Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012

Die Seite wird erstellt Romy Stein
 
WEITER LESEN
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Elektromobilität in NRW

ein Überblick der Förderprojekte

Tagungsband
1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012

www.elektromobilitaet.nrw.de

                                                    1
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
2
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Grußwort

Klima schonende Mobilität
der Zukunft

Elektromobilität ist – so sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird – die Klima schonende Mobilität der
Zukunft. Das Land NRW fördert die Forschung und Entwicklung der Elektromobilität bereits seit mehreren Jahren mit
eigenen Programmen. Darüber hinaus unterstützen weitere Fördergeber Projekte im Bereich der Elektromobilität hier
in Nordrhein-Westfalen. Ein hervorragendes Beispiel dafür sind die Projekte der Modellregion Rhein-Ruhr.

Die Landesregierung bündelt die Aktivitäten zur Umsetzung des Masterplans Elektromobilität unter dem Label
ElektroMobilität NRW, einem Verbund von Projektträger ETN (Forschungszentrum Jülich), EnergieAgentur.NRW,
­
AutoCluster.NRW sowie den „NRW-Kompetenzzentren Elektromobilität“ für Batterietechnik, Fahrzeugtechnik sowie
Infrastruktur & Netze.

Diese Broschüre bietet nun die Gelegenheit, sich einen Überblick über den Stand von Forschung und Entwicklung
in Sachen Elektromobilität in NRW zu verschaffen und sich erneut von der Innovationskraft unseres Landes beein­
drucken zu lassen.

Ich wünsche Ihnen informative Einblicke

Garrelt Duin
Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und
Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen

                                                                                                                       3
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
4
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Vorwort

Die NRW-Kompetenzzentren Elektromobilität

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen setzt sich seit vielen Jahren für die Weiterentwicklung der Elektro­
mobilität ein. Ziel ist es, vermehrt umwelt- und klimafreundliche Elektroautos in das alltägliche Straßenbild zu
­integrieren. Die teilweise bzw. vollständige Elektrifizierung des Antriebsstranges bietet ein großes Potenzial, die
Effizienz der Fahrzeuge weiter zu verbessern, lokale Emissionen von Schadstoffen, Treibhausgasen und Lärm
zu verringern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Verkehrssektor zu mindern.

Nordrhein-Westfalen ist auf Grund der hier vertretenen Unternehmen ein wichtiger Automobilstandort und zudem
Deutschlands Energieregion Nummer eins! NRW ist zudem Heimat einer Vielzahl hervorragender Universitäten
und weiterer Forschungseinrichtungen. Dies alles sind beste Voraussetzungen, um bei der Weiterentwicklung der
­Elektromobilität in Deutschland eine Spitzenposition einzunehmen.

Deshalb unterstützt die Landesregierung speziell Forschung & Entwicklung im Bereich der Elektro­mobilität z
                                                                                                          ­ wischen
2009 und 2015 mit über 100 Mio. €. So wurden die Ziel2-Förderwettbewerbe ElektroMobil.NRW 1+2 initiiert, des-
sen Projekte in dieser Broschüre vorgestellt werden. Weiterhin wurden mit Unterstützung der Landesregierung die
NRW-Kompetenzzentren Elektromobilität etabliert. Sie koordinieren die F&E-Aktivitäten in den drei übergeordne-
ten Themenbereichen Batterie, Fahrzeugtechnik sowie Infrastruktur & Netze. Ziel der Arbeit der Kompetenzzentren
ist es, die landesweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Elektromobilität zu vernetzen und als zentrale
­Anlaufstellen für die Partner in Forschung und Industrie zur Verfügung zu stehen, um Synergien zu fördern. Die Zen-
tren stehen für höhere Transparenz sowie eine größere öffentliche Sichtbarkeit von Forschungs­ergebnissen und För-
derprojekten im nationalen und internationalen Kontext.

Diese Broschüre bietet Ihnen einen Überblick über derzeit laufende Förderprojekte der Elektromobilität in NRW.
Als NRW-Kompetenzzentren Elektromobilität freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und darauf,
­gemeinsam mit Ihnen die Zukunft der Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen zu gestalten.

Dr.-Ing. Matthias Dürr
NRW-Kompetenzzentren Elektromobilität

                                                                                                                       5
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
6
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Vorwort

Demonstration von Elektromobilität in NRW –
die Modellregion Rhein-Ruhr
Unter dem Label „Modellregion für Elektromobilität Rhein-Ruhr“ wurden Anfang 2009 Projekte für eine zukunfts­
fähige Mobilität gestartet. Seit Ende 2011 befindet sich das Programm in einer zweiten Phase. Im Rahmen dieser
Projekte werden Fahrzeuge, Infrastruktur und Geschäftsmodelle erprobt.

Die Bundesregierung fördert das Programm „Modellregionen Elektromobilität“ in Deutschland. Acht deutsche
Modellregion Rhein-Ruhr wurden seit 2009 durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(BMVBS) gefördert. Koordiniert werden die Modellregionen Elektromobilität von der NOW GmbH Nationale Organi-
sation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Die regionale Projektleitstelle der Modellregion Rhein-Ruhr wird
von der EnergieAgentur.NRW gestellt.

In Ergänzung zu den umfassenden Aktivitäten des Landes im Rahmen der Forschung und Entwicklung der Elektro-
mobilität bilden die Demonstrationsvorhaben eine ideale Ergänzung und runden die umfassenden Aktivitäten des
Landes NRW ab.

Gleichzeitig werden hierdurch idealerweise Landes- und Bundesmittel aufeinander abgestimmt. Erkenntnisse und
Ergebnisse aus den Forschungsvorhaben fließen in die Konzeption neuer Demonstrationsvorhaben der Modellregion
ein und umgekehrt profitieren neue Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in den Landeswettbewerben von den
praktischen Ergebnissen der Demonstrationsprojekte.

Diese Kombination aus Landes- und Bundesprogrammen führt dazu, dass NRW heute eine Schlüsselrolle in der
­Elektromobilität einnimmt.

NRW ist mit elf Projekten an der Phase II beteiligt. Das bedeutet, dass rund 450 neue Elektro-Fahrzeuge in verschie­
denen Anwendungen sichtbar auf die Straßen kommen und ca. 400 weitere Ladepunkte zur Verfügung stehen
­werden. Mit den hier gezeigten Projekten hat NRW ein starkes Fundament für die zweite Phase des Modellregio-
nenprogramms gelegt. Die Modellregionsprojekte werden bei der Suche nach und Umsetzung von Konzepten Klima
schonender Mobilität auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Dr. Andreas Ziolek
Leiter der Projektleitstelle
Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr

                                                                                                                        7
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Inhaltsverzeichnis

                                                                                                                                                                                     Seite

    NRW-Kompetenzzentrum Batterie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                          10
    NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                  12
    NRW-Kompetenzzentrum Infrastruktur & Netze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                     14

    Förderung von Forschung & Entwicklung der Elektromobilität durch das Land NRW  . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                                 16
    Projekte aus dem Bereich Batterie
          Das MEET-Batterieforschungszentrum an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster  . . . . . . .                                                                          18
          Neuartige kostengünstige mikroporöse Separatorfolien für Lithium-Ionen-Batterien  . . . . . . . . . . . . .                                                                  19
          Entwicklung von Lithium-Ionen-Zellen für kleine Nutzfahrzeuge  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                               20
          Grundlegende Entwicklung automatischer Anlagen zur Herstellung leistungsfähiger
          Batterien aus großen Lithium-Ionen-Einzelzellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                  21
          Gestaltung einer durchgängigen Produktionsstruktur für die Fertigung von
          Lithium-Ionen-Batteriezellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                   22
          Hocheffizienter Energiespeicher in Zink-Luft-Technologie für Elektroautos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                      23
          Toolbox Speichersysteme – Umgebung zur effizienten Entwicklung und Fahrzeugintegration
          von Speichersystemen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                24

