Die Geschichte der Volksschule Sooß
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Die Geschichte der Volksschule Sooß
D
ie Wurzeln des Grundschulwesens rei- und Buchstabieren lernt, 20 Kreuzer, das Lesen und
chen bis weit ins Mittelalter zurück. Die Schreiben lernt, 30 Kreuzer und das zusätzlich noch
Dorfschulen in den Pfarrgemeinden Rechnen lernt, 1 fl erhalten. Dazu kamen noch Einkünf-
wurden zumeist im 13. und 14. Jahrhun- te aus dem Kirchendienst und das Läutegeld der Ge-
dert gegründet. Eine verbindliche Regel meinde. Es steht zwar in einer Verordnung, dass „der
der Heimatforschung besagt nämlich, dass die Schule trewen vnnd fleissigen Schuelmaister Mühe vnnd Ar-
in den Pfarrorten so alt ist wie die Pfarre selbst. beit nit wol genug belohnt werden kann“, aber die
Wirklichkeit sah meistens so aus, dass die Entlohnung
Der Werdegang des Grundschulwesens kann in kaum zum Leben ausreichte. Aus diesem Grunde ka-
mehrere Perioden eingeteilt werden: men im Laufe der Zeit gewisse Naturalleistungen dazu,
• die mittelalterliche Schulperiode z.B. freie Wohnung, Beheizung, Grundstücksnutzungen
• Unterrichtseinrichtungen zur Zeit der Reformati- und Gaben an Lebensmitteln.
on und der Gegenreformation Wenn keine geeigneten Unterrichtsräume zur Ver-
• die Periode nach dem Inkrafttreten der allgemei- fügung standen, unterrichtete der Lehrer in seiner
nen Schulordnung unter Maria Theresia im Jahre Wohnung. Da sollten die Kinder dann oft Holz für den
1774 Ofen oder Lichtgeld mitbringen. Es ist verständlich,
• die Zeit nach dem Reichsvolksschulgesetz von dass der Lehrer vielfach Schwierigkeiten hatte, auf
1869 diesem Wege zu seiner Entlohnung zu kommen.
Eine wesentliche Besserung trat erst ein, als unter
Ursprünglich war es die Aufgabe der Lehrer, den Maria Theresia im Jahre 1774 das 1.Reichsvolksschul-
Kirchendienst zu versehen und daneben den Buben gesetz erlassen wurde, das eine allgemeine Schul-
und Mädchen des Ortes das Vaterunser, das Glaubens- pflicht vom 6. bis zum 12. Lebensjahr und die Errich-
bekenntnis, die zehn Gebote Gottes und sonstige Ge- tung von Trivialschulen ( heute Grundschulen) in
bete beizubringen. Das Unterrichtsgeschehen stand jedem Ort vorsah.
in dieser Zeit ganz im Dienste des Religionsunterrichtes. Die Schulaufsicht lag in den Händen des Pfarrers,
Die Schulen wurden meist einklassig geführt. Es gab die Inspektion führte meistens der Dechant durch, der
keine Schulpflicht, keine vorgeschriebene Ausbildung dann dem Kreisamt berichtete. Prüfungen wurden in
und keine feste Besoldung des Lehrers. In überlieferten der Schule halbjährlich über alle Gegenstände in Ge-
Schriften aus dem 16.Jahrhundert heißt es, der Lehrer genwart des Pfarrers, eines herrschaftlichen Beamten,
soll zu jedem Quatember von jedem Kind, das Lesen einiger Gemeindegeschworenen und des Schullehrers123 abgehalten. In der Trivialschule wurden die Gegen- stände Religion, Sittlichkeit, Lesen, Schreiben Rechnen und ein wenig Stillehre unterrichtet. Ein weiteres Gesetz aus dem Jahre 1805 schrieb vom 6. bis zum12. Lebensjahr die Alltagsschule und vom 12. bis zum 18. Lebensjahr die Sonntagsschule vor. In der Regel dauerte das Schuljahr am Lande aber nur vom Dezember bis zum März, also in einer Zeit, wo die Kinder zu Hause auf den Bauernhöfen nicht zur Arbeit benötigt wurden. Die Lehrer waren weiterhin schlecht ausgebildet, konnten von ihrem Gehalt kaum leben und waren noch immer zu Nebenverdiensten – wie Organist, Kirchenchorleiter oder Gemeindesekretär – gezwun- gen, was ihre schulischen Tätigkeiten hemmte. Sie genossen auch kein besonderes Ansehen in der Öf- fentlichkeit und wurden von den Eltern lediglich als Titelseite des „Neuen Bilderbuchs. Anleitung zum Anschauen, Denken Schreckmittel bei der Erziehung der Kinder benutzt. Rechnen und Sprechen von N. Bohny“ aus dem Jahr 1801 (?) Eine Neuordnung des Volksschulwesens und seiner Lehrerbildung erfolgte durch das Reichsvolksschulge- setz vom Jahre 1869. Es brachte bedeutende Ände- Ferner wurde angeordnet, dass jede Schule über rungen. Einige dieser Änderungen konnten aber erst einen Schulgarten, einen Turnplatz, eine Lehrmittel- nach längerer Zeit durchgesetzt werden. sammlung und eine Schülerbibliothek zu verfügen So wurde die Lehrerausbildung wesentlich verbes- habe. Der Unterricht in den Realien, Zeichnen, sert und auf vier Jahre ausgedehnt. Sie erfolgte ab nun Singen,Turnen und Handarbeiten wurde verwirklicht. in eigenen Lehrerbildungsanstalten. Die allgemeine Die dazu befähigten Lehrer wurden als Industrielehrer, Schulpflicht wurde um zwei Jahre verlängert und dau- später HandarbeitslehrerInnen und in neuester Zeit erte vom 6.bis zum 14.Lebensjahr und die Schulaufsicht als ArbeitslehrerInnen bezeichnet. wurde staatlichen Beamten übertragen. Es entstanden Nach dem ersten Weltkrieg nahm das Schulwesen die Landes-, Bezirks- und Ortsschulräte. Weiters kann einen weiteren Aufschwung. Nach Versuchslehrplänen es zur Einführung einer so genannten Bürgerschule für wurde 1926 ein definitiver Lehrplan eingeführt. Zur die Kinder ab der fünften Schulstufe. Weiterbildung der Lehrer wurden in Wien das Päda- Schwerpunkt Volksschule Sooß
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gogische Institut und auf dem Lande die Lehrerar- In den Siebzigerjahren führten viele Pflichtschulen
beits-gemeinschaften gegründet. die Fünftagewoche ein und an allen Volksschulen
Das Jahr 1941 brachte die Umstellung von der Kur- wurde der Unterrichtsgegenstand Vorschulenglisch
rentschrift auf die Normalschrift und im Jahre 1962 ab der dritten Klasse obligatorisch angeordnet.
erfolgte die Ausweitung der Schulpflicht auf neun Es ist leider nicht bekannt, wann und in welcher
Jahre und die Einführung des Polytechnischen Lehr- Form der Schulunterricht für die Kinder von Sooß ein-
ganges. Weiters wurde die Volksschuloberstufe abge- setzte, da diesbezügliche Unterlagen –falls sie vorhan-
schaff t und alle Schüler ab der vierten Volksschulklas- den gewesen wären – durch die Wirren der Kriege
se besuchten seither die Hauptschule oder die verloren gegangen sind. Es stehen uns daher nur sehr
Mittelschule. Lernschwache Kinder hatten die Mög- spärliche Quellen aus früherer Zeit zur Verfügung. So
lichkeit in einer Sonderschule eine entsprechende geht aus einem Visitationsbericht über die Pfarre Ba-
Ausbildung zu erhalten oder wurden in der Volksschu- den im Jahre 1542 hervor, dass die Pfarre Baden einen
le durch so genannte Stützlehrer besonders geför- eigenen Kaplan für Sooß zu halten habe und dieser in
dert. Sooß den Gottesdienst und den Religionsunterricht
in der Kirche und Schule zu halten habe.
