Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative

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Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
LEITFADEN

    fairplay-Workshops
Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
         für Vielfalt und Antidiskriminierung
Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
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Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier.

Impressum
Herausgeber und Medieninhaber: Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) | Möllwaldplatz 5/3 | A–1040 Wien
Autor: David Hudelist; Redaktion und inhaltliche Mitarbeit: Kurt Wachter, Martin Kainz, Jerry Essandoh, Lisa Kremling, Katrin Oberhöller
Mail: office@vidc.org | www.vidc.org, www.fairplay.or.at | Fotos: Cover: Lea Pelc; University of Ghana; VIDC; INEX-SDA; fairplay; UISP; Camino;
Kick mit. | Grafik: typothese | Druck: Resch Druck

© Februar 2020

                                                                                                                      WORKSHOPS
Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
FAIRPLAY-WORKSHOPS                                                            3

INHALT
Vorwort. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Editorial. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1. Der Ansatz „Sport für Entwicklung“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2. fairplay-Workshops: Idee und Schwerpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
3. Exemplarischer Ablauf eines fairplay-Workshops. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                 11
4. Die Methoden der fairplay-Workshops – eine Übersicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                       12
   Die Methoden der fairplay-Workshops . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                           15
   4.1. Aufwärmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .           15
       Interaktives Kennenlernen und Einteilung von Kleingruppen. . . . . . . . . . . . . . . . .                                          16
       fairplay warm-up . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .            17
       Ball & Adjektiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .         18
   4.2. Spielzeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .     20
       1. Halbzeit: inhaltliche Methoden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                      20
       Fußballfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .       20
       Begriffs-Memory . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .             22
       Der König des Fußballs!?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                 24
       Barnga. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .     26
       Schwule Sportler*innen?!?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                    28
       Zwei Sportler_innen sind „anders“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                        30
       2. Halbzeit: Bewegungsmethoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                          32
       „Vorurteile platzen lassen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                 32
       Die Schatztruhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .           34
       Ballkreis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .    36
       Im Abseits . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .        37
       Privilegien-Ball. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .         38
   4.3. Verlängerung und Interviews. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                     41
       Wo ist der Ball? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .          41
       Meterstab. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .        43
       Gordischer Knoten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .              44
   Feedback. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .     45
   Evaluierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      46
5. Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   47
6. Literatur und Links. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .          50

                   WORKSHOPS
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VORWORT

S    port ist seit jeher ein Instrument für soziale und ent-
     wicklungspolitische Fragen. Im Jahr 2000, als die Mil-
lenniums-Entwicklungsziele (MDGs) von den Vereinten
Nationen initiiert wurden, erhielt der Sport besondere
Anerkennung und Impulse. Zusätzlich installierten die
Vereinten Nationen 2005 mit dem 6. April den „Inter-
nationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“.
   Mit der Einführung der Agenda 2030 für nachhal-
tige Entwicklung, den 17 Zielen der Vereinten Na-              und Toleranz, Respekt, Inklusion, Geschlechter- und
tionen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable De-            Gesundheitsfragen sowie Frieden, interkulturelles und
velopment Goals – SDGs), wird der Sport nachdrück-             harmonisches Leben zwischen und unter globalen Ge-
lich und eindeutig als wirksames, nachhaltiges und             meinschaften zu fördern.
kostengünstiges Instrument anerkannt, um zu der bis-              Ein wesentlicher Vorteil der Strategie, Sport als In-
her bei weitem umfassendsten globalen Entwicklungsa-           strument für soziale und entwicklungspolitische Fragen
genda beizutragen.                                             einzusetzen, besteht darin, dass sie universell, bereichs-
   Im Detail besagt Paragraph 37 in der Agenda 2030,           übergreifend und effektiv und daher sehr praktisch ist.
dass Sport „ein wichtiger Motor für eine nachhaltige           Organisationen und Vereine lernen Hintergründe und
Entwicklung ist“, der wachsende „Beitrag des Sports            Methoden kennen, die üblicherweise nicht im konven-
zur nachhaltigen Entwicklung“ wird darin entsprechend          tionellen Sportsetting angewendet werden. Strategien
wertgeschätzt. Sport trägt bei zur Verwirklichung von          und Methoden sind in vielen unterschiedlichen Situa-
Entwicklung und Frieden, zur Förderung von Toleranz            tionen anwendbar, insbesondere mit Kindern und Ju-
und Respekt, zur Stärkung von Frauen und Jugendli-             gendlichen. Dies ist der Hauptzweck dieses Leitfadens.
chen, Einzelpersonen und Gemeinschaften sowie zu                  Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen und Anwenden.
Zielen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und sozi-
ale Inklusion.                                                 Bella Bello Bitugu
   In diesen Kontexten hat sich die fairplay Initiative am     Director of Sports, University of Ghana (Accra)
Vienna Institute for International Dialogue and Coope-
ration (VIDC) positioniert, um, auch im Rahmen zahlrei-
cher Partnerschaften, verschiedene theoretische und
praktische Projekte und Programme zu entwickeln, die
sich mit sozialen und entwicklungspolitischen Fragen
im Sport befassen. Die einzigartige Position der fairplay
Initiative am VIDC ist, dass sie sich im Gegensatz zur
allgemeinen Konvention an Gemeinschaften, Gruppen
und Einzelpersonen sowohl im Globalen Norden als
auch im Globalen Süden richtet.
   Dieser Leitfaden ist eine weitere Manifestation die-
ser Strategie. Er soll Fachleuten und Praktiker_innen
auf allen Ebenen als Vorlage und Anstoß dienen, die
den Sport nicht nur als solches, also als Endzweck, son-
dern auch als Mittel und Werkzeug für Bildung nutzen
wollen. Der Leitfaden soll das Instrument Sport hervor-
heben, um Probleme in Gemeinschaften anzugehen

                                                                                                WORKSHOPS
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FAIRPLAY-WORKSHOPS                                               5

EDITORIAL

fairplay-Workshops
   Der Leitfaden zu den fairplay-Workshops richtet sich
an fairplay-Workshopleiter_innen und all jene Trainer_
innen, Pädagog_innen, Sozial- und Jugendarbeiter_in-
nen, die das Thema Bildung und Entwicklung mit Sport
verbinden möchten.
   fairplay-Workshops schaffen genau das – die Ver-
knüpfung von Bewegungselementen mit gesellschafts-
politisch relevanten Themen. Sport wird als Werkzeug            zu lassen. fairplay konnte durch dieses Netzwerk auch
verwendet, um auf globale Entwicklung (SDGs), Diskri-           Methoden aus der Fußballpraxis von interkulturellen
minierungsformen, Integration, soziale Inklusion und            Programmen des irischen und deutschen Fußballver-
Menschenrechte einzugehen. Der Zugang zu diesen                 bandes oder Bildungseinrichtungen aus Deutschland
Themen ist ein spielerischer und positiver.                     und Österreich kennenlernen. Gemeinsam mit dem
   Der Erfolg der fairplay-Workshops spiegelt sich auch         Interkulturellen Zentrum (IZ) und dem Institut für Kin-
in der immer größer werdenden Nachfrage für so ge-              derrechte und Elternbildung (IKEB) entwickelte fairplay
nannte Multiplikator_innen-Workshops wider. Sport-              die Seminarserie „Interkulturelle Kompetenz im Sport“,
trainer_innen, Pädagog_innen und Sozialarbeiter_innen           welche ab 2014 für Trainer_innen und Funktionär_in-
lernen in diesen den Zugang zu unseren Methoden ken-            nen unter anderem im Rahmen der „ARGE Sport und In-
nen und auch, diese selbst in ihrer Arbeit anzuwenden.          tegration“ des Sportministeriums angeboten wird. Zeit-
   Der Leitfaden zu den fairplay-Workshops dient dem-           gleich wurde in Kooperation mit der HOSI (Homosexuel-
nach einerseits als Begleitung und Nachschlagewerk für          le Initiative) Wien und dem Verein queerconnexion das
fairplay-Workshopleiter_innen und Interessierte, die mit        Workshopmodul „queerplay“ ausgearbeitet, welches
Kindern und Jugendlichen in der offenen Jugendarbeit,           sich den Themen Homophobie und Sexismus widmet.
bei Projekttagen in der Schule oder in Sportvereinen ar-        Eine Kooperation mit Amnesty International erlaubte
beiten. Andererseits gilt er als Grundlage für die Multi­       es uns, Methoden und Hintergrundinfos zu Sport und
plikator_innen-Workshops.                                       Menschenrechten zu erarbeiten. All diese Erfahrungen
                                                                fließen in die Schwerpunkte der fairplay-Workshops ein.
Hintergrund der fairplay-Workshops                              Daraus entstand ein reichhaltiges Workshopangebot,
    Seit Gründung der fairplay Initiative im Jahr 1997 gibt     welches entwicklungspolitische Themen und inkludie-
es ein großes Augenmerk auf Bildungsarbeit. „fairplay           rende Elemente in Theorie und Praxis behandelt.
goes education“ war 2004 das erste größere Bildungs-                Maßgeblich gefördert wurden unsere Workshops
projekt bei fairplay. Im Rahmen des Projekts EURO-              stets von der Österreichischen Entwicklungsarbeit.
SCHOOLS bei der UEFA EURO 2008 wurden Worksho-                      Der Aufbau dieses Leitfadens stellt zunächst theo-
pelemente erstmals in ganz Österreich durchgeführt. Im          retische Hintergründe zu den fairplay-Workshops dar.
Zuge des Projekts „Football for Development“ wurden             Hauptaugenmerk wird auf die Darstellung der prakti-
die Workshops von 2009 bis 2012 inhaltlich und fach-            schen Vorgehensweise und die Vorstellung und Veran-
lich verfeinert und durch die Inputs und Methoden der           schaulichung der einzelnen Methoden gelegt.
internationalen Partner_innen aus Tschechien, Ungarn,               Wir hoffen, dass dieser Leitfaden einen Einblick in
Italien und Kooperationspartner_innen aus dem Globa-            den Bereich der praktischen Arbeit von fairplay im Bil-
len Süden erweitert. Das internationale, von fairplay ko-       dungsbereich geben kann und wünschen viel Spaß beim
ordinierte Netzwerk SPIN (Sport Inclusion Network) bot          Kennenlernen und Ausprobieren der Übungen.
schließlich die Möglichkeit, kooperative Sportspiele und
Bewegungselemente mit in die Workshops einfließen               David Hudelist, fairplay Initiative am VIDC

