BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel

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BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel
BIM
Building Information
Modeling I Management
Methoden und Strategien
für den Planungsprozess
Beispiele aus der Praxis

Edition Detail
BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel
Inhalt
                    Einführung
                           S. 4    Editorial

                           S. 6    BIM in Zahlen – Status quo
                                   Zwei Marktanalysen zur Implementierung der BIM-Methodik in Deutschland im Vergleich
                                   KIT Karlsruhe, Building Lifecycle Management / Fraunhofer IAO

                          S. 14    Die Zukunft der Daten
                                   Im Gespräch mit Annette von Hagel, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

                          S. 18    Digital Planen Bauen Betreiben
                                   Im Gespräch mit Dr. Ilka May und Dipl.-Ing. Helmut Braman, planen-bauen 4.0

          Lernen vom Ausland
                       S. 20       Lernen vom Ausland
                                   Im Gespräch mit Julian Weyer, C. F. Møller Architects

                          S. 26    Gemeinschaft, Inspiration, Technologie
                                   Erfahrungswerte über BIM in Deutschland aus dem BuroHappold

    Kapitel Architekten ı Planer
                           S. 30   Chance oder Risiko für den Beruf des Architekten?
                                   Einführung von Frank Kaltenbach, DETAIL

                          S. 32    Integrale Planung ist Kopfsache
                                   Christine Ryll im Gespräch mit Gerd Maurer, ATP architekten ingenieure

                          S. 36    Die Rolle des Architekten als Ingenieur stärken
                                   Robert Uhde im Gespräch mit Carsten Venus, blauraum

                          S. 40    Chancen digitaler Planungswerkzeuge
                                   Im Gespräch mit Thomas Lücking und Steffen Schünecke, Gerber Architekten

                          S. 46    BIM in der Sanierung – das Pilotprojekt Gebäude 327
                                   Ein Bericht aus der Praxis von Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten

                          S. 50    Die DNA eines Gebäudes
                                   Melanie Seifert im Gespräch mit Andreas Schindler, HWP Planungsgesellschaft mbH

                          S. 54    Mut zu mehr Unternehmertum!
                                   Im Gespräch mit Markus Hammes und Nils Krause, hammeskrause architekten

                          S. 58    BIM und parametrische Planung bei Bollinger + Grohmann
                                   Robert Uhde im Gespräch mit Kim Boris Löffler, Adam Orlinski, Moritz Heimrath und
                                   Torsten Künzler, Bollinger und Grohmann Ingenieure

                          S. 62    Märchen, Realität und Perspektiven bei der Planung mit BIM
                                   Christine Ryll im Gespräch mit Matthias Braun, Obermeyer Planen + Beraten GmbH

                          S. 66    Grundlegende Herausforderungen datenmodellorientierter Planung
                                   Robert Uhde im Gespräch mit Mirjam Borowietz, ZWP Ingenieur-AG

                          S. 70    Digitale Prozesse beim Entwerfen komplexer Bauwerke
                                   Roland Pawlitschko im Gespräch mit Alexander Rieck, LAVA,
                                   und Arnold Walz, designtoproduction

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BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel
Inhalt

     Kapitel Bauherr ı Betreiber
                           S. 74   Datenmanagement im Infrastrukturbetrieb
                                   Im Gespräch mit Harald Rohr und Stephanie Külzer, Fraport AG

                          S. 76    Neue Wege beschreiten im Wettbewerbsverfahren
                                   Im Gespräch mit Jean Luc Perrin, Felix Platter-Spital

                          S. 80    Die »Owner BIM«-Strategie am Beispiel von Roche
                                   Im Gespräch mit Daniel Riekert, Roche AG

      Kapitel Projektsteuerung ı
                     Baubetrieb
                           S. 84   Transparente Wege
                                   Melanie Seifert über Erfahrungswerte von Peter Liebsch, Drees & Sommer AG

                          S. 88    BIM2FIM – die Basis des Facility Managements der Zukunft?
                                   BIM und Facility Management aus der Sicht von Alfred Waschl, cafm engineering GmbH

           Kapitel Recht ı HOAI
                           S. 92   BIM in der HOAI
                                   Ein Beitrag über juristische Handlungsfelder von Dr. Robert Elixmann,
                                   Kapellmann und Partner Rechtsanwälte

     Kapitel Bauunternehmen ı
           ausführende Firmen
                         S. 94     Digitalisierter Freiraum im Holzbau
                                   Eine Einschätzung von Thomas Wehrle, ERNE AG Holzbau

                          S. 96    »Wir erwarten eine Effektivitätssteigerung von mindestens zehn Prozent«
                                   Christine Ryll im Gespräch mit Dr. Matthias Jacob, Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG

Kapitel Hersteller ı Bauprodukte
                           S. 98   Neubau Rathaus und Kita »Grüne Mitte Biebergemünd«
                                   Planen und Bauen mit der Methode BIM, im Gespräch mit Christian Glatte Schüco International KG