    Projekte aus dem Bereich Fahrzeugtechnik
          Bomobil – Entwicklung und Bau eines serientauglichen Elektrokleintransporters . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                              25
          E4x4 – Erforschung eines Elektroantriebs mit 4 E-Motoren  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                            26
          H2-Li-Bus NRW – Large Scale Lithium Battery Systems for Fuel Cell Hybrid Electrical Busses . . . . . . . .                                                                   27
          BREEZE! – Brennstoffzellen Range-Extender für Elektrofahrzeuge: Zero Emissions!  . . . . . . . . . . . . . .                                                                 28
          KERME – Skalierbarer und modularer Antriebsstrang für Elektrofahrzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                           29
          Entwicklung, Darstellung und Erprobung einer kostenbewussten und optimierten Antriebs-
          kombination . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      30
          BOdrive – Entwicklung und Bau eines dezentralen elektrischen Antriebstranges  . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                              31
          Alternative Antriebstechnik für die automobile Zukunft  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                        32
          qOpt – Optimierter Betrieb von Latentwärmespeichern in Elektrofahrzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                             33
          INGENEV – Integriertes und generisches Energiemanagement für Hybrid-, Plug-in- und
          Elektrofahrzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .         34
          Simulationsgestützter Entwurf für Elektrofahrzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                       35
          eVchain.NRW – Modellierung der zukünftigen elektromobilien Wertschöpfungskette  . . . . . . . . . . . . .                                                                    36
          eLab – Elektromobilitätslabor, Forschungs- und Kompetenzzentrum für Elektromobilität . . . . . . . . .                                                                       37

    Projekte aus dem Bereich Infrastruktur & Netze sowie Geschäftsmodelle, Demonstrationsprojekte
          TIE-IN – Technologie- und Innovationsplattform für interoperable Elektromobilität,
          Infrastruktur und Netze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .              38
          ZAESAR – Zuverlässige Anbindung von Elektrofahrzeugen in zukünftigen Smart Home
          Infrastrukturen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .       39
          ZABENEM – Zahlungsbereitschaft von Bauherren von Energieplus- und Niedrigenergie-
          häusern für integrierte Elektromobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                         40

8
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
Seite

       SMART EM – Domänenübergreifende Simulation von Marktmodellen für eine effektive
       Elektromobilitätsinfrastruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                        41
       EC2Go – Das ideale eCarsharing-Mobilitätskonzept für urbane Regionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                              42
       Veränderte Geschäftsmodelle im Übergang zur Elektromobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                        43
       NiVVE – Nutzfahrzeuge im Vergleich: Verbrennungs- vs Elektromotor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                             44
       Pfleg!E-mobil – Elektromobilität im Anwendungskontext: Verbesserung der Markt-
       gängigkeit von Elektrofahrzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                            45
       Elektrisch Bewegt – Mobilitätsnetz Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                       46
       eDrivingSchool – Akzeptanzerhöhung und beschleunigte Markteinführung von Elektrofahrzeugen .                                                                                      47
       zemi-sec – Zero Emission Silent Electric Carriage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                       48
       elektrisch mobil owl  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .               49

Die Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                     50
       Regionale Projektleitstelle im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr . . . . . . . . . . . . .                                                                      52
       NL/NRW: Internationalisierung Rhein-Ruhr-Niederlande . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                  53
       Kooperation NRW/Wuhan: Fortsetzung und Intensivierung des Informations- und Erfahrungs-
       austauschs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .          54
       ELMO – Elektromobile Urbane Wirtschaftsverkehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                             55
       LEM – Langstrecken-Elektromobilität  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                56
       colognE-mobil II – Elektromobilitätslösungen für NRW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                              57
       E-Carflex Business  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .               58
       E-Mobility Ruhrmetropolen – Elektrofahrzeuge als Baustein intermodaler Mobilität  . . . . . . . . . . . . . .                                                                     59
       eMoVe – elektromobiler Mobilitätsverbund Aachen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                            60
       Metropol-E – Elektromobilität Rhein-Ruhr  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                   61
       eMERGE – Wege zur Integration von Energie-, Fahrzeug-, Verkehrs- und Nutzer-
       anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .             62
       EFBEL VRR – Erweiterte Forschungsbegleitung für den Einsatz von energieeffizienten
       Linienbussen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                          63

Ausgewählte Förderprojekte des Bundes und des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms  . . . . . . . . . . . . . .                                                                               64
       Li-Mobility – Erforschung der Grundlagen für Batteriemanagementalgorithmen  . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                                     65
       eProduction – Produktionsforschung zu Hochvoltspeichersystemen für die Elektro-
       mobilität  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      66
       NEmo – Netzintegration von Elektromobilität und regenerativen Einspeisern mit Hilfe
       einer intelligenten Ortsnetzstation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                           67
       Econnect germany . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                  68
       sms & charge – Zeitabhängiges Abrechnen von Ladevorgängen an öffentlichen und
       halböffentlichen Ladepunkten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                          69
       SecMobil – Secure eMobility . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                         70
       O(SC)²ar – Open Service Cloud for the Smart Car . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                           71
       EM4EM – Elektromagnetische Zuverlässigkeit und elektronische Systeme für eMobility-
       Anwendungen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .              72
       open ECOSPhERE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                  73
       ENEVATE – European Network of Electric Vehicles and Transferring Expertise. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                                 74

Register der Förderprojekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                      75
Bildquellennachweis  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                 79

                                                                                                                                                                                               9
Elektromobilität in NRW - ein Überblick der Förderprojekte Tagungsband 1. Kompetenztreffen, Zeche Zollverein, 27.11.2012
NRW-Kompetenzzentrum Batterie

     Mobil und stationär – Batterien als Energiespeicher der Zukunft

     Energie – nicht greifbar, unsichtbar und trotzdem unabdingbar für Leben und Fortschritt – lange schien sie unendlich
     verfügbar. Doch vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen und dem gleichzeitig weltweit steigenden Konsum ist
     es von entscheidender Bedeutung, sie klimafreundlich zu erzeugen und effizient zu nutzen. Die Frage nach der Ener-
     giespeicherung spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Kompetenzzentrum Batterie setzt auf elektrochemische Ener-
     giespeicher, für sowohl mobile als auch stationäre Anwendungen. So steht und fällt der Ausbau der Elektromobilität
     mit der Entwicklung von leistungsfähigen und kostengünstigen Batterien. Genauso werden innovative Speichertech-
     nologien benötigt, um Energieerzeugung und -nutzung zeitlich zu synchronisieren – ein Problem, das es vor allem
     hinsichtlich der schwankenden Verfügbarkeit erneuerbarer Energie zu lösen gilt. Hierbei sind Batterien sowohl für
     große, stationäre Anlagen als auch für kleine, dezentrale Einrichtungen im eigenen Haus das ideale Speichermedium.

     Das Kompetenzzentrum Batterie unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Winter am MEET Batterie­forschungszentrum
     der Westfälischen Wilhelms-Universität führt als zentraler Nukleus wissenschaftliche Grundlagenforschung und in-
     dustrielle Anwendungen in Nordrhein-Westfalen zusammen.

