Wissen und Werkzeug für Frauengesundheit - Leitfaden für frauengerechte gesundheitsförderliche Veranstaltungen in den "Gesunden Gemeinden" - FGZ ...

 
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Wissen und Werkzeug
für Frauengesundheit
 Leitfaden für ­frauengerechte gesundheitsförderliche
 ­Veranstaltungen in den ­„Gesunden Gemeinden“

                                      www.gesundheitsland.at
Impressum und Entstehung

Herausgeberin:
Frauengesundheitszentrum Kärnten GmbH
Völkendorfer Straße 23, 9500 Villach
Tel.: 042 42 – 53 0 55
fgz.sekretariat@fgz-kaernten.at
www.fgz-kaernten.at

Autorinnen:
Prof.in Dr.in Birgit Buchinger MSc, Solution, Sozialforschung & Entwicklung, www.solution.co.at
Mag.a Nicole Schaffer, Schaffer Research, www.schaffer-research.at
Mag.a Regina Steinhauser, Frauengesundheitszentrum Kärnten, www.fgz-kaernten.at

Grafische Umsetzung: Dipl.-Designerin (FH) Karen Fachmann
                                                                        DRUCKL A N D
Lektorat: onlinelektorat.at                                             KAeRNTEN
Druck: Kreiner Druck- und Verlagsgesellschaft mbH & Co KG, Villach      P E R F E CT PRI NT

Bildnachweis Titelseite: lisalucia – stock.adobe.com, stphotography – 123rf.com, photopitu – stock.adobe.com,
Eugenio Marongiu – stock.adobe.com, Evasilieva – stock.adobe.com, Christian Jung – stock.adobe.com,
GordonGrand – stock.adobe.com, Carlush – stock.adobe.com, Racle Fotodesign – stock.adobe.com

Entstehung:
Wissen und Werkzeug für Frauengesundheit - Leitfaden für frauengerechte gesundheitsförderliche Veranstaltun-
gen in den „Gesunden Gemeinden“ Kärntens, wurde im Rahmen der Basisarbeit des Frauengesundheitszentrum
Kärnten im Auftrag vom Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 5 - Gesundheit und Pflege, Sachgebiet
Gesundheitsförderung und Krankheitsvermeidung erstellt.

Villach, 2021

Gefördert aus Mitteln des Landes Kärnten
Foto: Gernot Gleiss
Gesundheitspolitik beginnt bei jenen Maßnahmen,               Gesundheitsinformationen für Frauen an ihren
die mithelfen, Gesundheit zu erhalten – nicht erst            spezi­fischen Interessen orientieren und dabei ihre
bei der Behandlung von Krankheit. Gesundheits-­               Lebens­lagen, ihre Lebensstile und ihre gesund-
förderung ist also ein wesentlicher Baustein: Er              heitlichen ­Probleme berücksichtigen.
zielt darauf ab, Potenziale und Ressourcen von
Menschen zu stärken und g      ­esundheitsförderliche         Nicht zu unterschätzen ist das Thema „Gewalt“:
­Lebenssituationen bewusst zu machen. Sie und Ihre            Rund ein Viertel der österreichischen Frauen
 Gemeinde arbeiten bereits seit Jahren im R   ­ ahmen         leidet unter einer gesundheitlichen Beeinträch-
                                                              ­
 unserer Initiative „Gesunde Gemeinde“ an der                 tigung i­nfolge einer physischen oder psychischen
 ­Stärkung und Erhöhung der Gesundheitskompe-                 ­Gewalterfahrung. Frauen s­ollen und müssen nicht
  tenz Ihrer Gemeindebürgerinnen und Gemeinde-                 nur lernen, ihren Körper besser zu verstehen, son-
  bürger. Und dafür danke ich Ihnen herzlich!                  dern auch, sich gegen jede Art von ­Gewalt zur Wehr
                                                               zu setzen. Dazu gehört auch ein positives Selbstbild
Das Thema Frauengesundheit war für mich als Ä      ­ rztin,    von jungen Frauen und Mädchen.
ist für mich als Gesundheitsreferentin und als M  ­ utter
­dreier Töchter täglich präsent. Obwohl Frauen eine           Der vorliegende „Leitfaden für ­     f rauengerechte
 höhere L    ­ebenserwartung aufweisen als Männer,            g esundheitsförderliche Veranstaltungen in den
                                                              ­
 ­verbringen sie weniger Jahre in guter Gesundheit.           ­Gesunden ­Gemeinden Kärntens“ soll dazu beitra-
  Die Gesundheit von Frauen hat viele Dimensionen.             gen, individuelle frauenspezifische Angebote im
  Sie ist abhängig von persönlichen, gesellschaftlichen,       Bereich der Gesundheitsförderung in Kärnten zu
                                                               ­
  ­sozialen und biologischen Einflussfaktoren. So gibt         schaffen. Die übersichtlich ausgearbeiteten Checklis-
   es Erkrankungen, die nur ­Frauen oder nur Männer            ten leisten sehr gute Ansatzpunkte für die Planung
   ­betreffen oder ­geschlechtsspezifisch gehäuft auftre-      und Umsetzung zukünftiger ­gendergerechter Ver-
    ten. Unterschiede sind auch in der Wirksamkeit von         anstaltungen in Ihrer „Gesunden Gemeinde“.
    Medikamenten sowie bei geschlechts­     spezifischen
    Lebensphasen wie z.B. Schwangerschaft und                 Legen wir gemeinsam die Basis für eine nachhaltige
    Wechseljahren auszumachen. Daher müssen sich              genderspezifische Gesundheitsförderung in Kärnten!

