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Journal für
Neurologie, Neurochirurgie
und Psychiatrie
www.kup.at/
JNeurolNeurochirPsychiatr Zeitschrift für Erkrankungen des Nervensystems
Für Sie zusammengefaßt:
Homepage:
Mitoxantrone in progressive
www.kup.at/
multiple sclerosis: a JNeurolNeurochirPsychiatr
placebo-controlled, double-blind Online-Datenbank
mit Autoren-
randomised, multicentre trial
und Stichwortsuche
Journal für Neurologie
Neurochirurgie und Psychiatrie
2003; 4 (4), 39-40
Indexed in
EMBASE/Excerpta Medica/BIOBASE/SCOPUS
Krause & Pachernegg GmbH • Verlag für Medizin und Wirtschaft • A-3003 Gablitz
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www.kup.at/pneumologiePHARMA-NEWS
Für Sie zusammengefaßt: Patienten und Methodik Monaten wurden in der Mitoxantron-
Gruppe Benefits bezüglich des pri-
In dieser placebokontrollierten, dop- mären Endpunktes (Differenz 0,30
MITOXANTRONE IN PROGRESSIVE pelblinden, randomisierten Phase-III-
Multicenter-Studie erhielten 194 Pati-
[95 %-CI: 0,17–0,44]; p < 0,0001)
und der Univarianzanalyse folgender
MULTIPLE SCLEROSIS: A PLACEBO- enten mit sich verschlechternder Messungen festgestellt (alle im Ver-
rezidivierend-remittierender oder gleich zu Placebo): Veränderung in
CONTROLLED, DOUBLE-BLIND, sekundär-progressiver Multipler Skle- der Beurteilungsskala der Behinde-
RANDOMISED, MULTICENTRE TRIAL rose im Zeitraum von 24 Monaten
alle 3 Monate entweder 5 mg/m2
rung (0,24 [0,04–0,44]; p = 0,0194),
Veränderung im Ambulationsindex
(Versuchsgruppe) oder 12 mg/m2 (0,21 [0,02–0,40]; p = 0,0306), ange-
Hartung HP et al. and the Mitoxantrone Mitoxantron i.v. oder Placebo. Regel- paßte Gesamtzahl behandelter Rück-
in Multiple Sclerosis Study Group mäßige klinische Untersuchungen fälle (0,38 [0,18–0,59]; p = 0,0002),
(MIMS). Lancet 2002; 360: 2018–25. wurden ebenfalls alle 3 Monate durch- Zeit bis zum ersten behandelten Rück-
geführt. Der primäre Endpunkt beruh- fall (0,44 [0,20–0,69]; p = 0,0004) und
Einleitung te auf einer Multivarianzanalyse von Veränderung im standardisierten neu-
fünf klinischen Messungen. Die Analy- rologischen Status (0,23 [0,03–0,43];
Zur Behandlung von Patienten mit sen der Dosierung 12 mg/m2 Mitoxan- p = 0,0268).
sekundär-progressiver Multipler tron vs. Placebo basieren auf den Un-
Sklerose stehen nur wenige Thera- tersuchungsergebnissen jener Patien- Schlußfolgerungen
piemöglichkeiten zur Verfügung. ten, die zumindest eine Dosis erhalten
Ermutigende Ergebnisse aus Pilot- und sich zumindest einer Wirksam- Mitoxantron 12 mg/m2 wurde gene-
studien mit dem Wirkstoff Mitoxan- keitsbewertung unterzogen hatten. rell gut toleriert und reduzierte so-
tron veranlaßten eine europäische wohl das Fortschreiten der Behinde-
Expertengruppe, eine Studie bei Ergebnisse rung als auch die klinische Exazerba-
diesen Patienten durchzuführen. tion. Weitere Studien bezüglich der
Hypothese war, daß jene Patienten, Von 194 in die Studie eingeschlosse- Identifizierung jener MS-Patienten,
die während 24 Monaten 12 mg/m2 nen Patienten konnten nach 24 Mo- die auf diese Behandlung am meisten
Mitoxantron erhalten, eine signifi- naten 188 beurteilt werden. Es gab ansprechen, der Häufigkeit medika-
kant verzögert fortschreitende Behin- keine medikamenteninduzierten menteninduzierter Langzeit-Neben-
derung und weniger Rückfälle auf- schweren unerwünschten Ereignisse wirkungen sowie der Erstellung ge-
zeigen würden als die Patienten der oder Anzeichen klinisch signifikanter eigneter Behandlungsprotokolle sind
Placebo-Gruppe. kardialer Dysfunktionen. Nach 24 notwendig.
Kommentar des Experten Phase, wenn weiterhin entzündliche November 2002 in Deutschland
Aktivität vorhanden ist – also Schübe (Ralenova) und im November
In etwa 85 % aller Fälle verläuft die oder Bildung frischer Herde in der 2003 in Österreich (Novantron).