Anlässlich eines „Banntaidings“ in Sooß am 8.August
1781 wird im Punkt 28 dieser Niederschrift erwähnt,
dass die Sooßer allen Ernstes ermahnt werden, ihre
Kinder fleißig in die Schule zum Unterricht zu schicken,
ansonsten müssten sie „mit den gehörigen Zwangs-
mitteln dazu verhalten werden.“ Der Schulmeister hin-
gegen hat seinen Unterricht in allen Fächern nach der
bestehenden, verbesserten Lehrart zu erteilen und bei
Illustrationsseite zu „Der
schwerer Verantwortung – nach Umständen sogar
Blaslaut.“ aus dem
seiner Entlassung aus dem Schuldienst- die Erteilung
„Bilder-Lautirbuch. Eine
des Unterrichtes nach alten Lehrbüchern zu unterlas-
Anleitung kleine Kinder
sen.
auf eine leichte und
naturgemäße Art lesen
Am 15. März 1811 wurde zwischen der Gemeinde
und schreiben zu lehren“
Sooß und dem damaligen Schullehrer Johann Frey-
von Niklaus Bohny aus
singer folgender Vergleich über sein Einkommen ge-
dem Jahr 1849
schlossen:125
Der Schullehrer erhält für jedes zahlende Schulkind Bauprotokoll der Marktgemeinde Sooß hervor. In die-
jährlich 3 Gulden. sem Dokument wird das Haus Nr.12 als Schulhaus und
Das sind gegenwärtig bei 45 Schulkindern 135 Gulden Wirtshaus samt Wohn- und Wirtschaftsgebäuden an-
für das Wetterläuten 27 Gulden gegeben. Der vordere Teil des Gebäudes - einen Stock
einen Ergänzungsbeitrag zum hoch - war das Gasthaus, der hintere Teil – ein eben-
Normalschulbaufonds 78 Gulden erdiges Gebäude im Ausmaß von 8 m mal 5 m 37 cm,
einen besonderen Ergänzungsbeitrag 10 Gulden das sind ca. 43 m2 diente als Schulhaus.
zwei Klafter Holz à 4 Gulden 8 Gulden Im Jahre 1874 errichtete die Gemeinde Sooß außer-
zusammen 258 Gulden halb des Ortes neben der Stierwiese ein neues Schul-
abzüglich Schulsäuberung - 12 Gulden gebäude, da das bisherige Schulhaus infolge der stei-
abzüglich Aushilfen im Messnerdienst - 5 Gulden genden Schülerzahlen zu klein geworden war.
verbleiben 241 Gulden Nach Eröffnung der neuen Schule schenkte der Pa-
tronats– und Gutsherr von Klein Maria Zell das alte
Bei diesen Verhältnissen hat die hohe Landesstelle Schulhaus der Gemeinde Sooß als Wohnung für den
verordnet, dass die Gemeinde Sooß die Ergänzung Lehrer und Messner.
von 9 Gulden zur Dotation von 250 Gulden an den Der Leiter der Schule war zu dieser Zeit Herr Ober-
Schulleiter unweigerlich abzuführen habe. lehrer Leopold Gartner, ein geborener Sooßer , der 14
Nach einer erzbischöflichen Visitation der Pfarre und Jahre lang hier im Ort als Leiter der Schule wirkte. Sein
der Schule Sooß im Jahre 1843wurden vom Dechant Nachfolger wurde der bisherige Unterlehrer Franz Salz-
des Dekanates Baden folgende Richtlinien erlassen: lachner.
„Es ist zum besten der Pfarrer vorgeschrieben, dass sie In den nächsten Jahren wechselten oft die Schullei-
jede Schulkatechese im Schulkatalog mit einer Paraf- ter. Nach zwei Jahren folgte Herr Josef Walz, der eben-
fe bezeichnen sollen, damit sie sich über ihren Fleiß falls nur zwei Jahre der Schule vorstand, ihm folgte
im Unterricht der Jugend auszeichnen können. Man- Herr Jakob Streyeck von 1891 bis 1895.
che Pfarrer vernachlässigen die Katechesen in den Wer die Schule von 1895 – 1909 leitete, ist nicht
ersten Klassen und vergessen ganz, dass sie dadurch mehr feststellbar.
für die zweiten Klassen vorbereiten würden. Erst mit Johann Meißner wurde die Oberlehrerstelle
Bei den Lehrern ist unter anderen dem Lehrer Gartner wieder langjährig besetzt. Er war Schulleiter von 1909
in Sooß meine Zufriedenheit zu erkennen zu geben.“ bis 1916.Als er im Jahre 1916 verstarb, wurde die Stelle
Das erste nachweisbare Schulhaus in Sooß befand durch Herrn Michael Mayerhofer besetzt, der vom
sich hinter dem ehemaligen Gemeindegasthaus in der Bezirksschulrat mehrmals belobigt, aber vom Pfarrer
heutigen Thomas Wendtstraße, dies geht aus einem von Sooß wegen seiner Gesinnung abgelehnt wurde.
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Zwischen Pfarrer und Lehrer gab es arge Gegensätze.
Nach Meinung des Geistlichen waren die Kinder un-
gezügelt und die religiösen Kenntnisse schwach. Er
bemängelte weiters den schlechten Schulbesuch der
älteren Schüler und warf den Eltern vor, sie seien nur
Detail aus dem „Plan über auf Erwerb aus und benötigen ihre Kinder zur Arbeit.
diverse Adaptierungs- Bei all diesen Missständen schaue der Lehrer nur ta-
arbeiten im Gasthaus für tenlos zu.
die löbl. Gemeinde Sooss Zu dieser Zeit wurde die Volksschule Sooß mit einer
pol. Bezirk Baden“ aus dem Schülerzahl von mehr als 130 Buben und Mädchen
Jahr 1928 dreiklassig geführt.
Der erste Weltkrieg machte sich dadurch bemerkbar,
dass immer mehr Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen
wurden und es daher schwer war, einen regelmäßigen
Unterricht zu erteilen. Durch die schlechte Ernährung
der Bevölkerung nahmen auch die Krankheiten zu. So
musste im Jahre 1917 z.B. wegen einer Masernepide-
mie die Schule überhaupt für drei Wochen geschlos-
sen bleiben.
Das Jahr 1919 brachte durch Erlässe des Unterstaats-
sekretärs Dr. Otto Glöckel eine Reihe von Neuerungen
im Schulwesen:
• Die Aufhebung der geheimen Qualifikation der
Lehrpersonen
• Die Dauerbestellung der Handarbeitslehrerinnen
• Die Lehrervertretung beim Bezirksschulrat
• Den ungeteilten Vormittagsunterricht statt des
Ganztagesunterrichtes
• Die Einführung der Halbjahresschulnachrichten an
Stelle der Vierteljahresausweise
• Im Jahre 1926 den definitiven Lehrplan für alle
Schulen127
Nach Verlautbarung eines entsprechenden Erlasses Der zweite Elternabend im April befasste sich aber-
von Dr. Glöckel über religiöse Übungen in den Schulen mals mit dem Thema Schule und Elternhaus. Nach
beteiligten sich auf Weisung von Oberlehrer Mayer- einem einführenden Vortrag durch Fräulein Lehrerin
hofer keine Lehrer mehr an der Beaufsichtigung der Dienstl entwickelte sich eine stürmische Debatte, die
Schulkinder bei religiösen Veranstaltungen im Ort, mit Anflegelungen des Obmannes des Ortsschul-
worüber der damalige Pfarrer sehr verärgert war. rates und einiger Eltern gegen die Lehrpersonen
Im Jahre 1919 konstituierte sich auch der erste Orts- endete.
schulrat, der sich aus folgenden Personen zusammen- Die dritte Elternversammlung am 9. Juli, bei der Herr
setzte: Pfarrer Sterz über das Thema Charakterbildung sprach,
Obmann Alois Mentasti, Malermeister verlief hingegen äußerst friedlich und die anschlie-
Stellvertreter Johann Ungerhofer, Bauer ßende Leistungsschau der Schule fand allgemeine
Ortsschulaufseher Dr. Oskar Lenz, pens.Hofrat Anerkennung.
