NOORD-NEDERLAND ROTTWEIL SCHWARZWALD BAAR - DIE MASKE KUNSTWEGEN - Bacchus-Vinothek
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N O V 2 0 17 – F E B 2 0 18
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Das Kunstmagazin f ür Entdecker
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NOORD-NEDERLAND
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ROTTWEIL SCHWARZWALD BAAR
DIE MASKE KUNSTWEGEN
BISMARCK BUCHER CHAGAS DOSTAL VISCH VOGEL
BERN EMDEN HERFORD MÜNCHEN SAARBRÜCKEN SCHWERIN ZWOLLE65
Die „Stadt der Türme“ hat seit Kurzem mit dem thyssen-
krupp-Testturm eine echte Attraktion der Superlative: Die
darin befindliche, mit über 200 Metern höchste Besucher
plattform Deutschlands befindet sich in einer Mischung aus
architektonischem Highlight, in dem Hochgeschwindig
keitsaufzüge für die höchsten Wolkenkratzer der Welt
getestet werden, und Objekt voll schlanker Eleganz, die auf
die Ferne als neue Landmarke wirkt und von der aus Besucher
sowohl einen faszinierenden Blick ins Umland werfen und
Kunstwerke gleichermaßen anschauen können.
Kunst- und Kulturbegeisterte finden in der Region
Schwarzwald-Bahr-Heuberg zahlreiche kulturelle „Hidden
Champions“: Das Erich Hauser-Areal auf dem alten Salinen-
gelände und das „Forum Kunst Rottweil“ gehören ebenso
dazu wie das Museum Art.Plus in Donaueschingen und die
Sammlung Grässlin in St. Georgen. Es ist eine Region, die mit
Naturreizen ebenso wenig geizt, wie mit kulturellem An
gebot – und zeitgenössische Kunst wird darin besonders groß
geschrieben.
CHRIS GERBING
w w w . ro t t w e i l . d e
t e s t t u r m . t h y s s e n k r u p p - e l e v a t o r. c o m
Rott weil mit thyssenkrupp -Testturm,
Foto:© thyssenkrupp67
Rot t weil und die Gegenwar tskunst
Ganz alt trifft ganz neu
Seit den 1970er-Jahren stehen die Zeichen in Rottweil ganz
auf zeitgenössisch: Mit dem „Forum Kunst Rottweil“ betitel-
ten Kunstverein, den Ausstellungen für Gegenwartskunst,
die in der drei Stockwerke umfassenden Galerie der Kreis
sparkasse seit 1999 präsentiert werden, dem Skulpturenfeld
„KUNSTdünger“ am Rande der Stadt, dem Areal von Erich
Hauser, dessen Stahlskulpturen auch stadtbildprägend in der
City aufgestellt sind, und dem 2009 eröffneten „kunst raum
rottweil – museum der gegenwart“ im Dominikanermuseum
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bieten sich dem Besucher zahlreiche Möglichkeiten des
E intauchens in aktuelles regionales wie internationales
Kunstschaffen. Für ARTMAPP sprach Chris Gerbing mit dem
Künstler und Kurator Jürgen Knubben darüber, warum Rott-
weil ein fruchtbarer Boden für Gegenwartskunst ist und was
es diesen Herbst in Baden-Württembergs ältester Stadt und
ihrer Umgebung an zeitgenössischer Kunst zu entdecken gibt.
Tobias Zaft, „FlexiPolis“, 2016,
interaktive Lichtskulptur (modulares Stecksystem), Acr ylglas, LED - Platinen,
WL AN - Modul, Stahl, 85 x 38 x 38 cm (inkl. Stahlsockel), 4 Editionen,
Courtesy: Sammlung Karin Abt-Straubinger, Stuttgart,
ARTM APP
Ausstellung „kunst raum rott weil – museum der gegenwart“ im Dominikanermuseum68 69
ARTMAPP: Herr Knubben, weshalb fällt in Rott-
weil zeitgenössische Kunst auf so guten Boden?
Jürgen Knubben: Rottweil war nie Arbeiter-, sondern immer
Bürgerstadt. Daraus resultiert das große Kulturinteresse, auf
dem die zeitgenössische Kunst auf bauen konnte. Sie wurde
hier schon vor fast 50 Jahren in hoher Qualität gezeigt, wobei
Erich Hauser, Romuald Hengstler, Franz Bucher und Felix
Schlenker die Triebfedern dafür waren. Diese „Viererbande“
gründete den Kunstverein – das „Forum Kunst Rottweil“ –,
der bis heute überwiegend von Künstlern getragen wird. Des-
halb ist es auch so selbstverständlich, dass die Bürger der Stadt
sich gerne mit Gegenwartskunst umgeben und sie aufge-
schlossen verfolgen.
ARTMAPP: Stichwort „Forum Kunst Rottweil“: ARTMAPP: Im nur wenige Laufminuten entfern-
Wo liegen die Schwerpunkte? Und was zeigen Sie ten Dominikanermuseum befindet sich mit dem
über die Jahreswende? „kunst raum rottweil – museum der gegenwart“
ein weiterer Spielort für zeitgenössische Kunst.
JK: „Forum Kunst Rottweil“ widmet sich ausschließlich Wie grenzt er sich inhaltlich vom Kunstverein ab?
der Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer
Kunst in allen Disziplinen. Wir legen besonderen Wert JK: Der 2009 eröffnete „kunst raum rottweil“ versteht sich als
d arauf, dass sich die Künstler auf den Raum einlassen, Plattform für regionale zeitgenössische Kunst und rückt
wodurch sich ein gewisser Schwerpunkt auf Installationen Kunstphänomene in den Blick, die den Kulturraum zwischen
ergibt. Der Kunstverein versteht es auch als seine Aufgabe, Schwarzwald und Schwäbischer Alb geprägt haben und
insbesondere jungen Kunstschaffenden eine Ausstel prägen. Er wird von einer Ausstellungsgemeinschaft getra-
lungsmöglichkeit zu bieten und sie dadurch zu fördern. Als gen, der neben der Stadt Rottweil auch der Landkreis, die
Ausstellungsraum steht dem „Forum Kunst Rottweil“ der K reissparkasse und der Kunstverein „Forum Kunst Rottweil“
historische Bürgersaal zur Verf ügung, der optimale Mög- angehören. Die Institutionen arbeiten in einem kritisch-offe-
lichkeiten für Skulpturen, I nstallationen und die Hängung nen Dialog eng miteinander und versuchen, Synergieeffekte
auch großformatiger Gemälde bietet. Bis Mitte November zu nutzen. Ein erfolgversprechendes Modell für die Präsen
ist die Wanderausstellung zum zehnjährigen Jubiläum der tation von Gegenwartskunst im ländlichen Raum!