               WORKSHOPS
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1. DER ANSATZ
„SPORT FÜR ENTWICKLUNG“
I m Globalen Süden wird Sport verstärkt als Instrument
  für die soziale Entwicklung eingesetzt. Die Palette
reicht von HIV/AIDS-Aufklärung im südlichen Afrika über
                                                                  lung hat. Ein Vorreiter dabei ist die fairplay Initiative
                                                                  am VIDC.

Konfliktprävention durch Straßenfußball in Kolumbien              Sport und die nachhaltigen
bis zu Empowerment von Mädchen in Indien (Coalter                 Entwicklungsziele
2013). Die Anzahl der NGOs und Initiativen, die Sport für         Ein wichtiger Motor für die Herausbildung einer globa-
soziale Transformationen nutzen, hat sich in den letzten          len „Sport für Entwicklung“-Bewegung sind die Verein-
15 Jahren vervielfacht.                                           ten Nationen. Große Bedeutung wird dem Sport im Zu-
   Auch in Österreich wird verstärkt darüber nachge-              sammenhang mit den Sustainable Development Goals
dacht, welche Kraft der Sport bei der Realisierung ele-           (SDGs) zugeschrieben. Im September 2015 verpflichte-
mentarer Werte und Zielsetzungen wie Gerechtigkeit,               ten sich alle 193 Mitgliedsstaaten der UNO zur Umset-
soziale Kohäsion, Solidarität, Förderung von Kindern              zung der Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs.
und Jugendlichen sowie für die Verbesserung von Ge-                  Im Zusammenhang mit Sport sind vor allem folgende
sundheit, Bildung und der wirtschaftlichen Entwick-               SDGs von besonderer Relevanz: SDG 1 (keine Armut),

    Die fairplay Initiative ist die österreichische Organisati-   und Umsetzung innovativer Bildungs-, Informations-
    on zur Förderung von Vielfalt und Antidiskriminierung         und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Antidiskriminie-
    im Sport. fairplay wurde im Europäischen Jahr gegen           rung, Sport für Entwicklung und Menschenrechte
    Rassismus 1997 am VIDC als Reaktion auf den verbrei-          sowie soziale Inklusion. Zentrales Anliegen ist die
    teten Rassismus in Fußballstadien gegründet. fairplay         pro-aktive Bekämpfung von Diskriminierung (Rassis-
    verbindet entwicklungspolitische Informations- und            mus, Homophobie, Sexismus) und die Förderung der
    Bildungsarbeit mit Fußball und Sport. fairplay ist im         gleichberechtigten Teilhabe von Migrant_innen und
    österreichischen Sport führend bei der Entwicklung            anderen Minderheiten auf allen Ebenen des Sports.

                                                                                                  WORKSHOPS
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SDG 3 (Gesundheit), SDG 4 (Bildung), SDG 5 (Geschlech-         fußt auf der „Theorie des Wandels“, wonach Bildungs-
tergleichstellung), SDG 8 (Würdevolle Arbeit), SDG 10          maßnahmen die konkreten, persönlichen Erfahrungen
(verminderte Ungleichheit), SDG 11 (nachhaltige Städ-          und Interessen der Jugendlichen sowie die emotionale
te), SDG 12 (verantwortungsvoller Konsum), SDG 16              Seite integrieren müssen. Nur so sind bei jungen Men-
(Frieden und Gerechtigkeit) sowie SDG 17 (Partnerschaft        schen eine Teilhabe und ein Interesse an globalen Fra-
für die Ziele).                                                gen überhaupt möglich.
   Gerade im Hinblick auf das Thema Geschlechter­              Beispielsweise ermöglichen nicht-kompetitive Fuß-
gleichstellung (SDG 5) bietet der Sport ein sehr pas-          ball-Events die Schaffung einer entspannten, flexiblen
sendes Aktionsfeld, da Geschlechterverhältnisse im             und weniger strukturierten Umgebung, die sich von der
Sport besonders sichtbar, und damit gut kommunizier-           formalen Unterrichtssituation unterscheidet. In so ei-
bar sind. Frauen im Sport, nicht zuletzt im Fußball, sind      nem Setting haben Jugendliche die Möglichkeit, neue
global unterrepräsentiert, Geschlechterklischees spiel-        Erfahrungen zu machen und die eigenen Positionen und
en eine zentrale Rolle. Allerdings bedürfen die SDGs in        Werte zu reflektieren. Themen wie die Gleichstellung
Österreich allgemein noch mehr Bekanntheit. Der Sport          der Geschlechter, globale Ungleichheit oder Diskriminie-
bietet hier eine hervorragende Bühne, und ist dabei Ak-        rung lassen sich dadurch leichter bearbeiten.
tionsfeld und Medium zugleich.                                    Sport eignet sich hervorragend, um eine große Band-
                                                               breite an Jugendlichen – und Erwachsenen – zu errei-
Sport als Heilsbringer?                                        chen und diese für die Notwendigkeit eines globalen
Vielen Programmen im Bereich „Sport für Entwicklung“           Denkansatzes zu sensibilisieren. Hier kann eine produk-
liegt allerdings ein instrumentalistischer und normativer      tive Auseinandersetzung mit SDG 4.7 „Global Citizen­
Begriff von Sport zu Grunde. Dabei gilt Sport als univer-      ship Education“ (GCED) erfolgen. GCED vermittelt den
selle Wunderwaffe gegen (fast) alle gesellschaftlichen         Jugendlichen Kenntnisse, um komplexe soziale, politi-
Probleme. Der positive Beitrag des Sports zum Entwick-         sche, kulturelle und globale Themen zu verstehen und
lungsprozess wird oft selbstredend angenommen, da              um gegenwärtige Konflikte zu lösen. Das Bewusstma-
der Sport auf geradezu wundersame Weise „gesunde,              chen von globalen Zusammenhängen unterstützt die
produktive Menschen hervorbringe“ (Coakley 2011).              Jugendlichen in ihrer Rolle als Weltbürger_innen.
   Die Idee, über Sport das Verhalten bei Jugendlichen
zu beeinflussen, gehörte bereits zum Repertoire der            Conclusio
Pädagogik in den afrikanischen Kolonien. Aufbauend             Damit sich der Ansatz „Sport und Entwicklung“ weiter
auf der Vorstellung eines „muskulären Christentums“            etabliert und Sport tatsächlich einen Beitrag zur Errei-
sollten jungen, afrikanischen Männern vor allem über           chung der SDGs leisten kann, bedarf es einer kritischen
Fußball westliche moralische Werte und Disziplin aner-         Haltung gegenüber Verheißungen, die den Sport als so-
zogen werden (Wachter 2006).                                   ziale Allzweckwaffe propagieren.
   Daher setzten sich neuere Studien durchwegs skep-              Akteur_innen im Bereich Sport und Entwicklung
tisch mit dem Ansatz „Sport und Entwicklung“ ausein-           müssen sich kritisch mit ihren Interventionen und der
ander. Eine Kritik zielt auf die normative und verding-        Wirksamkeit der Projekte auseinandersetzen. Dabei
lichte Vorstellung von Sport ab. So genannte „Sporte-          geht es darum zu verstehen, warum eine Maßnahme
vangelisten“ würden eine immanent positive Wirkung             geklappt hat oder warum sie gescheitert ist und wenn
des Sports behaupten (Gulianotti 2004).                        das gewünschte Ergebnis erreicht wurde, herauszufin-
   Sport-für-Entwicklung-Projekte basieren auf be-             den was den Erfolg tatsächlich verursacht hat. Über
stimmten methodischen und konzeptionellen Annah-               Projektinterventionen das Verhalten der jugendlichen
men. In den meisten Projekten würden aber diese zu-            Zielgruppen nachhaltig zu verändern ist ehrgeizig und
grunde liegenden Annahmen oder „Theorien des Wan-              auch schwierig zu messen. Daher sollten die Ziele von
dels“ (Theories of Change) kaum explizit gemacht (Kay          entwicklungspolitischer Bildung spezifisch und realis-
2011).                                                         tisch formuliert werden; dazu gehören etwa die Ver-
                                                               besserung der Fähigkeit von Pädagog_innen, Projekte
Sport und Globales Lernen                                      eigenständig durchzuführen oder ihnen Werkzeuge und
Welche Rolle kann nun Sport in der Bildungsarbeit mit          Ressourcen in die Hand zu geben, um sich mit globalen
Jugendlichen spielen? Die Methode „Globales Lernen“            Fragen zu beschäftigen.