Mitglieder Josef Drimmel, Hauer Am 28. 2. 1923 verabschiedete sich Frl. Maria Dienstl,
Karl Gaßler, Schriftsetzer welche seit 1919 an der hiesigen Schule unterrichtete,
Michael Mayerhofer, Oberlehrer von ihren Kollegen. Herr Oberlehrer Mayerhofer berief
German Sterz, Pfarrer deswegen eine außerordentliche Lehrerkonferenz ein,
Ein Antrag bei einer Ortsschulratssitzung, den Reli- der auch der Schulaufseher Hofrat Dr. Lenz beiwohnte.
gionsunterricht überhaupt abzuschaffen, wurde mehr- Der Schulleiter sprach im Namen der Anwesenden der
heitlich abgelehnt. scheidenden Kollegin Lob und Anerkennung aus und
Um die neuen Strömungen entsprechend mit zu wünschte ihr weiterhin viel Erfolg.
tragen, setzte Herr Oberlehrer Mayerhofer in einem Im Jahre 1924 erstrahlte am 7. 6. zum ersten Mal das
Halbjahr gleich drei Elternversammlungen an, die elektrische Licht in Sooß. Die Einleitung in das Schul-
mehr oder minder das Interesse der Eltern weckte. haus erfolgte noch im selben Jahr.
Bei der ersten Versammlung am 23. 1. erläuterte Herr Im gleichen Jahr starb auch plötzlich und unerwar-
Oberlehrer Mayerhofer die neuen Bestimmungen der tet der damalige Lehrer und Gemeindesekretär Hoppe.
Schulgesetze und referierte über das Einvernehmen Man fand ihn in der Gemeindekanzlei über den
zwischen Elternhaus und Schule ohne Parteipolitik. Schreibtisch gebeugt tot auf.
Herr Lehrer Högler brachte dann einige praktische Bei der Demontage und anschließenden Reparatur
Beispiele. Bei der anschließenden lebhaften Debatte des Turmkreuzes der Pfarrkirche fand man in der Kap-
wurde die allgemeine Meinung vertreten, dass für die sel zwei Urkunden aus dem Jahre 1880, in denen unter
Eltern der ungeteilte Vormittagsunterricht eine uner- anderem auch die damaligen Gemeindevertreter und
trägliche Last sei. der Schullehrer erwähnt wurden. Daraus geht hervor,
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Die Geschichte der Volksschule Sooß
dass im Jahre 1880 die Schule einklassig geführt wur- schreiben“ erwischt wurden. Herr Oberlehrer Mayer-
de und dass der damalige Schullehrer Leopold Gartner hofer leitete daraufhin eine strenge Untersuchung ein
hieß. und bestrafte die „Übeltäter“ mit der Sittennote 4.
Ein Witzbold deponierte einen in ein Stück Papier Knapp vor seiner Pensionierung wurde Herr Ober-
gewickelten Kreuzer mit der Nachricht, dass man um lehrer Mayerhofer vom Unterrichtsministerium mit
dieses Geld zurzeit eine Portion Braten und einen Liter dem Titel Schuldirektor ausgezeichnet.
Wein bekommt. Am 2. 4. 1929 trat er dann seinen Ruhestand an. Die
Bei einer Elternversammlung am 21. 7 1924 be- Oberlehrerstelle wurde mit Herrn Hans Kirchberger
schwerte sich Herr Oberlehrer Mayerhofer beim Orts- besetzt. Herr Kirchberger war vorher Oberlehrer in
schulrat über den Mangel an Schulbüchern und der Zeillern bei Amstetten. Er fand die Unterstützung der
damit verbundenen Schwierigkeit einen gedeihlichen christlichen Politiker des Ortes, weil auch er christlich
Unterricht zu erteilen. gesinnt war. Der langjährige Lehrer in Sooß Herr
Herr Pfarrer German Sterz wechselte im Jahre 1925 Högler fiel bei der Bewerbung durch, weil er nie in die
von Sooß nach Liechtenthal – er wirkte über zehn Kirche ging.
Jahre lang als Seelsorger in Sooß. Sein Nachfolger Rätsel gibt ein Hinweis in der Pfarrchronik aus dem
wurde Pfarrer Thomas Wendt, der sich im Laufe seiner Jahre 1931 auf. Dort wird nämlich von einer 100 Jahr
langen Tätigkeit noch sehr in das Gemeindegesche- Bestandsfeier der Volksschule Sooß berichtet. Im Gast-
hen integrierte. haus Krenn – heute das griechische Gasthaus Tsatsiki
Auf Betreiben des Pfarrers genehmigte der Orts- an der Bezirksstraße - fand eine Festveranstaltung mit
schulrat im Jahre 1926 einen Betrag von 50 Schilling verschiedenen Theateraufführungen durch die Schul-
zum Ankauf von Bildern für den Religionsunterricht. kinder statt. Dabei fiel auf, dass kein Vertreter des Be-
Da die Bilder aber nur 37 Schilling 50 Groschen koste- zirksschulrates wohl aber einer des Landesschulrates
ten, kaufte der Oberlehrer für das restliche Geld eine anwesend war. Herr Oberlehrer Kirchberger gab einen
Landkarte für die Schule, was auf kirchlicher Seite zu geschichtlichen Rückblick über die Schule und Herr
einer großen Verstimmung führte. Pfarrer Wendt hielt die Festansprache. Leider ist vom
Im gleichen Jahr verließ auch Frl. Leni Krenn die Inhalt dieser Reden kein Wort in einer Chronik erwähnt,
Schule und übersiedelte nach Gföhl. Damit verlor nicht so dass nicht mehr zu eruieren ist, was tatsächlich
nur die Schule eine tüchtige Lehrkraft, auch die Kirche gefeiert wurde. Eine Schule gab es nachweislich schon
trauerte um ihren regens chori. länger als 100 Jahre in Sooß und das neue Schulhaus
Am 21. 1. 1927 deckte Herr Lehrer Högler „arge sitt- konnte auch nicht damit gemeint sein, da dieses erst
liche Verfehlungen“ der Schulkinder auf. Ihre „Untaten“ 1874 erbaut wurde - möglicherweise das alte Gebäu-
bestanden darin, dass ca. 10 Kinder beim „Brieferl- de hinter dem Gemeindegasthaus, das aber schon129 längst kein Schulgebäude mehr war. Der Grund dieser • Eine Inspektion des Dechants in der Schule war Feier wird wohl immer verborgen bleiben. unzulässig, dies war Aufgabe der weltlichen Ein hervorragendes Ereignis war auch die Visitation Schulaufsichtsorgane. durch Erzbischof Dr. Theodor Innitzer am 25. April • Das Schulgebet wurde grundsätzlich abgeschafft. 1934. Nach einem feierlichen Empfang durch die Kor- porationen, der Gemeindevertretung, des Ortsschul- Besonders zu leiden hatten die Lehrkräfte, die an- rates usw. fand ein Festgottesdienst in der überfüllten derer Gesinnung waren oder die sich tatkräftig für den Pfarrkirche statt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Bestand Österreichs eingesetzt haben, sie wurden die Schulkinder in Religion geprüft. Wie nicht anders entweder aus dem Schuldienst entfernt oder einge- zu erwarten, war das Ergebnis niederschmetternd. Die kerkert. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Schulkinder waren viel zu befangen und nervös. wurden viele Lehrer zum Wehrdienst eingezogen, so Im Jahre 1936 erfolgte auf der südöstlichen Garten- dass bald ein Mangel an geeigneten Lehrkräften seite ein Zubau an das bestehende Schulgebäude. Die herrschte. Dazu kam noch in den Wintermonaten die Schulwohnung wurde durch eine Veranda und durch Kohlenknappheit, die den Schulbetrieb oft sehr ein- Nebenräume wie Klosett und Abstellraum erweitert, schränkte. So wurde im Jahr 1942 während der ärgsten darunter befindet sich ein ebenerdiger Keller. Kälte das Schulgebäude nur zwei Mal wöchentlich Durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche geheizt, die übrigen Tage waren schulfrei. Über die Reich im März 1938 traten auch im Schulwesen ein- Zeit von Ende Jänner bis 29. März wurden überhaupt schneidende Veränderungen ein. Hier nur einige Maß- Kälteferien angeordnet. nahmen: Im gleichen Jahr wurde Herr Oberlehrer Johann • Der Religionsunterricht wurde sehr zurückgedrängt Kirchberger, der seit 1929 Leiter der Volksschule Sooß und in die letzten Unterrichtsstunden verlegt. war, nach Hochstrass versetzt. Seine Stelle wurde Frau • Die Eltern konnten ihre Kinder unter 14 Jahren vom Proelies übertragen. Während die Lehrer in den Som- Religionsunterricht abmelden, Kinder über 14 mermonaten zum Ernteeinsatz verpflichtet wurden, Jahren brauchten keine Zustimmung der Eltern für mussten die Schüler Heilkräuter sammeln oder Sei- eine Abmeldung. denraupen züchten. • Die Schulkinder durften nicht mehr zum Besuch Ab 1943 begannen die Bombenangriffe der eng- einer Messe oder zum Empfang der Kommunion lischen und amerikanischen Flugzeuge. Ihre Ziele gezwungen werden. waren die Rüstungsindustrie in Wiener Neustadt, dann • Eine Begleitung der Schulkinder bei religiösen der Flugplatz in Kottingbrunn/Vöslau und die Kaserne Übungen durch die Lehrer war nicht mehr gestat- in Baden. Viele der Bomben verfehlten infolge der tet. massiven Fliegerabwehr das Ziel und so bekam auch Schwerpunkt Volksschule Sooß