                                           LHStv.in Dr.in Beate Prettner
                                     Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten
Foto: Daniel Waschnig
„Gesundheit fördern, wo Gesundheit passiert“ - so        Aus diesem Grunde haben wir mit dem ­Frauen-
lautet das Motto der „Gesunde Gemeinde“- Initiative      gesundheitszentrum Kärnten beschlossen, e     ­ inen
des Landes Kärnten. Durch innovative Angebote zur         Leitfaden zu erstellen, der Ihnen das T    ­ hema
Gesundheitsförderung durch das Gesundheitsland           Frauengesundheit gut vermittelt und Anleitung
                                                         ­
Kärnten wird die Lebensqualität und das Wohlbe-          bietet, frauenspezifische Gesundheitsförderung in
finden der Menschen seit Jahren in Ihrer G  ­ emeinde    Ihrer ­Gemeinde umzusetzen. Frauen sind ande-
nachhaltig gesteigert. Die Bedürfnisse sind von          ren psychosozialen Belastungsfaktoren ausgesetzt
­Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich. Um           als Männer und sie haben andere gesundheitliche
 eine wirksame Gesundheitsförderung zu etablieren        ­Bedürfnisse. So können zukünftig Ihre gesundheits-­
 und um auf die regionalen Bedürfnisse, Ziele und         fördernden Maßnahmen in den B       ­ereichen E  ­r-
 Problemlagen einzugehen, stehen Ihnen die Mit-­          nährung, Bewegung, Sicherheit und seelisches
 arbeiterinnen und Mitarbeiter des G­ esundheitslandes    Wohlbefinden auch unter dem Fokus Frauenge-
 Kärnten seit fast 20 Jahren unterstützend zur Seite.     sundheit umgesetzt werden.
 Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, optimale
 Rahmenbedingungen für die Erhaltung, Verbesse-           Der Leitfaden für frauengerechte gesundheits-­
 rung und Förderung der Gesundheit Ihrer Bürgerin-        förderliche Veranstaltungen in den „­Gesunden
 nen und Bürger zu schaffen. Unser Fokus lag ­bisher     ­Gemeinden Kärntens“ basiert auf einem g ­ eschlech-
 auf den Schwerpunkten Bewegung, Ernährung                terdifferenzierten Gesundheitsverständnis und ver-
 und psychosoziale Gesundheit. Dieses Jahr möch-          mittelt Ihnen in einfachen Schritten frauenspezifi-
 ten wir einen weiteren Schwerpunkt hinzufügen.           sche Aspekte, die in die Planung und Umsetzung
 Die ­Corona Krise hat uns aufgezeigt, dass Frauen        von g­ esundheitsfördernden Maßnahmen eingebet-
 durch Homeschooling, häusliche Versorgungsarbeit,        tet werden können.
 ­Homeoffice und die Betreuung von älteren Men-
  schen sehr oft Mehrbelastungen ausgesetzt sind,        Wir hoffen, Ihnen damit ein weiteres Werkzeug in
  die ihre Lebensqualität und Ihr Wohlbefinden redu-     der Gesundheitsförderung zur Verfügung zu stellen,
  zieren. Psychische Belastungen führen dann schnell     dass Sie dabei unterstützt, die Gesundheitskompe-
  zu Erschöpfungszuständen und anderen Krank-            tenz Ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken.
  heitssymptomen.

                                         Reg.Rat Franz Wutte
                           Gesundheitsförderung und Krankheitsvermeidung
                 Amt der Kärntner Landesregierung - Abteilung 5 Gesundheit und Pflege
Foto: Henry Welisch
Es war im November 2019, als meiner Idee für den          Bürger um. Der vorliegende Leitfaden unterstützt
vorliegenden Leitfaden positiv zugestimmt w­ urde         Sie dabei, Ihr Veranstaltungsangebot zielgruppen-­
und ein Auftrag mit Zukunftsperspektive folg-             spezifischer zu schärfen. Warum?
te. Im Rahmen eines Schwerpunktes e    ­rarbeitete
das F ­rauengesundheitszentrum Kärnten für die            Weil gesundheitsbezogene Bedürfnisse, Belastun-
­„Gesunden Gemeinden“, Wissen und W   ­ erkzeuge          gen und gesundheitsrelevantes Verhalten bei Frau-
 mit dem Fokus auf Frauengerechtigkeit und                en und Männern unterschiedlich sind.
 ­Gendersensibilität.
                                                          Lebensbedingungen, Handlungsmöglichkeiten,
Gender ist eines von vielen Diversitätsmerkmalen,         ­Erkrankungsrisiken u. v. m. sind aber auch von Frau
die in der Gesundheitsförderung zu berücksichti-           zu Frau unterschiedlich.
gen sind, um der Bevölkerung in ihrer Vielfalt ge-
recht zu werden. Diesen Anspruch auf Vielfalt setzt       Der Leitfaden begleitet Sie zukünftig dabei, diese
der Leitfaden selbst, auch durch drei ­  Autorinnen       Unterschiedlichkeiten bei der Planung Ihrer gesund-
um. Ich ­bedanke mich sehr bei Frau Prof. Dr.in ­Birgit
                                         in
                                                          heitsförderlichen Veranstaltungen zu berücksich-
­Buchinger und Frau Mag.a Nicole Schaffer für den         tigen. Mit der Anwendung dieses „Werkzeuges“
intensiven gemeinsamen Arbeitsprozess, der ­pan-          erhöhen Sie die Teilnahme-Chancen für unter-
demie­ bedingt zumeist digital stattfand. Durch die       schiedliche Frauen und unterschiedliche Frauen-
Zusammenarbeit von drei Fachfrauen gelang es,             gruppen. Sie stehen ein für Fairness und Gerech-
Expertisen aus mehreren ­Jahrzehnten Forschung,           tigkeit beim Zugang zu Gesundheitsressourcen. Sie
Bildung und Praxis rund um Frauengesundheit, in           verbessern die Erreichbarkeit von seriösen Gesund-
den Leitfaden einfließen zu lassen und Ihnen nun          heits-Informationen. Mit frauengerechten Veran-
zur Verfügung zu stellen.                                 staltungen in Ihrer „Gesunden Gemeinde“ erhöhen
                                                          Sie die g ­esundheitliche Chancengerechtigkeit für
Sie setzen bereits vielfältige Veranstaltungen als        ­Frauen.
„Gesunde Gemeinde“ für Ihre Bürgerinnen und

                                          Mag.a Regina Steinhauser
                            Geschäftsführerin Frauengesundheitszentrum Kärnten
Wie ist der Leitfaden zu verwenden?
            Mit diesem Leitfaden wollen wir Sie, die A     ­ rbeits-                                  tionsplans Frauengesundheit. Darüber hinaus ent-
            kreisleiterInnen der „Gesunden G    ­ emeinden“, bei                                      spricht er auch den 15 Qualitätskriterien für Gute
            der Planung und Durchführung von frauengerechten                                          Gesundheitsinformation ­Österreich.
            gesundheitsfördernden Veranstaltungsangeboten
            unterstützen. Mittels Grundlagen und einer Check-                                         Im ersten Teil des Leitfadens wird erläutert, was
            liste wird Ihr Blick auf Frauengesundheit in ihrer Viel-                                  sich hinter Ausdrücken wie „Gesundheitsbe-
            falt ­geschärft. Dadurch können Nutzerinnen dieser                                        griff“, „­­Gesundheitsförderung“, „gesundheitliche
            Angebote in ihren unterschiedlichen Gesundheits-                                          Chancengerechtigkeit“, „Frauengesundheit“ oder
            bedürfnissen ­wahrgenommen, in ihrer Gesundheit                                           „­Gendermedizin“2 verbirgt.
            gestärkt und in ihrer Gesundheitskompetenz geför-
            dert werden.                                                                              Im zweiten Teil erwartet Sie eine Checkliste: Diese
            Insofern unterstützt dieser Leitfaden mehrere Ge-                                         ­unterstützt Sie mit konkreten Fragen und Beispielen
            sundheitsziele Österreichs und Kärntens1 sowie                                             ­dabei, Ihre gesundheitsförderliche Veranstaltung
           ­ausgewählte Wirkungsziele des bundesweiten Ak-                                              ­frauengerecht zu planen und durchzuführen.

