Bildungsplan 2016 Gymnasium - Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater Kursstufe 11/12 Beispiel 2 Juli 2016
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Bildungsplan 2016
Gymnasium
Beispielcurriculum für das Fach Landesinstitut
Literatur und Theater für Schulentwicklung
Kursstufe 11/12 Qualitätsentwicklung
Beispiel 2 und Evaluation
Schulentwicklung
und empirische
Bildungsforschung
Bildungspläne
Juli 2016Inhaltsverzeichnis Allgemeines Vorwort zu den Beispielcurricula .................................................................................. I Fachspezifisches Vorwort ............................................................................................................... II Literatur und Theater – Kursstufe 11/12 .......................................................................................... 1 1. Etappe: Grundlagen .................................................................................................................... 1 2. Etappe: Vertiefung und Erweiterung ............................................................................................ 6 3. Etappe: Schauspiel- und Theatertheorie - Stanislawski, Brecht und Co. ................................... 12 4. Etappe: COOLTOURS – Abenteuerreisen in die Theatergeschichte ......................................... 24 5. Etappe: Ortswechsel ................................................................................................................. 30 6. Etappe: „Auf großer Reise“ ....................................................................................................... 37
Allgemeines Vorwort zu den Beispielcurricula
Beispielcurricula zeigen eine Möglichkeit auf, wie aus dem Bildungsplan unterrichtliche Praxis wer-
den kann. Sie erheben hierbei keinen Anspruch einer normativen Vorgabe, sondern dienen viel-
mehr als beispielhafte Vorlage zur Unterrichtsplanung und -gestaltung. Diese kann bei der Erstel-
lung oder Weiterentwicklung von schul- und fachspezifischen Jahresplanungen ebenso hilfreich
sein wie bei der konkreten Unterrichtsplanung der Lehrkräfte.
Curricula sind keine abgeschlossenen Produkte, sondern befinden sich in einem dauerhaften Ent-
wicklungsprozess, müssen jeweils neu an die schulische Ausgangssituation angepasst werden
und sollten auch nach den Erfahrungswerten vor Ort kontinuierlich fortgeschrieben und modifiziert
werden. Sie sind somit sowohl an den Bildungsplan, als auch an den Kontext der jeweiligen Schule
gebunden und müssen entsprechend angepasst werden. Das gilt auch für die Zeitplanung, welche
vom Gesamtkonzept und den örtlichen Gegebenheiten abhängig und daher nur als Vorschlag zu
betrachten ist.
Der Aufbau der Beispielcurricula ist für alle Fächer einheitlich: Ein fachspezifisches Vorwort thema-
tisiert die Besonderheiten des jeweiligen Fachcurriculums und gibt ggf. Lektürehinweise für das
Curriculum, das sich in tabellarischer Form dem Vorwort anschließt.
In den ersten beiden Spalten der vorliegenden Curricula werden beispielhafte Zuordnungen zwi-
schen den prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen dargestellt. Eine Ausnahme stellen die
modernen Fremdsprachen dar, die aufgrund der fachspezifischen Architektur ihrer Pläne eine an-
dere Spaltenkategorisierung gewählt haben. In der dritten Spalte wird vorgeschlagen, wie die
Themen und Inhalte im Unterricht umgesetzt und konkretisiert werden können. In der vierten Spal-
te wird auf Möglichkeiten zur Vertiefung und Erweiterung des Kompetenzerwerbs im Rahmen des
Schulcurriculums hingewiesen und aufgezeigt, wie die Leitperspektiven in den Fachunterricht ein-
gebunden werden können und in welcher Hinsicht eine Zusammenarbeit mit anderen Fächern
sinnvoll sein kann. An dieser Stelle finden sich auch Hinweise und Verlinkungen auf konkretes
Unterrichtsmaterial.
Die verschiedenen Niveaustufen des Gemeinsamen Bildungsplans der Sekundarstufe I werden in
den Beispielcurricula ebenfalls berücksichtigt und mit konkreten Hinweisen zum differenzierten
Vorgehen im Unterricht angereichert.
IFachspezifisches Vorwort
Die vorliegenden Curricula stellen zwei Möglichkeiten des Aufbaus der prozess- und inhaltsbezo-
genen Kompetenzen unter Berücksichtigung der Leitperspektiven des Bildungsplans vor.
Im Zentrum des Unterrichts steht dabei das theaterpraktische Handeln.
Durch die Handlungs- und Prozessorientierung kommen jeweils mehrere Aspekte der verschiede-
nen Gestaltungsfelder zur Anwendung. Deren Reihenfolge und der Schwerpunkt des Kompe-
tenzerwerbs können im Rahmen des curricularen Aufbaus flexibel gesetzt werden.
Da auch Schülerinnen und Schüler mit wenig Theatererfahrung den Kurs besuchen, sollte anfangs
kleinschrittig gearbeitet werden. Im weiteren Arbeitsprozess werden neue Kompetenzen erworben
und bereits erworbene Kompetenzen geübt und vertieft. Dabei arbeiten die Schülerinnen und
Schüler zunehmend selbstständig.
Reflexion spielt in Form von Feedback, Spielanalyse und schriftlicher Rezension – auch ohne ex-
pliziten Verweis im Curriculum – durchgängig eine wichtige Rolle.
Neben der, auch selbst verfassten, Literatur kommt anderen Künsten sowie den individuellen Le-
benserfahrungen der Schülerinnen und Schüler als Spielvorlage oder -impuls besondere Bedeu-
tung zu. Verweise auf einzelne literarische Werke sind als Beispiele zu verstehen, die bei gleicher
oder anderer inhaltlicher Themenstellung ersetzt oder erweitert werden können.
Als wesentliches Element begleiten Theaterbesuche – wenn möglich zum aktuellen Kursthema
und/oder zu Theoriephasen – die Arbeit im Kurs.
Durch die Rezeption verschiedener Inszenierungen werden nicht nur theatergeschichtliche und -
theoretische Aspekte anschaulich, sondern auch Rezeptionsspektrum und Gestaltungsmöglichkei-
ten der Schülerinnen und Schüler erweitert. Sollte der Besuch von Theateraufführungen nur be-
dingt möglich sein, so können Aufzeichnungen geeigneter (Profi-)Inszenierungen zur Analyse her-
angezogen werden. Auch der Besuch von Amateur- oder Kursinszenierungen anderer Schulen
wird empfohlen.
Das eigene künstlerische Tun steht im Mittelpunkt der Kursarbeit. Der Aufführungsgedanke ist der
Kunstform Theater inhärent. Er kann in der Kursarbeit auf verschiedene Weise realisiert werden,
vom internen Setting im Unterricht bis hin zur öffentlichen Aufführung. Welche Varianten jeweils
zum Tragen kommen, bleibt individuell in die Verantwortung des Kurses und der Kursleitung ge-
legt.
IIDas Beispielcurriculum 2 stellt einen exemplarischen Weg durch die vier Kurshalbjahre auf der
Grundlage des Themas Die große Reise vor. Die vorgeschlagenen „Etappen“ hierbei:
- Erste Etappe: Grundlagen (7 Doppelstunden)
- Zweite Etappe: Vertiefung und Erweiterung (7 Doppelstunden)
- Dritte Etappe: Angewandte Schauspiel- und Theatertheorie – Stanislawski, Brecht und Co.
