MALEDIVEN 2014 on tour mit der Nooraanee2

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MALEDIVEN 2014 on tour mit der Nooraanee2
MALEDIVEN 2014
        on tour mit der Nooraanee2

Die Planung der ersten Reise ins tropische Salzwasser war eine besondere
Herausforderung für den Zwettler Fischerstammtisch. Um mit der gewohnten
Professionalität an die Sache heranzugehen, nahmen wir uns zwei Jahre Zeit für die
Vorbereitung. Das hört sich momentan viel an, wie sich aber zeigen sollte, war der
Zeitrahmen durchaus nötig, um gut gerüstet an unser „Projekt Malediven„
heranzugehen.

                               DIE VORBEREITUNG

Relativ schnell wurden wir uns einig, dass wir eine Big Game Safari einem
Fischercamp vorziehen werden. Der Vorteil lag auf der Hand, während bei einem
Camp nur die Umgebung zum Angeln zur Verfügung steht, ist man auf einer Yacht
mobil und kann größere Bereiche befischen. Es gibt verschiedene Anbieter auf den
Malediven, am besten gefiel uns aber von Beginn an die NOORAANEE2.

Den ersten Kontakt mit Ahmed Ibrahim gab es bereits im Dezember 2011 und nach
Fixierung des Reisetermines von 14.-24. Jänner 2014 leisteten wir eine Anzahlung
von 20% der Reisekosten. Jetzt war alles fix und wir konnten uns auf die Ausrüstung
konzentrieren.

Ein jähes Ende unserer Vorfreude auf die Reise ereilte unsere Gruppe etwa eine
Woche vor der geplanten Abreise. Die Restzahlung unserer Reise an den
Bootseigner war kurzfristig „eingefroren“ worden. Das Geld war zwar von unserem
Konto weg, der Empfänger hatte aber keinen Zugriff darauf. Grund dafür war, dass
Zahlungen ab einer entsprechenden Höhe einer Überprüfung in Richtung „Verdacht
der Terrorfinanzierung“ unterzogen werden. Wir konnten die von der Bank
geforderten Daten des Empfängers relativ rasch übermitteln, die Freigabe ließ jedoch
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bis zum Tag vor unserer Abreise auf sich warten. Als am 13.01.2014 das erlösende
Email von Ahmed eintraf, in dem er bestätigte, dass er Zugriff auf das Geld hatte, fiel
uns allen ein Stein vom Herzen.

Bei künftigen Reisen werden wir jedenfalls die Beträge teilen bzw. mehrfach
überweisen, damit wir mit solchen Problemen nicht mehr konfrontiert werden.
Trotzdem ist sehr interessant, dass nur weil jemand einen moslemischen Namen hat
und Geld überwiesen bekommt, sofort „Verdachtsmomente“ im Raum stehen ….. die
NSA lässt grüßen.

                                    DIE ANREISE

Mit QATAR AIRWAYS ging die Reise von Wien-Schwechat mit kurzem
Zwischenstopp in Doha nach Male. Die Zwischenlandung war zum Beine vertreten
sehr angenehm und machte den Flug kurzweiliger. Wir hatten bei An- und Abreise
Nachtflüge gewählt und somit volle 9 Angeltage und 8 Nächte an Bord zur
Verfügung.

   Team Malediven 2014 (v.l.n.r.) :     Bernhard, Jürgen, Rudi, Willi und Reinhard
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Wir kamen am 15.01.2014 um 07.40 Uhr am International Airport in Male an.
Ahmeds Bruder, sowie Ayya, Mohammed und Amo von der NOORAANEE2
erwarteten uns schon beim Ausgang. Wir überquerten mit unserem Gepäck die
Straße vor dem Flughafen, wo schon das Beiboot auf uns wartete. Damit wurden
zuerst wir die letzten ca. 200 Meter zur NOORAANEE2 gefahren, und dann holten
die Jungs unser gesamtes Gepäck. Jeder hatte in etwa 47 kg Gepäck dabei (30 kg
Freigepäck – 10 kg Sportgepäck – 7 kg Handgepäck). Während wir an Bord einen
Begrüßungsdrink serviert bekamen, wurde das Gepäck schon zu den Kabinen
gebracht und der Anker gelichtet. Keine 30 Minuten nach der Landung waren wir
schon mit „unserer Yacht“ auf dem Weg aus dem Hafen. Kein Transfer, kein Stress
– angekommen und der Urlaub konnte beginnen – das war einfach nur fantastisch.

                                   DAS BOOT

Die NOORAANEE2 ist eine sehr universell einsetzbare Yacht mit wenig Tiefgang, die
mit ihren 22,5 Metern Länge und 6,5 Metern Breite für eine Maximalbelegung mit bis
zu 18 Gästen und 5 Mann Besatzung ausgelegt ist.
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Die 6 klimatisierten Kabinen sind mit je einem Doppel- und einem Einzel-Etagenbett
ausgestattet. Jeder Kabine ist ein kleines Bad mit WC, Dusche und Waschbecken
angeschlossen. Die Ausstattung ist einfach, zweckmäßig und sauber.

                            3-Bett Kabine, Bad und WC
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Der Deckbereich ist für 3-4 Angler optimal zum Werfen geeignet. Die überdachte
Sitzgelegenheit bietet ausreichend Platz für die Gerätemontage und zum Relaxen.

                                    Casting Deck

Die Bordtechnik ist mit GPS, Kartenplotter und Echolot/Fishfinder gut gerüstet. Für
Entertainment am Abend steht ein Flat-TV mit DVD-Player und WLAN (gegen eine
geringe Gebühr) zur Verfügung.

Die NOORAANEE2 besitzt eine Meerwasserentsalzungsanlage, die täglich 3000
Liter Süßwasser produziert. Damit ist genügend Süßwasser für Dusche und
Tacklepflege vorhanden.

Am Heck der Yacht befinden sich 6 Rutenhalter für Trollingruten. Der Platz ist aber
leider stark eingeschränkt und so haben wir maximal mit 3-4 Ruten geschleppt. Wie
üblich wird auch das Dhoni hinten nachgezogen, was den Einsatz weiterer Ruten
und des Teaser Dredges praktisch unmöglich machte.

Für eine reine Angelreise ist die Belegung der NOORAANEE2 mit 5 bis 6 Anglern
optimal.
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  Siva zauberte täglich köstliche Fischgerichte in der Bordküche

Das Schnellboot kann zusätzlich (auch tageweise) gebucht werden.
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Ahmed erfüllt im Vorfeld auch Wünsche was die Verpflegung und Getränke betrifft.
Die NOORAANEE2 hat eine Lizenz um Ausschank von Alkohol und so steht einem
gepflegten Bierchen am Abend an Deck nichts im Wege.

                                DIE REISE BEGINNT

Nachdem wir mittlerweile schon über 20 Stunden auf den Beinen waren und
eigentlich im Flieger nicht geschlafen hatten, war Zeit sich mal gemütlich an Deck in
den Schatten zu setzen und ein Bierchen zu genießen. Wir wollten es ruhig angehen
und eigentlich ein paar Stunden schlafen. Da hatten wir aber die Rechnung ohne
Captain Ibrahim gemacht.

Einfach „dahinschippern“ war auf einer Angelsafari für ihn nicht drin. Bereits nach
kurzer Zeit gab er mir mit Nachdruck zu verstehen, dass es Zeit wäre die Trolling-
ruten rauszulassen. Da half auch die holprige Erklärung von den „gemütlichen
Österreichern“ nichts, das Gerät musste montiert werden.

Also raus mit den Ruten, Rollen, Vorfächern und Ködern. Der Esstisch war gerade
groß genug um unser ganzes Big Game Zubehör übersichtlich zu zeigen.

