GEMEINSAM DIE WELT VERÄNDERN - 50 Jahre OM Deutschland
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NEUES AUS DER OM-ARBEIT • Dezember 2021 – Februar 2022
50 Jahre OM Deutschland
GEMEINSAM DIE
WELT VERÄNDERN
Wandel in der 4 Flucht aus 14
16 Ein Garten 14
Missionsarbeit Afghanistan in der Wüste
Immer mehr einheimische Christen Ein Entwicklungshelfer erzählt, warum Wie ein Gartenprojekt zum
übernehmen Verantwortung die Menschen weiter Hilfe brauchen Hoffnungsschimmer im Tschad wirdDEZ 2021 /
JAN / FEB 2022
AFGHANISTAN
Ein Entwicklungshel-
16
fer berichtet
über die aktuelle
Situation und seine
Evakuierung.
KINDERSEITE
24
Tom, der Sonnenvogel,
erlebt ein ganz anderes
Weihnachten
MISSION IN DEUTSCHLAND
Ein Streit über das Gebet
führt zu echtem Gebet
26
3 EDITORIAL 16 HILFE IST SO NÖTIG WIE NIE! 29 AKTUELLES
Über die aktuelle Situation in
4 WAS UNS BEWEGT Afghanistan 30 LESERBRIEFE / IMPRESSUM
Wandel in der Missionsarbeit
18 MÖGLICHKEITEN BEI OM 31 GEBETSANLIEGEN
6 AKTUELLES
20 OFFEN FÜR DEN SEGEN 32 ERLEBT
8 VERÄNDERN SIE MIT UNS Die Logos Hope auf St. Lucia
DIE WELT und den Bahamas 35 DER DIENENDE KÖNIG
OM Deutschland wird 50 Jahre Gedanken zu Weihnachten
alt 22 PORTRÄT
Die Staffel fest in der Hand 36 WIR SAGEN DANKE
12 GLAUBE FÜR DIE
WÜSTENSÖHNE 24 KINDERSEITE
Titelbild:
Gemeinden im Niger entstehen Weihnachten weit weg
Zwei afrikanische Kinder feiern
Weihnachten
14 EIN GARTEN IN DER WÜSTE 26 MISSION IN DEUTSCHLAND
Vielseitige Frucht im Tschad Wie betet man richtig?
2 www.om.orgEDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
zum Jahresende 1944 schrieb meine Urgroßmutter Folgen-
des in ihr Tagebuch: „Nun hoffen wir, dass das Jahr 1945 den
lang ersehnten Frieden bringt und unsere Lieben wieder
gesund in die liebe Heimat und zu ihrem Mütterlein.“ Das
Jahr 1945 brachte tatsächlich den Frieden, aber auch großes
Leid für meine Urgroßmutter: Ihr jüngster Sohn fiel Anfang
Januar 1945.
Was erwarten Sie vom neuen Jahr 2022? Dass es Ihnen
Gesundheit bringt? Ein lang ersehntes Wiedersehen mit Fa-
milie oder Freunden? Eine neue Arbeitsstelle? Eine Gebets-
erhörung, für die Sie schon lange beten? Ein Wunder?
Siehe, ich will Was erwarten Sie von Gott?
In dieser Global lesen Sie ab Seite 12, wie Gott die Erwar-
ein Neues schaffen,
tungen unserer Mitarbeiter im Niger und im Tschad übertrof-
fen hat. So, wie er es schon in Jesaja 43,19 verheißen hat.
Auch vor 50 Jahren hat Gott etwas Neues geschaf-
jetzt wächst es auf, fen: Am 15. Dezember 1971 wurde der Trägerverein von
OM Deutschland gegründet und wir haben viel Grund zum
erkennt ihr’s Danken. Aber wir möchten auch nach vorne blicken und uns
weiter dafür einsetzen, dass auch die am wenigsten Erreich-
denn nicht? ten dieser Welt Jesus erleben. Lesen Sie mehr darüber ab
Seite 10.
Ich mache einen
Etwas Neues ist auch diese Global. Wir haben uns Ge-
danken gemacht, wie wir Sie noch besser über das informie-
ren können, was Gott weltweit wirkt. Geben Sie uns gerne
Weg in der Wüste Rückmeldung zur neuen Global: global.de@om.org
In wenigen Tagen feiern wir, dass Gott seinen Sohn für
und Wasserströme uns auf die Erde gesandt hat. Auch dies war etwas Neues,
das Gott geschaffen hat, und es gilt immer noch. Seine Liebe,
in der Einöde. Güte und Barmherzigkeit sind jeden Morgen neu und sein
Wirken in der Welt ist immer noch groß und mächtig. Erken-
nen Sie es?
Jesaja 43,19 Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weih-
nachten und ein gutes Jahr 2022, in dem Sie viel Neues er-
leben dürfen.
Ihre
Corinna Scharrenberg
Redaktionsleitung
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 3WAS UNS BEWEGT
Immer mehr
einheimische
Christen
übernehmen
Verantwortung
VON ÜBERALL NACH ÜBERALL
Wandel in der
Missionsarbeit
Das klassische Missionsprinzip, dass westliche Missionare in die Welt gehen, ändert sich.
Immer mehr übernehmen einheimische Christen Verantwortung vor Ort.
D
er Wechsel vom Kindergartenkind zum Schulkind, Die globale Missionsbewegung ist in einer solchen Phase des
die Entwicklung von einer Freundschaft zu einer ro- Rollenwechsels und unser Umgang mit diesem Prozess wird
mantischen Beziehung, die sich verändernde Bezie- entscheidend dafür sein, welche Rolle wir in Gottes nächs-
hung zum nun erwachsen gewordenen Kind – wir alle ken- tem globalen Schachzug einnehmen werden.
nen sie: Rollenwechsel. Und wer einen Rollenwechsel erlebt Seit dem Beginn der jüngsten klassischen Missionsbe-
hat oder ihn gerade durchläuft, weiß, dass ein solcher Wech- wegung durch Menschen wie William Carey und Hudson
sel nie einfach ist, sondern mit emotionaler Arbeit, demüti- Taylor war die typische Missionsrichtung „from the west to
ger Reflektion und ständiger Kommunikation verbunden ist. the rest“ (dt.: vom Westen zum Rest). Menschen und Res-
4 www.om.orgsourcen wurden aus dem Westen mobilisiert und zum Rest
der Welt gebracht. Diese klassische Missionsrichtung ist nun Fachkräfte für die Sahelzone gesucht
schon seit einiger Zeit nicht mehr aktuell, vielmehr geschieht
Mission heute „from everywhere to everywhere“ (dt.: von Wenn Sie eine Fachkraft in den Bereichen Finanzen, IT
überall nach überall). Etwa zwei Drittel der Christen kommen oder Pädagogik sind – und Sie es auf dem Herzen haben,
mittlerweile aus dem Globalen Süden und das beginnt sich die junge wachsende Gemeinde in der Sahelzone zu unter-
auch in den weltweiten Missionsaktivitäten widerzuspiegeln. stützen, dann melden Sie sich bitte bei uns:
Zahlreiche Missionare werden mittlerweile in Ländern wie 06261 947-0 oder personal.de@om.org.
Sambia, China oder Indien geschult und ausgesandt.