Karin Abt Straubinger-Stiftung zu sehen. Eine sehr per
sönliche Schau, die zuvor in den Stuttg arter Galerieräumen
gezeigt wurde und von Rottweil weiter in die Leipziger
Baumwollspinnerei wandern wird. Weil die Stifterin eng
mit dem „Forum Kunst Rottweil“ verbunden ist, war es uns Klaus Hack, „Babel“, 2010,
ein Anliegen, ihr über die Ausstellung unseren Dank für die
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Pappel, weiß gefasst, 243 x 42 x 49 cm,
Jürgen Knubben, ideelle und finanzielle Unterstützung ausz ud rücken. Ab im Besitz des Künstlers, © VG Bild- Kunst, Bonn 2017
Kurator und Bildhauer, 26. November zeigen wir dann die vierte Kunstaktion der Ausstellung „kunst raum rott weil – museum der gegenwart“
Foto: privat letzten 47 Jahre: Nachdem Künstler bereits Fahnen, Koffer im Dominikanermuseum
und S childer für Rottweil gestalteten, liegt nun das Au
genmerk auf Flaschen. „NEBUK ADNEZAR – Künstler
machen Flaschen für Rottweil“ heißt die Schau, an der über
90 Kunstschaffende – unter anderem Ottmar Hörl, Leiko
I kemura, Stefan Strumbel und Franz Erhard Walther –
beteiligt sind. Sie alle hatten b
ereits Einzelausstellungen im
Kunstverein und gestalten nun jeweils eine jener 15-L iter-
„Nebukadnezar“-Bordeaux-F laschen, die nur einmal im
Jahr aufwendig produziert werden.
ARTM APP70 71
ARTMAPP: Was gibt es im „kunst raum rottweil“ ARTMAPP: Etwas außerhalb der Innenstadt sind
aktuell zu sehen? die Kunststiftung Erich Hauser und der „KUNST-
dünger“ in Hausen zu finden. Benennen Sie kurz
JK: Momentan zeigen wir die zweiteilige Ausstellung „Turm- deren Schwerpunkte?
Bau“. Es handelt sich um über 40 utopische Bildhauermodelle.
Weil Türme zu allen Zeiten in der Architektur eine bedeuten- JK: Das Areal, auf dem Erich Hauser (1930–2004) lebte und
de Rolle gespielt haben, von den Wehr- und Kirchtürmen des arbeitete, ist heute ein Gesamtkunstwerk, das einen Skulp
Mittelalters bis zu den Wolkenkratzern unserer Zeit, war es turenpark beinhaltet. Außerdem ist an den offenen Sonntagen
uns ein Anliegen, das Thema aufzugreifen. Denn Rottweil seine Kunstsammlung zu besichtigen. Wer außerhalb dieser
hat seit Anfang Oktober mit dem thyssenkrupp-Testturm Tage durch Rottweil schlendert, begegnet seinen Skulpturen
ein neues architektonisches Highlight: Der Stuttgarter auf verschiedenen öffentlichen Plätzen der Stadt. Zudem
Tragwerksplaner Werner Sobek zeichnet zusammen mit vergibt die Stiftung seit 20 Jahren in zweijährigem Turnus
dem Stararchitekten Helmut Jahn dafür verantwortlich. einen Werkstattpreis überwiegend an Bildhauer. Die Künstler
Der Turm, in dem Hochgeschwindigkeitsaufzüge für leben und arbeiten auf dem Areal und werden am Ende der
Wolkenkratzer g etestet werden, ist trotz seiner fast 250 Meter mehrmonatigen Arbeitsphase mit Ausstellung und Katalog
Höhe ein beeindruckend filigraner Bau. Im großzügigen der Öffentlichkeit präsentiert. Der „KUNSTdünger“ ist ein
Foyer und auf der höchsten Besucherplattform Deutschlands 2002 ins Leben gerufenes Skulpturenfeld in Hausen, auf dem
zeigen wir ein Drittel der „TurmBau“-Schau, die übrigen zwei aktuell 2 4 Arbeiten zeitgenössischer Künstler präsentiert
Siegfried Neuenhausen, Drittel sind im „kunst raum rottweil“ zu sehen. Eigentlich werden. Mit der grün gestrichenen Telefonzelle am Rande des
Kunstaktion „NEBUK ADNEZAR – war die Sparkasse als Ausstellungsort vorgesehen gewesen – Feldes betreibt der Verein das kleinste Ausstellungshaus für
Künstler machen Flaschen für Rott weil“ deren Räumlichkeiten werden aber gerade saniert, weshalb zeitgenössische Kunst in Baden-Württemberg. Seit 14. Ok
© VG Bild- Kunst, Bonn 2017 wir auf die beiden genannten Orte ausgewichen sind. Der tober sind dort Werke von Andrea Kernbach und Nikolaus
Ausstellung im „Forum Kunst Rott weil“ Testturm wird damit natürlich auch zum Exponat der Schau! Kernbach zu sehen.
ARTMAPP: Herr Knubben, herzlichen Dank für
das Gespräch!
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N EBUK A DN EZ A R
Künstler machen Flaschen f ür Rot t weil
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Claus Bur y,
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Kunstaktion „NEBUK ADNEZAR –
Künstler machen Flaschen für Rott weil“,
Ausstellung im „Forum Kunst Rott weil“72 73
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Historische Innenstadt Rott weil, Foto: © rott weil.de i n d e r u r s p r ü n g l i c h e n We i n s t u b e. Re c h t s S t ü c k To r t e. D a s s t ö r t h i e r n i e m a n d e n.
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d e r B e f e s t i g u n g s a n l a g e n w a r. S e i n e n 32 Zi m m e r, a l l e i n d e n l e t z t e n J a h r e n w w w.j o h a n n i t e r b a d.d e a u c h C ro s t i n i u n d Ta g l i a t e l l e, D o r a d e baum oder innen an langen massiven Ro t t w e i l s Wa h r z e i c h e n, d a s S c hw a r z e
Namen trägt das Hotel nicht zu Unrecht: r e n o v i e r t, b i e t e n d e n G ä s t e n Ko m f o r t u n d ro y a l e, Fl a m m k u c h e n o d e r S a l a t H o l z t i s c h e n – d a s „ S o L u n a“ v e r s p r ü h t To r, h e i ß t „ H ü b s c h e r W i n ke l“. D e r N a m e
Seit dem späten Mit telalter betrieb der Ru h e. I h r e n Wa g e n kö n n e n s i e a u f d e m We r n a c h e i n e m S p a z i e r g a n g d u r c h d i e „ Pe c h e u r “ – a l l e s i n e r s t k l a s s i g e r s ü d l i c h e n Ch a r m e u n d d e r S e r v i c e g u t e i s t P ro g r a m m, u n d i m E r d g e s c h o s s d e s
J o h a n n i t e ro r d e n a n d i e s e r S t e l l e e i n e h o t e l e i g e n e n Pa r k p l a t z s t e h e n l a s s e n, s c h ö n e A l t s t a d t H u n g e r v e r s p ü r t, i s t i m Q u a l i t ä t. L a u n e. s c hw ä b i s c h - r e i c h s s t ä d t i s c h e n Ku l t u r d e n k-
B a d e a n s t a l t. B i s i n d i e 3 0 e r- J a h r e d e s d e n n d i e h i s t o r i s c h e I n n e n s t a d t Ro t t w e i l s Re s t a u r a n t d e s J o h a n n i t e r b a d s b e s t e n s . mals zelebrieren die Brüder Luceri und
20. J a h r h u n d e r t s w u r d e n n o c h Re i n i - m i t i h r e n K i r c h e n u n d B r u n n e n, d e m a u f g e h o b e n. Kü c h e n c h e f To b i a s M a i e r i h r Te a m i t a l i e n i s c h e s L e b e n s g e f ü h l:
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s o m m e r s i m G a r t e n s p e i s t, g e n i e ß t e i n e Foto: © Restaurant Weinstube Grimm n a n e n, „ S a r a l e“ u n d „ A n n a l e“ i m
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Rott weiler „fasnet“: Biss, Foto: © rott weil.de s i c h Ka l o r i e n n e n n e n!Am Hohenkarpfen werden viele Künste gepflegt
Es gibt Orte, die vermögen die Seele
zu berühren, das Gemüt zu besänftigen Hotel Hofgut Hohenkarpfen
und das Hamsterrad des Alltags
zum Stehen zu bringen.