Die Route führte uns vorerst innerhalb des Male Atolls in nördlicher Richtung.
Eigentlich wollten wir ja unsere Tour in den Norden östlich des Atolls antreten, aber
der Wind war relativ stark und so war es sicherer sich im Innenatoll zu bewegen.

Es dauerte eine Zeit bis wir alles für den Trolling-Einsatz wieder aus den Koffern aller
Mitfahrer „gefiltert“ hatten. Die Teile des Downriggers waren in Einzelteilen verstaut,
die Ruten, Rollen, Köder, Haken und Kleinteile aufgeteilt und irgendwo zwischen
dem Rest verpackt worden.

Nach etwa zwei Stunden waren endlich die Trollingruten bereit für den Einsatz. Der
MAXEL Downrigger wurde von uns zusätzlich mit extra starken Kabelbindern aus der
Abteilung „Gerüstbau“ gesichert und jede Rute bekam noch eine Sicherungsleine
verpasst. Es war ein sehr gutes Gefühl, als wir die Oberflächenköder und Wobbler
endlich rausließen. Es war „angerichtet“.
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              Das Reise-Fischerstammtisch-Polo, designed by Jürgen

Zwischenzeitlich wurde uns schon ein köstliches Frühstück bereitet und speziell die
Toastecken mit Tunfisch-Füllung waren eine kulinarische Sensation.

Danach fühlten wir uns soweit gestärkt um auch die Ausrüstungen für das Popper-
und Jigangeln vorzubereiten. Den Nachmittag verbrachten wir mit der Anfahrt
verschiedener Angelstellen wo abwechselnd Poppern und Jiggen angesagt war.
Leider blieben wir bis auf ein paar Nachläufer noch ohne Fisch.

Auch beim Trolling tat sich bis auf einen kurzen Anfasser auf die Oberflächenköder
an diesem Tag nichts mehr.

Nachdem die Anker an der nördlichen Spitze des Male Atolls, in unmittelbarer Nähe
der Insel Kagi gesetzt waren, gönnten wir uns mal alle einen Sprung ins herrlich
warme Wasser des indischen Ozeans. Darauf wurde noch Rainbow Runner in
Zwiebel und Knoblauch gebraten, Reis und ein paar andere köstliche Gerichte zum
Dinner serviert. Nach einem Gute-Nacht-Bier ging es schließlich nach fast 40
Stunden endlich ins Bett.
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Tag 2:

Die harten Betten in unseren Kabinen war keiner von uns gewöhnt, deshalb klagten
beim Frühstück alle mehr oder weniger über Rückenschmerzen. Die waren aber
nach 5 Minuten wieder weg und alle waren guter Dinge, denn wir starteten um 07.00
Uhr schon vor dem Frühstück mit einer Runde Popperfischen. Das Ziel war das
Außenriff des Gaafaru Atolls. Der Wind hatte noch immer nicht abgeflaut und deshalb
war es schwierig einen sicheren Stand an Deck zu finden. Wir teilten uns schließlich
so auf, dass 2 Mann am Vorderdeck, 1 Mann direkt am Bug und ein Mann auf dem
Dach des Bootes fischten. Ich bekam nach wenigen Würfen den ersten Biss auf
meinen Starwalker Stickbait in schwarz/silber und hakte einen Red Bass mit ca. 4 kg,
den wir gleich wieder in sein Element entließen.

Schon etwa eine halbe Stunde später konnte ich gleich nochmal nachlegen und der
erste GT unserer Reise wurde erfolgreich gekeschert. Mit ca. 5 kg zwar kein Riese,
aber meine Freude war trotzdem riesengroß.
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Jetzt kam Bernhard langsam auf Touren und nach einem kleinen GT landete er eine
Coral Trout mit ca. 10 kg. Die Besatzung meinte zwar, es wäre ein Grouper, aber
egal, der Fisch schmeckte jedenfalls zum Dinner hervorragend.
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Auch Rudi wurde noch vormittags mit seinem ersten GT belohnt, der sich in von der
Größe her zwischen den beiden ersten GT´s einreihte. Wir hatten noch mehrere
Fehlbisse, was nach Einschätzung unseres Captains an den verwendeten
Einzelhaken lag. Er empfahl uns auf Drillinge umzustellen, wir blieben aber unserer
Einzelhakenphilosophie treu.

Während des ganzen Tages begleiteten uns ständig Mantarochen mit Durchmessern
von ca. 2-3 Metern. Es waren bis zu 3 Stück immer in Sichtweite. Sie präsentierten
sich rund ums Boot was alle sichtlich beeindruckte.

Nach dem Mittagessen ereilte uns ein kräftiges Gewitter mit Starkregen. Danach
flaute der Wind merklich ab und der Seegang beruhigte sich etwas. Captain Ibrahim
beschloss daraufhin gleich den Channel zum Lhaviyani Atoll zu überqueren, da die
Wettervorhersage keine Besserung erhoffen ließ. Die Überfahrt gestaltete sich
trotzdem recht rau und wir kreuzten noch eine Gewitterfront auf dem Weg zum
Lhaviyani Atoll. Kurz vor unserer Ankunft entdeckte der Captain einen Yellowfin
Schwarm und wir wechselten die bis jetzt geschleppten Fransenköder auf Rapala
Wobbler und einen Spro Cika. Der Captain gab Anweisung die Köder auf ca. 80
Meter rauszulassen. Leider kreuzte Ibrahim dann in sehr engen Achterschleifen den
Schwarm, was zu einem Schnursalat aller drei ausgelegten Ruten und keinem Biss
führte. Schade, die Chance war vertan, denn bis wir neu montiert hatten, war der
Schwarm lange weg.

Das letzte Stück unserer Fahrt begleiteten uns noch einige Delphine bis wir nach ca.
4,5 Stunden an der Westseite des Lhaviyani Atolls ankamen. Die Anker fielen bei der
Insel Meedhaahuraa ins Wasser, wo wir über Nacht blieben. Im türkisen Wasser
schwammen wir alle noch eine Runde, bevor unser Fang als köstliches Abendessen
aufgetragen wurde. Den Abend ließen wir an Deck mit ein paar Bierchen unter dem
Vollmond ausklingen.
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Tag 3:

Nach dem Aufwachen ließen wir die Trollingruten wieder ins Wasser und auf ging es
Richtung Süden zur äußersten Spitze des Atolls. Von dort aus wollten wir entlang der
Ostküste, das sogenannte Long Reef mit Poppern und Sticks befischen.

Plötzlich um 09.00 Uhr - Biss an der Trolling-Rute – ganz klassisch auf Rapala
Magnum im blauen Makrelendesign (22 cm). Die Männer hatten mir netterweise als
Dank für die Organisation unserer Reise den ersten Biss geschenkt und so legte ich
so schnell es ging den Black Magic Equalizer Gimbal an.

Ich schob die Bremse in Richtung Strike-Position und versuchte so schnell es ging
Schnur zu gewinnen. Der Captain hatte zwischenzeitlich die Fahrt herausgenommen
und ich bekam den ersten Fischkontakt. Sofort nahm der Fisch kräftig Schnur und ich
musste den Druck erhöhen, da der Schnurvorrat schnell weniger wurde. Der Fisch
hatte sich natürlich ausgerechnet die leichteste Kombo ausgesucht. Die SHIMANO
TLD 30 hat mit 50 lbs Mono gerade mal knappe 300 Meter Schnurfassung.

