MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF

Die Seite wird erstellt Bettina Krause
 
WEITER LESEN
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
MBFaktuell
                      2 / 2022 Nr. 71

Wir wünschen Ihnen
«schöni Wiehnacht»!
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
2 Unternehmung Stiftung MBF

Mut, Offenheit & Energie
Unsere Begleiter im 2022+
                  Liebe Leserinnen und Leser                                Wenn wir auf das Jahr 2022 zurückblicken, se-
                  Die Geschwindigkeit und die Dimension, mit der sich   hen wir ganz klar, dass Mut, Offenheit und Energie
                  Veränderungen heute vollziehen, stellen uns in der    oft und von vielen Personen sehr vielseitig in der
                  Stiftung MBF immer wieder vor Herausforderungen.      Stiftung MBF gelebt wurden. Sei es bei der weite-
                  Manches, das wir gewohnt sind, wird anders werden.    ren Einführung der agilen Unternehmenskultur, bei
                  Es braucht Mut, die Komfortzone zu verlassen, um      der Planung verschiedener Anlässe, in der Arbeit
                  Neues zu entdecken. Es braucht Offenheit und einen    der verschiedenen Projektgruppen, in schweren Si-
                  wachen Blick, um abzuschätzen, wohin die Reise ge-    tuationen oder im Alltag hier in der Stiftung MBF.
                  hen könnte und es braucht Energie, sich auf den Weg   Wir sind stolz auf das Stiftung MBF-Team, die die-
                  zu machen. Nur so werden wir uns Wertvolles bewah-    se grossartigen Eigenschaften immer wieder und
                  ren und die Chancen packen können, die in diesen      auf verschiedene Art und Weise einbringen.
                  Entwicklungen für die ganze Stiftung MBF stecken.         An dieser Stelle möchten wir uns bei allen An-
                                                                        gestellten, bei den Mitarbeitenden, Bewohnenden,
                                                                        Schüler*innen sowie bei den Mitgliedern des Stif-
                                                                        tungsrates und des Vereinsvorstandes für die
                                                                        grosse Unterstützung, das Mitwirken und die Treue
                                                                        im vergangenen Jahr herzlich bedanken!
                                                                            Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Le-
                                                                        ser, ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest,
                                                                        beste Gesundheit, viel Freude mit der Weihnachts-
                                                                        ausgabe des MBF Aktuells und vor allem auch Mut,
                                                                        Offenheit und Energie.
v.l.n.r.: Nicole Füllemann McMenamin, Urs Jakob, Zbigniew Gruchola                 Ihre Geschäftsleitung der Stiftung MBF

Inhaltsverzeichnis
                                                Leben, Lernen                             Dienstleistungen
      Unternehmung                              und Arbeiten                              und Berufliche Eingliederung
      Stiftung MBF
                                          14    Ich habe auch Rechte!              22     Logs-Produktion
3     Das Leben endet,                          Ein Bericht über den «Workshop            aus 4 m³ Eiche
      die Erinnerung bleibt                     inklusiv UNO BRK» von Sebit
      in stiller Trauer sagen wir danke                                            24     Seit fast drei Jahren
                                          15    Rotary-Lager 2022                         Berufliche Eingliederung
4     Danke sagen                               Mit viel guter Laune nach
      ist uns wichtig                           Frutigen
                                                                                          Heilpädagogische
6     Verein zur Unterstützung            16    Eine runde Sache                          Schule
      der Stiftung MBF                          Neue Bilder im Buchenweg
                                                                                   25     Schulleitungs-Team HPS Fricktal
7     Neue Führungskultur                 17    Ein Tag zum Feiern
      Projektgruppe:                            10 Jahre Wohngruppe zur Quelle     26     HPS Fricktal Lehrplan 21
      Arbeitszeiten Wohnen
                                          18    Wohngruppe Grün                    27     Rezept für Mistkäfer-Brot
8     Schritt für Schritt nachhaltiger          Ferienwoche in Hagnau
      Unser Umgang mit Umweltres-
      sourcen                             19    Feuerteufel
                                                einpacken                                 Personal
9     Rezept: Studentenschnitte                                                            und Karriere
                                          20    Unsere Hochzeit
10    Rückblick auf unsere                      Claudia und Martin                 28     Viviene Delz, Teamleiterin
      Adventsausstellung                                                                  Ateliers 20–23
                                          21    Wir bieten per sofort
12    Kurzmeldungen                             geschützte Arbeitsplätze           29     Zwei Jubilare in der Küche
                                                                                          10 und 20 Jahre Stiftung MBF
31    Weihnachts-Rätsel
                                                                                   30     Neue Einblicke
32    Veranstaltungen                                                                     in unsere Stiftung
      und Termine
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
Unternehmung Stiftung MBF 3

Das Leben endet,
die Erinnerung bleibt
in stiller Trauer sagen wir danke

                                 Am 20. September 2022 hat uns             Nebst seiner grossen fachlichen Expertise hat
                                 René Berger, völlig unerwartet       René insbesondere als Mensch überzeugt. In bes-
                                 und viel zu früh verlassen. Wir      ter Erinnerung bleiben unzählige Begegnungen,
                                 alle trauern um eine ausserge-       viele Stiftungsrats- und Baukommissionssitzungen
                                 wöhnliche Persönlichkeit und um      sowie Gespräche, in denen es René stets gelun-
                                 einen lieben Freund. Erneut stel-    gen ist, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu
                                 len wir uns die Frage nach dem       bringen und konkrete Lösungen dezidiert einzufor-
                                 warum? Warum wurde René mit-         dern. Er hat die Dinge beim Namen genannt und
                                 ten aus seinem regen Leben ge-       seine Haltung immer klar zum Ausdruck gebracht.
                                 rissen? Warum war es ihm ver-        René war aber nie dogmatisch und er liess sich
                                 gönnt, nach seinem engagierten       stets vom besseren Argument überzeugen. Er war
                                 Berufsleben die wohl verdiente       ein stiller «Chrampfer» im Hintergrund, das Schein-
                                 Pensionierung zu geniessen?          werferlicht hat er nie gesucht. Diese zurückhalten-
                                 Antworten suchen wir vergebens.      de und hilfsbereite Art war typisch für ihn und sie
                  Für die Stiftung MBF hat René Ausserordentli-       wirkte für uns alle sehr sympathisch.
             ches geleistet und er verkörperte die Institution bei-        Lieber René, die Stiftung MBF verdankt dir un-
             spielhaft. So hat er massgeblich zum Zusammen-           endlich viel. Dankeschön für deine Liebe zu unse-
             wachsen der beiden Stiftungen WBF «Werkstätte            rer Stiftung, dein vorbildliches Engagement im
             für Behinderte im Fricktal» und FBR «Förderung           Dienste der Menschen mit Unterstützungsbedarf
             Behinderter im Raum Rheinfelden» zur Stiftung            im Fricktal. Dankeschön für dein uns zur Verfügung
             MBF beigetragen. Seit 2000 war er ein äusserst           gestelltes Fachwissen, dein Mitdenken im Sinne
             aktives und geschätztes Mitglied im Stiftungsrat         der Sache, deine vielfältigen und wertvollen Impul-
             der Stiftung MBF. Als Vizepräsident hat er wäh-          se und Anregungen zum Wohle der Stiftung MBF.
             rend 22 Jahren das Ressort Immobilien und Bau-           Und schliesslich dankeschön dafür, dass wir das
             wesen, früher auch den Arbeitsbereich Personal           Privileg hatten, während langer Zeit so konstruktiv
             verantwortet. Unter seiner umsichtigen und profes-       mit dir zusammenarbeiten zu dürfen.
             sionellen Leitung wurden ab 2002 bis heute die er-           Aus dem Leben bist du uns genommen, die viel-
             forderlichen Immobilien und Infrastrukturen bereit-      fältigen Erinnerungen aber leben weiter. Dein Ver-
             gestellt und unzählige Bauprojekte realisiert. So        mächtnis halten wir in Ehren und wir werden dich
             u.a. der Umbau der Liegenschaften in Laufenburg,         nicht vergessen.
             Stein, Rheinfelden, Möhlin, Kaisten, Eiken, Effin-
             gen oder der Ausbau des Feldhofs Frick, die Neu-                             Stiftungsrat, Vereinsvorstand
             bauten Widacher und des Ateliers Buchenweg so-                                       und Geschäftsleitung
             wie des Gemeinschaftsgebäudes und des
             Parkhauses in Stein. Auch beim Umbau des Schul-
             hauses in Mumpf durften wir auf das Wissen von
             René vertrauen. Aktuell war René massgeblich be-
             teiligt am zukunftsorientierten und nachhaltigen
             Projekt einer gemeinsamen Grundwasserwärme-
             nutzung mit der Firma Erne Holzbau AG. Mit der
             Umsetzung dieses Vorhabens kann die heutige
             Wärmeversorgung mit Gas abgelöst werden.
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
4 Unternehmung Stiftung MBF

                    E in S te r n
                   L ic h t
        m it t e n d e r D  u n k e lh eit
     in
                     E in S te r n
              O r ie n t ie r u n g H e k t ik
        t e n d e r a ll t ä g li c h e n
in m it
                      E in S te r n
           H o f f n u n g s z e ic h e nh k e it e n
     m it t e n v  ie le r M    ö g li c
  in
        D e r b e s o n d e r e Set e r n
                in d e r M it t
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
Unternehmung Stiftung MBF 5

          Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Partnerinnen und Partner der Stiftung MBF,
 liebe Angehörige und gesetzliche Vertretungen
   und liebe freiwilligen Helferinnen und Helfer

Licht – Orientierung – Hoffnung – in der Mitte
 Diese Hoffnung möge Sie über die Adventszeit und Weihnachten
                 hinaus begleiten und stärken.