(bis zu 10 Doppelstunden)
- Vierte Etappe: „COOLTOURS“ – Abenteuerreisen in die Theatergeschichte (12 Doppel-
stunden)
- Fünfte Etappe (K2): Spiel an Orten (5 Doppelstunden)
- Sechste Etappe (K2): Projekt „Auf großer Reise“ (Anzahl der Doppelstunden variiert mit
Blick auf das Projekt und das Aufführungsziel)
Die ersten vier Etappen sind im ersten Kursjahr platziert. Ihre Reihenfolge ist mit Blick auf den in-
tendierten Kompetenzzuwachs der Schülerinnen und Schüler gewählt. Die jeweils vorgeschlagene
Anzahl der Doppelstunden einer Etappe kann durch Veränderungen in der Schwerpunktsetzung
variiert werden.
Im zweiten Jahr steht die Projektarbeit verstärkt im Vordergrund. Schon der Auftakt, die fünfte
Etappe, bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die im ersten Kursjahr erworbenen
Kenntnisse und Kompetenzen kreativ und spielerisch anzuwenden. Danach können die Schülerin-
nen und Schüler gemeinsam „auf große Reise“ gehen und mithilfe der beratend tätigen Lehrkraft
so selbständig wie möglich ein Theaterprojekt gestalten. Dabei können zwar einzelne von der
Lehrkraft gestaltete Lehrgänge den weiteren Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler un-
terstützen, in der Hauptsache aber entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Inszenierungs-
konzept und setzen es in der Probenarbeit zielgerichtet im Hinblick auf eine Aufführung um.
Denkbar sind sowohl der kreative Zugriff auf Methoden, Texte und Impulse des ersten Jahres als
auch das neue Entwickeln von Szenen oder eines Stücks oder der performative Zugriff auf die
Thematik. Möglicherweise entsteht eine Szenencollage, in der Geschichten vom Reisen auf die
Bühne gebracht, Gedichte inszeniert, biografische Geschichten gestaltet werden.
Aufführungen stellen den Höhepunkt der Projektarbeit, den Abschluss bilden die gemeinsame Re-
flexion und die Rückmeldungen der Mitschüler/-innen und der Lehrkraft.
Das Beispielcurriculum 1 trägt das Thema Begegnungen. Erläuterungen finden sich im Vorwort
zum Beispielcurriculum 1.
Lesehinweise für die Beispielcurricula
Die Spalte „Konkretisierung, Vorgehen im Unterricht“ stellt einen möglichen Unterrichtsverlauf dar
und zeigt einzelne Arbeitsschritte mit Hinweisen zur Umsetzung im Unterricht. Den jeweiligen
IIIEinheiten sind in den ersten beiden Spalten die jeweils hauptsächlich zum Tragen kommenden
inhaltsbezogenen und prozessbezogenen Kompetenzen zugeordnet.
Die Spalte „Ergänzende Hinweise, ...“ verweist exemplarisch auf Übungen, Anregungen, Links,
Material, Unterrichtstipps, Leitperspektiven etc. und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
IVBeispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Literatur und Theater – Kursstufe 11/12
1. Etappe: Grundlagen
ca. 7 Doppelstunden
In der ersten Unterrichtseinheit wird das Kursthema „Auf großer Reise“ in spielpraktischen Übungen, Improvisationen und Gestaltungsaufgaben konkretisiert.
Durch den produktiven Umgang mit Literatur und durch vielfältige Spielimpulse erwerben die Schülerinnen und Schüler in mehreren Bereichen die Grundlagen
ihrer erfolgreichen Arbeit.
So erwerben die Schülerinnen und Schüler in gezielt gestalteten Probe- und Anwendungsphasen grundlegende schauspielerische Kompetenzen. In Informati-
onsphasen und durch spielpraktische Übungen lernen sie theatrale Mittel und Zeichen kennen. Das selbständige, kreative Anwenden und Präsentieren sowie
das Reflektieren des Erspielten sind dabei durchgängige Arbeitsprinzipen des Unterrichts.
Zu den Grundlagen für die weitere erfolgreiche Arbeit gehört auch die Entwicklung von Spielfreude und der Bereitschaft, sich unabhängig von den mitgebrachten
Fertigkeiten auf die besondere Arbeitsweise des Faches einzulassen. Dabei hilft eine bewusst gestaltete Arbeitsatmosphäre ebenso wie das spielerische, „ande-
re“ Kennenlernen der Mitschülerinnen und Mitschüler und die Etablierung von Regeln und Ritualen.
Konkretisierung, Ergänzende Hinweise, Arbeitsmittel,
Prozessbezogene Kompetenzen Inhaltsbezogene Kompetenzen
Vorgehen im Unterricht Organisation, Verweise
Die Schülerinnen und Schüler können 1. „Auf großer Reise“: In den einzelnen Doppelstunden sind
2.1 Theaterästhetische Grundlagen 3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper Das Fach und die Mitwirkenden oft vier Phasen von Bedeutung:
Die Schülerinnen und Schüler setzen Die Schülerinnen und Schüler nehmen kennenlernen - eine mit Blick auf das
theaterbezogene Grundkenntnisse in Übungen den eigenen Körper wahr, Übungen zum Kennenlernen, Spiel mit Stundenthema und die
und -fertigkeiten gezielt ein. […] Sie entwickeln und erproben körperliche ersten theatralen Mitteln (P), Gestaltungsaufgabe gelenkte
entwickeln die Fähigkeit der ästheti- Ausdrucksmöglichkeiten im Kursinhalte und Notentransparenz (I), „Probephase mit Warm-up“ (P), in
schen Wahrnehmung und Gestaltung Zusammenspiel mit anderen und Gespräche zu LuTh und zum Thema der die Schülerinnen und Schüler
in Bezug auf eigenes und fremdes kommen damit zu einer klaren Reisen (R) schauspieltechnische Methoden
theatrales Handeln. Bühnenpräsenz. Sie unterscheiden 2. „Die Reise beginnt“: ausprobieren, spielen,
1Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Die Schülerinnen und Schüler können zwischen dem Realen, dem eigenen Theater spielen und auftreten improvisieren, üben,
1. die Bedeutung und Wirkung theat- Selbst, und dem Fiktionalen, der Figur Übungen, u. a. zur Haltung und zum - eine Informationsphase (I), in der
raler Mittel (zum Beispiel Körper, und ihrer Rolle. Spiel mit anderen, Wiederholung und die Schülerinnen und Schüler
Sprache, Stimme, Raum) bewusst kleine Erweiterung theatraler Mittel u.a. Orientierungswissen erwerben, das
wahrnehmen […] 3.1.1.4 Gestaltungsfeld Zeit „Zeit“ (P, darin I), Gestaltung eines wie die theaterbezogenen
3. dramatische Literatur und Texte Die Schülerinnen und Schüler erzielen ersten Auftritts (A) mit viel Applaus (R)! Fertigkeiten in der folgenden
anderer Art im Hinblick auf eine theat- durch die bewusste 3. „Auf Reisen gehen:“ - Anwendungsphase (A) das
rale Umsetzung analysieren Gestaltung von Zeit unterschiedliche Arbeit am Ausdrucksvermögen selbständige, kreative und
4. Grundkenntnisse und -fertigkeiten Wirkungen. Die Schülerinnen und Übungen, u.a. zum Ausdruck, zunehmend gezielte und reflektierte
in theaterspezifischen Bereichen […] Schüler können Wiederholung und Erweiterung Gestalten ermöglicht,
in der praktischen Arbeit nutzen (1) Mittel der Zeitgestaltung […] theatraler Mittel (P, darin I) - eine Reflexionsphase (R), in der
5. ein angemessenes Fachvokabular anwenden und ihre jeweiligen Gestaltung einer „Diashow“ (A) ausgehend von der Präsentation
zur Beschreibung und Bewertung the- Wirkungen in Spielsituationen Präsentation, auch erste über das Spiel und den
atraler Vorgänge einsetzen. […] reflektieren […] Feedbackregeln (R) inszenatorischen Zugriff auf