Susanne Ritzi- Mathé, Inhaberin,
und Francois Howard Kurz, Direktor
Alle Fotos: © Hotel Hofgut Hohenkarpfen
Das Hotel Hofgut Hohenkarpfen ist ein besonderer Ort. Die Ein weithin bekannter Anziehungspunkt für Kunstinte
uralte Bausubstanz atmet den Geist von 300 Jahren, ist aber ressierte ist das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene
mit stilsicherer Hand ins Hier und Jetzt befördert worden. Kunstmuseum Hohenkarpfen. Die museumseigene Samm-
Diese behutsame Verbindung von Altem und Neuem erzeugt lung sowie wechselnde Ausstellungen widmen sich der
ein Wohlgefühl beim Eintreten in das Hofgut. Ebenso die südwestdeutschen Kunst im 19. und 20. Jahrhundert insbe-
21 Hotelzimmer und die drei modernen Tagungsräume; ihre sondere der Landschaftsmalerei. Die gelungene Verbindung
spektakuläre Aussicht macht die Köpfe frei und lässt neue von Kunst, Landschaft und Natur auf dem Hohenkarpfen ver-
Inspiration zu. vollständigt ein S
kulpturenfeld mit zeitgenössischen Werken,
Die ruhige und klare Linie spiegelt sich auch in der das auf Initiative der Hotelierfamilie entstand.
k ulinarischen Handschrift des Küchenchefs Stefan Schäfer
wider. Er gestaltet saisonale Rohstoffe zu Köstlichkeiten, die Hotel Hofg ut Hohenkar pfen
nicht nur den Bauch glücklich machen, s ondern auch das 7 8 5 9 5 H a u s e n o b Ve r e n a
Auge satt. Die Küche setzt aber auch auf ehrl iche Boden T. 0 7 4 2 4 9 4 5 0
ständigkeit und freut sich über hungrige Wanderer, festliche D i e Ö f f n u n g s z e i t e n f ü r R e s t a u ra n t u n d Te r ra s s e
Hochzeitsgesellschaften oder das verliebte Paar mit Hang s i n d t ä g l i c h v o n 1 1 : 3 0 b i s 2 3 : 3 0 U h r,
zum Besonderen. Der Hohenkarpfen wird durch die freund- Wa r m e K ü c h e : t ä g l i c h v o n 1 1 : 3 0 b i s 1 3 : 3 0 U h r
schaftliche Gastlichkeit des Teams auf hohem Niveau ein Ort und von 18 bis 2 1:30 Uhr
um immer wiederzukehren. www. hohenkar pfen. de76
Das Kunstmuseum Hohenkarpfen in der Region Schwarz wald – Baar– Heuberg
Gegenkultureller Standort
Standort“ – zu einem der ersten Regionalmuseen für süd-
westdeutsche Landschaftskunst des 19. und 20. Jahrhunderts
Wer einen Blick auf Vorstand und Kuratorium der Kunst aus dem Dunstkreis der Akademien in Karlsruhe, Stuttgart
stiftung Hohenkarpfen wirft, der ahnt, warum sie auf 30 Jahre und M ünchen entwickelt. Die jährlich zwei bis drei Ausstel-
erfolgreiche Arbeit zurückblicken kann. Prominente und lungen – zuletzt wurden Werke von Käte Schaller-H ärlin
einflussreiche Bürger – im besten Sinne die gesellschaftliche präsentiert – werden stets von Katalogen begleitet, die als
Crème jener Gegend, die sich Schwarzwald–Baar–Heuberg Beitrag zur Kulturgeschichte der Region gelesen werden dür-
nennt – stehen für ein geglücktes Beispiel von Mäzenatentum. fen. Auch das Modell der offenen und systematischen
Die Stiftung brauchte dies vor allem in ihren Anfängen, da das Kooperation mit Städten, Gemeinden und Landkreisen der
Kunstmuseum fernab der urbanen Zentren angesiedelt wurde Region gehört zum Programm auf dem „Karpfen“. Das bringt
und schlicht das Geld fehlte, um aus dem baulich vernach Synergieeffekte, vermehrte Haushaltsmittel und personelle
lässigten früheren Meierhof am Fuße des 912 Meter hohen Arbeitsbündnisse mit sich. Dass sich also hier Bürger, im
Karpfen ein Museumsjuwel zu machen. Über 400.000 Mark Ü brigen nicht nur prominente, gerne engagieren, und das
k ostete dieses Heldenstück, das sich zunächst mit dem über den selbstverständlichen Ausstellungsbesuch hinaus, ist
Namen des in Hausen ob Verena geborenen, emeritierten also gut zu verstehen (siehe auch das folgende Interview mit
P rofessors F riedemann Maurer – dem Vorsitzenden der Professor Friedemann Maurer).
Kunststiftung – verbindet. Kunststiftung Hohenkarpfen, Foto: © Kunststiftung Hohenkarpfen
Am Anfang der Stiftung, für Maurer ein „glücklicher SIEGMU N D KOPITZKI
Beifang“ des persönlichen Lebensweges, stand 1984 die
Schenkung eines riesigen Konvoluts. Es enthielt Darstellun-
gen des Lebens und der Landschaft in der Hochbaar von der
Hand des Tuttlinger Zeichners und Buchillustrators Ernst „Kleinod in der Provinz“
Rieß (1884–1962). Zeitgleich entstand die Idee eines Kunst-
museums, das im denkmalgeschützten Ökonomiegebäude
im Juni 1986 eröffnet wurde. Friedemann Maurer, der 77-jährige emeritierte Pädagoge, der Umgründung der bisher nur auf Rieß ausgerichteten lokalen
Seitdem ist der „Karpfen“ mit seiner gewachsenen und in Hausen ob Verena geboren wurde und wieder dort lebt, ist Museumsinitiative zu einer überregional ausgerichteten
i nzwischen umfangreichen Sammlung aus der Museums Initiator und Vorsitzender der Kunststiftung Hohenkarpfen. E inrichtung, die sich auf die südwestdeutsche Landschafts
landschaft Baden-Württembergs nicht mehr wegzudenken. Für ARTMAPP traf ihn Siegmund Kopitzki zum Gespräch. tradition im 19. und 20. Jahrhundert konzentrieren sollte.
Kunststiftung und Kunstverein haben sich, trotz periphe- Und in ebendieser Schwerpunktsetzung verbirgt sich das
rer Lage – Maurer spricht gerne von „gegenk ulturellem ARTMAPP: Herr Professor Maurer, in einem Bei- Erfolgsgeheimnis des Karpfenmuseums.
trag zum 30-jährigen Jubiläum der Kunststiftung
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Hohenkarpfen schreiben Sie, dass diese Gründung ARTMAPP: Es ist ein Liebesverhältnis zwischen
für Sie ein „glücklicher Beifang“ war. Längst gilt Ihnen und dem Kunstmuseum. Aber die Liebe
dies wohl auch für die Besucher des „Karpfen“ ... allein ernährt ein solches Unternehmen wohl nicht.
