koffeinkick Diskriminierung oder gewalttätiges Vorgehen gegen Im Südwind-Workshop „Meine Revolution“ lernen
Jahres unterstützt und nun findet sich auf der Herbst- zwischendurch – Kaffee spielt im Leben vieler Österrei- Gewerkschaftsmitglieder sowie die Vertreibung von Jugendliche über die bewegte Zeit von 1917/18, die
karte des Catering-Betreibers „Henry am Zug“ Fair- cherInnen eine wichtige Rolle. Wir trinken durchschnitt- KleinproduzentInnen sind weit verbreitet in bananen- geprägt war von Revolutionen, Kriegsende und der
trade- und Bio-zertifizierten Bohnenkaffee! Vielen Dank lich zwei Tassen Kaffee am Tag. Neben der perfekten und ananasproduzierenden Ländern. Gründung von neuen Republiken. Dabei steht nicht
für Eure Unterstützung! Leider blieb man im mobilen Röstung, gutem Geschmack und richtiger Zubereitung, Am 1. Juli 2017 wurde Alberto Román Acosta González, das Faktenwissen im Vordergrund, sondern was
Bordservice vorerst bei konventionellen Tabs-Kaffee. wird oft auf einen wichtigen Aspekt vergessen: die Vorsitzender der Landarbeitergewerkschaft SINTRAI- Jugendliche 1917/18 verändern wollten und was ihre
Auch die heimischen Bäckereiketten haben bezüglich ProdzentInnen unseres Kaffees. 70 Prozent des weltweit NAGRO in Guacarí, Kolumbien, ermordet. Diesem Forderungen und Erwartungen an die Politik waren. Es
Fairtrade- und Bio-zertifizierten Kaffee Nachholbe- konsumierten Kaffees wird von Kleinbäuerinnen und Mord im Zuckerrohranbaugebiet des Departments werden Fragen diskutiert, wie z. B.: „Was wäre meine
darf. Unter zwölf getesteten Bäckereiketten gingen die Kleinbauern produziert. Der Großteil dieser Produzen- Valle de Cauca war im März 2017 bereits ein Anschlag Revolution heute? Was sind meine Forderungen?
Wiener Bäckerei Ströck und die Burgenländische Voll- tInnen lebt am Existenzminimum. mit einer Handgranate gegen das SINTRAINAGRO- Welche gesellschaftlichen Veränderungen würde ich
kornbäckerei Gradwohl als Testsieger hervor. Sie bieten Zeit für einen fairen Kaffee! Das Fairtrade-System Büro im Department Magdalena vorausgegangen. mir wünschen? Wofür würde ich mich gern in Öster-
ihren KundInnen sowohl Fairtrade- als auch Bio- bietet Mindestpreise, unabhängige Kontrollen und Dort befindet sich das älteste Bananenanbaugebiet reich und Europa engagieren?“ Südwind begleitet
zertifizierten Kaffee an. Der Großteil der getesteten Unterstützung um mit den Folgen des Klimawan- Kolumbiens. darauf aufbauend Jugendliche dabei ihre Forderungen
Bäckereien schenkt jedoch konventionellen Kaffee aus. dels umzugehen und eine Steigerung in Qualität und für heute im Austausch mit Gleichaltrigen aus Slowe-
Hier gilt es wieder gemeinsam Druck zu machen, um zu Produktivität zu erreichen. Der Großteil der öster- Südwind-Kampagnenpartner SINTRAINAGRO nien, Italien und Polen zu formulieren und diese auf
einer Umstellung zu bewegen. reichischen Bäckereiketten schenkt jedoch weder bittet um internationale Unterstützung für ihre europäischer Ebene einzubringen.