Captain Ibrahim meinte mittlerweile es wäre besser ins Dhoni steigen und dem Fisch
nachzufahren. Da ich aber gerade wieder einiges an Schnur zurückgewinnen konnte,
beschloss ich es noch einmal von Bord der Nooraanee2 zu versuchen. Es passte
alles und ca. 15 Minuten später landete die Crew einen richtig dicken Yellowfin Tuna
mit exakt 30 kg.

Was für ein tolles Gefühl - mein erster „Big Game Fisch“ und gleich hat alles
geklappt. Meine Freunde waren unglaublich flink beim Einholen der übrigen Ruten,
Jürgen hat mir in den Gimbal geholfen und anschließend gefilmt. Reini und Berhard
bedienten die GoPro - alles ein Ergebnis fabelhaften Teamworks.

Wir drehten noch eine Runde konnten aber bis auf einen kurzen Biss keinen
weiteren Fisch mehr landen.
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Der erste Fang beim Trolling – Yellowfin Tuna – 30 kg
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Im Anschluss daran wollten wir mal ausgiebig werfen. Den ganzen Nachmittag
versuchten wir unser Glück an den schönsten Riffkanten des Long Reef, aber bis auf
einige Nachläufer geschah soweit nichts. Das war nicht weiter schlimm, denn der
unglaubliche Ausblick versöhnte uns. Schließlich konnte Jürgen noch unsere Ehre
retten und einen GT präsentieren.

Danach war aber Feierabend und trotz fleißigen Werfens interessierte sich kein
weiterer Flossenträger für unsere Popper und Sticks.

Die kommende Nacht ankerten wir im Hafen der Insel Kurendhoo im Lhaviyani Atoll.
Unser Captain und ein Teil der Crew stammen von dieser Insel. Da am 18.01.2014
die Wahlen des Inselparlaments abgehalten wurden, stimmten wir gerne zu hier über
Nacht zu bleiben, um allen Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben. Wir
nützten die Chance für einen Abendspaziergang durch die Straßen der Insel. Der
Wahlkampf war noch voll im Gange und überall hingen Fahnen der wahlwerbenden
Parteien in pink und gelb. Auffallend freundliche Menschen wohin das Auge reichte
und selbst die jüngsten Mädchen waren hübsch gestylt. Junge Burschen fuhren mit
Mädels am Sozius ihrer Mopeds durch den Ort alle lächelten freundlich.
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Auch die junge, hübsche indische Krankenschwester nützte die Gelegenheit auf ein
Schwätzchen mit uns. Bis auf das Krankenhauspersonal war die Klinik aber leer - ein
gutes Zeichen.
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Den lauen Abend verbrachten wir am Oberdeck unseres Bootes mit Blick über den
Hafen. Wissend, dass wir am nächsten Morgen nicht vor 08.30 Uhr auslaufen
werden, ließen wir es ausnahmsweise mal ein wenig später werden. Mittlerweile
hatten wir uns auch an die harten Betten gewöhnt.

Tag 4:

Noch bevor wir ausliefen machten Rudi und ich noch die Trollingruten fertig. Außen
ließen wir wieder Oberflächenköder laufen und der ILAND Ilander 400 in blau/weiß
erhielt einen schönen Bauchstreifen und war somit bereit für seinen ersten Einsatz
am Downrigger. Wir ließen den Z-Wing 500 am Maxel Downrigger ca. 15 Meter in die
Tiefe gleiten. Fixiert an Gummiband und Duo Lock Wirbel ließen wir den Köder, der
bereits ca. 50 Meter hinter dem Boot lief, folgen. Es war gerade mal die Bremse
eingestellt, als auch schon die Ratsche laut kreischte. Diesmal war Bernhard an der
Reihe und schlüpfte in den Gimbal. Unser Captain stoppte die Motoren und der Drill
konnte beginnen. Es war gegen 09.00 Uhr, als die Crew einen guten Wahoo mit 13,1
kg und 125 cm Länge gaffen konnte. Ein wunderschöner Fisch und ein glücklicher
Fänger mehr an Bord.
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Wir waren von Kurendhoo westlich entlang des Außenatolls unterwegs und
übersetzten am Nachmittag zu den Atollen Raa und Baa.

Heute war es endlich soweit, der Wind flaute ab und es blieb den ganzen Tag sonnig
und sehr heiß. Nachdem wir beim Trolling keinen weiteren Biss bekamen, beschloss
Captain Ibrahim am Nachmittag von einem Riff zum nächsten zu pilgern. Leider
waren Windstille und Hitze auch keine Bissbringer. Erst ab 16.30 Uhr hatten wir
wieder ein paar Fehlbisse zu verzeichnen. Dies aber auch erst, nachdem uns
Captain Ibrahim eine (längst fällige) Lehrstunde im Führen von Stickbaits verordnet
hatte. Es war aber wie verhext und kein Fisch wollte hängenbleiben.

Schließlich ging es zum Ankerplatz inmitten des Raa Atolls nahe der kleinen Insel
Furaveri im südlichen Bereich des Innenatolls.

Heute war noch Nachtfischen angesagt, da wir ca. 50 Meter Wassertiefe unter dem
Kiel hatten. Die Strömung war so stark, dass selbst 500 Gramm Blei weit abdrifteten
bevor wir Grundkontakt bekamen. Die Köder blieben aber bis 23.00 Uhr unberührt
und so gingen wir lieber in die Kojen und ließen das Nachtfischen sein.

Tag 5:

Heute ging es schon vor dem Frühstück an die Riffe am westlichen Raa Atoll. Mit
Poppern und Stickbaits warfen wir unermüdlich in Richtung Riff. Zuerst gab es ein
paar Fehlbisse, dann hatte ich endlich einen wirklich guten GT am Band. Leider riss
nach kurzem Drill die gespleißte Schlaufe der Hauptschnur und der Fisch war mit
meinem Stickbait weg. Die Montage hatte ich am Abend davor komplett neu
gebunden und es ist mir ein Rätsel wie die Schlaufe reißen konnte. Ok, weiter ging
der Reigen am Riff. Kurz darauf der nächste Biss - wieder ein guter GT und auch der
Fisch stieg nach kurzem Drill leider aus.

Einmal mehr war es Jürgen der uns zeigte wie es geht, indem er einen guten GT mit
ca. 10 kg fing. Kurz darauf legte er noch einen schönen Bluefin Trevally nach, der
uns zum Abendessen bereitet wurde.
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Giant Trevally und Bluefin Trevally
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Beim Übersetzen zum nächsten Riff, schrie unser Captain plötzlich: "Rapala out -
quick!" Das war ein untrügliches Zeichen, dass er einen Yellowfin-Schwarm entdeckt
hatte. Tatsächlich kam ein großer Yellowfin-Schwarm geradewegs auf uns zu. Man
sah die Thune aus dem Wasser springen und die Möwen begleiten das Schauspiel.

Ibrahim übergab das Ruder an seinen Co-Captain Ayya und schrie zu mir rüber:
"Come on brother - we take the Dhoni - just grab your Stickbait rod and let´s go." Das
ließ ich mir nicht zweimal sagen und ich sprang mit meiner HOTS Gipang 83H
bewaffnet ins Boot.

Was nun folgte kann man getrost als eine "wilde Jagd" bezeichnen. Wir hetzten auf
dem kleinen Beiboot dem Yellowfin-Schwarm hinterher und stoppten immer nur auf
ein bis zwei Würfe. Gleich beim zweiten Halt wies mich der Captain an, weit in
Richtung Schwarm zu werfen, den Stick zuerst kurz aggressiv und dann langsam zu
führen. Zack - fuhr es wie ein Blitz durch die Rute und die äußerst stark eingestellte
Bremse meiner Shimano Stella 10000FA gab nur widerwillig Schnur frei. Nach
kurzem aber heftigem Drill lag mein erster Yellowfin auf Stickbait im Boot. Mit 11,7 kg
kein Riese aber ein guter Gegner am Spinngerät.
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Ein paarmal fuhren wir den Schwarm noch an und tatsächlich konnte ich noch einen
zweiten Yellowfin mit 12,5 kg landen. Das war´s, wir fuhren zurück zur Nooraanee2.

