Erfahrungen für die Zeit nach Corona - Hilfsbereitschaft in der Krise Ein Lied, das - wir-e
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AUSGABE 3 - Juni-August 2020 Erfahrungen für die Zeit nach Corona Hilfsbereitschaft in der Krise Ein Lied, das Mut macht
HIER FINDEN SIE
IHRE GEMEINDE:
Gemeinde Oerel: »In der Krise liegen auch Chancen!«
Seite 9-14
Wie oft haben Sie diesen Satz in den letzten
Wochen gelesen? Ich ziemlich oft, in der einen
Gemeinde Hipstedt: oder anderen Form. Ob es um die Wirtschaft
Seite 15-20 geht, das soziale Miteinander oder die Kirche:
27432 BRV-Nieder Ochtenhausen In die negativen Nachrichten der Corona-
Vorfeldring 41 Gemeinde Iselersheim: Zeit mischten sich schnell Stimmen, die das
Seite 35-40 vermeintlich Positive betonten: Jetzt sei
Tel. 0 47 61 / 28 20 • Fax 7 21 75 Gelegenheit, ein besseres Leben zu führen/
endlich ökologischer zu sein/ mehr aufeinan-
• Entwurf und Ausführung Gemeinde Oese: der Acht zu geben usw.
aller Maurer-, Beton-, Stahlbeton-, Seite 41-46
Ganz ehrlich: mir ging und geht das oft zu
Estrich- und Putzarbeiten schnell. Zunächst mal war und ist die Corona- Nicht zuletzt können Krisen auch neu hin zu
Gottesdienste:
• Schlüsselfertige Wohnhäuser Krise für viele Menschen eine Riesenheraus- geistlichen Fragen führen: Was trägt mich,
Seite 23
• Sanierungsarbeiten forderung. Davon erzählen etwa die Diako- auch wenn sich vieles verändert oder weg-
ne Norbert Wolf und Jochen Gessner, die im bricht? Welche Hoffnung habe ich im An-
Kirchenkreis Sozialarbeit machen (S. 33/34). gesicht von Krankheit und Tod? Wer tröstet,
Herzlich willkommen! Sie lenken den Blick auf das, was oft hinter wenn feste Gewissheiten bröckeln?
Impressum Hausfassaden verborgen bleibt. Auch Andrea
Schröders eindrücklicher Bericht über ihre Ob die Krise immer eine Chance ist? Ich bin
Der OHIO-Bote ist der Gemeindebrief „Familien-Quarantäne“ (31/32) und ein Artikel nicht sicher. Ich glaube jedoch, dass wir ge-
der Evangelisch-lutherischen Kirchenge- über Bestattungen in Corona-Zeiten (27/28) rade auf diese letzten Fragen als Kirche eine
meinden Oerel (Bohlenstr. 4, 27432 Oerel), zeigen: Vieles war nicht einfach. Antwort geschenkt bekommen haben, die wir
Hipstedt (Bahnhofstr. 9, 27432 Hipstedt), weitergeben dürfen: Gott trägt uns durch die-
Iselersheim (Iselerstr. 6, 27432 Bremervör- Und doch war uns als Redaktion wichtig, ses Leben und darüber hinaus. Ihm dürfen wir
de) und Oese (Neu Oese 9, 27432 Basdahl). nicht beim Klagen stehenzubleiben. Behut- uns anvertrauen, auch wenn Gewohntes ins
Er erscheint vierteljährlich mit einer Aufla- sam wollten wir fragen: Welche neuen Erfah- Wanken gerät. Was er wirkt, bleibt.
genhöhe von 3.940 Exemplaren und wird rungen haben wir gemacht, die uns durch
kostenlos an alle Haushalte im Gebiet der diese Zeit tragen? Was wollen wir auch „nach Viel Freude beim Lesen und Gottes Segen
Gemeinden verteilt. Corona“ weiter pflegen, beibehalten, entwi- wünscht Ihnen und Euch
ckeln? Und davon ist einiges in diesem Heft zu
V.i.S.d.P.: Pastor Simon Laufer, Iselersheim. finden. So zeigte sich in den Gemeinden
Grafische Gestaltung und Anzeigen: Hend- eine enorme Hilfsbereitschaft, etwa bei Ein-
rik Grafelmann, Agentur Querdenkerhoch- kaufsdiensten oder dem Nähen von Masken.
zwei (kontakt@querdenkerhochzwei.de). Neue Formen sind entstanden, online mit-
Kastanienweg 23 - 27432 Oerel Druck: Gemeindebriefdruckerei. einander zu beten, sich über WhatsApp zu
0 47 65 / 83 11 44 0 vernetzen und über das Internet Gottes- Simon Laufer, Pastor in Iselersheim
info@heidstueckenhus.de Redaktions- und Anzeigenschluss für die dienste zu feiern. Die Krise setzt auch viel
www.heidstueckenhus.de nächste Ausgabe: 1. August 2020. Kreativität frei, wie der Bericht über die Band
„Silbermond“ (S. 9) zeigt.
2Oerel: Von der Unsicherheit zum Miteinander Hipstedt: Der Pastor wird zum YouTuber
Schnell mussten Mitte März Entscheidungen Und diesen werden wir weiter pflegen. Als Deutschland auf die Bremse trat, hatten Wir suchten und fanden einen Weg: das Inter-
auch in Oerel gefällt werden. Alle geplanten wir in der Bethlehem-Gemeinde die Befürch- net. Mit dem Pastor als Youtuber, Chaco Brü-
Veranstaltungen und auch Gottesdienste Heute planen wir – so gut wir können – mit tung: Wird der ganze Betrieb jetzt erstmal ning als Filmproduzent, Kerstin und Klaus als
durften nicht mehr sein. Konfirmation wird viel Phantasie schon die Zukunft, machen dichtgemacht? Gemeinschaft erleben, Got- Musik-team wurde am 22. März der erste di-
verschoben. Teilnehmerzahlen für Bestattun- uns Gedanken über die Konfirmandenarbeit tesdienst, Gruppentreffen, Gespräche mit an- gitale Gottesdienst bildschirmfähig gemacht
gen wurden schneller nach unten korrigiert, im kommenden Jahr und wie wir in Kontakt deren, reden, hören, singen, loben, danken, und auch eine schriftliche Ausgabe verteilt.
als es vorstellbar war... Wie lange wird das bleiben können. Corona hat unser Leben ver- bitten, einander beistehen; genau hier zeig- Seitdem wurde keine Woche ausgelassen. Es
dauern? Große Unsicherheit überall... ändert und wird uns noch weiter begleiten. ten die neuen Regeln ihre Wirkung. Die Ge- folgten die Hipster-News auf Youtube als eine
Doch mit Phantasie und Einfallsreichtum und meinde war im Mark getroffen! War sie denn Art Abkündigung an die Gemeinde.
Wie in einem Sturm – so habe ich im März einem Blick für den anderen oder die andere nicht gerade jetzt besonders wichtig als Zu-
gedacht. Und wie nach einem Sturm, brach wollen wir weitergehen. sammenhalt, Trost, Stätte guter Botschaft, des Der Aufwand bei den Abstandsregeln ist nicht
durch die Wolken schon bald der eine oder Petra Lemmel Gebetes und des Singens? zu unterschätzen: Alles wird einzeln aufge-
andere Sonnenstrahl hervor. Da wurde in nommen und zusammengemischt, bis das
Ebersdorf ein Handwerksbetrieb aktiv und zufriedenstellend so im Kasten bleiben kann;
bot Einkaufshilfe an. Auch in Oerel und umzu allein für Chaco kostet das pro Gottesdienst
gab es Menschen, die sich zusammentaten, zwischen 6-12 Stunden Arbeit hinter der Lin-
Hilfe anboten und auch die ins Auge nahmen, se und dem PC. Für mich als Pastor die beste
die sonst einsam sind. Holger Bredehöft ließ Schulung, weg vom Konzept hin auf die Ka-
Bilder malen für die Seniorinnen und Senioren mera zu schauen. Alle drei sind der Meinung:
im Heidstückenhus. Ein Osterbrief der Pasto- „Es macht riesig Spaß und es ist sinnvoll!“
rin folgte. Und am Ostersonntag – vielleicht
hat es der eine oder die andere gehört – da Die digitalen Beiträge kamen an: zum Bei-
klangen nicht nur in unserer Gangolfkirche spiel die Osterausgabe mit 388 Aufrufen; je-
die Glocken sondern auch die Orgel: Christ ist des Mal überstieg die Zuschauermenge den
erstanden…. DAS Osterlied (EG99)! Per Video sonntäglichen Gottesdienst um das Drei- bis
und Messanger geschickt und verteilt… Vierfache. Dazu viel Kommunikation über die
sozialen Medien, Telefonate mit Gemeinde-
Fotos: privat.