Multiple Sklerose (MS) zu Beginn MRT auftreten – für eine Therapie mit Mitoxantron ist als Zytostatikum
der Erkrankung schubförmig, im Interferon beta in Frage. Nur die euro- zur Therapie maligner Tumoren
Laufe der Jahre gehen ca. 75 % in päische sekundär-progrediente MS- und bei Leukämie schon vor vielen
die sekundär-progrediente Verlaufs- Studie mit Interferon beta-1b zeigte ein Jahren eingesetzt worden. In Öster-
form über. Nur ein Teil der Patien- signifikant positives Ergebnis, andere reich werden seit den 1990er Jah-
ten hat weiterhin gelegentlich Studien waren weniger überzeugend. ren auch MS-Patienten mit dieser
superponierte Schübe, die progres- Im sekundär-chronisch-progredienten Substanz immunsuppressiv behan-
sive Phase der Erkrankung ist durch Stadium sind bereits 70 % der Axone delt, allerdings mit sehr unterschied-
ein meist langsam zunehmendes zugrundegegangen. Es besteht also lichen Protokollen. Mitoxantron
neurologisches Defizit charakteri- dringender Handlungsbedarf, mög- wird als Infusion meist in viertel-
siert. Die medikamentösen thera- lichst früh die chronische Progression jährlichen Abständen verabreicht
peutischen Möglichkeiten beschrän- zu verhindern oder zu bremsen. und besitzt neben der immunsup-
ken sich dann größtenteils auf pressiven auch immunmodulatori-
symptomatische Maßnahmen. Nur Aufgrund der Studie von Hartung et sche Wirkungen. Die Antwort von
ein Teil der Patienten kommt in der al. erfolgte die Zulassung von Mito- B- und T-Lymphozyten auf Antigene
frühen sekundär-progredienten xantron zur Therapie der MS im wird beeinflußt, Makrophagen so-
J. NEUROL. NEUROCHIR. PSYCHIATR. 4/2003 39PHARMA-NEWS
wie proinflammatorische Zytokine Der primäre Endpunkt dieser Studie oberfläche nicht überschritten wer-
werden gehemmt. beruhte auf einer Multivarianzanalyse den soll. Patienten mit einer Herz-
von 5 klinischen Untersuchungen erkrankung sind von dieser Thera-
Nachdem in offenen Pilotstudien (Änderung im EDSS und Ambulations- pie auszuschließen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit index, Zahl der kortikosteroidbehan-
getestet worden waren – auf die delten Schübe, Zeit bis zum 1. Schub Für nicht rollstuhlpflichtige Patien-
Einschränkungen wird später ein- und Änderung im standardisierten ten, die sich nach schubförmigem
gegangen –, wurde (endlich) eine neurologischen Status). Bei einer Beginn in der progressiven Phase
große placebokontrollierte, dop- Untergruppe wurde ein MRT mit mit Zeichen von Krankheitsaktivität
pelblinde, multizentrische, ran- Kontrastmittel durchgeführt. befinden, steht eine Therapie zur
domisierte Studie, geleitet von Verfügung, welche spezialisierten
Prof. Dr. Hartung, durchgeführt. Von den 194 eingeschlossenen Pati- Zentren vorbehalten ist. Eine kar-
Mitoxantron 5 mg/m2 (Versuchs- enten beendeten 149 die Studie. In diologische Zusammenarbeit ist
gruppe) oder 12 mg/m2 oder Pla- der Dosierung von 12 mg/m2 konnte anzustreben. Inwieweit auch die
cebo wurden über 24 Monate alle gegenüber Placebo ein signifikantes in dieser Studie verwendete niedri-
3 Monate infundiert, Ondansetron Ergebnis erzielt werden, sowohl in ge Dosis von Mitoxantron herange-
8 mg wurde vor und nach der bezug auf die Änderung des EDSS zogen werden kann – es würde
Infusion per oral verabreicht. wie auch in bezug auf die Zahl der eine sich über einen längeren Zeit-
Eingeschlossen wurden Patienten Erkrankungsschübe. Die Anzahl der raum erstreckende Therapie ermög-
mit sekundär-progredienter oder kontrastmittelanreichernden Läsionen licht werden, bis die kumulative
progressiv-schubfömiger MS, mit wurde reduziert (keine gegenüber Gesamtdosis erreicht wird – werden
oder ohne superponierte Erkran- 16 % in der Placebogruppe), die die Erfahrungen der nächsten Zeit
kungsschübe, die einen EDSS von Progression bei T2-Läsionen vermin- ergeben. Weitere Studien sind erfor-
3,0–6,0 aufwiesen. Das aktive dert (0,29 gegenüber 1,94). Die The- derlich, auch um jene Patienten zu
Krankheitsstadium wurde durch rapie wurde gut vertragen, die häu- identifizieren, die am wahrschein-
eine Verschlechterung des EDSS figsten Nebenwirkungen waren lichsten von dieser Therapie profi-
um ≥ 1 Punkt innerhalb der letzten Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Infekte, tieren würden. Wichtig wäre auch
18 Monate festgelegt. Die Patien- leichter Haarausfall. Bei 19 % kam die Durchführung einer Studie bei
ten durften nicht mit Mitoxantron, es zu einer Leukopenie. Eine Herz- primär-progredienter MS.
Zytostatika, Interferon beta oder insuffizienz kam in keinem Fall vor.
Glatirameracetat vorbehandelt Diese Befürchtung schränkt allerdings U. Baumhackl, St. Pölten
worden sein. Blutbildveränderun- die Verwendung von Mitoxantron
gen und eine bekannte Herzerkran- ein, indem eine kumulative Lebens-
kung waren Kontraindikationen. dosis von max. 140 mg/m2 Körper-
40 J. NEUROL. NEUROCHIR. PSYCHIATR. 4/2003Seggauer Fortbildungstage 2018 Entzündlicher Formenkreis, Therapieansätze und Pathophysiologie. Individualisierte Arzneimitteltherapie 13. bis 14. Oktober 2018 in Schloss Seggau bei Leibnitz zum Programm
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