Vor Kurzem habe ich mit einem unserer Langzeitmit-
arbeiter in der Himalaja-Region gesprochen, der davon er-
zählte, wie die nationale Gemeinde nun zum ersten Mal in wie der Hase läuft“ und mehr „Zeig mir, wie ich dich unter-
der Geschichte des Landes so stark ist, dass sie selbst die stützen kann“. Dieser Prozess des Rollenwechsels ist nicht
Gemeindegründungsarbeit verantworten und durchführen leicht, aber wichtig, wenn wir bei Gottes nächstem großen
kann. Westliche Mitarbeiter durchlaufen einen Rollenwech- Schritt in der Welt dabei sein wollen.
sel, sie treten einen Schritt von der Front zurück, um der jun- Die Sahelzone – eine der am wenigsten erreichten Re-
gen nationalen Gemeinde zu helfen, ihrer Nation selbst das gionen dieser Welt – ist ein gutes Beispiel für diesen Rol-
Evangelium zu bringen, sie unter einheimische Leiterschaft lenwechsel. Wir sehen hier eine nationale Gemeinde, die
gerade erst am Entstehen ist und in der die hauptsächliche
Gemeindegründungsarbeit von Jesus-Nachfolgern aus Sam-
bia, Ghana, Sierra Leone und anderen afrikanischen Ländern
verantwortet wird. Diese afrikanischen Brüder und Schwes-
tern laden uns als Deutsche ein, sie mit unseren Gaben und
Fähigkeiten in dieser Arbeit zu unterstützen. Nicht, weil wir
es besser wissen als sie. Nicht, um ihnen zu sagen, was sie
tun sollen. Sondern weil Gott uns alle unterschiedlich be-
gabt hat und uns gebrauchen möchte, um seinen Namen in
allen Stämmen, Sprachen und Völkern bekannt zu machen.
Er macht etwas Neues und lädt uns dazu ein, eine neue Rolle
einzunehmen, um dabei zu sein. Lasst uns diesem Ruf folgen!
Und lasst uns bei allen Rollen- und Sendungsfragen eines
nicht vergessen: Wir alle sind eingeladen, die Nationen im
Westliche Fachkräfte werden weiter benötigt, um einheimische Gebet vor Gott zu tragen. Wenn wir uns kirchengeschicht-
Mitarbeiter zu schulen lich Beispiele großer nationaler Transformation durchs Evan-
gelium anschauen, sehen wir, dass oftmals eine längere Zeit
zu stellen und sie in all diesen Aktivitäten zu unterstützen. der Fürbitte vorausgegangen ist. Welch ein Privileg, dass der
Und das sehen wir nicht nur in der Himalaja-Region, sondern König der Herrlichkeit uns jederzeit die Möglichkeit gibt, von
in vielen Ländern auf der ganzen Erde. Gott schafft etwas jedem Ort dieser Welt aus in seine Gegenwart zu treten, um
Neues – können wir es nicht sehen? zu beten: „Dein Reich komme … wie im Himmel so auf Er-
Wenngleich dieser Rollenwechsel Grund zum Feiern ist, den.“ Wie im Himmel, so auch in der Himalaja-Region, auf
so schwingt die Frage mit: Was macht das mit uns? Gibt es der Arabaischen Halbinsel und in der Sahelzone. Amen!
noch Platz für Deutsche in der Weltmission? Die Antwort ist Doron Lukat
ein klares „Ja, aber“. Ja, aber es wird anders aussehen. So wie
das erwachsen gewordene Kind immer noch Kind ist, aber
die Rolle der Eltern eine andere ist. In Zukunft werden deut- Doron Lukat ist der Direktor von
sche Missionare hauptsächlich unterstützende Rollen wahr- OM Deutschland. An dieser Stel-
nehmen – und zwar oftmals nicht so sehr in der Gemeinde- le nimmt er Sie mit in die Vision von
gründung selbst, sondern im Ausbilden und Begleiten von OM hinein, damit wir gemeinsam
Leitern oder im Aufbau von nachhaltigen Infrastrukturen, Welten verändern – bis auch die am
wie beispielsweise Finanzsystemen. Das erfordert Demut, wenigsten Erreichten Jesus erleben.
eine Haltung des Lernens und Dienens: Weniger „Ich weiß,
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 5AK TUELLES
Ostereinsatz
2022 in Berlin
Vom 14. bis 18. April 2022 werden 200 Teil-
nehmer aus aller Welt zum internationalen
Ostereinsatz in Berlin erwartet. Unter dem
Motto „Die Botschaft der Hoffnung in der
Stadt verbreiten“ tauchen sie in die Osterge-
schichte ein, um dann die Freiheit durch den
Die Menschen der Sahelzone stehen vor vielen Herausforderungen Tod Jesu in Berlin zu verkündigen.
Gute Nachricht
Mehr Informationen dazu gibt es auf Eng-
lisch unter www.om.org/de/easteroutreach
oder auf beiliegendem Flyer.
für die Sahelzone
Die Sahelzone ist ein 5000 Kilometer langer „Gürtel“ vom Senegal bis
zum Sudan. Zahlen und Daten zeigen, dass die Sahelzone eine Krisen- Spenden via SMS:
region ist und die Menschen mit vielen Unsicherheiten konfrontiert Senden Sie eine SMS an die
sind, wie politische Instabilität, anhaltende Dürre und Armut, aber 81190 mit dem Kennwort
auch extremistische und islamistische Gruppen bis hin zu autoritä-
„OMD“ und spenden Sie so
ren Regimen. In der Sahelzone gibt es viele vorwiegend muslimische
Volksgruppen, die wenig vom Evangelium erreicht sind. Dennoch ist zehn Euro an OM!*
die Frohe Botschaft vom Reich Gottes die entscheidende gute Nach- WWW.OM.ORG/DE/GEBEN
richt für die Sahelzone. In und mit Jesus hat die Sahelzone eine strah- *Ihr Mobilfunkanbieter berechnet Ihnen die Spende.
lende Zukunft.
Abschied und Neuanfang
Nach 13 Jahren unter der gemeinsamen Trägerschaft von OM Deutsch-
land und der Evangeliumsgemeinde in Halle/Saale gibt es beim Lichthaus
in Halle zum 1. Januar 2022 einen Trägerwechsel. Neuer Träger soll die
christliche Initiative Gemeinsam für Halle werden, die das Lichthaus weni-
ger als Kultur- und Kunststätte und mehr als Begegnungscafé eines neu
gebauten Schulblocks in der Nachbarschaft nutzen möchte. Gleich bleibt
aber der Fokus auf Jesus, dem Licht der Welt.
Gleichzeitig wird sich OM Deutschland zum 1. Januar 2022 bei einer Ge-
meindegründung unter Flüchtlingen in Chemnitz beteiligen und die wach-
sende Arbeit unterstützen. Mehr Informationen in der nächsten Global.
Das Lichthaus wird weiter das Licht von Jesus Weitere Informationen zum Trägerwechsel finden Sie unter:
nach Halle strahlen www.om.org/de/lichthaus
6 www.om.orgHoffnung für
Kriegswitwen
Im Norden Sri Lankas gibt es über
40 000 sogenannte Kriegswitwen,
Frauen, die ihre Männer während
des Bürgerkrieges verloren haben.
In einer von Männern dominierten
Kultur haben die Frauen generell
kein Mitspracherecht und werden
unterdrückt und ausgenutzt. Wird
eine Frau zur Witwe, gehen viele
davon aus, dass sie aufgrund ihrer
Sünden leiden muss. Seit mehreren
Jahren unterstützen OM-Mitarbeiter
gemeinsam mit einheimischen Pasto-
ren in Sri Lanka diese Kriegswitwen.