Fairtrade- noch Bio-zertifizierten Kaffee aus, so das Forderung an den Präsidenten Kolumbiens und
Machen Sie mit bei der Südwind-Kampagne „Zeit für Ergebnis des Kaffee-Checks 2017 von Südwind. seine Regierung: vollständige und transparente Wenn Sie mit ihrer Jugendgruppe oder in ihrem
einen fairen Kaffee!“ und erzählen Sie auch KollegInnen Untersuchung des Mordes sowie Schutzmaß- Jugendzentrum Interesse am Workshop „Meine
und FreundInnen beim nächsten Kaffeeplausch davon. Deshalb startete Südwind unter dem Motto „Zeit nahmen für die Gewerkschaftsführer und alle Revolution“ haben, informieren Sie sich unter
für einen fairen Kaffee“ eine Petition für fairen Mitglieder. Machen Sie mit bei unserer Eilaktion www.suedwind.at/meine-revolution
Michaela Königshofer und Elisabeth Schinzel Kaffee in Bäckereien! Jetzt unterschreiben unter und unterschreiben Sie unter und melden sich bei
Redaktion WeltverbesserIn www.suedwind.at/kaffee-check-petition www.suedwind.at/fruechte stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at
© Südwind16 Interview 17
Abermals
SO:FAIR Award
für Traun
Michaela Meindl, die Stadtgemeinde Traun ist hoch Sie haben 30 Stück Sonnenbrillen aus Natur- und Recy- möglichen Läden befinden, in denen man FAIRTRADE-
Die dekoriert. Wo hängen denn all die Auszeichnungen? clingmaterialien für die MitarbeiterInnen des Freibads Produkte kaufen kann und unsere Presselady ist auch
Stadtgemeinde Traun Ja, mittlerweile dürfen wir uns bereits über einige angeschafft. Kaffee oder Bekleidung sind klassische sehr aktiv und versorgt die regionalen Medien mit
ist mit 26.211 EinwohnerInnen Auszeichnungen freuen, die wir natürlich stolz präsen- Produkte, bei denen man an schlechte Arbeitsbedin- Informationen. Nur durch permanente Präsenz erreicht
die fünftgrößte Stadt Oberösterreichs. tieren. Der „Fair Cotton Award“ schmückt das Bürger- gungen und faire Alternativen denkt. Aber wie kommt man – glaube ich – die Köpfe der Bürgerinnen und
Schon 2014 erhielt sie den Europäischen meisterbüro, wo er meiner Meinung nach auch wirklich man auf Sonnenbrillen? Bürger.
Fair Cotton Award. 2015 und 2017 wurde hingehört. Die anderen Auszeichnungen und Urkunden Ich war 2016 am Genussmarkt „fairERleben" in Wien
die Stadtgemeinde mit dem SO:FAIR befinden sich in einer Vitrine im Rathaus. und dort habe ich dieses geniale Produkt kennen Bei welchen Produkten war es bisher schwierig eine
Award für sozial faire Beschaffung aus- gelernt. Ich selbst habe mir sofort eine Sonnenbrille faire Alternative zu finden?
gezeichnet. Michaela Meindl ist zuständig 500 Polo-Shirts mit FAIRTRADE-Siegel und GOTS - gekauft und war so begeistert, dass nun diese Brillen Jetzt ist gar nichts mehr schwierig. Schwierig ist nur der
für den zentralen Einkauf der Stadt Zertifikat und eine Zentralküche in der 20 Prozent als „PSA – persönliche Schutzausrüstung", die der Anfang, da aber bei jedem Produkt. Diesen Urwald an
und sprach mit Elisabeth Schinzel, Bio- und FAIRTRADE-Produkte verwendet werden, Dienstgeber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbei- Zertifikaten etc. zu durchblicken und einen geeigneten
Beschaffungs-Expertin von
die bereits zum fünften Mal in Folge mit dem Prädikat tern im Außendienst verpflichtend zur Verfügungen zu und am Thema ehrlich interessierten Partner zu finden
Südwind, über Erfolge und
Michaela Meindl „Gesunde Küche" des Landes ausgezeichnet wurde – stellen hat, angekauft wurden. war herausfordernd.