 Wir möchten uns herzlich für die angenehme Zusammenarbeit,
    für die gemeinsam erledigten Aufgaben und umgesetzten
 Projekte sowie für Ihr Vertrauen und Ihre Treue im vergangenen
                       Jahr 2022 bedanken.

    Unseren vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer danken
  wir von Herzen für ihr Engagement. Mit eurem Einsatz tragt ihr
    dazu bei, dass wir die Welt der uns anvertrauten Menschen
  mit Unterstützungsbedarf einen kleinen Teil verändern können.

 Im Namen der gesamten Stiftung MBF wünschen wir Ihnen, Ihrer
    Familie und Ihrem Team eine besinnliche Weihnachtszeit.
  Denn es sind die gemeinsamen Momente mit unseren Liebsten,
         die die Weihnachtszeit so wundervoll machen.

                    Im Namen der gesamten Stiftung MBF

                                     Geschäftsleitung

    Nicole Füllemann                   Zbigniew Gruchola                    Urs Jakob
       McMenamin                       Leiter Wohnen – Ateliers          Leiter HPS Fricktal
Leiterin Dienste und Betriebe a.i.
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
6 Unternehmung Stiftung MBF

Verein zur Unterstützung
der Stiftung MBF
Veränderung im Vorstand

            Der Vereinsvorstand, sitzend v.l.n.r.: Dorli Hasler, Yvet-   Für die bevorstehenden Weihnachts- und
            te Dünner, Käthi Friedli, stehend: Ernst Auer, Chris-        Neujahrstage wünschen wir Ihnen und Ihren
            toph Egloff, Eduard Feldmann und Adrian Hüsser.              Angehörigen frohe Festtage und fürs kom-
                An der diesjährigen Generalversammlung des               mende Jahr alles Gute in bester Gesundheit.
            Vereins zur Unterstützung der Stiftung MBF sind
            Yvonne John und Antonia Zumsteg aus dem Ver-
            einsvorstand ausgetreten. Beide haben sich lang-
            jährig zugunsten der Menschen mit Unterstützungs-
            bedarf im Fricktal engagiert. Wir danken Yvonne
            und Antonia auch an dieser Stelle herzlich für ihr
            tatkräftiges Mitwirken und soziales Engagement
            und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.
                Neu in den Vereinsvorstand eingetreten und
            einstimmig gewählt sind am 25. Mai 2022 Yvette
            Dünner aus Sulz und Christoph Egloff aus Wil.
            Yvette übernimmt das Amt der Aktuarin und Chris-
            toph das Amt des Vizepräsidenten. Wir heissen                                     Ernst Auer
            beide herzlich willkommen und freuen uns auf eine                  Präsident des Vereins zur
            gemeinsame, erfolgreiche Zusammenarbeit.                     Unterstützung der Stiftung MBF
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
Unternehmung Stiftung MBF 7

Neue Führungskultur
Projekt: Arbeitszeiten Wohnen
    Im Sommer formierte sich die Projektgruppe «At-                                Jessica Kramer
    traktive Arbeitszeiten in den Wohngruppen», zu der                                 Betreuerin
    man sich freiwillig melden konnte.                                          Wohngruppe Braun
        Nach einem Infoanlass zur agilen Projektführung
    unter der Leitung von Zehra Zirin entstanden die ers-
    ten Ideen und Ansätze zu diesem Thema.
        Die Lösungsentwicklung und Zusammenarbeit
    soll selbstorganisiert gestaltet werden und die Mög-          Barbara Bircher
    lichkeit bieten, Erfahrungen mit Selbstorganisation                Betreuerin
    zu sammeln. Die Führung des Projekts soll im Team         Wohngruppe Seerose
    gemeinsam wahrgenommen werden anstatt, dass
    ein Projektleiter die Entscheidungen fällt. So kön-
    nen Lösungen breiter abgestützt und auf Basis der
    direkt betroffenen Fachpersonen erarbeitet werden.
        Wir haben verschiedene Methoden kennenge-                    Esther Hüsler
    lernt, wie z. B. die Check-In-Methode, das Kan-                     Betreuerin
    ban-Board oder das Team-Canvas.                                Wohngruppe Rot

                                                                Manuela Butz-Frank
                                                                        Betreuerin
                                                            Wohngruppe zum Weiher

                                                                      Celine Jaeck
                                                                        Betreuerin
                                                                  Wohngruppe Blau

                                                                    Claudia Jaeck
       Hier ein Foto des Team-Canvas, welches am                       Betreuerin
    Workshop entwickelt wurde und an dem in den                Wohngruppe Orange
    nächsten Sitzungen weitergearbeitet wurde.
       Neu und herausfordernd für uns ist es, dass bei
    den Sitzungen keine Führungskraft anwesend ist
    und wir alle aus den verschiedensten Wohnberei-
    chen kommen. Unser Ziel ist es, uns aufeinander ab-              Soraya Tewfik
    zustimmen und Aufgaben klar zu verteilen, sowie die                 Betreuerin
    nächsten Schritte gemeinsam zu planen, so dass           Wohngruppe zur Quelle
    selbstorganisierte Arbeit entsteht.

                                                                   Claudia Amrein
                                                                       Betreuerin
                                                                 Wohngruppe Grün
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
8 Unternehmung Stiftung MBF

Schritt für Schritt
nachhaltiger
Unser Umgang mit Umweltressourcen

                                                                         Die beiden Öl-Heizungen wurden durch Luft-Was-
                                                                         ser-Wärmepumpen ersetzt. Diese Heizungsart
                                                                         entzieht der Umgebungsluft Wärme und spart so
                                                                         ca. ²⁄ ³ Energie im Vergleich zu einer Öl-Heizung.
                                                                         Ausserdem werden keine Abgase ausgestossen.
                                                                             Langfristig will die Stiftung MBF alle bestehen-
                                                                         den Öl- und Gasheizungen ersetzen. Als Nächstes
                                                                         wird beim Gebäude Linde das Dach saniert und
                                                                         ebenfalls eine Photovoltaikanlage aufgebaut.
                                                                         Gleichzeitig wird die bestehende Gasheizung vom
                                                                         Gemeinschaftsgebäude und Wohnheim durch eine
                                                                         moderne Grundwasser-Wärmepumpe ersetzt. Bei
                                                                         dieser Heizung wird die Wärme aus dem bei uns
                                                                         reichlich vorhandenen Grundwasser entzogen.
                                                                         Das Besondere bei diesem Projekt ist, dass die
                                                                         Anlage mit unserem Nachbarn der Firma ERNE
                                                                         Holzbau AG realisiert wird. So können Teile der
                                                                         Heizung, des Leitungssystems und die Entnahme-
Solarstrom-Anlage auf dem Dach des Rüchligs                              und Rückgabebrunnen gemeinsam genutzt wer-
                                                                         den. Das System wird so aufgebaut, dass in einem
                Kein Tag vergeht, an dem wir keine Schlagzeilen zu       nächsten Schritt auch noch das Gebäude Rüchlig
                Themen wie Energiekrise, Strommangellage oder            angeschlossen werden kann und die Gasheizung
                Energiewende lesen.                                      damit ausgedient hat.
                    Dass mit unserer Umwelt und den zur Verfü-               Auch im Kleinen haben wir noch sehr viel Po-
                gung stehenden Energien sorgsam umgegangen               tential um kostbare Energie einzusparen. So wer-
                werden muss, ist selbstverständlich auch für die         den konsequent alte Stromfresser, wie zum Bei-
                Stiftung MBF ein erklärtes Ziel.                         spiel Beleuchtungen, Kühlgeräte und Maschinen,
                    Bereits beim Einkauf von Waren und Dienstleis-       durch sparsamere ersetzt. Durch eine geplante In-
                tungen legt die Stiftung MBF Wert auf Ökologie.          standhaltung tragen wir zum Werterhalt einer mög-
                Wir wollen Abfälle und Reststoffe nicht nur fach-        lichst langen Nutzungszeit von Gebäuden und Ein-
                gerecht recyclen oder entsorgen, sondern am bes-         richtungen bei.
                ten dafür sorgen, dass sie gar nicht erst anfallen.          Wir alle können einen wertvollen Beitrag zum
                    Die Stiftung MBF betreibt ihre Liegenschaften        Umweltschutz und zur Versorgungssicherheit leis-
                zukunftsgerichtet, nachhaltig, effizient und wirt-       ten. Indem wir Räume nicht überheizen und im Win-
                schaftlich. Dabei zielt sie auf nachhaltige Investiti-   terhalbjahr die Kippfunktion der Fenster nicht brau-
                onen zur Einsparung von Energie ab, sowie für das        chen und stattdessen Stosslüften, sparen wir
                Nutzen von alternativen Energien. Seit 2016 be-          beispielsweise Heizenergie. Beleuchtungen und
                steht auf dem Dach des Gebäudes Rüchlig eine             Geräte, die gerade nicht gebraucht werden, schal-
                Photovoltaikanlage, mit der an sonnigen Tagen            ten wir aus.
                Strom produziert wird. Dieser umweltfreundliche              Wir bleiben dran an diesem spannenden und
                Sonnenstrom wird grösstenteils gleich im Gebäu-          hoch aktuellen Thema.
                de – und für die beiden Elektroautos vom Gebäu-
                demanagement verbraucht.
                    Die beiden Neubauten Widacher und Laufen-
                burg wurden nach dem Minergie-Standard gebaut.
                Dieser Standard schreibt eine gute Isolation der
                Aussenhaut sowie eine energiesparende Heizung
                und Lüftung vor. Ausserdem besitzen auch diese
                Gebäude eine Solarstrom-Anlage. Letztes Jahr
                wurde die Wohngruppe Seerose und die Wohn-
                gruppe zum Weiher energetisch saniert. Dach und                     Clemens Wunderlin
                Fassaden wurden erneuert und zusätzlich isoliert.           Leiter Gebäudemanagement
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
Unternehmung Stiftung MBF 9

