Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

UMWELTERKLÄRUNG 2017/2018. BMW GROUP WERK MÜNCHEN. WERK 01.10, WERK 01.30.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

Seit mehr als 60 Jahren produziert das BMW Group Werk München im Herzen der Metropole und in unmittelbarer Nähe zur Konzernzentrale Premium-Automobile. Wir demonstrieren jeden Tag aufs Neue, dass Fahrzeugbau in Großserie im Einklang mit Umwelt und Nachbarschaft möglich ist. Denn Nachhaltigkeit und Nachbarschaftspflege werden groß geschrieben. Das Werk versteht sich als integraler gesellschaftlicher Bestandteil, übernimmt soziale Verantwortung und agiert als verlässlicher Partner der Region.

Um auch in Zukunft die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Werkes zu sichern, investiert die BMW Group von 2016 bis 2018 mehr als 700 Millionen Euro in innovative und nachhaltige Produktionsstrukturen. Mit der Erweiterung des Karosseriebaus und der Montage sowie der Inbetriebnahme einer ressourcenschonenden Lackiererei bereiten wir das Werk optimal auf die Zukunft vor und unterstreichen damit, dass wir auch zukünftig unsere anspruchsvollen Ziele im Sinne der verankerten Umweltschutzpolitik verwirklichen werden.

Erfolgsfaktor Nummer eins jedoch sind unsere mehr als 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jeden Tag mit Kompetenz, Kreativität und Leidenschaft für unsere weltweiten Kunden rund 1.000 Mal den Traum vom perfekten Automobil Wirklichkeit werden lassen. Dr. Milan Nedeljkovic Leiter BMW Group Werk München VORWORT.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

INHALT. Seite 3 Übersicht Produktion. Seite 6 Wesentliche Änderungen. Seite 7 Energienutzung. Seite 9 Emissionen. Seite 11 Einsatz von Material und Stoffen. Seite 12 Abfallaufkommen. Seite 13 Wassernutzung. Seite 14 Abwasseraufkommen. Seite 15 Indirekte Umweltaspekte.

Seite 16 Wesentliche umweltrelevante Daten. Input/Output-Bilanz 2015 bis 2017. Seite 18 Kernindikatoren nach EMAS II. Input/Output. Seite 19 Geltende Rechtsvorschriften. Auszug aus geltenden Rechtsvorschriften. Seite 20 Umweltaktivitäten 2017. Status der durchgeführten Maßnahmen. Seite 21 Umweltaktivitäten 2018. Kontinuierliche Verbesserung im betrieblichen Umweltschutz. Seite 22 Validierung der Umwelterklärung. Seite 23 Impressum.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

DAS BMW GROUP WERK MÜNCHEN. 3 ÜBERSICHT PRODUKTION. Die Fertigungsanlagen im BMW Group Werk München und in den Außenstellen greifen wie ein Räderwerk ineinander. Die unterschiedlichen Technologien und Fachbereiche arbeiten eng zusammen. Im BMW Group Werk München fertigen mehr als 8.000 Mitarbeiter auf einer Grundstücksfläche von etwa 500.000 m² täglich rund 1.000 Einheiten der BMW 3er Limousine, des BMW 3er Touring, des BMW 3er Plug-In- Hybrid sowie des BMW 4er Coupé und des BMW M4 Coupé.

Zudem laufen im Motorenbau mehr als 2.000 Triebwerke vom Band – von Drei- über Vier- und Sechszylinder- Reihenmotoren bis hin zu V8- und V12- Hochleitstungsaggregaten.