           Grundlagen
           G esu n dh ei t sfö rde rung und Ge s undh ei ts beg r i ff

           Gesundheitsförderung, wie sie auch von der Welt-                                           Die Verhütung beziehungsweise die Vorbeugung
           gesundheitsorganisation (WHO) verstanden wird,                                             von Krankheiten und Erkrankungsrisiken hingegen
           zielt darauf ab, Potenziale und Ressourcen von Men-                                        ist Gegenstand von Maßnahmen der Prävention.
           schen zu stärken und diese dabei zu ermächtigen,                                           Dieser Leitfaden unterstützt unter anderem das Ge-
           ihre ­Lebenssituationen förderlicher für Gesundheit                                        sundheitsziel 3 „Die Gesundheitskompetenz (Health
           und Wohlergehen zu gestalten. Im Fokus steht die                                           Literacy) der Bevölkerung stärken“. Dabei geht es
           Erhaltung von Gesundheit (= „Salutogenese“), und                                           auch darum, Bevölkerungsgruppen in ihrer Rolle als
           nicht, wie Krankheiten vermieden werden können.                                            NutzerInnen des Gesundheitssystems zu stützen
           Gesundheitsförderung hat keinen Krankheits- oder                                           (­PatientInnen-Souveränität). Daher ist es sinnvoll,
           Risikobezug. Die Leitfrage lautet: Welches Verhalten                                       frauengerechte, gesundheitsförderliche Veranstal-
           und welche Verhältnisse – damit sind nichtkrankma-                                         tungen zu Themen der ­      G esundheitsförderung
           chende Lebenswelten (Settings) gemeint – halten                                            (­Bewegungsangebot, Koch-Workshop) wie auch
           gesund?                                                                                    zu solchen der Prävention (Stressbewältigung,
                                                                                                      ­Impfen, Krebsfrüherkennungs­methoden) in „­Gesun-
           Empfehlung aus der Praxis
                                                                                                       den Gemeinden“ anzubieten.
Im Rahmen Ihrer Veranstaltungsangebote können die Gesundheits-
ressourcen durch die Einleitung persönlicher Veränderungsprozesse,                                    Gesundheit und Krankheiten sind nicht geschlechts-
etwa durch eine Änderung des Lebensstils, gestärkt werden. So kön-
                                                                                                      neutral. Einerseits unterscheiden sich Frauen und
nen zum Beispiel Vorträge zur psychischen Gesundheit ein positives
                                                                                                      Männer3 etwa in genetischen und biologischen
Selbstwertgefühl fördern oder ein Bewegungsprogramm ein stabile-
res Immunsystem unterstützen. Gemeinschaftliche ­Aktivitäten sind
                                                                                                      Merkmalen. Andererseits spielen die sozialen und
darüber hinaus ein bewährtes Mittel, etwaige soziale Isolation und                                    ökonomischen Arbeits- und Lebensbedingun-
Einsamkeit zu durchbrechen.                                                                           gen eine wichtige Rolle, ob und wie Frauen und
                                                                                                      Männer gesund bleiben können oder krank wer-

           1
               Angaben zu Quellen im Internet sowie verwendeter Literatur finden sich im          3
                                                                                                      Aussagen über das dritte Geschlecht können aufgrund fehlender valider
               Anhang.                                                                                wissenschaftlicher Untersuchungen in Bezug auf Gesundheit und Krankheit
                                                                                                      aktuell noch nicht vorgenommen w ­ erden. Daher beschränken wir uns auf
           2
               In der englischen Sprache gibt es zwei unterschiedliche Begriffe für Ge-               jene zwischen dem weiblichen und männlichen G  ­ eschlecht, in der Hoffnung,
               schlecht: „sex“ steht für das ­biologische, „gender“ für das soziale Geschlecht.       zukünftig auch das dritte Geschlecht einbeziehen zu können.
Grundlagen
den. Hier sind auch regionale und ökologische Fak-                                                Daher gilt es, die Chancen auf Gesundheit für alle
toren mitzuberücksichtigen. Darüber hinaus zeigen                                                 Menschen zu erhöhen und Ungleichheiten, ver-
sich auch im Umgang mit gesundheitlichen Be-                                                      ursacht zum Beispiel durch geringe Einkommen,
einträchtigungen und Erkrankungen deutliche ge-
schlechtsspezifische Unterschiede. Dieser Leitfaden
                                                                                                       In der Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung defi-
basiert also auf einem g
                       ­ eschlechterdifferenzierenden                                                  niert die WHO bereits 1986: „Gesundheitsförderung                                 i
Gesundheitsverständnis.                                                                                zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres
                                                                                                       Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu er-
Außerdem gehen wir von einem ganzheitlichen                                                            möglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit

­Gesundheitsbegriff aus: Gesund zu bleiben oder                                                        zu befähigen.“

 krank zu werden hängt von körperlichen, psychi-
 schen sowie sozialen Aspekten ab. Wichtig hier-                                                  medizinische Unterversorgung in abgelegeneren
 bei ist, dass all diese Aspekte relevant und in ihrem                                            Regionen oder Sprachbarrieren, durch umfassende
 Zusammenspiel zu berücksichtigen sind. So etwa                                                   Gesundheitsförderung zu verringern. Auch in den
 ist das Gesundheitsrisiko höher, wenn Frauen und                                                 Gesundheitszielen Österreichs ist die Förderung von
 Männer in finanziell prekären Situationen leben, die                                             Chancengleichheit als Grundprinzip definiert: „Förde-
 sie psychisch belastend empfinden und die ihnen                                                  rung von Chancengleichheit, d. h. Berücksichtigung
 kaum ermöglichen, gesundheitsförderliche Ange-                                                   der Reduktion von gesundheitlichen und sozialen
 bote (wie etwa Stressbewältigungskurse oder auch                                                 Ungleichheiten als durchgängige Anforderung.“
 gesunde Ernährung) in Anspruch zu nehmen.

Das folgende Schaubild illustriert die indivi­­­­du­ellen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren, welche in ihrer
­Verknüpfung die gesundheitliche Situation ­beeinflussen.

                                                                                         t u re l l e u n d ö
                                                                       nom    ische, kul                       kolo
                                                                   öko                                              gisc
                                                               o                                                         he
                                                         ozi
                                                                                                       Gesetz-
                                                     s                        Handel                                                  Be
                                                                                                                                           din
                                                 ine
                                                                                                          gebung
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                                          em                                      nd Arbeitsbedingu                                                   ng
                                     lg                                     ns- u                   nge                                                    en
                                  Al                                 Le b e
                                                                               Arbeits-                 n
                                                     Arbeits-                       losigkeit                      Wohnen
                                                                                                                                                           Umwelt-
                                                     umfeld                                                                                                 schutz
                                                                                                  schaftliche
                                                                               nd   gemein                       Net
                                                                          le u                                         zw
                                                                                                                            erk
                                                                    zia
                 Gehalts-
                  politik
                                                               So                                                                 e
                                                                                                eller Lebens
                                                                                    ividu
                                                    Nachbarschaft                                                           Freundeskreis              Wasser &
                                                                                                               stil
                            Bildung                    Familie                Ind                                              Gemeinde                 Hygiene

                                                                           Ernährung                     Bewegung
                                                                                         echt und E
                                                                                   s chl            rb
                                                                                Ge                     a                                                                         Krieg
    Wirtschaft
                                                                                                               nl
                                                                            ,

                                                                                                                 ag
                                                                           er
                                                                      Alt

                                                                                                                      en

                   Gesund-                          Rauchen &                                                                 sichere                            Agrarkultur &
                 heitsdienst-                        Alkohol                                                                 Sexualität                          Lebensmittel-
                  leistungen                                                                                                                                      produktion