Rezept:
Studentenschnitte
                                          Backofenblech: Haushaltgrösse

                                          Zutaten (Rand und Boden):
                                          800 g Ruchmehl
                                          200 g Butter
                                          250 g Zucker
                                             3 dl Wasser
                                         • Alles zusammen gut mischen, kurz kneten und den Teig
                                            eine halbe Stunde ruhen lassen.
                                         • Backblech mit Backtrennpapier auslegen. Teig auswallen
                                            und darauflegen. Mit einer Gabel stupfen.

                                          Zutaten (Teig):
                                          500 g gemischte Haselnüsse oder Mandeln
                                          300 g Zucker
                                             2 EL Zimt
                                            ½ EL Lebkuchengewürz
                                          300 g	Zwieback gerieben oder Petit Beurre
                                                   (Reste-Tipp: Weihnachtsgutzi aufbrauchen, dabei
                                                    darf der Zucker reduziert werden.)
                                           30 g Backpulver
                                             3 EL Schoggipulver
                                         • Alle trockenen Zutaten in der Schüssel gut mischen

                                             6		 Eier
                                             2 dl Rahm
                                             5 dl Milch
                                         • Alles gut verrühren und zu den obigen Zutaten mischen.
                                            Wer möchte kann den Teigboden mit einer beliebigen Konfitüre
                                            einstreichen. Die Masse auf dem Blech verteilen.
                                         • Bei 200° C Umluft oder Ober-Unterhitze 35 min. backen.
                                         • Mit Schokoladenglasur bestreichen.

                                          Tipp: Am besten schmecken die Studentenschnitten
          Monika Adler                    wenn man den Kuchen mindestens 24 Stunden im Kühl-
  Gruppenleiterin Küche                   schrank stehen lässt.

                          Haben Sie Fragen an uns?
                          Oder haben Sie Vorschläge für Themen, über die Sie gerne
                          im MBF Aktuell lesen würden?

                          Senden Sie uns diese gerne zu und wir gehen in der nächsten Ausgabe
                          darauf ein (E-Mail-Adresse: sgraeve@stiftung-mbf.ch)
MBF - Wir wünschen Ihnen "schöni Wiehnacht"! - Stiftung MBF
10 Unternehmung Stiftung MBF

Rückblick auf unsere
Adventsausstellung
am 18. und 19. November 2022

                Die diesjährige Adventsausstellung fand in einem
                kleineren Rahmen statt, doch überzeugte sie umso
                mehr mit Weihnachtsstimmung, heimeliger Atmo-
                sphäre sowie tollen und einmaligen Produkten. Wir
                haben hier einen Einblick für Sie zusammengefasst:

Unser Verpflegungstand verwöhnte die Besuchenden mit Suppe,
Grillwürsten und Süssem. Das Angebot wurde mit frischem, feinem
Popcorn abgerundet.

Die Drehorgel sorgte für
weihnachtliche Stimmung.         Zahlreiche Besuchende bestaunten das vielseitige Angebot.
Unternehmung Stiftung MBF 11

Der Innenhof verwandelte sich im Lichterglanz zu einer adventlichen Ausstellung mit einzigartigem Charme.

Eine Vielzahl an einzigartigen Produkten fanden bei den Besuchenden besten Anklang.
12 Unternehmung Stiftung MBF

Kurzmeldungen
                       Wir verabschieden uns und sagen «Adieu»

                       Unsere Wohngruppe Rütti wurde im Herbst 2022
                       aufgelöst. Die Bewohnenden haben sich bereits
                       in anderen Wohngruppen der Stiftung MBF gut ein-
                       gelebt. Auch die Angestellten führen ihre Tätigkeit
                       in anderen Wohngruppen fort.

 Wimmel-Quiz am Tag der offenen Tür der HPS Fricktal

 Wir freuten uns sehr, Charlotte Winkler aus Frick ihren Gewinn nach
 der Teilnahme am Wimmel-Quiz persönlich übergeben zu dürfen.                     Urs Jakob, Leiter HPS
 Weitere Gewinner*innen sind: Johanna Hartung und Andreas Spöcker.             Fricktal; Charlotte Winkler;
                                                                               Sophie Chevalieva, Schüle-
 Vielen Dank für die zahlreiche Beteiligung am Quiz und für Ihren              rin und Sidney Baggenstos,
 Besuch am Tag der offenen Tür in Mumpf!                                                 Schülerin

                                     75 Jahre Jehle AG
                                     Herzlichen Glückwunsch!

                                     Zum 75-jährigen Firmenjubiläum der Firma Jehle AG in Etzgen wurden
                                     ihre Geschäftskunden und Lieferanten zum Jubiläumsanlass, mit eigener
                                     Hausmesse, am 20.10.2022 eingeladen. Wir freuten uns sehr darüber,
                                     dass wir die Stiftung MBF vor Ort präsentieren durften! Herzlichen
                                     Glückwunsch der Jehle AG zu diesem tollen Jubiläum.

   Tag der Zukunft

   Am 10.11. besuchten uns zwei Jugendliche und schnupperten am
   Tag der Zukunft in der Stiftung MBF. Wir haben uns sehr gefreut!             Elias
                                                                             Steinacher
Unternehmung Stiftung MBF 13

                                        Coop Tag der guten Tat

                                        Am diesjährigen Tag der guten Tat sammelte die Coop
                                        Genossenschaft CHF 15 000.– an diversen Verkaufsstellen
                                        zugunsten der Stiftung MBF. Wir sagen von Herzen danke
                                        für diese grosszügige Spende!

Angestelltenabend 2022

Am 19. August genossen die Angestell-
ten der Stiftung MBF einen bunten,
abwechslungsreichen Abend in geselli-
ger Stimmung. Ein besonderes High-
light war das gemeinsame Musizieren
auf Mundharmonikas. Wir hatten viel                  Twint und sumup
Freude an einem tollen Abend!
                                                     Ab sofort können sie bei uns auch bargeldlos einkaufen.
                                                     Sowohl im Lädeli Buche, Lädeli Feldhof wie auch am
                                                     Empfang ist es möglich per Twint oder per Kartenzahlung
                                                     unsere Produkte zu erwerben.

                                             Regelmässige News aus der Stiftung MBF

                                             Sie möchten regelmässig News aus der Stiftung MBF
                                             erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:
14 Leben, Lernen und Arbeiten

Ich habe auch Rechte!
Workshop inklusiv UNO-BRK
                Wir haben am Workshop von Sebit im Lindensaal             Wir finden es wichtig, dass so viele Menschen
                über die UNO-BRK mitgemacht.                           wie möglich die UNO-BRK kennen und dass alle
                                                                       über ihre Rechte Bescheid wissen.
                Was heisst UNO-BRK?
                UNO ist eine Abkürzung und heisst auf Englisch:
                United Nations Organization. Auf Deutsch heisst
                es: Organisation der Vereinten Nationen. BRK
                heisst: Behinderten-Rechts-Konvention. Die UNO-        Betreuerinnen Atelier 12:
                BRK setzt sich auf der ganzen Welt für die Rech-
                te von Menschen mit Behinderung ein.
                    Im Workshop haben wir von Sebit ein Heft (Bro-
                schüre) bekommen. Darin werden in Leichter Spra-
                che unsere Rechte erklärt. Zu jedem Recht steht
                auch der dazugehörige Gesetzes-Artikel. Wir ha-
                ben im Workshop gelernt, Informationen zu unseren                       Fiona Hagnauer
                Rechten in der BRK Broschüre zu finden. Zum Bei-
                spiel haben wir folgendes Thema besprochen: Das
                Recht auf eine*n Partner*in und das Recht zu heira-
                ten (Artikel 23 (1) UNO BRK). Dazu sagt Natascha:
                «Ich will mit einem Mann zusammen sein und heira-
                ten. Ich will mit meinem Freund zusammenwohnen.
                Das konnte ich während dem Workshop ins Mikro-                          Anna Nitchaeff
                fon sagen. Ich habe das Recht, einen Freund zu ha-
                ben. Ich habe aber auch Ängste: zum Beispiel, dass     Mitarbeitende Ateliers 12:
                meine Mitbewohner*innen traurig sind, wenn ich
                ausziehe oder dass ich Probleme mit meinem
                Freund haben könnte.»
                    Wir haben viel über Selbstbestimmung geredet.
                Selbstbestimmung heisst, selbst entscheiden zu
                können. Zum Beispiel beim Reisen, Wohnen, Ko-
                chen, Arbeit, Beziehungen, Freizeit, Weiterbildung.                    Jana Wetterwald
                Es ist wichtig, Dinge zu lernen und zu üben, um
                selbständiger zu werden: Zum Beispiel mit dem
                Bus oder Zug fahren. Es ging beim Workshop auch
                darum, dass wir überall dabei sein dürfen (Teilha-
                be) und unsere Meinung sagen dürfen.
                    Auch für Betreuer*innen ist es wichtig, sich mit
                der UNO-BRK zu beschäftigen und über die eige-                          Natascha Wunderlin
                ne Arbeit und Haltung nachzudenken, um Men-
                schen mit Behinderung gut zu unterstützen.