Dort waren die Männer gerade dabei einen weiteren Yellowfin zu wiegen, den Jürgen
zwischenzeitlich beim Trollen gefangen hatte. Diesmal war der Spro Cika im
Makrelendesign erfolgreich. Der Fisch hatte 10,7 kg und war ausgesprochen schön
gefärbt.
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Nun war es schon 13.30 Uhr und endlich Zeit für unser Mittagessen. Doch die
Yellowfins wollten weiter beißen und so blieb das angerichtete Essen vorerst einsam
stehen, denn „Lady Tiagra“ sang wieder ihr schönes Lied.
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Diesmal war Rudi an der Reihe und er drillte seinen Tuna souverän. Ein
ausgesprochen schöner Yellowfin mit 20,7 kg wurde vom Captain und dem
Schiffsjungen gegafft.

Nach dem Essen stoppte der Captain noch an ein paar guten Stellen zum Jiggen.
Gleich bei den ersten Drops ging Bernhard ein guter Rosy Jobfish an den Haken.

Gleich darauf war noch ein kleiner Tomato Cod auf meiner Rute und dann starteten
wir noch eine Runde Trolling, denn die Yellowfins waren wieder in Sichtweite.

Jürgen und Bernhard fuhren mit Captain Ibrahim im Dhoni den Schwärmen nach,
während Reini, Rudi und ich in der Nooraanee2 blieben. Jetzt war Reinhard an der
Reihe und schon nach kurzer Zeit liefen gleichzeitig zwei Trollingruten ab. Wir
dachten sofort an einen Double Strike, leider hatten sich aber die Leinen verwickelt
und das machte die Sache nicht gerade einfacher. Reini drillte den Fisch an einer
Rute während Amo und ich versuchten die zweite Schnur samt Vorfach und Köder
dabei zu entfernen. Bis das schließlich gelungen war, stand der Fisch genau unter
dem Boot. Reini folgte dem Fisch bis an den Bug und dort drillte er den Fisch
schließlich an die Oberfläche. Noch ein Yellowfin Tuna mit 11,7 kg an Bord.
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Was für ein außergewöhnlicher Tag. Wir ankerten schließlich im Inneren des Raa
Atolls, nahe der Insel Fasmendhoo. Zum Abendessen gab es diesmal neben
leckeren Tunasteaks auch noch Sashimi, wie es frischer nicht sein konnte.
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Nach dem Abendessen machten sich im Scheinwerferlicht hinter dem Boot einige
Bonitos an die unzähligen kleinen Schwarmfische heran. Mit einem kleinen Wobbler
konnte Bernhard ein paar der kleinen Räuber fangen. Zwei Stück gingen als Livebait
in Richtung Grund und die anderen in die Küche. Als die Bonitos schließlich weg
waren, tauchten plötzlich Squids auf. Die waren aber irgendwie schlauer als wir,
denn es ließ sich keiner von uns fangen. Das galt übrigens auch für die ausgelegten
Livebaits, auch hier gab es leider keine Berührung.

Dieser Tag, den wir fast ausschließlich vor dem Bodu Faru Riff verbracht hatten, wird
als "Yellowfin Day" in die Geschichte des Fischerstammtisches eingehen.

Tag 6:

Heute startete Captain Ibrahim schon gegen 06.30 Uhr die Motoren und ließ die
Anker liften. Wir fuhren vom Ankerplatz los in Richtung Außenriff des Raa Atolls und
kurz darauf ließen wir schon zwei Rapala Wobbler hinter dem Boot raus. Bald darauf
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ein Strike, diesmal aber leider kein Yellowfi, sondern ein Zivilisationssünde in Form
eines Plastiksacks.

Der nächste Stopp galt einer Runde Jigging. Diesmal sicherte Rudi mit einem
Tomato Cod unser Abendessen und mir ging ein Green Jobfish an den Haken.
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Das war auch schon alles und wir fuhren weiter um die Riffe im Nahbereich mit
Stickbaits und Poppern zu befischen. Hier konnte Bernhard wenigstens einen sehr
schönen Red Bass fangen, denn sonst blieben die GT´s unseren Ködern fern.

Nach dem Mittagessen hatte endlich auch Reini Erfolg beim Poppern. Eine neue
Gattung in unserer Liste - diesmal war ein Big Eye Trevally an Deck gekommen.
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Die nächsten Stunden verbrachten wir auf der kleinen Insel Kottafaru mit
Schnorcheln und Baden. Eine willkommene Abwechslung und gleichzeitig Erholung
für die geschundenen Wurfarme.

Am späteren Nachmittag versuchten wir nochmal beim Poppern unser Glück, doch
vergebens. Wir fuhren schließlich zum Ankerplatz nahe der Insel Giraavaru und
ließen den Tag mal gemütlich ausklingen. Nicht mal einen Groundbait ließen wir
diesen Abend runter und um 21.30 Uhr waren alle im Bett.

Das könnte auch am fantastischen Abendessen gelegen haben. Diesmal gab es
Tomato Cod im Ganzen gebraten, Red Bass in Curry Sauce und Tunasteaks natur.
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Die Beilagen mussten wir fast sein lassen, so viel ausgezeichneter Fisch wurde
serviert.
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Tag 7:

Der siebente Tag unserer Reise ging gleich gut los. Gleich am Morgen fing Bernhard
einen stattlichen Bluefin und Jürgen einen Big Eye Trevally.
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Endlich waren auch Popper mal erfolgreich und auch der Lieblingsköder von
Bernhard - der Savage Gear Freestyler - konnte wieder punkten.

Nach dem Frühstück bekam Jürgen einen hammerharten Biss auf seinen River2Sea
Dumbbell Pop 200 in pink/weiß. Ein großer GT hatte sich den Köder geschnappt und
war nicht zu stoppen. Trotz starker Bremseinstellung der Shimano Stella 10000FA
hatte der Fisch schon zwei Drittel der 80 lbs Jerry Brown Hollow abgezogen. Der
Captain beschloss das Dhoni zu benutzen, um dem GT zu folgen. Kurz nachdem
beide bereits im Beiboot waren und es losgehen konnte plötzlich ein kurzer Schlag
durch die Rute und die Schnur war ab. Die Hauptschnur war mittig gerissen. Lange
Gesichter am Boot, denn es war wie ein Fluch - die großen Fische rissen entweder
ab oder schafften es sich von den Haken zu lösen.

Am späteren Vormittag ging dann Jürgen wenigstens noch ein wunderschön
gezeichneter Potatoe Grouper an den Haken, den wir zum Abendessen wiedersehen
sollten.
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Rudi fing zwischenzeitlich den ersten und leider auch einzigen Dogtooth Tuna dieser
Reise auf Stickbait.

Plötzlich war ein Yellowfin-Schwarm in Reichweite und die Fische sprangen fast
direkt vor unseren Füßen aus dem Wasser. Alle Köder flogen in Richtung Schwarm,
doch außer einem Anfasser bei Bernhard konnten wir keinen Tuna haken. So schnell
wie sie gekommen sind, waren die Tunas auch schon wieder weg.

Kurz darauf war schon wieder Bernhard am Drillen und der große Fisch forderte
alles. Leider schaffte es auch dieser Fisch sich in einen Korallenstock zu flüchten und
wieder riss die Hauptschnur.