               WORKSHOPS
Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
8

2. FAIRPLAY-WORKSHOPS:
IDEE UND SCHWERPUNKTE

Vorstellung Workshopidee                                   1. Antidiskriminierung
Die fairplay-Workshops verbinden Bildung mit Bewe-         Kennenlernen und Erarbeiten von wichtigen Begrifflich-
gung. Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus,      keiten (Rassismus, Diskriminierung, Vorurteile, Stereo-
Homophobie, die Themen Menschenrechte, globale             type, Flucht & Migration, Homophobie etc.). Aufzeigen
Zusammenhänge sowie Fair Play, Respekt und Teamfä-         von Beispielen und spielerisches Erlernen von Diskrimi-
higkeit werden auf spielerische Art und Weise näher-       nierungsformen anhand von Bewegungsmethoden, Rol-
gebracht. Die Workshops werden interaktiv gestaltet        lenspielen und Diskussionen.
– Arbeiten in Kleingruppen, Diskussionen und Vorträge
wechseln sich mit Bewegungselementen und Spielen
ab.
   Wichtig bei den Workshops ist eine offene Diskussi-
onskultur, in der die Teilnehmer_innen die Möglichkeit
haben, Begrifflichkeiten und die unten angeführten
Themen besser kennenzulernen. Bewegungsspiele und
der Zugang über den Sport schaffen eine lockere Atmo-      2. Soziale Inklusion
sphäre und einen abwechslungsreichen Ablauf.               Im Bereich Sport und soziale Inklusion geht es fairplay
   Ziel der fairplay-Workshops ist, neben entwicklungs-    zum einen darum, den Ausschluss von Minderheiten auf
politischer Bildung, das Fördern von Vielfalt und Diver-   verschiedenen Ebenen des Sports aufzuzeigen. Zum an-
sität sowie eine Thematisierung von Intersektionalität,    deren ist es ein Ziel, auf die Notwendigkeit der Sensibi-
also der Verbindung und Überschneidung von verschie-       lisierung hinsichtlich unterschiedlicher sozialer, kulturel-
denen Formen der Diskriminierung.                          ler, sprachlicher und ethnischer Hintergründe im Sport
                                                           und der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Relevan-
Workshopleiter_innen                                       te Begrifflichkeiten werden durchgenommen, die Rolle
Die Workshops werden von ausgebildeten Workshoplei-        des Sports im Integrationsprozess wird betont. Dieser
ter_innen in ganz Österreich durchgeführt. Vor jedem       Schwerpunkt wurde gemeinsam mit dem IZ (Interkultu-
Workshop nehmen diese Kontakt mit den Gruppenlei-          relles Zentrum) und dem IKEB (Institut für Kinderrechte
ter_innen auf und versuchen individuell und gezielt auf    und Elternbildung) ausgearbeitet.
Themen und gewünschte Schwerpunkte einzugehen.

Schwerpunkte der fairplay-Workshops
für Kinder und Jugendliche
Die inhaltlichen Schwerpunkte sind flexibel einsetzbar
und können nach Bedarf angewendet werden. Das The-
ma der SDGs ist dabei eine Querschnittsmaterie, da diese
für all unsere Schwerpunkte von großer Relevanz sind.

                                                                                             WORKSHOPS
Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
FAIRPLAY-WORKSHOPS                                                   9

3. Homophobie und LGBTIQ+                                   Hinweis zur Verknüpfung der
Unsichtbarkeit von LGBTIQ+s ist ein bis heute kaum          Schwerpunkte
thematisiertes Problem im Sport und das obwohl Ho-          Ein fairplay-Workshop muss sich nicht explizit nur einem
mophobie eine prominente Rolle spielt: schwulenfeind-       Schwerpunkt widmen. In Rollenspielen, Diskussionen
liche Gesänge, Sprüche über „schwule Pässe“, Eltern,        und Bewegungsmethoden können diese auch verbunden
die Mädchen nicht zum Fußball lassen aus Angst, diese       werden. Die Themen können sich nach Gesprächsverlauf,
könnten „lesbisch werden“ sowie extrem stereotype Bil-      Fragen und Input der Teilnehmer_innen gestalten.
der von Männlichkeit und Weiblichkeit begegnen uns im
Sport regelmäßig. Mit dem Schwerpunkt „queerplay“           Bewegungsmethoden
wollen wir diese Hintergründe diskutieren und für ver-          Jeder Workshop beinhaltet Bewegungsspiele. Ziel
schiedene sexuelle Orientierungen und geschlechtliche       der Bewegungsmethoden ist es, Übungen aus dem
Identitäten sensibilisieren. Das Modul wurde gemein-        Trainingsalltag mit Inhalten zu verknüpfen. Anhand der
sam mit der queerconnexion der HOSI (Homosexuelle           Selbsterfahrung in den Übungen werden Diskriminie-
Initiative) Wien entwickelt.                                rungsformen, soziale Inklusion, Menschenrechte, Fair
                                                            Play, Teamgeist und Respekt behandelt.
                                                                Diese Methoden basieren auf dem Konzept der Sozio-
                                                            motorik. Soziomotorik ist ein auf Bewegung und Interak-
                                                            tion ausgelegtes Handlungsprinzip zur Förderung der
                                                            Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern und Jugend-
                                                            lichen, des Teamgedankens und der Kommunikation. So-
                                                            ziomotorik beruht größtenteils auf unbewusstem Verhal-
4. Menschenrechte                                           ten. Das bedeutet, dass die menschliche Motorik sozial
In diesem Modul werden Menschenrechte mit Sport             geprägt ist und im Kontext gesellschaftlicher Verhältnisse
verbunden. Sport kann als Recht auf Teilnahme am öf-        steht. Im Rahmen der Sozialisation werden gesellschaft-
fentlichen und kulturellen Leben angesehen werden.          liche Werte und Normen verinnerlicht, auf deren Basis
Sport kann unter anderem aber auch eine wesentliche         das menschliche Grundbedürfnis nach sozialer Anerken-
Rolle einnehmen, um Menschenrechte zu propagieren.          nung bzw. Identitätsbestätigung gestillt wird. Identität
Nicht-Diskriminierung, Inklusion von möglichst vielen       wird unter anderem über körperbezogenes Handeln,
Menschen sowie Grundprinzipien des Fair Play werden         das gesellschaftlich determiniert ist, erfahren. Das heißt,
hier als Konzepte für Menschenrechtsbildung verstan-        Identitätsbestätigung läuft auch und insbesondere über
den. Thematisiert werden auch Menschenrechtsverlet-         die Soziomotorik. Darin liegt im Wesentlichen die soziale
zungen, die bei Sportgroßereignissen zu beobachten          Bedeutung der Bewegung bzw. die Funktion der Sozio-
sind. (z. B.: Meinungs-, Versammlungs- und Demons-          motorik als Kommunikationsmedium. (vgl. Weiß 2003).
trationsfreiheit, Stadionbau & Arbeiter_innenrechte,
Zwangsumsiedlungen). Dieses Modul wurde mit Unter-             Eckdaten fairplay-Workshops für Kinder und
stützung von Amnesty International entwickelt.                 Jugendliche Zielgruppe:
                                                               Kinder und Jugendliche in Sportvereinen, Jugend-
                                                               zentren, Schulen, (Sport-)Projekten, Camps
                                                               Methoden: Bewegungsmethoden, Rollenspiele,
                                                               gruppendynamische Übungen, Kleingruppen-
                                                               übungen, Diskussionen, Präsentationen
                                                               Alter: ca. 10–16 Jahre
                                                               Ort: in einem größeren Raum, Sporthalle oder im
                                                               Freien (Sportplatz, Park)
                                                               Dauer: 2–3 Stunden
                                                               Anzahl der Teilnehmer_innen: 15–20 Kinder und/
                                                               oder Jugendliche
                                                               Materialien: Bälle, Überziehleibchen und Markie-
                                                               rungshütchen, Musik, Papier, Stifte und Flipchart