                                                                                        Christine Zaugg

Natascha Wunderlin                Christine Zaugg                                       Roger Schubiger
Leben, Lernen und Arbeiten 15

Rotary-Lager 2022
Mit viel guter Laune nach Frutigen
                 Das diesjährige Rotary-Lager fand vom 20. bis
                 24. Juni 2022 statt. Gut gelaunt besammelten wir
                 uns am Montagmorgen in Stein. Siebzehn Men-
                 schen mit Unterstützungsbedarf und das Leiter-
                 team Ingrid Schäuble, Angel Mediavilla, Patrik Erb,
                 Claudia Kamali und Jeanette Müller begaben sich
                 in die 46. Lagerwoche nach Frutigen. Nach unse-
                 rer Ankunft und dem Mittagessen galt es die Zim-
                 mer zu beziehen. Wir hatten die ganze Woche viel
                 Spass mit stets guter Laune. In der Freizeit konn-
                 ten wir Minigolf spielen, baden, Fussball spielen,
                 malen, spazieren, einkaufen oder gar unter Beglei-
                 tung TV schauen.                                      Unterwegs per Schiff auf dem Blausee
                     Jeden Nachmittag fuhren wir weg und unternah-
                 men etwas. Das erste Ziel war ein kurzer Spazier-     gramm. Wir begaben uns nach Spiez und nach ei-
                 gang am Blausee, verbunden mit einer kleinen          ner kurzen Schifffahrt erreichten wir das Dorf Fau-
                 Schifffahrt. Ein weiterer Besuch galt dem Oeschi-     lensee. Nach einer kurzen Pause ging es für einige
                 nensee. Mit der Gondel ab Kandersteg erreichten       zu Fuss am Seeufer entlang zurück nach Spiez.
                 wir den herrlich gelegenen Bergsee. Diejenigen, die
                 nicht so gut gehen konnten, durften mit dem Bähn-     Rotary-Besuch
                 li zum See hinunterfahren. Am Donnerstag stand        In Begleitung des Stiftungsratspräsidenten Hans
                 eine Schifffahrt auf dem Thunersee auf dem Pro-       A. Wüthrich besuchte uns am Mittwoch eine Dele-
                                                                       gation der Rotarier*innen. Am Morgen regnete es
                                                                       leicht. So begrüssten wir die Gäste mit dem Lied
                                                                       «noch äm Räge schint d’Sunne» und den selbstge-
                                                                       malten Bildern dazu, damit das Wetter auch an die-
                                                                       sem Mittwoch schön würde. Und in der Tat, oben
                                                                       auf der Engstligenalp angekommen schien die
                                                                       Sonne. Nach dem Picknick, einer kleinen Wande-
                                                                       rung und dem Zvieri-Halt bestaunten wir den im-
                                                                       posanten Wasserfall. Am Abend, nach dem ge-
                                                                       meinsamen Nachtessen, verabschiedeten wir die
                                                                       Rotarier mit einer Hallo-Welle.
Unterwegs auf der Engstligenalp
                                                                       Ein Dankeschön
                                                                       Wir bedanken uns herzlich beim Rotary-Club
                                                                       Rheinfelden-Fricktal für die Finanzierung dieser er-
                                                                       neut gelungenen Lagerwoche. Es ist zur Tradition
                                                                       geworden, dass wir von der Stiftung MBF diese
                                                                       Lagerwoche im Berner Oberland durchführen dür-
                                                                       fen. Ein grosses Dankeschön für dieses rotarische
                                                                       Engagement für die Menschen mit Unterstützungs-
                                                                       bedarf, die mit diesem Lager viel Abwechslung
                                                                       zum Alltag geniessen durften.

Gruppenbild mit den Gästen vom Rotary-Club Rheinfelden-Fricktal                        Jeanette Müller
auf der Engstligenalp                                                             Betreuerin Atelier 21
16 Leben, Lernen und Arbeiten

Eine runde Sache
Neue Bilder im Buchenweg
                                  Jetzt geht’s rund!
                                  Fast ein ganzes Jahr lang waren
                                  Kreise und Farben ein bevorzug-
                                  tes Thema im Malatelier. Viele
                                  Kursbesucher*innen haben die-
                                  ses Thema gerne aufgegriffen
                                  und Kreise um einen Mittelpunkt
                                  gemalt. Meist wurden Wachs-
                                  kreiden verwendet, aber auch
                                  Acrylfarbe, Farb- oder Filzstifte –   Ruth Noe hält ihr Kunstwerk aus Kreisen hoch
                                  je nach Belieben.
                                      Die tollen Ergebnisse sind
                                  nun im Buche zu besichtigen.
                                      Die Teilnehmer*innen der
                                  Malkurse müssen aber nicht un-
                                  bedingt nach einem vorgegebe-
                                  nen Thema malen. Wer eigene
Afsaneh Balouchi neben ihrem      Ideen hat kann diese gerne um-
Kreis-Kunstwerk                   setzen. Das Malen ist ein Ange-
                                  bot zum Ausgleich und soll die        Franziska Bontus und ihr Kunstwerk
                                  Möglichkeit bieten, sich kreativ
                                  zu betätigen und vom Alltag et-
                                  was abzuschalten. Ein Malkurs
                                  dauert vier Monate, während de-
                                  nen die Teilnehmer*innen einmal
                                  pro Woche etwa 1,5 Stunden
                                  ins Malatelier kommen. In einer
                                  Gruppe sind in der Regel vier
                                  Personen. Wenn dabei die Ide-
                                  en wachsen und schöne Bilder
                                  entstehen, dann ist die Freude
                                  gross – bei den Künstler*innen        Engjell Topalli neben seinem Kreis-Kunstwerk
                                  sowie auch beim Publikum.
                                      Wir im Buchenweg freuen
                                  uns auf jeden Fall über die schö-
                                  nen bunten Kreisbilder, die beim
                                  Anschauen fast schon ein biss-
Christine Zaugg mit ihrem         chen hypnotisch wirken. Und
Kunstwerk                         wer sich von einem Bild hat hyp-
                                  notisieren lassen, der kann es
                                  natürlich auch erwerben.
                                                                        Ein Kunstwerk von Engjell Topalli
                                  Ich freue mich auf weitere span-
                                  nende und kreative Projekte.

                                    Regina Matt
                            Betreuerin Atelier 22                       Loredana Falso neben ihrem Kreis-Kunstwerk
Leben, Lernen und Arbeiten 17

Luca Barosi neben seinen Kreisen   Roger Schubiger neben seinen Kreis-Kunstwerken

Ein Tag zum Feiern
10 Jahre Wohngruppe zur Quelle
                                                   Mit Sonnenblumen dekoriert und einem grosszü-
                                                   gig gedeckten Brunch-Buffet empfingen wir unse-
                                                   re Gäste zu unserem 10-jährigen Jubiläum hier in
                                                   Rheinfelden in der Wohngruppe zur Quelle.
                                                       Die Vorbereitungen liefen schon Wochen vor
                                                   dem 27. August in vollen Zügen. Die Bewohner*in-
                                                   nen halfen kräftig mit, indem sie Kuchen backten,
                                                   Zöpfe flochten und am Tag zuvor die Fleisch- und
                                                   Käseplatten belegten.
                                                       Angehörige, Freunde, ehemalige Betreuer*innen,
                                                   wie auch die Geschäftsleitung kamen alle zu unse-
                                                   rem Jubiläum. Es waren insgesamt etwa 40 Perso-
                                                   nen die uns mit Karten, Geschenken und einer
                                                   kurzen Rede von Zbigniew Gruchola beglückten.
                                                       Wir alle haben es sehr genossen wieder einmal
                                                   so viele Gäste bei uns in der Wohngruppe zur Quel-
                                                   le zu haben und freuen uns schon auf die nächsten
                                                   10 Jahre oder einfach auf die nächste Feier.