Geht ja gut – Kontakt per Internet. Konferen- mitgliedern, eine Nachbarschaftsaktion am
zen online - daran müssen wir uns noch ge- Ostersonntag für unser Gasthaus; wir blieben
wöhnen und üben. Dem Kirchenkreis schlos- uns nahe in der Distanz und werden es vor-
sen wir uns gerne mit den Gottesdiensten und erst auch bleiben; bis wir wieder warmlaufen
Andachten an – gelingendes Teamwork! Dan- dürfen für die echte Zusammengehörigkeit in
ke an die, die sich da engagieren. der Gegenwart Gottes in der Kirche. Es bleibt
das Gefühl: das ist nur eine Zeitlang digital zu
Es geht aber auch gut per Telefon. Selbst Trau- ersetzen.
ergespräche... Dafür sind wir dankbar, daß es Michael Kardel
Kontakte „auf Abstand“ geben kann und darf.
Klaus Steffens am Klavier bei der Aufnahme für einen Video-Gottesdienst. Foto: Chaco Brüning
3 4Das Oeser Abendgebet
Die Situation hat etwas von Ohnmacht, dach- Ich lerne gerade viel aus dem, was passiert.
te ich Mitte März. Die Beschränkungen des »Wir armen Menschenkinder sind eitel arme
öffentlichen Lebens nahmen fast im Drei-Ta- Sünder und wissen gar nicht viel…«, heißt
Iselersheim: Überwältigende Hilfsbereitschaft ges-Rhythmus zu. Was sollte werden mit den es in einer Strophe von Der Mond ist aufge-
Alten, die nun zu Hause festsaßen? Was mit gangen. »…wir spinnen Luftgespinste und
Überrascht, um nicht zu sagen: überrollt hat Sehr begeistert hat mich, wieviele sich an den Kindern und Jugendlichen, die Freunde suchen viele Künste und kommen weiter von
uns die Situation auch in Iselersheim. Erst- einer Straßen-Malaktion zu Ostern beteiligt nicht mehr treffen durften? Der erste Impuls: dem Ziel.« Als hätte Matthias Claudius die Dis-
mal ging kaum noch etwas, was wir sonst als haben – mehr dazu auf den Iselersheimer »Wir müssen zusammenrücken!«. Aber genau kussionen über Verschwörungen und Macht-
Kirche machen: Gottesdienste in der Kirche Seiten. Die „geistliche Versorgung“ fand ne- das ging ja nicht! Verboten! Was für ein Biest, übernahmen gekannt… Könnte es sein, dass
feiern, Konfirmandenunterricht und Senio- ben den Online-Angeboten über Extra-Blätter dieses Virus! Was tun? Nach Ohnmacht fühlte sich in manch kruden Behauptungen die Not
renkreis. Auch kein Besuchsdienst und keine des Gemeindebriefs statt, die wir auslegten sich das an. spiegelt, nicht wahrhaben zu wollen: dass wir
Konzerte. Was also tun? und zu Ostern an alle Haushalte verteilten. Menschen nicht die Herren der Welt sind?
Auch der Einsatz der Austrägerinnen ist sehr Die Idee, Abend für Abend um 19 Uhr das
Recht kurzfristig stellten wir einen Einkaufs- hoch zu schätzen! So bleibt für mich das Ge- volle Geläut anzustellen, klingt erstmal nicht
dienst für besonders durch Covid-19 gefähr- fühl: Wir hatten keine Krise, sondern eine Ge- spektakulär. Aber schnell wurden das klei-
dete Mitbürger auf die Beine: Die Coronahilfe legenheit, den großen Zusammenhalt der Ge- nen Zeit-Oasen. Momente zum Innehalten.
durch die Kirche. Recht bald hatten sich viele meinde zu erleben. Jemand schrieb: »Ich spaziere abends immer
gemeldet, die bereit waren, für andere einzu- Simon Laufer den Kirchstieg hinunter und höre die Glo-
kaufen. Auch die Sportvereine aus den fünf cken.« Andere zündeten eine Kerze an, tra-
Ortschaften schlossen sich an, und so hatten fen sich zur Andacht. Und seit dem 28. März
wir bald eine große Helferschar zusammen. verschickten wir per WhatsApp um kurz nach
Allerdings stellte sich heraus, dass es zwar sieben das »Oeser Abendgebet«: Sprachnach-
immer wieder einzelne Anfragen gab, aber richten von sechs, sieben Minuten. Gedanken,
die meisten offenbar gut vesorgt waren oder Gebet, Glockenklang aus Oese – an alle, die Abendgebet mit Handy und Bibel. Foto: M. Müller
selbst noch einkaufen gingen. es haben wollten. Zu Beginn waren das nur
15 Gemeindeglieder, im Laufe der Wochen
Aus der Einkaufshilfe entstand dann das wurden es 100, weit über die Oeser Gemein- Zuflucht zu suchen bei Gott, bedeutet anzu-
nächste Projekt: Als sich die Maskenpflicht degrenzen hinaus. Auf so unorthodoxe Weise erkennen: Er ist größer. Bei ihm tanke ich auf.
abzeichnete, fanden sich rund 20 Material- fanden sie Abend für Abend gedanklich zu- In der Stille, und manchmal im Stammeln vor
spender und Helferinnen zusammen, die Na- sammen. Was ist da los? Wovon erzählt solch ihm, bekomme ich neue Kraft. Und die brau-
se-Mund-Masken nähten und über die Bä- eine Geschichte? che ich dringend, um der Krise zu begegnen.
ckereien Busch und Blanck verteilten. Eine Mit Herz und Hand! Denn niemand will ja
Wahnsinnsleistung! Nebenbei kam so noch Ohnmacht macht unruhig. Sie drängt uns, die Hände in den Schoß legen! Wir brauchen
ein stattlicher Betrag für die Renovierung des ihr zu begegnen. Uns auszutauschen. Einen Kraft, um solidarisch zu sein und Lösungen zu
Kinder- und Jugendraums zusammen, die Ort und eine Zeit zu suchen, in der wir etwas (er)finden.
auch in der Corona-Zeit weitergeht. tun können, um mit ihr umzugehen. Solch ein
Ort und solch eine Zeit, wurde für mich das Das könnte diese Coronazeit überdauern: Eine
Die überwältigende Hilfsbereitschaft war für Abendgebet um sieben. Hier findet Platz, was neue Ahnung davon, was Gottesdienst oder
mich eine der herausragenden Erfahrungen mich belastet. In die Worte kann jeder seine Andacht oder Gebet uns »bringen«. Gerade in
der letzten Wochen. Daneben pflegten wir eigenen Gedanken eintragen – und weiß sie schwierigen Zeiten, die das Leben uns vorlegt.
aber auch Gemeinschaft: Über Telefon, Whats- gut aufgehoben bei Gott. Der ist größer. Der
App, Facebook und Video-Andachten. überblickt die Krise. Marco Müller
Sigrid Imbusch aus dem Küsterteam und Mehedorfs
Ortsbürgermeisterin Vanessa Zobel beim Bügeln
selbstgenähter Masken. Foto: Hermann Röttjer.