(Mitte) Herausforderungen.
wie ist das für eine mittelgroße Stadt
finanziell möglich? Was ist das Geheimnis der Stadt Traun? Warum funktio- Was würden Sie anderen Gemeinden empfehlen, die
Möglich ist so etwas grundsätzlich nur mit Unterstüt- niert hier Nachhaltigkeit und fairer Einkauf so gut? Wer vermehrt sozial fair und nachhaltig einkaufen wollen?
zung der Politik, da erst einmal die Beschlussfassung ist die treibende Kraft dahinter? Und ziehen die Bürge- Vernetzen! Das ist bei diesem Thema sehr wichtig.
und die Freigabe der finanziellen Mittel erforderlich rInnen der Gemeinde mit? Andere Gemeinden, bei denen es funktioniert, „auszu-
sind. Man muss aber trotzdem betonen, dass fair Wir haben regelmäßige Treffen mit dem Finanzdirektor, quetschen“. Außerdem muss man die Politik und Amts-
einzukaufen nicht unbedingt teurer sein muss. Früher dem Umweltreferent, der Presse- und Öffentlichkeits- leitung ins Boot zu holen. Wichtig ist auch ein Wer-
haben wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeit, den Einkäuferinnen und dem Controller. Die bebudget zu sichern! Wenn einmal dieser Grundstein
T-Shirts, Sweater und Jeans oder mehrere Arbeits- Gruppe ist hoch motiviert und steht voll hinter diesem gelegt ist und sich eine passende Gruppe gefunden
mäntel finanziert und alle waren sehr unzufrieden, weil Thema. Die treibende Kraft ist in unserem Fall mein hat, sind die ersten Hürden überwunden.
wdie Qualität sehr schlecht war. Jetzt suchen die Mit- Chef, Finanzdirektor Harald Höglinger. Er lebt dieses
arbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen FAIRTRADE Thema! Und so einen Menschen als federführende Was wäre Ihr Ansatz, noch mehr Menschen und
Polo-Shirts und Arbeitsmantel, gefertigt von Men- Kraft zu haben, ist das um und auf! Gemeinden zu motivieren fair zu konsumieren?
schen mit psychosozialer Beeinträchtigung in einem Unsere BürgerInnen motivieren wir immer wieder mit Es sollte bald für jede und jeden selbstverständlich
ProMente-Betrieb aus. Beides ist im Einzelstück etwas Aktionen, wie zum Beispiel der „Kaffee-Challenge". sein, fair gehandelte Bananen etc. zu kaufen. Und wenn
teurer, in Summe jedoch hat, sich nichts verändert. Ein Monat lang gibt es im Rathaus, der Bibliothek, im das mal in allen Köpfen drinnen ist, kann man sich
© StadtgemeindeTraun
Was sich aber verändert, hat ist die Zufriedenheit der Naturkostladen und im Weltladen Gratis-FAIRTRADE- Größeres vornehmen. Wenn viele Menschen Kleines
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil die Qualität Kaffee-Aktionen. Im Vorjahr haben wir einen „Nach- bewegen, kann daraus Großes entstehen. Wichtig ist,
stimmt. haltigkeits-Wegweiser" aufgelegt, in dem sich alle diese „Kleinigkeiten" dauerhaft zu verfolgen.18 Aktionen 19
S hoppin
g
Guerilla Aktionsidee
© Magdalena Hammer
Eigentlich geht es uns ziemlich gut:
Blickwechseln-Plattform für Zuversichts-AktivistInnen
© chalk Muehle
Eine aktuelle Umfrage hat einen Zusammenhang So zwei- bis dreimal jährlich machen wir außerdem
zwischen einem pessimistischen Blick in die Zukunft Aktionsentwicklungstage, wo jede/r hinkommen und Fairtrade-Kaffee im Speisewagen Superfood aus Österreich
und dem Wählen von rechten bzw. populistischen gemeinsam nach der Methode des „Design Thinking“
Parteien gezeigt. Weil wir auf keinen Fall mit einer eigene Ideen entwerfen und ausprobieren kann. Also, Um fair gehandelten Kaffee zu einem Fixbestandteil Superfoods sind nicht nur weitgereiste Goji-Beeren aus
naiven aber auf alle Fälle mit einer optimistischen die WeltverbesserIn fertig lesen und dann die erste des ÖBB-Zug-Caterings zu machen, startete Südwind China oder Chia-Samen aus Peru. Die Schalk-Mühle
Weltsicht Dinge tun wollen, haben wir „Blickwechseln“ Idee auf www.blickwechseln.info einfach nachmachen. im Sommer 2017 die Petition „Fairen Kaffee auf Schiene bietet Bio Superfood aus Österreich, von Snacks über
entwickelt, um eben diesen optimistischen Weltblick Geht ganz leicht. bringen“. Die Herbstkarte des Catering-Betreibers rein pflanzliche Proteinpulver bis hin zum Kürbiskernöl.