Literatur nachgedacht und
2.2 Theaterästhetische Gestaltung 3.1.1.3 Gestaltungsfeld Raum 4. „Zugauskunft“: Inszenierung gesprochen wird.
Die Schülerinnen und Schüler ver- Die Schülerinnen und Schüler eines Minidramas
wenden theatrale Mittel gezielt und analysieren und gestalten das Spiel im Übungsschwerpunkt „Raum“ (P, darin Zum Beispiel:
reflektiert zur Lösung [komplexer] Ge- Raum im Hinblick auf seine Wirkung I), Gestaltung eines Minidramas unter Probephase mit Warm-up
staltungsaufgaben. […] hin. Die Schülerinnen und Schüler besonderer Berücksichtigung des Anfangsritual - Begrüßung im Kreis und
Die Schülerinnen und Schüler können können Raumverhaltens (A), Präsentationen Ballspiel - Theatrales Mischpult mit
1. […] eigene Szenen und Figuren (1) die unterschiedlichen Wirkungen mit Feedback (R) Schwerpunkt „Raum“ darin:
gestalten und dabei theatrale Zeichen von Räumen wahrnehmen Informationsphase 9 Felder / Aktion
zielgerichtet (2) die Spielmöglichkeiten von Raum 5. „Nichts wie weg“: und Reaktion
einsetzen […] nutzen Figuren gestalten Anwendungsphase Gestaltung eines
3. Konzepte für Szenen entwerfen und (3) durch ihre innere Vorstellungskraft Übungsschwerpunkt „Figuren mit Minidramas (Textgrundlage: P.
2Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
realisieren […] und ihr körperliches Spiel im realen Emotion und Status“ (P, darin I zu Handke, Zugauskunft) unter
5. ensemble- und projektorientiert ar- Raum imaginäre Räume gestalten […] Statusverhalten, K. Johnstone), besonderer Berücksichtigung des
beiten, dabei Sichtweisen und Impulse (5) Positionen im Raum bewusst Gestaltung einer Szene aus „Tschick“ Raumverhaltens
anderer konstruktiv einsetzen […] unter besonderer Berücksichtigung der Reflexionsphase Präsentationen mit
verarbeiten. Figurengestaltung (A), Präsentationen Feedback
3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper mit Feedback (R) Abschluss: Selbsteinschätzung
2.3 Theaterästhetische Kommunika- Die Schülerinnen und Schüler können Kompetenzerwerb
tion (1) Mimik, Gestik, Proxemik, Haltung 6. Vom Text auf die Bühne,
Die Schülerinnen und Schüler […] und Bewegung gezielt einsetzen, um zum Beispiel „Tschick“ Der Schwerpunkt der gemeinsamen
begreifen Reflexion und Feedback als theatrale Figuren und Je nach Möglichkeit: Besuch einer Arbeit kann in unterschiedlichen
Chance, eigene Gestaltungs- Situationen, auch mit Status und Arbeitsprobe und Gespräche – Besuch Phasen liegen, Probe- und
möglichkeiten zu erweitern. Emotionen, zu gestalten einer Aufführung und Gespräche – Informationsphase können in der
Die Schülerinnen und Schüler können (2) in szenischen Improvisationen Unterrichtliche Erarbeitung via Medien Abfolge unterschiedlich positioniert
1. das eigene Spiel und die eingesetz- diese körperlichen Ausdrucksformen im und spielpraktischen Übungen sein.
ten theatralen Mittel im Hinblick auf Zusammenspiel anwenden und ihre
ihre Wirkung sowohl auf Mitspieler als Wirkung reflektieren 7. Inszenieren einer Szene, zum Anmerkung zur Bedeutung von
auch auf ein Publikum reflektieren […] Beispiel „Tschick“ Feedback:
3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung Elemente szenischer Gestaltung (I), Präsentationen sollten prinzipiell mit
literarischer und nicht-literarischer spielerische Wiederholung theatraler Feedback und Gesprächs- /
Texte Mittel mit „Mischpult“ (P), Gestaltung Reflexionsphase verbunden sein. Das
Als Ausgangspunkt und Grundlage für einer Szene nach Romanvorlage Feedback kann dabei in drei Schritten
eine Theaterproduktion dienen Texte (A),Präsentation mit Feedback, erfolgen:
aller Art, vor allem auch literarische schriftliches Fixieren der Szene als 1. Beobachtung: Was sehe/höre ich?
Texte, die durch die dramaturgische „Regiebuchfassung“ (R/HA) 2. Wirkung: Wie wirkt das, was ich sehe
Arbeit für die Bühne nutzbar gemacht und höre auf mich?
werden. In der Gestaltung wird ein 3. Bestärkung und Empfehlung:
3Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
angemessenes Textverständnis Welche wahrgenommenen Momente,
dokumentiert. Die Schülerinnen und Ideen usw. bestärke ich? („Magic
Schüler können Moment“)
(1) literarische Texte verschiedener Welche Weiterentwicklungs- und / oder
Gattungen erschließen, Möglichkeiten Veränderungsmöglichkeiten empfehle
zu ihrer szenischen Umsetzung ich?
erkennen […]
Mögliche Textgrundlagen auf dieser
Etappe:
J. und W. Grimm,
Auf Reisen gehen.
Peter Handke, Zugauskunft.
W. Herrndorf, Tschick.
L PG Bewegung und Entspannung
L PG Wahrnehmung und Empfindung
L BTV Formen von Vorurteilen,
Stereotypen, Klischees
MB Produktion und Präsentation
Links zu Theater-/Spielübungen:
- http://www.theater-in-der-
schule.de/spieluebungen/Spieluebunge
n fuer Theatergruppen.pdf
- http://www.schule-
4Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
bw.de/unterricht/faecher/literatur/
-http://improwiki.com/de/wiki/
improtheater/aufwaermspiele
- http://www.schule.at/portale/
darstellendes-
spiel/unterricht/uebungen-spiele.html
5Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
2. Etappe: Vertiefung und Erweiterung
ca. 7 Doppelstunden
In der zweiten Unterrichtseinheit wird das Kursthema „Auf großer Reise“ weiter spielerisch konkretisiert und variiert. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler
verschiedene auf Stanislawski zurückgehende Methoden und Übungen kennen - ohne sich hier mit Stanislawskis Schauspiel- und Theatertheorie ausführlich und
explizit auseinanderzusetzen - und vertiefen und erweitern ihre schauspielerische Kompetenz.
Die Schüler/-innen erproben die Einsatzmöglichkeiten weiterer theatraler Mittel.
Durch den Besuch von Aufführungen und durch die kriteriengeleitete Rezeption schulen die Schülerinnen und Schüler ihre Wahrnehmungsfähigkeit und erwei-
tern ihr Orientierungswissen.