130 Die Geschichte der Volksschule Sooß das Gemeindegebiet von Sooß einiges ab. Besonders schaft nach Sooß zurück und wollte hier wieder seinen betroffen waren der Wald am Schönberg, die Wein- Dienst antreten. Seine Wohnung war ausgeraubt und gärten, Felder und Wiesen. Es gab Schäden an Häu- seine Oberlehrerstelle war durch Herrn Josef Zorn sern und Verluste bei der Zivilbevölkerung. Dass der besetzt. Es entstand ein heftiger Streit um den Posten Schulbetrieb unter den immer häufigeren Bomben- und nach einer Woche musste Herr Kirchberger seine angriffen besonders zu leiden hatte, ist verständlich. Bemühungen aufgeben, da er während des Krieges Am 3.und 4.April 1945 marschierten die Russen auch Offizier war und seine angebliche Zugehörigkeit zur in Sooß ein. Wie sie in den Privathäusern gewütet NSDAP erst überprüft werden musste. Da Sooß durch haben, so wüteten sie auch im Schulhaus. Bei ihrem Herrn Zorn schon provisorisch vergeben war, bekam Abzug im Herbst blieb ein leer stehendes, verwüstetes er später die Oberlehrerstelle in Leobersdorf. Gebäude zurück. Fast sämtliche vorhandene Auf- Laut Protokollbuch der VS Sooß waren zu dieser Zeit zeichnungen, Lehrmittel und Bücher aus früheren Jah- folgende Lehrmittel in der Schule vorhanden: Einige ren gingen verloren. Obwohl mit 1.Juni der regelmä- Wandbilder, sehr schlechtes und unvollständiges Kar- ßige Unterricht hätte beginnen sollen, konnte das tenmaterial, einige Mineralien, einige geometrische Gebäude erst nach provisorischer Instandsetzung ab Körper, Lineal, Zirkel und Dreieck sowie 9 Bücher für 15.November 1945 benützt werden. die Lehrerbibliothek, davon sieben Stück, wie sie auch Die Schule wurde zweiklassig geführt und das bei die Schüler verwendeten. 79 Schülern. Zum provisorischen Leiter wurde Herr In den Wintermonaten war die Aufrechterhaltung Josef Zorn bestellt, seine zweite Lehrkraft war Frau des Unterrichtes durch das Heizproblem sehr schwie- Christine Mogg. Handarbeiten unterrichtete Frau Hele- rig. Es kam sogar so weit, dass die Schüler täglich ein ne Siegmund und katholische Religion Herr Pfarrer Scheit Holz zum Heizen mitbringen sollten. Thomas Wendt. Mit dem Jahre 1948 setzten auch die ersten größe- Da viele Kinder an Unterernährung litten, wurde mit ren Investitionen ein, so wurde die Vorderfront des einer Lebertranaktion begonnen. Den Schulkindern Schulhauses ausgebessert und gefärbelt, sowie die wurde täglich ein Löffel Lebertran verabreicht, eine Fenster außen gestrichen. wohl schwierige Arbeit für den Lehrer. Weiters erhiel- Am 9.Mai des Jahres 1948 visitierte Kardinal Dr. In- ten die Schulkinder täglich im Rahmen der Schüleraus- nitzer die Pfarre Sooß und stattete auch der Volksschu- speisung ein warmes Essen, das ältere Mitschüler mit le einen Besuch ab, dabei wurden die Kinder einer einem kleinen Handwagen täglich von Vöslau abzu- Religionsprüfung unterzogen, die zur allgemeinen holen hatten. Zufriedenheit ausfiel, jedenfalls besser als die früheren Im Oktober des Jahres 1946 kam der frühere Ober- öffentlichen Prüfungen in der Kirche. lehrer Johann Kirchberger aus der Kriegsgefangen-
131 Im Schuljahr 1949/50 wurde ein neuer Schulraum als Turnzimmer adaptiert und die Schulliegenschaft mit einem Zaun abgegrenzt. Die Gesamtausgaben mit über 25 000 Schilling waren schon sehr beträcht- lich. Im Februar 1951 starb Herrn Oberlehrer Josef Zorn an Drüsenkrebs. Er war ein umsichtiger Schulleiter und versuchte im Rahmen der Möglichkeiten die Schule wieder aufzubauen. Seine Stelle besetzte bis 31.Obto- ber provisorisch Herr Josef Dorner. Über ihn ist nicht viel zu berichten, außer dass er alle alten noch vorhan- denen Kataloge und Amtsschriften, die sicher auch beschädigt gewesen sein dürften, verbrennen ließ. Klassenfoto aus dem Jahr 1950 mit Oberlehrer Josef Zorn (rechts hinten) Dadurch geriet das dokumentierte Schulleben von Sooß vor 1945 für immer in Vergessenheit. Mit 1. November 1951 übernahm Herr Oberlehrer me erhielten neue Parkettböden und schließlich wur- Leopold Drimmel die Leitung der Volksschule Sooß. den auch die alten Schulmöbel durch neue ersetzt. Gleich bei seinem Dienstantritt legte er einen umfas- Die Gesamtinvestitionen von 1948 bis 1953 beliefen senden Sanierungsplan für das Schulgebäude und sich auf 89.457,– Schilling. Bei diesen Ausgaben konn- einen Plan für die Beschaffung von Lehrmitteln vor, te man die Gemeindevertretung nur loben. die von den Gemeindebehörden wohlwollend zur Durch die Verbesserung der Verkehrsverbindungen Kenntnis genommen und nach Maßgabe der Mittel in die Nachbarorte traten immer mehr Kinder nach auch zum Großteil realisiert wurden. Abschluss der vierten Klasse in die Hauptschule über. Schon im nächsten Jahr erfolgte eine Aufstockung Von den in der Schulmatrik verzeichneten 83 schul- der Lehrerbücherei von 9 auf 45 Stück und der Schü- pflichtigen Kindern besuchten im Schuljahr 1952/53 lerbücherei von 0 auf 39 Stück, Lehrmittel um ca. 1200 56 Schüler die Volksschule in Sooß, 21 die Hauptschu- Schilling bildeten einen bescheidenen Anfang, aber le in Baden oder Bad Vöslau, drei die Mittelschule in schon in den nächsten Jahren wurden beträchtliche Baden, ein Kind die Sonderschule in Bad Vöslau und Mittel in das Schulhaus investiert. ein Bub war „bildungsunfähig“. Die Fassade wurde auf beiden Seitenansichten und Das Jahr 1955 brachte einen politischen Umsturz in auf der Gartenfront saniert, die Innenräume ausgemalt der Gemeinde. Bei der Gemeinderatswahl erlitt die und die Fenster und Türen gestrichen, die Klassenräu- Partei des langjährigen Bürgermeisters Alois Mentasti Schwerpunkt Volksschule Sooß
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Die Geschichte der Volksschule Sooß
eine Niederlage und Herr Leopold Fischer von der Mit Wirkung vom 19. März 1957 übernahm Herr Otto
ÖVP wurde neuer Bürgermeister. Wie sein Vorgänger Fleischmann die Leitung der zwei-klassigen Volksschu-
war auch er sehr schulfreundlich eingestellt. le Sooß.