Neben Projekten, durch die diese
Frauen ein Einkommen bekommen,
werden auch Brunnen gebohrt, so-
dass die Wege zum Wasserholen
kürzer sind.
Durch OM Sportslink entstand der größte Baseball-Klub Ungarns SPENDENPROJEKT:
Sri Lanka 102
online: www.om.org/de/102
25 Jahre
OM-Sportarbeit
1996 wurde OM Sportslink mit dem Ziel gegründet, durch Sport die frohe
Botschaft weiterzugeben. In ihren verschiedenen Sportangeboten, egal ob
Fußball, Baseball, Fahrradfahren oder Kricket, nehmen die OM Sportslink-
Mitarbeiter christliche Werte mit hinein, bauen Beziehungen auf, leiten
Trainer an und erzählen von Jesus. Mittlerweile gibt es in 31 Ländern 61
OM Sportslink-Teams, mehrere Tausend Menschen haben sich durch die-
se Arbeit für ein Leben mit Jesus entschieden. Bis zum Jahr 2025 möchte
OM-Mitarbeiter mit einer Witwe und
OM Sportslink insgesamt 500 Teams unter den am wenigsten Erreichten ihrer Tochter
haben, die sich bis 2030 auf 120 000 multiplizieren sollen.
Bekommen Sie schon unseren zweiwöchigen Newsletter mit Informationen aus aller Welt? www.om.org/de/newsletter
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 7WELT WEIT
Das geschah in 50 Jahren OM Deutschland …
1970 1975 1980
1971 1975 1980
Vereinsgründung Fritz Schuler kommt zu OM, Umzug des OM-Büros nach
am 15. Dezember. später wird er Leiter von Mosbach / Erste Schulungs- und
OM Deutschland. erste Gebetspartnerkonferenz
mit je 500 Teilnehmern.
1976
1973 Erster Ostertreff in Pirmasens /
Umzug OM-Büro Erster Logos-Besuch in West-
1981
von Belgien nach deutschland (Bremen).
Kauf der Deetken-Mühle
Heilbronn. und Beginn des Umbaus.
1979
Erster Doulos-
Besuch in West-
deutschland
(Bremen).
8 www.om.orgMIT GLAUBE, HOFFNUNG UND LIEBE
Verändern Sie
mit uns die Welt!
S
OM Deutschland wird 50 Jahre alt und wir eit den frühen 1960er-Jahren waren OM-Mitarbei-
ter in Deutschland und Deutsche mit OM unter-
danken Gott für ein halbes Jahrhundert
wegs. Doch erst am 15. Dezember 1971 wurde der
seiner Größe und Treue. Wir blicken aber Trägerverein von OM Deutschland gegründet. Und seit-
dem ist viel passiert: 25 Ostertreffs in ganz Deutschland be-
auch in die Zukunft und wollen gemeinsam
geisterten tausende Menschen, vier OM-Schiffe besuchten
mit Ihnen Welten verändern – denn drei Deutschland und mobilisierten für Mission, seit 1993 inspi-
riert TeenStreet jedes Jahr europaweit tausende Teenager,
Milliarden Menschen auf dieser Welt kennen
die ersten Feiert Jesus-CDs wurden in Mosbach produziert
Jesus noch nicht. und Zehntausende haben mit OM einen Einsatz gemacht.
50 Jahre voller Gebet, Gottvertrauen, mit Höhen und auch
Tiefen.
Wir blicken auf eine reiche Geschichte zurück: Friedrich
Hänssler, den eine lebenslange Freundschaft mit OM-Grün-
der George Verwer verband, half in den 1960er-Jahren da-
bei, dass die damals noch als chaotisch bekannten OM-Mit-
arbeiter in Deutschland Fuß fassen konnten. Zusammen mit
Das OM-Team vor
der Deetken-Mühle:
heute und 1984
1985 1990 1995
1984 1992: 1995: 1996:
Einzug des OM-Büros Entstehung des Letzte Love Europe- Erstes Einfüh-
in die Deetken-Mühle. Berlin City-Teams in Konferenz in rungsseminar
Berlin-Marzahn. Deutschland. in die Mission
in Mosbach.
1989:
Erste Love Europe-Kon- 1990: 1993:
ferenz mit 6950 Teilneh- Erster Logos II-Besuch in der Erstes TeenStreet
mern in Offenburg und BRD (Bremen) und der DDR mit 54 Teilnehmern
Einsätzen in ganz Europa. (Rostock). in Offenburg.
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 9WELT WEIT
wurde in Deutschland der Trägerverein für das zweite OM-
Schiff, die Doulos, gegründet. Zu dieser Zeit schloss sich auch
die Zentrale der OM-Schiffsarbeit dem deutschen Büro an –
in einem alten Sparkassenbus.
1980 zog das OM-Team nach Mosbach und im Juli 1981
wurde die mittlerweile denkmalgeschützte Deetken-Mühle
gekauft. Von dort aus werden bis heute Deutsche für die
weltweite Mission mobilisiert und auch die Reederei der
Schiffsarbeit fand auf dem Mühlengelände ihren Platz.
Aus den Sommereinsätzen wurde Love Europe und da-
raus entstand TeenStreet, das mittlerweile auf bis zu 4400
Teilnehmer und zu einer weltweiten Jüngerschaftsbewegung
für Teenager gewachsen ist. „Wir blicken dankbar auf die-
Vier von drei Milliarden guten Gründen, unsere Arbeit fortzusetzen se 50 Jahre zurück“, erklärt Doron Lukat, Direktor von OM
Deutschland. „Aber wir blicken auch nach vorne und wir
wünschen uns, dass noch viele Menschen in Deutschland
Bruder Oskar Föller, Bruder Peter Lohmann sowie sechs und auf der ganzen Welt Jesus erleben!“
weiteren Personen gründete er Ende 1971 dann offiziell OM Denn es geht weiter – drei Milliarden Gründe warten auf
Deutschland. uns. So viele Menschen haben weltweit noch nie die lebens-
Das erste deutsche OM-Büro hatte anfangs noch seinen verändernde Botschaft von Jesus gehört und auch keinen
Sitz in Belgien. Doch schon 1973 zog es nach Heilbronn – Christen in ihrer Umgebung.
und die Arbeit nahm Fahrt auf! Es gab Ostertreffs und Som- OM stellt sich dieser Herausforderung. Wir wollen ge-
mereinsätze und immer mehr Deutsche kamen zu OM. 1977 meinsam mit Ihnen die Welt verändern und Gottes Reich
SO KÖNNEN SIE HELFEN
50 € monatlich 100 € monatlich 150 € monatlich
Evangelisation Entwicklungszusammenarbeit Gemeindegründung
und Katastrophenhilfe
Menschen mit dem Gemeindegründung in den entlegensten Orten,
Evangelium erreichen. Hilfe für Menschen in humanitären Krisen. damit noch mehr Menschen Gott kennenlernen.
2000 2005 2010
2003 2005 2008
Tobias Schultz wird neuer Entstehung des Team Entstehung der Licht-
Leiter von OM Deutschland / Nords in Hamburg. haus-Arbeit in Halle /
Entstehung des Umzug des Generation
TeenMinistry-Teams Hope-Teams dorthin.
(später Generation Hope). 2004 2007
2000 Entstehung des Xenos-Teams Logos Hope zu 2010
Nach 25 Jahren in Heilbronn / Feier des Umbauarbeiten in Umzug von
letzter Ostertreff 90. Geburtstages der Kiel, gleichzeitig Team Nord nach
in Dresden. Doulos in Bremen. mit der Logos II. Hamburg-Wil-
helmsburg mit
Start einer Ge-
meindegrün-
dung.