zu stärken. Immerhin leben wir in einem der reichsten „Henry am Zug“ bietet nun BahnfahrerInnen im Spei- Die BetreiberInnen der Schalk-Mühle bezeichnen ihre
Staaten der Welt. Auf www.blickwechseln.info gibt es Let`s stay in touch, sewagen Fairtrade- und Bio-zertifizierten Bohnen- Erzeugnisse als Superfood aus Österreich, weil sie wert-
kleine und feine Aktionen, wie man schnell und ohne Anne, Matthias, Philipp und Tobi von Blickwechseln kaffee. Achtung, im mobilen Boardservice gibt es jedoch volle Nährstoffe liefern, ausgezeichnet schmecken und
großen Aufwand positive Entwicklungen unterstrei- weiterhin konventionellen Tabs-Kaffee. gut tun. www.schalk-muehle.at
chen kann. Dem Kaffeehaus Respekt zollen, welches www.blickwechseln.info
FAIRTRADE-Kaffee verwendet; dem Fahrradfahrer
zu seinem Beitrag zum Klimaschutz gratulieren; der
mutigen P olitikerin für ihre sinnvolle Initiative einfach
mal „danke“ sagen. Und das auf kreative und effektive
Art und Weise.
© Thomas Topf
© Badala
Göttin des Glücks Sticker-Spaß
Das Label Göttin des Glücks gehört zu den Pionie- Auf der Suche nach didaktisch wertvollem und ressour-
rInnen der Fair Fashion-Szene. Das Label ist gerade censchonendem Spielzeug kam der Oberösterreicherin
auf der Suche nach InvestorInnen für die Göttin des Barbara Höller die Idee für Sticker, mit denen man alte
Glücks Genossenschaft. Die Gelder der Genossen- Kisten in Rennautos, Piratenschiffen oder Küchen ver-
schaft sollen für den Ausbau der regionalen Pro- wandeln kann. Seit 2016 verkauft sie diese unter dem
duktionspartnerschaften und für den Ausbau des Label BADALA – was auf Panjabi so viel bedeutet wie
Franchise Systems verwendet werden. Genossen- „verwandeln“. Mehr Infos und Bezugsquellen:
schaftsanteile können mit Einlagen ab 100 Euro www.badalasticker.com/de/stores.html
erworben werden. www.goettindesgluecks.com20 Reise 21
Untragbar: Harte Arbeit für weiches Leder
Im Frühjahr 2017 brachen wir nach Nord-Indien auf, um Offene Gräben mit Abwässern flankierten die Straßen Vertrag und vermitteln diese auch in weiter entfernte Das System privater Arbeitsvermittlung jenseits sozi-
nachzusehen, wie das Leder für unsere Schuhe hergestellt und mündeten in einem großen ebenfalls offenen Städte, wie Agra oder Neu Delhi – überall zu oft will- aler Absicherungen mag uns auch hierzulande schon
wird. Ein Bericht von Gertrude Klaffenböck, Koordinatorin Kanal, der direkt in den Ganges eingeleitet wird. kürlichen und extrem ausbeuterischen Bedingungen. bekannt erscheinen. Es bewährt sich als strukturelles
der Clean Clothes Kampagne. Ein Geruch von Fäulnis gemischt mit Chemikalien Aus der Sicht der Fabriks- oder Gerbereibesitzer Element zur Aushöhlung grundlegender Arbeitsrechte
sollte uns während des Aufenthaltes immer wieder bringt dieses System enorme Vorteile. Ein Beispiel: und wir sollten uns hier wie dort dieser Entwicklung mit
Kanpur, im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh liegt begleiten. Laut Gesetz muss ein Beschäftigter, der mehr als allen Kräften entgegenstellen: Nur so können wir ver-
am Ganges und hat der Volkszählung von 2011 zufolge Gegenüber von den Gerbereien befanden sich Wohn- 240 Tage im selben Betrieb arbeitet als „dauerhafte hindern, dass die Arbeitsrechte weltweit nicht still und
etwa 2,8 Millionen EinwohnerInnen. Meinem Gefühl häuser und hier trafen wir eine Gruppe von ehema- Arbeitskraft“ mit einem eigenen Vertrag übernommen leise unter die Räder kommen.