Konkretisierung, Ergänzende Hinweise, Arbeitsmittel,
Prozessbezogene Kompetenzen Inhaltsbezogene Kompetenzen
Vorgehen im Unterricht Organisation, Verweise
Die Schülerinnen und Schüler können 1. Inszenieren einer Szene II: zum Anmerkung zu
2.1 Theaterästhetische Grundlagen 3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper Beispiel „Tschick“ „Regiebuchfassung“:
Die Schülerinnen und Schüler setzen Die Schülerinnen und Schüler nehmen Spielerische Wiederholung und kleine Ein sogenannte Regiebuch enthält auf
theaterbezogene Grundkenntnisse in Übungen den eigenen Körper wahr, Erweiterung theatrale Mittel mit der linken Seite den (dialogischen) Text
und -fertigkeiten gezielt ein. […] Sie entwickeln und erproben körperliche „Mischpult“ (P), Schülergespräche: und ggf. auch kurze Hinweise für die
entwickeln die Fähigkeit der Ausdrucksmöglichkeiten im unsere Regiebuchfassung (I), Schauspieler zum Beispiel zur Spiel-
ästhetischen Zusammenspiel mit anderen und Gestaltung / Weiterarbeit an einer oder Sprechweise oder zur Position, auf
Wahrnehmung und Gestaltung in kommen damit zu einer klaren Szene nach Romanvorlage (A), der rechten Seite eventuelle längere
Bezug auf eigenes und fremdes Bühnenpräsenz. Sie unterscheiden Präsentationen mit Feedback, Hinweise, Anweisungen für Licht, Ton /
theatrales Handeln. zwischen dem Realen, dem eigenen Schriftliches Fixieren der Szene als Musik, Einsatz von Requisiten etc. Auf
Die Schülerinnen und Schüler können Selbst, und dem Fiktionalen, der Figur Regiebuchfassung (R/HA) einem separaten Blatt können
1. die Bedeutung und Wirkung und ihrer Rolle. grundsätzliche Inszenierungs-
theatraler Mittel (zum Beispiel Körper, 1b. Aufführungsbesuch, zum überlegungen und / oder das Bühnenbild
Sprache, Stimme, Raum) 3.1.1.4 Gestaltungsfeld Zeit Beispiel „Tschick“ skizziert werden. Die im Unterricht
6Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
bewusst wahrnehmen […] Die Schülerinnen und Schüler erzielen Je nach Möglichkeit: Besuch einer gefundenen Kategorien und getroffenen
3. dramatische Literatur und Texte durch die bewusste Aufführung oder Gespräch mit Vereinbarungen können zur Grundlage
anderer Art im Hinblick auf eine Gestaltung von Zeit unterschiedliche Regisseur / Dramaturg / der vorgeschlagenen Klausur (vgl. 6.
theatrale Umsetzung analysieren Wirkungen. Theaterpädagoge oder Unterrichtliche Klausur: Gestalten einer Szene) werden.
4. Grundkenntnisse und -fertigkeiten Die Schülerinnen und Schüler können Erarbeitung via Medien und - http://ww.schule-
in theaterspezifischen Bereichen […] (1) Mittel der Zeitgestaltung […] spielpraktischen Übungen bw.de/unterricht/faecher/literatur/
in der praktischen Arbeit nutzen anwenden und ihre jeweiligen methodikunddidaktik/unterrichtsk
5. ein angemessenes Fachvokabular Wirkungen in Spielsituationen 2. „Ein Stock ist ein Vogel ist ein onzepte/improvisation-mit
zur Beschreibung und Bewertung reflektieren […] Steuerrad…“: Spiel mit Requisit requisit.pdf
theatraler Vorgänge einsetzen. […] Gespräch über die Inszenierung - - http://www.angewandte-
3.1.1.3 Gestaltungsfeld Raum Theaterkritik (s.o.) (R1),Übungen u. a. theaterforschung.de/8-raum-und
2.2 Theaterästhetische Gestaltung […] Die Schülerinnen und Schüler zur Imaginationsfähigkeit (vgl. zeit-tutorial-zum-kursbuch-
Die Schülerinnen und Schüler analysieren und gestalten das Spiel im Stanislawski) (P), darin theater-machen/
verwenden theatrale Mittel gezielt und Raum im Hinblick auf seine Wirkung Informationen zur Funktion (und
reflektiert zur Lösung [komplexer] hin. Polyfunktionalität) von Requisiten (I), L MB Produktion und Präsentation
Gestaltungsaufgaben. […] Die Schülerinnen und Schüler können Gestaltung einer kl. Szene unter L PG Wahrnehmung und Empfindung
Die Schülerinnen und Schüler können (1) die unterschiedlichen Wirkungen Verwendung von Requisiten (A),
1. […] eigene Szenen und Figuren von Räumen wahrnehmen Präsentationen mit Feedback (R2) Mögliche Textgrundlagen auf dieser
gestalten und dabei theatrale Zeichen (2) die Spielmöglichkeiten von Raum Etappe:
zielgerichtet […] nutzen 3. Besuch der Generalprobe W. Herrndorf, Tschick.
einsetzen (3) durch ihre innere Vorstellungskraft Je nach Möglichkeit: Besuch einer Hilde Domin., Ziehende Landschaften.
3. Konzepte für Szenen entwerfen und und ihr körperliches Spiel im realen Arbeitsprobe / Haupt- oder Hans Adolf Halbey, Urlaubsfahrt.
realisieren […] Raum imaginäre Räume gestalten […] Generalprobe und Gespräche – Joachim Ringelnatz, Abschied der
5. ensemble- und projektorientiert (5) Positionen im Raum bewusst Besuch einer Aufführung und Seeleute.
arbeiten, dabei Sichtweisen und einsetzen […] Gespräche
Impulse anderer konstruktiv 4. „Und das war der Moment, in Anmerkung zur Rezeption von
7Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
verarbeiten. 3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper dem…“: Szenische Gestaltung Inszenierungen:
Die Schülerinnen und Schüler können nach Bildimpuls Zur Beschreibung und Bewertung
2.3 Theaterästhetische (1) Mimik, Gestik, Proxemik, Haltung W-Fragen (nach Stanislawski) einzelner theatraler Vorgänge oder
Kommunikation und Bewegung gezielt einsetzen, um Auswahl einer Situation / einer Figur ganzer Inszenierungen notwendige
Die Schülerinnen und Schüler […] theatrale Figuren und nach Bild / Postkarten-fotographie (I), Kategorien und Fachbegriffe können
begreifen Reflexion und Feedback als Situationen, auch mit Status und Übung u. a. zur Körperisolation und nicht vorausgesetzt werden. Der Besuch
Chance, eigene Gestaltungs- Emotionen, zu gestalten Freeze, von Theateraufführungen bietet Anlass,
möglichkeiten zu erweitern. (2) in szenischen Improvisationen Geleitete Improvisation (P), die bisher erworbenen Grundkenntnisse
Die Schülerinnen und Schüler können diese körperlichen Ausdrucksformen im Gestaltung eines inneren Monologs - zu klären und zu vertiefen, die Rezeption
1. das eigene Spiel und die Zusammenspiel anwenden und ihre Gestaltung einer Szene nach der Inszenierungen schafft die
eingesetzten theatralen Mittel im Wirkung reflektieren […] Bildimpuls (A), Präsentationen mit Möglichkeit diese zu erweitern.