5 6Silbermond: „Machen wir das Beste draus“
Inh. Hans-Hermann Grotheer
Ausführung kompletter Erd-, Feuer-,
Liedtext „Machen wir das Beste draus“:
Spontan und außergewöhnlich war die Auf- Die Band selbst schreibt dazu: See-, anonymer und Baumbestattungen
nahme. Als Tonstudio diente ein Kleider- Erledigung sämtlicher Formalitäten
Seh‘ vor meinem Fenster Bestattungen und Überführungen
schrank – der Akustik in einer Wohnung we- „Dieses Lied soll uns nicht bereichern und wir Den März durch Geisterstraßen zieh‘n Sofortdruck von Trauerbriefen
gen. Die Gruppe SILBERMOND produzierte im wollen keinen Profit aus der aktuellen Lage Was soll man machen? Bestattungs-Vorsorgeverträge
Home-Recording, ohne sich zu begegnen. Ein schlagen! Musik ist aber gerade in solchen Zei- Der Frühling muss halt ohne uns blüh‘n Sorgsame Beratung
Song eben zur Corona-Zeit und was uns der- ten vielleicht ein Anker und ja auch irgendwie Andachtsraum
zeit bewegt. ein Garten für uns. Rauskommen, reflek-tieren, Und ich denk‘ grad‘ an letztes Jahr Trauerfloristik
traurig sein, Hoffnung tanken. Wir wollen das Du und ich auf der Bank im Park
Wieder einmal entfaltet ein Lied die besonde- mit euch teilen – ebenfalls im wahrsten Sinne Bier kalt, der Kuss war warm
re Stärke dieser Band aus Bautzen: Gedanken des Wortes“. Glinde 7 Bremer Str. 22
und Gefühle, die berühren und Texte wie aus 27432 Oerel 27432 Bremervörde
Auch wenn um uns grad‘ alles wackelt
dem Herzen geschrieben – und das in diesem Und es Abstand braucht Telefon (0 47 61) 61 44
unvergleichlichen Ausnahme-zustand; einer Rücken wir die Herzen eng zusammen
oder (0 47 61) 92 03 0
Zeit, in der „um uns grade alles wackelt“. Machen wir das Beste draus
www.grotheer-bestattungen.de
Sie haben schon immer tiefgründige Texte Ein Danke an alle
vertont; solche, die nachdenken lassen, vor Die grad‘ schuften gegen den Tod
allem aber Mut machen wie etwa „Krieger des Und ich vermiss‘ meine Freunde
Lichts“ oder „Es geht weiter“ und „Leichtes Ge- Schicke euch allen meine Liebe
päck“. durchs Telefon
Dorfstraße 7 • Hipstedt • Tel. 04768-353
Der Corona-Song von Stefanie, Thomas, Jo- …
www.sauhuette.de
www.ferienwohnung-matern.de
hannes und Nowi zielt auf das, was jetzt zählt:
HOFCAFÉ - BIERGARTEN
etwa die Herzen eng zusammenzurücken und Auch wenn die Zeit uns grad‘ fordert FERIENWOHNUNG
die Liebe auf anderen Wegen an die Men- Gibt‘s Hoffnung noch
schen weitergeben. Dass der Tag kommt, an dem
all das vorbei ist z.B. für Ihre Fahrradtour
Mit dem Song „Machen wir das Beste draus“ Und die Welt macht wieder auf oder einfach mal so!
dringen eigentliche Werte in den Vorder-
grund: die Zusammengehörigkeit, Dank an Und wir seh‘n uns alle wieder… • Hofcafé Innenplätze
die, die alles geben und Hoffnung, die über für 35 Personen
allem steht. Die ausdrückliche Erklärung der Quelle: Songtexte.com • Hofcafé Außenplätze
Gruppe, an diesem Song nichts verdienen zu für 40 Personen
wollen, weist auch auf einen größeren Wert,
• Streichelzoo
den eben gerade die Musik uns geben kann. für unsere kleinen Gäste
Werte, die uns tragen, egal in welcher Zeit.
• Kaffee & hausgemachte
Kuchen/Torten
Michael Kardel
Die Band Silbermond.
Öffnungszeiten: Freitags ab 14.30 Uhr,
Foto: Jens Koch
7 samstags und sonntags ab 9.30 Uhr und nach Vereinbarung.Kurz berichtet Unsere Gruppen und Kreise
– Bei Kirche ist doch nichts los? Doch, das – Danke den Kindern für die tollen Bilder für Seniorenkreise: Sonst: Am 1. Dienstag in Alfstedt, am 2. Dienstag in Ebersdorf und am
Büro hat zu den gewohnten Zeiten geöff- das Heidstückenhus! Wir haben die Bewoh- 3. Dienstag in Oerel um jeweils 15.00 Uhr.
net. Nur bitten wir darum, den nötigen Ab- ner und Bewohnerinnen weiter im Blick,
stand zu halten und die Tür als Grenze zu be- auch wenn wir sie nicht besuchen dürfen. Frauenkreis: Sonst: Monatlich
trachten. Ansonsten sind wir erreichbar: per
Mail, Telefon und Handy. Allerdings können – Bitte: Schaut/Schauen Sie schon einmal in Besuchsdienst: Sonst: Letzter Dienstag im geraden Monat 16.00 Uhr.
wir vermutlich länger nicht wie gewohnt ar- die Schränke – wir suchen schon jetzt Re-
beiten. Wir halten uns an die Empfehlungen quisiten für Krippenspiele! Und wer was hat, Kirchenchor: Sonst: Wöchentlich montags um 19.45 Uhr im Gemeindehaus.
der Landeskirche. Stets aktuell abrufbar un- der meldet sich bei Holger Bredehöft!
ter: http://coronapraevention.landeskirche- Posaunenchor: Sonst: Wöchentlich dienstags um 20.00 Uhr im Gemeindehaus in Oerel.
– Toll, wie sich Menschen in unseren Dörfern
hannovers.de. schnell organisieren, einander helfen und
Kirchenband: Sonst: Vierzehntägig in der Schulzeit dienstags um 19.30 Uhr.
– Kirche für Zuhause wird auch im Kirchen- unterstützen.
kreis gemacht! Dank des Einsatzes Ehren- – Und im Sommer? Sommerkirche ist geplant, Kirchenmäuse: Sonst: Für Kinder im Alter von 4-7 Jahren. Mittwochs in den ungeraden
amtlicher gibt es Andachten und Gottes- ob wir sie so durchführen können, wird sich Kalenderwochen von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr im Gemeindehaus.
dienste! Bitte mal unter kkbz.de gucken. zeigen. Bitte achten Sie auf die Medien und
unseren Schaukasten in der Bohlenstraße Kinderkirche: Sonst: Monatlich
– Die Konfirmationen werden auf einen spä-
teren Termin verschoben und finden ver- am Parkplatz! Und schauen Sie auch auf un-
serer Internetseite oerel.wir-e.de nach. Jungschar: Sonst: Für Kinder von 8-12 Jahren wöchentlich, freitags von 15.00 Uhr
mutlich Ende September/Anfang Oktober
bis 16.30 Uhr im Gemeindehaus. In den Ferien findet keine Jungschar
statt. Da warten wir aber noch ab, wie die – Trotz Corona: Der nächste KU8-Jahrgang statt.
Viruslage sich entwickelt. Aber es wird vor- startet im Juli! Informationen zur Anmel-
aussichtlich auch keine Jubiläumskonfirma- dung kommen per Post. Gerne können Sie Jugendabend: Sonst: Mittwochs in den geraden Kalenderwochen
tionen geben. aber auch Holger Bredehöft oder Pastorin von 19.00-21.00 Uhr.
– Auch auf die Spargelwanderung werden Lemmel anrufen.
wir in diesem Jahr verzichten (müssen). KV-Sitzungen: Sonst: Am ersten Dienstag des Monats um 19.30 Uhr. Derzeit agiert der
Kirchenvorstand online.
Derzeit finden aus aktuellem Anlass keine
Gruppenstunden statt. Änderungen vorbehalten!
9 10Bilder für das HeidstückenHus
Die momentanen Einschränkungen sind gera- Wir freuen uns, wenn wir eine kleine Freude
de ganz deutlich von uns allen zu spüren. Für machen konnten. Ein ganz besonders großes
die Bewohner und Bewohnerinnen von Senio- Dankeschön gilt allen Kindern, die Bilder ein-
renheimen bedeutet diese Zeit ein komplettes gereicht haben. Das zeigt auf besonders schö-
Besuchs- und Kontaktverbot. Mädchen und ne Weise: Liebe Bewohner in den Senioren-
Jungen unserer Gemeinde sind einem Aufruf heimen, wir haben euch nicht vergessen. Im
nachgekommen und haben Bilder für die Be- Herzen sind wir bei euch.
wohner des HeidstückenHus gemalt, etwas
geschrieben und sogar Osterhasen gebastelt.
Die Bilder sind bei den Bewohnern sehr gut
angekommen und Geschäftsführerin Tina No-
etzelmann bedankte sich in einer Mail für die
willkommene Abwechselung in dieser schwie-
rigen Zeit. Die Bewohner des HeidstückenHus freuen sich über die Bilder der Kinder.