        Dr. Adrienne Hammerschmidt
        Projektträger ETN, Forschungszentrum Jülich
        Sitz: MEET Batterieforschungszentrum Westfälische Wilhelms-Universität Münster
        Corrensstraße 46
        48149 Münster

        Tel.: +49 251 83-36756
        E-Mail: batterie@elektromobilitaet.nrw.de

10
Univ.-Prof. Dr. Martin Winter
   Leiter NRW-Kompetenzzentrum Batterie

   Direktor MEET Batterieforschungszentrum
   Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Forschungsschwerpunkte: Der Chemiker Martin Winter arbeitet und forscht seit mehr als 20 Jahren im Bereich der
elektrochemischen Energiespeicherung und Energiewandlung. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung neuer Materiali-
en, Komponenten und Zelldesigns für Superkondensatoren und Lithium-Ionen Batterien. Derzeit hält Martin Winter
eine Stiftungsprofessur für Angewandte Materialwissenschaften zur elektrochemischen Energiespeicherung und
Energiewandlung am Institut für Physikalische Chemie der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, ge-
sponsert von Volkswagen AG, Evonik Industries AG und Chemetall GmbH.

Kurzvita

1993:      Studium der Chemie an der Universität Münster
1995:      Promotion in den Naturwissenschaften (Prof. Jürgen Besenhard),
           Post-Doc im Paul Scherrer Institute, Villigen (Schweiz)
1996:      Post-Doctoral Lecture Qualifikation am ­Institut für Chemische Technologie von Materialien an der Uni-
           versität in Graz ­(Österreich)
1999:      Habilitation
2007:      Universitäts-Professor und Leiter des ­Institut für Chemische Technologie von Materialien an der Univer-
           sität in Graz (­ Österreich)
Seit 2008: Stiftungsprofessur für ‚Angewandte Materialwissenschaften zur elektrochemischen Energiespeicherung
           und Energiewandlung‘ am Institut für Physikalische Chemie,
           WWU Münster

   MEET Batterieforschungszentrum
   Westfälische Wilhelms-Universität Münster
   Corrensstraße 46
   48149 Münster

   Tel.: +49 251 83-36031
   E-Mail: martin.winter@uni-muenster.de

                                                                                                                      11
NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik

                                                                   Fahrzeugkonzept SpeedE, Institut für Kraftfahrzeuge
                                                                   der RWTH Aachen University

     Antrieb, Leichtbau und Fahrzeugintegration für Elektromobilität

     Das NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik widmet sich den drei in der nationalen Plattform Elektro­
     mobilität benannten Leuchttürmen Antriebstechnologie, Leichtbau und Fahrzeugintegration.

     Die Forschung zu alternativen Antrieben erstreckt sich von Plug-in Hybridkonzepten über innovative elek­
     trische Antriebskonzepte bis hin zu Range-Extendern auf Basis von Verbrennungskraftmaschinen und Brenn-
     stoffzellen. Der Leichtbau stellt einen wesentlichen Stellhebel zur Reduktion der Fahrwiderstände dar und
     nutzt das Potential aller Werkstoffklassen in Verbindung mit unterschiedlichen Bauweisen und innovativen
     ­Fügetechniken. Die Fahrzeugintegration von elektrischen Komponenten wirft nicht nur strukturmechanische
      und sicherheitstechnische Fragestellungen auf, sondern wird auch elektrisch und thermodynamisch in aller
      Tiefe behandelt. Schließlich bietet die logische Integration alternativer Antriebe ein hohes funktionales Poten-
      tial, das sich in vorausschauenden Betriebsstrategien, effizienzsteigernden Fahrerassistenzsystemen sowie
      fahrdynamischen Regelsystemen niederschlägt.

     Letztlich stellt sich die Frage, welche Fahrzeugkonzepte und -klassen die Träger einer zukünftigen, stark ver-
     netzten Mobilität sein werden. Während Zweiräder, Personenkraftwagen und Busse mit unterschiedlichsten
     Antriebskonzepten die Mobilität von Personen sicher stellen, gilt es ebenso, hoch effiziente Fahrzeugkonzepte
     für den Verteiler- und Fernverkehr von Gütern zu erforschen.

     Das NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtech­nik bündelt die interdisziplinären Kompeten­zen verschiedener
     Hochschulen und For­schungseinrichtungen. Forschungsinfrastruktur und laufende Forschungsprojekte wer-
     den transparent dargestellt und in Form einer Forschungs-Roadmap strukturiert und fortgeschrieben. Damit
     stellt das NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein an der
     RWTH Aachen University die zentrale Anlaufstelle für zukunftsorien­tierte Forschungs- und Industriepartner im
     Bereich Fahrzeugtechnik dar.

        Petra Sieber, M.A.
        Projektträger ETN, Forschungszentrum Jülich
        Sitz: Institut für Kraftfahrzeuge RWTH Aachen University
        Steinbachstr. 7
        52074 Aachen

        Tel.: +49 241 8861 108
        E-Mail: fahrzeug@elektromobilitaet.nrw.de

12
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein
   Leiter NRW-Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik

   Direktor des Instituts für Kraftfahrzeuge
   RWTH Aachen University

Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein leitet seit Januar 2010 das Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen. Sein Forschungs-
ziel ist die Steigerung der Effizienz, der ­Sicherheit und des Fahrerlebnisses durch die integr­ative Gestaltung von Fahr-
werk, Karosserie, Antrieb, Elektronik und Fahrerassistenz. Speziell die Elektromobilität bildet seit vielen Jahren einen
zentralen Forschungsschwerpunkt am ika.

Nach seinem Studium des Maschinenbaus an der Universität Stuttgart promovierte Prof. Eckstein 2000 auf
dem Gebiet der Fahrzeugführung und -regelung zum Doktor-Ingenieur. Nach vier Jahren in der Fahrzeug­
forschung der damaligen Daimler-Benz AG wechselte er in die Mercedes-Benz Pkw Entwicklung und leitete dort
von 2001 bis 2004 das Team Aktive Sicherheit, Fahrerassistenzsysteme. Anschließend wechselte Lutz Eck-
stein zu BMW und verantwortete dort das Anzeige- und Bedienkonzept sowie die Ergonomie aller Fahr­
                                                                                                 zeuge
der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Im Oktober 2009 erhielt Prof. Eckstein seinen Ruf an die RWTH ­Aachen.

Kurzvita

1989 – 1995:    Diplomstudium des Maschinen­wesens an der Universität Stuttgart,
                Schwerpunkte Kraftfahrzeuge und Verbrennungsmotoren
1995 – 2000     Promotion auf dem Gebiet der Fahrzeugführung und -regelung an der
                Universität Stuttgart
1995 bis 1998   Doktorand in der Fahrzeugforschung der damaligen Daimler-Benz AG.
1998 bis 1999   Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fahrzeugforschung der Daimler-Benz AG.
1999 bis 2001 Versuchsingenieur, Entwicklung Pkw, Fahrdynamik Grundlagen,
2001 bis 2004 Teamleiter Aktive Sicherheit Fahrer­assistenzsysteme, Entwicklung Pkw,
                DaimlerChrysler AG.
2005 bis 2009 Abteilungsleiter Anzeige- & Bedienkonzept und Ergonomie, BMW AG
seit 2010       Leitung des Instituts für Kraftfahr­zeuge, RWTH Aachen University

   Institut für Kraftfahrzeuge
   RWTH Aachen University
   Steinbachstraße 7
   52074 Aachen

   Tel.: +49 241 80 25600
   E-Mail: office@ika.rwth-aachen.de

                                                                                                                             13
NRW-Kompetenzzentrum Infrastruktur & Netze

     Flexible Mobilität durch elektrische Energie

     Um eine Flächendeckende Nutzung durch Elektrofahrzeuge zu erreichen, wird neben den Batterie- und Fahrzeug-
     technischen Aspekten eine geeignete Ladeinfrastruktur benötigt. Diese Ladeinfrastruktur muss zum einen bereit-
     gestellt, zum anderen aber auch in die Energieversorgungsstrukturen integriert werden. Hinzu kommt die Erstellung
     neuer Abrechnungssysteme und Geschäftsmodelle um jedem Nutzer der Elektromobilität einen diskriminierungs-
     freien Zugang zu den Ladepunkten garantieren zu können.