Hinblick auf ihre Wirkung sowohl auf Feedback (R), Verfassen eines
Mitspieler als auch auf ein Publikum 3.1.1.5 Gestaltungsfeld Requisit, „Minidramas“ auf der Basis des L BTV personale und gesellschaftliche
reflektieren […] Kostüm, Maske Improvisationsergebnisses (HA) Vielfalt
Die Schülerinnen und Schüler können L PG Wahrnehmung und Empfindung
(1) den Zeichencharakter von Requisit 5. „Und das war der Moment, in L VB Qualität der Konsumgüter
und Kostüm reflektieren und dabei dem…“: Spiel nach eigenen Texten
zwischen realistischem und (vgl. HA oben) Anmerkung zu 2./7.:
verfremdendem Umgang damit Von der Idee auf die Bühne: Kleinere Atem-, Stimm- oder
unterscheiden Intendant, Dramaturg, Regisseur, Sprechübungen haben schon vor 2./7.
(2) Requisiten und Kostüme zur Schauspieler und Co. - Die selbst ihren Platz in verschiedenen
Charakterisierung von Figuren, verfassten Minidramen (Auswahl) (I), „Probenphasen mit Warm-up“. Hier wird
Situationen und Stimmungen einsetzen Übungsschwerpunkt Rollenarbeit jetzt neu der Schwerpunkt darauf gelegt
[…] (nach Stanislawski) (P), Arbeit an der und durch Informationen zur Atmungs-,
(4) mit Requisit und Kostüm sowie Szene (A), Präsentationen mit Stimm- und Sprechthematik ergänzt.
gegebenenfalls Maske und Material als Feedback (R) Folgende Stunden vertiefen punktuell.
8Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Spielimpulsen improvisieren
(5) die Wechselbeziehungen von 6. Klausur: Gestalten einer Szene L PG Wahrnehmung und Empfindung
Requisit, Kostüm und anderen (Regiebuchfassung) L PG Bewegung und Entspannung
theatralen Zeichen reflektieren L MB Medienanalyse
7. „Urlaubsfahrten und andere L BTV Formen von Vorurteilen,
3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung Katastrophen“: Szenische Stereotypen, Klischees
literarischer und nicht-literarischer Gestaltung eines Gedichtes
Texte Übungsschwerpunkt Atmung, Stimm- Link zu Sprechübungen:
[…] Die Schülerinnen und Schüler und Sprechübungen (P), darin - http://www.theater-in-der-
können Informationen zu Atmung, Stimme, schule.de/index.php/spieluebung
(1) literarische Texte verschiedener Sprechen (I), szenische Gestaltung en/sprechuebungen
Gattungen erschließen, Möglichkeiten eines Gedichts (A),
zu ihrer szenischen Umsetzung Links zu choreographischen und
Präsentationen mit Feedback (R)
erkennen […] chorischen Elementen:
- http://improwiki.com/de/wiki/impro
3.1.1.2 Gestaltungsfeld Atem, theater/choreographie-uebung
Stimme, Sprache - http://www.schule-
Die Schülerinnen und Schüler können bw.de/unterricht/faecher/literatur/
(1) Atem-, Stimm- und Sprechtechnik methodikunddidaktik/unterrichtsk
funktional und gestalterisch anwenden onzepte/chorische-uebungen.pdf
(2) Sprache mit klarer Artikulation
variabel in Lautstärke, Betonung und
Tempo einsetzen
(3) Alltagssprache von gestalteter
Sprache unterscheiden
(4) den Zusammenhang zwischen
9Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Sprechinhalt, -weise und -absicht
sowie Körperausdruck beschreiben
3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung
literarischer und nicht-literarischer
Texte
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) literarische Texte verschiedener
Gattungen erschließen, Möglichkeiten
zu ihrer szenischen Umsetzung
erkennen und diese
Umsetzungsmöglichkeiten hinsichtlich
ihrer Bühnentauglichkeit und ihrer
Textangemessenheit beurteilen
3.1.4.3 Gestaltungsfeld Analyse und
Reflexion von Theateraufführungen
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) einzelne Gestaltungselemente einer
Inszenierung (zum Beispiel Raum-,
Zeit-, Figurengestaltung)
nennen, erläutern und im Hinblick auf
ihre Funktion reflektieren
(2) unterschiedliche Theaterformen und
Inszenierungsansätze analysieren und
im Hinblick auf das
10Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
zugrunde liegende Textverständnis
beurteilen
11Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
3. Etappe: Schauspiel- und Theatertheorie – Stanislawski, Brecht und Co.
ca. 4-10 Doppelstunden
Die Schülerinnen und Schüler lernen im ersten Teil dieser Einheit zum ersten Mal das „Reisen mit COOLTOURS“ und darin die Schauspiel- und Theatertheorie
Stanislawskis und Brechts kennen (zur Fortführung vom antiken Theater bis in die Gegenwart: vgl. „Vierte Etappe“). Dabei können sie auf dieser „ersten Reise“
auf verschiedene ihnen bereits aus den vorausgegangenen Stunden bekannte Techniken der Schauspiellehre Stanislawskis zurückgreifen.
Die Schülerinnen und Schülererproben wesentliche Elemente des „Systems“ und des „Epischen Theaters“ in spielpraktischen Übungen und eigenen szenischen
Präsentationen.
Im zweiten Teil dieser Einheit (5. bis 10. Doppelstunde) erweitern die Schülerinnen und Schüler auf der Basis dieser Schauspiel- und Theatertheorien ihr Orien-
tierungswissen um verschiedene Kompositionsmethoden und insgesamt ihr Repertoire inszenatorischer Zugriffe auf Literatur durch eigenes Gestalten und Refle-
xion. Je nach Interesse, Absicht und oder Möglichkeit kann in diesen Stunden der Schwerpunkt auf der ästhetischen Wahrnehmung und Gestaltung eigener sze-
nischer Arbeit oder auf der Wahrnehmung und Reflexion fremden theatralen Handelns liegen.
Konkretisierung, Ergänzende Hinweise, Arbeitsmittel,
Prozessbezogene Kompetenzen Inhaltsbezogene Kompetenzen
Vorgehen im Unterricht Organisation, Verweise
Die Schülerinnen und Schüler können 1. Eine Probe mit… Konstantin Mögliche Textgrundlagen auf dieser
2.1 Theaterästhetische Grundla- Stanislawski Etappe:
3.1.1.0 Theaterpraktische Arbeit:
gen Wiederholung einiger Übungen Bertolt Brecht,
Schauspiel
Die Schülerinnen und Schüler setzen Spannung und Entspannung – Die Dreigroschenoper.
[…] Mittels verschiedener schauspiel-
theaterbezogene Grundkenntnisse Konzentration - Vorstellungskraft Franz Kafka, Der Steuermann.
technischer Methoden erwerben die
und -fertigkeiten gezielt ein. Sie be- Improvisation: Reisen mit Wilfrid Grote, Der Anfang vor dem
Schülerinnen und Schüler schauspieleri-
herrschen ein angemessenes Reper- COOLTours… nach Moskau! (P) Ende.
sche Kompetenz und erweitern sie. […]
toire inszenatorischer Zugriffe auf Vortrag des „Reiseleiters“: Theater- Aldous Huxley, Schöne Neue Welt.