Der Werkzeugbau ist nicht mehr auf dem Lageplan dargestellt, er liegt etwa 600 m nördlich des Werksgeländes. Werk 01.10

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

DAS BMW GROUP WERK MÜNCHEN. 4 ÜBERSICHT PRODUKTION. Werkzeugbau (Werk 01.30) Etwa 225 Mitarbeiter im Werkzeugbau und 55 Mitarbeiter für Prototypenteile planen, simulieren, konstruieren und realisieren Presswerkzeuge, bauen Anlagen für den Karosseriebau und fertigen Modelle auf einer Fläche von ca. 11.000 m². Dem Werkzeugbau stehen dafür Erprobungspressen, Großfräsmaschinen und ein automatisiertes Palettenwechselsystem zur Verfügung. Design Karosseriebau In diesem Produktionsschritt werden die im Presswerk produzierten Blechteile zu lackierfähigen Karosserien zusammengefügt. Zum Einsatz kommen Schweiß- und Fügetechniken wie Punktschweißen, Löten, Schrauben und Kleben.

Auf der hochautomatisierten Fertigungslinie der neuesten Generation fertigen mehr als 1.000 Mit- arbeiter neben 800 Industrierobotern im Drei-Schicht- Betrieb täglich die Rohkarosserien der BMW 3er und 4er Reihe.

Presswerk Im Presswerk werden Stahlbleche in verschiedenen Arbeitsschritten in Karosserieteile geformt. Dafür werden sie gestanzt, gebogen und gezogen. Als Herzstück ist hier eine Highspeed-Servo-Pressenlinie im Einsatz. Sie ermöglicht eine besonders energieeffiziente Produktion. Ca. 400 Mitarbeiter verantworten im Drei-Schicht-Betrieb die Verarbeitung von 20 verschiedenen Blechsorten zu 32.000 Karosserieteilen pro Tag. Lackiererei 2017 nahm eine neue, ressourcenschonende Lackiererei ihren Betrieb auf. Besondere Aufmerksamkeit gilt umweltschonenden Verfahren wie der Verwendung von Wasserbasislacken und modernster Applikations- technologie.

Die Vorbehandlung erfolgt mit Rotationstauchverfahren und KTL. Täglich werden etwa 1.000 Rohkarosserien der BMW 3er und 4er Reihe auf einer Fläche von 13.500 m² lackiert.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

DAS BMW GROUP WERK MÜNCHEN. 5 ÜBERSICHT PRODUKTION. Montage In der Montage stehen Kundenwunsch und Individualisierbarkeit an erster Stelle. In etwa 335 Arbeits- takten werden die Automobile von den Mitarbeitern komplettiert. Eine Herausforderung stellt die hohe Zahl an Varianten dar. Allein für den BMW 3er werden rund 20.000 Innenvarianten angeboten. Daher werden Cockpit, Front-End, Sitze und Türen auf einer Förderstrecke von 3,5 km separat montiert. Motorenbau Motoren aus München haben bei BMW eine lange Tradition. In 2017 hat der Münchner Motorenbau 447.354 Motoren produziert. Das Spektrum reicht von Drei-, Vier-, Acht- und Zwölf-Zylinder-Motoren bis hin zu den Achtzylinder- Hochleistungsmotoren für BMW Fahrzeuge der M-Serie.

Im Rahmen des M Performance Programms wird auch der Sechs-Zylinder-Dieselmotor gefertigt. Die Durchlaufzeit für einen Motor beträgt zwischen sechs und zwölf Stunden.

Sitzefertigung Sämtliche Sitze für die im Stammwerk produzierten Fahrzeuge werden in einer hauseigenen Fertigung produziert – eine Besonderheit im weltweiten Werksverbund. Es gibt mehrere hundert Varianten, abhängig von Kundenwünschen und Länderspezifikationen. Für die Produktion der Polsterung der Sitze werden Polyol und Isocyanat, die im Hochdruckverfahren vermischt werden, verwendet. Standortfunktionen Einen reibungslosen und optimalen Betriebsablauf stellen die diversen Standortfunktionen sicher. Beispiele dafür sind: - Gebäudebewirtschaftung, Energieversorgung - Werksicherheit, Feuerwehr, Gesundheitsdienst - Logistik - Aus- und Weiterbildung - Werkstoff und Verfahrensanalytik - Umweltschutz, Arbeitssicherheit & Personalmanagement