     Das NRW-Kompetenzzentrum für Infrastruktur und Netze bündelt die Kompetenzen aller Partner dieses Betätigungs-
     feldes für Elektromobilität in NRW und fungiert somit als „Drehscheibe“ für die Zusammenführung verschie­dener
     Partner aus unterschiedlichen Berufszweigen und als Öffentlichkeitsmultiplikator für alle aktuellen Themen rund um
     das Thema Infrastruktur und Netze im Bereich Elektromobilität.

     Die Koordinierungsstelle des NRW-Kompetenzzentrums für Infrastruktur & Netze befindet sich am ie3 – Institut für
     Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft an der Technischen Universität in Dortmund unter L
                                                                                                             ­ eitung
     von Prof. Dr. Christian Rehtanz.

        Dipl.-Ing. Sven Spurmann
        Projektträger ETN, Forschungszentrum Jülich
        Sitz: ie3 – Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft
        Technische Universität Dortmund
        Emil-Figge-Straße 76
        44227 Dortmund

        Tel.: +49 231 755 9742 4130
        E-Mail: infrastruktur@elektromobilitaet.nrw.de

14
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz
   Leiter NRW-Kompetenzzentrum Infrastruktur & Netze

   Leiter des ie3 – Institut für Energiesysteme, Energie­effizienz und Energiewirtschaft
   an der Technischen Universität Dortmund

Die Forschungsinteressen von Christian Rehtanz liegen im Bereich von Energiesystemen und -netzen. Seine Arbeits-
schwerpunkte umfassen die Stabilität und Analyse von Transport- und Verteilnetzen, die Integration neuer Kompo-
nenten wie z.B. leistungselektronischer Netzregler, Speicher oder Elektrofahrzeuge sowie die informationstechnische
Überwachung und Steuerung von Energienetzen. Systemtechnische Aspekte einschließlich der Energiemarktinteg-
ration stehen hierbei im Vordergrund.

Kurzvita

1989 – 1997:   Studium der Elektrotechnik und ­Promotion an der Universität Dortmund
2002:          Habilitation und Venia Legendi an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich,
		             Schweiz
2000 – 2002: Mitarbeiter, Gruppenleiter und Forschungsprogrammleiter bei ABB Corporate Research in Baden,
               Schweiz
2003 – 2005: Entwicklungsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung im Geschäftsgebiet „Power Systems“ bei ABB
               in Zürich, Schweiz
2005 – 2007:   Geschäftsführender Direktor (Vice President) von ABB China Ltd-Corporate Research in Peking,
               China
2007 – 2011:   Inhaber des Lehrstuhls für Energie­systeme und Energiewirtschaft an der Technischen Universität
               Dortmund
seit 2011:     Leiter des ie3 – Institut für Energie­systeme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft an der Techni-
               schen Universität Dortmund

   Ie3 – Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft
   Technische Universität Dortmund
   Emil-Figge-Straße 70
   44227 Dortmund

   Tel.: +49 231 755 2396
   E-Mail: Christian.Rehtanz@tu-dortmund.de

                                                                                                                      15
Förderung von Forschung & Entwicklung
        der Elektromobilität durch das Land NRW

     Das Land NRW hat die Bedeutung der Elektromobilität als Klima schonende Mobilität der Zukunft frühzeitig er-
     kannt und fördert Forschung & Entwicklung in diesem Bereich seit mehreren Jahren mit zahlreichen Programmen.
     Allein in den Jahren 2009 und 2010 wurden im Rahmen verschiedener Ziel2-Wettbewerbe (ElektroMobil.NRW 2009,
     ­ElektroMobil.NRW 2010, Automotive+Produktion.NRW, Energie.NRW, EnergieForschung.NRW, CheK.NRW) landes-
     weit hunderte Projektideen eingereicht, aus denen eine große Zahl konkreter Forschungs- und Entwicklungsvor­haben
     hervorgegangen sind. Die Palette der Projekte im Bereich der Elektromobilität reicht dabei vom Bau individuell auf
     die speziellen Anforderungen und Vorteile der Elektromobilität zugeschnittener Fahrzeuge über die Entwicklung fort-
     geschrittener Batterien bis hin zu Entwürfen zukünftiger Verteilungs- und Abrechnungsszenarien, den Strom für die
     Elektrofahrzeuge betreffend.

     Speziell mit den beiden Förderwettbewerben ElektroMobil.NRW 2009 und ElektroMobil.NRW 2010 arbeitet das Land
     Nordrhein-Westfalen darauf hin, die großen Potenziale nutzbar zu machen, die sich für den Standort und die Wert-
     schöpfung im Land durch die Elektromobilität ergeben. Es werden ein innovationsförderndes Klima sowie Rahmen­
     bedingungen geschaffen, die es erlauben, Wissen schneller in marktfähige Produkte umzusetzen und die Technolo-
     gie- und Marktführerschaft zu sichern bzw. weiter auszubauen.

     Die Forschung- und Entwicklungsvorhaben sowie die Infrastrukturmaßnahmen, die mit diesem Wettbewerb bereits
     initiiert wurden und zukünftig noch werden, tragen dazu bei, Prozesse zu verbessern und innovative Produkte im
     Bereich der Elektromobilität zu generieren. Der Transfergedanke aus der Forschung in die Industrie wird gestärkt und
     das Innovationspotenzial gerade von kleinen und mittleren Unternehmen verbessert.
     Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen NRW-/EFRE-geförderte Ziel2-Projekte vor.

16
Projekte der Elektromobilität aus den
Ziel2-Wettbewerben des Landes NRW

                                        17
Das MEET-Batterieforschungszentrum an der
        Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als
        idealer Standort für Batterieforschung

     Das Batterieforschungszentrum MEET (Münster Elec-           Technikum. Von der Synthese von Energiespeicher-
     trochemical Energy Technology) an der Universität           materialien über „Coating“ unter reinraumähnlichen
     Münster erfreut sich bereits einer hohen regionalen,        Bedingungen und „Assembly“ in zwei Batterielinien
     nationalen und internationalen Anerkennung. Inner-          zur Herstellung von Rund- und Flachzellen in zwei
     halb der Wertschöpfungskette vom Material bis zur           High-Tech Trockenräumen bis hin zur Untersuchung
     Batterie in der Anwendung konzentriert sich MEET            und Testung der ­Zellen und Komponenten in 1500 Nie-
     auf die ersten drei Wertschöpfungsstufen Material,          derstrom- sowie 20 Hochstrom-Zyklisierkanälen liegt
     Komponenten, Zellfertigung und Zelldesign. Mit Prof.        hier das Fundament für anspruchsvolle experimen­telle
     Dr. Martin Winter und Prof. Dr. Stefano Passerini ist       Batterieforschung. Zur Analytik elektrochemischer
     hier ein in Deutschland unvergleichbares Know-how in        Fragestellungen verfügt MEET über hochmoderne
     ­Batteriewissenschaften und -Technologie konzentriert.      chromatographische, thermoanalytische, spektrosko-
     Mit ca. 100 Wissenschaftlern (darunter drei Nach-           pische, spektrometrische und bildgebende Verfahren
     wuchsforschergruppen) und einem über die Landes-            einschließlich von hochausgestattetem SEM, XRD und
     grenzen bekannten Mastermodul „Elektrochemische             XPS. Die Investition des MEET Batterieforschungs-
     Energiematerialien“ in der universitären Ausbildung         zentrums wurde zu über 50% von der WWU getragen.
     wird die vorhandene Kompetenz in Münster an die             Hinzu kommen die Beiträge der Wirtschaftsministerien
     nächsten Forschergenerationen weitergegeben.                von Land und Bund für die batteriespezifische Labor-
                                                                 mehrausstattung. Darüber hinaus wurden Fördermittel
     MEET wird als wissenschaftlicher Koordinator und            aus dem NRW-­Wissenschaftsministerium für Erstaus­
     Partner in mehr als 60 nationalen und internatio­nalen      stattung akquiriert.
     Projekten   geschätzt.   Als
     NRW-Kompetenzzentrum
     „Batterietechnik“ und als
     BMBF Wing-Zentrum (mit
     den Partnern Forschungsze­
     ntrum Jülich und RWTH
     Aachen University) kommt
     Münster bereits jetzt eine
     forsc hungsst rateg isch e
     Steuerungsfunktion zu. Das
     MEET    Batterieforschungs-
     zentrum verfügt über eine
     komfortable      Geräteaus-
     stattung    im   Gesamtan-
     schaffungswert von 13 Mio.
     Euro in Laboratorien und         Das Forschungsgebäude des MEET