Literatur, andere Texte und Quellen und Schauspieltheorie Stanislawskis
und reflektieren deren Anwendung 3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper (I), Weitere Übungen zu Anmerkung:
eigenständig. Sie entwickeln die Fä- Vorstellungskraft -Einfaches und Wenn man diesem Beispielcurriculum
Die Schülerinnen und Schüler nehmen in
higkeit der ästhetischen magisches Als-ob - drei Kreisen der folgt, so liegen die Doppelstunden 3./3.
Übungen den eigenen Körper wahr,
Wahrnehmung und Gestaltung in Aufmerksamkeit – Emotionales und und 3./4. im Januar; sie eignen sich gut
12Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Bezug auf eigenes und fremdes the- entwickeln und erproben körperliche motorisches Gedächtnis - W-Fragen für Feedbackgespräche, die u.a. in der
atrales Handeln. Ausdrucksmöglichkeiten im Zusammen- (P2), Gespräche der Reisenden (R) Anwendungsphase platziert werden
Die Schülerinnen und Schüler kön- spiel mit anderen und kommen damit zu können.
nen einer klaren Bühnenpräsenz. Sie unter- 2. Eine Probe mit… Bertolt Brecht
1. die Bedeutung und Wirkung theat- scheiden zwischen dem Realen, dem Übungen nach Brecht - Improvisation: L PG Wahrnehmung und Empfindung
raler Mittel (zum Beispiel Körper, eigenen Selbst, und dem Fiktionalen, der Reisen mit COOL’Tours… nach L BTV personale und gesellschaftliche
Sprache, Stimme, Raum) Figur und ihrer Rolle. Augsburg, Berlin, Hollywood, Berlin! Vielfalt
bewusst wahrnehmen (P), Vortrag des „Reiseleiters“: Brechts
2. sich auf offene Prozesse und Ex- Episches Theater (I),
Die Schülerinnen und Schüler können
perimente einlassen (zum Beispiel Verfremdungseffekte – (Straßen-)
Improvisationen, performatives (1) Mimik, Gestik, Proxemik, Haltung und Szene: Eine Probe mit Brecht (A),
Spiel) Bewegung gezielt einsetzen, um theatra- Gespräche der Reisenden (R)
3. dramatische Literatur und Texte le Figuren und
anderer Art im Hinblick auf eine the- Situationen, auch mit Status und Emoti- 3. Eine Probe mit…
atrale Umsetzung analysieren onen, zu gestalten Konstantin Stanislawski und Bertolt
4. Grundkenntnisse und -fertigkeiten Brecht
(2) in szenischen Improvisationen diese
in theaterspezifischen Bereichen Kafka, Der Steuermann:
körperlichen Ausdrucksformen im Zu-
(zum Beispiel Kenntnisse von Thea- Regieüberlegungen nach Stanislawski
sammenspiel anwenden
terformen, Schauspiel, Dramaturgie, und Brecht (I, geht über in
Inszenierung) in der praktischen Ar- und ihre Wirkung reflektieren gemeinsame P), Übungen nach
beit nutzen (3) Text und Körpersprache aufeinander Stanislawski und Brecht (P mit Blick
5. ein angemessenes Fachvokabular abgestimmt einsetzen und einfache cho- auf A), Szenische Gestaltung nach
zur Beschreibung und Bewertung reographische Stanislawski bzw. Brecht (A),
theatraler Vorgänge einsetzen: Präsentationen mit Feedback (R)
Elemente anwenden
6. das Theater mit seinen 4. „Ich muss fort!“ L VB Umgang mit eigenen Ressourcen
Besonderheiten von anderen, auch (4) akustische Impulse (Musik, Geräu- Inszenierung eines Minidramas nach
13Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
medialen, Kunstformen abgrenzen sche, Sprache) in Verbindung mit kör- Stanislawski und Brecht Link zur Probenarbeit:
perlichem Ausdruck nutzen Übungen nach Stanislawski und Brecht - http://www.theaterwerkstattheid
2.2 Theaterästhetische Gestaltung (P), „ Der Anfang vor dem Ende“ elberg.de/uploadverzeichnisse/d
Die Schülerinnen und Schüler ver- (szenisches Lesen, I), Szenische ownloads/tw info 15 proben
3.1.1.4 Gestaltungsfeld Zeit
wenden theatrale Mittel gezielt und Gestaltung nach Stanislawski bzw. gestalten.pdf
reflektiert zur Lösung komplexer Ge- Die Schülerinnen und Schüler können Brecht (A),Präsentationen mit
staltungsaufgaben. (1) Mittel der Zeitgestaltung (zum Bei- Feedback (R) Links zur Theatergeschichte:
Sie gehen dabei über ein „rein realis- spiel Tempo, Pause, Rückblende, Wie- - http://www.theater-info.de/
tisches" Spiel hinaus. derholung) anwenden und 5. Eine Reise in die „Schöne neue - http://www.planet-
Die Schülerinnen und Schüler kön- Welt“ wissen.de/kultur/theater/deutsch
ihre jeweiligen Wirkungen in Spielsituati-
nen Ausgangssituation, skizzenhafter Plot es theater achtzehntes und
onen reflektieren
1. ausgehend von eigenen Ideen, und Figuren (I), neunzehntesjahrhundert/index.h
literarischen und nicht-literarischen (2) das eigene Spiel rhythmisiert gestal- Handlungsmöglichkeiten, tml
Texten und anderen, auch medialen ten und dadurch den Spannungsbogen Improvisationen (P), Improvisationen:
Impulsen eigene Szenen und Figu- einer Szene entwickeln Begegnungen in der schönen Neuen
ren gestalten und dabei theatrale (3) Erzählzeit und erzählte Zeit auf der Welt (A), Präsentationen mit Feedback
Zeichen zielgerichtet einsetzen Bühne mit künstlerischen Mitteln umset- (R)
2. dabei den Unterschied zwischen zen
Zeichenhaftigkeit und Performativität 6. Eine Reise in die „Schöne neue
beziehungsweise Repräsentation Welt“, zweiter Teil
und Präsenz erkennen 3.1.1.5 Gestaltungsfeld Requisit, Kos- Begehung der inneren und äußeren
3. Konzepte für Szenen entwerfen tüm, Maske Zone, Übungs-schwerpunkt mit Blick
und realisieren und bei der Erarbei- Die Schülerinnen und Schüler können auf verschiedene Kompositions-
tung einer Aufführung Kenntnisse methoden (P), Kompositions-methoden
(3) Maske […] im Hinblick auf ihre Wir-
und Fertigkeiten in den Bereichen wie Steigerung, Wiederholung,
kung und Einsatz-möglichkeiten analy-
Dramaturgie und Inszenierung an- Verdichtung (I1)Text (Auszüge) (I2),
14Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
wenden sieren Szenische Gestaltung (A),
4. Ergebnisse bis zur Präsentations- Präsentationen /
(4) mit […] Maske […] als Spielimpulsen
reife überarbeiten Werkstattzwischenergebnisse mit
improvisieren
5. ensemble- und projektorientiert Feedback (R)
(5) die Wechselbeziehungen von Requi-
arbeiten, dabei Sichtweisen und Im-
sit, Kostüm und anderen theatralen Zei-
pulse anderer konstruktiv 7. Eine Reise in die „Schöne neue L MB Medienbildung
chen reflektieren
verarbeiten. Welt“, dritter Teil L VB Qualität der Konsumgüter
2.3 Theaterästhetische Kommuni- Übungsschwerpunkt mit Blick auf
kation 3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung weitere verschiedene
2. sich bei einer eigenen Inszenie- literarischer und nicht-literarischer Kompositionsmethoden und Einsatz
rung mit dem Spannungsfeld von Texte von Musik (P), Kompositionsmethoden
Textvorlage und inszeniertem Text wie Reihung, Kontrastierung, Bruch (I)
Die Schülerinnen und Schüler können
auseinandersetzen Weiterarbeit Szenische Gestaltung (A), L BTV Personale und gesellschaftliche
3. dabei unterschiedliche inhaltliche (1) literarische Texte verschiedener Gat- Präsentationen mit Feedback (R) Vielfalt
und ästhetische Vorstellungen disku- tungen erschließen, Möglichkeiten zu
tieren und zu gemeinsamen Lösun- ihrer szenischen Umsetzung erkennen
gen kommen und diese Umsetzungsmöglichkeiten 8., 9. und 10. Produktions-
4. die Gestaltungsmittel fremder hinsichtlich ihrer Bühnentauglichkeit und begleitung: zum Beispiel Besuch von L BTV Formen von Vorurteilen,
Theateraufführungen erkennen, die- ihrer Textangemessenheit beurteilen Arbeitsproben „Schöne Neue Welt“ und Stereotypen, Klischees
se analysieren und begründet be- (2) verschiedene Methoden (zum Bei- Premierenbesuch inklusive Gespräche
werten. spiel Erstellen einer Strichfassung eines mit Regisseur, Dramaturg,
dramatischen Textes, Charakterisieren Schauspieler
bewerten.