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

DAS BMW GROUP WERK MÜNCHEN. 6 WESENTLICHE ÄNDERUNGEN. Im Zuge der Modernisierung des BMW Group Werkes München für den Anlauf des neuen BMW 3er hat die BMW Group mehr als 700 Millionen Euro in das Stammwerk investiert. Dieses Investitionspaket findet im Jahr 2018 seinen Abschluss. Bereits 2017 wurden jedoch zahlreiche Neubauprojekte an die Produktion übergeben. Die Erweiterung des Karosseriebaus im Süden des Werkes schafft über mehrere Ebenen die notwendige Produktionsfläche für das Fügen von Karosserieteilen. Der ursprünglich dort verortete Logistikbahnhof wurde in das neue Gebäude integriert und sichert die Logistikströme im Bereich des Karosseriebaus.

Ebenso wurde 2017 der Bau der neuen Lackstruktur vollendet. Während die Vorbehandlung der Rohkarossen weiterhin in den bisherigen Gebäuden der Technologie Lackiererei vorgenommen wird, werden die Fahrzeuge im Bereich der neuen Lackstruktur mit Hilfe des neu eingeführten integrierten Lackierverfahrens lackiert. Insbesondere in punkto Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzt die neue Lackiererei Maßstäbe. Zum Einsatz kommt die innovative, hoch effiziente IPP-Technologie (Integrated Paint Process). So werden im Vergleich zur bisherigen Lackiererei der Erdgasverbrauch und die Abgasemissionen um nahezu die Hälfte sinken.

Der Stromverbrauch wird sich zukünftig um gut ein Viertel reduzieren. Das entspricht pro Jahr dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4.000 Zweipersonen-Haushalten.

Die vollständig lackierten Karossen werden im neu errichteten Hochregallager zwischengespeichert. Hier finden rund 790 lackierte Karossen Platz, die dann über teils neu realisierte Förderbrücken in die Montage zur Fertigstellung der Fahrzeuge befördert werden. Seit Mitte 2017 findet die Bahnverladung der Neufahrzeuge nicht mehr direkt im Werk statt, sondern die Kundenfahrzeuge werden über die ertüchtigte Gleisbrücke auf das Gelände des Werkzeugbaus nördlich der Moosacher Straße gefahren und dort auf die bereitgestellten Waggons verladen. Ebenfalls seit der zweiten Jahreshälfte ist ein vollelektrisch betriebener LKW für den Fahrzeugversand im Großraum München im Einsatz.

Die Erweiterung der Montage wird im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein. Neben zwei zusätzlichen Bürogeschossen steht dann auf drei Produktionsebenen deutlich mehr Platz für die Fahrzeugmontage zur Verfügung. Der Bau einer neuen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage hat in 2017 begonnen. Der neue Wärmeverbund zwischen dem Forschungs- und Innovationszentrum, der Wärmezentrale in der Nähe vom Werksstandort 01.30 und dem Werk soll 2019 in Betrieb gehen.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

UMWELTASPEKTE. 7 ENERGIENUTZUNG. Vor dem Hintergrund des zusätzlichen Integrationsaufwands des neuen Fahrzeugmodels hat sich der spezifische Energiebezug moderat von 1,44 MWh/Fahrzeug auf 1,53 MWh/Fahrzeug erhöht (ohne Motorenbau und ohne Berücksichtigung des einmalig notwendigen Parallebetriebs der Lackiererei).

Innerhalb des im Werk eingesetzten Energie- und Umweltfachteams werden laufend Potentiale zur Ressourcenreduzierung identifiziert und über einen Maßnahmenspeicher bewertet und gemonitort. Im Rahmen des Energieeffizienzprojektes wurden in 2017 weitere Maßnahmen im Bereich „Technische Gebäudeausrüstung“ zur Energiereduzierung eruiert und umgesetzt.

Im Bereich Motorenbau wurden aus den Motorprüfständen in 2017 mehr als 690 MWh elektrische Energie durch die genutzte Bremsenergie in das Werksnetz eingespeist.