nach sind es weit über drei Millionen, die diese für ligen GerbereiarbeiterInnen. Im Laufe des Gesprächs werden. Daran knüpfen sich nicht nur der Mindest-
Maschinenbau, Textil-, Elektro-, Elektronik-, Metall-, kamen immer mehr neugierige NachbarInnen dazu. Sie lohn und geregelte Arbeitszeiten, sondern auch
und Chemieindustrie bedeutende Stadt bevölkern. Es alle kannten sich untereinander und wussten genau, Urlaub und die Krankenversicherung. Fabrik- und
war heiß und staubig. Von meinem Hotelfenster aus was in den Gerbereien vor sich geht. Gerbereibesitzer können ihre Arbeitskräfte über die
konnte ich den scheinbar chaotischen Strom von Fahr- Schnell fanden wir uns umringt von Menschen wieder, Arbeitsvermittler relativ einfach austauschen lassen
rädern, Autos, Kleinlastern, und Taxis, die sich fortwäh- gleich schafften sie Sessel und Liegen herbei und und tun das auch: vor Ablauf der 240 Tage etwa.
rend durch die Straßen wälzten, sehen und hatte immer- fingen an zu erzählen. Alle sprachen dort und auch in „Die meisten Gerbereibesitzer holen sich mithilfe
fort das Hupgeräusch der Zwei- und Vierräder im Ohr. anderen Gegenden ständig von den Problemen mit des Contractors nach sechs Monaten neue Arbeiter.
Ich tauchte dort auch selber ein in diesen Strom, den sogenannten „Contractoren“, quasi Arbeitsver- Die unter fadenscheinigen Vorwänden gefeuerten
begleitet von einem Recherche-Team bestehend aus mittlern. Sie sind direkte Vertragspartner der Arbeit- Arbeiter gehen auch wieder zu ihrem Contractor, um
zwei AktivistInnen aus Österreich und zwei Kollegen geber, sprich Fabriks- oder Gerbereibesitzer. Arbeits- einen Job in einer anderen Gerberei zu bekommen",
von Eco Friends, einer lokalen Umweltorganisation suchende aller Altersstufen melden sich bei diesen schilderte uns ein Arbeiter die Praxis, die die Grund-
in Kanpur. Navigiert wurde unser Vehikel von einem Vermittlern, die dann bestimmen, wer in welchen lage für ausbeuterische Arbeitsbedingungen schafft.
erfahrenen Chauffeur. Menschen, die die indische Stellen eingesetzt wird. Dass das Vermittlungssystem in den Schuhfabriken
Verkehrsordnung nicht kennen, würden hier wohl Ein ehemaliger Gerbereiarbeiter erzählte uns, dass ähnlich ist, hat uns eine Gruppe von Frauen erzählt.