Zur Versöhnung, fing Bernhard aber dann noch am Vormittag einen kapitalen Red
Bass der Klasse 10 kg+.
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                 Kugelrund wie ein Karpfen – Bernhards Red Bass

Das war´s dann, bis auf eine Menge Fehlbisse waren keine Erfolge mehr zu
verzeichnen. Die Arme waren lang und schmerzten alle Angler gewaltig. Nach dem
Mittagessen, wo wir den Bluefin Trevally vom Vormittag verzehren durften, ging es
für die meisten von uns mal in Ruhestellung.

Zuvor ließen wir aber noch einen ILAND Ilander in blau/weiß und einen Moldcraft
Wide Range in gelb/grün hinter dem Boot raus. Beide Köder garnierten wir wieder mit
Bauchlappen unserer letzten Fänge. Wir schleppten nun westlich des Raa Atolls in
nördlicher Richtung und dann weiter Richtung Osten zum Noonu Atoll.

Kurz bevor wir unseren Ankerplatz in unmittelbarer Nähe der Insel Holhudhoo im
südlichen Teil des Noonu Atoos erreichten, konnte noch ein Wahoo dem Ilander Lure
nicht wiederstehen. Ich war an der Reihe zu drillen und so durfte ich nach kurzem
Drill einen 114 cm Wahoo an Bord holen.
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Innerhalb weniger Minuten war der Fisch in handliche Filets zerlegt und in der
Gefriertruhe verschwunden.

Zum Abendessen wurde der Grouper im Ganzen serviert, wahrlich ein
Gaumenschmaus.

Nachher versuchten wir noch unser Glück mit kleinen Jigs im Scheinwerferlicht am
Heck der Nooraanee2. Jürgen hakte einen kleinen Barracuda, der kurzerhand als
Livebait umfunktioniert wieder zu Wasser gelassen wurde. Große Schwärme kleiner
silberner Fische wurden ebenso vom Licht angelockt. Dieses Schauspiel lockte auch
andere Räuber wie Needlefish und Squids an.

Die kleineren Tintenfische ließen sich nicht vom zu großen Squidlure in Orange
verführen. Später kam aber noch ein richtig großer Squid ans Boot der den Köder
sofort nahm. Der Koch freute sich über diese Ergänzung im Speiseplan.
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Tag 8:

Unser Weg führte uns schon früh zu den Riffen am südlichen Ende des Noonu Atolls.
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GT-technisch war es wieder Jürgens Tag. Er konnte gleich 2 gute GT´s mit ca. 12
und ca. 15 kg präsentieren.
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Nach ein paar weiteren Driften mussten wir aber los, denn für unsere Rückreise in
Richtung Süden wurde es höchste Zeit. Beim Überqueren des Channels in Richtung
Lhaviyani Atoll ließen wir wieder 3 mit Fischstreifen garnierte Trollinglures hinter dem
Boot spielen. Die mittlere Rute lief wieder mit dem ILAND Ilander am Downrigger.

Der nächste Biss kam wieder am Downrigger und plötzlich schraubte sich ein
massiger Körper aus dem Wasser. „Sail on“ – schallte es über das Deck und
Bernhard übernahm die Rute.

Nach einem heftigen Drill an der 30er Rute musste sich ein kapitaler Sail mit ca. 45
kg und 260 cm Länge geschlagen geben. Leider misslang der Versuch den Sail zu
releasen und deshalb wurde er von der Mannschaft verwertet. Das war einerseits
zwar sehr schade, andererseits hatten wir Gelegenheit für eine ausgiebige
Fotosession. Damit hatten wir eigentlich nicht gerechnet, denn der Plan war alle
gefangenen Schwertträger ausnahmslos zurückzusetzen.
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Bernhard mit seinem Sailfisch
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Wir nahmen gleich wieder Fahrt auf und die Ruten wurden neu bestückt. Tatsächlich
hatten wir schon im Bereich des Lhaviyani Atolls noch einen Biss - wieder auf den
Köder am Downrigger. Ein Wahoo mit ca. 110 cm wurde von Jürgen an Bord geholt.

Den späten Nachmittag versuchten wir noch ein paar Würfe mit Popper und
Stickbait. Bis auf ein paar Fehlbisse ließ sich aber kein Fisch zum Landgang
bewegen. Die letzte Nacht verbrachten wir wieder im Hafen der Insel Kurendhoo.

Tag 9:

Der letzte Tag unserer Reise war angebrochen. Der Weg führte uns weiter in
Richtung Süden über den Channel zurück zum Male Atoll.

Für die Querung des Channels riggten Jürgen und ich nochmals wie gewohnt unsere
ILANDER mit Bauchstreifen.
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Um 09.00 Uhr plötzlich ein Biss und die Spule der Shimano Tiagra 30 lief rasant ab.
Rudi übernahm die Rute und versuchte Schnur zurück auf die Spule zu bringen. Der
Captain meinte, das wäre wahrscheinlich ein Dogtooth Tuna in guter Größe, als
plötzlich rechts vom Boot ein gewaltiger Fisch aus dem Wasser sprang. "Marlin!" -
allen stand die Freunde ins Gesicht geschrieben. Der Fisch nahm wieder rasant
Schnur und Rudi begann sich berechtigt um die Schnurfassung Gedanken zu
machen, denn die Rolle leerte sich schon wieder. Nach etwa 15 Minuten drehte der
Marlin und schwamm auf uns zu. Rudi kurbelte wie verrückt die lose Schnur auf und
einen kurzen Moment sah es noch so aus, als bliebe der Marlin vor dem Boot auf
Tiefe. Er ließ sich langsam pumpen, entschied sich dann aber leider unter dem Boot
durchzuschwimmen. Der Captain konnte unser großes Boot nicht schnell genug
bewegen und schon war es passiert. Die Hauptschnur scheuerte sich am
Schiffsrumpf durch.

Alle waren momentan enttäuscht, aber im Endeffekt zählte dann doch die Tatsache,
dass wir tatsächlichen einen Marlin haken konnten. Fangen werden wir ihn beim
nächsten Mal. Captain Ibrahim meinte nur trocken: "Black Marlin - good size - about
200 kg".
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Wir bestückten neu und gegen 10.30 Uhr dann der nächste Biss, doch der Fisch
konnte sich losreißen.

Leine wieder raus und zwei Minuten später kreischte die Ratsche schon wieder.
Reini konnte zum Abschluss unserer Reise noch einen wunderschön gefärbten
Dorado an Bord bringen.

Um 13.30 Uhr holten wir schließlich alle Ruten ein, versorgten das Gerät und
begannen mit dem Packen der Koffer.

Um 15.30 Uhr kamen wir wieder im Hafen vor dem Flughafen in Male an.

Ahmed kam mit seinem Sohn noch zum Flughafen um sich noch von uns zu
verabschieden. Es war genügend Zeit für ein sehr nettes Gespräch bevor wir das
Gepäck eincheckten und wieder in den Flieger stiegen.
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                                     RESUMEE:

Wenn man bedenkt, dass die Windverhältnisse schlecht waren, keiner von uns vor
dieser Reise je einen Popper/Stickbait geworfen, einen Speedjig geführt oder mit
einer Big Game Rute hantiert hatte, sind wir sehr zufrieden mit unserem Fangerfolg
und auch mit der Vielfalt der gefangenen Fische.

Das ist zum überwiegenden Teil Captain Ibrahim zu verdanken. Durch seine
ausgezeichnete Gewässerkenntnis hat er uns zu den richtigen Angelstellen gebracht
und mit viel Geduld vermittelt, wie die verschiedenen Köder richtig und vor allem
fängig zu führen sind.