              WORKSHOPS
Fairplay-Workshops - LEITFADEN - Leitfaden zu Bildungsangeboten der fairplay Initiative
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Workshops für Multiplikator_innen                         Eckdaten Multiplikator_innen-Workshops von
(Erwachsene)                                              fairplay
Die Methoden und Inhalte der fairplay-Workshops wer-      Zielgruppe: Trainer_innen, Sozialarbeiter_innen,
den auch für potentielle Multiplikator_innen angeboten.   Jugendarbeiter_innen, Pädagog_innen, Funktio-
Im Multiplikator_innen-Workshop erhalten die Teilneh-     näre im Sport
mer_innen praxisnahe Anregungen für ihre Tätigkeit mit    Ort: in einem größeren Raum, Sporthalle oder im
Kindern und Jugendlichen. Die Teilnehmer_innen lernen     Freien (Sportplatz, Park)
unsere Methoden kennen und diese selbstständig anzu-      Dauer: Ganztagesworkshop (7–8 Stunden inkl.
leiten. In der Gruppe werden theoretische Grundlagen,     Pause), Halbtagesworkshop (3–4 Stunden)
Fallbeispiele und Erfahrungsberichte erarbeitet und re-   Anzahl der Teilnehmer_innen: 15 bis max. 20
flektiert. In Bewegungsmethoden können Übungen aus        Personen
dem Trainingsalltag mit Inhalten verknüpft werden.        Materialien: Bälle, Überziehleibchen und Markie-
                                                          rungshütchen, Musik, Papier, Stifte und Flipchart

                                                                                      WORKSHOPS
FAIRPLAY-WORKSHOPS                                              11

3. EXEMPLARISCHER ABLAUF
EINES FAIRPLAY-WORKSHOPS

J eder fairplay-Workshop soll bestmöglich an Teilneh-
  mer_innen und Rahmenbedingungen angepasst wer-
den. Dabei dient ein exemplarischer Ablauf zur Orientie-
                                                                 Zum Verständnis unserer Beschreibungen:
                                                                 Abkürzungen und geschlechterneutrale
rung. Der Workshop gliedert sich dabei wie ein Spiel im          ­Schreibweise
professionellen Sport.                                            TN = Teilnehmer_innen
                                                                  WSL = Workshopleitung
■■Aufwärmphase      | 15 bis 30 Minuten | Vorstellung             „_“ = Geschlechterneutrale Schreibweise: Mit
  fairplay-Workshops, Ice-Breaker-Spiele, Kennenler-              dem Unterstrich („Gender-Gap“) werden alle
  nen und Festsetzen von gemeinsamen Regeln                       Menschen angesprochen. Auch jene, die sich
■■Spielzeit | 90 bis 120 Minuten | Methoden mit vor               weder dem weiblichen noch dem männlichen
  allem inhaltlichem Fokus und Kleingruppenübungen                Geschlecht zuordnen.
  genauso wie Bewegungsmethoden aufgeteilt auf                    LGBTIQ+ = das englische Akronym für L­ esben,
  „zwei Halbzeiten“ zum Vertiefen der ausgewählten                Schwule, Bisexuelle, Trans-, Intersex- und
  Schwerpunkte                                                    Queer-Personen und mehr
■■Verlängerung und Interviews | 15 bis 30 Minuten |
  gruppendynamisches Spiel zum Abschluss, mündli-
  che und schriftliche Feedbackrunden

              WORKSHOPS
12

4. DIE METHODEN DER FAIRPLAY-
WORKSHOPS – EINE ÜBERSICHT
     Name                    Ziel                        Inhalt                       Key Learnings                     Schwerpunkte

                                                        AUFWÄRMPHASE
                                               Die TN haben durch diese
 Interaktives     Kennenlernen der                                          TN lernen sich kennen, jede/r TN hat
                                               Übung die Möglichkeit,
                  TN, Teambuilding,                                         einen Ball geworfen und gefangen,        Bewegung,
 Kennenlernen                                  Blickkontakt zueinander
                  Fangfähigkeit trainieren                                  Motivation für den weiteren              Kommunikation
                                               aufzunehmen und die
                                                                            Workshopablauf ist vorhanden
                                               Gruppe kennenzulernen

 fairplay         Distanzen unter TN           Sportliches Aufwärmen        Kennenlernen, TN haben Kontakt und       Bewegung,
 warm-up          abbauen, Gruppen bilden      für den Workshop,            Basisvertrauen zueinander aufgebaut,     Kommunikation,
                  ohne Auswahlverfahren        Kennenlernen                 TN sind vorbereitet für den Workshop     Teambuilding

                  Kennenlernen,
                                               Die Übung sorgt für eine
                  Zusammenspiel,
 Ball &                                        erste Auflockerung in        Zusammenspiel in der Gruppe
                  Kooperation,                                                                                       Bewegung,
                                               der Gruppe und bezieht       funktioniert, die TN lernen neue
 ­Adjektiv        Geschicklichkeit,                                                                                  Kommunikation
                                               alle TN inklusiv mit ein,    Wörter in einer anderen Sprache
                  Gruppendynamik,
                                               Kennenlernen
                  Kommunikation

                                                             1. HALBZEIT
                                                                                                                     Möglich mit allen
                                               Die TN üben in
                                                                            Die TN sehen ihre Position in der        Schwerpunkten
                                               spielerischer Art zu
 Fußballfeld      Teamfähigkeit, Potentiale                                 Gruppe,                                  (Antidiskriminierung,
                                               kooperieren und lernen
                  und Herausforderungen                                     die TN setzen sich mit                   soziale Inklusion,
                                               ihre Teamfähigkeit und
                  des Sports erkennen                                       Schwerpunktthemen intensiv               Homophobie
                                               unterschiedliche Rollen in
                                                                            auseinander                              und LGBTIQ+,
                                               einer Gruppe kennen
                                                                                                                     Menschenrechte)

                                               Das Begriffs-Memory
                                               bietet eine Möglichkeit,
                  Sensibilisierung für
 Begriffs-­                                    sich auf spielerische
                  unterschiedliche Formen                                   Die TN können relevante
                                               Weise mit relevanten
 Memory           der Diskriminierung,                                      Begrifflichkeiten für den Workshop       Antidiskriminierung
                                               Begrifflichkeiten
                  Auseinandersetzung mit                                    definieren und Beispiele nennen
                                               um das Thema
                  Intersektionalität
                                               Diskriminierung
                                               auseinanderzusetzen

                                               Anhand der Geschichte
                  Aufgreifen der Thematik
 König des                                     von Arthur Friedenreich
                  Rassismus und                                             Die TN kennen praktische Beispiele zu
 Fußballs!?                                    wird das Thema Rassismus                                              Antidiskriminierung
                  Diskriminierung                                           Rassismus und Fußball
                                               und Diskriminierung
                                               diskutiert

                                               Barnga simuliert den
                                               Effekt von kulturellen
                                                                            Die TN erkennen die Wichtigkeit von
                  Simulation von kulturellen   Unterschieden in
 Barnga                                                                     interkultureller Kommunikation           Soziale Inklusion
                  Unterschieden                menschlichem Handeln,
                                               TN erfahren einen „Mini-
                                               Kultur-Schock“

                                               Diskussion über              Die TN lernen Beispiele queerer
                  Einführung und
 Schwule                                       vorherrschende Bilder von    Sportler_innen kennen,                   Homophobie und
                  Wissensvermittlung zu
 Sportler_innen                                homosexuellen, queeren       klischeehafte und vorurteilsbehaftete    LGBTIQ+,
                  LGBTIQ+ im Sport
                                               Sportler_innen               Meinungen werden aufgebrochen

                                                                            Die TN erfahren einen
 Zwei             Vertiefung in das Thema      In Kleingruppen wird zu      Perspektivenwechsel, die TN haben
 Sportler_innen   LGBTIQ+ und Sport,           Biographien von LGBTIQ+-                                              Homophobie und
                                                                            ein vertieftes Wissen zu LGBTIQ+ im
 sind „anders“    Sichtbarmachen von           Personen im Sport                                                     LGBTIQ+,
                  Diversität im Sport          gearbeitet                   Sport, Stereotype und Vorurteile
                                                                            werden aufgebrochen

                                                                                                                  WORKSHOPS
FAIRPLAY-WORKSHOPS                                                                 13

   Name                      Ziel                     Inhalt                         Key Learnings                    Schwerpunkte

                                                          2. HALBZEIT
                                                                                                                    Möglich mit allen
                                                                           Die TN haben sich erste Gedanken
                 Motivation für den         Anhand von zufälligen                                                   Schwerpunkten
                                                                           über inhaltliche Themen gemacht,
Vorurteile       Workshop, inhaltliches     Pärchenkonstellationen im                                               (Antidiskriminierung,
                                                                           die TN haben Positionen mit einem
platzen lassen   Herantasten an             Bewegungsspiel werden                                                   soziale Inklusion,
                                                                           Gegenüber ausgetauscht und
                 Schwerpunktthemen          Inhalte diskutiert                                                      Gender Equality,
                                                                           diskutiert
                                                                                                                    Menschenrechte)