War der Erfolg des „Kunstmuseums“ absehbar? Wie halten Sie den Betrieb am Rande der großen
weiten Welt am Laufen?
Friedemann Maurer: Der Erfolg der Kunststiftung Hohenkar-
pfen war nicht vorhersehbar. Denn ursprünglich ging es FM: In der Tat verbinden mich mit dem „Karpfen“ und der
Friedemann Maurer, lediglich um ein kleines Museum für Werke des verstorbenen hiesigen Region Herkommen und Verwurzelung in einer
Initiator und Vorsitzender der Kunststiftung Hohenkarpfen, Zeichners und Jugendstilkünstlers Ernst Rieß. Der unsere a lteingesessenen Familie, eine glückliche Kindheit trotz
Foto: © Kunststiftung Hohenkarpfen unmittelbare Umgebung, die Baar, und Hausen ob Verena be- Kriegs- und Nachkriegszeit sowie formative Gymnasialjahre
treffende Bestand von Zeichnungen, Lithografien und in der Kreisstadt Tuttlingen. Und dann ist da unser kleiner
Ölgemälden sollte den Grundstock einer „Ernst-Rieß-Stube“ Familiensitz, das „Hansmichel-Haus“, das seit über 300 Jah-
im Hofgut Hohenkarpfen bilden. Als die Baumaßnahmen im ren Lebens- und Zufluchtsort der Familie ist. So konnte ich
denkmalgeschützten Ökonomiegebäude des Anwesens trotz langer beruf licher Abwesenheit von einem über Ge
schon begonnen hatten, trat eine große Ernüchterung ein. nerationen gewachsenen Beziehungsnetz ausgehen, auf
Denn die konservatorischen Auflagen für die feinen, wertvol- verlässliche Hilfe der Unternehmer, Politiker sowie der Bürger
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len Bleistiftzeichnungen von Rieß erschwerten eine reguläre der Landschaft rund um den Karpfen bauen und auf den
Museums- und Ausstellungsarbeit. Deswegen erfolgte die Zusammenhalt der kulturell Interessierten vertrauen.TurmBau I & II
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ARTMAPP: Wer auf die prominente Namensliste ARTMAPP: Sie haben unlängst den Kustos
der Organe der Stiftung blickt, dem wird in der Tat Stefan Borchardt ans Nannen-Museum in Emden
fast schwindlig. Sponsoren sind begehrt, verloren – und guten Ersatz gefunden. Trotzdem:
Turm-Modelle in der zeitgenössischen Skulptur
Sie haben sie ... Das war ein Verlust?
FM: Wenn man ein klares Konzept hat, findet man auch FM: Stefan Borchardt hat das Profil des Karpfenmuseums
Mäzene und Sponsoren. Die hiesige Wirtschaft hat das Karp über zehn Jahre hinweg mit landesweit beachteten Ausstel-
fenmuseum nicht zuletzt gefördert, weil das auratische lungen geprägt. Seine Berufung an die Kunsthalle Emden
Zusammenspiel von Kunst- und Naturschönem allein schon macht uns stolz. Für seine Nachfolge konnten wir aus einem
durch die Lage des Hofguts begünstigst ist und weil die Qua- hervorragend qualifizierten Bewerberkreis auswählen, wir
lität der Ausstellungen den hohen Maßstäben moderner haben uns für Mark R. Hesslinger entschieden. Der junge
kunsthistorischer Arbeit gerecht wird. So wirbt das „Kleinod Kunsthistoriker ist als Oberschwabe von Geburt an mit
in der Provinz“ für sich und findet die notwendige Unterstüt- schwäbischer Landschaft und Kunst vertraut. Mit ihm haben
zung. Diese stabile Entwicklung des Museums verdankt auch wir einen glänzend ausgebildeten Museumsfachmann, der für
den ständigen und stetigen Kooperationen mit der Staatlichen die Kunststiftung Hohenkarpfen brennt. Das ist ein echter
Hochschule für Musik Trossingen und der Erzabtei St. Martin Gewinn.
zu Beuron mit ihrer bedeutenden Tradition der Beuroner
Kunstschule ein festes Fundament. ARTMAPP: Die Programmplanung für 2018 steht.
Was werden die Besucher des „Karpfen“ zu sehen
ARTMAPP: Ihre Ausstellungen, Sie erwähnten das bekommen?
bereits, widmen sich überwiegend der Landschafts-
und Porträtkunst des 19. und 20. Jahrhunderts. FM: Vom 25. März bis 15. Juli 2018 wird die Kunststiftung
Die Gegenwartskunst lassen Sie dagegen aus. Hohenkarpfen eine monografische Ausstellung des zwischen
Ist es nicht Zeit, diese Linie zu hinterfragen? Impressionismus und beginnendem Expressionismus
a nzusiedelnden Malers Albert Weisgerber (187 8 –1915)
FM: Diese thematische Begrenzung im Arbeits- und Ausstel- p räsentieren. In der Sommerausstellung steht dann die
lungsprogramm hat sich als ausgesprochen segensreich L andschaftsmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts zwischen
erwiesen. Kleine Einrichtungen, die „alles“ machen wollen, Donaubergland und westlichem Bodensee im Fokus.
gefährden ihr Niveau und ihr Profil. Und: Die kulturellen Ein-
richtungen um den „Karpfen“ herum und all die Kunstkreise ARTMAPP: Friedemann Maurer – vielen Dank für
in der Region leisten Vorbildliches. Dazu wollen wir auf dem das Gespräch!
Abraham David Christian Claus Bury Klaus Hack „Karpfen“ nicht in Konkurrenz treten, sondern eher ergänzen
Pagode, 2003, Bronze Hochhauslandschaft, 2010, verschiedene Babel, 2010, Pappel, weiß gefasst mit einem bewusst stillen Programm des zum Teil schon Ver- www. k unstst if t ung-hohenkar pfen. de
Sammlung Zweckverband OEW) Holzarten und Kupferlegierungen gessenen, doch Bedeutsamen und Großen aus der Geschichte
des künstlerischen Schaffens und der wichtigen Lehrer an den
Akademien in Karlsruhe, München und Stuttgart.