Wir haben trotz guter Ausrüstung unser Lehrgeld bezahlt. Das Potential der
Malediven ist noch immer sehr gut und als „Einsteiger-Revier“ könnte ich mir keine
bessere Destination vorstellen.

Ehrlich gesagt gelang es uns gerade Mal an der „Oberfläche zu kratzen“. Beim
nächsten Mal – und das wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit geben – sollte es uns
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hoffentlich gelingen, auch die großen GT´s zu fangen, die diesmal allesamt als
Sieger aus den Drills hervorgingen.

                             AUSRÜSTUNG / TACKLE:

Eines hat uns diese Reise sehr deutlich gezeigt – diese Art der Angelei lässt keine
Kompromisse bei der Wahl der Ausrüstung zu. Als Hilfestellung für künftige Teams
möchte ich beschreiben welches Equipment sich bewährt hat.

KLEINTEILE:

Wenn es einen Bereich im tropischen Salzwasser gibt, bei dem nicht gespart werden
darf, dann sind es die Kleinteile. Nur hochwertige Wirbel, Sprengringe, etc. dürfen
mit. Trotzdem gibt es auch hier hochwertiges Material zu guten Preisen.

Wir hatten Sprengringe von Varivas, Owner und die Flat Split Rings (erhältlich z.B.
bei Fishing Adventure) dabei. Die Owner Hyper Wire sind die Ringe mit den besten
Rückstellkräften und werden bei mir künftig ausschließlich in der Box sein. Die
Varivas-Ringe sind in Ordnung, bleiben aber nach der Montage von Einzelhaken ein
wenig offen. Von der Preis/Leistung muss ich eine Lanze für die Flat Split Rings
brechen – sehr robust, gute Rückstellkraft und mit Abstand die günstigsten der
geeigneten Sprengringe. Bei der Menge die wir brauchten durchaus ein Thema.

Bei den Wirbeln machten wir sehr gute Erfahrungen mit den TAC-Produkten der
Firma Tackle24. Sowohl die kugelgelagerten Tonnenwirbel, als auch die Hochsee-
Tournament Snaps sind qualitativ äußerst hochwertig und stehen anderen
Markenprodukten um nichts nach.

Zum Poppern vewendeten wir die NT Power Swivels – würde ich auch sofort wieder
mitnehmen – Top-Produkt. Der mit Abstand beste Wirbel zum Jiggen im Gepäck war
das Modell „Double Ring & Grommet“ von JigStar (gibt es auch von anderen
Herstellern). Mit diesem Wirbel benötigt man auch keine Solid Rings mehr.
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Weiteres Kleinmaterial wie Solid Rings, Figure8-Rings, etc. kauften wir von Owner
und Jigging Master. Alle Kleinteile haben die Erwartungen vollständig erfüllt.

HAKEN:

Jigging/Popping:           VMC Jigging Assist Hook 7264 TI, OTI Raptor Lure Hook

Drillinge:                 OWNER ST 66

Trolling:                  MUSTAD 7691s Southern and Tuna hook,
                           Tackle24 Eigenmarke – Southern and Tuna Style

Naturköder:                OWNER Offshore, Gorilla und Super Mutu Circle ringed

Der „Haupthaken“ unserer Reise war der VMC 7264TI – Einzelhaken. Damit hatten
wir sowohl unsere Assist-Vorfächer geriggt, als auch Popper und Stickbaits bestückt.
Der Haken hat sich bestens bewährt – stark – scharf und preiswert! Ich habe auch
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den OTI Raptor gerne verwendet, da er mit „geradem Öhr“ mit einem Sprengring
auskommt. Sehr guter Einzelhaken zum Nachrüsten, wird auch weiter in meiner
Köderbox zu finden sein.

Die OWNER ST66 – Drillinge waren primär zum Bestücken der Schleppwobbler
gedacht und dort haben sie sich vor allem beim Yellowfin-Fang bewährt. Selbst wenn
die Schnur mal „durchhing“ hielt der Haken bombenfest.

Die besten Haken für unsere Schleppköder waren die MUSTAD 7691s. Leider sind
die Haken auch alles andere als billig. Die Tackle24 – Eigenmarke ist da eine
preiswerte Alternative, wenngleich die Originale schon besser verarbeitet sind.
Trotzdem hatten wir auch bei den Tackle24-Haken keine Ausfälle und keinerlei
Probleme auch bei den größeren Fischen – also durchaus eine gute Option.

Zu den Naturköderhaken kann ich leider nicht viel schreiben, da wir keine Bisse auf
Naturköder bekamen. Wie alle OWNER-Haken sind auch die Naturköderhaken von
Owner aber schon rein optisch sehr gut verarbeitet.

VORFACHMATERIAL:

Trolling:           MOMOI´S Hi-Catch in 150 und 200 lbs (Farbe clear)

Popping/Jigging:    FISHERMAN Super Stealth in 150 und 200 lbs

Uferangeln:         FISHERMAN Super Stealth in 80 lbs und
                    SEAGUAR Blue Label Flourcarbon in 60 lbs

Assist Hooks:       JERRY BROWN Line One Hollow in 400 bis 800 lbs

Stahlvorfach:       Tackle24 – Hausmarke in 1,00 bis 1,5 mm

Casting Wind-ons: BHP Tackle in 60 und 150 lbs (Mono und Flourcarbon)
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Wir haben so ziemlich alle Vorfächer selbst hergestellt. Wem die Casting Wind-ons
von BHP Tackle zu teuer sind, kann sie auch selbst herstellen. Aus Erfahrung kann
ich aber sagen, dass man sich dabei nicht viel Geld spart. Die Herstellung ist
aufwändig, zeitintensiv und man benötigt eine Menge an verschiedenem Material das
zuvor angekauft werden muss. Es macht aber Spaß und bei uns haben auch alle
Eigenbau Wind-ons gehalten. Die BHP Tackle Vorfächer sind Spitze und werden von
mir künftig ausschließlich verwendet werden.

Generell zum Vorfachmaterial muss ich schon bemerken, dass das FISHERMAN
Super Stealth sich von allen anderen Materialien sehr positiv abgehoben hat. Weich,
aber trotzdem stark und leicht zu knoten – klarer Kauftipp!

Beim Bau der Trolling-Vorfächer haben wir bei 50 % unserer Lures und Wobbler ein
kurzes Stahlvorfach (30 cm) vorgeschaltet. Eine verminderte Bissrate bzw.
Scheuchwirkung konnten wir nicht feststellen. Im Gegenteil, weder die Yellowfins,
noch Sail und Marlin ließen sich vom Stahlvorfach abschrecken. Erfreulicher
Nebeneffekt war, dass wir keinen einzigen Vorfachbruch und somit auch keinen
Köderverlust zu verzeichnen hatten. Alle Schleppköder wurden von uns ausnahmslos
mit einem Einzelhaken geriggt und alle Fische hingen exakt im Maulwinkel. Fehlbisse
oder Aussteiger im Drill hatten wir keine zu verzeichnen.

HAUPTSCHNUR:

Trolling:    Maxima HV – High Visibility in 50 und 80 lbs

Popping:     JERRY BROWN Line One Hollow 80 lbs – white

Jigging:     JERRY BROWN Line One Hollow 80 lbs – multi colour

Uferangeln: JERRY BROWN Line One Hollow 60 lbs – white

Wir setzten beim Trolling ganz klassisch auf eine durchgehende Mono-Hauptschnur.
Die MAXIMA HV ist eine sehr gute Hauptschnur, die obwohl abriebfest noch leicht zu
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knoten ist. Die strahlend gelbe Farbe hatte sich nach einer Woche Einsatz etwas
ausgewaschen, aber die Schnur ist nach wie vor in Ordnung.