                         S. 102    Digitale Unterstützung für Planer – Erfahrungen bei Dorma
                                   Ein Beitrag von Dr. Kai Oberste-Ufer, Dorma Deutschland GmbH

                      Kapitel
     Hochschulen ı Ausbildung
                       S. 106      Building Information Modeling in Ausbildung und Forschung
                                   Christine Ryll im Gespräch mit Prof. Christoph Achammer, Technische Universität Wien,
                                   Prof. Dr.-Ing. André Borrmann, Technische Universität München, Prof. Dr.-Ing. Manfred Breit,
                                   Fachhochschule Nordwestschweiz, Prof. Dr.-Ing. Petra von Both, KIT Karlsruhe, Prof. Dr.-Ing.
                                   Markus König, Ruhr-Universität Bochum, Prof. Peter Russel, RWTH Aachen

                         S. 110    BIM-Initiativen
                                   Roland Pawlitschko stellt unabhängige Initiativen zwischen Praxis und Ausbildung vor

     Kapitel Software ı Technik
                         S. 112    Ein Blick auf aktuelle Software-Lösungen
                                   Eine Auswahl BIM-relevanter Bausoftware, zusammengestellt von Roland Pawlitschko
                                   und Tim Westphal

                        Anhang
                         S. 118    BIM-Glossar
                         S. 126    Bildnachweis, Quellenverzeichnis, Autoren
                         S. 128    Impressum

                                                                                                                                   3
BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel
Melanie Seifert im Gespräch mit Andreas Schindler,
    BIM-Manager bei der HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart / Deutschland

                               Die DNA eines Gebäudes

    Das Thema »Building Information Modeling« ist komplex, umfangreich und wandelt sich in einem
    hohen Tempo. Ständig kommen neue Entwicklungen durch die Digitalisierung und Vernetzung
    hinzu. Andreas Schindler, BIM-Manager bei der HWP Planungsgesellschaft mbH (HWP) wird es
    nie langweilig, sich über BIM auszutauschen.

      Inwiefern glauben Sie, wird die BIM-Methode                                                 Ist die schrittweise Umsetzung der BIM-Methode auf
    Entwurfsprozesse verändern?                                                                Ihr gesamtes Büro geplant? Welche Potenziale sehen Sie
                                                                                               darin?
    BIM bietet viele Möglichkeiten, die den Entwurf positiv
    beeinflussen können. Mit einem BIM-Modell kann man                                         Wir haben bei HWP bereits im Jahr 2006 die BIM-Me-
    sich gerade in den frühen Entwurfsphasen an den bes-                                       thode eingeführt und in konkreten praktischen Projekten
    ten Entwurf entsprechend den Zielsetzungen herantas-                                       eingesetzt: z.B. dem internationalen Großprojekt »Rhine
    ten und den Bauherrn und seine Wünsche optimal integ-                                      Ordnance Barracks Medical Center Replacement« in
    rieren. Es lassen sich zum Beispiel zügig energetische,                                    Kaiserslautern für den U.S. Army Corps of Engineers.
    bauphysikalische Themen, Windströmungen, Beschat-                                          Seitdem etablieren wir BIM systematisch im Büro und
    tungen usw. simulieren. Mit einem BIM-Modell können                                        wenden die Planungsmethodik in Projekten an, weil wir
    wir als Architekten viel früher unseren Entwurf für den                                    von den Potenzialen überzeugt sind. BIM bringt aus
    Bauherrn visualisieren und diesen erklären. Dadurch ent-                                   unserer Sicht Effizienzsteigerung, Fehlerminimierung und
    steht ein Dialog, in dem wir rechtzeitig Missverständnis-                                  mehr Spaß für alle Planungsbeteiligten.
    sen vorbeugen und besser auf die Wünsche des Bau-
    herren eingehen können.

    Immobilie                                                          Immobilie                                                       1   BIM stellt bei HWP sicher, dass das
                                                                                                                                           Team die gleiche Erwartungshaltung teilt.
         gebaute Qualität

                              Bauherr

                                                                         gebaute Qualität

                                                 HWP                                                          HWP

                                        CAD
                                                                                                  BIM
                                            Unternehmer

                                                      Euro                                                        Euro
                                                              Kosten                                                          Kosten
                            Traditioneller Prozess:                                         BIM-Prozess:
1                           Erwartungen Bauherr versus Unternehmer                          Erwartungen bewerten und vereinbaren

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BIM Building Information Modeling I Management - Methoden und Strategien für den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis - Melanie Schlegel
Kapitel Architekten ı Planer

                                                                        HWP
                                                                      Datenpool                                                Team
                                                                       umfangreiche
                                               HWP                      BIM Daten                                              HWP Team mit
                                                                                                                               BIM-Spezialisten
                                             Architektur