sehr schnell untergehen. die Contractoren von den Unternehmen auch die Sie verdienten oft mehr als ein Drittel weniger
Und so nahmen wir bald Kurs zu einem der Außen- Löhne für die ArbeiterInnen bekämen und sie diese als die Männer und berichteten zudem von Arzt-
© Webhofer
bezirke Kanpurs, direkt am Ganges gelegen, wo sich dann an die ArbeiterInnen ausbezahlen sollten. Was besuchen, bei denen sich herausstellte, dass die
eines der alten Gerbereiviertel der Stadt befindet. Je sie sich dann selber – als ihr Lohn – zukommen lassen, Fabrikbesitzer Teile des Lohns, die angeblich für
näher wir kamen, desto mehr Fuhrwerke und Laster mache bis zu einem Drittel der von den Unternehmen Krankenversicherungen einbehalten wurden, nicht
mit Lederflecken und –resten waren auf den Straßen bezahlten Lohnzahlungen aus. Manche Contractoren einbezahlten, oder von Vermittlern, die sich mit
zu sehen. haben zwischen 700 und 800 ArbeiterInnen unter ihren Löhnen aus dem Staub machten.22 Reise 23
Gemeinsam solidarisch
Sophia So aus Hong Kong ist seit vielen Jahren Eigentlich ist es fast ein Wunder, dass es SACOM nach wo, wir bei den gleichen Aktionen in Hong Kong teilge- Umso wichtiger und verbindender sind diese Treffen
aktivistisch und ehrenamtlich im NGO-Bereich tätig. Sie über einem Jahrzehnt noch immer gibt und ich immer nommen haben: Zuerst 2008 bei einer Aktion vor dem von Angesicht zu Angesicht. Es tut so gut, zu sehen,
gründete gemeinsam mit anderen StudentInnen vor über noch dabei bin. Lediglich meine Rolle innerhalb der neueröffneten Disneyland in Hong Kong, und dann dass wir uns immer miteinander engagieren und unser
zehn Jahren SACOM(Students and Scholars Against Organisation hat sich geändert – ich habe von der Akti- wieder 2012 vor dem Büro des CEO von Disney Süd- Einsatz in globalen Kampagnen und sozialen Bewe-
Corporate Misbehaviour), eine Organisation mit der vistInnen-Front in den Vorstand gewechselt. Aus diesem asien. In beiden Fällen haben wir mit vielen anderen für gungen durch und durch real ist, auch wenn wir die
Südwind seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Sophia So Grund nehme ich nur mehr selten an Auslandsreisen faire Arbeitsbedingungen bei Disney demonstriert. meiste Zeit in Büros auf verschiedenen Erdteilen vor
setzt sich seither für menschenwürdige Arbeitsbedingungen teil, um SACOM in anderen Ländern zu repräsentieren. Es war natürlich sehr lustig die alten Fotos zu durchsu- dem Computer verbringen.
in der chinesischen Fertigungsindustrie ein und besuchte Letzten Sommer aber, habe ich die Aufgabe wahrge- chen und zu sehen, wie wir uns verändert haben, aber Meine Tage in Wien waren, obwohl es sehr sehr heiß
im Juni diesen Jahres im Rahmen einer Vortragsreise nommen und die Einladung von Südwind angenommen vor allem war es sehr ermutigend zu verfolgen, wie die war, unvergesslich, absolut produktiv und dank Konrad
Österreich. Danach hat sie uns diesen Bericht geschickt. für eine Vortragsreise nach Europa zu reisen. zwei Organisationen, geografisch Rehling von Südwind exzellent durchorganisiert. Wir
Ich dachte nicht, dass ich irgendwen dort persönlich so weit entfernt von einander waren bei Treffen mit der Gewerkschaft und Basis-
kennen würde, obwohl Südwind und SACOM schon und über so viele Jahre gruppen, haben die Ergebnisse unserer Studien zur
Aktion vor dem neueröffneten
seit vielen Jahren zusammenarbeiten, zum Beispiel bei hinweg langfristig an ihren Elektronikindustrie einigen Parlamentsabgeordneten
Disneyland in Hong Kong
Kampagnen zu fairen Arbeitsbedingungen in der Zielen, globaler Gerech- unterschiedlicher Parteien präsentiert und unsere
Spielzeug-, Bekleidungs- und zuletzt der tigkeit und faire Arbeits- Erfahrungen mit anderen NGOs aus der EU, Journalis-
Elektronikindustrie in China. bedingungen, festhalten tInnen und StudentInnen in mehreren österreichischen
Ja und dann, oh Wunder, bin und arbeiten. Städten geteilt.
ich im Südwind-Büro in Wien Wien ist so beeindruckend mit seiner harmonischen
auf Christina gestoßen. Kombination aus alt und neu. Es ist so organisiert. Die
Wir kamen uns sofort Menschen hier beachten so viele Regeln im Zusam-
bekannt vor und dann menleben, sie sind diszipliniert und wohlgebildet und
haben wir anhand respektieren die Vielfalt. Das ist eine gute Basis für
von Fotos aus dem Lösungen für wohl auch existierende soziale Prob-
Südwind-Archiv leme und neue Ideen für gesellschaftliche Verbes-
gemeinsam serungen in der Welt.