                                                                 Fabienne Keller
                                                                      Betreuerin
                                                           Wohngruppe zur Quelle
18 Leben, Lernen und Arbeiten

Wohngruppe Grün
Ferienwoche in Hagnau
                 Die Zeit des Wartens ist vorbei und wir fuhren am     ders den Biergarten am See, in dem wir unseren
                 Montag mit zwei Autos der Stiftung MBF Richtung       Hunger und Durst stillten. Zurück in Hagnau liefen
                 Bodensee in die Ferien. Da unsere Zimmer nicht        wir runter ins Dorf weil wir Lust auf Pizza hatten.
                 bezugsbereit waren, erkundeten wir das Hagnau-        Die Pizzeria war sehr klein, dafür die Pizzen umso
                 er Dorf und stillten unseren Durst im schönen Re-     grösser. Wir nutzten einen etwas längeren Rück-
                 staurant Seeblick. Wie der Name bereits aus-          weg als Verdauungsspaziergang. Am Donnerstag
                 drückt, erweckte die Aussicht zum Bodensee das        war Shopping-Tag in Konstanz. Wir kauften uns
                 Gefühl des Ankommens in den Ferien. Zurück im         T-Shirts, Sonnenhüte, Wimmelbücher und weitere
                 Hotel konnten wir unsere schönen Zimmer mit Bal-      Sachen die das Herz begehrte. Da Shopping mit
                 kon und Seesicht beziehen. Das Abendessen und         der Zeit anstrengend ist, brauchten wir immer wie-
                 das gute, sehr zuvorkommende Servicepersonal          der eine Stärkung.
                 im Hotel, waren weitere Highlights des Tages.             Das Wirte-Ehepaar empfahl uns für unser letz-
                     Nach dem Aufstehen erwartete uns ein reich-       tes Abendessen ein spezielles Restaurant mitten
                 haltiges Buffet, das keine Wünsche offenliess. Die-   in den Reben. Die Atmosphäre war einzigartig und
                 ses brachte uns dazu lange am Tisch zu verweilen      es gab endlich Wurstsalat zum Essen. In der Nacht
                 und jeden Tag gemütlich zu starten. An unserem        verabschiedete uns Petrus mit viel Donner, der uns
                 ersten Ausflug fuhren wir mit dem Schiff zur Insel    den Schlaf raubte. Am Morgen weinte der Himmel
                 Mainau. Die Schönheit und Besonderheit der Blu-       als wir mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck wie-
                 men- und Pflanzenpracht, dargestellt in verschie-     der zurück nach Stein fuhren.
                 denen Motiven, machte den Ausflug zu einer Be-            Wir dürfen auf abwechslungsreiche Ferientage
                 sonderheit. Zu Fuss erkundeten wir die Insel und      mit schönem Wetter zurückschauen.
                 waren überrascht was es sonst noch zu sehen gab,
                 wie zum Beispiel Tiere, Teiche, Parks und vieles                      Bewohnende Wohngruppe Grün
                 mehr. Am Mittwoch machten wir einen Ausflug
                 nach Lindau, welches bereits zum Bayrisches Bun-
                 desland gehört. Es gab vieles zu entdecken, wie
                 die schöne Altstadt, den Leuchtturm und beson-

V.l.n.r. die Bewohnenden der Wohngruppe Grün:
Daniel Hueber, Ruth Rebmann, Ruth Obrist, Rosmarie Müller, Adrian Sprecher, Käthy Hasler
Leben, Lernen und Arbeiten 19

Feuerteufel
einpacken
Wie habe ich es geschafft, die Feuerteufel zu verpacken. Meine Wenigkeit musste Fabian Hossli
  anfragen, ob ich dieses tun kann, und ich kann es, glaube ich, nicht schlecht. Es sind mir
 bis jetzt keine Beschwerden untergekommen, also werde ich es weiterhin gewissenhaft tun.
   Ich muss pro Lage sieben «Teufelchen» hochkant und eine Reihe quer unten dran legen,
d. h. 3× hochkant und 1× quer. Und dieses, drei Mal. ich hoffe nur, dass die Schachteln sich
              nicht in der Grösse ändern, sonst werde ich auch das hinbekommen.

                                                     sste bei
                       r A rb  ei t  kam: Ich mu
    Wie ich zu d
                 ie se                                    rbeit
                         ch fr a g  en  , o b ich diese A                    Die Bestellkarte sollte man nicht vergessen,
                  n na                                 , wieviel.
    einigen Leute         br  a u ch   t das Wissen                          sonst darf man die ganze Schachtel wieder
                en  n  es                                 ssen.
    tun kann. D           ti g  a n  g eor  dnet sein mü                   entleeren und die Bestellkarte unten reinpacken.
                  e rich
      Und dass si

                        Das ist der
                                     Weg von e
                        Schachtel               iner leeren
                                   Feuerteufel.             zu einer vo
                       Feuerteufel              O hne das Fa            ll en
                                   natürlich,                br izieren d
                                              und diesen                  er                   Thomas Friedli
                                                           Weg kenne
                                          noch nicht.                   ich              Mitarbeiter Atelier 31
20 Leben, Lernen und Arbeiten

Unsere Hochzeit
Claudia und Martin

                                                   Claudia Weiss-Meier
                                                   und Martin Weiss
                                                   an ihrer Hochzeit mit
                                                   der Teamleiterin
                                                   Heike Butowski

    Wir Standen. Vor dem Traualtar am 23 Juli wir
     haben eine lange Vorbereitungzeit gewesen mich
    hat eine gute Freundin zum Altar gefurt meine zu-
      kunftige Frau hat Heike zum Altar gefurt und
  es war ein schön Moment Als meine zukünftige Frau
   da zum Altar zu laufen kommt es war einen schönen
 Tag und Schöhn Heiss Tag und schöne Geschenke und
     einen schönen Abend mit einem guten Essen und
                        Feiern

                    Martin und Claudia
                                                            Martin Weiss
                                                Mitarbeiter Verpackung 2
Leben, Lernen und Arbeiten 21

                                                                                n Fä-
                                  M e n s c h e n   m  it  unterschiedliche
                         F bietet                                    zu haben und
         Die Stiftung MB                     tze  . A  u  fg a b e n
                         ützte Arbeitsplä                                           n,
         higkeiten gesch             o w  ie  W   e rt s  c h ä tzung zu erfahre
                          erhalten s                                     serer Stiftung.
         Anerkennung zu                         it s a llt a g s in  u n
                           mente des Arbe
         sind wichtige Ele

                                     h
    b ie te n p e r s ofort oder nac
Wir
Vereinbarung

        z t e A r b e it sp lät ze
Geschüt
(44-100 %)
                                                                                                               ben
                                                                                       resse geweck t ha
                                                                     Wenn wir Ihr Inte            es  ch rie be nen Stelle
                                bteilungen                                             der ausg
             In folgenden A                                          und Sie sich von                         n Sie sich
                                                                                        hlen , dann melde
             – Hausdienst                                            angesprochen fü                          lle für
                                 ndschaftsunterh
                                                 alt                                     ler, Kontak ts te
              – Garten- und La                                       bei Andrea Moh
                                                                                       Behinderung.
              – Mechanik                                              M enschen mit                          ünfte unter
                                                                                        rne weitere Ausk
              – Montage                                               Sie gibt Ihnen ge                     ung-mbf.ch .
                                                                                       / amohler@stift
               – Schreinerei                                          062 866 12 40
                                ung                                                                            rces
               – Konfek tionier                                                           Human Resou
                     ch er ei                                         Stiftung M B F,                     , 43  32 Stein
               – Wäs                                                                      e 61, Post fach
                                                                       Münchwilerstrass
               Anforderungen                    der ein Antrag                              .ch
                               eine IV-Rente (o                        ww w. stiftung-mbf
               – Sie beziehen
                                   in Abklärung)
                  auf IV-Rente ist                gt 44 %
                                 eitspensum beträ
               – Ihr Mindestarb
                                ntnisse nötig
                – Keine Vorken
                                     n
                Wir bieten Ihne
                              ns um  nach Absprache
                – Arbeitspe                         Unterstützung
                                  narbeitung und
                – Individuelle Ei
                                         en
                   durch Fachperson                        sreiche
                              es sa nt e und abwechslung
                 – Eine inter
                    Tätigkeit
                                    fgestelltem Team
                 – Arbeiten in au                        g
                                       pa sste Entlohnun
                  – Fähigkeitsange                g un d an der
                                     Arbeitsallta
                  – Teilnahme am
                     Gesellschaf t
22 Dienstleistungen und Berufliche Eingliederung

Logs-Produktion
aus 4 m³ Eiche
                                                                       Chancen:
                                                                       – Um den Liefertermin einhalten zu können, muss-
                                                                          ten alle unsere Mitarbeitenden an den geschütz-
                                                                          ten Arbeitsplätzen in der Schreinerei alle Arbeits-
                                                                          schritte perfekt ausführen können. Dafür haben
                                                                          wir alle 15 Mitarbeitenden einzeln in die 17 ver-
                                                                          schiedenen Arbeitsschritte eingeschult und die
                                                                          dafür benötigten Schablonen angefertigt.
                                                                       –	Die bisherigen Bearbeitungen auf der CNC-Ma-
                                                                          schine konnten optimiert werden, so dass weni-
                                                                          ger Ausschuss entstand. Es wurden neue Frä-
                                                                          ser mit künstlichen Diamantschneiden eingesetzt.