                                             Management

                                               Kosten                     BIM
                                                                                                                      VIT
                                                                                                                   RE
                                               Berater

                                             Spezialisten                                                   Archiv
                                                                         HWP
                                             Projekte                   Kosten-
                                                                                                            HWP lehrt Revit
                                                                        modell                              HWP verwaltet große BIM-Datenpools
                                                                       seit 30 Jahren
                                                                                                            für Bauherren
                                                                       angereicherte
                                                                      gepflegte Kos-
2   Das langjährige BIM-Wissen wird intern                             tendatenbank
    optimiert und extern gelehrt.                            2

                          Wie sehen bei Ihnen im Hause HWP bei der Arbeit mit             Wie bereiten Sie Ihr Team auf das Arbeiten mit BIM
                        BIM bürointerne Strukturen aus?                                 vor?

                        Wir haben intern organisatorisch verschiedene Rollen            Wir schulen bei uns ständig in wöchentlichen Treffen und
                        definiert. Mitarbeiter, die über fortgeschrittene BIM-Quali-    tauschen uns im Team aus. Handbücher sind gut, aber
                        fikationen verfügen und die mit BIM operativ planen kön-        deren Halbwertszeiten sind in solchen Fällen eher kurz.
                        nen, bezeichnen wir als BIM-Heads. Neben diesen Mitar-          Deshalb stehen bei uns Dialog und Kommunikation an
∫ BIM-Koordinator/      beitern gibt es den BIM-Koordinator. Er weist übergrei-         erster Stelle, weil sich die persönliche Interaktion und
  BIM-Beteiligte,
  siehe Glossar,
                        fende, weiterführende Qualifikationen und Kenntnisse            Betreuung als effektiverer Weg erwiesen hat. Zusätzlich
  S. 119                auf, die über das operative Arbeiten im und am BIM-             zu den fachspezifischen Treffen werden wir zukünftig
                        Modell deutlich hinausgehen. Er koordiniert z.B. BIM-           auch ein monatliches Treffen installieren, bei dem sich
                        Teams, die modellieren, die Ausschreibungen vorberei-           alle BIM-Projektteams über die konkreten Projekte und
                        ten, die Kostenermittlungen durchführen oder Baulei-            die dortigen Herausforderungen und Lösungsansätze
                        tungsprozesse planen. Weiter gibt es die Funktion des           austauschen können.
                        BIM-Managers, die ich bei HWP ausübe. Zu meinen Auf-
                        gaben gehört, die Ausrichtung der BIM-Strategie in Ab-            Worin liegen für HWP neue Aufgaben- und Verant-
                        stimmung mit der Geschäftsführung zu planen, zu koor-           wortungsbereiche?
                        dinieren und zu steuern. Gleichzeitig bilde ich als BIM-
                        Manager aber auch das Bindeglied zwischen Planungs-             Durch BIM werden die Aufgabenbereiche anders. Man
                        und Projektleitern zu allen Fragen, die BIM betreffen. Un-      arbeitet mit BIM komfortabler und fehlerfreier. Das Ab-
                        ser BIM-Koordinator und die BIM-Heads arbeiten dabei            und Angleichen oder das Reproduzieren von Informatio-
                        sehr eng mit mir zusammen. Projektbezogen werden die            nen in Plänen und Listen werden überflüssig, wenn die
                        Rollen im Planungs- und Ausführungsprozess immer wie-           Informationen im BIM-Modell einmal richtig integriert
                        der neu zugeschnitten und definiert. Dies ist ebenfalls         wurden. Deshalb gibt es auch keine neuen Aufgaben-
                        meine Aufgabe als BIM-Manager. Wie die BIM-Struktu-             und Verantwortungsbereiche, sondern eine geänderte
                        ren im einzelnen Projekt aussehen, ist von der Projekt-         Vorgehensweise und geänderte Prozesse.
                        größe, der Projektspezifikation, den Projektbeteiligten,
                        dem Auftraggeber, von technischen Voraussetzungen
                        und einigen weiteren Faktoren abhängig.

                                                                                                                                                        51
∫ BIM-Großprojekt »Rhine Ordnance Bar-
                                                                                                          racks Medical Center Replacement«
                                                                                                          Planungsbeteiligte BIM-Großprojekt

                                                                                                            Bauherr: U.S. Army Corps of Engineers
                                                                                                            Planungsbeteiligte: 20 Planungsbüros in
                                                                                                            sechs Zeitzonen
                                                                                                            Projektdaten:
                                                                                                            Krankenhaus 119.000 m² BGF
                                                                                                            Energiezentralen 18.000 m² BGF
                                                                                                            Parkhäuser 53.000 m² BGF
                                                                                                            Vorplanung: 2010 –2014
                                                                                                            Fertigstellung: 2023

                                                                                                        3   Visualisierung

                                                                                                        ∫ Organisation internes
                                                                                                          BIM-Management:
                                                                                                          BIM-Manager
                                                                                                          BIM-Koordinator
                                                                                                          BIM-Heads