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

UMWELTASPEKTE. 8 ENERGIENUTZUNG. Zieleentwicklung 2006 - 2017 Zwischen 2006 (2,19 MWh/Fzg) und 2017 (1,53 MWh/Fzg) wurde der Energieverbrauch pro Fahrzeug im Werk München in der Fahrzeugproduktion (ohne Motorenbau) um mehr als 30 % gesenkt, das Energieziel 2017 (1,50 MWh/Fzg) wurde vor allem aufgrund von umfang- reichen Bau- und Integrationsmaßnahmen (unter anderem die neue Lackiererei) für ein neues Fahrzeugmodell knapp verfehlt.

Projekt Ersatz konventionelle Leuchten durch LED Leuchten. Der Übergang von konventioneller Lichttechnik zu moderner LED-Technik in der Bestandsbeleuchtung wurde nach dem Start im Jahr 2016 im Berichtsjahr in allen Produktionsbereichen fortgeführt und führt mit einer Verdoppelung der Effizienz pro Leuchte zu einer erzielten Einsparung in 2017 von über 7.000 MWh. 100.000 200.000 300.000 400.000 500.000 600.000 700.000 800.000 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 2013 2014 2015 2016 2017 Energieverbrauch in 1.000 MWh produzierte Motoren und Fahrzeuge Energieverbrauch Strom Erdgas Fernwärme gefertigte Fahrzeuge gefertigte Motoren 3% 11% 44% 7% 18% 8% 9% Energieverteilung Technologien Presswerk Karosseriebau Lackiererei Montage Motorenbau Energiebetrieb Werkzeugbau u.

sonstige

Umwelterklärung 2017/2018. - BMW Group Werke

UMWELTASPEKTE. 9 EMISSIONEN. Emissionen Die drei Grafiken auf der Seite 10 zeigen die Hauptkomponenten der Emissionen des Werkes. Die CO2-Emissionen sowie die Emissionen der Stickoxide (NOx) stammen hauptsächlich aus der Verbrennung von Erdgas in der Lackiererei, in geringerem Umfang auch von den Leistungsprüfständen im Motorenbau. Die dritte Grafik zeigt den Verlauf der leichtflüchtigen organischen Kohlenwasserstoffe (VOC). Die Emissionen an CO2 und NOx sind im Vergleich zu den Vorjahren etwas höher. Grund dafür ist vor allem der gestiegene Erdgasverbrauch aufgrund des Anlaufes der neuen Lackiererei und des damit verbunden Parallelbetrieb von alter und neuer Lackiererei.

Auf die zu lackierenden Oberflächen des Fahrzeuges entspricht dies 15,23 g Lösemittel/m² Rohkarossenfläche. Gegenüber dem Vorjahr (2016: 19,1 g Lösemittel/m²) ergab sich eine Verbesserung aufgrund des Anlaufs der neuen Lackiererei mit dem geänderten IPP-Verfahren. Der Grenzwert von 35 g/m² nach der deutschen VOC-Richtlinie wird weiterhin deutlich unterschritten. Nachbarschaft Das Werk München grenzt an Wohngebiete. Der Schutz der Anwohner vor produktionsbedingten Geräusch- pegeln ist ein wichtiges Anliegen der Werkleitung und aller Anlagenbetreiber.

Die produktionsbedingten Geräusch- und Geruchs- belastungen auf die Anwohnerschaft wurden seit 2001 kontinuierlich reduziert.

Jedoch stagniert die Anzahl der Nachbarschaftsbeschwerden seit 2011 aufgrund der umfangreichen Baustellen (in 2017 18 Beschwerden; im Vorjahr zwölf Beschwerden). Die Zunahme der Beschwerden ist unter anderem auf die umfangreichen Umbaumaßnahmen im Jahr 2017 zurückzuführen. Bei allen eingegangen Beschwerden wurde umgehend mit der Ursachenanalyse begonnen und das Möglichste getan, um die Ursache zu eliminieren. Alle Beschwerden und deren Bearbeitung wurden dokumentiert. Moderne Produktionsanlagen, effiziente Schallschutzmaßnahmen, Ersatz älterer Lüftungs- und Rückkühlanlagen sowie optimierte Logistik-Bewegungen minimieren im Werk München die Umweltauswirkungen.