Im August 1956 ging der Langzeitpfarrer von Sooß, Weil im Herbst die Gemeinde mit einem dreitägigen
geistlicher Rat Thomas Wendt, in Pension. Er hinterließ Fest die Markterhebung feierte und den Ort beson-
in Sooß viele positive Spuren und seine Ernennung ders festlich herausputzte, wurde auch die Vorder-
zum Ehrenbürger war ein sichtbarer Ausdruck seiner front der Volksschule neuerlich saniert, da der in den
Verdienste. Leider konnte er seinen Ruhestand nicht ersten Nachkriegsjahren notdürftig aufgebrachte Putz
lange genießen, denn schon im darauf folgenden Jahr schon wieder stark abgebröckelt war.
verstarb er im Krankenhaus Bad Vöslau. Seine sterb- Am 17.12.1958 wurde Frau Volksschulhauptlehrer
lichen Überreste wurden am Sooßer Friedhof unter Christine Mogg vom Papst Johannes XXIII mit dem
großer Anteilnahme der Ortsbevölkerung beigesetzt. Ehrenzeichen BENE MERENTI für ihre langjährige Ar-
Sein Nachfolger wurde Kaplan Josef Nußbaumer. beit in der religiösen Erziehung der Jugend ausge-
Am 30.September 1956 schied Herr VS Direktor Le- zeichnet. Die Ehrung fand im Konsistorialsaal des Erz-
opold Drimmel infolge Pensionierung aus dem Schul- bischöflichen Palais in Wien statt.
dienst. Die provisorische Leitung wurde vorüberge- Auf Einladung des Bürgermeisters und Abgeordne-
hend Frau Oberlehrer Christine Mogg übertragen. ten zum Nationalrat Leopold Fischer besuchten die
Schüler der Oberstufe das Parlament in Wien und
nützten die Gelegenheit, einer Sitzung beizuwohnen.
Hernach wurde das NÖ. Landhaus besucht. Den Ab-
schluss bildete ein Bummel durch die weihnachtlich
beleuchtete Mariahilferstraße.
Ab dem Schuljahr 1959/60 wurden die Schulspren-
gel neu geregelt. Laut Verordnung der NÖ. Landesre-
gierung gehörte Sooß ab sofort zum Hauptschul-
sprengel Baden.
In den Monaten Februar und März 1960 legte eine
Masernepidemie den Schulbetrieb völlig lahm, weil
fast alle Schulkinder daran erkrankten. Zur gleichen
Zeit war auch der Direktor durch eine Kehlkopfentzün-
Volksschulklasse mit den Lehrern Gertrude Fleischmann (links), dung dienstunfähig und so wurde die Schule zeitwei-
Otto Fleischmann (Mitte) und Christine Mogg (rechts) se einklassig durch Frau VHL Mogg geführt.133
Über eigenes Ansuchen wurde die seit 1945 hier an
der Volksschule tätige Frau VHL Christine Mogg nach
Leobersdorf versetzt. Frau Mogg war sowohl in der
Schule als auch in der Kirche immer mit großem Ein-
satz bei der Sache und erwarb sich bei der Erziehung
der Sooßer Jugend große Verdienste.
Als zweite Lehrkraft wurde die vertragliche VL Her-
mine Schützl nach Sooß versetzt.
Bei der Sanierung des Schulgebäudes wurden zwar
die Fassaden und die Schulräume bedacht, man ver-
gaß aber das Dach. Das wurde mit der Zeit so schad-
haft, dass bei Regenwetter in den Klassenräumen Kü-
bel zum Auffangen des durch die Decke eindringenden
Regenwassers aufgestellt werden mussten.
Ab dem Schuljahr 1963/64 erfolgte der Unterricht Volksschulklasse mit den Lehrern Hermine Schützl (links) und
nach einem neuen Lehrplan Die Oberstufen der Otto Fleischmann (rechts)
Volksschule wurden abgeschafft und die Schüler wur-
den nach der vierten Schulstufe je nach ihrem Können Frau Hermine Schützl, die schon vorübergehend in
dem ersten oder zweiten Klassenzug einer Hauptschu- der Kanzlei des Bezirksschulrates Kanzleidienst versah,
le zugeführt oder sie besuchten künftighin eine AHS. verzichtete auf die schulfeste Stelle an der VS Sooß
Weiters wurde die Schulpflicht auf 9 Jahre ausgedehnt und wurde nach Baden in die Helenenschule versetzt.
und der Polytechnische Lehrgang zur Berufsvorberei- Ihre Stelle in Sooß bekam die vertragliche VL Silke Zink,
tung ins Leben gerufen. In der Volksschule Sooß die dann durch Frau Hildegard Lintner ersetzt wur-
schloss der Unterricht in der Oberstufe mit einem de.
Mädchen in der 7.Schulstufe mit dem Schuljahr Im Mai 1967 wurde das Schulhaus an das neue ört-
1965/66. liche Kanalnetz angeschlossen und erhielt in den Klas-
Obwohl das Schulgebäude 1966 an das Erdgasnetz senräumen zeitgemäße Neonlampen an der Decke.
der NIOGAS angeschlossen wurde, blieb man in den Mit Jahresbeginn 1969 übernahm Herr BI. Reg. Rat
Klassenräumen bei der traditionellen Ofenheizung Alfred Frühwald die Leitung des in Baden neu errich-
und schaff te sogar noch neue Öfen für beide Klas- teten Pädagogischen Institutes. Sein Nachfolger als
senzimmer an. Bezirksschulinspektor wurde Professor Ferdinand
Pawlitschko.
Schwerpunkt Volksschule Sooß134
Die Geschichte der Volksschule Sooß
Direktor Fleischmann war durch seine Kehlkopf– Innenfenster abgeschlossen war und dass nach Ge-
und Asthmaerkrankung in den nächsten Jahren im- staltung der Gartenanlage Sooß sich sein aus dem
mer wieder dienstverhindert und musste durch die Dornröschenschlaf erwachtes Schulhaus wieder sehen
zweite Lehrkraft oder durch Aushilfen vertreten wer- lassen konnte.
den. Schließlich wurde die Schule überhaupt nur mehr Der Unterricht wurde einklassig geteilt geführt und
einklassig geführt und es drohte im Zuge der Gemein- zwar in der Form, dass von 8 Uhr bis 10 Uhr die erste
dezusammenlegungen überhaupt die Schließung. und zweite Schulstufe allein, von 10 bis 11 Uhr alle vier
Wenn man bedenkt, dass vom Schuljahr 1966/67 bis Schulstufen und ab 11 bis 13 Uhr die dritte und vierte
1970/71 zehn verschiedene Lehrkräfte Unterricht er- Schulstufe allein unterrichtet wurden und dies von
teilten, kann man ermessen, dass es um die Schule Montag bis Samstag. Im Schuljahr 1971/72 besuchten
nicht zum besten bestellt und das Leistungsniveau der insgesamt vierzig Kinder die Schule, davon 18 Schüler
Kinder dementsprechend niedrig war. Direktor Fleisch- die ersten zwei Stufen und 22 Kinder die
mann wurde vom Schuldienst überhaupt abgezogen 3.u.4.Schulstufe.