                                            Bewegungsspiel mit             Die TN erkennen bzw. haben
                 Themen Fair Play
Schatztruhe                                 Schwerpunkt Koordination,      Bevorzugung und Benachteiligung          Antidiskriminierung,
                 und Diskriminierung
                                            Sensibilisierung für Fair      erfahren, die TN reflektieren ihr        soziale Inklusion
                 spielerisch kennenlernen
                                            Play und Diskriminierung       eigenes Verhalten

                                            In einem Bewegungsspiel
                 Teamfähigkeit,             wird Teamfähigkeit und
                                                                           Es wird erkannt, dass jede/r TN gleich
Ballkreis        Kommunikation, soziale     Kommunikation gelernt
                                                                           wichtig für das Spiel ist                Soziale Inklusion
                 Inklusion durch Sport      und die Wichtigkeit aller
                                            Bausteine einer Gruppe
                                            erfahren

                                            Bewegungsspiel, welches
                                            die Position von Gewinner_
                 Behandeln der
                                            innen und Verlierer_innen
                 Thematik Vertreibung/                                     Die TN erkennen sowohl positive          Antidiskriminierung,
Im Abseits                                  verdeutlicht und eine
                 Zwangsumsiedlung durch                                    als auch negative Aspekte eines          Menschenrechte
                                            Diskussionsgrundlage zu
                 Sportgroßveranstaltungen                                  Sportgroßereignisses
                                            Menschenrechten bei
                                            Sportgroßereignissen
                                            bildet

                                            In einem Rollenspiel
                                            (Fußball, Basketball)
                                            sehen die TN, welche           Die TN sammeln Knowhow über
                 Fair Play & Formen                                                                                 Gender Equality,
Privilegien­-                               Auswirkungen                   Diskriminierung im Sport und in
                 von Diskriminierung                                                                                soziale Inklusion,
Ball                                        verschiedene                   der Gesellschafft, die TN kennen
                 spielerisch erleben,                                                                               Menschenrechte
                                            Diskriminierungen und          Privilegien und soziale Ausgrenzung
                 Privilegien verstehen
                                            Ausschluss von Individuen      verschiedener Rollen
                                            und kulturellen Gruppen
                                            haben können

                                            VERLÄNGERUNG & INTERVIEWS
Wo ist                                      In einem Bewegungsspiel
                 gemeinsam an einem Ziel                                   Teamfähigkeit, Kooperation und           Bewegung,
der Ball?                                   wird gemeinsam ein Ball
                 arbeiten, Teamfähigkeit                                   Kommunikation sind gestärkt              Kommunikation
                                            über eine Linie gebracht

                                            Durch das gemeinsame
                                            Lösen einer Aufgabe
                                                                           Die TN haben ihre Rolle in der Gruppe
                 positiver Abschluss des    werden                                                                  Kommunikation,
Meterstab                                                                  erprobt, ein gemeinsames Ziel wurde
                 Workshops                  Kommunikationsformen                                                    Teamfähigkeit
                                                                           erreicht
                                            geübt und Rollen im Team
                                            offenbaren sich

Gordischer                                  Die TN stellen sich im Kreis   Selbstorganisation und Führung
                 Kommunikation,                                                                                     Kommunikation,
Knoten                                      auf und versuchen sich zu      wurden erfahren, ein positiver
                 Kooperation, Vertrauen                                                                             Teamfähigkeit
                                            „entknoten“                    Abschluss ist gelungen

                 WORKSHOPS
FAIRPLAY-WORKSHOPS                                                   15

DIE METHODEN DER
FAIRPLAY-WORKSHOPS
4.1. AUFWÄRMEN

I  n der Aufwärmphase soll den Teilnehmer_innen (TN)
   die Möglichkeit geboten werden, sich an die Thema-
tiken heranzutasten und sich gegenseitig kennenzuler-
                                                             Was macht die fairplay Initiative? Wer sind die WS-Lei-
                                                             ter_innen? Warum sind wir hier? Was erwartet die TN?
                                                                Nach einer kurzen Vorstellung der fairplay-Worksho-
nen. Ziel dieser Phase ist auch, eine angenehme und si-      pleiter_innen, der fairplay Initiative und des Ablaufs
chere Atmosphäre für den weiteren Trainingsverlauf zu        werden mit der Gruppe gemeinsame Regeln vereinbart
schaffen. Dies geschieht unter anderem mit Warm-up-          und Agreements für den Workshop geschlossen – dies
Spielen, Ice-Breakern und dem Festlegen von gemeinsa-        kann auf einem Flipchart-Papier für alle sichtbar aufge-
men Agreements (Regeln) für den Workshop.                    schrieben werden.

Agreements
Die erste Phase des fairplay-Workshops widmet sich              Grundsätzliches
dem spielerischen Kennenlernen und der Schaffung ei-            Der fairplay-Workshop basiert auf Freiwilligkeit
ner angenehmen und sicheren Atmosphäre für Teilneh-             – jede/r Teilnehmer_in darf ein Spiel zu jeder Zeit
mer_innen und Workshopleitung (WSL).                            abbrechen oder eine Übung auslassen!

              WORKSHOPS
16

Interaktives Kennenlernen                                 hinweisen, dass man den Ball erst werfen sollte, wenn
und Einteilung von                                        Blickkontakt zum Gegenüber besteht. Wenn man den
Kleingruppen                                              Namen der Person, zu der man wirft, nicht weiß, soll die
                                                          werfende Person einfach nochmal nachfragen.
Schwerpunkt: Kennenlernen, Gruppendynamik,
Teambuilding
                                                           METHODENABLAUF
ZIEL                                                       ■■ Die TN bilden einen Kreis.
Kennenlernen der TN, Teambuilding, Fangfähigkeit trai-     ■■ Die WSL wirft den Ball (oder anderes Spielgerät)

nieren                                                        zu einem/r beliebigen TN und nennt den eigenen
                                                              Namen.
INHALT                                                     ■■ Der Ball muss bei jedem/r TN gewesen sein und

Die TN haben durch diese Übung die Möglichkeit, Blick-        jede Person muss den Ball fangen und ihren Na-
kontakt zueinander aufzunehmen und die Gruppe ken-            men sagen.
nenzulernen.                                               ■■ Erweiterung 1: Sind einige Runden gespielt,

                                                              nennt man nicht mehr den eigenen Namen, son-
DAUER                                                         dern jenen der Person, zu der man wirft.
5–10 Minuten                                               ■■ Erweiterung 2: Der Ball darf nicht auf den Boden

                                                              fallen.
MATERIAL                                                   ■■ Erweiterung 3: Mehrere Bälle werden eingesetzt.

Ein Ball oder mehrere Bälle. Auch mit Frisbee möglich.        Der Ball wird mit der Hand oder dem Fuß (hier
                                                              dann mit Bodenkontakt) gespielt. Jede Person
TIPPS ZUM ANLEITEN                                            läuft dem Ball nach und nimmt somit eine neue
Genügend Zeit zum Werfen geben; es soll kein Frust ent-       Position im Kreis ein.
stehen, wenn der Ball mal auf den Boden fällt; darauf

                                                                                          WORKSHOPS
AUFWÄRMEN                                                    17

fairplay warm-up
                                                             METHODENABLAUF
Schwerpunkt: Kennenlernen, Gruppendynamik,                   ■■ Die WSL steckt ein Feld mit vier Hütchen ab. In

Teambuilding                                                    diesem Feld werden diverse Aufwärmübungen
                                                                angeleitet (anfersen, seitlich laufen, Knie heben,
ZIEL                                                            rückwärts laufen, Arme schwingen etc.). Auch
Distanzen unter TN abbauen, Gruppen bilden ohne Aus-            Bälle können verwendet werden.
wahlverfahren                                                ■■ Jede/r TN stoppt beim Aufeinandertreffen mit ei-

                                                                nem/r anderen TN. Beide reichen sich die Hände
INHALT                                                          und nennen den eigenen Namen.
Sportliches Aufwärmen für den Workshop. Die TN ha-           ■■ In der nächsten Runde nennen die TN jeweils den

ben die Möglichkeit, durch unterschiedliche Übungen             Namen des Gegenübers.
Körper- und Blickkontakt zueinander aufzunehmen und          ■■ Die TN laufen wieder im Feld. Bei der Begegnung

die Namen der TN kennenzulernen.                                mit einer anderen Person wird mit der rech-
                                                                ten Hand abgeklatscht – jede/r nur 1x! Danach
DAUER                                                           folgt ein Wechsel und Abklatschen mit der linken
10–15 Minuten                                                   Hand, darauf ein Abklatschen mit beiden Hän-
                                                                den, danach ein Abklatschen mit beiden Händen
MATERIAL                                                        bei gleichzeitigem Springen, als nächstes folgt ein
4 Hütchen oder ein anderweitig abgegrenztes Feld, bei           Abklatschen mit beiden Händen, gleichzeitiges
Bedarf Bälle                                                    Springen und Nennung des Namens des/r ande-
                                                                ren und so weiter.
TIPPS ZUM ANLEITEN                                           ■■ Die TN laufen wieder. Die WSL nennt eine be-