© Frauengesundheitszentrum Kärnten: Was beeinflusst Frauengesundheit? in Anlehnung an: Dahlgren, Göran; Whitehead, Margaret: Policies and strategies to promote social
 equity in health. Stockholm. 1991.
Grundlagen
           Fr au en g esund he i t                                                   Lebensbedingungen zu beachten. So etwa stellen
                                                                                     Benachteiligungen in wirtschaftlicher und beruflicher
            Ein frauengerechter Ansatz in der Gesundheits-­                          Hinsicht eine Gefahr für die Gesundheit von Frauen
            förderung trägt zur Förderung gesundheitlicher                           dar. Frauen verdienen durchschnittlich weniger als
            Chancengerechtigkeit für Frauen bei.                                     Männer, was auch zu deutlich geringeren Pensionen
            So haben etwa Frauen in Kärnten mit durchschnitt-                        von Frauen führt. Viele ältere Frauen sind daher von
            lich 84 Lebensjahren zwar eine um fünf Jahre h­ öhere                    Armutsgefährdung bedroht. Armutsgefährdung kann
            Lebenserwartung als Männer, verbringen jedoch
            ­                                                                        vielfach mit prekären Lebens- und Wohnverhältnis-
            mehr Jahre mit chronischen Krankheiten und funk-                         sen, Isolation, mangelhafter Ernährung und schlech-
            tionalen Beeinträchtigungen, zum Beispiel Rücken-                        terer Gesundheitsversorgung einhergehen. Zugleich
            und Nackenschmerzen, Arthrose, Seh-, Hör- und                            verrichten Frauen einen Großteil der unbezahlten
            Gehbeeinträchtigungen. Kärntnerinnen e     ­rkranken                     Sorge- und Pflegearbeit, was zu einer deutlichen
            häufiger an Krebs als Kärntner und versterben                            Mehrfachbelastung beiträgt. Die COVID-19-Krise
            ­zudem ­häufiger an Herz-Kreislauf-­Erkrankungen                         hat dies nochmals sehr sichtbar gemacht. Aber auch
             (betrifft Frauen unter 60 Jahren beziehungsweise                        ein Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung ist
             unter 70 Jahren).4 Auch leiden Frauen in Kärnten                        ­tendenziell krankmachend.
           häufiger an Depression (insbesondere ab 30 ­Jahren)
           und sind öfter und länger aufgrund ­     psychischer                      Die Förderung von Frauengesundheit beinhaltet
           ­Erkrankungen im Krankenstand.                                            demnach Maßnahmen, die auf Verhaltensänderun-
            Andererseits pflegen Kärntnerinnen (bis 59 J­ahre)                       gen einzelner Frauen abzielen (etwa Förderung von
            einen gesünderen Lebensstil hinsichtlich ­Ernährung,                     Bewegung, Änderung des Essverhaltens, A         ­ bge-
            Alkohol und Nikotin und sind weniger häufig von Blut-                     wöhnen von Rauchen). Mindestens so wichtig sind
            hochdruck und Übergewicht betroffen als Kärntner                          jedoch auch Maßnahmen, die eine Verbesserung
            Männer; Kärntnerinnen gehen aber auch seltener als                        der ­sozialen und ökonomischen Lebensbedingun-
            empfohlen gesundheitswirksamer Bewegung nach.                            gen von Frauen bewirken. Solche Maßnahmen sind
                                                                                     etwa der flächendeckende Ausbau von qualitätsvol-
                                                                                     len Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen,
           Empfehlung aus der Praxis
                                                                                     die eine Vereinbarkeit zwischen v­ ollzeitiger Berufs-
Wir laden Sie herzlich ein, eigene Bilder über Frauen und Männer                     tätigkeit und privaten Erfordernissen ermöglichen.
zu hinterfragen, Rollenstereotype zu durchbrechen, sich also auf                     Weiters könnten durch gesetzliche Maßnahmen
Reflexions­prozesse einzulassen.
                                                                                     oder Vereinbarungen der SozialpartnerInnen jene
                                                                                     Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt wer-
                                                                                     den, höher bewertet und damit auch höher entlohnt
           In Anbetracht der geschlechtsspezifischen ­Unter-                         werden: Einkommensunterschiede zwischen ­Frauen
           schiede unterstreicht der Aktionsplan F  ­rauen-                          und Männern würden somit abgebaut, und die
           gesundheit, dass „Genderaspekte in der ­
           ­                                             Ge-                         Armutsgefährdung, etwa bei Alleinerziehenden
                                                                                     ­
           sundheitsforschung und Planung sowie in der                               und besonders bei Frauen im Alter, würde d    ­ eutlich
           Gesundheitsförderung, Krankenversorgung und                               reduziert. Alle diese Maßnahmen, ob verhaltens-
                                                                                     ­
           Rehabilitation mitberücksichtigt werden“ müssen.
           ­                                                                         oder verhältnisorientiert, sollten mit Bewusst-
           Dies ist eine Grundbedingung für die Realisierung                         seinsbildung und Stärkung von Frauen begleitet
           gesundheitsbezogener Chancengleichheit.                                   ­werden, um tendenziell krankmachende traditionel-
           Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind                            le Rollenzuschreibungen durchbrechen zu können
           jedoch auch bei sozioökonomischen Faktoren und                             (­Empowerment).