                                                                                                            Terminologie:
                                                                                                            Projektbezogene Lösung

                                                                                                            Softwareeinsatz:
3                                                                                                           Projektbezogener Softwareeinsatz

      Welchen Herausforderungen müssen sich Planer bei            Wer führt die Modelle der einzelnen Planungspartner
    einem veränderten Prozess stellen?                          zusammen und überwacht die Konsistenz der Daten-
                                                                qualität und Detaillierungstiefe?
    Alle, die mit BIM planen, müssen sich erst einmal auf
    veränderte Kommunikationsprozesse, auf andere For-          Diese Aufgabe übernimmt in der Regel der BIM-Mana-
    men der Abstimmung und des Wissensaustausches ein-          ger, der auch Architekt ist und damit der Koordinations-
    lassen und dies erlernen. Jeder Einzelne ist bei der Pla-   pflicht nachkommt. Die Zusammenarbeit in den Pla-
    nung mit Building Information Modeling mehr gefordert.      nungsteams kann von Projekt zu Projekt vollkommen an-
    Denn jeder hat durch das BIM-Modell die Möglichkeit,        ders ausgestaltet werden. Wir finden in Deutschland
    sich den Überblick über das Gesamtmodell zu verschaf-       aktuell sehr heterogene Strukturen vor, die keine Eins-zu-
    fen. Eigenverantwortung, Mitdenken und gegenseitiges        Eins Adaption von Projekt zu Projekt erlauben. Der BIM-
    Vertrauen sind hier elementar.                              Manager hat die Aufgabe, für jedes BIM-Projekt eine ide-
                                                                ale Struktur zu finden. Sie hängt z.B. von den Fähigkeiten
         Welche Chancen gibt es, welche Risiken?                der Planungspartner, von der IT-Infrastruktur, von der
                                                                Projektstruktur und weiteren Faktoren ab.
    Wir sehen keine andere Chance, als sich dem veränder-
    ten Planungsprozess durch die BIM-Methode zu stellen.         Auf welche Aspekte sollte sich die Gesetzgebung
    Man kann die Entwicklung nicht umgehen oder zurück-         konzentrieren, damit das Arbeiten mit BIM auch im
    drehen. Wir gehen davon aus, dass früher oder später        rechtlichen Rahmen tragfähig ist?
    keine oder nur noch wenige Projekte ohne BIM-Planung
    ausgeschrieben werden. In anderen Ländern ist man be-       Ein normativer Rahmen durch Richtlinien oder Verord-            ∫ HOAI, siehe
                                                                                                                                  Glossar S. 120
    reits an diesem Punkt angelangt. Bauherren, Auftragge-      nungen ist bei den Themen »Vergütung«, »Beauftra-                 und S. 92 ff
    ber und Öffentliche Hand definieren dies. Wer nicht mit     gung«, »Haftung« sowie »Urheberrecht« notwendig und
    BIM planen kann und will, wird früher oder später keine     bislang nicht ausreichend vorhanden. In Bezug auf das
    so umfangreichen Leistungen mehr anbieten können und        Urheberrecht kann z.B. die eigene Leistung bislang kei-
    es sehr schwer haben, konkurrenzfähig zu bleiben. Die       nem »Branding« unterzogen werden. Wenn wir ein BIM-
    Risiken, die mit der Planung durch die BIM-Methode          Modell z.B. für ein Krankenhaus mit allen Daten und In-
    einhergehen, sind aktuell nicht vollständig abschätzbar.    formationen am Ende eines Projektes an den Bauherrn
    Beispielsweise existieren Honorarrisiken, Risiken bezüg-    übergeben, dann kann er eigentlich sehr schnell auf die-
    lich des Urheberrechts, Haftungsrisiken, Vertragsrisiken    ser Grundlage das Krankenhaus an einem anderen Ort
    usw. Hier besteht Handlungsbedarf, diese Felder aus-        erneut reproduzieren und nochmals anwenden. Ein BIM-
    zugestalten und zu definieren, damit diese Unabwägbar-      Modell enthält das gesamte Wissen zu einem Gebäude –
    keiten minimiert werden können.                             es ist die DNA eines Gebäudes.