Die JERRY BROWN Line One Hollow erwies sich als gut spleißbare und angenehm
weiche Schnur. Wir hatten vermehrt mit Windknoten zu kämpfen, was aber wie der
Name schon sagt auch am ständigen Wind gelegen haben könnte. Wir verloren
einige gute Fische durch Schnurbruch, was vermutlich den Korallenbänken
zuzuschreiben sein wird. Unter normalen Angelbedingungen ist es nämlich fast
unmöglich diese Schnur abzureißen. Bei unserem Schnurtest hatte diese Schnur
stets überdurchschnittliche Tragkraftwerte erzielt.

ROLLEN:

Trolling:     SHIMANO TIAGRA 30, 30WLRS und 50 WLRS
              SHIMANO TLD30 2-Gang

Popping:      SHIMANO Stella 10000FA

Jigging:      SHIMANO Stella 20000FA, ALUTECNOS Gorilla 12c
Uferangeln: SHIMANO Stella 6000FA und 8000FA
              SHIMANO TwinPower 8000SW PG
              DAIWA Seagate 4000E PG

Die SHIMANO Tiagras sind uneingeschränkt zu empfehlen. Die SHIMANO TLD30
kam zweimal an die Grenzen der Schnurfassung und der Klicker ist eindeutig zu
leise.

Unsere SHIMANO Stella-Rollen der FA-Serie schlugen sich fantastisch und zeigten
keine Schwächen. Meiner Ansicht nach immer noch ein Kauftipp für Einsteiger in die
tropische Salzwasserfischerei. Wir geben jedenfalls unsere FA-Rollen nicht mehr so
schnell aus der Hand.
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                              „Stella FA – Schwarm“

Die DAIWA Seagate und die SHIMANO TwinPower SW müssen sich wohl beim
nächsten Norwegen-Trip beweisen, denn die Uferangelei auf den Malediven fand
eigentlich nicht statt.

RUTEN:

Trolling:      JOHN VOLLMER STX stand up custom in 30 und 50 lbs,
               SHIMANO Tiagra 30-50 lbs stand up

Popping:       HOTS Gipang 83H, PE 6-8
               YAMAGA BLANKS Atlas 76/8, PE 8
               JIGGING MASTER Monster Game 78, PE 8
               XZOGA Taka PI 7708, PE 8
               SHIMANO Caranx Kaibutsu LC S8208, PE 6-8
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Jigging:     JIGGING MASTER Three Kings special, 300 gr. PE 4-8
             XZOGA Taka Sa 350, PE 4-8
             XZOGA Black Buster BB-56S, PE 6-8
             SHIMANO Jig Wrex S526, 400 gr.
             XZOGA Rod Taka CS 350-56, PE 5-8

Uferangeln: JIGGING MASTER Shore Game H, PE 2-4
             XZOGA Taka Pi 7523, PE 3
             XZOGA Mastery MA-S 100H2, PE 3

Im direkten Vergleich zwischen den Trolling-Ruten würde ich persönlich den JOHN
VOLLMER Modellen den Vorzug gegenüber den SHIMANO-Ruten geben. Mich stört,
dass die SHIMANO - stand up Ruten dieser Serie einteilig ausgeführt sind und ich
keine Möglichkeit habe zwischen straight oder curved butt zu wählen. Außerdem sind
die JOHN VOLLMER durch ihren Vollglas-Aufbau nicht so „straff“. Ich hatte das
subjektive Gefühl, dass sich die JOHN VOLLMER „homogener“ im Drill verhielten.
Die weichere Spitze ist gerade bei kleineren Fischen angenehm und man hat nicht so
den Eindruck des „Reinkurbelns“. Trotzdem haben die JOHN VOLLMER so richtig
Power wenn es mal „einschlägt“. Die SHIMANO-Ruten sind durchaus gut, aber wenn
ich mich entscheiden müsste wäre es so wie beschrieben.

Die aufgezählten Popper-Ruten sind alle empfehlenswert. Ob man sich für die
preiswerteren oder doch eher für die teureren Modelle entscheidet, ist eine Frage wie
viel Geld man ausgeben möchte. Jeder von uns war mit seiner Rute zufrieden und es
gab keine Beschwerden. Wenn ich mich für eine Rute für die gesamte Reise
entscheiden müsste, dann wäre es die HOTS Gipang 83H. Mit dieser Rute habe ich
mich in allen Lagen sehr wohlgefühlt – sowohl mit Sticks als auch mit mittleren
Poppern.

Die JIGGING- und UFERRUTEN kamen zu wenig zum Einsatz um hier wirklich
Aussagen zu treffen. Dazu gibt es hoffentlich nach der nächsten Tour mehr zu
berichten.
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SCHLEPPKÖDER:

Wobbler:           MANN´S Giganticus 50+, MANN´S Magnum Stretch 30+ (ein-
                   und zweiteilig), YO ZURI Hydro Magnum, RAPALA X-Rap 30,
                   MIRROLURE Classic, SPRO Chika und RAPALA Magnum CD
                   18, 22 und 26 cm

Oberflächenköder: ILAND Sailure Flasher, ILAND Ilander Flasher 400F und 450F,
                   ILAND Sea Star und ILAND Sea Searcher, MOLDCRAFT Wide
                   Range, WILLIAMSON Live Ballyhoo kombiniert mit ILAND
                   Sailure Flasher, STRIKE MASTER Tuna Plugs, PROFISH
                   DoorNob JetNob, diverse Konaheads anderer Hersteller

Bei den Wobblern hatte der Klassiker eindeutig die Nase vorn. Der RAPALA
Magnum CD im blauen Makrelendesign und einer Länge von 22 cm fing nicht nur die
größten, sondern auch die meisten Fische. Einzig der SPRO Chika – ebenfalls in
Makerele blau – konnte noch bei den Yellowfins punkten.

Alle anderen Gamefische und speziell die Schwertträger bissen ausnahmslos auf
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ILAND Ilander Flasher 400F – in weiß/blau bzw. in gelb/grün. Eine Garnierung mit
einem Bauchstreifen – fixiert mit Rigging wire – war schon fast ein Garant für den
nächsten Biss. Der Köder fing sowohl ganz gewöhnlich als auch am Downrigger
geführt ausgezeichnet. Geriggt haben wir die Lures als Einzelhaken-Variante (Single
Hook Stiff Rig) und teilweise mit 30 cm Stahlvorfach vorgeschaltet – Fehlbisse: 0.

POPPER / STICKBAITS:

Popper:             RIVER2SEA Dumbbell Pop 200, SEBILE Splasher, 7 SEAS,
                    ORION T-Rex, HALCO Rooster Haymaker, YO ZURI Surface
                    Monster, WILLIAMSON Jet Popper, TORO TAMER Big Mouth
                    Popper, TORO TAMER 10 Pin Popper

Stickbaits:         SAVAGE GEAR Freestyler, SEBILE Stick Shadd 185, SEBILE
                    Bonga Jerk, STARWALKER sinking (GUNZ Tailwalk), ORION
                    Crazy GT, ORION Crazy 210, FISHERMAN Delta 5, FCL LABO
                    CSP200 F, FCL LABO Quid Pen, TORO TAMER Archback,
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                    TORO TAMER Mondo Swimmer, X-HOFF Stickbait,
                    RIVER2SEA Doggie 168, BRAID GT Minnow

Popper liefen bei unserem Trip generell nicht so gut wie Stickbaits. Wenn es aber
rappelte, dann waren es bei den Poppern immer gute Fische. Auch die meisten
massiven Bisse mit Schnurbruch bekamen wir auf Popper. Der beste Popper im
Rennen war der RIVER2SEA Dumbbell Pop 200. Ein großer Popper der sich weit
werfen und trotz seiner stattlichen 20 cm relativ ermüdungsfrei führen lässt.