Mädchen und Jungen der Gemeinde haben Bilder für die Bewohner des HeidstückenHus gemalt, etwas
geschrieben und sogar Osterhasen gebastelt.
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Das gesamte „Mohrmann-Team“
gratuliert zum Jubiläum!
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Dorfstraße 6 | 274326 Alfstedt l 27432 Alfstedt
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Prignitzer6 | 27432 620 20 ll 27432
Alfstedt
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- 47690 l Prignitzer
| Prignitzer StraßeStraße 20 l 16909
20 | 16909 Wittstock
WittstockIm Februar, März und April
Persönliche Informationen können aus Datenschutzgründen nicht in der Und so erreichen Sie uns
Online-Ausgabe des OHIO-Boten veröffentlicht werden.
Gemeindebüro: Kirchenband:
Sekretärin Bärbel Vogt Markus Steinbach
Gemeindehaus Oerel Mühlenbruchsweg 11 – 27432 Oerel
dienstags von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr Telefon: 04765 - 489
donnerstags von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr E-Mail:
Telefon: 04765 - 12 94 m.norbert.steinbach@outlook.de
E-Mail: kg.oerel@evlka.de
Kirchenchor:
Pastoren: Britta Gorontzy
Pastorin Petra Lemmel Am Teich 2 – 27432 Basdahl
Bohlenstraße 4 – 27432 Oerel Telefon: 04766 - 22 04 802
Telefon: 04765 - 376
0152-04 58 34 51 Posaunenchor:
E-Mail: kg.oerel@evlka.de Im Gemeindebüro zu erfragen.
Pastor Michael Kardel Besuchsdienst:
Telefon: 04768 - 264 Mariechen Wiesehan
E-Mail: michael.kardel@evlka.de Weißdornweg 10 – 27432 Oerel
Telefon: 04765 - 16 60
Kirchenvorstandsvorsitzender:
Martin Henke Herta Otten
Dorfstraße 7 – 27432 Alfstedt Kastanienweg 19 – 27432 Oerel
Telefon: 04765 - 830 660 Telefon: 04765 - 314
E-Mail: martin.henke64@gmx.de
Bankverbindungen:
Wir gratulieren herzlich und wünschen Gottes Segen! Diakon: Kirchengemeinde:
Holger Bredehöft Kirchenkreisamt Bremervörde
Persönliche Informationen können aus Datenschutzgründen nicht in der Lerchenstraße 3 – 27432 Oerel-Barchel Volksbank eG OHZ (BIC GENODEF1OHZ)
Online-Ausgabe des OHIO-Boten veröffentlicht werden. Telefon: 04765 - 10 70 IBAN DE93 2916 2394 3009 0202 00
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„Für KG Oerel“
Stiftung:
Rainer Riggers Stiftung:
Vorsitzender des Stiftungsvorstandes Gangolf-Stiftung Oerel
Mühlenbruchsweg 10 a – 27432 Oerel Volksbank OHZ eG (BIC GENODEF1OHZ)
Telefon: 04765 - 81 31 IBAN DE90 2916 2394 3151 5150 00
E-Mail: riggers@t-online.de Bitte als Verwendungszweck angeben:
„Zustiftung“
13 14Anna Birreck ist gestorben Im Januar, Februar und März
Persönliche Informationen können
Unentwegt verfasste sie ihre Gedanken zur aus Datenschutzgründen nicht in
Zeit. Damit es zu Herzen geht, schrieb sie op der Online-Ausgabe des OHIO-Boten
platt. Zum Beispiel über die Corona-Zeit. Nun
veröffentlicht werden.
ist sie im Alter von 85 Jahren heimgegangen.
Foto: Chaco
Unsere Gemeinde trauert um Anna Birrek.
Zwei der Beiträge aus ihrer Feder durften wir
noch für unseren OHIO-Boten bekommen.
Einen davon haben wir hier abgedruckt.
Un denn keem Corona!
För een poor Monden weer de Welt doch noch Weern wi mitünner nich al bannig grootspu-
in Ornung. Op eenmol is allens anners. Wie rig? Hebbt wi nich all dacht, wi köönt allens, Digitaler Schub auch bei uns
kann dat angohn? wi weet allens, wi beherrscht doch dat ganze Fotos: M. Kardel
Universum? Erst die Not macht erfinderisch und wenn et-
Dor hett de Dood sik jo woll een Geselln an- was nötig wird, bahnen sich die Wege. Durch
hüürt, un de regeert in alle Lannen mit harte Hebbt wi unse leve Eerd nich ok so mannigmol Corona ist nun auch eine jahrelange Baustelle
Hand. De hett ok een Nomen - he heet Corona. slecht behannelt? Wie weer dat man noch mit fertiggeworden: Unsere Homepage.
Alle Minschen hebbt Angst för em. Wi all mööt de tein Gebote? Sie ist der Kanal, auf dem alle Gemeindeglieder
vörsichtig ween, dormit he uns blos nich foot- In disse grote Not, de Corona över alle Min- und Interessierte in Nah und Fern alle wichti-
kriggt. De meersten Geschäften sünd dicht, schen in alle Länner bringt, mööt wi all tohop gen Informationen, Impulse und Nachrichten
kannst blos noch dat Nödigste to'n Leven in- holen. Wi mööt eenanner helpen un uns ganz aus der Gemeinde anschauen können. Schon
köpen. Ansonsten bliffst lever von de Stroot seker ok mol op een Gebet besinnen! lange wollten wir dafür sorgen, dass unsere
wech un hollst di in'n Huus op. Gottesdienste auch noch im Internet zu hören
sind. Diese Seite soll in Zukunft eine wichtige
De Krankenhüüs sünd vull von all de Kranken, Anna Birreck Informationsquelle sein, wenn Fragen auftau-
de von Corona een an de Mütz kregen hebbt. chen wie etwa:
Wokeen dat nich ganz so dull dropen hett, de Wann findet morgen der Gottesdienst statt?
kann de slimme Krankheit woll verwinnen. De Welche Gruppe trifft sich? Wann ist wieder
Swaken un Oolen hebbt meistiets keen Chanc, Papiersammlung ... Wir wollen die Aktualität
de ward von Corona ümmeiht. pflegen, und wir wollen auch auf diesem Wege
mit euch verbunden sein. Auch nach Corona!
Is dat nu ok nich mol an de Tiet, dat wi Min- Zu finden unter:
schen mol een beten ümdinkt?
www.Kirche-hipstedt.de
15 16achtech
nnD ni
a
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Neu
Fröhliche Posaunenklänge statt Corona-Sorgen Bethlehemgemeinde Hipstedt
Bahnhofstraße 9
27432 Hipstedt
TND
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Keine wöchentlichen Proben, keine Beglei- innert sich Posaunist Jörg Renger. Doch vor Internet: www.kirche-hipstedt.de
en
tung in Gottesdiensten, ausgefallene Auftritte: allem ging es ihnen darum, den Oesern und
Da
Email: kg.hipstedt@evlka.de ch d
Durch die Corona-Pandemie ist es in den ver- Basdahlern eine kleine Freude zu machen, was -, sa
Holz-, Fas
gangenen Monaten still um den Posaunen- auch immer wieder gelang: Aus den Gärten Kirchenvorstand:
chor Hipstedt-Oerel geworden. Allerdings, gab es Applaus und Familien unterbrachen die Gerda König, 1.Vors., Tel.: 04768/241
so ganz konnten die Musiker die Finger doch Ostereiersuche für ein kurzes Zuhören. „Beson-
nicht vom Instrument lassen. Auf Einladung ders schön war unser Abend im Porstweg in Pastor:
von Pastor Marco Müller begleiteten jeden Tag Oese, als wirklich fast alle Nachbarn vor die Tür Michael Kardel, Tel.: 04768/264
immer zwei Bläser die Einwohner der Kirchen- gekommen sind und uns sogar jemand live per Sprechzeit: Dienstag 16:00-18:00 Uhr
gemeinde Oese durch die vorösterliche Zeit. Telefon nach Oerel übertragen hat“, schwärmt Email: michael.kardel@evlka.de ß
Jeweils Punkt 19.10 Uhr sowie Vormittags an Petra Riggers, ebenfalls Posaunistin, die die
den Osterfeiertagen spielten sie immer an ver- Abende organisiert hatte. Und auch die Bitte Diakonin:
schiedenen Orten – von Poggemühlen bis zur nach einem spontanen Geburtstagständchen Christiane Schult, Tel.: 04766/821 79 80
Bremer Straße in Basdahl – ein bis zwei Cho- vor einem Haus schlugen die Bläser nicht ab. .dachtechnik@web.de
räle. „Wir freuen uns sehr, dass die Aktion so gut Küsterin:
angekommen ist“, sagt Posaunenchorleiterin Martina Pott, Tel.: 04768/519
Dabei entdeckten die Musiker auch das ein Antje Brünjes. „Den Musikern hat es auf jeden
oder andere interessante Detail: „Die Akustik Fall sehr viel Spaß gemacht.“ Kirchenbüro:
vor dem Gut Poggemühlen war klasse“, er- Nina Baucke Mittwoch: 16:30-18:00 Uhr
Tel.: 04768/264
Ev.Kindergarten Geestekinder:
Tel.: 04768/920 090
Organist:
Klaus Steffens, Tel.: 04768/922 054
( )
Posaunenchorleiterin:
Antje Brünjes, Tel.: 04768/264
Bücherei:
Christine Heusmann, Tel.: 04749/676
Foto: Posaunenchor
Thebüerstraße 14
Fördererverein: 27616 Frelsdorf
Rainer Lücken, 1.Vors., Tel.: 04768/522 Fax: (0 47 68) 7 67
Mobil: 0172 / 4 31 21 67
Stiftung:
17 Uwe Monsees, 1.Vors., Tel.: 04768/9203234Die Bücherei stellt vor Wir danken für die Gaben der vergangenen Monate
Zum Roman „Die Gleichung des Lebens“ Februar bis April 2020
von Norman Ohler.