von Figuren durch die Erarbeitung von oder
Rollenbiographien und Subtexten, Her-
ausarbeiten von Sprechakten aus litera- 8., 9. und 10. Gestaltung weiterer
rischen Texten) differenziert anwenden Szenen auch mittels Analyse
15Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
und erproben verschiedener Inszenierungsmittel
3.1.4.2 Gestaltungsfeld Schauspiel-
und Theatertheorie
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) grundlegende Techniken der Schau-
spiellehre Stanislawskis (zum Beispiel
Einfühlung, emotionales Gedächtnis,
Überaufgabe, physische Handlung) er-
läutern und anwenden
(2) Elemente des Epischen Theaters bei
Brecht (zum Beispiel Verfremdungsef-
fekt, Rollendistanz, Historisierung) erläu-
tern und anwenden
(4) verschiedene Theorieansätze mitei-
nander vergleichen
3.1.4 Reflexion: Theatergeschichte,
Theatertheorie und Theaterpraxis
Die Schülerinnen und Schüler erwerben
Orientierungswissen im Bereich von
Theatergeschichte und Theatertheorie,
lernen Theaterformen anderer Kulturen
16Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
kennen und setzen sich vor allem auch
mit aktuellen Tendenzen des Theaters
auseinander. Theaterbesuche oder me-
diale Präsentationen von Aufführungen
werden zu Reflexion und Analyse ge-
nutzt, deren Ergebnisse wiederum in die
eigene Theaterpraxis einfließen. Die
Auseinandersetzung mit Geschichte,
Theorie und Praxis des Theaters im wei-
teren Sinne ermöglicht den Schülerinnen
und Schülern darüber hinaus eine quali-
fizierte kritische Teilhabe am kulturellen
Leben auch außerhalb der Schule.
3.1.4.3 Gestaltungsfeld Analyse und
Reflexion von Theateraufführungen
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) einzelne Gestaltungselemente einer
Inszenierung (zum Beispiel Raum-, Zeit-,
Figurengestaltung)
nennen, erläutern und im Hinblick auf
ihre Funktion reflektieren
(2) unterschiedliche Theaterformen und
Inszenierungsansätze analysieren und
17Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
im Hinblick auf das
zugrunde liegende Textverständnis beur-
teilen3.1.1.0 Theaterpraktische Arbeit:
Schauspiel
[…] Mittels verschiedener
schauspieltechnischer Methoden
erwerben die Schülerinnen und Schüler
schauspielerische Kompetenz und
erweitern sie. […]
3.1.1.1 Gestaltungsfeld Körper
Die Schülerinnen und Schüler nehmen in
Übungen den eigenen Körper wahr,
entwickeln und erproben körperliche
Ausdrucksmöglichkeiten im
Zusammenspiel mit anderen und
kommen damit zu einer klaren
Bühnenpräsenz. Sie unterscheiden
zwischen dem Realen, dem eigenen
Selbst, und dem Fiktionalen, der Figur
und ihrer Rolle.
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) Mimik, Gestik, Proxemik, Haltung und
Bewegung gezielt einsetzen, um
theatrale Figuren und
18Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Situationen, auch mit Status und
Emotionen, zu gestalten
(2) in szenischen Improvisationen diese
körperlichen Ausdrucksformen im
Zusammenspiel anwenden
und ihre Wirkung reflektieren
(3) Text und Körpersprache aufeinander
abgestimmt einsetzen und einfache
choreographische
Elemente anwenden
(4) akustische Impulse (Musik,
Geräusche, Sprache) in Verbindung mit
körperlichem Ausdruck nutzen
3.1.1.4 Gestaltungsfeld Zeit
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) Mittel der Zeitgestaltung (zum
Beispiel Tempo, Pause, Rückblende,
Wiederholung) anwenden und
ihre jeweiligen Wirkungen in
Spielsituationen reflektieren
(2) das eigene Spiel rhythmisiert
gestalten und dadurch den
Spannungsbogen einer Szene
entwickeln
(3) Erzählzeit und erzählte Zeit auf der
19Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Bühne mit künstlerischen Mitteln
umsetzen
3.1.1.5 Gestaltungsfeld Requisit, Kos-
tüm, Maske
Die Schülerinnen und Schüler können
(3) Maske […] im Hinblick auf ihre
Wirkung und Einsatz-möglichkeiten
analysieren
(4) mit […] Maske […] als Spielimpulsen
improvisieren
(5) die Wechselbeziehungen von
Requisit, Kostüm und anderen theatralen
Zeichen reflektieren
3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung
literarischer und nicht-literarischer Texte
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) literarische Texte verschiedener
Gattungen erschließen, Möglichkeiten zu
ihrer szenischen Umsetzung erkennen
und diese Umsetzungsmöglichkeiten
hinsichtlich ihrer Bühnentauglichkeit und
ihrer Textangemessenheit beurteilen
(2) verschiedene Methoden (zum
Beispiel Erstellen einer Strichfassung
20Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
eines dramatischen Textes,
Charakterisieren von Figuren durch die
Erarbeitung von Rollenbiographien und
Subtexten, Herausarbeiten von
Sprechakten aus literarischen Texten)
differenziert anwenden und erproben
3.1.4.2 Gestaltungsfeld Schauspiel-
und Theatertheorie
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) grundlegende Techniken der
Schauspiellehre Stanislawskis (zum
Beispiel Einfühlung, emotionales
Gedächtnis, Überaufgabe, physische
Handlung) erläutern und anwenden
(2) Elemente des Epischen Theaters bei
Brecht (zum Beispiel
Verfremdungseffekt, Rollendistanz,
Historisierung) erläutern und anwenden
(4) verschiedene Theorieansätze
miteinander vergleichen
3.1.4 Reflexion: Theatergeschichte,
Theatertheorie und Theaterpraxis
Die Schülerinnen und Schüler erwerben
Orientierungswissen im Bereich von
21Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Theatergeschichte und Theatertheorie,
lernen Theaterformen anderer Kulturen
kennen und setzen sich vor allem auch
mit aktuellen Tendenzen des Theaters
auseinander. Theaterbesuche oder
mediale Präsentationen von
Aufführungen werden zu Reflexion und
Analyse genutzt, deren Ergebnisse
wiederum in die eigene Theaterpraxis
einfließen. Die Auseinandersetzung mit
Geschichte, Theorie und Praxis des
Theaters im weiteren Sinne ermöglicht
den Schülerinnen und Schülern darüber
hinaus eine qualifizierte kritische
Teilhabe am kulturellen Leben auch
außerhalb der Schule.