10 www.om.orgbauen. Bis 2030 möchten wir 25 000 Gemeinschaften von
Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten
gründen. Unsere Mitarbeiter in der Sahelzone, von denen
Sie auch in dieser Global lesen, zeigen, wie das funktionie-
ren kann.
Gott steht uns weiter zur Seite, egal wie sehr sich die
Welt um uns herum verändert. Aus seinem Wort und seinem
Versprechen nehmen wir seit 50 Jahren die Kraft, Weisheit
und Motivation, weltweit sein Reich zu bauen. Und wir sind
noch nicht fertig! Drei Milliarden Menschen warten darauf,
Gott kennenzulernen und wir wollen uns der Herausforde-
rung stellen, diese Zahl kleiner zu machen.
Gott steht uns weiter zur Seite, egal wie
sehr sich die Welt um uns herum verändert.
Aus diesen Gründen richten wir unseren Blick zu unse-
rem 50. Geburtstag auch in die Zukunft und setzten uns
weiter aktiv dafür ein, dass weltweit Gemeinschaften von
Jesus-Nachfolgern entstehen und Menschen sich für Jesus UNTERSTÜTZEN SIE UNS!
entscheiden. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung im Ge-
bet und finanziell. Sind Sie mit uns ein Weltenveränderer? Beten Sie mit uns und helfen Sie mit, dass
Corinna Scharrenberg wir unsere Aktivitäten in der Zukunft aus-
weiten können. Drei Milliarden Menschen
warten auf die Errettung durch Jesus –
Was haben Sie mit OM erlebt?
Bitte schicken Sie uns bis Ende Dezember 2021 Ihren OM-Moment lassen Sie uns hier gemeinsam aktiv sein.
als Bild mit kurzem Text oder Video zu: global.de@om.org
PROJEKT
Sehen Sie die Sendung über 50 Jahre OM Deutschland 50 Jahre OM Deutschland 103
„Menschen, Länder, Emotionen – 3 Milliarden gute Gründe“ am online: www.om.org/de/103
16. Dezember um 19.30 Uhr auf www.om.org/de
10 2015 2020
2011: 2015 2017 2020
Start des Jüngerschafts- Gian Walser wird Start von OM Arts Entstehung eines
und Trainingsprogramms neuer Leiter von in Deutschland. neuen OM-Teams in
MDT (Missions Disciple- OM Deutschland. Berlin-Neukölln.
ship Training) in
Deutschland.
2019
2013 Doron Lukat wird
Rekord bei TeenStreet mit neuer Direktor von
4400 Teilnehmern. OM Deutschland.
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 11WELT WEIT
Im Norden
Nigers leben
die Tuareg
Vorname Name, Agentur
GEMEINDEGRÜNDUNG IM NIGER
Glaube für
die Wüstensöhne
Seit 2020 arbeitet OM im Niger. Einheimische Mitarbeiter knüpfen Kontakte,
bieten Entdeckerbibelstudiengruppen an und gründen so kleine regionale
Hausgemeinden – und das in einem beeindruckenden Tempo.
W
enn die Christen im Niger ihren muslimischen Niger liegt in Westafrika und hat eine Bevölkerung von
Mitbürgern von Jesus erzählen, „fangen wir mit geschätzt 24 Millionen Menschen, von denen 95 Prozent
biblischen Geschichten an, die wir auswendig Muslime sind. Die afrikanische Republik zählt zu einem der
gelernt haben, und stellen Fragen“, erklärt Joe*, ein einhei- ärmsten Länder der Welt und hat eine Analphabetenrate von
mischer OM-Mitarbeiter. „So werden sie Teil der Geschich- 80 Prozent.
te und wir bleiben in Kontakt. Dann können wir langsam 2020 startete OM die Sahel-Initiative, zu der neben dem
die Geschichte von Jesus erzählen und so das Evangelium Niger auch Senegal, Burkina Faso, Tschad, Mali, Sudan und
weitergeben.“ Mauretanien gehören. OM in Afrika möchte dort durch die
12 www.om.orgTERMINE
Initiative den Namen Jesus verkündigen und Gemeinden
gründen, wo Jesus noch nicht bekannt ist. Sehen wir uns?
Joe ist Teil der Gemeindegründung von OM im Niger
und gehört zum größten Volksstamm Nigers, den Hausa. Er Wir freuen uns, Sie kennenzulernen!
kommt aber aus einer christlichen Familie. „Es ist nicht ein- Entweder auf einer christlichen Veran-
fach für uns Christen, unseren muslimischen Mitmenschen staltung in Deutschland oder bei einem
von Jesus weiterzusagen“, bekennt er. „Doch wenn wir durch Seminar bei uns in Mosbach:
die Geschichten und Fragen eine Beziehung zu den Men-
schen aufgebaut haben, können wir mit einem Entdeckerbi- 09.01.2022
belstudium anfangen.“ JUMIKO in Stuttgart
Beim Entdeckerbibelstudium trifft sich eine kleine Grup- Die Jugend-Missions-Konferenz
pe und liest gemeinsam einen Bibeltext. Jeder nimmt sich u.a. mit einem OM-Stand
dann aus diesem Bibeltext etwas vor, das er bis zum nächs-
ten Treffen umsetzen will. So entstehen im ganzen Land klei-
ne Hausgemeinden. 10.–12.02.2022
„Bisher haben wir in diesem Jahr 120 solcher Gemeinden Willow Creek-Leitungskongress
im Niger gegründet“, erklärt Jane*, die Leiterin der Sahel-In- in Leipzig
itiative. „Und es ist erst Oktober!“, fügt sie lachend zum Zeit- u.a. mit einem OM-Stand
punkt des Interviews an.
13.–16.02.2022
Einführungsseminar in die Mission
Das Vorbereitungsseminar
für einen Einsatz mit OM
20.–23.03.2022
Seminar in Mosbach:
In der Stille Gott als Vater erleben
25.–29.05.2022
Christival in Erfurt
Das große Treffen junger Christen
Tuareg lesen die Bibel in ihrem eigenen Dialekt 02.–03.07.2022
OM-Freundestreffen in Mosbach
Die Gelegenheit, OM live kennenzulernen
Auch wenn die Not im Land groß ist, die OM-Mitarbeiter
dringend Fachkräfte im handwerklichen und geistlichen Be-
reich suchen sowie ein neues Auto brauchen, sind sie weiter
dabei, Jesu Liebe zu verkündigen – bis auch die am wenigs- 29.07.– 05.08.2022
ten Erreichten ihn erleben. TeenStreet in Offenburg
Corinna Scharrenberg Wo Teenager Jesus erleben
* Name geändert
Alle Termine und Infos unter
www.om.org/de/termine
Unterstützen Sie die Gemeindegründungsarbeit im Niger! Gerne kommen wir auch zu Ihnen in die Ge-
meinde – live oder virtuell. Bitte melden Sie
SPENDENPROJEKT: sich dafür bei Achim Schneider unter
Niger 101 pr.de@om.org oder 06261 947-0.
online: www.om.org/de/101
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 13WELT WEIT
ANSTECKENDE VERÄNDERUNG
Ein Garten in der Wüste
Tomatensträucher, Zwiebeln und andere Gemüsepflanzen bieten in ihrem
satten Grün einen erfrischenden Kontrast zur staubigen Savanne. Neben
spielenden Ziegen wachsen auch kleine Obstbäume im Garten.