             Siehe Kärntner Gesundheitsbericht 2016 (Griebler et al. 2017, 197f.).
           4
Grundlagen
Zu bedenken ist, dass Frauen – ebenso wie Männer –         Zu den Lebensphasen
keine einheitliche Gruppe bilden. Sie unterscheiden        Jede Lebensphase zeichnet sich durch unterschied-
sich hinsichtlich ihrer Lebenslagen, der Lebensphasen      liche Herausforderungen sowie kritische Momente
sowie der Lebensformen. Dies bei gesundheitsförder-        aus. Bei jüngeren und jungen Frauen steht oftmals
lichen Angeboten zu berücksich­tigen, ist ein wesent-      die Ausbildung im Vordergrund. Bei Frauen im ­Alter
licher Erfolgsfaktor.                                      zwischen 30 bis 40 Jahren kommt viel zusammen:
                                                           Frauen zwischen 30 und 40 Jahren stehen vor der
Zu den Lebenslagen                                         großen Herausforderung, die Balance zwischen
Unter dem Begriff der „Lebenslagen“ lassen sich viele      Familiengründung und beruflicher Entwicklung zu
                                                           ­
unterschiedliche Aspekte zusammenfassen, die das           finden. In den Wechseljahren erleben Frauen das
                                                           ­
Alltagsleben von Menschen beeinflussen und prägen          Ausziehen der Kinder, zugleich kann die Phase der
und daher auch für die Gesundheit relevant sind. Ein       Pflege von Angehörigen beginnen. Für berufliche
Aspekt etwa betrifft das Wohnen: Der Wohnort kann          Tätigkeiten bleibt da oftmals wenig Zeit, obwohl
                                                           ­
eher im städtischen Raum liegen oder in alpinen, länd-     gerade dies für ein besseres Pensionseinkommen
                                                           ­
lichen Regionen. Manche wurden in dem Dorf gebo-           für viele Frauen wichtig wäre. Schließlich eröffnen
ren, wo sie jetzt noch leben; a­ ndere kommen von          sich mit dem Pensionsantritt neue Chancen, wie-
weiter her, eventuell auch aus einer anderen Kultur.       der mehr Zeit für sich zu haben. Zugleich kann es
Ein anderer Aspekt betrifft die berufliche ­Situation:     ­herausfordernd sein, auf einmal den ganzen Tag mit
Frauen haben unterschiedliche Berufe erlernt,               dem Partner oder der Partnerin zu verbringen oder
­arbeiten Vollzeit oder Teilzeit, sind als Einzelperso-     eben ganz allein, ohne berufliche Kontakte zu leben.
 nen selbstständig, haben ein größeres Unternehmen          Mit dem Älterwerden können dann gesundheitliche
 oder sind als Hausfrauen tätig oder schon in Pension.      Einschränkungen zunehmen, die auch das soziale
 Manche haben ein ­gutes finanzielles Auskommen,            ­Leben, etwa FreundInnen zu treffen oder Wanderun-
 andere müssen jeden Euro dreimal umdrehen. Auch             gen zu machen, behindern.
 die Berücksichtigung der jeweiligen g ­ esundheitlichen
 ­Situation ist zu bedenken; dabei sind etwa chronische
                                                                Gendermedizin
  Erkrankungen ebenso bedeutsam wie verschiedene                Gendermedizin ist ein neues Fachgebiet der Medizin        i
  Formen von Beeinträchtigungen. Schließlich ist auch           und erforscht biologische, soziale und psychologische
  noch relevant, wen Frauen lieben und wie diese Be-            Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Ihr Ziel ist
  ziehungen gelebt werden können.                               die geschlechtsspezifische Erforschung von G
                                                                                                           ­ esundheit
                                                                und Krankheiten, eine frauen- bzw. m
                                                                                                   ­ ännergerechte
                                                                optimierte Ver­s orgung (­D iagnose, Therapien, Betreu-
Zu den Lebensformen
                                                                ung, Prävention et ­cetera) sowie eine entsprechend
Diese wurden im Verlauf der letzten 20, 30 Jahre
                                                                informierte geschlechter­gerechte Gesundheitspolitik.
viel bunter. Da gibt es Frauen, die mit ihren Part-             So wurden zum Beispiel Medikamente jahrzehnte-
nern – verheiratet oder in einer Lebensgemein-                  lang nur an Männern getestet und mussten für Frauen
schaft – ­leben, dies mit Kindern oder ohne; andere             nachgetestet werden. Herzinfarkt ist keine Männer-­
Frauen leben mit Partnerinnen, ebenfalls mit Kindern            sache – kardiologische Diagnostik und Therapien
oder ohne; dann gibt es die sogenannten „Patch-                 mussten für Frauen erst angepasst werden. Anderer-
                                                                seits ist Osteoporose keine Frauensache, sie betrifft
workfamilien“, in denen Frauen mit Part­      nerInnen
                                                                auch Männer – umfassendes Wissen zu Frauen- und
und Kindern leben, die teilweise eigene, teilweise
                                                                Männergesundheit ermöglicht individuelle Vorbeugung
jene der PartnerInnen sind; besonderes Augenmerk                und Früherkennung von Erkrankungen.
ist weiters den Alleinerziehenden beizumessen.                  Weitere Schwerpunkte der Gendermedizin sind unter
Aber auch alleinlebende Frauen sind im Blick zu                 anderem Autoimmunkrankheiten, psychische Erkran-
­haben, nicht zu selten ist hier die Gefahr der Verein-         kungen, Suchtverhalten, aber auch postoperative
 samung gegeben, dies vor ­allem in ­höherem Alter.             Betreuung von Menschen mit Krebserkrankung und
                                                                ­immer auch Gesundheitsförderung.
Grundlagen
       Fazit: Geschlechter- und Chancengerechtig-                              wie Problemen und Herausforderungen einher, prägen
       keit in der Gesundheitsförderung                                        deren Erwartungen an gesundheitsförderliche Ange-
                                                                               bote und beeinflussen ihre Möglichkeiten des Zugangs
       Zu bedenken ist: Die diversen Lebenssituationen der                     und der Erreichbarkeit derselben. All diese Unterschie-
       Frauen in Kärnten gehen mit unterschiedlichen Be-                       de sind bei der Planung und Durchführung von ge-
       dürfnissen, Interessen, Fähigkeiten, Kompetenzen so-                    sundheitsförderlichen Angeboten zu berücksichtigen.

       Checkliste für frauengerechte gesundheitsförderliche
       Veranstaltungen in den „Gesunden Gemeinden“ Kärntens
       Wie funktioniert die Checkliste?

        Sie haben sich dafür entschieden, F­rauengesundheit in Ihrer Gemeinde zu fördern und als wichtiges
        ­Thema sichtbar zu machen. Die Checkliste hilft ­Ihnen bei der Planung und Umsetzung Ihrer ­nächsten
       ­Frauengesundheitsveranstaltung – unabhängig ­davon, ob es sich um einen Vortrag, einen einmaligen
        Workshop oder einen Bewegungskurs mit mehreren ­Terminen handelt.

       Die Checkliste begleitet                       1 Vorbereitung:
       Sie durch die wesentlichen                       Themenfindung und Konkretisierung der Zielgruppen
       Schritte in der O
                       ­ rganisation                  2 Planung und Umsetzung: Auswahl der TrainerInnen,
       Ihrer Frauengesundheits­                         Gestaltung der Rahmenbedingungen (Fixierung Ort oder
       veranstaltung:                                   Termine der Veranstaltung) und Bewerbung
                                                      3 Feedback und Reflexion: Zufriedenheit der Teilnehmerinnen

    Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Veranstaltungen unter Einhaltung der jeweils geltenden COVID-19-Hygienevorschriften
!   und Verordnungen für Veranstaltungen geplant und abgehalten werden. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf der
    Website des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz5.

           1 Vorbereitung:
                                                 Warum will ich das Thema „Frauengesundheit“ aufgreifen?
                                                 Mit der Beantwortung dieser Frage konkretisieren Sie Ihre Motivation
                                                 und Ihre Zielvorstellung für die Veranstaltung.

                                                 		    konkreter Bedarf oder Versorgungslücke in der Gemeinde

                                                 		    aktuelles Gesundheitsthema, bei dem Bürgerinnen Unterstützung und
                                                 		    Information brauchen

                                                 		      Beschluss des Arbeitskreises Ihrer „Gesunden Gemeinde“. Aufgreifen einer
                                                 		      Handlungsempfehlung aus Gesundheitsprogrammen oder Gesundheits-
                                                 		      strategien (zum Beispiel Gesundheitsziele Österreich, Aktionsplan Frauen-
                                                 		      gesundheit)

                                                         anderer Grund, wie zum Beispiel persönliches Interesse,
                                                 		      Erfahrung, „Herzensangelegenheit“

       5
           https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Neuartiges-Coronavirus-(2019-nCov).html
Checkliste

1 Vorbereitung:
                  Welche Frauengruppen möchte ich mit der Veranstaltung erreichen?
                  (Mehrfachnennungen möglich)

                  Diese Frage unterstützt Sie, die Zielgruppe für Ihre Veranstaltung ge-
                  nauer zu fassen, damit Sie die Planung und Umsetzung passgenau
                  (zielgruppenspezifisch) ausrichten können.