Behördlich vorgeschriebene Emissionsgrenzwerte und Messwerte Einheit Grenzwert Messergebnisse Alte Lackieranlage (Werk 01.10) Partikel aus Lackieranlagen 1 mg/m³ 3 < 1 Gesamt-Kohlenstoff nach TNV 1 mg/m³ 20 < 2 Stickstoffdioxid nach TNV 1 ,2 mg/m³ 100 2 Weichschaumanlage (Interieur) Partikel nach Filteranlage mg/m³ 25 0,2 3 Gesamt-Kohlenstoff mg/m³ 100 76 4 1 Messbericht vom Mai 2013, TNV = Thermische Nachverbrennung, nächste Messung mit Inbetriebnahme der neuen Lackiererei 2 Kombilinie (Kleinanlage) 80 mg /m3 3 Errechnet aus Messung (Emission pro Stunde = 0,008 kg/h) 4 Gemessen durch Messinstitut in 2015 Die Messungen zur Inbetriebnahme der neuen Lackiererei werden gemäß Bescheidsauflagen bis Ende Mai 2018 durchgeführt.

UMWELTASPEKTE. 10 EMISSIONEN. 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 100 200 300 400 2013 2014 2015 2016 2017 VOC in t produzierteFahrzeuge leichtflüchtige organische Verbindungen (VOC) VOC gesamt gefertigte Fahrzeuge 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 5 10 15 2013 2014 2015 2016 2017 NOx in t produzierte Fahrzeuge Stickoxide (NOx) NOx gefertigte Fahrzeuge 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 5.000 10.000 15.000 20.000 2013 2014 2015 2016 2017 CO2 in t produzierteFahrzeuge Kohlenstoffdioxid (CO2) CO2 gefertigte Fahrzeuge Zielentwicklung Zwischen 2006 (2,39 kg/Fzg) und 2017 (1,52 kg/Fzg) konnten die spezifischen VOC-Emissionen um knapp 35 % gesenkt werden.

Der Zielwert von 1,99 kg/Fzg für die VOC-Emissionen für das Jahr 2017 konnte somit deutlich unterschritten werden.

UMWELTASPEKTE. 11 EINSATZ VON MATERIAL UND STOFFEN. Quelle: Fa. Eisenmann SE. Einsatz von Material und Stoffen Der Prozess „Freigabe chemischer Stoffe“ regelt den Einsatz von Materialien und Stoffen. Bei diesem speziellen Prozess werden Materialien bezüglich ihrer Inhaltsstoffe, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Produktqualität beurteilt. In der Datenbank ZEUS (Zentrale Erfassung umweltrelevanter Stoffe) werden alle chemischen Produkte, die bei der BMW Group im Einsatz sind, erfasst. Das System dokumentiert alle gefährlichen Eigenschaften der chemischen Produkte und deren Einsatzorte. Zusätzlich erteilt es Hinweise zum Umgang, zur Ersten Hilfe, zur Lagerung und zum Transport dieser Produkte.

E-Cubes Eine weitere Erneuerung im Bereich Umweltschutz bei BMW sind die E-Cubes. Diese werden in der Lackiererei eingesetzt, um den Overspray (mit Lackpartikeln angereicherte Luft) zu filtern. Unterhalb der Lackierkabine befinden sich die Filtereinheiten. Die angereicherte Luft wird angesaugt und durch die E-Cubes geleitet. Dabei werden der Luft die Lackpartikel entzogen. Die Hybridfilter scheiden die Lackpartikel ohne chemische Stoffe, Wasser oder sonstige Zusatzstoffe durch eine Kombination aus Oberflächen- und Tiefenfiltern ab.