Ein grüner
Hoffnungsschimmer
in der Wüste
14 www.om.orgANZEIGE
In Gemeinschaft wachsen die Jesus-Nachfolger in ihrem Glauben
D
er Garten – mit leuchtenden Augen erzählen die
OM-Mitarbeiter um Anayo* von ihrem Projekt – ist OM-Deetken-Mühle
ein Hoffnungsschimmer im trockenen Norden des
Tschads. „Wir haben dieses Gartenprojekt mit unseren eigenen
Ihr freundliches
Mitteln gestartet, um uns selbst zu versorgen“, erinnert sich Gästehaus
Anayo. „Aber Gottes Vision ist größer! Er nutzt den Garten,
damit Menschen Jesus kennenlernen und ihm nachfolgen.“ 80 Betten
Während der Trockenzeit haben viele Dorfbewohner 18 Gästezimmer
keine Arbeit. Der Garten, strategisch in der Mitte von fünf
6 moderne Tagungsräume
Dörfern gelegen, ist daher ein beliebter Treffpunkt. Dank ei-
nes gespendeten Brunnens können die Pflanzen bewässert
3 Ferienwohnungen
werden. Während der Arbeit entwickeln sich lange Gesprä- Spielplatz
che mit ausgiebigen Diskussionen über den Glauben. „Die Grillstelle
Männer kommen in den Garten, sehen wie wir miteinan-
der umgehen, und fragen uns dann, warum wir so sind“, be- Für Gemeindefreizeiten,
schreibt Anayo. „Dann können wir ihnen von Jesus erzählen Firmenveranstaltungen,
und viele entscheiden sich für ein Leben mit Jesus.“ Familienfeiern und Einzelgäste
So ist die Landwirtschaft nicht mehr einziges Ziel des
Projekts. Die Mitarbeiter stärken die neuen Christen in ih- Wir freuen uns, Sie bei uns in
rem Glauben und senden sie dann zurück in ihre Dörfer, da- Mosbach willkommen zu heißen!
mit sie dort das Gleiche tun. Dazu werden sie auch in land- hospitality.de@om.org
wirtschaftlichen Dingen ausgebildet. www.om.org/de/gaestehaus
Jede der fast 20 Personen, die im Garten arbeiten und
mehr über Jesus lernen, hat eine faszinierende Verände-
rung durchgemacht. „Etwa Daoud*, der seiner Frau und sei-
nen Töchtern mittlerweile mit Liebe und Respekt begegnet“,
erzählt Anayo. „Er hatte sie immer sehr schlecht behandelt.
Nachdem er sie um Verzeihung gebeten hat und sie nun gut
behandelt, möchte sein Umfeld wissen, warum dies so ist,
und er kann ihnen von Jesus erzählen.“
Trotz ständiger Verbesserungen reicht die Ernte noch
nicht aus, um alle Arbeiter mit ihren Familien zu versorgen.
„Aber der ganze Aufwand lohnt sich, wenn ich Geschichten
wie die von Daoud höre“, ist Anayo zuversichtlich. „Bitte be-
ten Sie mit uns, dass noch viele Tschader von Jesus verän-
dert werden.“ Micha Prechtel
*Name geändert
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 15WELT WEIT
Tom Gardner konnte
in letzter Minute aus
Afghanistan ausfliegen
FLUCHT AUS AFGHANISTAN
Hilfe ist so
nötig wie nie!
Bis August 2021 war Tom Gardner* Wie waren die letzten Stunden vor dem Abflug?
Sehr stressig. Uns war nicht klar, ob unsere Stadt Kabul mit
mit einer Partnerorganisation als
Gewalt oder friedlich erobert wird. Wir haben uns überlegt,
Entwicklungshelfer für mehr als zehn was wir noch scannen, welche Festplatten wir löschen und
was wir noch schreddern müssen, bevor wir unser Hilfswerk
Jahre in Afghanistan. Im Interview
schließen können.
mit unserer Redaktion erzählt er von
Wie bist du dann aus dem Land gekommen?
seiner Evakuierung und welche Hilfe die
Wir bekamen das Okay von der deutschen Botschaft und
Afghanen nun brauchen. fuhren mit einem Taxi durch mehrere Barrieren aus Stachel-
draht und Panzersperren zum Flughafen. Dort war eine gan-
ze Reihe Talibanwachen und viele, viele panische Afghanen,
die auch rauswollten. Die Taliban schossen zum Teil in die
Luft, um die Menge zu zerstreuen. Das war schon bedrohlich
16 www.om.orgUNTERSTÜTZEN SIE UNS!
Helfen Sie mit, dass die Menschen in den
Flüchtlingslagern der umliegenden Länder
versorgt werden und gut durch den Winter
kommen können.
Kinder in PROJEKT
einem Lager Nothilfe für Afghanistan 104
für afghanische www.om.org/de/104
Flüchtlinge
und ungewiss. Dann kamen wir zur Transportmaschine. Wir terhin sauberes Wasser gebraucht. Ich denke, jetzt ist Hilfe
saßen auf dem Boden, was nicht sehr bequem war – aber noch mehr denn je nötig. Im Land Afghanistan selbst brau-
wir waren froh, dass wir rauskonnten. Der Flug in die Frei- chen die Armen Nahrung, sauberes Wasser und Hygiene-
heit sozusagen! artikel. Zudem sind langfristig auch Bildungsprojekte nötig.
Aber auch in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern
Wie fühltest du dich, als du in Frankfurt gelandet bist? brauchen die Menschen Hilfe.
Da war ich sehr erleichtert. Endlich bin ich aus dem Chaos
und Abenteuer raus. Dann habe ich recht bald meine Mut- Welche Pläne hast du für die Zukunft?
ter angerufen, damit meine Eltern auch beruhigt sein können Wenn das Chaos etwas weniger wird, hoffe ich, dass wir als
und sie wissen, dass alles gut ist und ich wieder da bin. Hilfswerk zurückgehen können, um dort in der großen Not
zu helfen. Aufgezeichnet von Micha Prechtel
Welche Projekte hast du in Afghanistan zurückgelassen? *Name geändert
Im Wasserprojekt unseres Hilfswerks haben wir den Men-
schen hauptsächlich Hygieneverhalten beigebracht, wie
Händewaschen und andere Dinge. Zum Teil haben wir aber Sehen Sie das ganze Interview mit Tom Gardner als Teil unserer
auch Brunnen gebohrt oder Toiletten mit Spülung gebaut. Sendung „Menschen, Länder, Emotionen – 3 Milliarden gute
Gründe“ unter: youtube.com/OMDeutschland1
Was wird in Afghanistan jetzt gebraucht?
In der letzten Ausgabe berichteten wir über die Pamir-Medienarbeit.
Dort hat es dieses Jahr sehr schlechte Ernten gegeben. Dazu Den Newsletter dieser Arbeit gibt es jetzt auch viermal jährlich
kommt der jetzige Zusammenbruch der Wirtschaft, was das per E-Mail auf Deutsch. Jetzt hier anfordern, informiert sein und
Nahrungsmittelproblem noch größer macht. Auch wird wei- mitbeten: global.de@om.org
SO KÖNNEN SIE HELFEN
50 € 75 € 240 € 400 € 1050 €
Hygienepaket für Essenspaket Trauma-Seelsorge Winterpaket Winterfeste
eine Familie für eine Familie für eine Familie für eine Familie Unterkunft
Zahnpasta, Seife u. v. m. Lebensmittel Professionelle Fachkräfte Decken, Kissen und für eine Familie
für die tägliche Hygiene und Wasser begleiten eine Familie warme Winterkleidung
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 17MÖGLICHKEITEN BEI OM
Als Klempnerin an Bord
„Ich hätte nie gedacht,
dass ich eines Tages Gott
dienen würde, indem ich als
Klempnerin arbeite.“
Das Leben und Arbeiten an Bord der Logos Hope erfordert
Ulyana Makarova
auch alltägliche Dinge, wie funktionierende Toiletten oder
eine geregelte Luftzirkulation. Dies ist nur möglich, weil die
Wartungscrew – Klempner, Kälte-, Heizungs-, Klima- und
Lüftungstechniker, Schweißer, Tischler und Ingenieure – die
Geräte und Maschinen an Bord wartet und repariert.