                  		     alle Frauen

                  		    junge Frauen

                  		    Frauen im mittleren Erwachsenenalter

                  		    Frauen in den Wechseljahren

                  		    ältere Frauen

                  		    alte Frauen

                  		    Frauen in herausfordernden Lebenssituationen, wie zum Beispiel:
                  		         Alleinerzieherinnen
                  		         Frauen, die Angehörige pflegen
                  		         Frauen mit sehr niedrigem Einkommen
                  		         (Armutsgrenze, Armutsgefährdung trotz Erwerbsarbeit)
                  		         Frauen in Arbeitslosigkeit
                  		         Frauen mit chronischen Erkrankungen
                  		         Frauen mit psychischen Erkrankungen
                  		         Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen
                  		         Frauen mit eingeschränkter Mobilität
                  		         Frauen in systemrelevanten Berufen (etwa 24-Stunden-
                  		         Betreuerinnen, Frauen in Gesundheits- und Pflegeberufen,
                  		         Frauen in Reinigungsberufen, Verkäuferinnen)

                  		    Frauen in ländlichen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer
                  		    erreichbaren Gemeinden

                  		    schwangere Frauen

                  		    Frauen mit Kindern

                  		    alleinlebende Frauen

                  		    lesbische Frauen

                  		    Frauen mit Migrationshintergrund/mit anderer Erstsprache als Deutsch
Checkliste für frauengerechte gesundheitsförderliche
Veranstaltungen in den „Gesunden Gemeinden“ Kärntens
1 Vorbereitung:
                          Welches Frauengesundheitsthema möchte ich mit der Veran-
                          staltung aufgreifen?
                          Dem Konzept von Gesundheitsförderung folgend können Sie bei der
                          Themenwahl Ihrer Veranstaltung sowohl auf gesundheitsförderliche
                          Verhaltensänderungen („Lebensstil“, zum Beispiel gesundes Ess-
                          ­
                          verhalten) abzielen als auch Rahmenbedingungen für Gesundheit
                          („­ Verhältnisse“, zum Beispiel Selbstbehalte und Kostenbeiträge für
                          ­Gesundheitsleistungen) ansprechen.
                           Das Thema „Frauengesundheit“ ist so vielfältig, wie es die Einflussfak-
                           toren auf Gesundheit (Determinanten) und Frauen beziehungsweise
                           Frauengruppen selbst sind. Um diese Vielfalt zu illustrieren, haben wir
                           eine ­breite Palette an möglichen Frauengesundheitsthemen zusam-
                           mengestellt.6
                           Zu Ihrer Orientierung sind diese Themen jeweils einem der vier Be-
                           reiche für gesundheitsförderliche Maßnahmen zugeordnet, die Ihnen
                           bereits vom Gesundheitsland Kärnten vertraut sind: Ernährung, Bewe-
                           gung und körperliche Gesundheit, Sicherheit und soziales Wohlbefin-
                           den sowie seelisches Wohlbefinden. Die Auswahlmöglichkeiten sind als
                           ­Anregungen zu ­verstehen, eine vollständige Aufzählung aller Frauen-
                            gesundheitsthemen ist nicht das Ziel. Wie Sie sehen werden, können
                            einzelne ­Themenvorschläge mehreren Bereichen zugeordnet werden.
                            Das hängt von der Schwerpunktsetzung Ihrer Veranstaltung ab.

                  Die Auswahl der Themenstellungen und Festlegung der Zielgruppen hat we-
                  sentliche Auswirkungen auf die folgende Planung der Veranstaltungen.

                  6
                      Die Themenvorschläge entstammen den Gesundheitszielen Österreich, dem Aktionsplan Frauengesundheit,
                      dem Kärntner Gesundheitsbericht und dem Gender-Gesundheitsbericht, Schwerpunkt Gesundheit am Bei-
                      spiel Depression und Suizid (siehe Literatur- und Quellenangaben im Anhang).
Checkliste

Ernährung                                            Bewegung und körperliche
     Ernährung in unterschiedlichen                  Gesundheit
		   Lebensphasen                                    		   Schwimmen, Laufen, Nordic Walking,
                                                     		   Radfahren, Tanz
		   gesundes Essverhalten
                                                     		   Beweglichkeit und Mobilität im Alter
		   Nahrungsergänzungsmittel
                                                     		   Zyklus, Fruchtbarkeit
		   gesundheitskompetentes Konsum-
		   verhalten                                       		   gynäkologische Erkrankungen und
                                                     		   Operationen
		   Lebensmittelkennzeichnung und
		   Gesundheitskompetenz                            		   Beckenboden

		   Obst und Gemüse regional und ­		                		   Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
		   saisonal: Anbau, Verwendung                     		   Herzinfarkt

		   Allergien und Unverträglichkeiten               		   Blasenschwäche

		   ernährungsassoziierte ­Erkrankungen 		          		   Osteoporose
		   und Begleiterkrankungen (etwa Adipositas,
		   Bluthochdruck, Atherosklerose, metabolisches
		   Syndrom, Diabetes mellitus Typ 2)

		   Ernährung bei unterschiedlichen Erkrankungen    Sicherheit und soziales Wohl-
		   (etwa der Schilddrüse oder bei Neurodermitis)   befinden

                                                     		   barrierefreie Gesundheitsinformationen
		   Hochgewicht, Niedriggewicht
                                                          Selbstbehalte und Kostenbeiträge für
                                                     		   Gesundheitsleistungen

                                                     		   Krebsfrüherkennungsmethoden
Seelisches Wohlbefinden
                                                     		   Unfälle im Haushalt, Stolperfallen,
		   Stress und Entspannung                          		   Sturzprävention
		   Mehrfachbelastung und Entlastung                		   sicher unterwegs: Auto, E-Bike, zu Fuß
		   Frauenbilder, Geschlechterrollen
                                                     		   ungeplante Schwangerschaft, E­ mpfängnis-
		   Empowerment/(Selbst-)Ermächtigung               		   verhütung

		   Lust und Sexualität                             		   soziale Isolation, Einsamkeit

		   sexuelle Identitäten                            		   Trennungen und Trauerprozesse

		   Essstörungen                                    		   bezahlte und unbezahlte Fürsorgearbeit,
                                                     		   Einkommensunterschiede, Armut
		   Schlafstörungen und Erschöpfung
                                                     		   Gewalt gegen Frauen, Fluchterfahrung,
		   Depression und Angsterkrankung
                                                     		   Diskriminierung, Selbstverteidigung
		   Abhängigkeiten (etwa Medikamente)
		   und Suchterkrankungen
Checkliste für frauengerechte gesundheitsförderliche
Veranstaltungen in den „Gesunden Gemeinden“ Kärntens
In der Planungsphase werden Vortragende und              gerechte Zugangsmöglich­       keiten zu schaffen und
TrainerInnen ausgewählt, Veranstaltungsorte,             auf die Erfordernisse von den vorab konkretisier-
Termine und ­
­             Kosten der Veranstaltung fixiert so-       ten Zielgruppen wie Tageszeit, barrierefreie Räume,
wie die Bewerbung für die Veranstaltung gestartet.       ­Kinderbetreuung et cetera Rücksicht zu nehmen.
Nun geht es darum, die passenden Vortragenden             Die folgenden F ­ragen und Auswahlmöglichkeiten
für Ihre Gesundheitsveranstaltung zu finden, frauen-      sollen dabei behilflich sein.