UMWELTASPEKTE. 12 ABFALLAUFKOMMEN. Abfallaufkommen Das Gesamtabfallaufkommen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 15 %. Dies ist im Wesentlichen durch einen Rückgang bei den Metallschrotten aus dem Presswerk begründet. Im Gebäude 154 wurden drei Pressenstraßen zurückgebaut sowie die Coilanlage außer Betrieb genommen. Weiterhin haben sich die Ausschusszahlen der Großraumpresse im Jahr 2017 deutlich verbessert. Die Menge an Abfällen zur Beseitigung verringerte sich deutlich um 65 % und beträgt nun 11 t. Angefallen ist diese Menge im Bereich Lackiererei im Wesentlichen durch die Entsorgung von Filterkuchen aus der Kammerfilterpresse.

Die Verwertungsquote inklusive der Metallschrotte bleibt unverändert bei 99,9 %, ohne Metallschrotte liegt die Verwertungsquote bei 99,8 %.

Der Anteil des recycelbaren Metallschrottes beträgt rund 78 % des Gesamtabfalls im Werk München. Der verbleibende Anteil an Abfällen zur Verwertung (ohne Metalle) hat sich um 6 % verringert. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit wird in der oben dargestellten Grafik nur der mengenmäßig untergeordnete Anteil der Abfälle ohne Metallabfälle dargestellt. Zieleentwicklung 2006-2017 Die spezifische Abfallmenge zur Beseitigung (ohne Motorenbau) betrug im Jahr 2017 0,06 kg/Fzg der Zielwert von 0,35 kg/ Fzg wurde deutlich unterschritten. Im Zeitraum 2006 bis 2017 reduzierte sich die Menge an Abfällen zur Beseitigung durch Abfallvermeidung bzw.

Überführung in ökologisch sinnvollere Verwertungswege insgesamt um ca. 97 %.

6.664 6.496 6.416 6.799 6.384 42 31 19 32 11 100.000 200.000 300.000 400.000 500.000 600.000 700.000 800.000 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 2013 2014 2015 2016 2017 Abfälle in t produzierte Motoren und Fahrzeuge Abfälle ohne Metallabfälle Werk München Abfall Verwertung (o. Metalle) Abfall Beseitigung gefertigte Fahrzeuge gefertigte Motoren Abfälle zur Verwertung (beispielhaft) Abfälle zur Beseitigung nicht gefährlich gefährlich gefährlich Eisen und NE-Schrott Altöle Schlamm aus der Kammerfilterpresse Kunststoffe Emulsionen Ungereinigte Leergebinde Holz Altverdünner/Lösemittel Altpapier Schleifschlamm Lackschlamm

UMWELTASPEKTE. 13 WASSERNUTZUNG. Das Werk München bezieht sein Wasser für die Sozialbereiche (Waschräume, Toiletten usw.) aus der öffentlichen Wasserversorgung der Stadtwerke München. Für die Produktion wird Wasser sowohl aus der öffentlichen Wasserversorgung der Stadtwerke München als auch aus der eigenen Brunnenanlage verwendet. Insgesamt ist der Wasserverbrauch im Jahre 2017 im Vergleich zu 2016 um 5,1 % gestiegen - bedingt durch den Parallelbetrieb der alten und neuen Lackstruktur bis Mitte des Jahres. Es wird weiterhin konsequent darauf geachtet, Brunnenwasser anstelle von kostbarem Trinkwasser für die Produktionsprozesse einzusetzen (siehe Diagramm).

Zielerreichung 2006 - 2017: Der Wasserbezug (jeweils ohne Motorenbau) von 2006 in Höhe von 2,36m³/Fzg konnte bis zum Jahr 2017 auf 1,61m³/Fzg gesenkt werden, das entspricht einer Reduzierung um ca. 31 %. Der für 2017 vereinbarte Zielwert in Höhe von 1,58m³/Fzg wurde mit 1,61m³/Fzg knapp verfehlt. 100.000 200.000 300.000 400.000 500.000 600.000 700.000 800.000 50 100 150 200 250 300 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Wasserbezug in 1000 m³ produzierte Motoren und Fahrzeuge Wasserverbrauch Stadtwasser Werk 01.10 und 01.30 Brunnenwasser gefertigte Fahrzeuge gefertigte Motoren

Sie können auch lesen