„Es ist gut, dass ich keine Ahnung hatte, was die Arbeit
beinhaltet, denn wenn ich das im Voraus gewusst hätte, hät-
te ich nicht genug Mut gehabt, diese Arbeit zu machen“, er-
zählt Ulyana Makarova aus Russland, Klempnerin an Bord.
Die Klempner sind für die gesamte Wasserversorgung und
die Wartung der Waschräume, einschließlich eines Vaku-
umtoilettensystems, zuständig. „Ich hatte anfangs meine
Schwierigkeiten, aber Gott ist Gott, und er hat mich durch
alles hindurchgebracht. Ich bin dankbar für diese Erfahrung
und habe viel gelernt.“
Damit die Logos Hope weiter im Einsatz bleiben kann, su-
chen wir oben genannte Fachkräfte oder Freiwillige, die sich
von Gott gebrauchen lassen wollen. Mehr Informationen
und Mitmachmöglichkeiten unter:
www.om.org/ships/de/mitarbeiten oder
personal.de@om.org
OM DEUTSCHLAND SUCHT NEUE MITARBEITER
für das Büro/den Gästebetrieb in Mosbach eine/n für das Team Nord/Hamburg
AbteilungsleiterIn Finanzbuchhaltung MitarbeiterIn
mit kaufmännischer Ausbildung für missionarische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
MitarbeiterIn Gebäudemanagement
mit handwerklicher Ausbildung für das Xenos-Team
MitarbeiterIn Kommunikation MitarbeiterIn
redaktionelle Aufgaben Web und Print für die Gemeindegründungsarbeit unter Migranten und
Flüchtlingen
MitarbeiterIn Marketing und Spenderkommunikation
Fundraising, Spenderbesuche und Durchführung von Ausführliche Stellenanzeigen sowie Voraus-
Kampagnen setzungen zur Bewerbung erhalten Sie unter:
personal.de@om.org, Telefon 06261 947-0 oder
Stellvertretende Küchenleitung www.om.org/de/mitarbeit
mit Erfahrung oder abgeschlossener Berufsausbildung im Weitere offene Stellen aus der weltweiten OM-Arbeit auf Englisch
Gastronomiebereich unter: www.om.org/de/opportunities
18 www.om.orgSHIP TO SHORE / OM SCHIFFE
Das Schiff hat wieder
geöffnet und in Vieux
Fort stehen viele für
einen Besuch an
DIE LOGOS HOPE IN DER KARIBIK
Offen für den Segen
Bevor sich das Schiff auf den Weg nach Westafrika macht, blickt die Besatzung auf
die Zeit in der Karibik zurück – ein Aufenthalt, der länger war als geplant.
D
urch die Corona-Pandemie hat sich viel verändert. 2020 konnte die Logos Hope nicht wie geplant den Atlan-
Reiseverbote und Kontaktbeschränkungen zwan- tik überqueren, aber wir fanden sichere Anlegeplätze, wohl-
gen die Schiffsarbeit zu einem anderen Vorgehen, wollende Behörden und viele unerwartete Gelegenheiten,
während die Welt um uns herum unter Verlusten, Trennung, bei denen wir Hilfe, Hoffnung und Bildung in der Karibik wei-
Angst um die Gesundheit und finanziellen Schwierigkeiten tergeben konnten. Was wir ursprünglich für eine Übergangs-
litt. Wir verstehen nicht jede Veränderung und Herausforde- lösung hielten, wurde zu einem 20-monatigen Besuch in der
rung, aber wir vertrauen weiter darauf, dass Gott treu ist und Region. Danken Sie Gott mit uns für alles, was er getan hat.
alles unter Kontrolle hat.
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 19OM SCHIFFE
Abfahrt von
zu Hause aus
Die 19-jährige Jai-Ella Boodho aus
Vieux Fort im Süden von St. Lucia war
eine von 10 000 Menschen, die in Cas-
tries den Landungssteg hochkamen.
Doch Jai-Ella ging nicht wieder hinun-
ter. Statt mit einer Einkaufstasche war
sie mit ihrem Koffer gekommen und be-
gann in ihrem Heimatland ihre zweijäh-
rige Mitarbeit auf dem Schiff. Das ist
ein seltenes Privileg.
Beim letzten Besuch der Logos
Hope 2017 hatte sie als Teenager bei
dem Jugendprogramm „Schiffsmitar-
beiter für einen Tag“ mitgemacht. Nach
dieser Erfahrung wollte sie Teil dieser Neue Schiffsmitarbeiter bei der Notfallschulung beim Vorbereitungstraining in
internationalen Gemeinschaft werden, Nassau, Bahamas
die auf der ganzen Welt über die Hoff-
nung redet, die Christus ihr schenkt.
Zwei Häfen später legte das Schiff er-
neut in ihrer Heimatstadt an und Jai- Wieder auf den Bahamas
Ella wurde in Vieux Fort von führen-
den Politikern dafür gelobt, dass sie Siebzig Neuankömmlinge kamen nach ihrem Vorbereitungstraining auf
ihr Land an Bord vertritt. Sie sagte: den Bahamas an Bord. Das Training war auf einem christlichen Freizeit-
„Weil ich jetzt hier bin, kommen in den gelände, das 1993 von Kim und Randy Grebe aus den USA gegründet
nächsten Jahren sicher noch mehr Mit- worden war. Randy ist heute Schiffsdirektor der Logos Hope.
arbeiter aus St. Lucia an Bord. Ich er- Zur Eröffnungsfeier begrüßte Randy ein Regierungsmitglied. Dr.
kläre das den Menschen, die ich im Bü- Kenneth Romer berichtete dankbar von seinen eigenen Erfahrungen
chermarkt treffe, und wecke in ihnen mit dem Schiff: „Als Sohn einer alleinerziehenden Mutter wuchs ich in
die Hoffnung, dass sie auch mitarbei- einem Armutsviertel auf und sah keinen Sinn in meinem Leben. Dann
ten und Freunde aus der ganzen Welt kam ich zu einem Jugendtreffen auf die Logos Hope. Dort beeindruck-
finden können.“ ten mich die Mitarbeiter aus der ganzen Welt, die ganz anders aussahen
und redeten als ich. Ich entdeckte Bücher, die erklärten, dass man auch
anders leben kann. Mit dem wenigen Geld, das ich hatte, kaufte ich mir
ein paar Bücher. Diese Bücher und das Erlebnis, dass ich an Bord will-
kommen war, haben mein Leben verändert. Ich kam zum Glauben an
Jesus und seither konnte ich Gott in vielen Bereichen dienen.“
Die Mannschaft besuchte in Nassau ein Kinderheim für benachtei-
ligte Kinder. Jan Streitenberger aus Deutschland berichtet: „Es war fas-
zinierend, wie glücklich die Kinder waren, nur weil wir ihnen Aufmerk-
samkeit schenkten. Ich hoffe, ich konnte dazu beitragen, dass sie wirk-
lich glauben können, dass sie Gott wichtig sind.“ Die Kinder wurden
zum Büchermarkt an Bord eingeladen und jedes durfte sich ein Buch
aussuchen. „Die Bücher werden sie zum Lesen ermutigen und sie er-
fahren etwas über die Welt und Themen, die sie interessieren. Das ist
Jai-Ella Boodho aus St. Lucia kam in ihrem eine wunderbare Chance für die Kinder“, freut sich Heimleiterin June
Heimatland als Mitarbeiterin an Bord Hutcheson.