Ausstellung mit Arbeiten von
Roland Boden, Claus Bury, Abraham David Christian, Marc Dittrich, Anke Eilergerhard,
Eberhard Freudenreich, Klaus Hack, Erich Hauser, Stephan Huber, Urban Hüter,
Leiko Ikemura, Andrea Kernbach, Nikolaus Kernbach, Hubert Kiecol, Sun-Rae Kim,
Jürgen Knubben, Henner Kuckuck, Wolfgang Laib, Pi Ledergerber, Sen-Hao Lo,
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Heinz Mack, Adrian Maryniak, Frank Neye, Werner Pokorny, Thomas & Renée Rapedius,
Karl Manfred Rennertz, Stefan Rohrer, Jo Schöpfer, Hans Schüle, Alf Setzer,
Abi Shek, Martin Spengler, Markus F. Strieder, Timm Ulrichs, Peter Vogel, Tobias Zaft
Mit je einer Ausstellung sind wir zu Gast im „thyssenkrupp Testturm“ Rottweil
vom 20. Oktober bis 26. November 2017
und im „kunst raum rottweil“ des Dominikanermuseums Rottweil
vom 15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018
Kreissparkasse
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Rottweil Ausstellungsansicht Kunststiftung Hohenkarpfen, Foto: © Kunststiftung Hohenkarpfen81
Donaueschingen:
Zeitgenössische Kunst in historischem Museumsgebäude
Museum Art.Plus
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Museum Art.Plus mit der Arbeit „GULFF“ (2014) von Paul Schwer in der Brigach
und „Lightning Strike“ (2008) von David Nash auf dem Museumsvorplatz
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Beide: © VG Bild- Kunst, Bonn 2017Etwas abseits der großen Fernstraßen liegt idyllisch am Museums auf der Kunstvermittlung liegt. Insbesondere ein sich unter diesem Fokus vereinen lassen. „Leidenschaft . „Museum im Busch“. In seinen Kunstwerken kombiniert er 83
usammenf luss von Brigach und Breg die Stadt Donau
Z reiches „KinderKunstProgramm“ will die Kleinen und ganz assion – Im Fokus: Pierre Soulages“ lautet der Titel der Aus-
P unters chiedlichste Materialien, wechselt gern zwischen
eschingen mit ihrer wechselvollen, reichen Geschichte. In Kleinen schon früh an Kunst heranführen. In verschiedenen stellung, auf die dann ab Mitte Februar 2018 das genaue der zweiten und dritten Dimension und macht damit
unmittelbarer Nähe der Donauquelle ist hier – seit 2009 – das Ausstellungen wurden die Besucher in Kunstprojekte Gegenteil folgt: „colorful – farbenfroh“ ist die Jahresaus deutlich, dass die Verschlagwortung als Künstler (hier der
Museum Art.Plus beheimatet. Die baden-württembergische i nv olviert, dazu k ommen Künstlergespräche und eine stellung 2018 benannt, die ausgehend von den Gemälden „Bildhauer“, dort der „Maler“) längst an ihre Grenzen ge-
Privatsammlung ist in einem bereits Mitte des 19. Jahrhun- Vernetzung in der R eg ion, die auch andere Kunstformen mit- Dorothy Fratts (1923–2017) die vielfältigen Erscheinungs stoßen ist und dass z wischen Abstraktion und Figuration
derts errichteten Museumsbau direkt an der Brigach zu Hause einbezieht. So gibt es K ooperationen mit der Staatlichen formen, Möglichkeiten und Positionen im Umgang mit Farbe immer noch ein Hüppi passt.
und hat sich der zeitgenössischen Kunst in ihren diversen Hochschule für Musik Trossingen, mit den Donaueschinger auslotet. Die Ausstellung ist eine Premiere, denn noch nie
Spielarten sowie dem Dialog der Künstler verschrieben. Der Musiktagen, der K unstschule und dem Kommunalen Kino waren so viele Kunstwerke der US-amerikanischen Künstle- CHRIS GERBING
Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Kunst seit den Guckloch in D onaueschingen sowie zahlreichen weiteren rin außerhalb ihres Heimatlandes zu sehen. Fratt entwickelte
1980er-Jahren. Internationale und regionale Positionen wer- Kultura nbietern; ebenso greift das Museum mit Skulpturen die Farbfeldmalerei auf ihre ganz eigene Weise weiter, indem Bis 28. Januar 2018
den gleichermaßen präsentiert und spiegeln damit die in den gesamten Stadtraum aus. Die Ausstellungen selbst – sie intuitiv Formen und Farben auf großformatigen Leinwän- L e ide n schaf t . Pa ssion – Im Fok u s: P ie r re Soulages
Sammlung wider, wobei ein wesentlicher Schwerpunkt des jährlich eine große Hauptausstellung und drei kleinere im den kombinierte. Zu ihrem „Markenzeichen“ wurden starke
„2-RAUM“ – entstehen aus den Beständen der stiftungseige- Kontraste bezüglich Farbwert und Kontrast, die gelegentlich 1 2 . November 2017 bis 10. März 2018
nen Sammlung heraus, die um Leihgaben ergänzt werden. Landschaftsassoziationen hervorrufen. Obwohl ihre Arbei- A l f o n s o H ü p p i (i m 2 - R A U M d e s M u s e u m A r t . P l u s)
Noch bis Ende Januar 2018 präsentiert das Museum ten nie spontan entstanden, sondern auf der Grundlage von
Art.Plus Werke des Großmeisters des Malens in Schwarz, zahlreichen Skizzen, bezeichnete sie ihre Arbeitsweise stets Ab Mit te Febr uar 2018
Pierre Soulages, einem der wichtigsten internationalen als Reise ins Ungewisse und als Abenteuer, deren Ergebnis oft „ c o l o r f u l – f a r b e n f ro h “ – J a h r e s a u s s t e l l u n g 2 0 1 8
Vertreter der abstrakten Kunst. Dass er beileibe nicht der eine Überraschung für sie selbst darstelle. Ihre farbenfrohen Mu seum Ar t. Plu s
einzige Künstler ist, der schwarze Kunstwerke schafft, Werke werden um intensiv koloristische, zwei- und dreidi- w w w . m u s e u m - a r t- p l u s . c o m
macht die Ausstellung en passant deutlich, denn seinen 14 mensionale Arbeiten internationaler Künstler ergänzt.
großformatigen „Outrenoirs“ – schwarze Bilder jenseits der Im „2-RAUM“, einer gesonderten Ausstellungsfläche
Schwärze – werden Kunstwerke von Tony Cragg, Ellsworth im Museum, wird über die Laufzeit der Soulages-Ausstel-
Kelly, François Morellet und einigen weiteren Zeitgenossen lung hinaus bis 10. März 2018 Alfonso Hüppi präsentiert,
ergänzend beigefügt. So wird deutlich, wie unterschiedlich ein K osmopolit im Wortsinn: Der zweimalige „documen-
die Wirkung des Schwarz im Wechselspiel mit dem Licht und ta“-Teilnehmer lebt und arbeitet in Baden-Baden und
anderen Farben sein kann und welch verschiedene Positionen Namibia, dort leitet er das von ihm 1998 mitbegründete
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Blick in den zentralen Ausstellungsraum mit Werken von Pierre Soulages, © VG Bild- Kunst, Bonn 2017Julian Göthe, „This Room is my Castle of Quiet“,
umrahmt von griechischen und römischen Standbildern
der „Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen“, Donaueschingen
Schloss Heiligenberg, Linzgau am Bodensee, Gesamtanlage, Foto: Achim Mende
Für den Or t of fen und trotzdem auf dem Sprung in die Internationalität
Schloss Heiligenberg
Im Hinterland des Bodensees, unweit von Kloster Salem, bereits dem Studium. Ihre künstlerischen Positionen las-
UND JEDEM ANFANG
liegt auf einem Bergsporn Schloss Heiligenberg. Im Ur- sen exe mplarisch die Bandbreite der Möglichkeiten von
sprung m ittelalterlich wurde es während der Renaissance
umgebaut und besitzt mit seinem prunkvollen Festsaal ei-
Videoinstallationen und Performances über einen eher wis-
senschaftlich motiv ierten Ansatz bis hin zur Verwendung
WOHNT EIN
nen der wen igen e rhaltenen Repräsentativräume dieser von Comics und Slogans und dem Einsatz unterschiedlichster
Epoche. In den Genuss dieser besonderen Atmosphäre kom-
men seit 2011 e inmal jährlich drei junge, aufstrebende
Materialien deutlich werden.