Klare Anweisungen geben; die TN sollen bei den Übun-            liebige niedrige Zahl. Die Gruppe kann zunächst
gen Blickkontakt zueinander aufnehmen und nicht zu              versuchen, die genannte Zahl darzustellen. In den
fest in die Hände klatschen.                                    darauffolgenden Runden formieren sich die TN zu
                                                                einer Gruppengröße, die genau dieser Zahl ent-
                                                                spricht (Bsp.: WSL ruft 3! Eine Gruppe zu 3 Perso-
  Wichtig!                                                      nen soll so schnell wie möglich zusammenfinden
  Mit dieser Übung können Gruppen gebildet wer-                 und die Namen der anderen TN innerhalb dieser
  den, ohne auf klassische Wahlverfahren zurück-                Gruppe nennen). Anhand dieser Methode können
  greifen zu müssen, die für TN oftmals unange-                 Gruppen in der gewünschten Größe gebildet wer-
  nehm sein können. Ein Vorteil ist auch, dass die              den. Mit diesen Gruppen kann bei der nächste Me-
  Gruppenkonstellation zufällig entsteht.                       thode weitergearbeitet werden.

              WORKSHOPS
18

Ball & Adjektiv
Schwerpunkt: Bewegungsspiel, Kennenlernen,                ■■Man     kann als Variation auch ein Adjektiv in einer an-
Gruppendynamik                                                 deren Sprache wählen. Dies fördert zusätzlich die in-
                                                               terkulturellen Kompetenzen der TN.
ZIEL
Kennenlernen, Zusammenspiel, Kooperation, Geschick-       Variante: Duck dich
lichkeit, Gruppendynamik, Kommunikation, Förderung        ■■Nach   einigen Runden Ball, Namen und Adjektiv nen-
von Spaß                                                    nen sowie laufen kann nun ein Reaktionsspiel für die
                                                            TN folgen. Dieses nennt sich „Duck dich“.
INHALT                                                    ■■Die WSL beginnt in der Mitte des Kreises, sucht sich
Die TN lernen einander durch die Übung besser kennen.       eine/n TN aus und wirft den Ball mit dem Aufruf
Auflockerung der Gruppe und Einbeziehung aller TN.          „Duck dich“ zu der Person. Diese/r TN fängt den Ball
                                                            und duckt sich.
MATERIAL                                                  ■■Nun spielen die zwei links und rechts vom / von der/
Ball                                                        dem sich duckenden TN stehenden Personen gegen-
                                                            einander ein Reaktionsspiel. Sie schauen sich an und
DAUER                                                       versuchen so schnell wie möglich den Namen (wahl-
10–15 Minuten                                               weise auch das dazugehörige Adjektiv) des/der je-
                                                            weils anderen TN zu sagen.
TIPPS ZUM ANLEITEN                                        ■■Wer dieses Spiel verliert, also zu langsam ist oder den
■■Die  Größe des Balls kann variieren und an die Fähig-     falschen Namen (und Adjektiv) sagt, geht als nächstes
  keiten der TN angepasst werden. Eine zusätzliche Auf-     in die Mitte.
  lage könnte sein, den Ball nicht auf den Boden fallen
  zu lassen.
■■Die TN werfen den Ball zu einem/r anderen TN, sa-
  gen deren Namen und Adjektiv. Diese/r fängt den Ball
  und wechselt die Position mit dem/der nächsten TN
  zu dem/r der Ball geworfen wird, sodass der Ball und
  die jeweiligen TN immer in Bewegung sind (TN laufen
  dem Ball immer hinterher).

 METHODENABLAUF
 ■■ Die WSL bildet zusammen mit den TN einen Kreis        ■■ Nun muss diese/r TN den eigenen Namen und ein
    und startet mit dem eigenen Vornamen und einem           dazu passendes Adjektiv (mit demselben Anfangs-
    passenden/dazugehörigen Adjektiv mit demselben           buchstaben) nennen und danach den Ball weiter
    Anfangsbuchstaben wie der Vorname (zum Bei-              zum/r nächsten TN werfen.
    spiel: mutige Maria, lustiger Luka). Dabei hält er/   ■■ Zum Schluss hat jede/r TN einmal den Ball gehabt

    sie einen Ball in der Hand.                              und den eigenen Namen plus Adjektiv gesagt. Dies
 ■■ Die WSL wirft den Ball an die/den nächste/n aus-         kann man mehrere Male wiederholen, um den Ler-
    gewählten TN.                                            neffekt zu erhöhen.

                                                                                            WORKSHOPS
FAIRPLAY-WORKSHOPS   19

WORKSHOPS
20

4.2 SPIELZEIT
1. HALBZEIT: INHALTLICHE METHODEN
In dieser Phase des Workshops kann in sportlicher und inhaltlicher Sicht intensiv gearbeitet
werden. Es werden sowohl Methoden angeführt, die mehr Bewegung beinhalten, als auch
Methoden, deren Fokus auf Kleingruppenarbeit und Diskussion liegt.

Fußballfeld
Schwerpunkt: Antidiskriminierung, soziale Inklusion, Gender Equality, Menschenrechte

ZIEL                                                       TIPPS ZUM ANLEITEN
Teamfähigkeit, Potentiale und Herausforderungen des        ■■Das Einhalten der Zeit beim Zeichnen des Fußballfelds
Sports erkennen, Kleingruppenarbeit & Diskussion,            oder beim Sammeln einzelner Aspekte ist nicht die
Gruppendynamik und Kommunikation, das „sich auf An-          Priorität der Übung – Fingerspitzengefühl einsetzen.
dere einlassen“ fördern.                                   ■■Bitte als WSL darauf achten, auf welchem Untergrund
                                                             die Übung durchgeführt wird. Die (Flipchart-)Stifte
INHALT                                                       gehen oft durch das Papier durch und hinterlassen
Die TN üben in spielerischer Art zu kooperieren und ler-     Spuren.
nen ihre Teamfähigkeit und unterschiedliche Rollen in      ■■Beim Sammeln der unterschiedlichen Aspekte kön-
einer Gruppe kennen. Negative und positive Aspekte           nen der Gruppe mehrere Stifte zur Verfügung gestellt
des Sports bzw. Chancen und Herausforderungen eines          werden.
bestimmten Themas werden benannt und diskutiert. Es        ■■Auf die Diskussionskultur achten (TN ausreden lassen,
ergibt sich die Möglichkeit zum Austausch individueller      Einhaltung der ausgemachten Regeln etc.)
Erfahrungen.                                               ■■Die Inhalte sollten an die Zielgruppe und das Alter der
                                                             TN angepasst werden.
DAUER                                                      ■■Einfach Zeit lassen, bei dieser Übung sind die Mög-
30 Minuten                                                   lichkeit und der Raum für die Diskussion besonders
                                                             gegeben. Der Erfahrungsaustausch unter den TN ist
MATERIAL                                                     wichtig!
■■Flipchart-Papier (eines pro Gruppe)
■■Stifte (einen pro Gruppe)
■■Uhr

                                                                                           WORKSHOPS
METHODENABLAUF                                            ■■ Jede Gruppe überlegt im ersten Schritt negative As-
Teil I: Fußballfeld zeichnen                                 pekte des Themas und schreibt Stichworte auf den
■■ Die TN sind bereits in Kleingruppen zu je 4–5 Perso-      Flipchart-Bogen. Nach ca. 5 Minuten wird dieselbe
   nen aufgeteilt. Die Gruppen können direkt von der         Übung mit den positiven Aspekten durchgeführt.
   Aufwärmübung übernommen werden. Die WSL er-            ■■ Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse.

   klärt den Ablauf der Übung.                            ■■ Die WSL fasst die wichtigsten Punkte zusammen,

■■ Jede Gruppe bekommt einen Flipchart-Bogen und             markiert diese oder schreibt sie erneut auf.
   einen Stift.                                           ■■ Abschließend findet in einem Sitzkreis eine Diskus-

■■ Auf Kommando der WSL zeichnet jede Gruppe ein             sionsrunde und Reflexion mit den TN statt, bei der
   Fußballfeld mit folgenden Regeln:                         Themen und Schlagwörter der Übung aufgegriffen
■■ Jede/r TN muss den Stift durchgehend berühren!            werden, die für den Workshop relevant sind.
■■ Der Stift darf nie vom Papier abgesetzt werden!