        Förderkennzeichen/Wettbewerb:        EM 1005/ElektroMobil.NRW 2009
        Fördergeber:			                      Land NRW/EFRE
        Konsortialführer:			                 Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
        				                                 MEET Batterieforschungszentrum
        Laufzeit: 			                        Mai 2011 – April 2013
        Projektvolumen/Fördervolumen:        4,3 Mio. €/3,8 Mio. € (MEETA2.2)

18
Neuartige kostengünstige mikroporöse Separator-
    folien für Lithium-Ionen-Batterien zur Verbesserung
    der Sicherheit bei Anwendung in Elektrofahrzeugen

Zukünftige Elektrofahrzeuge brauchen kostengünsti-
ge und sichere Komponenten in der Antriebstechnik.
Separatoren in Lithium-Ionen-Batterien sind poröse
Folien zur Trennung der chemischen Reaktionen von
Anode und Kathode und ein wesentliches Sicherheits-
element, um einen Kurzschluss in den Batterien zu
verhindern (Abb. 1). Im Projekt wird ein neues Konzept
zum chemischen und strukturellen Aufbau von Sepa-
ratoren erforscht. Separatoren mit hoher Dimensions-
stabilität bei Temperaturen bis 200°C verbessern die
Sicherheit und können den Extremfall des explosions-
artigen Durchbrennens bei elektrischem Kontakt der               Abb. 1: Schematischer Aufbau einer Lithium-­Ionen-
Elekrodenmaterialien verhindern. Damit soll eine we-             Batterie
sentliche Verbesserung der Sicherheit von Lithium-Io-
nen-Batterien für die E-Mobilität erreicht werden.

Im Rahmen des Projektes hat Sihl überwiegend anor-
ganische, also nicht schmelzbare, temperatur- und di-
mensionsbeständige Separatoren durch Beschichtung
erstellen können, die am MEET auf ihre Tauglichkeit
in Lithium-Ionen-Batterien charakterisiert wurden. In
den Batterietests am MEET konnten positive Ergeb-
nisse erzielt werden und damit die ersten Meilensteine
für eine neue Technologie erarbeitet werden. Die neu-
artigen Separatoren besitzen viele feine Poren, um den
Lithiumionenfluss in der Batterie auch bei schnellen
Ladevorgängen zu garantieren. Die Oberflächenstruk-
tur eines solchen Separators ist in Abb. 2 zu sehen. Die
weitere Optimierung, z.B. der mechanischen Festig-
keit, und die Erstellung von Pilotmustern ist im weite-
ren Verlauf des Projektes vorgesehen.                            Abb. 2: Feinporöse Struktur der neuartigen Separatoren

   Förderkennzeichen/Wettbewerb:         EM 1016/ElektroMobil.NRW 2009
   Fördergeber:			                       Land NRW/EFRE
   Konsortialführer:			                  Sihl GmbH
   Partner:			                           Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
   				                                  MEET Batterieforschungszentrum
   Laufzeit: 			                         November 2010 – Januar 2014
   Projektvolumen/Fördervolumen:         2,1 Mio. €/1,6 Mio. €

                                                                                                                          19
Pouch-Zelle – Entwicklung von Lithium-Ionen-
          Zellen für kleine Nutzfahrzeuge

     Kleine Nutzfahrzeuge gewinnen immer stärker an Be-                 Weiterhin sollen für Anode und Kathode neue Material-
     deutung. Der Einsatz elektrisch angetriebener Fahr­                zusammensetzungen zur Erhöhung der Energiedichte
     zeuge ist nicht nur auf Grund der aktuellen CO2-Pro-               und Schnellladefähigkeit entwickelt werden. Dazu er-
     blematik sondern auch hinsichtlich der lokalen                     folgt die Herstellung von Modellelektroden auf Basis
     Emissionsfreiheit mit großen Vorteilen verbunden. Bat-             intermetallischer Verbindungen durch ein Magnet-
     teriekonzepte, die eine hohe Leistungsdichte bei gleich-           ron-Sputterverfahren, und anschließender elektroche-
     zeitig hoher Kapazität aufweisen, stehen für Fahrzeuge             mischer und physikalischer Charakterisierung. Durch
     derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung. Die Problema-             konsequente Anwendung innovativer Dünnschichtgeo-
     tik langer Ladezeiten ist ebenfalls nicht gelöst.                  metrien soll eine Erhöhung der Flächenleistungsdichte
                                                                        erreicht werden, um die Anforderungen für Traktions-
     Ziel des Projektes ist die Entwicklung von sog.                    batterien besser erfüllen zu können. In einem darauf-
     Pouch-Zellen auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie,              folgenden Schritt wird versucht, die neuen Materialien
     die für den Einsatz in Batterien für die Kleintraktion op-         zur Herstellung größerer Elektroden einzusetzen und
     timiert sind. Bei Pouch-Zellen befinden sich die aktiven           mit diesen entsprechende Pouch-Zellen als Versuchs-
     Komponenten in einer Zellhülle, bestehend aus einer                muster herzustellen.
     Kunststoff-Aluminium-Verbundfolie, deren Seiten ther-
     misch miteinander verschweißt werden. Über das im
     Beutel herrschende Vakuum werden die positiven und
     negativen Elektroden der Zelle mit den dazwischen lie-
     genden Separatoren verpresst.

     Vorteile dieser Zellen sind ihr geringes Gewicht, die
     ­geringe Dicke der Verbundfolie sowie die große Ober-
     fläche für die Wärmeableitung. Die Folien haben jedoch
     den Nachteil, dass Elektrolyt an den Siegelnähten aus
     dem Beutel diffundieren und sowohl Wasser als auch
     Sauerstoff aus der Umgebungsatmosphäre in das
     ­Zellinnere hinein gelangen können. Dabei sind insbe-
     sondere die Durchführungen der Stromableiter, sowie
     die zum Einsatz kommenden Materialien für die Zellen-
     hülle als mögliche Fehlerursachen zu nennen.