(Kiepenheuer &Witsch, 2017) Kollekten Eigene Gemeinde
1.214,39 Euro 2.184,46 Euro
Wer annimmt, wir lebten heute zum ersten Fördererverein
Diakonie
Mal in einer Epoche der starken Eingriffe in die 3.393,46 Euro
136,44 Euro
Natur, dem möchte ich den „Roman“ von Nor-
man Ohler „Die Gleichung des Lebens“ emp-
fehlen, in dem mit viel Einfühlungsvermögen
aber auch köstlichem Humor eine Episode der
deutschen Geschichte geschildert wird, die
uns daran erinnert, dass vieles von dem, was Zur Zeit der Johanniflut des Jahres 1747
Geburtstage
wir heute als „Natur“ vorfinden, auf die Gestal-
tung von mutigen und willensstarken Men-
scheint ein mysteriöses Fieber einen franzö-
sischen Ingenieur des Königs und dann auch
Wir gratulieren herzlich und wünschen Gottes Segen!
schen zurückzuführen ist. Leonhard Euler dahinzuraffen. Letzterem wird
Im Jahre 1747 versucht Friedrich der Große, durch die Weisheit der Wenden geholfen. Aber
unterstützt von Mathematikgenie Leonhard letztlich wird Friedrichs „neue Zeit“ sich durch- Persönliche Informationen können
Euler sowie von einigen Ingenieuren und Mi- setzen und seine bei Hofe vorsichtig beäugten aus Datenschutzgründen nicht in
nistern, sein Projekt der Umgestaltung und „Erdtoffeln“ werden in naher Zukunft anstelle der Online-Ausgabe des OHIO-Boten
Besiedelung des Oderbruchs durchzusetzen. der Fische ihren Siegeszug antreten. veröffentlicht werden.
Das „Oderbruch“, nordöstlich von Berlin ge- Gleichzeitig beginnt Preußen, seine hier ohne
legen, ist heute, ein landwirtschaftlich inten- Krieg eroberten Gebiete mit zahlreichen Zu-
siv genutztes Gebiet, nur wenige Meter über wanderern aus fernen Ländern systematisch
Meeresniveau und vom Oderlauf durch hohe zu besiedeln, und damit zu einer „Großmacht“
Dämme getrennt. im damaligen Europa zu werden.
Damals aber war es schutzlos den zweimal Wer gerne einen spannenden „Krimi“ liest, ist
im Jahr stattfindenden Überschwemmungen hier genau richtig und im Gegensatz zu dem,
ausgesetzt, was zur Folge hatte, dass ein arten- was man üblicherweise so nennt, ist dieser Wir weisen noch einmal darauf hin, dass
reiches Sumpfgebiet mit unglaublichem Fisch- Roman ein spannendes Kapitel deutscher Ge- Geburtstage nur abgedruckt werden,
reichtum, die Ernährungsgrundlage schichte. wenn eine Einwilligungserklärung zum
der Bevölkerung war. Letztere bestand aus Datenschutz unterschrieben im Kirchen-
Dieter W. Schneider
dem alten Volk der Wenden, aber auch zuneh- büro abgegeben wurde. Wer also abge-
druckt werden möchte, möchte bitte ein
mend aus Zuwanderern, die den Export ihrer
Fische bis nach Amerika ausdehnten. Für beide
Die Bücherei hat geöffnet ! Formular ausfüllen und unterschreiben.
Gruppen bedeuteten die Pläne des Königs das Dieses bekommen Sie im Kirchenbüro
Unsere Öffnungszeiten: und nach dem Gottesdienst. Bitte spre-
Ende ihrer Existenzgrundlage.
chen Sie uns an und machen Sie gern da-
Montags 18.00 - 19.30 Uhr von Gebrauch.
Donnerstags 15.00 - 17.00 Uhr
19 20was es heißt, in Bewegung zu sein. Was mo-
mentan geschieht, wirkt auf mich in etwa so:
Kirche und ihre Gemeinden müssen sich der-
zeit auf den Weg machen. Und sie tun es! Wir
müssen manches liegenlassen. Wir müssen
neu überlegen, wie wir jetzt Kirche sein kön-
nen. Das ist gut, weil Dinge sich klären. 27432 Basdahl • Tel. 04766/93950-0 • www.klusterhof.de
Im ersten Testament der Bibel wird erzählt,
wie Gott sich lange verbittet, dass man ihm
einen Tempel baut. Der große König David
hätte das zu gern getan. Gott verbietet es ihm.
Er will »wohnen« in einem Zelt, heißt es, in
der »Stiftshütte«. Denn die ist beweglich, die
ist nicht festgelegt und da kann kein Mensch
sagen, er wüsste, wo Gott ist. Da kann nie-
mand behaupten, er hätte Gott »begriffen«.
Denn Gott ist lebendig und begegnet nicht
an einem Ort, sondern dort, wo Menschen ihn
suchen.
Als sich das Reformationsjahr 2017 dem Ende vor 77 Jahren. Dieses Wort geht mir derzeit
näherte, veröffentlichte Ralf Meister, unser nicht aus dem Kopf. Denn so böse das Virus Es liegt Gutes darin, wenn wir als Kirchen- Achtung!
Landesbischof, in Hannover eine tolle Idee: ist, so furchtbar die Bilder in den Nachrichten gemeinden wieder beginnen, diese Leben- Alle Gäste müssen vorher einen Tisch reservieren.
Nach so viel Trubel und besonderen Aktio- sind, so verheerend unsere Wirtschaft getrof- digkeit Gottes zu erfahren und zu spiegeln.
nen, nach KonfiCamps in Wittenberg, dem Kir- fen wird und so ängstlich ich auf die neuen Es muss nicht alles so bleiben, wie es war. Es
chentag in Berlin und vielen großen und klei- Spaltungserscheinungen unserer Gesellschaft darf Neues entstehen. Und gleichzeitig kann
nen Veranstaltungen landauf, landab, sollten schaue … – zwischen all der Dornen wächst passieren, dass wir den Sinn und die große
die Kirchengemeinden und Mitarbeitenden Gutes! Menschen rücken zusammen und leis- Bedeutung von manchem neu verstehen,
einmal durchatmen können: Freiräume be- ten Nachbarschaftshilfe … die Einen nähen was derzeit »verboten« ist. Und dass wir dann
kommen, nicht sofort weiterlaufen im Hams- für die Anderen Masken … Musiker stehen an mit ganz neuer Lust dahin zurückfinden. Die Baugeschäft Burfeind
terrad. Ich fand das spannend. Denn woher den Straßenecken und spielen Abendlieder Kirche von morgen wird nicht die Kirche von Ausführung sämtlicher Erd-, Maurer- & Betonarbeiten
sollen neue Ideen kommen, wenn alle so sehr … Kirchengemeinden lernen, über das Inter- gestern sein. Nicht, wenn sie klug genug ist,
damit beschäftigt sind, einfach immer weiter- net da zu sein für ihre Mitglieder… sich auf den Weg zu machen und ihren Auf-
zulaufen? trag zu suchen.