20 www.om.orgDie Logos Hope in
Blickwinkel des Direktors Freeport, Bahamas
„Es hat uns sehr gefreut,
dass wir in den letzten
Häfen auf dem Schiff
wieder Besucher jeden
Alters aus allen Be-
reichen der Gesellschaft
begrüßen durften. Wir
sind Gott als Mann-
schaft weiter sehr dankbar für seine Bewah-
rung und Treue sowie für die Türen, die er
geöffnet hat. Wir konnten vielen Menschen
dienen, die diese Hilfe und unsere Hoffnung
dringend gebraucht haben. Danke, dass Sie
uns in diesen schwierigen Zeiten weiter treu
unterstützt haben.
Während ich dies schreibe, überquert die
Logos Hope gerade den Atlantik, und wäh-
rend Sie es lesen, ist die Mannschaft schon Helfen Sie Menschen
in Westafrika!
mitten in das pulsierende Leben in Westafri-
ka eingetaucht und erlebt die unglaublichen
Möglichkeiten dort. Hier wollen wir allen
Menschen, denen wir begegnen, zum Segen Mittlerweile ist die Logos Hope in Westafrika. Mit Ihrer Un-
werden und in Worten und Taten Gottes terstützung kann die Mannschaft der Logos Hope dort in den
Liebe weitergeben. In Zusammenarbeit mit nächsten Monaten Menschen mit Gottes Liebe erreichen.
OM in Afrika möchte das Schiff als Kataly- Gleichzeitig sind 50 afrikanische Christen an Bord gekom-
sator viele Christen dazu mobilisieren, dass men, die wir gemeinsam mit OM in Afrika ausbilden und er-
sie ihre immensen Chancen nutzen und mutigen, andere afrikanische Christen für die am wenigsten
lebendige Gemeinschaften von Jesus-Nach- Erreichten zu mobilisieren.
folgern in ihrer direkten Umgebung und der
ganzen Region aufbauen.“
SPENDENPROJEKT:
Seelan Govender
Schiffsarbeit 100
Direktor der OM-Schiffsarbeit
online: www.om.org/de/100
Aktuelle Updates und Fahrplanänderungen
gibt es unter: www.om.org/ships/de AFRIKA
Freetown, Sierra Leone
Die OM Ships Currents informieren einmal 15.11. – 16.12.21
im Monat aktuell über die Schiffsarbeit. Sie Tema, Ghana
können online angefordert werden unter: 20.01. – 23.02.22
www.om.org/ships/de/email
Takoradi, Ghana
Tägliche Gebetsanliegen finden Sie unter: 21.12.21 – 19.01.22
www.om.org/ships/de/beten Atlantik
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 21PORTR ÄT
WER IST SIMONE SCHWAB?
Die Staffel fest in der Hand
Die erste Vorsitzende des Trägervereins von OM Deutschland ist als Sportlerin
aktiv und möchte als Teil von OM sehen, wie auch hier im Land die am
wenigsten Erreichten Jesus erleben.
S
imone Schwab war 19 Jahre alt,
als sie 1996 mit OM für zwei
Jahre nach Kroatien ging. „Ein
gutes Jahr später war ich die Leiterin
eines Gemeindegründungsteams“, er-
innert sie sich. „Ich hatte keinerlei Er-
fahrung, aber ich durfte es machen.
Das hat mich sehr geprägt und ich bin
dankbar, dass die OM-Kultur es bis
heute jungen Menschen zutraut, Ver-
Die neue erste
antwortung zu übernehmen.“
Vorsitzende
25 Jahre später ist Simone Schwab Simone Schwab
erfahrene Sozialpädagogin und arbeitet Das Ziel im Blick:
in einer beruflichen Schule in Ludwigs- Simone Schwab bei der
burg. Bei OM Deutschland ist sie seit Weltmeisterschaft im
Staffellauf
Juli 2021 erste Vorsitzende des Träger-
vereins Operation Mobilisation e. V.
Nach einem Love Europe-Som- Es begeistert mich zu sehen, dass sich die Vision von OM auch in
mereinsatz 1995 in Schweden und ih-
rer Zeit in Kroatien, studierte Simone
Deutschland mit Leben füllt, Menschen zum Glauben kommen,
Schwab Sozialpädagogik. Der Kontakt sich taufen lassen und eine Bewegung entsteht.
mit OM-Mitarbeitern blieb bestehen.
Simone Schwab
Von 2006 bis 2016 arbeitete sie dann
bei OM Deutschland in der Personal-
abteilung. Mittlerweile lebt und arbei- gemeinsam macht und gemeinsam Ent- stapfen des erfahrenen Pfarrers Jür-
tet Simone Schwab wieder in ihrer scheidungen trifft. Simone Schwab gen Sachs treten kann. Sie kam zu dem
schwäbischen Heimat. schätzt beides sehr. Als ihr Vorgänger Entschluss, dass er in ihrem Alter auch
„Als ich aus Mosbach wegging, Jürgen Sachs ankündigte, nicht mehr noch nicht die Lebens- und Berufser-
war mir klar, dass ich mit OM in Ver- als erster Vorsitzender zu kandidieren, fahrung hatte. So übernahm sie den
bindung bleiben will“, erzählt sie. „Es entschied sie sich aus diesen Gründen Staffelstab von Jürgen Sachs, um OM
war toll, Teil von diesem Missionswerk, dafür, sich zur Wahl zu stellen. Bei der Deutschland für den nächsten Stre-
von Gottes Auftrag zu sein.“ Als sie ein Vereinssitzung Anfang Juli 2021 wurde ckenabschnitt vorwärtszubringen.
Jahr später angefragt wurde, Mitglied Simone Schwab als einzige Kandidatin Mit Staffellauf kennt Simone
im Verein zu werden, zögerte sie nicht ohne Gegenstimmen zur ersten Vorsit- Schwab sich aus. Schon seit ihrer
lange und stimmte zu. Kurz darauf wur- zenden gewählt. Kindheit ist sie passionierte Amateur-
de sie in den Vorstand gewählt. Sie war dankbar für die große Zu- Leichtathletin, ihre Schwerpunkte sind
Schon zu dieser Zeit verstand sich stimmung des Vereins, fragte sich aber der 100 und 200 Meter-Sprint- und
der Vorstand als Team, das Aufgaben auch, ob sie überhaupt in die Fuß- Staffellauf. Sie ist mehrfache deutsche
22 www.om.orgSimone Schwab im
Interview mit
Global-Redakteurin
Corinna Scharrenberg
Meisterin und wurde 2016 mit der Staf- modells zu informieren. „Das wollte ich
fel Vize-Weltmeisterin. „Bei den Senio- nicht per E-Mail oder Video machen“, BETEN SIE FÜR
ren allerdings“, fügt sie lachend hinzu. erklärt sie. „Das Team soll wissen, dass SIMONE SCHWAB
Als rechtlicher Träger der OM-Ar- ich für sie da bin und sie auf mich zu-
beit in Deutschland gehören neben kommen können.“ „Beten Sie, dass wir weiterhin im
vielen administrativen Aufgaben auch Die Vision von OM, dass die am Vorstand und mit dem Leitungs-
die Zusammenarbeit mit dem Leitungs- wenigsten Erreichten Jesus erleben, team ein gutes Miteinander haben.