und kam in der Kanzlei des Pädagogischen Institutes Ab dem Sommersemester 1972 wurde die Volks-
unter. schule Sooß eine ständige Besuchsschule der Päda-
Dank der Bemühungen des Bürgermeisters Leopold gogischen Akademie Baden. Schon in den Sechziger-
Fischer blieb aber der Standort der Schule erhalten jahren waren immer wieder Studenten der LBA Wiener
und ab dem Schuljahr 1971/72 brachte der neue Leiter, Neustadt zum Landschulpraktikum nach Sooß gekom-
Direktor Karl Maurovitsch eine positive Wende. Ge- men.
meinsam mit Bürgermeister Fischer und Bezirksschu- Am 22.Juni 1973 verstarb Pfarrer Josef Nussbaumer
linspektor Pawlitschko wurde ein Sanierungsplan für nach langer schwerer Krankheit im 58.Lebensjahr.Er
die total verwahrloste Schulanlage und für die künf- wirkte 16 Jahre lang als Priester und Religionslehrer in
tige Gestaltung des Unterrichtes entworfen. Sooß und war schon jahrelang gesundheitlich sehr
Bereits in den Sommermonaten wurde die unbe- angeschlagen.
wohnbare Schulwohnung umgebaut und wieder Auf Grund seiner Verdienste um die Revitalisierung
bewohnbar gemacht, dann erfolgte eine Renovierung der Schule wurde Dir. Maurovitsch vom Landesschul-
des Schulgebäudes und schließlich wurde die desolat rat für N.Ö. eine Urkunde mit „Dank und Anerkennung“
wirkende Gartenanlage in eine Parklandschaft mit und vom Bezirksschulrat ein Belobigungsschreiben
einem Turnplatz umgewandelt. Schon in den Gemein- überreicht.
denachrichten vom 16.12.1972 schrieb Bürgermeister Nach Behebung des ärgsten Lehrermangels wurde
Fischer, dass die Renovierung der Volksschule außen der Volksschule Sooß mit dem Schuljahr 1974/75 wie-
und innen bis auf das Streichen der Innentüren und der eine zweite Lehrkraft zugewiesen, so dass nach135
mehrjähriger Unterbrechung der Unterricht in zwei meister wurde der bisherige Vizebürgermeister Jo-
Klassen erteilt werden konnte. hann Plos.
Die erste Klasse mit der ersten und zweiten Schul- Auf Ersuchen des Schulleiters gestattete die Stadt
stufe führte nun Frau prov. VS Lehrerin Christa Prinz Baden den Schülern der vierten Schulstufe den kos-
und die zweite Klasse mit der dritten und vierten tenlosen Besuch des Verkehrsübungsgartens in Baden.
Schulstufe VS Dir. Karl Maurovitsch. Den Religionsun- Nach Ablegung einer Prüfung erhielten die Kinder ab
terricht erteilte der neue Pfarrer von Sooß Pater Hans den 10. Lebensjahr die Berechtigung, sich frei mit dem
Hermans. Rad auf öffentlichen Straßen zu bewegen, bzw. in die
Bedingt durch den milden Winter – es traten kaum Hauptschule nach Baden zu fahren. Diese außerschu-
Frosttage auf – lösten sich Grippe, Scharlach, Mumps, lische Veranstaltung wurde bis in die späten Achtzi-
wieder Grippe und Masern hintereinander ab, so dass gerjahre fortgesetzt.
an manchen Schultagen bis zu 70 % Ausfälle zu ver- Mit Schulbeginn 1976/77 wurde der Schulversuch
zeichnen waren. Erst ab Mitte März war wieder an Vorschulenglisch auf der vierten Schulstufe begonnen.
einen geregelten Unterricht zu denken. Frau Salomon aus Bad Vöslau erteilte diesen Unterricht
Am 12.April stattete Kardinal DDr. Franz König der zwei Mal wöchentlich von halb acht bis acht Uhr.
Schule einen Besuch ab und war über das gute Schul- Bezirksschulinspektor Ferdinand Pawlitschko über-
klima und das Wissen der Kinder in Religion sehr er- reichte anlässlich einer Inspektion Frau Prinz das De-
freut.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Schul-
gebäude wurde nun der Schwerpunkt auf den Ankauf
von zeitgemäßen Lehrmitteln und den Ausbau der
Schülerbibliothek gelegt. Zu letzteren trugen auch die
seit 1972 jährlich am 1.Adventsonntag durchgeführten
Buchausstellungen bei, die seit dem Vorjahr nun auch
mit dem Christkindlmarkt der Sooßer Frauen verbun-
den wurde. Dadurch kamen viel mehr Besucher zu
den Ausstellungen und es fanden sich auch viele Käu-
fer für die dargebotenen Kinderbücher.
Seit der Gemeinderatswahl am 6. April hat Sooß
auch einen neuen Bürgermeister, da der langjährige
Seit 1972 gestattete die Stadt Baden den Schülern der Volksschule
Bürgermeister Leopold Fischer aus Altersgründen zu
Sooß die Ablegung der Fahrradprüfung im Verkehrsübungsgarten
einer Wiederwahl nicht mehr antrat. Neuer Bürger-
Schwerpunkt Volksschule Sooß136
Die Geschichte der Volksschule Sooß
kret zur Ernennung als definitive Volksschullehrerin. de erhielten in den Klassen und auf den Gängen einen
Nach Abschluss der Sanierung des Schulgebäudes abwaschbaren Schutzanstrich. Die Gesamtkosten be-
und der Schulräume und der Ausstattung der Schule liefen sich auf rund 75 000 Schilling, deshalb musste
mit den notwendigsten Lehrmitteln und audiovisu- die Erneuerung der Fensterfront auf der Gartenseite
ellen Geräten wurde nun auch die Schulkanzlei um- auf das kommende Jahr verschoben werden.
gestaltet und neu möbliert. Mit Beginn des Schuljahres 1981/82 ist nun auch ein
Leider musste sich Pater Hans Hermans einer Sprachheillehrer einmal wöchentlich an der Schule
schweren Operation unterziehen, wodurch er mona- tätig und bemüht sich um die Kinder mit Sprachstö-
telang verhindert war den Religionsunterricht zu er- rungen.
teilen, seine sporadische Vertretung war Frau Jung aus Nach jahrelangem, schweren Leiden und14 prak-
Baden, eine Laienreligionslehrerin. tisch erfolglosen Operationen, die seinen Leidensweg
Der Jahreswechsel 1978/79 brachte auch eine Än- nur verlängern, aber nicht lindern konnten, nahm Pa-
derung beim Bezirksschulrat. Herr Reg. Rat. Prof. Fer- ter Hans Hermanns Abschied von Sooß, nachdem er
dinand Pawlitschko trat in der dauernden Ruhestand. während einer Messe in der Kirche zusammengebro-
Sein Nachfolger als Bezirksschulinspektor für Baden chen war und übersiedelte ins Kloster St. Gabriel, wo
und Umgebung wurde OSR Alois Kainrath. er Ende Mai 1982 verstarb.
Mit dem Schuljahr 1979/80 begann auch die 5-Tage- Im Juli verschied auch plötzlich und unerwartet
Woche an der Volksschule Sooß. Bei einer Abstim- Altbürgermeister Leopold Fischer. Unter seiner Amts-
mung unter den Erziehungsberechtigten sprachen zeit wurde aus einem verschlafenen Weinort ein blü-
sich 73 % für die Einführung und 26 % dagegen aus, hender Fremdenverkehrsort im wahrsten Sinne des
1 % war neutral. Auf Grund dieses Ergebnisses verord- Wortes. Er war ein guter Bürgermeister, der auch für
nete der LSR. f. NÖ. mit 26.Juni 1979 die Einführung die Schule immer ein offenes Ohr hatte.
eines schulfreien Samstages an der Volksschule Der August brachte nach über 50 Jahren und inten-
Sooß. siven Regenfällen wieder Hochwasseralarm in Sooß.