■■ Die TN dürfen nicht miteinander sprechen!              Mögliche Themen/Inhalte
■■ Die WSL gibt ein Startzeichen. Als zusätzlicher Reiz   ■■ Positive und negative Aspekte des Sports in der Ge-
   kann die Zeit gestoppt werden (1 oder 2 Minuten,          sellschaft
   je nach Altersgruppe).                                 ■■ Was funktioniert in meinem Team gut, was weni-

■■ Jede Gruppe präsentiert ihr Fußballfeld und gibt          ger gut?
   Rückmeldung über die Durchführung der Übung.           ■■ Was gefällt mir an meinem Sport, was weniger?

■■ Abschließend folgt eine Reflexion: Wer gab die         ■■ Welche Chancen und welche Herausforderungen

   Richtung vor? Haben alle den Stift berührt? Wie           beinhaltet das Spielen in bzw. die Arbeit mit inter-
   wurde miteinander kommuniziert? Wie wurde ein             kulturellen Teams?
   „Regelwerk“ gefunden?                                  ■■ Was sind positive und negative Seiten von Sport

                                                             (oder z. B. einer Sportart wie Fußball)?
Teil II: Inhalt und Thema bestimmen und                   ■■ Was sind positive und negative Seiten von Sport-

Einteilung in negative und positive Hälfte                   großereignissen (Fußball-WM, Olympische Spiele
■■   Das Fußballfeld wird in eine negative (-) und eine      etc.)?
     positive (+) Hälfte geteilt.

               WORKSHOPS
22

Begriffs-Memory                                            DAUER
                                                           Ca. 90 Minuten
Schwerpunkt: Antidiskriminierung
                                                           MATERIAL
ZIEL                                                       ■■Briefumschläge mit Begriffskärtchen und Definiti-
Relevante Begriffe und Konzepte definieren, gemein-          onskärtchen für jede Gruppe
sames Verständnis für Begriffe und dahinterstehen-         ■■Glossar mit Begriffen und Definitionen
de Konzepte entwickeln, Kennenlernen von Beispielen,       ■■Ggf. Flipchart, Klebstoff und Stifte
Sensibilisierung für unterschiedliche Formen der Diskri-
minierung, Auseinandersetzung mit Intersektionalität,      Vorlagen für Begriffskärtchen und Definitionskärtchen
Reflexion der eigenen Position                             finden sich zum Download auf https://www.fairplay.
                                                           or.at/service/workshops/.
INHALT
Das Begriffs-Memory bietet eine Möglichkeit, sich auf      TIPPS ZUM ANLEITEN
spielerische Weise mit relevanten Begrifflichkeiten und    ■■Überprüfen, ob Begriffe und Definitionen in den Brief-
Konzepten rund um das Thema Diskriminierung ausei-           umschlägen vollständig und korrekt sind hier gilt: we-
nanderzusetzen, um so ein gemeinsames Verständnis            niger ist mehr – vor allem je jünger die TN sind!
in der Gruppe zu entwickeln und damit eine Basis für       ■■Genügend (bestenfalls lebensnahe) Beispiele einbau-
anschließende Diskussionen zu schaffen. Durch die ge-        en und aufzeigen.
meinsame Suche nach lebensnahen Beispielen und Si-         ■■Ausreichend Zeit für die Gruppendiskussionen einpla-
tuationen (aus dem Alltag, der Schule, dem Sportverein       nen.
etc.) werden abstrakte Begriffe greifbar. Dadurch wer-     ■■Diskussion und Auseinandersetzung vieler verschie-
den die TN für die vielen unterschiedlichen Formen von       dener Perspektiven und Meinungen zulassen.
Diskriminierung sensibilisiert und bekommen gleichzei-     ■■Gut geleitete Moderation der Diskussionen (Reihen-
tig die Chance, ihre eigene(n) Position(en) in Bezug auf     folge im Rahmen der Gruppendiskussion berücksich-
die genannten Beispiele und Situationen zu reflektieren.     tigen, ausreden lassen, wertschätzender Umgang mit
                                                             persönlichen Erfahrungen der TN etc.).
                                                           ■■Darauf hinweisen, dass es sich um schwierige Begriffe
                                                             handelt und dass es okay ist, Begriffe nicht zu kennen.

                                                                                           WORKSHOPS
SPIELZEIT                                                    23

METHODENABLAUF                                                              XXAuch kann es hilfreich sein, wenn sich die WSL
Teil I: Kleingruppenarbeit (15 Minuten)                                       bereits im Vorfeld zu jedem Begriff ein Beispiel
■■ Die TN teilen sich in Kleingruppen zu 3–5 Personen                         überlegt, falls die Gruppe kein Beispiel findet.
   auf.                                                                 ■■ Die Kleingruppen präsentieren nun der Reihe nach

■■ Jede Gruppe bekommt einen Briefumschlag mit                             jeweils eine Definition und den für sie dazugehö-
   Definitionskärtchen und den dazugehörigen Be-                           rigen Begriff und diskutieren die Beispiele in der
   griffskärtchen (max. 8 Begriffe).                                       Großgruppe, bis alle Begriffe und Definitionen be-
■■ In einem ersten Schritt sollen die Teilnehmer_innen                     sprochen wurden.
   die Definitionen den richtigen Begriffen zuordnen.                   ■■ Folgende Fragen können anschließend gemeinsam

■■ Anschließend sollen sie Beispiele/Situationen/Er-                       reflektiert werden:
   fahrungen zu mind. 3 der Begriffe suchen.                               XXWie ist es euch bei der Zuordnung ergangen?

■■ Wichtig: Die WSL steht bei Fragen zur Verfügung,                           War es schwierig oder einfach? Welche Begriffe
   löst aber bestenfalls noch nicht auf, welche Zuord-                        sind noch unklar?
   nung richtig ist, sondern verweist auf die anschlie-                    XXFindet ihr die Begriffe wichtig/relevant?

   ßende Diskussion im Plenum.                                             XXWarum könnte es wichtig sein, ein gemeinsames

                                                                              Verständnis für bestimmte Begrifflichkeiten zu
Teil II: Auflösung und Diskussion in der                                      haben?
Großgruppe (75 Minuten)                                                    XXWelche Begriffe würdet ihr anders definieren?

■■ Eine Kleingruppe beginnt und liest eine erste Defi-                     XXWas ist euch sonst noch aufgefallen?

   nition und den für sie dazugehörigen Begriff in der                  ■■ Die TN bekommen das Glossar mit allen Begriffen

   Großgruppe vor. Die anderen Gruppen überprüfen,                         und Definitionen. Alternativ können die Begriffe
   ob sie die gleiche Zuordnung gewählt haben und                          und dazugehörigen Definitionen auf ein Flipchart
   diskutieren ggf., warum sie unterschiedliche Zuord-                     geklebt und aufgehängt werden.
   nungen gewählt haben.
   XXBei unterschiedlicher Zuordnung löst die

     WSL auf, welche Zuordnung richtig ist 
     Darstellung und Erklärung von Unterschieden/
     Überschneidungen der teilweise ähnlich
     klingenden Definitionen ist hier sehr
     wichtig (z. B. Stereotyp vs. Vorurteil oder
     Diskriminierung vs. Rassismus)!
■■ Anschließend können alle Kleingruppen ihre Bei-

   spiele vorstellen, die sie zu dem jeweiligen Begriff
   gefunden haben.
   XXAuch hier sollte die WSL achtsam sein, ob

     die Beispiele/Situationen tatsächlich zu dem
     genannten Begriff passen und ggf. diskutieren
      Intersektionalität berücksichtigen (viele
     Beispiele lassen sich mehreren Begriffen
     zuordnen)!1
1
  Beispiel: Die weit verbreitete Annahme „Frauen können nicht
einparken“  ist ein Vorurteil, kann aber gleichzeitig auch
als Beispiel für Diskriminierung herangezogen werden, da hier
Menschen aufgrund ihres Geschlechts herabgesetzt werden.

                WORKSHOPS
24

Der König des Fußballs!?
Schwerpunkt: Antidiskriminierung

ZIEL:
Aufgreifen der Thematik Rassismus und Diskriminierung

INHALT
Anhand der Geschichte von Arthur Friedenreich (bra-
silianischer Fußballer, aktiv von 1909–1935) wird das
Thema Rassismus und Diskriminierung aufgegriffen und       METHODENABLAUF
diskutiert.                                                ■■ Die WSL stellt eine Auswahl der folgenden Fragen
                                                              und schreibt sie ggf. auf:
DAUER                                                         XXWoher kommt der Spieler, der die meisten

20–25 Minuten                                                   Tore aller Zeiten geschossen hat?
                                                              XXWie viele Tore hat laut FIFA der Spieler mit den

MATERIAL                                                        meisten Toren weltweit geschossen?
■■Bildervon und Infosheet zu Arthur Friedenreich              XXWas bedeutet Effet im Fußball?