Beim Durchsuchen
rekonstruiert, der alten Fotos im Auf jeden Fall danke ich Südwind für die Einla-
wann und Sommer 2017 dung und die erfolgreiche Tour – damit sind die
beiden Organisationen wieder ein Stück weiter
zusammengerückt und ich freue mich auf neue
gemeinsame Projekte in der Zukunft.24 Infomaterial 25
Zum Weiterlesen Label-Check für Schuhe Und noch ein Labelcheck SuSY-Report und Video-Reportage Watch Your Step!
Ähnlich wie im Bekleidungssektor AMA, Bio, FAIRTRADE und Zurück Anno 2008 im umfangreichen Die neue Studie "Walk a mile in
gibt es mittlerweile auch bei den zum Ursprung: Auch bei unserem Report „Transformative Ökonomie: their shoes" untersucht, welchen
Schuhen zahlreiche verschiedene täglichen Lebensmittel-Einkauf Herausforderungen und Grenzen Einfluss Gerbereien in Indien auf
Gütesiegel und Labels, die infor- sind wir mit einer Vielzahl von der Sozial- und Solidarökonomie ihre unmittelbare Um-gebung
mieren über Standards bei der Labels und Gütezeichen konfron- (SSE) in 55 Gebieten Europas und nehmen. Dafür wurden Gesprächen
Herstellung der Schuhe. Grund- tiert. Aber was bedeutet das jewei- der Welt“ wird die im Projekt SuSY mit ArbeiterInnen und anderen
sätzlich ein Fortschritt, aber das lige Zeichen eigentlich genau? durchgeführte Recherchearbeit in Betroffenen geführt, sowie Boden-
macht es auch schwierig im Güte- Wer steckt dahinter? Ist es unab- Europa und neun außereuropäi- und Wasserproben genommen. Die
siegel-Dschungel die Orientierung hängig oder einfach nur eine Eigen- schen Ländern dokumentiert. Die Ergebnisse sind erschütternd. Die
zu behalten. Hier hilft der neu marke? Geht es über Mindeststan- deutsche Kurzfassung umfasst 80 Gesundheit ganzer Gemeinschaften
ausgearbeitete Label-Check für dards hinaus oder gaukelt es uns Seiten und steht auf ist stark beeinträchtigt, weil das
Schuhe, den die Clean Clothes nur schöne Berglandschaften vor? www.suedwind.at/susy Grundwasser verschmutzt ist und
Kampagne allen Interessierten mit Dieser Label-Check von Südwind zum Download zur Verfügung. Abfälle aus dem Gerbereiprozess
auf den Weg gibt. Neben bereits und GLOBAL 2000 ist im Rahmen Ebenso dort zu finden ist die im unsachgemäß entsorgt werden.
bekannten Siegeln aus dem Beklei- des europaweiten Projekts „Sup- Projekt entstandene Videorepor- Noch schlimmer trifft es die Arbei-
dungsbereich werden für die plyChainge – Make Supermarkets tage, die Good-Practice-Beispiele terInnen in den Gerbereien selbst.
Schuhproduktion relevante Labels Fair!“ entstanden und gibt Orientie- des solidarischen Wirtschaftens Sie sind giftigen Chemikalien un-
vorgestellt und hinsichtlich ihrer rung. Jedes Label wird in den Kate- rund um die Welt vorstellt. Die Pro- geschützt ausgesetzt und leiden
sozialen Nachhaltigkeit bewertet. gorien Sozialstandards, Umwelt- jektergebnisse werden im Jänner unter Haut- und Atemwegser-
Den Label-Check gibt es als aus- standards, Standards für Tierwohl 2018 im Europäischen Parlament krankungen. Dafür erhalten sie nur
führliche 40-seitige Broschüre und sowie Transparenz und Glaubwür- präsentiert und ein Positionspapier einen Hungerlohn. Download unter:
als „Pocket“-Variante für unterwegs digkeit bewertet. an die Politik übergeben. www.cleanclothes.at
zu bestellen unter www.suedwind.at/handeln/
www.cleanclothes.at shopping-guides
© Webhofer26 Vision
© Karl Grabherr
Weltbewusstsein ist jetzt wichtiger denn je.