     Im Projekt werden daher zum einen Materialien und
     Fertigungsparameter für die Beutelherstellung variiert.
     Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der Optimierung
     der Materialauswahl und der Herstellungsparameter              Zugversuchsmaschine zur Charakterisierung der
     für die Fertigung der Zellbeutel.                              Beuteleigenschaften

        Förderkennzeichen/Wettbewerb:           EM 1024/ElektroMobil.NRW 2009
        Fördergeber:			                         Land NRW/EFRE
        Konsortialführer:			                    Zentrum für Brennstoffzellentechnik GmbH
        Partner:			                             HOPPECKE Batterien GmbH & Co.KG;
        				                                    Westfälische Wilhelms-Universität Münster,
        				                                    MEET Batterieforschungszentrum, Institut für Materialphysik
        Laufzeit: 			                           Juni 2011 – Dezember 2014
        Projektvolumen/Fördervolumen:           2,3 Mio. €/2,0 Mio. €

20
Grundlegende Entwicklung automatischer ­Anlagen
    zur Herstellung leistungsfähiger Batterien aus
    ­großen Lithium-Ionen-Einzelzellen

Das Ziel der Entwicklung ist es die Montage von Bat-              Anlage und ist für die Konstruktion sowie das Projekt­
teriepacks schneller, weniger arbeitsintensiv und da-             management verantwortlich. Die WEZAG GmbH ent­
mit günstiger zu machen. Durch Automatisierung des                wickelt eine prozesssichere und langlebige Verbindungs-
Produktionsprozesses soll ermöglicht werden Li-Ionen              technologie für die elektrischen Ableiter der Zellen, die
Batterien für Anwendungen in Elektroautos und sta-                erhöhte Wärmeentwicklung, Vibration und Feuchtigkeit
tionären Energiespeichern wirtschaftlicher in großen              aushalten müssen. Die Verbindungs­technologie basiert
Serien zu produzieren. Da die bisherigen Kosten für               auf einer mechanischen Vercrimpung d.h. Quetschung
Li-Ionen Batterien mit hohen Ladekapazitäten noch                 der Kupferleiter, was qualitative Vorteile gegenüber
exorbitant hoch sind, sind Prozessinnovationen in der             ­einer Verschraubung bzw. Verlötung der Kontakte hat.
Herstellung ein wichtiger Schritt um die Wettbewerbs-             Die Universität Siegen erforscht die Applikation neuer
fähig von Batterien als Energieträger im Vergleich zu             Sensortechniken, um die Montage­
                                                                                                 roboter mit Daten
fossilen Brennstoffen zu erhöhen. Da die Produktion               über die Prozesskräfte und -momente zu versorgen.
der Batterien bisher größtenteils manuell in Hoch-                Diese Maßnahmen werden erforscht um Beschädi-
lohnländern wie Deutschland und Japan geschieht, ist              gungen an sensitiven Bauteilen wie den Ableitern oder
Automatisierung ein wichtiger Schritt zur kostengüns-             Folien beim – räumlich sehr engen – Montageprozess
tigeren Serienfertigung.                                          vorzubeugen. Anhand der Zusammenarbeit erhofft
                                                                  man sich neue Technologien und Fertigungsmethoden
Die Entwicklungspartner des Konsortiums konzent-                  zu entwickeln, um so Prozesssicherheit und Batterie
rieren sich in diesem Projekt auf die Entwicklung von             Lebensdauer zu steigern. Dies ist essentiell um den
                                                                  ­
Prozessschritten zur Montage von Batteriepacks. Die               ­hohen Ansprüchen der OEMs und Kunden an das End-
Packs bestehen aus einzelnen Modulen, die wiederum                produkt Elektroauto gerecht zu werden.
aus einzelnen Zellen, einer Steuerung (Bat-
tery Management System) und ggf. einem
Kühlsystem zusammengesetzt werden. Das
Projekt konzentriert sich auf die Fertigung von
kompletten Batteriemodulen mit großen pris-
matischen Zellen bzw. flachen Beutelzellen
auf Basis der Lithium-Ionen Technologie. Je
nach Leistungs- und Spannungsanforderun-
gen werden die Einzelzellen in Reihe geschal-
tet und in einem Gehäuse als Modul verbaut,
um die gespeicherte Energie zu Verfügung zu
stellen.

Das Projektkonsortium arbeitet zurzeit ge-
meinsam an der Umsetzung einer Modell-
anlage: IBG leitet die Gesamtkonzeption der           Kleinserienanlage für Batteriepacks

    Förderkennzeichen/Wettbewerb:         EM 1004/ElektroMobil.NRW 2009
    Fördergeber:			                       Land NRW/EFRE
    Konsortialführer:			                  IBG Automation GmbH
    Partner:			                           IBG Robotronic GmbH; Universität Siegen; WEZAG GmbH;
    				                                  RWTH Aachen University, Institut für Stromrichtertechnik und
    				                                  Elektrische Antriebe (ISEA)
    Laufzeit: 			                         Juni 2011 – September 2013
    Projektvolumen/Fördervolumen:         2,1 Mio. €/1,3 Mio. €

                                                                                                                              21
ProLiBat – Gestaltung einer durchgängigen ­
        Produktionsstruktur für die Fertigung von
        Li-Ion-Batteriezellen

     Das Forschungsprojekt „ProLiBat“ hat die Gestaltung       der gewonnenen Erkenntnisse erfolgt die Konzeption
     einer durchgängigen Produktionsstruktur für die Fer-      einer durchgängigen Prozesskette und Produktions-
     tigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen durch Integ-      struktur für die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterie-
     ration der einzelnen Produktionstechnologien in einen     zellen in großtechnischem Maßstab. In seiner gewähl-
     standardisierten Gesamtprozess zur Zielsetzung. Die       ten Konstellation deckt das Konsortium die gesamte
     Konzeption einer durchgängigen Prozesskette und Pro-      Prozesskette zur Fertigung der Batteriezellen ab. Die
     duktionsstruktur mit effizient ausgelegten und aufein-    beteiligten Hochschulinstitute bündeln in dem For-
     ander abgestimmten Produktionstechnologien für die        schungsvorhaben ihre umfassenden Kompetenzen auf
     Fertigung von Lithium-Ionen- Batteriezellen bedarf der    den Gebieten der Gestaltung von Produktionsstruktu-
     kollektiven Zusammenarbeit von Forschungsinstituten       ren und -technologien sowie der Auslegung der Bat-
     und Industriepartnern. In dem Forschungskonsortium        teriezellen. Die involvierten Unternehmen bringen ihr
     werden standortübergreifend die Kompetenzen der           spezifisches Know-how über die einzelnen Anlagen,
     WWU Münster im Bereich Batteriematerialien und Bat-       Technologien und Prozessschritte mit in das Projekt ein.
     teriezellen mit der fertigungstechnischen Kompetenz       Auf dieser Kompetenzbasis wird der Produktionspro-
     der RWTH Aachen zusammengeführt. Dabei wird an            zess einer Lithium-Ionen-Zelle ausführlich untersucht.
     der WWU Münster eine Pilotfertigungslinie aufgebaut,      Sämtliche Prozessschritte von der Elektrodenfertigung
     mit der alle Schritte von der Materialentwicklung bis     über die Zellassemblierung bis hin zur Formation der
     zum Zellenzusammenbau erprobt werden. Auf Basis           Batteriezelle werden im Detail betrachtet.