    52
Kapitel Architekten ı Planer

                                          2007 - 2010
          Planen unter                                          Genehmigungsplanung
          Berücksichtigung der                                  nach LTB
          US regulations / codes

          Checking fortlaufend   SI Einheiten                   Genehmigung durch
          durch USACE zzgl. Con- ∫ Metrisches System            GER Baubehörde        Wir müssen uns somit fragen, wie die Kreativleistung des
          sultants                                              nach LTB              Architekten weiterhin geschützt werden kann? Hier spielt
                                 Sichtweise Schalpla-
                                 nung ∫ up / down                                     sicherlich künftig auch das Lizenzrecht eine Rolle. Haf-
                                                                                      tungsfragen sind nicht geklärt. Beispielsweise, was pas-
                                    Datenbankinhalte            Bauen nach VOB
                                    bei z.B. Walzprofilen /     mit Standard          siert, wenn der BIM-Manager einen Fehler macht, den
                                    Materialien                 Leistungsbuch         eigentlich auch der Fachplaner selbst feststellen hätte
                                                                Übergabe an den       müssen. Wer haftet in einem solchen Fall? Im Bereich
                                                                Auftraggeber          der Vergütung und Beauftragung sind der Gesetzgeber
          Nutzung durch Auf-                                                          und der Berufsstand der Architekten, z. B. die Architek-
          traggeber nach US
          Betriebsvorschriften                                                        tenkammern gefragt. Die Honorarordnung für Architekten
4                                            2023
                                                                                      und Ingenieure (HOAI) muss den neuen Planungspro-
                                                                                      zessen durch eine Anpassung Rechnung tragen.

                                          FEM Modell
                                                                                        Wann ist das Arbeiten mit BIM für Architekten sinnvoll?

                                                                                      Wir sollten an dieser Stelle unterscheiden zwischen Pla-
                                                                      Schalpläne      nen in 3D, modellbasiertem Planen und Planen mit BIM.
             2D Planung                                                               BIM ist viel mehr als nur modellbasiertes Planen, modell-
               Skizzen                  BIM-Modell                                    basiertes Planen sehr viel mehr als Planen in 3D. Wer
              Entwürfe
              Ansichten                zentral koordiniert                            sich bislang überhaupt nicht mit der Thematik auseinan-
               Schnitte                 Autodesk REVIT               Renderings
             Grundrisse                                             und Visualisie-
                                                                                      dergesetzt hat, sollte sich erste Fähigkeiten in der digita-
                                                                       rungen         len 3D-Planung (z. B. mit Autodesk Revit) in kleinen Bau-
                                                                                      vorhaben aneignen und sich nach und nach an die Her-
                                                                                      ausforderungen komplexerer Projekte herantasten. Um
                                                                                      sich Know-how für die Zukunft anzueignen, eignet sich
                                 Massen                 Analysen
                                                                                      jedes Projekt. BIM-Modelle und die Planung mit BIM sind
5                                                                                     aber vor allem in solchen Projekten interessant, in denen
                                                                                      das Modell später an den Bauherrn übergeben werden
            PLANEN
                                                                                      soll und dort im Betrieb (z. B. im Facility Management)
                                                                                      mit dem Modell gearbeitet wird. Dies ist insbesondere
         Datenbank                 Planungsmodell             Kostendatenbank
                                                                                      bei Großprojekten und Bestandsbauten der Fall. Hier
         - Räume                   - Gebäude                  - Qualitäten            entsteht der größte Nutzen beim Bauherrn.
         - Ausstattung             - Tragwerk                 - Preise
                                   - Technische
                                   Anlagen                                              Was ist Ihr BIM-Vorzeige-Projekt?
         Software:                 Software:                  Software:
         - OneTools                - Autodesk Revit           - RIB                   Eines unserer wichtigsten Best-Practise-Projekte ist das
         - dRofus                  - Autodesk                 - iTWO
         - CodeBook                Naviswork
                                                                                      internationale Großprojekt »Rhine Ordnance Barracks
                                   - Solibri                                          Medical Center Replacement« in Kaiserslautern für den
                                                                                      U.S. Army Corps of Engineers. Als Generalplaner war
                                                                                      HWP in den Jahren 2010 bis 2014 an der Vorplanung
                                                                                      des BIM-Großprojektes beteiligt. Das digitale Gebäude-
            BAUEN                                                   BETREIBEN         modell des Krankenhauses umfasst eine Bruttogrundflä-
6                                                                                     che von rund 119.000 m², zwei Parkhäuser mit einer
    4   Einflüsse der internationalen Zusammen-
                                                                                      Bruttogrundfläche von 53.000 m² sowie Energiezentralen
        arbeit auf das Projekt. Deutsche wie                                          mit einer Bruttogrundfläche von 18.000 m². An der Pla-
        auch US-Anforderungen an Planung,
                                                                                      nung partizipierten insgesamt 20 Büros, die über sechs
        Bau, Inbetriebnahme und Betrieb des
        Krankenhauses müssen in das Modell                                            verschiedene Zeitzonen hinweg zusammenarbeiteten
        integriert werden.
                                                                                      und die rund 15 Besprechungen pro Woche computer-
    5   Zur Koordinierung der großen Zahl der                                         gestützt durchführten. Es war eine große Herausforde-
        Planungsbeteiligten wurde ein zentrales
                                                                                      rung, die große Zahl der Projektbeteiligten zu koordinie-
        BIM-Modell erstellt, das von allen Fach-
        disziplinen gespeist wird.                                                    ren. Dabei haben wir Einflüsse verschiedener Planungs-
                                                                                      kulturen berücksichtigt. Zudem waren deutsche wie
    6   Planen, Bauen, Betreiben – die konsis-
        tente Weiterführung und Anreicherung                                          auch US-Anforderungen an Planung, Bau, Inbetrieb-
        der Daten in jeder Planungsphase be-                                          nahme und Betrieb des Krankenhauses in das Modell zu
        einflusst die Qualität des Gebäudes und
        die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.                                          integrieren.