Während bei den literarischen Lehrkräften außer Schwere Unwetter an zwei aufeinander folgenden
dem jährlichen Wechsel der Arbeitslehrerinnen keine Tagen mit Niederschlägen von jeweils mehr als 80
Änderung eintrat, musste der schwer erkrankte Pfarrer Liter pro m2 setzten besonders die Leopold Fischer-
Hans Hermanns beim Religionsunterricht immer wie- straße, den Parkplatz auf der Vöslauerstraße und die
der durch Frau Jung ersetzt werden. untere Hauptstraße unter Wasser. In vielen Kellern
Im Sommer 1980 wurden auf der Gassenfront sämt- stand meterhoch das Wasser und verursachte große
liche nach außen zu öffnende Fenster gegen neue, Schäden an den Zentralheizungen, Elektrogeräten,
nach innen aufgehende Fenster ersetzt und die Wän- Maschinen und sonstigen Einrichtungen. Auch der137
Schulkeller wurde nicht verschont, dort stand das Was- aus dem Gemeinderat ausschied. Zum neuen ge-
ser infolge Rückstaus der übergehenden Kanäle rund schäftsführenden Gemeinderat für Jugend-, Schul–
60 cm hoch. und Sportangelegenheiten wurde Dir. Karl Mauro-
Durch die Einführung des Unterrichtsgegenstandes vitsch bestimmt. Da er auch die Gemeindekasse
Englisch auch in der dritten Schulstufe war ein Lehrer- verwaltet, ist auch weiterhin mit ausreichenden Geld-
wechsel notwendig, weil Frau Prinz nicht die erforder- mitteln für die Schule zur rechnen.
lichen Kenntnisse zur Erteilung des Unterrichtes auf- Das 200-jährige Jubiläum „Der Buschenschank“ war
weisen konnte. Sie wurde nach Gainfarn versetzt. An Anlass für eine Radiosendung aus dem bekannten
ihre Stelle kam Frau Eleonore Arnold, die die erste Weinort Sooß. Für die musikalische Untermalung
Klasse übernahm und auch den Englischunterricht in sorgten die Heurigenmusik Auer, die Geschwister
der dritten und vierten Schulstufe gestaltete. Adam und der Schülerchor der Volksschule.
Ab Schulbeginn 1983/84 erteilte der neue Pfarrer Am 1.und 2.März 1986 stimmte die niederösterrei-
von Sooß, Herr Emmerich Schöffberger den katho- chische Bevölkerung mit einer überwältigenden Mehr-
lischen Religionsunterricht. heit für die Schaffung einer eigenen Landeshauptstadt
In den letzten Jahren breiteten sich die Zecken in ab. St. Pölten ging als Sieger hervor und wurde am 10.
unserem Gebiet besonders stark aus und die durch Juli 1986 mittels einstimmigen Beschluss als Landes-
Zeckenbisse verursachten Krankheitsfälle traten immer hauptstadt in der Verfassung verankert.
häufiger auf. Deshalb wurde landesweit eine Schutz-
impfung gestartet, bei der sich bis auf drei Kinder alle
freiwillig dieser kostenlosen Impfung unterzogen.
Am 19. 6. 1983 besuchte anlässlich der Visitation der
Pfarre Sooß Bischof Florian Kuntner auch die Volks-
schule und war von der Atmosphäre in der Schule und
der Umgebung tief beeindruckt. Sein Besuch wieder-
holte sich am 27. November nach der Festmesse zur
200-Jahrfeier der Pfarre Sooß. Diesmal besuchte er die
Buchausstellung und den Mehlspeisen-markt in der
Volksschule und freute sich über die gute Zusammen-
arbeit zwischen Schule und Pfarrgemeinde.
Nach den Gemeinderatswahlen 1985 wurde Engel-
Volksschuldirektor Karl Maurovitsch, Pfarrer Emmerich Schöffberger
bert Fischer zum neuen Bürgermeister gewählt, weil
und Lehrerin Christa Prinz mit Erstkommunionklasse im Jahr 1984
der bisherige Bürgermeister Plos aus Altersgründen
Schwerpunkt Volksschule Sooß138
Die Geschichte der Volksschule Sooß
Weil es üblich ist, dass ein Großteil der Schüler einen ser Tagung wurde unter anderen auch OSR Direktor
freiwilligen Flötenunterricht besucht, können Schul- Karl Maurovitsch mit einem Ehrendiplom und einer
feste besonders feierlich und stimmungsvoll gestaltet Medaille ausgezeichnet
werden. Sei es bei Weihnachtsfeiern, Muttertagsfeiern Eine weitere Anerkennung erfuhr Direktor Mauro-
oder Schulschlussfeiern, immer nehmen die Eltern vitsch durch die Ernennung zum Oberschulrat im
regen Anteil daran und freuen sich über die Darbie- April1987.Aufgrund von Terminkollisionen konnte die
tungen ihrer Kinder. Liebevoll zusammengestellte Bü- Überreichung des Dekretes erst im November im Rah-
fetts der Mütter runden dann diese Feste ab. men einer Schulfeier stattfinden, bei der nicht nur die
Im Herbst 1986 wurde das Schulforum in allen Schu- Schüler, sondern auch der Bezirkshauptmann, der Be-
len eingeführt. Dieses Gremium besteht aus einem zirksschulinspektor, der Bürgermeister und zahlreiche
Klassenvertreter, einem Schulvertreter, den Klassen- Vertreter örtlicher Organisationen teilnahmen.
lehrern und dem Direktor. Die Aktivitäten des Forums Der rapide Rückgang der Geburtenzahlen in den
waren bescheiden, die Arbeit blieb dem Direktor. letzten Jahren machte sich nun auch bei den Schüler-
Anlässlich einer Bezirkstagung des NÖJRK für alle zahlen immer mehr bemerkbar. Der aktuelle Schüler-
Pflichtschulen und Höheren Schulen erfolgte eine stand von 31 Kindern in beiden Klassen und die Klas-
Ehrung verdienter Mitarbeiter, die als Schulreferenten senschülerhöchstzahl von 30 Kindern lässt die
für das Jugendrotkreuz an Schulen tätig sind. Bei die- Befürchtung aufkommen, dass die Volksschule wieder
einklassig geführt werden muss.
Trotzdem wurde in die Schule weiter investiert. Das
Turnzimmer wurde trockengelegt, die erste Klasse mit
neuen Tischen und einer neuen Tafel ausgestattet und
die Ostseite der Fassade geschmackvoll gestaltet.
Im Schuljahr 1988/89 wurde dann die zweite Klasse
mit neuen Möbeln ausgestattet und die Nordwand
der Fassade erhielt einen frischen Anstrich.
Vor Weihnachten wurde eine groß angelegte Samm-
lung nicht mehr benötigter Spielwaren zu Gunsten
der Caritas gestartet, die überaus erfolgreich war. Acht
große Kisten mit zum Großteil gebrauchten aber in
tadellosem Zustand befindlichen Spielwaren konnten
Direktor Maurovitsch wird im April 1987 zum Oberschulrat ernannt, dieser Organisation zur Weitergabe an bedürftige Kin-
im Bild rechts BH Wanzenböck der übergeben werden.139
.Das Schuljahr wurde mit einem Sportfest und einer würde, übernahm Magister Walter Pfeifer die freie Stel-
anschließenden Elternjause abgeschlossen. Den sport- le in Sooß und damit auch die Stelle als Religionslehrer
lichen Teil bestritten die Kinder, die Jause wurde wie- an der Schule.
der wie schon so oft von engagierten Eltern beige- Erfreulich war auch, dass durch Zuwanderung und
steuert. Steigerung der Geburtenzahlen die Anzahl der Schü-
Im Rahmen der Verkehrserziehung wurden die Kin- ler wieder stieg und daher die Gefahr der Einklassigkeit
der neben den Übungen im Verkehrsgarten auch auf nicht mehr zu befürchten war.
dem neuen Verkehrsübungsplatz in Teesdorf im Rah- Bei der Schulschlussfeier am 25.6.1992 wurde Direk-
men der Aktion „Hallo Auto“ mit den Gefahren des tor OSR Karl Maurovitsch feierlich verabschiedet, da er
Straßenverkehrs hautnah vertraut gemacht. Sie durf- mit 31.8.seinen dauernden Ruhestand antrat. Die Kin-
ten im Auto mitfahren und selbst einige Handgriffe, der bereiteten ihm einen rührenden Abschied mit
wie z.B. das Betätigen der Bremsen durchführen. Liedern, musikalischen Einlagen, Szenen aus dem
Bei den Feierlichkeiten im Rahmen der Veranstaltun- schulischen Leben und vielen anderen Darbietungen.
gen 30 Jahre Lehrerfortbildung bestritt die zweite Der Bezirksschulinspektor überreichte Dank–und An-
Klasse ein einstündiges musikalisches Programm im erkennungsdekrete des LSR und des BSR, der Bürger-
Festsaal der Sparkasse Baden. Damit sollte gezeigt meister von Sooß zeichnete den scheidenden Schul-
werden, dass auch kleine Schulen in der Lage sind, mit leiter mit dem Ehrenring der Gemeinde Sooß aus und
wenigen Kindern anspruchsvolle Darbietungen auf
dem musischen Gebiet zu bringen. Den Kindern von
Sooß ist es jedenfalls gelungen, sich in die Herzen der
zahlreichen Zuhörer zu singen und zu spielen.