                 Prozessschritte der Zellfertigung

        Förderkennzeichen/Wettbewerb:        EM 1041/ElektroMobil.NRW 2009
        Fördergeber:			                      Land NRW/EFRE
        Konsortialführer:			                 RWTH Aachen University, Werkzeugmaschinenlabor (WZL)
        Partner:			                          COATEMA Coating Machinery GmbH; 3WIN® Maschinenbau GmbH;
        				                                 Dürr Ecoclean GmbH; Digatron Industrie-Elektronik GmbH;
        				                                 RWTH Aachen University, Institut für Stromrichtertechnik und
        				                                 Elektrische Antriebe (ISEA), Institut für Schweißtechnik und
        				                                 Fügetechnik (ISF), Westfälische Wilhelms-Universität,
        				                                 MEET Batterieforschungszentrum
        Laufzeit: 			                        Juli 2011 – April 2014
        Projektvolumen/Fördervolumen:        5,0 Mio. €/3,9 Mio. €
22
Hocheffizienter Energiespeicher in Zink-Luft-­
   Technologie für Elektroautos

Durch den steigenden Bedarf zur Speicherung elekt-                wohl beim Lade- als auch beim Entladevorgang, ist die
rischer Energie im Bereich der Elektromobilität, ent-             poröse Luftelektrode mit Katalysator, der die elektro-
steht ein steigender Bedarf zur Neu- und Weiterent-               chemische Reaktion der gasförmigen P
                                                                                                     ­ hase mit dem
wicklung von Batterietechnologien.                                flüssigen Elektrolyten fördert. Bei der Katalyse in sau-
                                                                  ren Elektrolyten kommen als Materialien Edelmetalle
Aufgrund der hohen Energiedichte sind Lithium-Bat-                in Frage, bei der Zink-Luft Zelle kann auf preisgünsti-
terien ein bevorzugtes Entwicklungsziel. Sie haben                gere Materialien zurückgegriffen werden. Im kleinen
im Vergleich mit Zink-Luft Batterien jedoch Nachteile,            Maßstab funktioniert die Technologie, mit der sich Se-
wie leichte Brennbarkeit, heftige Reaktion mit Wasser,            kundär-Zellen auf Zink-Luft Basis laden- und entladen
­Gefahr von Kurzschluss und Brand und schlechte Ver-              lassen, und ist technisch umgesetzt.
fügbarkeit von Lithium.
                                                                  Aktuell wird daran gearbeitet, die gewonnenen Er-
Zink-Luft-Batterien stellen eine Alternative zur Lithi-           kenntnisse zu nutzen, um aufgebaute Zellen zu ska-
um-Ionen-Batterie dar. In dieser Batterie wird Zink-              lieren und die für Elektromobilität notwendigen Kapa-
metall mit Luftsauerstoff in einem alkalischen Elek-              zitäten und Stromdichten zu erreichen. Ein weiterer
trolyten oxidiert und die dabei freiwerdende Energie              Ansatzpunkt, zur Erreichung dieses Ziels ist der Auf-
elektrochemisch genutzt.                                          bau eines Stacks aus mehreren Zellen. Andere Ein-
                                                                  satzgebiete sind denkbar, z.B. Zwischenspeicherung
Ziel des Projektes „Hocheffizienter Ener-                         erneuerbarer Energie im Stromnetz.
giespeicher in Zink-Luft-Technologie für
Elektroautos“ ist der Einsatz einer Zink-Luft-
Sekundär-Zelle. Ähnlich wie bei der Brenn-
stoffzelle wird das System als Redox-Flow
Zelle aufgebaut. Hierbei dient Zink als Ener-
giespeicher, welcher anders als Wasserstoff
bei der Brennstoffzelle nicht ­
                              verbraucht,
sondern wieder aufgeladen wird.

Mit Zink-Luft Batterien ist es theoretisch
möglich, Energiedichten über 400 Wh/kg
zu erreichen. Im Vergleich zu Lithium-Io-
nen-Akkus ergibt sich eine bis zu dreimal
höhere elektrische Kapazität. Gewicht und
Größe dieser Zellen liegen unter dem her-
kömmlicher Zellen, da sich der Reaktions-
partner „Luft“ außerhalb der Zelle befindet.
Entscheidend für die Funktion der Zelle, so-                      Zink-Luft-Sekundär-Zelle

   Förderkennzeichen/Wettbewerb:          EM 1010/ElektroMobil.NRW 2009
   Fördergeber:			                        Land NRW/EFRE
   Konsortialführer:			                   Revolt Technology GmbH
   Partner:			                            Westfälische Hochschule Gelsenkirchen
   Laufzeit: 			                          November 2010 – Februar 2014
   Projektvolumen/Fördervolumen:          6,7 Mio. €/5,5 Mio. €

                                                                                                                             23
Toolbox Speichersysteme – Umgebung zur
        ­effizienten Entwicklung und Fahrzeugintegration
         von Speichersystemen

     Die Weiterentwicklung der Speichersysteme sind                  Alle Modelle sollen zusammen mit den geeigneten
     Schlüsselfaktoren für die umfassende Verbreitung von            ­Parametrisierungs-, Simulations- und Testwerkzeugen
     Elektro- und Hybridfahrzeugen. Zukünftig definiert              in einem Demonstrator prototypisch integriert wer-
     die Speichertechnologie maßgeblich die Leistungs­               den. Der Demonstrator wird für anwendungstypische
     fähigkeit und ist damit ein Alleinstellungsmerkmal.             Beispiele aufgebaut und getestet.
     Um das Potential von Speichersystemen voll aus-
     schöpfen zu können, müssen diese als Gesamtsystem               Das Projekt ist in der Antragsphase.
     betrachtet werden. Das Zusammenspiel von Zellen,
     Kühlperipherie, Gehäuse und Speichermanagement                  Projektpartner
     muss untersucht und im Entwurfsprozess veran-                   Die dSPACE GmbH ist Konsortialfüher und bringt als
     kert werden. Nur durch eine Systembetrachtung von               Hersteller von Entwicklungswerkzeugen seine Erfah-
     Speicher,
     ­           Antriebsstrang und Fahrzeugumgebung                 rung im Bereich Tooling, HiL-Simulation und Modellie-
     kann zu einem frühen Zeitpunkt eine optimale Ausle-             rung ein. Die RWTH Aachen, ISEA ist der Know-How-
     gung der Fahrzeugkomponenten und Regelstrategien                Träger für die Charakterisierung, Optimierung und
     erfolgen.                                                       Einsatz von Batteriespeichern. Die Deutz AG in der
                                                                     Rolle des Anwenders, bringt ihre Kenntnisse aus dem
     Speichersysteme sind auch als sicherheitskritisches             Bereich hybride Antriebe für Arbeitsmaschinen in das
     System zu betrachten [ISO], deren funktionale Sicher-           Projekt ein.
     heit nur mit Hilfe geeigneter Regelstrategien gewähr-
     leistet werden kann. Für das Erarbeiten von Konzepten
     zur Vermeidung sicherheitskritischer Zustände ist es
     erforderlich, das Gesamtsystem zu modellieren, zu
     ­simulieren und zu testen.