                                                                                                                                                   53
Melanie Seifert über Erfahrungswerte von Peter Liebsch, Leiter Digitale Werkzeuge
    bei Drees & Sommer AG, Stuttgart / Deutschland

            Transparente Wege

    Die BIM-Methodik erleichtert viele Planungsprozesse. Die wichtigste Voraussetzung dafür lautet
    »Kommunikation«. Alle am Bau Beteiligten müssen sich exakt absprechen, um die vielen Vorteile
    der Methodik nutzen zu können. Drees & Sommer folgt seit mehr als 45 Jahren diesem Prinzip.
    Gerade bei BIM-Projekten hat sich diese Vorgehensweise als der richtige Weg herausgestellt.

    Wenn Berater oder Projektmanager von Drees & Sommer private und öffentliche Bauherren be-
    gleiten, dann steht der gesamte Lebenszyklus der Immobilien im Mittelpunkt. Ziel der Projektma-
    nager und Ingenieure ist der Mehrwert für den Auftraggeber – beispielsweise eine effizientere
    Abwicklung von Bauvorhaben, funktionalere Räumlichkeiten, ein wirtschaftlicherer Betrieb oder
    auch sinkende Energiekosten. Als Basis dient eine Stufenstruktur mit den Bausteinen »Beraten«,
    »Planen«, »Bauen« und »Betreiben«. Es geht um die richtige Vorbereitung, um BIM-koordinierte
    Planung, um Prozessorientierung und um einen wirtschaftlichen Betrieb. Je größer und komple-
    xer ein Projekt ist und je mehr Beteiligte mit unterschiedlichen Interessen mitreden und mitent-
    scheiden, desto schwieriger wird es, das Vorhaben zu steuern. Sprich: Die richtige Kommunika-
    tion ist gefragt.

    Der Leiter »Digitale Werkzeuge« bei Drees & Sommer, Peter Liebsch, weiß aus eigener Erfah-
    rung, dass Projekte nur auf diese Weise erfolgreich abgewickelt werden können. Eine Methode,
    die wachsende Komplexität in den Griff zu bekommen, ist BIM – verstanden als digitaler und ob-
    jektorientierter Planungsprozess, bei dem alle Planer miteinander vernetzt sind. Die modellge-
    stützte Planung ist über eine Datenbank mit Informationen wie Raumbuch, Massen, Stückzahlen,       1   Mit BIM lassen sich auch komplexe Bau-
    Elementbeschreibungen und ggf. auch Kosten verknüpft. Mit BIM lassen sich vor allem dann               vorhaben zielgerichtet steuern, wenn
                                                                                                           Bauherren, Architekten und Fachplaner
    Planungsfehler vermeiden, wenn alle Beteiligten zielführend miteinander kommunizieren. Damit           bereits vor der Entwurfsplanung zusam-
    reduzieren sich auch Kosten sowie Terminverschiebungen und die Qualität des Objektes steigt.           menkommen.

1

    84
Kapitel Projektsteuerung ı Baubetrieb

2

    2   Für den Projekterfolg sind nicht nur Pla-   Ohnehin wird in Deutschland BIM verstärkt von der Bauherrnseite gefordert. Diese schätzen und
        nen und Bauen entscheidend, sondern
        auch die Phasen davor und danach.
                                                    brauchen den hoch angereicherten Informationsgehalt aller BIM-Daten. Egal, ob sie zwei oder
                                                    zwanzig Immobilien besitzen, die Informationen werden mit BIM vergleichbar und transparent.
                                                    Das ist zum Beispiel für Transaktionen, Unterhaltskosten oder die Auslastung der Objekte von
                                                    hoher Bedeutung.

                                                    Für Architekten ist die BIM-Methodik von hohem praktischem Wert. Sie können die Modelle unter
                                                    anderem dazu nutzen, in der Entwurfsphase das Tragwerk durchzurechnen und zu überprüfen,
                                                    ob der Entwurf wie geplant realisierbar ist. Ein weiteres Beispiel ist die Lichtplanung: Am 3D-Mo-
                                                    dell ist sichtbar, wie sich das geplante Tages- und Kunstlicht in Klassenräumen oder am Arbeits-
                                                    platz auswirkt. Fachplaner profitieren davon, dass für Simulationen auf das bereits generierte Mo-
                                                    dell zugegriffen werden kann und es nicht notwendig ist, neue Modelle für die jeweiligen Simula-
                                                    tionen zu erstellen. Bei Drees & Sommer gibt es mehrere Fachplaner und Projektmanager mit
                                                    ausgewiesenem BIM-Know-how. Die meisten unter ihnen haben eine internationale Expertise.
                                                    Derzeit wird dieser Bereich verstärkt. Dazu schult das Unternehmen weitere Mitarbeiter intensiv
                                                    – sei es per hauseigenem E-Learning via Intranet oder in Form von fundierten Workshops. Zu den
                                                    Inhalten gehört unter anderem die modellgestützte Mengenermittlung.