Corona hat uns alles andere als Freiräume im
So entwickelte sich die Idee für das »Jahr der Sinne von mehr Freizeit gebracht. Viel zu an- In Oese werden wir ab Juni unsere Gottes-
Freiräume 2019«. Haben Sie das im vergange- strengend ist es, sich im Home Office zurecht dienste in einem großen Zirkuszelt feiern,
nen Jahr bemerkt? Vermutlich nicht, denn die zu finden, nebenbei das Home Schooling für denn unsere Kirche ist schlicht zu klein für die
Idee hat sich kaum durchgesetzt. Viel zu groß die Kinder zu bewerkstelligen und quasi mit notwendigen Hygienemaßnahmen. Das ist
war die Angst, Dinge liegen zu lassen. Viel zu Links auch noch die qualifizierte Arbeit einer ein Jammer, denn dieses kleine Kirchlein ist
massiv die Sorge, es könnte etwas verlorenge- KiTa zu ersetzen. Aber es hat dazu gezwun- eine Schatzkiste in unsere Mitte. Und zugleich
hen. Das war 2019. gen, umzudenken und die Dinge nicht ein- (!) ist es eine riesige Chance zu begreifen, wer
fach immer weiterlaufen zu lassen. wir sind: Wir sind Gottes Volk auf Wander-
Und dann kam Corona. Und alles wurde an- schaft, das Volk des lebendigen Gottes. Alles
Harry Burfeind
ders. »Ich glaube, dass Gott aus allem, auch Ein wichtiges Bild der Bibel ist das von Gottes bleibt anders. Und die Kirche lebt! Achterstraße 11 · 27432 Basdahl
aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen Volk, das auf der Wanderschaft ist. Israel hat Telefon 04766 820515 · Telefax 04766 820516
kann und will…«, schrieb Dietrich Bonhoeffer über 40 Jahre der Wüstenzeit hindurch erlebt, Ihr und Euer Pastor Marco Müller info@burfeind-baugeschaeft.de
www.burfeind-baugeschaeft.de
21Bis auf weiteres finden die Gottesdienste in verkürzter Form und unter besonderen hygienischen Auflagen
statt: Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, sich am Eingang die Hände zu desinfizieren, wäh-
rend des gesamten Gottesdienstes eine Nase-Mund-Maske zu tragen und einen Abstand von mindestens
1,5 Metern zueinander einzuhalten.
Leider ist es uns aufgrund der Corona-Pandemie auch nicht möglich, als Gemeinde gemeinsam zu singen. Zu
groß wäre die Ansteckungsgefahr. Auch das Abendmahl ist noch nicht möglich.
Wir informieren Sie über die Zeitung und im Internet, sobald sich die Regelungen ändern.
OEREL HIPSTEDT ISELERSHEIM OESE
ab Juni 9.30 Uhr ab Juni 11.00 Uhr ab Juni 9.30 Uhr ab Juni 11.00 Uhr
Pfingsten 10.00 Uhr 10.00 Uhr 10.00 Uhr 11.00 Uhr
31. 05 Pn. Lemmel P. Kardel P. Laufer P. Müller
0 7 .0 6 . KU-4
Verabschiedung P. Laufer P. Laufer ---
D. Bredehöft
1 4 .0 6 .
Pn. Lemmel --- P. Laufer P. Müller
2 1 .0 6 .
--- P. Kardel P. Kardel ---
2 8 .0 6 . KU-4-
Pn. Lemmel --- --- Verabschiedung
Dn. Schult
0 5 .0 7 . Begrüßung KU-4
Bredehöft U. Monsees U. Monsees ---
1 2 .0 7 . Begrüßung KU-8 Verabschiedung KU-
Bredehöft 4 Schult --- P. Müller
1 9 .0 7 .
--- P. Kardel P. Kardel ---
2 6 .0 7 . Lobetag
Pn. Lemmel --- ---
P. Müller
0 2 .0 8
--- P. Kardel P. Kardel ---
0 9 .0 8 . Präd. Riggers&Ln
Pn. Lemmel --- --- von Issendorf
1 6 .0 8 .
--- P. Laufer P. Laufer ---
2 3 .0 8 . 10.00 Uhr Plattd.
Alfstedt Team --- --- N.N.
2 9 .0 8 . 8.30 für GS Oerel
S a m s ta g 9.30 für GS --- Dn. Schult
Einschulung Ebersdorf-Alfstedt
D. Bredehöft
9.30 Begrüßung KU-
3 0 .0 8 . --- 4 H. Tietjen ---
11.00 Uhr Begrüßung
KU-8
P. Kardel/Dn SchultSimon Laufer hat als Pastor verschiedenes er-
lebt: Großen Familien fällt es schwer, die Teil-
nehmerzahl zu beschränken. Auch das letzte
Geleit durch alte Weggefährten, Vereine und
weiter entfernte Verwandte fehlt teilweise Inh. Hans-Hermann Grotheer
Bestattungen in Corona-Zeiten: Gemischte Gefühle schmerzlich. Die Trauerfeier selbst wurde von
Ausführung kompletter Erd-, Feuer-,
Angehörigen aber auch als persönlich, inten- See-, anonymer und Baumbestattungen
Auch Bestattungen finden zu Corona-Zeiten un- es so, dass die Verstorbene nicht, wie sie er- siv und würdevoll beschrieben. Erledigung sämtlicher Formalitäten
ter eingeschränkten Bedingungen statt. Anke wartet hatten, bereits am offenen Grab stand, Bestattungen und Überführungen
Grüttner aus Hipstedt und Simon Laufer sondern auf einer Grünfläche am nahen Der Sohn eines Verstorbenen berichtet: Sofortdruck von Trauerbriefen
aus Iselersheim haben Trauerfamilien gefragt, Waldrand. Beim Sarg stehend erwarteten sie Bestattungs-Vorsorgeverträge
wie sie das empfanden. bereits der Pastor und der Bestatter, Kerzen „Es war schon ungewöhnlich. Sehr ärgerlich Sorgsame Beratung
waren aufgestellt, Fackeln brannten – und so war, dass die Ehepartner von meinen Ge- Andachtsraum
Anke Grüttner hatte Gelegenheit, mit einer war es dann ein überraschend würdevoller, schwistern und mir nicht dabei sein durften. Trauerfloristik
Bekannten zu sprechen und zu hören, wie sie tröstender, sehr schön empfundener Anblick. Mein Vater hätte es sich anders gewünscht, er
das Abschiednehmen von einem nahen Men- Es waren in entsprechendem Abstand Stühle war Familien- und Vereinsmensch. Viele ha- Glinde 7 Bremer Str. 22
schen in dieser ungewöhnlichen Zeit erlebt im Halbkreis aufgestellt. ben sich persönlich gemeldet, die gerne da- 27432 Oerel 27432 Bremervörde
hat. bei gewesen wären.
Telefon (0 47 61) 61 44
Es war im Trauergespräch mit dem Pastor ver-
oder (0 47 61) 92 03 0
„Die 82-jährige Mutter war Mitte März im Heim einbart worden, dass er nicht wie üblich von Dadurch, dass nicht die große Menge an
verstorben. Seit zwei Jahren hatte sie dort ge- den Lebensstationen der Mutter erzählt, da Leuten aus dem Dorf war, war es aber auch
lebt, sie war schon längere Zeit krank und so die nahen Angehörigen ja nur zu gut vom Le- ruhiger, intensiver, persönlicher. Man war
www.grotheer-bestattungen.de
war es auch Erlösung von Leid, als sie nun ge- ben der Mutter wussten. Von wenigem, wie unter sich, nur die engste Familie. Wir saßen
hen durfte. Den Angehörigen war es möglich von den Dingen, die die Mutter in ihrem Le- danach als Familie noch zusammen, haben
gewesen, sie im Sterben zu begleiten. ben gerne tat, wurde nochmal gesprochen. Anekdoten ausgetauscht – auch das war wohl
etwas persönlicher als auf dem großen Saal.
Während der anfänglichen Planung der Trau- Mein Eindruck von diesem Gespräch ist, dass Vielleicht laden wir später dann noch zu einer
erfeier hätten noch 50 Personen teilnehmen es trotz all der Widrigkeiten dieser Tage ge- größeren Gedenkfeier ein. Dorfstraße 7 • Hipstedt • Tel. 04768-353
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können. Der Schreck war groß, als es sich lungen war, der Trauerfeier dennoch einen www.ferienwohnung-matern.de
dann kurz drauf auf zehn Personen reduzierte. würdevollen Rahmen zu geben, und es so für Sehr schön fand ich die Atmosphäre, die Of- HOFCAFÉ - BIERGARTEN
Wie sollten sie damit umgehen? die trauernde Tochter etwas tröstliches haben fenheit und die Weite des Himmels. Es war FERIENWOHNUNG
konnte. eine schöne, würdevolle Verabschiedung!
Sie entschieden, dass nur die beiden Töchter
mit ihren drei Kindern bei der Beisetzung da- z.B. für Ihre Fahrradtour
bei sein werden. Die beiden Ehemänner und oder einfach mal so!
Schwiegersöhne konnten somit leider nicht
beistehen. • Hofcafé Innenplätze
für 35 Personen
Meine Bekannte stellte sich vorab die Trauer- • Hofcafé Außenplätze
feier als keine schöne vor. Da war die Ansage, für 40 Personen
dass man nicht in die Kapelle hinein darf, es • Streichelzoo
keine Musik gebe, dass nicht gesungen werde für unsere kleinen Gäste
und man sich zeitlich kurz zu halten habe. • Kaffee & hausgemachte
Kuchen/Torten
Als die kleine Angehörigengruppe dann am
Beerdigungstag auf den Friedhof kam, war Öffnungszeiten: Freitags ab 14.30 Uhr,
25 samstags und sonntags ab 9.30 Uhr und nach Vereinbarung.staltung und Zeitplanung widerspiegeln. Wie Und immer wieder gibt es kleine Geschenke
sehr Selbsteinschätzung und Realität manch- auf dem Weg. In der ersten Quarantänewoche
mal auseinanderklaffen können! ist bei uns eines Abends die Stimmung im Kel-
ler, mir fällt nichts ein, was ich daran ändern
Es tut uns gut, so viel miteinander zu spielen könnte. Außer einem stillen Stoßgebet. Fünf
Familienleben in Corona-Zeiten zu reden, zu beten und zu lachen. Schon län- Minuten später kommt die Anfrage einer Ki-
ger habe ich den Verdacht, dass der Sonntags- nomitarbeiterin, ob wir zu viel produziertes
Seit mehr als fünf Wochen sind wir nun einge- gemessenen Zeitdauer mit „Happy Birthday gottesdienst für unsere Kinder unter anderen Popcorn abnehmen möchten. Daraus ent-
sperrt. Nein, eingesperrt eigentlich nicht: Wir to you“. Und dann halte ich sie täglich zum deswegen wichtig ist, weil man in Ruhe eine wickelt sich ein gemütlicher Sofa-Popcorn-
haben den Garten, die Tiere, den Wald. Aber häufigen Händewaschen an. Dabei fällt mir Stunde lange mit seinen Eltern kuscheln kann, Filmabend. Mehr als sonst bemühen wir uns,
Außenkontakte beschränken sich weitgehend irgendwann auf, dass ich dieses Lied schon ohne dass diese aufstehen, weil sie andere einander zu sehen und uns Gutes zu tun. Auf
aufs Handy. Dafür bleibt ungewohnt viel Zeit immer gehasst habe. Also bitte ich sie, doch „wichtige“ Dinge erledigen müssen. Jetzt lau- einmal haben wir Kinder, die uns mit liebevoll
und Raum für meine Familie. Wie fühlt es sich etwas anderes zu singen: Sie wählen spontan fen die Gottesdienste online. Und wir sitzen zubereitetem Frühstück überraschen.
an, so sehr aufeinander angewiesen zu sein? „Groß ist unser Gott“ Naja, etwas lang, aber alle zusammen auf dem Sofa mit Kaffee und
Auf die Frage: „Wie geht es euch?“, antworte warum nicht. Hunden, lauschen aufmerksam und genießen Abends hören wir Sätze wie „Das war der bes-
ich dabei immer mit: „Gut“, schränke anschlie- die Familien-Gemeinschaft. Auch das abend- te Tag seit Corona. Danke, dass ihr euch solche
ßend ein, dass die Zeit schwierig ist, dass vie- Erstaunt merke ich, dass es guttut, mehrfach liche Beten um 18.00 Uhr wird auf einmal zum Mühe gemacht habt.“ Weil wir ein Picknick mit
les nicht geht, dass wir uns manchmal auf die am Tag, laut oder still im Kopf zu singen, dass Tageshöhepunkt – mit handfestem Streit und Fahrrädern im Wald gemacht haben! Habe
Nerven gehen… Gott groß ist, dass er regiert (und nicht unse- Gerangel um die Frage, wer die Kerze anzün- ich nicht manchmal im Stillen gestöhnt, dass
re Angst vor so einem kleinen Virus). Für mich den und wer neben Papa sitzen darf. man Tag für die Tag die Kinder chauffiert und
Es ist anstrengend, aber gut. Ja, es ist eine Zeit, persönlich wähle ich in den nächsten Tagen: bespaßt und sie merken es nicht einmal? Os-
wo man sich an vielem stört: Wir machen uns „Lebensgrund“ von Albert Frey. Darin heißt es tern gibt es von den Großeltern ein Paket und
Sorgen um die Großeltern und vermissen den über Vater , Sohn und Heiligen Geist: „Darauf abends vor die Tür gestellte Süßigkeiten. Die
Kontakt mit ihnen. Mein Mann leidet unter verlass ich mich. Darauf vertraue ich. Ich bin Kinder suchen eifrig und ich halte die Aktion
der „Kurzarbeit“, sehnt sich nach seinem nor- mit Gott im Bund, er ist mein Lebensgrund .“ mit Handy fest. Aber als alles gefunden ist,
malen Job zurück, der zurzeit nicht möglich Und ich merke erstaunt, dass ich es gewohnt meint unser Jüngster: „Eigentlich will ich gar
ist, stört sich daran, die Familie nicht wie sonst mich, mich manchmal mehr auf unseren mo- keine Ostereier. Eigentlich möchte ich lieber
mit Geld versorgen zu können. dernen Staat und unsere gesicherten Lebens- endlich wieder Oma und Opa sehen. Ich weiß,
umstände zu verlassen als auf Gott. Es tut mir dass es nicht geht. Aber ich mag sie doch so
Ich vermisse meine Schüler und meine Kol- gut, mich bewusst daran zu erinnern, dass gerne.“
legen. Und den KIndernfehlen ihre Freunde: ich eigentlich weiß, Gott hat uns in der Hand,
Telefonate und Online-Spiele sind auf Dauer nicht irgendein anonymes Schicksal. „Wir sind Um wenig Außenkontakte zu haben, kaufen
kein Ersatz für echte Treffen. Wir alle vermis- nur Beifahrer“ ist der typische Spruch meines wir möglichst selten und nur in einem Super-
sen die Gemeinde mit Gottesdiensten, Band- Mannes in diesen Wochen. Ja, wir können vie- markt ein. Dadurch wird derEinkaufszettel
proben, Hauskreisen, Oese-Freizeiten, Kir- les nicht mehr vorausplanen, nicht selbst ent- eher ein „Wunschzettel“, mal sehen, was es
chenkaffee … scheiden. Aber wenn wir ab und zu erleben, davon in diesem Laden gerade gibt, sonst
dass Gott am Steuer sitzt, kann es sehr ent- wird halt improvisiert. Genau diese Improvisa-
Und trotzdem spüre ich hin und wieder, wie spannend sein, nicht immer zu meinen, dass tionen führen zu kulinarischen Höhepunkten,
gut es uns eigentlich gerade geht und ahne, man alles selber steuern muss. nie davor haben wir mit so viel Spaß gemein-
dass diese Zeit wohl einige Augenblicke ent- sam neue Rezepte ausprobiert. Und wie wir
hält, an die ich mich noch Jahrzehnte später Manchmal staune ich: Wie schnell wir uns uns beim Einkauf-Ausräumen freuen können
dankbar erinnern werde. aneinander reiben, obwohl doch eben noch über all die leckeren Lebensmittel, die beim
alles harmonisch und entspannt war. Wie we- Ausräumen zum Vorschein kommen!