Wie gesagt provozierten Stickbaits viel mehr Bisse als Popper, deshalb waren sie
auch mehr im Einsatz. SAVAGE GEAR Freestyler, SEBILE Stick Shadd 182 SK,
STARWALKER 180S und FCL LABO CSP 200 F gingen am besten. Wir fingen auf
die anderen Sticks auch vereinzelt Fische, aber diese Köder waren herausragend.

Bester Köder der Reise – sowohl von der Fangdichte, der Anzahl der verschiedenen
Fische – also auch vom Preis/Leistungsverhältnis – war der SAVAGE GEAR
Freestyler. Ein 15 Euro-Köder hat es hier erheblich teureren Modellen anständig
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gezeigt – gehört in jede Stickbait-Box.

Bei der Farbwahl hatten dunkle Modelle in schwarz/silber, schwarz/blau,
schwarz/gold und Köder im Füsilier-Design die Nase vorn. Kein Wunder, denn die
ganzen Köderfischschwärme an den Riffen waren entweder schwarze Kleinfische
oder Füsiliere.

BEKLEIDUNG:

Wir haben uns alle mit Funktionsbekleidung von verschiedenen Herstellern
eingedeckt. Die Langarmshirts von PELAGIC glänzen mit sehr guten Trageeigen-
schaften und hochwertiger Verarbeitung. Leider ist der Kaufpreis mit ca. 50 Euro pro
Shirt nicht ganz billig. Preiswerter und auch sehr angenehm zu tragen fallen die
SHIMANO Technical Long Sleeve Shirts aus. Wer hier aber sparen möchte kann
getrost auf die JAKO Funktionsshirts aus der Serie RUN oder ATTACK 2.0
zurückgreifen. Super T-Shirts die auch im Tragekomfort passen und ab 13 Euro zu
ergattern sind.

Bei den Handschuhen hatten wir sowohl Modelle von JIGGING MASTER und
PELAGIC, aber auch günstige Modelle aus dem Baumarkt dabei. Mit Abstand am
besten tragen sich die JIGGING MASTER. Die PELAGIC sind eher in die Gruppe der
Leader-Handschuhe einzureihen. Sie sind dick und kräftig ausgeführt und fürs
Angeln eigentlich viel zu warm. Außerdem trocknen sie nur sehr langsam, was beim
Angeln auch unangenehm ist. Die Modelle von „Werkstoff und Co.“ aus dem
Baumarkt haben sich nicht schlecht geschlagen.

WERKZEUG:

Da wir die Köder mit Sprengringen am Vorfach montieren ist eine Sprengringzange
„am Mann“ unverzichtbar. Die „heavy duty“ Alu-Modelle, die im Moment von allen
Herstellern um ca. 40 Euro angeboten werden, tun ihren Dienst verlässlich. Wer sich
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noch 20 Euro mehr leistet, bekommt mit der OWNER GP60 eine kleine, leichte aber
ungemein kraftvolle Zange. Meiner Meinung nach ein absoluter Kauftipp!

Bei den Quetschhülsenzangen für die Big-Game-Vorfächer waren eine
YAMASHITA-Zange und die preiswerte CENTRO Deluxe von Tackle24 mit an Bord.
Beide Zangen taten ihren Dienst.

Zum Nachschärfen der Haken hat sich das 3-teilige Diamantfeilen-Set von BOONE
als nützlich erwiesen.

NÜTZLICHES EQUIPMENT:

Eher durch Zufall kam zu unserer Ausrüstung kurz vor der Abreise noch ein MAXEL
MDR08 – Big Game – Downrigger dazu. Statt einer schweren Downrigger-Kugel
nahmen wir eine Z-WING 500 – Tauchschaufel mit. Das Stahlseil wurde gegen 90
Meter heavy duty braided downrigger line (250 lbs) von SCOTTY getauscht, wodurch
das lästige „singen“ des Drahtseils wegfiel. Die „Reißleine“ zwischen Hauptschnur
und Downriggerline übernahmen #64 Gummiringe und Duo Lock Snaps. Auf diese
Montage hatten wir überdurchschnittlich viele Bisse beim Trollen – ganz klare
Empfehlung von unserer Seite!

Sicherungsleinen für die teuren Trolling-Kombos sind selbstverständlich Pflicht. Da
herumliegende Schnüre am ohnehin beengten Heck des Boots mehr als lästig
waren, investierten wir in eine Garnitur NANTUCKET BOUND Rod Tethers. Der
Gummizug im Inneren sorgt für angenehm kurze Leinen, die beim Drill „nachgeben“
und nicht stören. Nicht ganz billig, aber eine Investition die sich unserer Meinung
nach lohnt.

Keine Kompromisse gab es auch beim Standup-Harness. Hier kauften wir zwei
Stück BLACK MAGIC Equalizer. Auch dieses Standup Harness würden wir morgen
wieder kaufen.
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Jeder von uns hatte einen Gimbal zum Jiggen und Poppen dabei. Es war vom
JIGGING MASTER Dual Way über die günstigeren JAWS-Modelle bis zum JENZI-
„Norwegen-Gimbal“ um 15 Euro alles vertreten. Die Billig-Modelle haben in der
Rutenaufnahme einen Kreuzschlitz, was dazu führte, dass die Gummi-
Abschlusskappen der Ruten beschädigt wurden. Also nur mit Ruten mit Keuzschlitz
verwenden, sonst ruiniert man sie die Rute. Die teureren Modelle taten ihren Dienst
zur Zufriedenheit des Teams. Die Abnehmbaren Trageplatten waren sehr
zweckmäßig. Ich oute mich als Jigging Master Fan und würde für mich wieder für
dieses Modell entscheiden.

GEPÄCK:

Bei der Wahl der Gegenstände im Handgepäck hat sich aber gezeigt, dass Jigs ohne
Haken durchaus transportiert werden können, sie müssen nur bei jedem Check
ausgepackt werden und das ist etwas nervig. Also besser ins Hauptgepäck, dann hat
man keine Probleme.

Apropos Handgepäck – wir verzichteten auf unsere kleinen Hartschalenkoffer für die
Kabine und kauften uns eine CABIN MAX „Barcelona“ Tasche. Darin lassen sich bis
zu 44 Liter Gepäck transportieren und das Platzwunder hat gerade mal 600 Gramm.
Bei 5 Mann hat uns das 15 kg Gepäck „freigeschaufelt“.

Bei den Rutenrohren hatten wir Modelle von FLAMBEAU Bazuka, JENZI und
SPORTUBE dabei. Alle Rohre schützten die Ruten verlässlich. Das FLAMBEAU
Bazuka muss man aber zerlegen, um es vollständig befüllen zu können. Das geht mit
den Modellen von JENZI und SPORTUBE leichter, da die Rohre dafür ausgelegt
sind. Bei den JENZI-Rohren hatten wir einen Ausfall, da die Lochleiste zum
Einstellen der Länge beim Transport ausgerissen ist. Das SPORTUBE ist das
robusteste Rohr der angeführten Modelle und punktet auch noch mit eingebauten
Rollen, die ein Nachziehen auf dem Flughafen ermöglich.
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Reihe stehend – von links nach rechts:
Jürgen, Willi, Bernhard, Rudi und Reini

Reihe kniend- von links nach rechts:
Amo, Ayya, Siva, Mohammed und Ibrahim

© Wilfried Brocks 2014
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