team zu den Aufgaben des fünfköpfi- begeistert auch Simone Schwab. „Was Beten Sie auch für die Umsetzung
gen Vorstands. Für Simone Schwab gab bedeutet die Vision für OM Deutsch- der OM-Vision hier in Deutsch-
es aber auch Überraschungen: „Weil land?“, fragt sie. „Was bedeutet das für land, denn es begeistert mich, was
OM Deutschland einen Gästebetrieb das Aussenden neuer Missionare? Wo daraus werden kann. Beten Sie
hat, musste ich als erste Vorsitzende wollen wir Schwerpunkte legen? Wie auch für mich persönlich, dass ich
zu einer Hygieneschulung der IHK“, er- wollen wir das umsetzen?“ Diese Fra- im Alltag Zeugnis sein kann. Beten
zählt sie mit einem Schmunzeln. gen gemeinsam mit dem Vorstand, dem Sie, dass der OM-Teil nicht das
Die Beziehung zu den OM-Mitar- Leitungsteam und dann auch den deut- missionarische und mein norma-
beitern in Mosbach, von denen Simone schen OM-Mitarbeitern zu beantwor- les Leben – Arbeit, Gemeinde, Sport
Schwab noch viele kennt, ist ihr eben- ten, begeistert Simone Schwab. „Ich – der Rest ist. Ich wünsche mir,
falls wichtig. So war es für sie auch bin echt gespannt, diesen Prozess mit- mehr missionarisch im Alltag zu
selbstverständlich, extra nach Mos- zubegleiten und zu sehen, wo das hin- sein, auch wenn ich das manchmal
bach zu fahren, um das Team über eine führt.“ nicht so einfach finde.“
bevorstehende Änderung des Lohn- Corinna Scharrenberg
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 23KINDERSEITE
So sehen die
Kinder hier in
Weitwegistan aus
TOM ERLEBT EIN ANDERES WEIHNACHTEN
Weihnachten weit weg
Ich liebe Weihnachten! Den glitzernden Weihnachtsbaum,
die leckeren Plätzchen und die schönen Geschenke. Dieses
Jahr feiere ich ganz weit weg, in einem Land, in dem man
gar nicht Weihnachten feiert.
D
och meine Freunde Elli, Max, deutschen Familie verbracht“, er- Ellis Familie lebt schon seit vier
Rosi, Timo und ihre Eltern fei- zählt Elli. „Ein anderes Mal haben Jahren hier. Wie das Land heißt,
ern trotzdem Weihnachten. wir eine Weihnachtsparty für jun- darf ich euch nicht sagen. Hier
Die deutsche Familie glaubt an Je- ge Menschen hier gemacht. Da gab müssen Christen ganz vorsichtig
sus und will seinen Geburtstag fei- es auch eine kleine Ansprache über sein, wenn sie den Menschen von
ern. Sie treffen sich mit anderen die Bedeutung von Weihnachten. Jesus erzählen. Das ist hier nämlich
Christen, singen Lieder und essen Ein Teenager-Mädchen erzählte verboten. Deswegen nenne ich das
gemeinsam. „Einmal haben wir an begeistert, dass es ihre erste Weih- Land Weitwegistan.
Weihnachten ganz spontan einen nachtsfeier war und sie ihr gut ge- Der Papa meiner vier Freunde
schönen Abend mit einer anderen fallen hat.“ arbeitet bei einer kleinen Firma. „Er
24 www.om.orghilft bei Bauprojekten“, meint Elli. passen auf Kühe oder Schafe auf.
„Außerdem arbeitet er viel mit sei- Wenn die Eltern meiner vier
nem Handy. So erzählt er mehre- Freunde mit den Menschen hier
ren Tausend Menschen, die unter- über Jesus reden, freuen sich man-
schiedliche Sprachen sprechen, von che und wollen gerne mehr hören.
Gottes Liebe.“ Die Mama kümmert „Die meisten glauben, dass es Gott
sich um die Kinder und lernt eine gibt, und wissen, dass sie schuldig
der Sprachen, die in Weitwegistan vor ihm sind“, erzählt mir die Mama.
gesprochen wird. Ganz oft laden „Sie hoffen, irgendwie in den Him-
die Eltern auch Gäste ein oder be- Hier dürfen die Kinder in die Schule gehen mel zu kommen, wenn sie sich ge-
suchen Nachbarn. nug anstrengen und einige sind
Elli geht morgens in die Schu- gehen die Geschwister gerne in sehr stolz auf ihre Bemühungen.
le und Max in die Vorschule. Dazu einen Park, wo sie auf eine Hüpf- Viele ahnen jedoch, dass sie ein-
müssen sie nur eine Treppe hoch- burg können oder Fahrrad fahren. fach nicht gut genug sind. Für sie
gehen und schon sind sie im Schul- Manchmal macht die Familie auch ist es die größte Freude, wenn sie
zimmer. „Ein junger Mann ist für einen Ausflug in die Berge mit Pick- erkennen, dass Gott sie liebt und
ein Jahr aus Deutschland hierher- nick oder sie reiten auf Pferden. ihre Schuld vergibt, wenn sie Jesus
gekommen, um uns zu unterrich- Die Kinder in Weitwegistan gehen vertrauen.“
ten“, erzählt Max. Die beiden Klei- normalerweise auch in die Schu- Deswegen feiern wir auch
nen bleiben so lange bei der Mama. le oder Kindergarten. Viele Kinder Weihnachten – weil Jesus für uns
Nachmittags spielen die Kinder am hier wachsen aber bei ihren Großel- und unsere Schuld auf die Welt ge-
liebsten mit ihren Freunden. „Wir tern oder ohne ihren Vater auf, weil kommen ist.
mischen verschiedene Sprachen, die Eltern zum Geldverdienen ins
um miteinander zu reden“, sagt Elli. Ausland gehen. Oft helfen die Kin-
„Das klappt ganz gut.“ Außerdem der ihren Eltern auf dem Basar oder
PREISRÄTSEL
Wie gut kannst du zählen? Auch wenn Weihnachten in
Weitwegistan nicht gefeiert
wird, habe ich ein bisschen de-
koriert. Findest du heraus, wie
viele Sterne, Tannenbäume und
Geschenke ich auf dieser Seite
verteilt habe?
Sterne
Tannenbäume
Geschenke
Schicke mir deine Lösung mit deiner Postadresse an:
Tom Alte Neckarelzer Str. 2 74821 Mosbach oder tom.de@om.org
Als Dankeschön schicke ich dir ein kleines Geschenk zu. Gerne kannst du mir auch eine Frage stellen!
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 25MISSION IN DEUTSCHL AND 26 www.om.org
GOTT HÖRT JEDEM ZU
Wie betet
man richtig?
Bei der Jugendfreizeit des OM-Teams in Hamburg-Wilhelms-
burg entbrennt ein Streit zwischen zwei Mädchen darüber,
wie man richtig betet. Was dann geschieht, kann nur Gott be-
wirken.
A
ls ich am Mädchenzimmer vorbeilief, kam
mir schon Wasser unter der Tür entge-
gen. