EXAMENSKLAUSURENKURS PD Dr. Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge) Wintersemester 2018/2019 E-Mail

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EXAMENSKLAUSURENKURS
   PD Dr. Anna Katharina Mangold, LL.M. (Cambridge)
                         Wintersemester 2018/2019
                E-Mail: mangold@jur.uni-frankfurt.de
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   2

           Rahmendaten der Klausur
• Originalexamensklausur (Frühjahr 2014)
• Europarecht!
  konkret: Anwendungsvorrang des Unionsrechts
  konkret: Wirkung von Vorabentscheidungen des EuGH
• Verwaltungsprozessrecht
  konkret: Widerspruchsverfahren (Zusatzfrage)
• Verwaltungsrecht AT
  konkret: reformatio in peius
  konkret: Rückwirkung
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   3

         Ergebnisse des Probetermins
Punkte       TN              Punkte                     TN
18                           8                         10
17                           7                         17
16          1                6                         13
15          1                5                         13
14                           4                         14
13          2                3                         15
12          7                2                         14
11          3                1                         9
10          3                0
9           6                Ø 5,77                      128 ( 30 % n.b.)
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          Reaktion: Der erste Eindruck
„Schockmoment“
1. Sehr umfangreiche Klausur
   • 4 Seiten Sachverhalt
2. Europarecht!

 Ruhe bewahren!
ANALYSE KLAUSURTYP
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                     Klausurtyp
Puh!
• Langer und komplizierter Sachverhalt
• Keine Normen abgedruckt, nur Inhalt angegeben
• Viele Daten
• Zwei Konstellationen: Klage und Widerspruch
• Vermengung deutsches Recht / Unionsrecht (Ugs!)
Immerhin!
„Klassiker“, sowohl im dt. Recht als auch Unionsrecht
  (1) reformatio in peius: Zuständigkeit, Vertrauensschutz
  (2) Vorrang des Unionsrechts: Normverwerfungskompetenz
  (3) EuGH: Vorabentscheidung zur Auslegung einer RL
  (4) Rückwirkung: Vertrauensschutz, Bestandskraft Alt-VAe
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 Herangehensweise: Analyse des Klausurtyps
„Nachdenk-Klausur“
 (↯ Fleiß-Klausur)
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   Herangehensweise: Analyse des Klausurtyps
℗-Schwerpunkte:
1. Material-Verarbeitung: Stofffülle
2. Umgang mit Klassikern in unionsrechtlichem Gewand
3. Verwaltungsprozessuale Einbindung:
   Klage (Aufgabe 1) und Widerspruch (Aufgabe 2)
4. Verwaltungsrecht AT:
   → reformatio in peius: Klassiker, aber komplex
   → Rückwirkung und Vertrauensschutz
5. Europarecht:
   → Bindungswirkung EuGH-Vorabentscheidung
   → Anwendungsvorrang des Unionsrechts:
   Normverwerfungskompetenz
   → Richtlinien: unmittelbare Anwendbarkeit?!
   → wie einbauen in Prüfung der dt. Rechtslage?
HERANGEHEN AN
KLAUSURLÖSUNG
Insbesondere: Zeitmanagement!
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         Herangehen an eine Klausur
1.   Sachverhalt auswerten (= gründlich lesen!)

2.   Aufgabenstellung lesen (!)

3.   Schwerpunktsetzung: zentrale ℗ identifizieren

4.   Zeitplanung (je nach Art der Klausur)

5.   Ausführliche (!) Gliederung erstellen

6.   Ausformulieren (= Schreiben)
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                Zeitplanung Klausur
Gesamtzeit: 5 Stunden = 300min.

1.   Sachverhalt gründlich lesen: ≈ 15-30min

2.   Aufgabenstellung lesen (!)

3.   zentrale ℗ identifizieren: ≈ 5-15min

4.   Zeitplanung (je nach Art der Klausur)

5.   Ausführliche (!) Gliederung erstellen: ≈ 30-75min

6.   Ausformulieren: ≈ 250-180min
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                  Zeitplanung Klausur
Gesamtzeit: 5 Stunden = 300min.

1.   Sachverhalt gründlich lesen: eher länger als üblich ≈ 30-45min

2.   Aufgabenstellung lesen (!)

3.   zentrale ℗ identifizieren und durchdenken: ≈ 15-30min

4.   Zeitplanung (je nach Art der Klausur)

5.   Ausführliche (!) Gliederung erstellen:

     „elegante Lösung finden“≈ 60-75min

6.   Ausformulieren: eher kürzer als üblich ≈ 195-150min
TRICHINENUNTERSUCHUNG
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                SV-Auswertung
Ausgangsfall
• Fleischhygienerichtlinie EU:
 einheitliche Gebühren für Fleischhygienekontrollen
• Umsetzungsspielraum für MS:

 Var. 1: Pauschalgebühr
 Var. 2: tatsächliche Kostendeckung
• Umsetzung in Deutschland (Bund): Fleischhygienegesetz

  Delegation an Bundesländer
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                    SV-Auswertung
• 2010 BaWü: AusführungsG iVm Fleischhygiene-GebührenVO
 (FlHGebVO)
  Pauschalgebühren nach Var. 1 der RL
• Nicht erfasst: Trichinenuntersuchungen,
 extra Gebühr nach § 3 FlHGebVO
 (arg) nicht von EU-RL erfasst, da nicht zwingend
• OVGs: uneinheitliche Bewertung, ob EU-rechtswidrig

• 30.5.2011: EuGH, Vorabentscheidung (OVG NW),
 Pauschalgebühren umfassen auch Trichinenuntersuchungen
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                SV-Auswertung
• F: Schlacht- und Zerlegebetrieb, GmbH und Co. KG

• 2012: Fleischuntersuchungen, incl. Trichinen

• 22.3.2013: Bescheid LRA Ludwigsburg,
 pauschal 250.000 €
 (arg) Unzulässigkeit Trichinengebühr wg Bindung
 an EuGH-Entscheidung
• Widerspruch der F wg Berechnungsfehlern
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                   SV-Auswertung
15.11.2013: Widerspruchsbescheid RP Stuttgart

 I. Zurückweisung Widerspruch

 II. zusätzlich 30.000 € für Trichinenuntersuchungen

 (arg) § 3 FlHGebVO nicht einfach außer Acht lassen

 (arg) Anwendungsvorrang EU-R gilt nur für Gerichte,
 nicht Vw, da keine Normverwerfungskompetenz

 (arg) keine Bindungswirkung EuGH-Urteil für BW, da zu NW
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   18

                 SV-Auswertung
F: Klage VG Stuttgart nur gg II.

(arg) Normen NW inhaltsgleich mit BW, daher
 übertragbar + Bindungswirkung

(arg) auf Verbesserung durch Widerspruch vertraut;
 sonst würde von Widerspruch abgehalten
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               Aufgabenstellung
„In einem Gutachten, das auf alle im Sachverhalt
 angesprochenen Rechtsfragen – ggf. hilfsgutachtlich
 – eingeht, sind die Erfolgsaussichten der von F
 erhobenen Klage zu prüfen.“
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   20

      Weitere Bearbeitungshinweise
„Das Regierungspräsidium Stuttgart übt im Bereich des
Fleischhygienerechts die Dienst- und Fachaufsicht über das
Landratsamt Ludwigsburg aus; es besteht aufsichtsrechtlich
kein Selbsteintrittsrecht.“
 reformatio in peius
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                      ℗ verorten
• Umsetzung einer RL mit Wahlmöglichkeit für MS

  Art. 288 Abs. 3 AEUV
• Unterschiedliche Rechtsauffassung zu EU-Recht (OVGs)

  Rechtslage?
• EuGH: Vorabentscheidung zu NW – Bindungswirkung

  Art. 267 AEUV
• Vorrang des Unionsrechts: Normverwerfungskompetenz

  Bindung nur der Gerichte oder auch der Behörden?
• Verböserung auf Widerspruch

  reformatio in peius (Klassiker!)
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                   SV-Auswertung
Fortsetzung
22.3.2013: allein Pauschalgebühr; kein Widerspruch
13.12.2013: Gesetz Neuregelung des Gebührenrechts
zum 1.1.2010: Zuständigkeit Festlegung der Gebührentatbestände
 bei LRA / Stadtkreise
zum 1.1.2010: LRA Ludwigsburg erlässt Landkreis-
 Fleischhygiene-Gebührenverordnung (LKFV)
 Var. 2: tatsächliche Gesamtkosten;
 Trichinenuntersuchungen können berechnet werden
(arg) seit 2010 Verunsicherung
(arg) nach EuGH-Entscheidung 2011 Ankündigung einer Änderung
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   23

                 SV-Auswertung
17.1.2014 Nacherhebungsbescheid für 2012
formell rm
zusätzlich 30.000 € für Trichinenuntersuchungen
(arg) LKFV
Bescheid vom 22.3.2013 „unberührt“
F: Widerspruch
form- und fristgerecht
3.3.2014: Insolvenzverfahren, X als InsVw
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                   SV-Auswertung
Begründung Widerspruch durch X
(arg) Bestandskraft des Bescheids vom 22.3.2013
(arg) LKFV verstößt gg Rückwirkungsverbot des GG
(arg) nachträglicher Systemwechsel Var. 1 zu Var. 2;
 Vertrauensschutz
(arg) keine rückwirkende Umsetzung von Richtlinien,
 Verstoß gegen Unionsrecht, da unmittelbare Wirkung von
 RL immer nur zugunsten der Einzelnen
 Vertrauen auf Fortbestand „richtlinienwidrigen Zustands“
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   25

               Aufgabenstellung
„In einem Gutachten, das auf alle im Sachverhalt
 angesprochenen Rechtsfragen – ggf. hilfsgutachtlich
 – eingeht, sind die Erfolgsaussichten des
 Widerspruchs zu prüfen.“
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                     ℗ verorten
Rückwirkendes Gesetz

  echte / unechte Rückwirkung

  Vertrauensschutz nach GG

  Vertrauensschutz nach UnionsR:

  Systemwechsel Var. 1 zu Var. 2

  unmittelbare Anwendbarkeit von RL (?)

  Bestandskraft VA vom 22.3.2013?
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   27

AUSFÜHRLICHE
GLIEDERUNG
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   28

                   Aufbau Übersicht
Aufgabe 1

Klage

A. Zulässigkeit (knapp!)

B. Begründetheit (rip!)

Aufgabe 2

Widerspruch

A. Zulässigkeit (knapp!)

B. Begründetheit (incl. Zweckmäßigkeit!)
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                           Aufgabe 1
A. Zulässigkeit (gänzlich unproblematisch!)

I. Eröffnung VwRWeg

II. Statthafte Klageart

III. Vorverfahren

IV. Form und Frist

V. Richtiger Klagegegner

VI. Beteiligten- und Prozessfähigkeit

KG = Personengesellschaft: jur. Pers. gleichgestellt
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   30

                    Aufgabe 1

B. Begründetheit

I. RWK Widerspruchsbescheid

II. Subjektive Rechtsverletzung
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   31

                     Aufgabe 1
B. Begründetheit

I. RWK Widerspruchsbescheid

 1. EGL: § 3 FlHGebVO

   (ggf. Unionsrechtswidrigkeit)

 2. Formelle RMK

 3. Materielle RMK
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   32

                     Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid

2. Formelle RMK

 a. Zuständigkeit

  rip: Selbsteintrittsrecht?

 b. Verfahren

 c. Form
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   33

                                Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid, 2. Formelle RMK

 a. Zuständigkeit: § 73 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 VwGO

 ℗ eigenständige, neue Regelung: neuer VA (SelbsteintrittsR?) oder rip (arg!)

  „Vertiefung bestehender vs. Zufügung neuer Wunde“?

  rip: (arg) UrsprungsVA – Regelung, dass nicht mehr als Pauschalgebühr

    verlangt wird

  Zuständigkeit Widerspruchsbehörde für rip: nur, wenn auch Fachaufsicht

 b. Verfahren, § 71 VwGO

 c. Form
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   34

                       Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid

3. Materielle RMK

 a. Zulässigkeit rip

 b. Verstoß gegen FleischhygieneRL

  aa. Normverwerfungskompetenz der Behörde

  bb. Bindung an EuGH-Urteil
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   35

                                   Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid, 3. Mat. RMK

  a. Zulässigkeit rip

   § 79 Abs. 2 VwGO: nur implizite Voraussetzung

  M 1: generelle Unzulässigkeit

      (arg) sonst Verstoß gegen Art. 19 Abs. 4 GG

  M2: Zulässigkeit

      (arg) Rechtsschutz ist nicht risikolos

      (arg) allg. Grds. des Vertrauensschutzes (§§ 48 ff. LVwVfG)

   Voraussetzung: VA im Übrigen rechtmäßig; ℗ Verstoß gegen RL?
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   36

                          Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid, 3. Mat. RMK

 b. Verstoß gegen FleischhygieneRL

  aa. ℗ Normverwerfungskompetenz der Behörde

  bb. ℗ Bindung an EuGH-Urteil
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   37

                                                       Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid, 3. Mat. RMK, b. Verstoß gegen   FleischhygieneRL

     aa. ℗ Normverwerfungskompetenz der Behörde

     (arg) Grds., Art. 100 GG: Normverwerfungskompetenz BVerfG (wg Gewaltenteilung)

     (arg) aber: hier nicht formelles Gesetz, sondern RVO

      kein ℗ der Gewaltenteilung, sondern Zuständigkeitsabgrenzung zwischen Behörden;

      hier: unterschiedl. Kompetenz

     (arg) aber: Anwendungsvorrang des Unionsrechts

         EuGH: van Gend en Loos, Costa/ENEL, Simmenthal, Fratelli Costanzo

      Gilt sogar für ParlamentsG, erst recht für RVO
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   38

                                    Aufgabe 1
B. Begründetheit, I. RWK Widerspruchsbescheid, 3. Mat. RMK, b. Verstoß gegen FleischhygieneRL

   bb. ℗ Bindung an EuGH-Urteil

   (arg) Art. 267 Abs. 1 AEUV: EuGH entscheidet stets und

      ausschließlich über Auslegung von UnionsR

   (arg) beschränkte erga omnes-Wirkung: Bindung, wenn keine

      neuerlicher Vorlage durch nationales Gericht; gilt auch für Behörde
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   39

                    Aufgabe 2

A. Zulässigkeit (knapp!)

B. Begründetheit (incl. Zweckmäßigkeit!)
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   40

                                  Aufgabe 2
A. Zulässigkeit (unproblematisch!)

I. Eröffnung VwRWeg, §§ 68, 40 VwGO

II. Zuständigkeit Widerspruchsbehörde, § 73 I 2 Nr. 1 VwGO

III. Statthaftigkeit Anfechtungswiderspr., § 68 I 1 VwGO

IV. Widerspruchsbefugnis, § 42 II VwGO analog

 InsVw = Vfgbefugnis, § 80 I InsO; X = Partei kraft Amtes

V. Form, Frist, § 70 I VwGO

VI. Beteiligten, Handlungsfähigkeit

    es geht nur noch um X!