■■Hard Facts über Arthur Friedenreich                         XXWie heißt der bislang beste Torschütze aller

                                                                Zeiten?
Materialien werden von fairplay bereitgestellt, zum           XX„Wer ist der König des Fußballs?“ Frage nach

Download auf https://www.fairplay.or.at/service/work-           dem erfolgreichsten Torschützen der Welt. Die
shops/.                                                         WSL lässt die TN raten & antworten.
                                                           ■■ Die WSL zeigt Bilder von Arthur Friedenreich und

TIPPS ZUM ANLEITEN                                            lässt TN raten, wer die Person auf dem Bild sein
■■Hintergrundwissen    über Rassismus und Diskriminie-        könnte.
  rungsformen (v. a. in Bezug auf Fußball) aneignen        ■■ Die WSL erzählt die Geschichte von Arthur Frie-

■■Auf die Diskussionskultur achten (TN ausreden lassen,       denreich.
  Einhaltung der ausgemachten Regeln etc.)                 ■■ Diskussion und Reflexion über Rassismus und

■■Es sollte mit der Geschichte von Arthur Friedenreich        Diskriminierung. Mögliche Fragestellungen:
  kein Mitleid bei den TN entstehen; Betonung der po-         XXWelche Rolle spielen die Medien im modernen

  sitiven Eigenschaften (meiste Tore, Erfindung des Ef-         Fußball?
  fets etc.).                                                 XXWarum kennen die meisten Menschen den

■■Ggf. weitere positive Beispiele von Spieler_innen nen-        laut FIFA erfolgreichsten Torschützen aller
  nen, die sich gegen Diskriminierung einsetzen (z. B.          Zeiten nicht?
  Didier Drogba, Vincent Kompany, Romelu Lukaku               XXExistiert Rassismus im Fußball auch heute

  etc.).                                                        noch? Wenn ja, kennt ihr Beispiele?
                                                              XXWas können wir tun, um die Situation zu

                                                                ändern bzw. zu verbessern?

                                                                                         WORKSHOPS
FAIRPLAY-WORKSHOPS   25

WORKSHOPS
26

Barnga
Schwerpunkt: soziale Inklusion

ZIEL                                                       DAUER
Simulation von kulturellen Unterschieden und Umgang        60–80 Minuten
mit diesen. Erkennen der Wichtigkeit von interkulturel-
ler Kommunikation.                                         MATERIAL
                                                           ■■Materialien  (für max. 12 Personen): 2 x 24 Canas-
INHALT                                                       ta-Spielkarten (Ass, 2, 3, 4, 5, 6)
Barnga simuliert den Effekt von kulturellen Unterschie-    ■■Als Variante Materialien für max. 48 Personen: 8 x 24
den im menschlichen Handeln. Die TN spielen ein ein-         Canasta-Spielkarten (Ass, 2, 3, 4, 5, 6)
faches Kartenspiel in kleinen Gruppen. Es treten Kon-
flikte auf, sobald die TN sich von Gruppe zu Gruppe        Anleitung für die Spieltische und Karten werden von
bewegen. Diese Situation simuliert interkulturelle Tref-   fairplay bereitgestellt und sind unter https://www.fair-
fen, bei denen Menschen glauben, dass sie das Ver-         play.or.at/service/workshops zu finden.
ständnis von Grundregeln teilen. Beim Bemerken der
Unterschiede durchlaufen die Spieler_innen einen „Mi-      Quelle: www.welthaus.at, www.iz.or.at
ni-Kultur-Schock“, ähnlich den Erfahrungen beim „Betre-
ten“ einer anderen, neuen „Kultur“. Sie müssen danach
trachten, einander zu verstehen und mit diesen Unter-
schieden klarzukommen, damit die interkulturelle Kom-
munikation effektiv funktionieren kann.

                                                                                           WORKSHOPS
SPIELZEIT                                                     27

METHODENABLAUF
■■ Die Spieler_innen bilden ca. 5 Teams zu 4–5 Perso-          Diskussion und Reflexion (20–30 Minuten)
   nen (können aus den Aufwärmübungen übernom-                 ■■ In der Diskussions- und Reflexionsphase werden die
   men werden).                                                   Erfahrungen und Erkenntnisse im Spiel mit realen
■■ Dazu sind entsprechend Spielflächen (Matten, Ti-               Gegebenheiten in der Gesellschaft verbunden. Die
   sche etc.) für Teams bereitzustellen. Die Teams                WSL fragt daher Emotionen und Erkenntnisse der
   sollen sich in der Lese- und Testphase (siehe un-              Spielenden ab und verbindet diese anschließend mit
   ten) „nicht hören können“; die unterschiedlichen               realen Gegebenheiten oder lädt die Spielenden ein,
   Regeln an den Tischen sollten möglichst „geheim“               eigene Erfahrungen aus der Realität zu erzählen.
   bleiben.                                                    ■■ Beispiel: Auf einer Reise half mir mein Regelwerk

■■ Die Spielflächen können unterschiedlich gestaltet              „deutsche Sprache“ nicht mehr, weil die „Bereis-
   sein und einen Sportbezug aufweisen (1. bis 4. Liga,           ten“ diese nicht verstanden. Im Spiel ist dies mit
   Champions League bis 1. Klasse etc.) und auch ent-             dem Sprechverbot simuliert und den damit auftre-
   sprechend ausgestattet sein (Polster, dicke Matten             tenden Schwierigkeiten, die eigenen Regeln erklä-
   in den höheren Ligen, karge Ausstattung in den un-             ren zu können.
   teren Ligen).                                               ■■ Beispiel: an einem Spieltisch kommen 2 Personen

■■ Auf die Spielflächen kommt je ein Kartenspiel mit              zusammen, die ursprünglich vom gleichen „Her-
   24 Karten.                                                     kunftstisch“ starteten und diese setzen am neuen
■■ Auf ein Flipchart werden die wichtigsten Spielre-              Tisch ihre Regeln durch. In der Realität könnte als
   geln geschrieben (mit dem Hinweis, dass bei der                Beispiel ein Wiener Bezirk genannt werden, wo die
   Turnierphase nichts gesprochen oder „mit den Fin-              türkische Sprache etc. zur Mehrheits-Alltagskultur
   gern geschrieben“ werden darf).                                geworden ist; es wird „in der Fremde“ leichter,
■■ Vorbereitung (5 Minuten) Grundsatzinfos geben:                 wenn „man“ sich zusammentut!
   Lese- und Testphase > dann Turnierphase > Refle-            ■■ Die Gruppen werden gefragt, was zu den unter-

   xionsphase.                                                    schiedlichen, auch unerwarteten Handlungen ge-
■■ Spielregeln werden ausgeteilt. Lese- und Testphase             führt haben kann. Einige sind davon überzeugt,
   (10–15 Minuten)                                                dass manche die Regeln nicht gelernt haben. Man-
■■ Die Kleingruppen lesen an ihren Tischen ihre Spielbe-          che geben zu, nie gut im Kartenspiel gewesen zu
   schreibungen und spielen einige Testrunden durch.              sein. Manche beschuldigen andere, geschummelt
                                                                  zu haben. Und manche nehmen an, dass jeder
Die WSL beantwortet auftretende Fragen direkt an                  Tisch andere Spielregeln bekommen hat. Manche
den Tischen, da die „Geheimhaltung“ der unterschied-              bezweifeln es, manche verneinen dies, einige ha-
lichen Spielregeln somit gewährleistet werden kann!               ben daran überhaupt nicht gedacht.
Am Ende der Lese- und Testphase werden die Spielbe-            ■■ Tatsache ist, dass jede Gruppe ein wenig unter-

schreibungen eingesammelt.                                        schiedliche Regeln bekommen hat. Einmal ist das
                                                                  „AS“ die höchste Karte, ein anderes Mal die nied-
Turnierphase (20–30 Minuten)                                      rigste Karte. Für manche ist „PICK“ Trumpf, für man-
■■ Alle 5 Minuten (Spielrundenende) wechseln die                  che „KARO“. Das heißt, eigentlich ist das Spiel für
   Gewinner_innen und Verlierer_innen die Spielflä-               alle gleich, außer ein paar kleinen Unterschieden.
   chen. Gewinner_innen steigen auf, Verlierer_innen           ■■ Das ist das Spannende an Barnga, alles schaut

   steigen ab.                                                    gleich aus und weist doch feine Unterschiede auf.
■■ Zeiten sind durch die WSL vorzugeben. Es gilt ab-              Selbst jene, die verstanden haben, dass die Regeln
   solutes Sprech- und Schreibeverbot! Dies ist durch             unterschiedlich sind, verstehen nicht, wie sie sich
   die WSL sicherzustellen.                                       genau unterscheiden. Andere finden trotz des Wis-
■■ „Ab jetzt darf nicht mehr gesprochen werden!“                  sens keine Lösung, damit umzugehen. Unsicherheit
   Zeichnen oder gestikulieren ist erlaubt, aber spre-            und Beschuldigung sind oft die Folge.
   chen oder schreiben nicht.
■■ Spielen von ca. 5 Runden.

             WORKSHOPS
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