2    Planung und
     Umsetzung:                Worauf muss ich bei der Auswahl von ReferentInnen und
                               TrainerInnen achten?
                               		    Die ReferentInnen und TrainerInnen sind für das ausgewählte Frauengesund-
                                     heitsthema qualifiziert.

                               		    Die ReferentInnen und TrainerInnen haben Erfahrungen mit dem ausgewählten
                                     Veranstaltungsformat (Vortrag, Kurs, Training).

                               		    Die ReferentInnen und TrainerInnen haben einen Überblick über die Angebote
                                     zum jeweiligen Thema in der Gesundheitslandschaft Kärntens.

                               		    Die ReferentInnen und TrainerInnen benützen eine geschlechtergerechte
                                     Sprache in Wort, Schrift und Bild.

                               		    Die ReferentInnen und TrainerInnen haben einen ganzheitlichen Gesund-
                                     heitsbegriff.

                               Was sollte bei der Gestaltung von f­ rauengerechten R
                                                                                   ­ ahmen-
                               ­bedingungen für die Veranstaltung (Ort, ­Termine, Kosten)
                                berücksichtigt werden?

                               		    Der Veranstaltungsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

                               		    Für Frauen mit geringer Mobilität oder aus schwer erreichbaren ­Wohngegenden
                                     werden Mitnahmemöglichkeiten über Nachbarschaftshilfe oder kostenfreie
                                     Shuttlebusse organisiert.

                               		    Beim Veranstaltungsort wird auf barrierefreie Zugänge für Frauen mit ein-
                                     geschränkter Mobilität oder Wahrnehmung geachtet, zum Beispiel Rollstuhl-
                                     rampen, großer Aufzug, gute Beleuchtung, gute Akustik, adäquate Sitzmög-
                                     lichkeiten, Toiletten.

                               		    Die Veranstaltungen sind zeitlich so geplant, dass sie auch von berufstätigen
                                     Frauen oder von Frauen mit Betreuungspflichten wahrgenommen werden
                                     können, zum Beispiel Abendveranstaltung für berufstätige Frauen.

                               		     Bei den Veranstaltungen wird kostenfreie Kinderbetreuung zur Verfügung
                                     ­gestellt.

                               		    Die Veranstaltungen sind möglichst kostenfrei besuchbar.

                               		    Bei Bedarf kann auch ein zweisprachiges Angebot, Dolmetsch und/oder
                                     ­Gebärdensprache angeboten werden.­
Checkliste

                                                                                        Empfehlung aus der Praxis

                               Gerade in COVID-19-Zeiten ist das Entdecken und Nutzen neuer Veranstaltungsorte wichtig. Parkanlagen
                               und Grünflächen bieten sich für Bewegungs- und Entspannungsangebote an (natürlich ­witterungsabhängig).
                               Aber auch Kultur- und ­Freizeitstätten wie Lehmkegelbahnen, Pavillons, Minigolfplätze oder Strand-
                               bäder können für Gesundheitsveranstaltungen in Betracht gezogen werden. Diverse Bewegungs- und
                               ­Entspannungsprogramme wie Laufen, Nordic Walking, Spazierengehen, Taiji, Yoga et cetera können als
                                Nachbarschaftsprojekte am Abend oder am Morgen in der naheliegenden Parkanlage organisiert werden.

 2   Planung und
     Umsetzung:                Wie sieht eine frauengerechte Bewerbung von gesundheitsförder-­
                               lichen Veranstaltungen aus? Worauf ist bei der ­Sprache zu achten?
                                         Bei der Bewerbung und Beschreibung Ihrer Gesundheitsveranstaltung
                                         werden die vorab konkretisierten Frauen beziehungsweise Frauengrup-
                                         pen explizit angesprochen.

                                         Die Bewerbung für die Gesundheitsveranstaltung ist g­ eschlechtergerecht
                                         formuliert, zum Beispiel Ansprache als „­Teilnehmerinnen“ (statt „Teilnehmer“).

                                         In der Bewerbung und Beschreibung Ihrer Gesundheitsveranstaltung wird
                                         auf Geschlechterklischees verzichtet; so sind zum Beispiel nicht alle F­ rauen
                                         automatisch Hausfrauen, nicht alle Frauen sind an Kochkursen und Natur-
                                         kosmetik, aber nicht an Sport wie Fußball interessiert.

                                         In der Bewerbung und Beschreibung Ihrer Gesundheitsveranstaltung wird
                                         auf abwertende und diskriminierende Darstellungen in Bild und Schrift
                                         verzichtet, zum Beispiel „humoristische“ Darstellung von Frauen mit
                                         Hoch- und Niedriggewicht.

                                         Sie bewerben Ihre Gesundheitsveranstaltung mit unterschied­lichen Inst-
                                         rumenten und an verschiedenen Orten (etwa Aushang im Lebensmittel-
                                         geschäft oder im Kindergarten).

                                         Sie haben für allfällige Rückfragen Kontaktmöglichkeiten (per Telefon und
                                         per E-Mail) in der Veranstaltungsinformation angegeben.

So: Ihrer frauengerechten Veranstaltung in der „Gesunden Gemeinde“ steht nun nichts mehr
im Wege!

Aufgrund der Planung und Vorbereitung haben Sie             veranstaltung frauengerecht zu leiten. Auch die in
ein für Frauen in ihrer Vielfalt attraktives Frauen-­       der Veranstaltung verwendeten Unterlagen sind für
gesundheitsthema ausgewählt sowie die für dieses            die Zielgruppen passend und geschlechtergerecht
Thema relevanten Frauenzielgruppen angespro-                formuliert. Die Ö
                                                                            ­ rtlichkeiten sind für alle Teilnehme-
chen und erreicht. Die TrainerInnen und Referent-           rinnen gut zu erreichen, die Zugänglichkeit ist bar-
Innen bringen das nötige fachliche und didaktische          rierefrei garantiert. Für besondere Wünsche, etwa
Know-how mit, um diese Gesundheitsförderungs-               Kinderbetreuung, haben Sie vorgesorgt.
Checkliste für frauengerechte gesundheitsförderliche
Veranstaltungen in den „Gesunden Gemeinden“ Kärntens
Um mehr über Wirkung und Qualität Ihrer Gesund-           sönlich (etwa am Ende der Veranstaltung durch die
heitsveranstaltungen zu erfahren, können Sie die          TrainerInnen oder ReferentInnen) oder schriftlich, zum
Teilnehmerinnen, aber auch die ReferentInnen be-          Beispiel mit einem kleinen Feedback-Bogen, abgefragt
ziehungsweise TrainerInnen um ein kurzes Feedback         und dokumentiert werden.
bitten. Erfahrungen und Zufriedenheit können per-
­

2   Feedback und
    Reflexion:                Die Teilnehmerinnen werden schriftlich oder mündlich um ihr
                              Feedback gebeten, zum Beispiel

                                     zur Relevanz oder Aktualität der Frauengesundheitsthemen,

                              		     welchen Nutzen sie durch die Teilnahme hatten,

                              		     zur Qualität der ReferentInnen oder TrainerInnen,

                              		     zur geschlechtergerechten Sprache in Wort, Schrift und Bild,

                              		     zu Veranstaltungsunterlagen und Equipment,

                              		     zu Ort und Zeit der Veranstaltung (Erreichbarkeit, Ausstattung, Kinderbetreuung),

                              		     ob mehr Frauengesundheitsveranstaltungen in der Gemeinde erwünscht sind,
                              		     und wenn ja, zu welchen Themen.