In den ersten Tagen trainiere ich meine Kinder nig wir es gewohnt sind, so viel Zeit mitein-
im korrekten Händewaschen, wegen der an- ander zu verbringen. Dabei dachte ich immer, Andrea Schröder aus Frelsdorf
Familie sei mir viel wichtiger als mein Beruf Die Quarantäne inspirierte Reinhold Schröder
und das würde sich auch in meiner Lebensge- zu diesem kunstvollen Klopapier-Bild.
27 28Jugendliche in der Corona-Zeit
In dieser Zeit haben es viele Menschen Um ein wenig Kontakt in dieser Zeit
auf unterschiedliche Art und Weise mit den Jugendlichen zu haben, gibt
schwer. Aber gedanklich bin ich oft es von mir jeden Tag eine kleine Auf-
bei den Jugendlichen. Zu alt, um ein- gabe aufs Handy. In der ersten Runde,
fach zu spielen wie die kleineren Kin- die bist kurz nach Ostern andauerte
der. Und zu jung, um über sich selbst wurden unter 25 Jugendlichen aus
zu bestimmen und um zu machen, vier Gemeinden, die regelmäßig mit-
wonach ihnen ist. Alles, was ihr Leben gemacht haben fünf Pizza-Gutscheine
bisher ausgemacht hat, was sie moti- ausgelobt.
viert hat rauszugehen, etwas zu erle-
ben, eigene Grenzen zu finden ist ab- Nun läuft die zweite Runde, mit eini-
gesagt oder verboten. gen Jugendlichen we-
niger, weil die Schule ja
Die Zeit in der Schule Schule hat oft genervt nun doch einiges for-
hat oft genervt, aber es – aber zumindest hat dert. Es wurde kreativ,
war halt doch die Zeit, man sich dort albern, geschickt, klug,
in der man Freunde getroffen! handwerklich oder ein-
getroffen hat und er- fach nur lustig. Sogar
zählt hat, was zu Hause zwei Frauen über 40
gerade mächtig schiefläuft oder ähn- haben regelmäßig mitgemacht und
liches. hatten ihren Spaß. Vielleicht also auch
mal eine Idee für die ganze Familie
Für viele bedeutet es eben, im Zimmer oder kleinere Freundeskreise?
zu sitzen, mit dem Handy in der Hand.
Oder der Spielekonsole. Allein mit Ein paar aufmunternde Minuten am
Frust und den „anstrengenden Eltern“. Tag haben uns jedenfalls nicht gescha-
Um dann doch wieder Dinge zu ent- det und an so manchen Tagen wurde
decken, die Freude machen: mehr ich von dem einen oder der anderen
Sport, dem Vater bei handwerklichen mit ungeahnten Talenten überrascht.
Dingen helfen und mit der Mutter ei-
nen Kuchen zu backen. Selbst Videos Diakonin Christiane Schult
drehen und kreativ werden.
30Straßen, machen Andachten mit Laut- wir ja jemanden dafür, die kümmern
sprecher und Trompete, und nicht nur sich schon. Da kann auch der Glaube
Video-Andachten. Versuchen wir doch helfen. Gott sagt zu uns: Geht da mal
auch mal neue Wege, vor Ort! Und hin und schaut – und dann wird euch
trauen uns auf die zuzugehen, die schon gegeben, was ihr braucht. Die
„Vielleicht bräuchte es mehr Mut und Kreatitivät!
man sonst nicht im Blick hat. Wir dür- richtige Antwort, der richtige Abstand
Norbert Wolf und Jochen Gessner ma- Dann esse ich einfach mal weniger. Ein fen uns nicht zu sehr auf Kirchenge- – oder was auch immer. Es ist natürlich
chen Kirchenkreis-Sozialarbeit, Bera- Supermarkt hat einmal Tüten gepackt, bäude konzentrieren und darauf, dass auch wichtig, vernünftig zu handeln
tung und kümmern sich unter ande- die wir herumgefahren haben. Das Leute herkommen. Solche Kreativität und etwa Abstände einzuhalten.
rem um die Tafeln in Zeven, Tarmstedt kam sehr gut an bei den Tafelkunden. wünsche ich mir auch für die Nach-Co- Norbert: Hinzu kommt auch die Ar-
und Sittensen. Mit ihnen sprach Simon Das blieb aber eine einmalige Aktion. rona-Zeit. beitsverdichtung, die haupt- und eh-
Laufer. Inzwischen entspannt sich die Lage renamtliche Mitarbeiter der Kirche
und wir haben seit Anfang Mai die Ta- betrifft. Studien zeigen, dass die Men-
feln wieder geöffnet. schen nicht mehr viel von der Kirche
erwarten. So eine Krisensituation ist
Wie geht es den Leuten seelisch, die deshalb eine Chance, sich mit einem
sonst auch wenige Kontakte haben? neuen Gesicht zu zeigen: Was können
Norbert: Vereinsamung ist ein Pro- wir alles tun, um die Menschen zusam-
blem. Die Gemeinden in Zeven und menzubringen, Hoffnung und Sicher-
Heeslingen haben Telefonaktionen heit zu vermitteln? Gerade gegenüber
gemacht und Leute angerufen, die denen, die in den Wohnblocks leben,
Norbert Wolf (linke Seite) und Jochen Gessner (rechts). Fotos: privat.
sich darüber sehr gefreut haben. Im Jochen: Ich nehme es so wahr, dass am Rand stehen. Das geht aber nur
OHIO-Bote: Was bedeutete die Coro- ländlichen Raum gibt es doch viele Nächstenliebe häufig durch Solidari- über persönliche Ansprache und Be-
na-Krise für die Tafel-Arbeit? Häuser, wo die Bewohner alleine drin tät ausgetauscht wird. Nächstenliebe ziehungen. Da gibt es vielleicht auch
Norbert: Für die Tafeln war es eine sitzen. Da habe ich schon an uns als hieße zum Beispiel, mal zu den Häu- Ängste, was man denn überhaupt mit
schwierige Zeit, weil viele ältere Eh- Kirche die Frage: Warum kümmern wir sern zu gehen, wo ich nicht weiß, wer denen sprechen soll.
renamtliche zur Risikogruppe gehö- uns nicht mehr? Das ist auch eine ethi- dort wohnt. Und dort zu fragen: Wie
ren. Auch Wartepulks vor den Läden sche Spannung, weil wir uns gerade geht es euch, seid ihr versorgt, geht’s Wen traf die Krise am Heftigsten?
waren ein Problem. Deshalb haben jetzt um die Kranken und Einsamen euch gut? Und auf diese Art und Weise Jochen: Das ist nicht zu klassifizieren.
wir die Tafeln geschlossen, als die kümmern müssten, es aber wegen einen persönlichen Kontakt zu schaf- Einsamkeit und andere Einschränkun-
Kontaktbeschränkungen kam. des Kontaktverbots nicht erlaubt ist. fen und auch Unterstützung zu geben gen erlebt jeder Mensch für sich als
Jochen: Es haben sich verschiedene Und oft wissen wir auch nicht, wen wir und zu vermitteln. Stress. Da komme ich zurück auf die
Nachbarschaftshilfen gebildet, das denn anrufen sollten. Nächstenliebe: Es ist Aufgabe aller Ge-
haben wir per Telefon koordiniert. In Warum gelingt das eher selten? meindeglieder, auf ihre Mitmenschen
Zeven haben sich Leute gemeldet, in Es gab ja das Kontaktverbot... Jochen: Da spielt sicherlich auch zuzugehen und für sie da zu sein: Mit
Sittensen nicht. Deshalb gehe ich da- Norbert: Na ja, wir machen immer Angst eine Rolle, in Situationen zu ge- einem Anruf, einem Posaunenständ-
von aus, dass die Leute von Nachbarn viele Worte, diskutieren viel. Vielleicht raten, denen man nicht gewachsen ist. chen oder einer Mund-Nase-Maske.
oder Familien direkt versorgt wurden bräuchte es mehr Mut und Kreativi- Und man denkt im Blick auf die Diako-
oder auch teilweise gesagt haben: tät: Wieso fahren wir nicht durch die ninnen und Diakone auch: Da haben Vielen Dank für das Gespräch!
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