     Deshalb ist das Ziel dieses Projektes die Bereitstel-
     lung einer durchgängigen Umgebung als effizientes
     Entwicklungswerkzeug zur Auslegung, Integration
     und zum Test von Speichersystemen. Es sollen ganz-
     heitliche Modelle unter Berücksich­tigung der Zellpa-
     ketierung, Speichergeometrie, Systemkühlung, der
     thermischen und elektrischen Effekte auf Zell- und
     Systemebene entwickelt werden. Dazu müssen Metho-
     den gefunden werden, mit deren Hilfe Modelle aus den
     physikalisch-chemischen Beschreibungen in der Form
     abgeleitet werden, dass sie den Speicher ausreichend
     genau abbilden, zugleich aber in akzeptabler Simulati-          Entwicklungsumgebung zur Fahrzeugintegration von
     onsgeschwindigkeit berechnet werden können.                     Speichersystemen

        Förderkennzeichen/Wettbewerb:        EM 2011/ElektroMobil.NRW 2010
        Fördergeber: 			                     Land NRW/EFRE
        Konsortialführer: 			                dSPACE GmbH
        Partner: 			                         RWTH Aachen University, Institut für Stromrichtertechnik und
        				                                 Elektrische Antriebe (ISEA); Deutz AG
        Laufzeit: 			                        im Antragsstadium
        Projektvolumen/Fördervolumen:        1,5 Mio. €/0,9 Mio. €

24
BOmobil – Entwicklung und Bau eines serientaug-
   lichen Elektrokleintransporters mit wettbewerbs-
   fähigen Fahrzeuggesamtkosten

BOmobil – so heißt der Elektrokleintransporter, den                Für die Batterie kommt die Lithium-Eisen-Phosphat-
die Hochschule Bochum mit den Partnern Compo-                      Technologie zum Einsatz. Das nötige enge Temperatur-
site Impulse, Delphi, Scienlab, den Stadtwerken Bo-                band für deren Betrieb wird im Thermomanagement
chum und dem TÜV NORD, gefördert im Rahmen des                     des Fahrzeuges realisiert. Die Auswahl geeigneter ther-
Wettbewerbs ElektroMobil.NRW serienreif entwickelt.                misch isolierender Karosserie- und Scheibenwerkstof-
Die Anforderungen von klein- und mittelständischen                 fe ist dabei von zentraler Bedeutung. Die Karosserie
Unternehmen für den Regionalverkehr der Zukunft                    wird aus ABS-Kunststoff und Faserverbund-Kunst-
bestimmen das Konzept. Elektromobilität und anspre-                stoff gefertigt. Die Kunststoffbauteile haben sowohl
chendes Design müssen sich nicht ausschließen, das                 strukturelle, als auch wärme- und geräuschdämmen-
beweist das BOmobil. Technologisch zeigt der Pro-                  de Funktion. Während in konventionellen Fahrzeugen
totyp eine radikale Abwendung von herkömmlichen                    Einscheiben-Sicherheits- und Verbundglas eingesetzt
Automobilkonzepten: keine zentrale Antriebseinheit                 wird, finden im BOmobil weitgehend Kunststoffschei-
mehr – stattdessen Radnabenmotoren.                                ben Verwendung. Eine aktive Kühlung bzw. Heizung ist
                                                                   daher mit einem im Vergleich zu konventionellen Fahr-
So entsteht Raum für die Neugestaltung des Innenraums.             zeugen deutlich geringerem Energieaufwand möglich.
Zwei Sitzplätze, Platz für eine Normgitterbox, Höchstge-           Im Fahrwerk schließlich werden aus Gründen der Kos-
schwindigkeit ca. 130 km/h, Reichweite mehr als 150 Kilo-          tenreduzierung OPEL Zafira Standardkomponenten
meter – Elektromobilität für den Alltag.                           verwendet.

Alle Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs
werden im sogenannten Skateboard untergebracht,
der tragenden Struktur, die aus Aluminium-Leicht-
bau-Profilen genietet und geklebt wird. Diese Variante
des Aufbaus ermöglicht eine hochfeste Struktur, die
für einen Kleintransporter die nötige Crash-Sicherheit
bietet und flexible Aufbauvarianten zulässt.

Die Batterie, die Traktionswechselrichter und die
Motoren sind „organisch“ zueinander angeordnet.
­
So lassen sich kurze Leitungswege und ein niedriger
Schwerpunkt realisieren. Durch die selbst entwickel-
ten Radnabenmotoren wird das Antriebsmoment dort
generiert, wo es benötigt wird und die eingesparte An-
triebseinheit im Aufbau vergrößert das Ladevolumen
des Fahrzeugs.                                                     Das BOmobil auf der eCarTec 2012 in München

   Förderkennzeichen/Wettbewerb:           EM 1029/ElektroMobil.NRW 2009
   Fördergeber: 			                        Land NRW/EFRE
   Konsortialführer: 			                   Hochschule Bochum
   Partner: 			                            DELPHI Deutschland GmbH; Neuhäuser GmbH;
   				                                    Scienlab electronic systems GmbH; TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG;
   				                                    CI Composite Impulse GmbH & Co
   Laufzeit: 			                           Juli 2010 – April 2013
   Projektvolumen/Fördervolumen:           5,7 Mio. €/3,9 Mio. €

                                                                                                                             25
E4x4 – Erforschung eines Elektroantriebs
        mit 4 E-Motoren

     In dem Projekt E4x4-Erforschung eines Elektroan-                 Im Rahmen des Projekts wird eine Software entwickelt,
     triebs mit 4 E-Motoren wird ein alternatives Antriebs-           die sich aus einzelnen Modulen für das Energiema-
     konzept auf der Basis von vier unabhängig ansteuerba-            nagement, der Kräfteverteilung, der Synchronisation
     ren Motoren entwickelt. Die Motoren werden jeweils in            der Motoren und der Anpassung an die jeweilige Fahr-
     der Nähe der Räder positioniert und treiben diese über           situation zusammensetzt. Um alle Aspekte eines solch
     eine kurze Antriebswelle an.                                     innovativen Konzepts berücksichtigen zu können, ist
                                                                      der Bau eines Erprobungsmusters unabdingbar. Dieses
     Das Ziel des E4x4-Projekts ist die Erforschung eines             Muster kann nicht auf einem verfügbaren klassischen
     proaktiven ESP (Electronic Stability Control, Elektro-           Verbrennungsmotor-Fahrzeug basieren, sondern muss
     nisches Stabilitätsprogramm) als 4x4 Elektroantrieb              speziell für den Einsatz mit dem E4x4 Elektroantrieb
     für E-Fahrzeuge, der Aufbau eines Prototypen inklusive           optimiert werden.
     Homologation sowie ein Feldtest. Das proaktive ESP
     kann, im Gegensatz zu den bisher eingeführten Sys-               Weiteres Projektziel ist die Optimierung des Energie­
     temen, ein einzelnes Rad wahlweise gezielt verzögern             managements der Akkumulatoren, damit höhere­
     oder beschleunigen. Hierdurch sollte eine wesentlich             Reich­weiten realisiert werden können. So wird z.B. die
     effektivere Stabilisierung eines Fahrzeuges in kriti-            beim Abbremsen des Fahrzeugs frei werdende Energie
     schen Fahrsituationen erreicht werden.                           genutzt, um die Akkumulatoren wieder nachzuladen
                                                                      (Rekuperation).
     Voraussetzung für den Ein-
     satz eines proaktiven ESP ist
     ein Fahrzeug mit unabhän-
     gig voneinander angetriebe-
     nen Rädern. Dies lässt sich
     bei Elektrofahrzeugen durch
     die Verwendung von einzel-
     nen Motoren für jedes Rad
     erreichen. Die Ansteuerung
     der Motoren für eine Ge-
     radeausfahrt erfordert zu-
     nächst die Entwicklung einer
     Software, die den Gleichlauf
     aller Räder sicherstellt. Für
     Kurvenfahrten oder in kri-
     tischen Fahrsituationen ist
     eine individuelle Ansteue-
     rung der Motoren notwen-
     dig.                            Grafische Darstellung des E4x4-Versuchsfahrzeugs

        Förderkennzeichen/Wettbewerb:         EM 1038/Elektromobil.NRW 2009
        Fördergeber:			                       Land NRW/EFRE
        Konsortialführer:			                  Creative Data AG
        Partner:			                           Fachhochschule Dortmund
        Laufzeit: 			                         Mai 2011 – Januar 2014
        Projektvolumen/Fördervolumen:         2,6 Mio. €/2,1 Mio. €

26
Sie können auch lesen