                                                    Eigentlich bekannt für überbordende Regelungen und Standards, ist Deutschland in Sachen BIM
                                                    zu wenig reguliert. Hierzulande gibt es keine Standards, bisher wurden lediglich Empfehlungen
    ∫ Lernen vom Ausland                            zur Nutzung von BIM ausgesprochen. Der Blick von Liebsch richtet sich vor allem auf die Länder
      siehe auch S. 20ff und 26ff
                                                    Großbritannien, Skandinavien oder Singapur, die schon seit vielen Jahren BIM-Standards (BIM-
    ∫ Closed BIM, siehe Glossar, S. 121             Stufenplan) auf den Weg gebracht haben. In den USA und in Großbritannien sind Closed BIM-
                                                    Plattformen Standard: Dort arbeiten alle Planungsbeteiligten auf einer Plattform in einem nativen
                                                    Dateiformat. Qualitäts- oder Informationsverluste werden somit vermieden, denn ein Dateiexport
    ∫ Open BIM, siehe Glossar, S. 121               über ein weiteres Format ist nicht notwendig. In Europa hingegen sind aktuell Open-BIM-Plattfor-
                                                    men gängig. Nachteil: Da viele verschiedene Dateiformate gewählt werden können, muss man
                                                    sich beim Datenaustausch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Dadurch können In-
    ∫ BIM-Koordinator / BIM-Beteiligte,             formationsverluste während des Planungsprozesses entstehen. Eine der Aufgaben der Projekt-
      siehe Glossar, S. 119
                                                    manager und der BIM-Koordinatoren ist es daher, die relevanten Daten in genau die richtigen
                                                    Bahnen für die jeweiligen Fachplaner zu leiten.

                                                                                                                                                        85
Beschäftigen sich die Akteure der Baubranche intensiv mit BIM, haben sie derzeit in Deutsch-
    land große Chancen, die weitere Entwicklung aktiv mitzugestalten. So werden beispielsweise die
    juristischen Auswirkungen und die Rolle der HOAI in diesem Zusammenhang diskutiert. Sicher-        ∫ HOAI, siehe auch S. 92ff
    lich gründen die Unterschiede zum angelsächsischen Raum in historisch gewachsenen Struktu-
    ren oder in den verschiedenen Mentalitäten. Gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz
    wird der Datenschutz groß geschrieben. Offene Datenaustauschplattformen wie Cloud-Lösungen
    werden daher noch immer skeptisch betrachtet. In den USA oder Australien hingegen ist der
    Datenschutz nicht der wichtigste Aspekt im Umgang mit webbasierten Projektlösungen.

    Ergänzt man die BIM-koordinierte Planung mit Lean Construction Management (LCM), lassen            ∫ Das Lean Construction Management
                                                                                                         LCM ist eine Weiterentwicklung und
    sich die Vorteile noch steigern. Hier übertragen die Projektmanager das Erfolgsmodell Lean Ma-       Adaption des von Toyota stammenden
    nagement aus der Fertigungsindustrie auf Bauprojekte und Baustellen. Dazu gehört es beispiels-       Lean-Prinzips. Das in Japan in Zeiten des
                                                                                                         Mangels in den 1940er Jahren daraus
    weise, jeden Arbeitsschritt exakt zu planen. Verschwendungen wie Wartezeiten, Mängelbeseiti-         entwickelte Toyota-Produktionsprinzip
    gung und zu hohe oder zu niedrige Bestände werden dadurch vermieden. Die Bauzeiten können            dient dazu, jede Form der Verschwen-
                                                                                                         dung zu vermeiden und die Qualität der
    teilweise um 20 bis 30 Prozent verkürzt werden – bei gleichzeitiger Kostenreduzierung und Quali-     Produkte stetig zu verbessern.
    tätserhöhung. Beim Lean Construction Management steuert und koordiniert der Lean Construc-
    tion Manager sehr stark über die Planungsinhalte und wird durch einen BIM-Koordinator unter-
    stützt. LCM ist sinnvoll bei technisch komplexen, sehr großen sowie bei architektonisch beson-
    ders anspruchsvollen Projekten. Der Lean Construction Manager übernimmt deutlich mehr
    Verantwortung als ein Projektmanager. Oft wird heute während der Planungsphasen der spätere
    Gebäudebetrieb nicht ausreichend berücksichtigt. BIM ermöglicht es, die Belange der Nutzer
    noch besser in die Planung einzubetten. Vorteile sind unter anderem die hohe Kostentransparenz
    und die eindeutige Kostenzuordnung, effiziente Prozesse sowie kurze Ausbauzeiten. Weiter ist
    der Übergabetermin an den Mieter sicher und Risiken oder Handlungsalternativen sind transpa-
    rent. Mithilfe von BIM kann also vieles einfacher und transparenter werden – für alle am Bau Be-
    teiligten und in allen Leistungsphasen sowie im folgenden Gebäudebetrieb bis hin zum Rückbau
    am Ende des Gebäudelebenszyklusses. Ein durchaus wünschenswertes Ziel, das aber viel
    Know-how erfordert. Wer dieses Wissen bereits hat, wird nicht mehr auf BIM verzichten. Davon
    ist Peter Liebsch von Drees & Sommer überzeugt.