                              Die ReferentInnen oder TrainerInnen werden schriftlich oder
                              mündlich um ihr Feedback gebeten, zum Beispiel

                                     zur Qualität des Veranstaltungsortes und dessen Ausstattung,

                              		     zur Betreuung in der Planungs- und Umsetzungsphase durch die
                              		     Veranstalterin

                              		     und gegebenenfalls zu Verbesserungsvorschlägen.

Ziel der Veranstaltungsbewertung ist es, ­gelungene       Sportveranstaltungen generell frauen- beziehungs-
frauengerechte Veranstaltungen zu wiederholen             weise geschlechtergerecht(er) zu gestalten.
­beziehungsweise weniger gut gelungene in verbes-
 serter Form weiterzuführen.

Selbstverständlich können die Fragen und Hinweise               Wir hoffen, Ihnen mit diesem Leitfaden
der Checkliste auch dazu dienen, Gesundheits- und               Lust auf die Organisation spannender
                                                                frauengerechter Gesundheitsveranstal-­
                                                                tungen in Ihrer „Gesunden Gemeinde“ zu
                                                                machen!
Literatur und Quellen

Literatur

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Kon-     Kolip, Petra/Hurrelmann, Klaus (HgInnen) (2016), Handbuch

sumentenschutz (Hg.) (2019), Gender-Gesundheitsbericht,         Geschlecht und Gesundheit, Männer und Frauen im Vergleich,

Schwerpunkt Psychische Gesundheit am Beispiel Depression        2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Bern

und Suizid, Ergebnisbericht, Wien
                                                                Regitz-Zagrosek, Vera/Schmid-Altringer, Stefanie (2020),
Criado-Perez, Caroline (2020), Unsichtbare Frauen, Wie eine     Gendermedizin: Warum Frauen eine andere Medizin brauchen.
von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung igno-     Mit Praxistipps zu Vorsorge und Diagnostik, München
riert, München

Griebler, Robert/Winkler, Petra/Gaiswinkler, Sylvia/Bengough,
Theresa/Delcour, Jennifer/Juraszovich, Brigitte/Nowotny, Mo-
nika/Pochobradsky, Elisabeth/Schleicher, Barbara/Schmutte-
rer, Irene/Wachabauer, David (2017), Kärntner Gesundheits-
bericht 2016, Berichtszeitraum 2005–2014, Amt der Kärntner
Landesregierung, Klagenfurt

Quellen im Internet

Aktionsplan Frauengesundheit: https://www.sozialministeri-      Gute Gesundheitsinformationen Österreich: https://oepgk.at/
um.at/Themen/Gesundheit/Frauen--und-Gendergesundheit/           gute-gesundheitsinformation-oesterreich/
Aktionsplan-Frauengesundheit.html
                                                                Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO (Welt-
Fonds Gesundes Österreich – Glossar: https://fgoe.org/glossar   gesundheitsorganisation):   https://www.euro.who.int/__data/
                                                                assets/pdf_file/0006/129534/Ottawa_Charter_G.pdf
Gender Medicine an der Medizinischen Universität Innsbruck:
https://fgz.i-med.ac.at/                                        Aktuelle Informationen zu COVID-19-Einschränkungen bezie-
                                                                hungsweise Vorgaben hinsichtlich Veranstaltungsorganisation:
Gender Medicine an der Medizinischen Universität Wien:
https://www.meduniwien.ac.at/hp/gender-medicine/                Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Kon-
                                                                sumentenschutz: https://www.sozialministerium.at/Informatio-
Gesundheitsland Kärnten: http://www.gesundheitsland.at/
                                                                nen-zum-Coronavirus/Neuartiges-Coronavirus-(2019-nCov).

Gesundheitsziele Kärnten: https://www.gesundheitsfonds.at/      html

images/downloads/gesundheitsziele_kaernten.pdf
                                                                Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und

Gesundheitsziele Österreich: https://gesundheitsziele-oester-   Sport: https://www.bmkoes.gv.at/Themen/Corona/Häufig-ge-

reich.at/10-ziele/                                              stellte-Fragen-Sport-Veranstaltungen.html
Frauengesundheit ist unser Thema

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten unterstützt Frauen bei
einem selbstbestimmten, verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Ge-
sundheit.

Gesundheitsförderung und Prävention sind die A   ­ rbeitsfelder. Ver-
trauenswürdige Gesundheits-­   Informationen, regionale Veran-
staltungen, Publikationen, Orientierungshilfe, eine Leih-Bibliothek,
Expertisen und Fortbildungen für MultiplikatorInnen sowie Gesund-
heits-Beratungen sind die Angebote.

Höhere Gesundheitskompetenz bei den Anspruchsgruppen und mehr
gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Frauen sind die übergeord-
neten Ziele des Frauengesundheitszentrum Kärnten.

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten vertritt die gesundheitlichen
Interessen von Frauen in Gremien und übergeordneten Programmen
wie dem österreichischen „Aktionsplan Frauengesundheit“.
Diese gesellschaftspolitische und feministische Arbeit erfolgt im
Hinblick auf die sozialen Determinanten von Gesundheit, insbe-
sondere durch das Aufzeigen und Hinterfragen von traditionellen
­Geschlechtsrollenbildern, Geschlechterverhältnissen und strukturellen
 Benachteiligungen von Frauen und Mädchen.

Respekt für die Individualität und Vielfalt von „Frausein-Wie-Frau-
en-Sein-Wollen“ ist ein hoher Wert im Frauengesundheitszentrum
Kärnten.

                        Frauengesundheitszentrum
                        Kärnten GmbH
                        Völkendorfer Straße 23
                        9500 Villach
                        Tel.: 04242 – 53 0 55
                        fgz.sekretariat@fgz-kaernten.at
                        www.fgz-kaernten.at

                        Gefördert aus Mitteln des:
                        Landes Kärnten               und des Sozialministeriums
Dieser Leitfaden unterstützt:

• Die Gesundheitsziele Österreich und des Landes
   Kärnten: 2, 3, 8 und 9

				   Gesundheitliche Chancengerechtigkeit für
   		  alle Menschen in Österreich sicherstellen
  			   Gesundheitskompetenz der Bevölkerung
				    stärken

				    Gesunde und sichere Bewegung im Alltag
   		   fördern
				    Psychosoziale Gesundheit fördern

• Den Aktionsplan Frauengesundheit

                                            www.gesundheitsland.at
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