                                                                       Risiken:
                                                                       –	Es brauchte eine kontinuierliche Kontrolle der
                                                                          ausgeführten Arbeitsschritte, so dass sich kei-
                                                                          ne Fehler einschlichen.
                                                                       –	Es durfte sich keine Schablone / Einrichtung /
                                                                          Maschine verstellen.
                                                                       –	Die Motivation der Mitarbeitenden konnte mit
Einpressen der Verbindungshülse                                           der Zeit verloren gehen.
                                                                       –	Die zeitgerechte Anlieferung unserer Zuliefe-
                Das Unternehmen COOP wurde auf ein Eigenpro-              ranten war wichtig, wie auch die entsprechen-
                dukt aus unserer STEIN MADE-Kollektion aufmerk-           de Qualität des Materials.
                sam. Das Küchenhilfsmittel nennt sich Logs und
                ist ein Pfannenuntersetzer. Es ist jedoch kein ge-     Fakten
                wöhnlicher Pfannenuntersetzer. Wer ihn einmal in       –	Die CNC-Maschine fräste während drei Mona-
                der Hand hatte, weiss wovon wir reden. Der Pfan-          ten die Eicheneinzelteile heraus.
                nenuntersetzer ist dekorativ, edel, platzsparend,      –	An den Kantenschleifmaschinen wurde eine
                verspielt, nachhaltig, kurzum eine handwerkliche          Strecke von über 19 km gefast (Kantenbruch).
                Exaktheit, ja schon fast ein Handschmeichler und       –	5 6 000 Hülsen / 16 000 Magnete / 28 000 Kunst­
                ganz wichtig, funktional für Pfanne und Gratinform.       achsen wurden eingepresst. Das sind 72 000
                    Nach verschiedenen Abklärungen mit dem Kun-           Bohrungen, welche auf der CNC-Maschine
                den, kam es im Februar 2022 zu einer Bestellung           gebohrt wurden.
                von 4000 Stück. Das Detail- und Grosshandel­
                unternehmen COOP wird das Produkt in ihrer Pro-            Wir können nun auf eine grossartige, erfolg-
                duktelinie à Table aufnehmen und diese in 200 CO-      reiche Produktionszeit zurückblicken. Unsere Mit-
                OP-Filialen verkaufen. Für uns als Schreinerei         arbeitenden leisteten beste Arbeit und waren top
                bedeutete die Bestellung eine grosse Herausfor-        motiviert. BRAVO! Die Motivation war immer
                derung und zugleich eine gute Arbeitsauslastung        hoch, da wir verschiedene Arbeitsposten einrich-
                für die kommenden Monate. Ein wichtiger Teil für       teten und Abwechslung garantiert wurde. Alle
                das Gelingen dieses Projektes war die sofortige        2,5 Stunden wurde der Arbeitsplatz gewechselt.
                Bestellauslösung der verschiedenen Materialien.        Alle Zulieferanten konnten uns das Material zeit-
                Aus bekannten Gründen rechneten wir mit länge-         gerecht liefern und mit unserem modernen Ma-
                ren Materialbeschaffungszeiten. Die Knacknuss          schinenpark hatten wir keine Pannen. Die Endkon-
                dabei war, 4 m³ Eiche, FSC 100 % auf ein Spezi-        trolle und Verpackung wurden in der Schreinerei
                almass eingeschnitten zu finden.                       durchgeführt. Wir sind stolz eine solch grosse Se-
                    Auf die weiteren Produktionsschritte durften wir   rie qualitativ hochstehend gemeistert zu haben.
                uns auf die Erfahrung der letzten 250-Stück-
                Serien abstützen. Doch die Dimension 16-mal
                mehr als bis anhin herzustellen, bargen Chancen
                wie auch Risiken.
Dienstleistungen und Berufliche Eingliederung 23

Unser STEIN MADE-Logs mit der à Table-Verpackung

Einpressen der Magnete                                              Gefräste Kontur und Löcher des Logs

               Aussagen der Mitarbeitenden:
               –	Florian Rigassi: «Die Endmontage der 24000 Tei-
                  le war der Hit.»
               –	Fabian Schwere: «Es brauchte sehr viel Durch-
                  haltevermögen, Willen und Konzentration, um
                  die vielen Einzelteile zu fertigen.»
               –	Selajdin Shema: «Das Abpacken war einer der
                  schönsten Arbeitsschritte, weil man sah, was
                  man vollendet hat.»
               –	Adrian Sidler: «Die zwei verschiedenen Fasen
                  an diesem Produkt, sind eine spezielle Augen-
                  weide.»
               –	Kevin Fernandez: «Meine Lieblingsarbeit war das
                  Fasen.»
               –	Tobias Schmid: «Ich finde es cool, dass gerade                  Christian Geiser
                  COOP eine solch grosse Bestellung gemacht                  Teamleiter Schreinerei
                  hat, von unserem perfekten Eigenprodukt Logs.»

                Ab sofort sind unsere Logs in den grösseren
                Coop Supermärkten wie auch Coop City Waren-
                häuser erhältlich. Wir sind sehr stolz darüber
                und freuen uns sehr darüber!                                    Tobias Feldmann
                                                                         Gruppenleiter Schreinerei
24 Dienstleistungen und Berufliche Eingliederung

Seit fast drei Jahren
Berufliche Eingliederung
       Etablierung der Beruflichen Eingliederung                  antwortung beispielhaft nachgekommen und hat al-
       Seit über zwei Jahren arbeiten wir kontinuierlich an       les Mögliche darangesetzt seinen geschätzten Mit-
       der Entwicklung und Etablierung der Abteilung Be-          arbeiter zu unterstützen, damit dieser wieder Fuss
       rufliche Eingliederung (BE). In den letzten zwei Jah-      im Arbeitsprozess fassen kann. Um diesem Arbeit-
       ren haben auch wir aufgrund der Corona-Pandemie            nehmer den Wiedereinstieg so gut wie möglich zu
       ein paar Rückschläge hinnehmen müssen. Die ge-             erleichtern und um ihn nicht zu überfordern, wurden
       wünschte Zahl an BE-Teilnehmenden wurde hier-              zahlreiche Gespräche geführt und tolle Ideen aus-
       durch geschmälert und unser Entwicklungsprozess            getauscht. Besonders erwähnenswert ist die aus-
       wurde verlangsamt und verzögert. Nun sind wir aber         gesprochen tolle und zielgerichtete Zusammenar-
       wieder auf Kurs und entwickeln uns sehr erfreulich!        beit der IV-Stelle mit der Personalabteilung der
            Seit April 2022 ist Aneliya Köck zum Team gestos-     Firma, dem direkten Vorgesetzten als auch uns, als
       sen. Sie bringt 15 Jahre Berufserfahrung als Grup-         Jobcoach. Unsere Aufgabe, die wir als Stiftung MBF
       penleiterin in den Betrieben mit und kennt die Bedürf-     in der beruflichen Eingliederung übernehmen, ist die
       nisse der BE-Teilnehmenden dadurch sehr gut.               wöchentliche Begleitung des BE-Teilnehmenden
                                                                  durch Gespräche und Besuche beim Arbeitgeber,
       Neuer Höchststand im Bereich Berufliche                    die eine situationsgerechte und anpassungsfähige
       Eingliederung                                              Unterstützung gewährleisten.
       Heute können wir mit Stolz sagen, dass wir in der Ab-
       teilung Berufliche Eingliederung zurzeit 14 Frauen         Weitere Aufgaben der Beruflichen
       und Männer betreuen, die in unseren Betrieben und          Eingliederung
       unseren Diensten integriert und beschäftigt sind. Die-     Eine weitere wichtige Aufgabe der beruflichen Ein-
       se BE-Teilnehmenden wurden uns von der IV-Stelle           gliederung ist die interne Begleitung der BE-Teil-
       Aargau zugewiesen, die sich, gemeinsam mit ande-           nehmenden im Aufbautraining. Hier werden sie in-
       ren IV-Stellen, als sehr treuer Partner für unsere Stif-   tensiv bei ihrer Arbeit von ihren Gruppen- und
       tung MBF erwiesen hat. Die BE-Teilnehmenden sind           Teamleitungen begleitet, wobei wöchentliche Ge-
       in allen Abteilungen vertreten: von unserem Garten-        spräche mit dem Jobcoach die Fortschritte über-
       und Landschaftsunterhalt, über die Montage und der         prüfen und dokumentieren. Der Entwicklungser-
       Schreinerei bis hin zur Küche und Hauswirtschaft.          folg wird kontinuierlich reflektiert und ganz
            Mit grosser Freude begleiten wir überdies auch        individuell werden Prozesse, Konzepte und Res-
       noch sieben Lernende, die in diesem Jahr in der Stif-      sourcen angepasst und optimiert, um den BE-Teil-
       tung MBF ihre Lehre angefangen haben bzw.                  nehmenden die bestmögliche Unterstützung zu-
       weiterführen. Unser grösstes Ziel, als auch unser          kommen zu lassen. Wir verzeichnen regelmässig
       wichtigster Auftrag gegenüber dieser jungen Men-           sehr erfreuliche Erfolge, bei denen die Teilnehmen-
       schengruppe, ist es, ihnen eine bestmögliche Unter-        den für Praktika im ersten Arbeitsmarkt aufgenom-
       stützung im ersten Arbeitsmarkt zu sein. Ganz be-          men werden.
       sonders freuen wir uns darüber nun einen Lernenden
       im ersten Arbeitsmarkt via «Supported Education»           Ausblick
       zu begleiten. Unser Anspruch und unser Traum ist           Mit Beginn des Jahres 2023 wird Franziska Rolke
       es, genau diese Anspruchsgruppe in Zukunft schritt-        wieder aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurückkeh-
       weise und konstant ausbauen zu können.                     ren und das Team der beruflichen Eingliederung
                                                                  ist somit wieder vollständig. Die Abteilung Berufli-
       Vision und Erfolgsgeschichte                               che Eingliederung ist voller Tatendrang und freut
       Vor drei Jahren wurde auch die Idee geboren, Men-          sich sehr darauf neue Herausforderungen und Auf-
       schen zu begleiten, die in eine schwierige Lebens-         gaben anzunehmen und zum Erfolgskonzept der
       situation geraten sind und ihren Arbeitsaufgaben           Stiftung MBF beizutragen.
       nicht mehr umfänglich nachkommen können, aber
       von der IV-Stelle und dem Arbeitsgeber so gut un-
       terstützt werden, dass sie an ihrem Arbeitsplatz
       wieder integriert werden können.
           Eine Geschichte dazu: Ein BE-Teilnehmer konn-                            Aneliya Köck
       te aufgrund eines Burnouts seinen Job nicht mehr                      Jobcoach Berufliche
       ausführen. Der Arbeitgeber ist seiner sozialen Ver-                         Eingliederung
Heilpädagogische Schule 25