3.1.4.3 Gestaltungsfeld Analyse und
Reflexion von Theateraufführungen
Die Schülerinnen und Schüler können
(1) einzelne Gestaltungselemente einer
Inszenierung (zum Beispiel Raum-, Zeit-,
Figurengestaltung)
nennen, erläutern und im Hinblick auf
ihre Funktion reflektieren
(2) unterschiedliche Theaterformen und
22Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
Inszenierungsansätze analysieren und
im Hinblick auf das zugrunde liegende
Textverständnis beurteilen
23Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
4. Etappe: COOLTOURS – Abenteuerreisen in die Theatergeschichte
ca. 12 Doppelstunden
Die folgenden Stunden führen nach der vorangegangenen Beschäftigung mit (russischem) Realismus / Stanislawski und Epischem Theater / Brecht die spieleri-
sche Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Epochen der Theatergeschichte fort. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler als
aus der Improvisation entstandene Figuren auf Reise gehen, um sich dann „vor Ort“ mit „COOLTOURS“ informieren zu können. Dabei können auf der Grundlage
der Bildungsplanvorgaben verschiedene Reisestationen gewählt werden.
In der eröffnenden Probephase werden jeweils mit Übungen Bereiche aktiviert, die die Schülerinnen und Schüler dann in der
Informationsphase zuordnen können. Sie erproben und reflektieren im Anschluss die neu erworbenen Kenntnisse. Das neu erworbene Orientierungswissen er-
weitert, auch mit Blick auf moderne Inszenierungen, die Analysekompetenz der Schüler/-innen ebenso wie ihre
theaterpraktischen Gestaltungsmöglichkeiten.
Konkretisierung, Ergänzende Hinweise, Arbeitsmittel,
Prozessbezogene Kompetenzen Inhaltsbezogene Kompetenzen
Vorgehen im Unterricht Organisation, Verweise
Die Schülerinnen und Schüler können 1. Reisen mit COOLTOURS: Mögliche Textgrundlagen auf dieser
2.1 Theaterästhetische 3.1.1.0 Theaterpraktische Arbeit: Die Erfindung des Theaters Etappe u.a.:
Grundlagen Schauspiel Übungen zur Atmung, Aussprache, Sophokles, Antigone.
Die Schülerinnen und Schüler setzen […] Mittels verschiedener Improvisation: Carlo Goldoni, Campiello.
theaterbezogene Grundkenntnisse schauspieltechnischer Methoden Reisen mit COOLTOURS (P), Das William Shakespeare, Was ihr wollt.
und -fertigkeiten gezielt ein. erwerben die Schülerinnen und Schüler Theater der griechischen Antike, Der Miguel Cervantes, Don Quijote.
Sie beherrschen ein angemessenes schauspielerische Kompetenz und Chor im Theater (Vortrag des Daniel Kehlmann, Die Lichtprobe
Repertoire inszenatorischer Zugriffe erweitern sie. Dabei kommen neben den „Reiseleiters“, I), Übungen zum
auf Literatur, andere Texte und referentiellen Spielweisen auch chorischen Sprechen und Agieren (P2),
Quellen und reflektieren deren performative Praktiken zum Einsatz. […] Gespräch der Reisenden (R)
Anwendung eigenständig. Sie Anmerkung:
24Beispielcurriculum für das Fach Literatur und Theater/Kursstufe 11/12/ Beispiel 2 – Gymnasium
entwickeln die Fähigkeit der 3.1.1.1. Gestaltungsfeld Körper 2. Das Theater der griechischen Am Ende dieser Einheit liegen
ästhetischen Wahrnehmung und Die Schülerinnen und Schüler können Antike II Doppelstunden im Juli; die sich gut für
Gestaltung in Bezug auf eigenes und (2) in szenischen Improvisationen diese Spielerische Wiederholung Feedbackgespräche eignen, die u.a. in
fremdes theatrales Handeln. körperlichen Ausdrucksformen im theatergeschichtlicher Kenntnisse (I), der Anwendungsphase plaziert werden
Zusammenspiel anwenden Übungsschwerpunkt Körper und Maske können.
Die Schülerinnen und Schüler und ihre Wirkung reflektieren und / oder Choreographie (P),
können (3) Text und Körpersprache aufeinander Gestaltung einer Szene mit Chor (A), Anmerkung:
1. die Bedeutung und Wirkung abgestimmt einsetzen und einfache Präsentationen mit Feedback (R) Im Verlauf des zweiten Halbjahres sind
theatraler Mittel (zum Beispiel choreographische Hinweise auf die Weiterarbeit und die
Körper, Sprache, Stimme, Raum) Elemente anwenden 3. Reisen mit COOLTOURS: Projektmöglichkeiten im nächsten
bewusst wahrnehmen Die Commedia kommt… Schuljahr sinnvoll.
2. sich auf offene Prozesse und 3.1.1.3. Gestaltungsfeld Raum: Die Übungsschwerpunkt Körperarbeit,
Experimente einlassen (zum Beispiel Schülerinnen und Schüler können Improvisation: Reisen mit L PG Wahrnehmung und Empfindung
Improvisationen, performatives (6) Bühnenkonzepte vergleichen und COOLTOURS (P), Die Commedia L BTV Formen von Vorurteilen,
Spiel) erproben (zum Beispiel (Vortrag des „Reiseleiters“, I), Übungen Stereotypen, Klischees
3. dramatische Literatur und Texte Guckkastenbühne, Arenabühne, mit und ohne Maske, Übungen zu Links zu chorischen Elementen:
anderer Art im Hinblick auf eine Stationentheater, theaterfremde Orte) verschiedenen Figuren, „Lazzi“ (A), - http://www.schule-
theatrale Umsetzung analysieren Präsentation ausgewählter bw.de/unterricht/faecher/literatur
4. Grundkenntnisse und -fertigkeiten Improvisationen mit Feedback (R) /methodikunddidaktik/unterrichts
in theaterspezifischen Bereichen 3.1.2.1 Gestaltungsfeld Erschließung konzepte/chorische-
(zum Beispiel Kenntnisse von literarischer und nicht-literarischer 4. Commedia dell’arte II uebungen.pdf
Theaterformen, Schauspiel, Texte Wiederholung und Einordnung: - http://www.schauspiel-
Dramaturgie, Inszenierung) in der Die Schülerinnen und Schüler können Goldoni, Campiello (Inhaltsangabe), zentrum.de/Wp-
praktischen Arbeit nutzen (3) das Potenzial pragmatischer Texte Szenen nach Wahl (I), content/uploads/2016/02/Comm
5. ein angemessenes Fachvokabular (zum Beispiel biographisches Material, Übungsschwerpunkt Körperarbeit und edia-dellArte.pdf
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