Im Frühjahr 1990 beteiligten sich die Schüler der 2.
Klasse mit ihrem Klassenlehrer an der Bepflanzung der
neuen Teichkläranlage. Es wurden Sträucher und Bäu-
me gesetzt und Grünflächen angelegt. Die Kinder
waren bei dieser praktischen Umweltgestaltung mit
Feuereifer bei der Sache.
Im Sommer 1991 verließ der bisherige Pfarrer Em-
merich Schöff berger unsere Gemeinde und nahm
eine Stelle in Weikersdorf am Steinfelde an. Nach län-
Bepflanzung der neuen Teichkläranlage durch SchülerInnen der
gerem Bangen, ob bei dem herrschenden Priester-
Volksschule Sooß mit OSR Maurovitsch im Frühjahr 1990
mangel überhaupt noch ein Nachfolger kommen
Schwerpunkt Volksschule Sooß140
Die Geschichte der Volksschule Sooß
Vertreter der Eltern, des Schulforums und der Kirche Durch die Errichtung größerer Wohnhäuser an der
überreichten Ehrengeschenke und Blumen. Beim Fest- Bezirksstraße und den damit verbundenen Zuzug
essen bedankte sich der Chor der Marktgemeinde mit neuer, vor allem junger Familien erhöhte sich auch die
einigen Liedern für die gute Zusammenarbeit und der Anzahl der schulpflichtigen Kinder, was auch eine Auf-
Überlassung von Schulräumlichkeiten für ihre Pro- stockung der bestehenden Schulklassen bewirkte. Der
ben. Versuch mit einer dritten Klasse wurde mit dem Schul-
Es fiel dem scheidenden Direktor nicht leicht, diese jahr 1993/94 gestartet und ab dem Schuljahr 1994/95
Ehrungen ohne sichtbare Gemütsbewegungen über definitiv eingeführt. Die Volksschule wurde nun drei-
sich ergehen zu lassen, zeigten sie doch, dass seine klassig geführt und Frau Kathrin Utner verstärkte das
einundzwanzigjährige Tätigkeit in der Schule und Ge- Lehrpersonal.
meinde voll anerkannt wurde. Als besondere Aktivitäten in diesem Schuljahr wären
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde Frau Ele- eine Aktion gemeinsam mit der FF Sooß und dem
onore Arnold mit der provisorischen Leitung der Schu- ÖAMTC im Rahmen der Verkehrserziehung „Hallo
le betraut und mit 1.4.1993 zur definitiven Leiterin und Auto“, eine Adventaktion mit SINGEN, SPIELEN und
Direktorin ernannt. Als zweite Lehrkraft übernahm BACKEN, ein Projektunterricht gemeinsam mit den
Frau Michaela Frigyesi, bisher tätig in Bad Vöslau die Eltern und als Abschluss eine Sportwoche vom 7.bis
zweite Klasse. 14. Juni mit Benützung der Sportanlagen in der Förs-
terschule Bad Vöslau zu
nennen.
Zu erwähnen wäre auch
noch die Anlage eines Kin-
derspielplatzes neben der
Schule, der am 29.6. durch
Bürgermeister Engelbert
Fischer und Mag. Pfarrer
Walter Pfeifer feierlich er-
öffnet wurde und in den
Pausen den Schulkindern
zur Verfügung steht.
Am 27. 9. 1995 nahm ein
Feierliche Verabschiedung von OSR Karl Maurovitsch bei der Die neue Volksschuldirektorin wunderbares Projekt unter
Schulschlussfeier am 25. 6. 1992 mit Singgemeinschaft Sooß ... Eleonore Arnold ... dem Titel „Brücken bauen“141
seinen Anfang. Schüler der dritten und vierten Schul- Den krönenden Abschluss des Schuljahres bildete
stufe besuchen im 14-tägigen Rhythmus alte Menschen eine zum ersten Mal durchgeführte Schullandwoche
im Jakobusheim in Bad Vöslau, um mit ihnen zu singen, der vierten Schulstufe vom 9.6.bis 13.6. in Salling-
zu basteln und zu sprechen. Dieses Projekt ist in Niede- berg.
rösterreich erstmalig und soll die Öffnung nach außen Mit Verordnung des LSR f. NÖ. schloss das Schuljahr
fördern. Es ist damit ein Forum für die Begegnung von mit 14.6., nachdem schon vorher die fehlenden Schul-
Jung und Alt geschaffen, mit dem Ziel, gegenseitiges tage bis zum regulären Schulschluss jeweils an Sams-
Verständnis und Toleranz zu fördern. tagen eingearbeitet worden waren. Den Grund dieser
Eine Hilfsaktion für Not leidende Kinder in Rumänien Maßnahme bildete der Generalumbau des Schul-
war ein voller Erfolg und brachte 30 volle Säcke an hauses in den Ferienmonaten. Mit Einbeziehung der
Spielsachen und Kleidung. bisherigen Schulwohnung entstanden vier Klassen,
Als Abschluss ihres Projektunterrichtes bereiteten eine Garderobe, ein Turnsaal, eine Schulküche, eine
die Schüler der 1.u.2.Schulstufe unter Leitung von VL WC-Anlage für Kinder und eine für die Lehrpersonen
Frigyesi und Studenten der PÄDAK einen Ostermarkt sowie ein Lehrmittelzimmer. Die Heizung wurde er-
vor. Der Reinerlös war beachtlich und diente zum An- neuert und auf Gasbetrieb umgestellt, die Klassenräu-
kauf von Sitzbänken im Schulgarten. Im Zuge des me wurden mit modernen Beleuchtungskörpern und
ERASMUS –Projektes besuchten 30 Sudentinnen und Fließwasser ausgestattet. Schließlich erhielt das Schul-
LehrerInnen aus acht Ländern die Volkschule und
wohnten dem Unterricht bei. In einer Unterrichtsstun-
de malten die Besucher und die Schulkinder gemein-
sam. Der EU-Beauftragte zeigte sich von dem völker-
verbindenden Projekt beeindruckt.
Frau VL Utner gestaltete mit ihrer Klasse im Rahmen
des NÖ. Schülerzeitungswettbewerbs 1996 unter dem
Titel „Alles Kinder oder was?“ eine Schülerzeitung und
errang damit den ausgezeichneten 2.Platz.
Anlässlich der Milleniumsfeier bemalten die Kinder
der ersten und zweiten Schulstufe ein großes Tuch in
den rot-weiß–roten Staatsfarben und klebten die im
Wort Österreich enthaltenen Buchstaben tausend Mal
Sooßer VolksschülerInnen aus dem Projekt „Brücken bauen“ singen
darauf. Zur Erinnerung an dieses Jubiläum wurde im
für alte Menschen im Jakobusheim in Bad Vöslau ...
Schulgarten eine Millenniums-Linde gepflanzt.
Schwerpunkt Volksschule SooßSie können auch lesen