Schulleitungs-Team
HPS Fricktal

v.l.n.r.: Regina Stieger, Urs Jakob und Sibylla Dreher

                  Edi Steiner, stellvertretender Schulleiter der HPS    Die Schulleitung der HPS Fricktal bilden ab Au-
                  Fricktal, wechselte zum Schuljahresende 21/22 in       gust 2022:
                  den wohlverdienten Ruhestand.                         –	Urs Jakob, Leiter HPS Fricktal und Mitglied der
                      Die Geschäftsleitung dankt Edi für seine enga-       Geschäftsleitung Stiftung MBF
                  gierte Mitarbeit, vor allem bei der Trägerschafts-    –	Regina Stieger, Abteilungsleiterin Kindergarten
                  übernahme der HPS Fricktal durch die Stiftung            und Primarstufe
                  MBF und der Zusammenführung der beiden Schul-         – Sibylla Dreher, Abteilungsleiterin Ober- und
                  standorte. Seine vielseitige Erfahrung, ergänzt          Werkstufe
                  durch sein IT-Wissen, waren enorm hilfreich. Wir
                  wünschen ihm viel Glück, Erfüllung und Freude und     Urs und Regina arbeiten bereits seit zwei Jahren
                  hoffen, dass er weiter mit der Stiftung MBF verbun-   gemeinsam in der Schulleitung. Neu stösst Sibylla
                  den bleibt.                                           Dreher hinzu.

                                                                            Wir wünschen dem neuen Schulleitungs-Team
                                                                        für die Aufgaben alles Gute.

                                                                                              Urs Jakob
                                                                                     Leiter HPS Fricktal
26 Heilpädagogische Schule

 HPS Fricktal
 Lehrplan 21
                     Unser erstes Betriebsjahr in Mumpf ist vorbei.       stimmtes Vorgehen entstanden. Damit sind wir im
                     Nach den letztjährigen Umzugs- und Startvorbe-       August gestartet, wohlwissend laufend zu lernen.
                     reitungen wirkt das rückblickend manchmal noch           Gemäss den Bildungszielen des Lehrplan 21
                     unwirklich. Der Alltag mit den Schülerinnen und      sollen Schülerinnen und Schüler zu einer eigen-
                     Schülern zeigt sich so vielschichtig und rasch.      ständigen und selbstverantwortlichen Lebensfüh-
                     Kein Tag ist gleich. Im Hier und Jetzt erleben wir   rung befähigt werden. Der Bildungsauftrag wird
                     viel Tolles und manchmal auch Zähes – einfach al-    erfüllt, wenn die verbindlichen Inhalte berücksich-
                     les, was zum Lernen und Grösser- bzw. Erwach-        tigt werden und die Schule Gelegenheiten zur per-
                     senwerden gehört.                                    sönlichen Auseinandersetzung mit zentralen The-
                         Gemäss Vorgabe der Abteilung Sonderschu-         men/Kenntnissen bietet. Eine Reduktion auf den
                     lung, Heime und Werkstätten des Kantons Aargau       funktionalen Erwerb von Wissen ist nicht er-
                     müssen alle Heilpädagogischen Schulen ab Au-         wünscht. Für Schülerinnen und Schüler mit kom-
                     gust 2022 den neuen Aargauer Lehrplan 21 Volks-      plexen Behinderungen gewinnen alle erworbenen
                     schule umsetzen.                                     Fähigkeiten, Fertigkeiten und zu bewältigende Ent-
                         Der Lehrplan 21 wurde in der Grundform nicht     wicklungsaufgaben an Bedeutung.
                     für Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen
                     entwickelt. Die Hochschule für Heilpädagogik Zü-            Im Zentrum steht die Befähigungsvision mit
                     rich hat im Auftrag von 19 Kantonen die Broschü-      sechs Befähigungsbereichen und der Frage: «Wozu
                     re «Anwendung Lehrplan 21 für Schüler*innen mit       lernen? Wozu soll ein*e Schüler und Schülerin be-
                     komplexen Behinderungen in Sonder- und Regel-         fähigt werden?» Davon sind dann abzuleiten:
                     schulen» herausgegeben. Wir haben uns mit vier       – Förderziele – Was lernen? Kompetenzen für
                     weiteren HPS zusammengeschlossen und die                    die Befähigung; Erfahrungen, Interessen, Be-
                     Hochschule für Heilpädagogik Zürich ins Boot ge-            reitschaften und Potentiale berücksichtigen/
                     holt. Aus diesem intensiven Prozess ist ein abge-           aufbauen
                                                                          –	  Verbesserung der Beteiligungs- und Behinde-
                                                                                 rungssituation – Wissen/Können zur Ermögli-
                                                                                 chung von Lernen und Beteiligen am Schulleben
                              Personale                                   –	   Verbesserung der Behinderungssituation –
                             Kompetenzen                                         Funktionsfähigkeit steigern für ein besseres Ler-
                                                                                 nen (und Beteiligen am Schulleben); behinde-
                                                                                 rungsspezifische Umweltanpassungen, Assi­s-
                              Sich selbst
                               sein und                                          tenz, Hilfsmittel, Therapien
                                werden
                                                                              Für alle Beteiligten der HPS Fricktal und für die
              Dranbleiben                     Sich und
                  und                          andere                     Eltern bedeutet der Lehrplan 21 Umstellung, Heraus-
              bewältigen                     anerkennen                   forderung und Chance zugleich, passende Lern-
                                                                          und Lebensfelder für die Schüler*innen zu bieten.
Methodische
                              Befähigung                    Soziale       Wie eingangs erwähnt, oft mit Freude und ab und
Kompetenzen
                                                          Kompetenzen     zu zäh.
                                                Sich
              Erwerben und                  austauschen
                 nutzen                         und
                                            dazugehören

                              Mitbestim-
                              men und
                              gestalten

 Modell Hochschule für Heilpädagogik Zürich aus: Anwendung
 Lehrplan 21 für Schüler*innen mit komplexen Behinderungen in                                    Urs Jakob
 Sonder- und Regelschulen, 2019                                                         Leiter HPS Fricktal
Heilpädagogische Schule 27

Rezept
für Mistkäfer-Brot
Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Die Unterstützte Kommunikation (UK) ist ein wichtiger
Bestandteil des Alltags in der Stiftung MBF. Zum Beispiel ist sie in der HPS Fricktal Teil des Unterrichts.
Aber auch in den Wohn- und Arbeitsgruppen wird sie vielseitig eingesetzt. Sie hilft ergänzende und alterna-
tive Kommunikationsformen zu entwickeln und anzubieten, damit die Schüler*innen, Mitarbeitende
und Bewohnende mit ihrem Umfeld in Kontakt treten können. Eingesetzte Hilfsmittel sind beispielsweise
Piktogramme, elektronische Geräte, Bilder, Fotos sowie Gegenstände. Testen Sie hier einmal ein UK-
Rezept nur mit Piktogrammen und schlüpfen Sie in den Blickwinkel der Menschen mit Unterstützungsbedarf.