                                                                                                       3   Allen Projektbeteiligten sind genau defi-
                                                                                                           nierte Rollen mit den entsprechenden
                                                                                                           Zugriffsrechten zugewiesen.

3

    86
Kapitel Projektsteuerung ı Baubetrieb

                    4

4   Visualisierung »experimenta Heilbronn«   Erst digital, dann real: »experimenta Heilbronn«
                                             Die Planung und der Bau des experimenta-Neubaus mit seiner versetzten Fassade wird mithilfe
∫ Projektdaten                               von Building Information Modeling (BIM) und Modularer Bauelemente realisiert. Nicht nur die Ar-
  Architekt: Sauerbruch Hutton, Berlin
  Projektlaufzeit: 2012 – 2018
                                             chitektur von Sauerbruch Hutton, sondern auch die Abwicklung des Bauvorhabens ist damit neu.
  BGF: 18.000 m²
  BRI: 111.000 m²
                                             Das Gebäude wird bis zum Jahr 2019 am Rand der Heilbronner Innenstadt entstehen. Im Innern
    Leistungsbereich: Projektmanagement      umschließen die Ausstellungsräume und die »Raumzeitspirale« ein großzügiges Atrium mit vier
    Einzelleistungen Drees & Sommer:
    General Construction Management
                                             Glaskörpern, den sogenannten »Talentschmieden«. Weitere Besonderheiten sind ein Kuppelbau
    (GCM)                                    (»Science Dome«) mit einer sphärisch gekrümmten Leinwand und einem um 180 Grad drehba-
    Facility Management Consulting
                                             ren Zuschauerraum sowie eine Sternwarte. Architekt und Partner von Drees & Sommer im Projekt
    Building Information Modeling (BIM)
                                             ist das Büro Sauerbruch Hutton. Im Juli 2015 starteten die Bauarbeiten. Mit dem Rohbau soll An-
    Mehrwert: Der Einsatz von BIM spart
                                             fang 2016 begonnen werden. Die Schwarz Real Estate hat Drees & Sommer die Gesamtverant-
    Investitionskosten und erleichtert den
    Entscheidungsprozess.                    wortung für das Projekt übertragen. Diese setzten von Beginn an auf BIM. Damit kann das Ge-
                                             bäude trotz der komplex anmutenden Architektur in planerische Module zerlegt werden. Die Fas-
                                             sadenkonstruktion wurde so optimiert, dass aus anfangs über 200 unterschiedlichen Fassaden-
                                             elementen durch Optimierung in der Planung nun ca. 50 verschiedene Elemente zum Einsatz
                                             kommen. Das Prinzip »erst digital, dann real« – unter anderem mit einem durchgängigen 3D-Pla-
                                             nungsmodell – wurde bereits in der Entwurfsplanung angewendet. So konnten Planungskollisio-
                                             nen früh erkannt und Wandstellungen, Türöffnungen und Leitungsführungen optimiert werden.
                                             Das im BIM-Prozess etablierte Datenmodell diente als Ausgangspunkt für virtuelle Tests zentraler
                                             Eigenschaften des Neubaus. Energetische Simulationen und Wirtschaftlichkeitsanalysen zeigten,
                                             dass die Kombination aus Grundwassernutzung, Wärmepumpentechnik und natürlicher Schwer-
                                             kraftkühlsysteme das wirtschaftlichste Energiekonzept darstellt. Allein das soll hohe sechsstellige
                                             Investitionsbeträge sowie Betriebskosten in jährlich fünfstelliger Höhe sparen. Durch die digitale
                                             Modularisierung gelang es den Fachingenieuren, eine große Zahl sich wiederholender Fassa-
                                             denelemente zu entwickeln. Drees & Sommer gehen davon aus, dass während der Ausführung
                                             der logistische Aufwand erheblich reduziert und der Bauablauf zügig vorangehen wird. Derzeit
                                             befindet sich das Projekt in der Ausführungsplanung.

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