    Widerspruch ist „gegnerloses Verfahren“
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   41

                   Aufgabe 2

B. Begründetheit

I. RWK des Nacherhebungsbescheides

II. Unzweckmäßigkeit des Nacherhebungsbescheides
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   42

                        Aufgabe 2
B. Begründetheit

I. RWK des Nacherhebungsbescheides

1.   EGL: LKFV (ggf. RMK)

2.   Formelle RMK (+)

3.   Materielle RMK

     a. ℗ Verstoß gg Rückwirkungsverbot

     b. ℗ Entgegenstehende Bestandskraft
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   43

                                     Aufgabe 2
B. Begründetheit, I. RWK des Nacherhebungsbescheides, 3. Materielle RMK

      a. ℗ Verstoß gg Rückwirkungsverbot

      (arg) Rechtsstaatsprinzip nach GG:

      echte / unechte Rückwirkung:

      Eingriff in bereits abgewickelte Sachverhalte? (+/-)

      grds. unzulässige echte Rückwirkung

      ausn. kein Vertrauen entstanden: bei unklarer Rechtslage
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   44

                                     Aufgabe 2
B. Begründetheit, I. RWK des Nacherhebungsbescheides, 3. Materielle RMK

      a. ℗ Verstoß gg Rückwirkungsverbot

      (arg) rückwirkende Umsetzung von RL?

        keine unmittelbare Anwendung der RL,

      sondern verspätete Umsetzung!

      Umsetzungspflicht : Art. 288 III AEUV iVm Art. 4 III EUV
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   45

                                        Aufgabe 2
B. Begründetheit, I. RWK des Nacherhebungsbescheides, 3. Materielle RMK

       b. ℗ Entgegenstehende Bestandskraft

        VA 22.3.2013: implizit = keine höhere Gebühr

         konkludente Aufhebung des UrsprungsVA:

       § 48 oder § 49 LVwVfG?

        ℗ ursprünglich rm oder rw? (relevanter Zeitpunkt?)

       LKFV: hat Rechtslage rückwirkend geändert - § 48 LVwVfG

       kein Vertrauensschutz (s. bei Rückwirkungsverbot)
KORREKTURHINWEISE
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   47

        Hinweise aus den Korrekturen
Allgemein
• Zeitmanagement:
  nicht fertigwerden
• Schwerpunktsetzung:
  viel zu Aufgabe 1, nichts zu Aufgabe 2
• Europarecht:
  EuGH-Urteile und effet utile statt sauberer Argumentation
• auswendig Gelerntes, ohne Bezug zum konkreten Fall
  → „Probleme entfalten“
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   48

        Hinweise aus den Korrekturen
Aufgabe 1
• viel zu ausführliche Zulä. (GA, obwohl kein ℗) , zu wenig Begr.
• Klage nur gg II. gerichtet (!), sauberer OS für Begr. (!)
• reformatio in peius – oft gar nicht erkannt,
  ℗ schlüssiger Prüfungsaufbau?
   bloß quantitative rip vs. qualitative Verböserung (neuer VA?)
   Zuständigkeit: SelbsteintrittsR der Aufsichtsbehörde?
    materielle RMK rip
• Bindungswirkung EuGH-Entscheidung
   EuGH entscheidet lediglich über Auslegung von Unionsrecht (!)
    erga-omnes-Wirkung!
• Anwendungsvorrang des Unionsrechts
   Normverwerfungskompetenz von Behörden?
   Unterschied: formelles Gesetz vs. RVO!
• „effet utile“ als viel zu grobes Argument im EuR!
Mangold: Examensklausurenkurs (WS 2018/2019)   49

        Hinweise aus den Korrekturen
Aufgabe 2
• Zeitprobleme!
• „Aufsatz“ zur Rückwirkung statt Prüfung
• Insolvenzverwaltung
   Partei „kraft Amtes“
• OS Widerspruch: auch Prüfung der Zweckmäßigkeit
• Abgrenzung echte / unechte Rückwirkung
  (Vertrauensschutz)
   Ausnahmefall Verbot echter Rückwirkung?
• rückwirkende Umsetzung von RL: kaum gesehen!
   wirklich: unmittelbare Anwendung einer RL ?!
• Bestandskraft des ursprünglichen VA
   §§ 48, 49 LVwVfG
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