                                    180

                                                                          Romy Zimmermann
                                                                     Lehrperson HPS Fricktal
28 Personal und Karriere

Viviene Delz
Teamleiterin Ateliers 20–23
                         Mein beruflicher Werdegang               «Arbeit vermittelt soziale Zugehörigkeit und be-
                          startete zunächst im Gesund-        stimmt die gesellschaftliche Anerkennung einer
                          heitszentrum Fricktal. Dort ab-     Person ebenso wie ihre Selbstachtung».
                          solvierte ich eine Ausbildung in         Die Stiftung MBF und ich haben einiges ge-
                          der Pflege. Seit 2013 arbeite ich   meinsam: Wir stehen für die Rechte von Menschen
                          nun in der Stiftung MBF, zu Be-     mit Unterstützungsbedarf ein. Ein Leben in Würde,
                          ginn noch als Betreuerin in der     Chancengleichheit, Arbeit, Meinungsfreiheit, Au-
                         Wohngruppe Gelb. Die Arbeit          tonomie und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
                          mit Menschen mit Unterstüt-         Die Arbeit mit Menschen mit Unterstützungsbedarf
                         zungsbedarf gefiel mir dort so       ist für mich seit Tag 1 eine Herzensangelegenheit.
                          gut, dass ich gleich im An-              Privat bin ich mit meinen zahlreichen Neffen
                          schluss daran die Ausbildung        und meinem Garten ziemlich beschäftigt. Ich liebe
                         zur Fachfrau Betreuung begann.       es Freunde zu bewirten und Sport zu treiben. Au-
                         Nach der Ausbildung entschied        sserdem habe ich ein Herz für Tiere.
        ich mich zum Studium «Soziale Arbeit», welches
        ich in der Wohngruppe Rot durchlaufen durfte.         «Ich kann es nicht leiden, wenn …
            Nach dem Studium arbeitete ich lediglich ein
        Jahr in der Wohngruppe Rot. Danach wechselte
                                                              … man am Wochenende den halben
        ich zur Sekundarschule Sandgruben in Basel, in        Tag verschläft. Ich bin gerne früh
        der ich Jugendliche in einer Integrationsklasse un-   wach und verbringe den Morgen lie-
        terrichtete.                                          ber beim Wandern in den Bergen
            Aufgrund des Stellenangebots der Stiftung
                                                              als im Bett.»
        MBF, die Teamleitung der Ateliers 20–23 überneh-
        men zu können, kehrte ich schon nach einem Jahr
        wieder zurück. Für mich war klar, dass ich mein
        Know-how innerhalb dieser Funktion in den Berei-
        chen Pflege sowie Gesundheit und des agogi-
        schen und sozialpädagogischen Bereichs verein-
        baren kann.
            Des Weiteren erscheint es mir als erfüllend,
        Menschen mit Unterstützungsbedarf in Arbeits-,
        bzw. Beschäftigungsangeboten zu begleiten und
        zu unterstützen.
Personal und Karriere 29

Zwei Jubilare in der Küche
10 und 20 Jahre Stiftung MBF
                                                                       Was hat sich in den letzten 20 Jahren
                                                                       verändert?
                                                                       Als ich mit meiner Arbeit begann, kochten wir für
                                                                       ca. 80 Personen. Den Menüplan schrieben wir je-
                                                                       den Freitag von Hand und dann wurde er kopiert
                                                                       und von unserem internen Pöstler verteilt. Jeder
                                                                       kannte jeden und die Cafeteria war ein Begeg-
                                                                       nungsort für alle. Das Mittagessen wurde in zwei
                                                                       Kantinen eingenommen je 40 Personen. Heute ha-
                                                                       ben wir drei Kantinen und das dreifache an Essen
                                                                       sowie auch mehr Auswahl an Menüs. Mir gefällt
                                                                       meine Arbeit im Team und mir gefällt es, unsere
                                                                       Mitarbeitenden zu motivieren.

                                                                       Ich danke Jannik Fröhlich und Monika Adler und
                                                                       freue mich weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

Jannik Fröhlich und Monika Adler in der Küche der Stiftung MBF

                 •    0 Dienstjahre Jannik Fröhlich, Mitarbeiter
                     1
                      Küche, geschützter Arbeitsplatz, 100 %
                 •   20 Dienstjahre Monika Adler, Gruppenleiterin
                      Küche, 40 %

                 Drei Fragen von Jannik an Monika

                 Was und wo hast du, bevor du in die Stiftung
                 MBF gekommen bist, gearbeitet?                                    Ricardo Aleixandre
                 Nach einer 3-jährigen Lehre als Konditorin bin ich                 Teamleiter Küche
                 Mutter von einer Tochter und drei Söhnen gewor-
                 den. Bis im Herbst 1987 habe ich in der Café-Kon-
                 ditorei meiner Schwiegereltern gearbeitet. Danach
                 war ich bis 2002 Familienfrau.

                 Wie hast du Arbeit in der Stiftung MBF                                 Monika Adler
                 gefunden?                                                      Gruppenleiterin Küche
                 Ich besuchte oft die Cafeteria, die jeden Dienstag-
                 und Donnerstagnachmittag offen hatte und muss
                 wohl einmal gesagt haben, ich würde diese Arbeit
                 auch gerne machen. Im Frühjahr 2002 suchte man
                 für die Küche und Wäscherei Gruppenleiter*innen
                 und so fand ich eine Arbeit als Gruppenleiterin in                    Jannik Fröhlich
                 der Küche der Stiftung MBF.                                     Mitarbeitender Küche
30 Personal und Karriere

Neue Einblicke
in unsere Stiftung

Lernende der Stiftung MBF
Hintere Reihe v.l.n.r.: Johanna Vogt , WG Grün; Kevin Schmid, WG Braun; Cynthia Flückiger, WG Rot; Eva Asgeirsson,
WG Blau; Astrid Eckert, Ausbildungsverantwortliche, Cheyenne Curcio, WG Blau
Vordere Reihe v.l.n.r.: Perihan Korkmaz, WG Gelb; Melanie Müller, Ateliers; Florjana Deva, WG Schlossberg / Rhyblick;
Valerie Brüngger Ateliers; Salome Müller, Ateliers

                  Wir, Perihan Korkmaz und Cynthia Cathrin Flückiger,    und gingen zurück in die Aula um Erlebnisse und
                  durften einen Bericht über unseren Lernenden-Treff     Fragen auszutauschen. Unsere Fragen wurden
                  schreiben. Für uns alle war es eine neue Erfahrung,    alle beantwortet und wir konnten unsere Anre-
                  denn an diesem Tag durften wir einen neuen Bereich     gungen mitteilen. Durch diesen Einblick in die
                  der Stiftung MBF genauer kennenlernen. Wir hatten      HPS Fricktal könnten sich neue Wege nach der
                  die Möglichkeit die HPS Fricktal in Mumpf zu besu-     Ausbildung aufzeigen. So könnten wir z. B. auch
                  chen und einen Einblick zu erhalten.                   in der HPS Fricktal arbeiten.
                      Wir starteten damit, dass wir am Morgen nach           Nach der Verabschiedung in Mumpf gingen
                  Mumpf fuhren und in die HPS Fricktal gingen. Wir       wir alle zusammen nach Obermumpf zum Bräteln.
                  trafen zuerst Regina Stieger, Leiterin Eingangs-       Beim gemeinsamen Austausch bemerkten wir,
                  und Primarstufe. Anschliessend versammelten            dass wir alle ähnliche Eindrücke sammeln konn-
                  wir uns in der Aula und Regina erzählte uns viel       ten. Wir tauschten uns untereinander über die po-
                  Spannendes über die HPS Fricktal.                      sitiven Erlebnisse aus und darüber, was uns fas-
                      Nach der Einführung durften wir uns aussu-         zinierte und wo wir Verknüpfungen mit unserer
                  chen, in welcher Klasse wir einen genaueren Ein-       Theorie im Berufsleben sahen. Wir waren uns alle
                  blick erhalten wollten. Das Angebot war gross, es      einig, dass dieser Einblick für uns alle eine neue
                  gab Klassenstufen vom Kindergarten bis hin zur         und interessante Erfahrung war. Eine, welche
                  Berufsreife. Für uns waren diese Einblicke neu und     sich gerne wiederholen darf.
                  spannend. Durch die grosse Auswahl war dies na-
                  türlich noch spannender, denn wir haben selten die
                  Möglichkeit mit Kindern und Jugendlichen zu arbei-
                  ten. Wir durften mit den Schüler*innen zusammen-
                  arbeiten und sehen, was ihre Tätigkeiten in der
                  HPS sind. Es wurden dabei viele Fragen gestellt,                    Perihan Korkmaz
                  durch uns oder durch die Kinder und Jugendlichen.         Lernende Wohngruppe Gelb
                  Uns fiel bereits früh auf, dass die Grundhaltung der
                  Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kein grosser
                  Unterschied zur Grundhaltung in der Erwachse-
                  nenarbeit der Stiftung MBF ist. Agogik, Partizipa-
                  tion und Autonomie, all das sahen wir dort.
                       Die Zeit verging wie im Fluge und schon                 Cynthia Cathrin Flückiger
                  mussten wir uns von den Klassen verabschieden              Lernende Wohngruppe Rot
Sie können auch lesen