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Themen wie Klimawandel, Migration, Ressourcenknappheit, etc.
und begegnet diesen mit globalen Lösungsansätzen. Es eröffnet
so einen Blick über Grenzen hinweg. Das Südwind-Magazin Jetzt ein
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schafft Weltbewusstsein und ist für eine zukunftsfähige und
von Nicole Wesner
demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft unverzichtbar.
Im Alter von 32 Jahren habe ich durch einen Zufall Mittlerweile halte ich darüber auch Vorträge, denn ich
meine Liebe zum Boxsport entdeckt. denke, dass diese Dinge nicht nur für den Sport, son- Nach dem kompletten Förderstopp durch die Österreichische bestellen!
Das Boxen ist plötzlich durch einen großen Zufall – dern auch für andere Bereiche im Leben Gültigkeit Entwicklungszusammenarbeit Anfang 2017 ermöglichen unsere
über ein Schnupperangebot im Fitnessstudio, wo ich haben.
eigentlich Yoga machte – und mit einem großen Knall in Auch für das Weltverbessern. Wer will, wer den Sinn AbonnentInnen das Fortbestehen des Südwind-Magazins. Treten wir
mein Leben getreten und hat es auf den Kopf gestellt. sieht, wird Kraft haben die Dinge anzupacken und gemeinsam für den Erhalt der Meinungsvielfalt in den Medien ein und erhöhen wir
Eigentlich wollte ich nur einmal in meinem Leben sich auch Kämpfen zu stellen: weitgehend unabhängig
einen richtigen Kampf machen, doch meine Leiden- vom eigenen Alter, der Meinung anderer oder der
das Weltbewusstsein in unserer Gesellschaft!
schaft und Ehrgeiz wurden immer größer. Ich trai- Größe des Gegners.
nierte mehrmals am Tag, gab meinen Job als Marke- Heute bin ich 40 Jahre alt und immer noch amtierende Sichern Sie daher den Fortbestand des Südwind-Magazins und
ting Managerin eines großen Konzerns auf und war Weltmeisterin. Wie lange ich noch boxen werde?
plötzlich Leistungssportlerin – in einem Alter, in dem So lange es mir Spaß macht! Wenn ich meinen Körper bestellen Sie jetzt ein Abo, empfehlen Sie uns weiter oder verschenken
andere bereits ans Aufhören denken. hege und pflege, dann kann ich sicher noch viele Sie ein Jahres-Abo des magazin.at Nr.
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Die meisten haben mich für komplett durchgeknallt Jahre boxen. Auch Yoga hilft mir dabei.
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magazin Südwind-Magazins.
Südwind
gehalten, aber wenn man etwas liebt und alles gibt, „Finde heraus, was du tun willst, und tu es dann aus
dann ist wirklich sehr viel möglich: Nach dem Sieg der vollem Herzen“, soll Buddha gesagt haben. Für mich
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Politik, Kultur und
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nationalen Meisterschaften im Amateurboxen boxte ist das wichtigste meinen Job mit dem ganzen Herzen und Trend:
: Thomas Kussin,
Tätowierte Welt
ich international, wurde Profiboxerin und schaffte es auszuüben und ich weiß, dann sind viele Dinge m öglich.
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Südwind
40, 1080 Wien •
tatsächlich Weltmeisterin zu werden.
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zin, Laudongasse
EU-Afrika:
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Seit drei Jahren verteidige ich nun erfolgreich den Nicole Wesner hat in Deutschland und Frankreich Komplexe
Beziehungen
1027-4987 • P.b.b.
Titel – und das, obwohl mir alle gesagt haben, ich sei International Business studiert und in verschiedenen
38. Jahrgang : ISSN
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Internationale Politik, Kultur und Entwicklung
Sich verändern, gewinnen oder Erfolg haben ist meisterin, arbeitet als Personal Trainerin für Boxen & Österreich
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