Bei aller Internationalität, so betont Erbprinz Christian
ZAUBER INNE...
Künstler. Sie müssen sich j eweils „durch unverkennbare For- zu Fürstenberg, sei es ihm genauso wichtig, „dass die Künstler
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mensprache hervorgetan haben und das Potenzial erahnen die Offenheit haben, sich mit dem Ort und der Region zu Zitat:
lassen, im internationalen Diskurs Fuß zu fassen“, so die beschäftigen“. Und wenn später eine ihrer E ntdeckungen – Hermann Hesse, *1877 - †1962
I nitiatorin des Projekts „ Fürstenberg Zeitgenössisch“, Erb- beispielsweise das portug iesische Duo João Maria Gusmão & Foto: Blick auf die Donauquelle
prinzessin Jeannette zu Fürstenberg. Die durch eine Jury Pedro Paiva – auf der Biennale von Venedig zu sehen ist, freut
ausgewählten Künstler erhalten während ihres dreimona dies die zukunftsweisenden Mäzene nat ürlich umso mehr.
tigen Aufenthalts nicht nur finanzielle Unterstützung und „Unser Wunsch ist es, junge Künstler zu unterstützen und
weitläufige Arbeits- sowie L ebensräumlichkeiten, sondern i hnen die Möglichkeit zu geben, sich über die Ausstel
genießen auch intensiven Austausch mit dem ebenfalls hier lungen bei uns zu präsentieren“, streicht Jeannette zu Entdecken Sie die Stadt an der Donauquelle!
wohnenden E rbprinzenpaar – Familienanschluss inklusive. Fürstenberg heraus. Im Frühjahr 2018 ist es wieder so weit: In Hier, wo die Reise der Donau beginnt, erwartet Sie die Residenzstadt
Aus der räumlichen Nähe erwachsen nicht selten Freund- den Mus eumsräumlichkeiten der Fürstlich Fürstenber
Donaueschingen mit einer lebendigen Verbindung aus Tradition und
schaften: „Die Verbindung zwischen dem Erbprinzenpaar gischen Sammlungen in Donaueschingen findet dann wieder
Moderne. Bummeln Sie entlang der hübschen Innenstadt bis zum Fürst-
und den Künstlern ist sehr herzlich. Die Künstler lieben das die stets das Stipendium beschließende Ausstellung statt, bei
Programm. So etwas ist selten“, bemerkt Moritz Wesseler, der sich die Künstler mit den Ergebnissen ihrer dreimonatigen lich Fürstenbergischen Schloss und in den weitläufigen Schloss-
Kurator von „Fürstenberg Zeitgenössisch“, hinsichtlich der A rbeitsphase der Ö ffentlichkeit präsentieren. park, bestaunen Sie die Donauquelle und entdecken Sie die Museums- www.donaueschingen.de
besonderen Atmosphäre. Die diesjährigen Stipendiaten vielfalt und die zahlreichen kulturellen Highlights. Mehr erleben bei einer spannenden Erlebnisführung!
Trisha Baga, K asper Bosmans und Catharine Czudej stammen
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CHRIS GERBING
Buchung über die Tourist-Info, Tel. 0049 (0)771.857 221
aus den USA, Belgien und Südafrika, erste A usstellungen
auf intern ationalem Parkett und Auszeichnungen folgten www. f ue rste nbe rgzeitge noessisch . com86 87
Sammlung Grässlin in der Städtischen Galerie Karlsruhe
Mut zur Freiheit
Der deutsche Südwesten ist reich an Privatsammlungen:
F rieder Burda, Adolf Würth, Rüdiger Hurrle, die Ehepaare
Schauf ler und Klein sind klangvolle Sammlernamen mit Die Liste der Namen liest sich wie das Who’s who des Infor-
mehr oder minder großen Kunstsammlungen, die sie in mel und mit etlichen von ihnen, allen voran Erich Hauser,
eigenen Museen, gern auch im Dialog mit (noch) auf dem verband die Grässlins eine enge Freundschaft. Letzteres
Kunstmarkt erhältlichen Werken oder solchen aus öffent erklärt auch, weshalb es nur wenige weitere bildhauerische
lichem Museumsbesitz, präsentieren. Die Sammlung Anna Positionen in deren Sammlung gibt: Hauser war einerseits
und Dieter Grässlin – zusammengetragen innerhalb weniger enger Berater des Paars, andererseits aber sehr darauf bedacht,
Jahre durch den Unternehmer und seine Frau – darf in diesem eine singuläre Rolle innerhalb ihrer Kollektion einzunehmen.
Reigen nicht fehlen, denn sie ist eine der profiliertesten im Deshalb konnte sich Dieter Grässlin nur heimlich seinen lang
Bereich des Informel. Hierbei handelt es sich um eine nach gehegten Wunsch einer Kricke-Skulptur erfüllen, die gerade
1945 unter dem Eindruck von Krieg und Zerstörung entstan- so groß sein durfte, dass sie ins Schlafzimmer passt. Dort
dene Kunstrichtung, die weniger Stil denn künstlerische nämlich hatte Hauser keinen Zutritt.
Haltung ist. Die sich ihr verpflichtet fühlenden Künstler lehn- Die Ausstellung „Mut zur Freiheit“ entstand in Koope-
ten Kompositions- und Formprinzipien, aber auch die ration mit dem Mittelrhein-Museum in Koblenz; in Karlsruhe
geometrische Abstraktion ab. Es ist eine Kunst, die aus dem wird sie um rund 30 Arbeiten von Willi Baumeister, Georg
Dagegen schöpft, die ein „Panorama individueller Positionen“ Meistermann, Lothar Quinte und weiteren aus dem Bestand
umfasst und eine „offene und prozessuale Bildform anstrebt“ der Städtischen Galerie ergänzt. Wer sie verpasst, hat immer
(Christoph Zuschlag). Es sind entsprechend sperrige Kunst- noch die Möglichkeit, die Sammlung in dem 2006 eröffneten
werke, die in jenen Jahren entstanden – oft, aber nicht immer KUNSTRAUM GRÄSSLIN in St. Georgen zu sehen, der vor
ohne Vorplanung, mit großer Geste und r aschem Schwung. Ort ergänzt wird durch die „Räume für Kunst“: Ungenutzte
Zudem vernetzten sich die in Künstlergruppen wie „ZEN 49“, Ladenflächen gibt es durch dieses Projekt in St. Georgen seit
„Quadriga“ oder „Gruppe 53“ zusammengeschlossenen 1995 (fast) nicht mehr, denn statt Leerstand werden sie mit
Künstler, pflegten den Austausch und beförderten damit ein Kunst bespielt.
neues Lebensgefühl, das aber noch geprägt war von den
eigenen Kriegserlebnissen. Die Städtische Galerie Karlsruhe, CHRIS GERBING
die mit der Sammlung Garnatz eine weitere Privatkollektion
von Museumsformat permanent zeigt, ist entsprechend für 16. Dezember 2017 bis 11. März 2018
die Präsentation der Sammlung Grässlin ein nahezu idealer Mut zur F re ihe it
Ort. Jean Fautrier, Wols, Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, I n f o r m e l a u s d e r S a m m l u n g A n n a u n d D i e t e r G rä s s l i n
Karl Otto Götz, Emil Schumacher, Fred Thieler und etliche
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im Dialog
andere aus Grässlin’schem Besitz – insgesamt 100 Kunst
werke von zwölf Künstlern – werden ab Dezember 2017 in Städt ische Galer ie Karlsr uhe
der Ausstellung durch ausgewählte hauseigene Bestände www. karlsr uhe. de
ergänzt: Kunstwerke, die zwischen 1946 und 1974 entstan-
den und die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten sowie K U NS T R AU M GR Ä S SL I N, St. Georgen
die Diversität der unter dem Begriff zusammengefassten w w w . s a m m l u n g - g ra e s s l i n . e u
Künstler widerspiegeln.
Carl Buchheister, „Komposition Changvil“, 1960, © VG Bild- Kunst, Bonn 2017, Sammlung Anna und Dieter Grässlin
ARTM APP
linke Seite: KUNSTRAUM GRÄSSLIN, St. Georgen, Foto: Uwe SpoeringBEGE Galerien
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Foto: Visual Art work
Villingen - Schwenningen
Kulturstadt im Grünen
Bis zur Gründung des südwestlichen Bundeslandes verlief Von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart reicht das
die Grenze zwischen Südbaden und Württemberg-Hohen Spektrum der Ausstellungen, die in der Städtischen Galerie
zollern genau zwischen den beiden Städten Villingen und
Schwenningen. Erst mit der Gebietsreform 1972 entstand
präsentiert werden, die sich im Stadtteil Schwenningen
b efindet. Dabei zeigt sich deutlich, wie gut die beiden
Markus Lüpertz HERZSCHMERZ
die Doppelstadt, in der sich bis heute einige Eigenheiten u rsprünglich selbstständigen Städte zwischenzeitlich noch bis zum 17. November 2017
erhalten haben – offensichtlich nicht zum Nachteil der Kul- z us ammengefunden haben: Ein Teil der Sonderausstel
tur, denn man betitelt sich als „Kulturstadt im Grünen“.
Mit Franziskanermuseum, Uhrenindustriemuseum und
lungen ist im Franziskanermuseum zu Gast, andere werden
im L ovis-K abinett in Schwenningen gezeigt. Bis Mitte Robert Schad + Sati Zech PingPong
S tädt ischer Galerie sind sowohl Ur- und Frühgeschichte,
Schwarzwälder Volkskunde, die Geschichte der Uhren
D ezember sind dort Meisterschüler der HBK Dresden zu
sehen, die „ Farbenprächtige Malerei und raumgreifende
24. Novemer 2017 – 20. Januar 2018
industrie als auch die Kunst der Klassischen Moderne bis Installat ionen“ ausstellen. Schwenningen galt übrigens
hin zur Gegenwart abgedeckt.
Der mittelalterliche Stadtkern von Villingen mit
lange als „größtes Dorf Württembergs“ und der Expressio-
nismus ist hier b esonders greifbar. Hans Herkommer erbaute
der Drucker HPH Serigrafien 20 internationaler Künstler
dem frühgotischen Münster, dem spätgotischen Rathaus,
der Stadtmauer und drei der ursprünglich vier Tortürme ist
Ende der 1920er-Jahre das Rathaus, das Krematorium auf dem
Waldfriedhof von J ulius Feucht hält dieses hohe Niveau mit
27. Januar – 3. März 2018
art KARLSRUHE Halle 3 F05/06
weitgehend erhalten. Auch das Franziskanermuseum gehört seinem die Gotik neu interpretierenden Stil. Bereits seit 1931
zum historischen Bestand. Es befindet sich in einem ehemali- wird das aus dem 17. Jahrhundert stammende Bauernhaus am
gen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kloster. Während
die Kirche heute Konzertsaal ist, lässt sich in Kreuzgang und
Marktplatz museal genutzt, es beherbergt das Heimat- sowie
Uhrenm useum und macht damit auf die Tradition der 22. – 25. Februar 2018
K apitelsaal auf den Spuren der Franziskaner wandeln, in den U hr enproduktion im Schwarzwald aufmerksam, die in
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Mönchszellen hingegen ist die stadtgeschichtliche Abteilung
mit Grabungsfunden untergebracht. Bis in die Gegenwart
Schwenningen ihr Z entrum hatte. Darauf fokussiert ebenso
das Uhrenindustriemuseum, das sich in der ehemaligen
Thomas Röthel / Pi Ledergerber / Manu Wurch
reicht dieser Bereich, der auch den Einfluss des Fremdenver-
kehrs und die Etablierung als Industriestandort verdeutlicht.
württembergischen Uhrenfabrik Bürk befindet, einem der
einst wichtigsten deutschen Uhrenhersteller, der dazu bei-
STAHL STEIN PAPIER
Unterhaltungselektronik „Made in Villingen“, beispielsweise
das SABA-Radio, war weltbekannt – und wirkt doch heute in
trug, dass Schwenningen jahrzehntelang als bedeutendste
Uhrenstadt der Welt galt.
9. März – 22. April 2018
Thitz Tüten Kunst
einer sich rasant verändernden Welt wie aus der Zeit gefallen.
Auch ein 1979 von der Firma Kienzle gebauter Computer ist zu CHRIS GERBING
bestaunen, der die Ausmaße einer Einbauküche und dennoch
weit weniger Speicherkapazität als ein Smartphone hat! Das Bis 4 . März 2018 27. April – 2. Juni 2018
Alte Rathaus wird als Sonderausstellungsfläche bespielt, dort „ D e r S c h a t t e n d e s K r i e g e s“
sind aktuell Kunstwerke der Schwarzwälder Klassischen Altes R athaus, Villingen
Moderne unter dem Titel „Der Schatten des Krieges“ zu sehen. w w w . f ra n z i s k a n e r m u s e u m . d e
Die Sammlung Heinzmann, hervorgegangen aus der gleich-
BEGE Galerien Ulm Galerie am Saumarkt
namigen Buchhändlerfamilie, umfasst überwiegend Werke galer ie.villingen-schwenningen. de 89073 Ulm Fischergasse 34 , 89073 Ulm
von Ludwig Engler, Waldemar Flaig, Paul Hirt und Richard Tel +49 (0) 179 . 483 41 88 Tel +49 (0) 731 . 934 074 11 und +49 (0) 731 . 6 33 49
ARTM APP
www. uhre nindu st r ie mu se um . de
Ackermann, die im halbjährlichen Turnus mit unterschied
licher Schwerpunktsetzung gezeigt werden. Mo und Di nach Vereinbarung,
www.bege-galerien.de Mi bis Fr 11 – 13 und 14 – 18 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr93
Singen arbeitet suk zessive an seinem Image als Kulturstadt
Ein zweites Museum unterm
Hohentwiel
„Liebe deine Stadt“ – eine Rosette mit diesem eindringlichen
Apell hängt locker an der Türe der Galerie Vayhinger in Singen.
Wird die Stadt am Fuß des Hohentwiel etwa nicht geliebt? Vor
drei Jahren haben Helena und Werner Vayhinger ihre etablier
te Galerie im Radolfzeller Stadtteil Möggingen zugunsten
des „Wohnzimmers“ in Singen aufgegeben. Sie wollten keine
dist anzierten Ausstellungen im White Cube mehr wie zuvor
30 Jahre geübt, sondern „Leben in und mit Kunst“.
Nein, ihr Verhältnis zu Singen sei ungetrübt. „Eine
spannende Stadt! Mit einer ungewöhnlichen kulturellen Viel-
falt.“ So oder so ähnlich formulierten sie schon im November
2014, als ARTMAPP das Paar besuchte.
„Liebe deine Stadt“, das war ein von 2005 bis 2015
laufendes Kunstprojekt von Merlin Bauer in Köln. Mit seiner
26 Meter breiten und vier Meter hohen gleichnamigen Skulp-
tur, die 2007 in der Nähe des dortigen Schauspielhauses
installiert wurde, forderte er zum genaueren Hinschauen auf,
zum Erkennen von Qualitäten, und wandte sich zugleich
gegen mangelnden Respekt und fehlendes Wissen. So, genau- Helena und Werner Vayhinger, Foto: © Galerie Vayhinger
so, möchten auch die Vayhingers ihre „freche“ Rosette an der
Haustüre verstanden wissen.
Andere Räume – anderes Denken. Im Januar 2018
W I N T E R 2 0 1 7/ 1 8 — R O T T W E I L S C H W A R Z W A L D B A A R
geht ihre Themenausstellung „Von Mensch und Maschine“,
von acht Künstlern interpretiert, zu Ende. Der Oberbürger-
meister der Stadt hatte sie eröffnet. Und er habe kluge Dinge
dazu g esagt. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Der
Konstanzer Galerist Stefan Geiger könnte da von ganz ande
ren Erfahrungen mit Stadtoberhäuptern erzählen … Was
wird als nächstes folgen? Helena und Werner Vayhinger sind
keine Getriebenen mehr wie viele ihrer Galeristenkollegen. Vayhingers nehmen sich jetzt einfach Zeit. Das funktioniert
Auf die Frage, welche Künstler sie im nächsten Jahr ausstellen bei Gabriela und Hermann Maier, die 200 Meter weiter das
werden, lächeln sie und deuten an, dass das noch nicht ent- MAC – Museum Art & Cars betreiben, noch nicht ganz so gut.
schieden ist. Sie seien noch in einem Denkprozess … Ebenfalls vor vier Jahren hatte das Stifterpaar sein Museum, in
dem auf 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Oldt imer
und Kunst in einen Dialog gebracht werden, eröffnet. Die
großen Feuilletons widmeten Beiträge, von „Bilbao im Hegau“
„MAC 2“, Foto: © MAC – Museum Art & Cars war die Rede. Einer der Höhepunkte im noch jungen Aus
stellungsleben des MAC war 2015 die Präsentation von Andy
ARTM APP
Warhols „Cars“-Serie mit den dazugehörigen Automobilen
der Marke Daimler-Benz.94 95
stratozero.net,
Künstleratelier und Archiv,
Foto: © Harald F. Müller
Dass sich das Museum inzwischen zu einer echten Institution Und noch einen Zugewinn kann die aufstrebende Kulturstadt zeigt in der aktuellen Ausstellung seines Hauses in Koope
entwickeln konnte, liegt nicht nur in der professionellen Prä- verbuchen. Der Konzeptkünstler Harald F. Müller, der sowohl ration mit der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen den
sentation der Ausstellungen, sondern auch am Gegenstand durch seine irritierenden Fotografien und Cuts b
ekannt ist als „Stand der Dinge“ (bis 7. Januar 2018), einen Längsschnitt
selbst: Mit den Oldtimern holen die Maiers, die über einen re- auch durch seine Kooperationen mit internationalen Ar durch die künstlerische Produktion der Mitglieder des Künst-
präsentativen Fahrzeugpark verfügen, die Autonarren ins chitekten, die seine Expertise für die Farbgestaltung ihrer lerbundes Baden-Württemberg. Im Anschluss daran ziehen
W I N T E R 2 0 1 7/ 1 8 — R O T T W E I L S C H W A R Z W A L D B A A R
Haus; mit Bildern und Skulpturen die Kunstfreunde. So wer- Gebäude heranziehen, hat seinen Sitz von Öhningen am Drucke in die Räume ein: von Andreas Rosenthal, dem Düs-
den Schwellenängste auf beiden Seiten abgebaut. Untersee nach Singen verlegt. Sein komfortables Atelier im seldorfer Künstler, sowie Drucke und Grafiken aus der reichen
Doch damit ist die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Industriegebiet der Stadt gleicht einer Speditionshalle. Sammlung des Museums.
Ende erzählt. Das Stifterpaar vergrößert nun die Aus Müller schottet sich aber durchaus nicht von der Menschheit Zuletzt: Die „goldenen Äpfel“, Teil einer Skulptur von
stellungsfläche – nicht zuletzt als Reaktion auf das enorme ab, er versteht das Atelier als Kommunikationszentrum – Ilya Kabakov, die der russische Künstler anlässlich des inter-
Besucherfeedback – und errichtet gegenüber dem „alten“ G äste mit Kunstverstand sind sehr willkommen. Und ja: nationalen Kunstprojekts „Hier Da Und Dort“ im Jahr 2000
Museum das „MAC 2“. Der Rohbau steht bereits. Eine zen Sie kommen auch. zur Landesgartenschau installiert hatte, sind wieder da. Die
trale, 26 Meter hohe Halle wird das Herzstück des neuen Dagegen läuft im Kunstmuseum Singen, das vor zwei Äpfel waren gestohlen worden. Es sind zwar nur Kopien, aber
Museums bilden. Hier werden künftig Foto-, Licht- und Jahren aufwendig renoviert sowie vergrößert wurde und nun vom Künstler für gut befunden …
Audioinstallationen inszeniert. Das „MAC 2“ hat neben 3.000 endlich ein Depot für die umfangreiche Sammlung hat, alles
Quadratmetern Nutzfläche sogar einen Lift, der Oldtimer bis strukturiert – so auch im Kunstverein, der einmal im Jahr das SIEGMU N D KOPITZKI
ins obere Stockwerk transportiert. Das historisierende Museum mit dem Format „Singen Kunst“ bespielt und nach
Gebäude wurde wie schon das „MAC 1“ vom Gottmadinger einem überfälligen Vorstandswechsel wieder im ruhigen www. k unst museum-singen. de Christoph Bauer, Direktor des Kunstmuseums Singen,
Architekten Daniel Binder geplant und soll im Frühjahr 2019 Fahrwasser angekommen ist. Ja, Ulrike Veser, die neue Vor w w w . g a l e r i e v a y h i n g e r. d e Foto: © Kunstmuseum Singen
fertig sein. Die aktuelle Ausstellung gilt übrigens dem sitzende, denkt laut über Neuerungen bei den Auftritten des www. k un st ve re in-singe n . de
US-Pop-Art-Künstler Francis Gill (bis 18. Februar 2018). Der Kunstvereins nach, worüber noch zu berichten sein wird.
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Mann mit Westernhut ließ es sich nicht nehmen, die Aus Christoph Bauer, der das 1990 eröffnete Kunstmuseum leitet, w w w . m u s e u m - a r t- c a r s . c o m
stellung in Singen zu besuchen.Sie können auch lesen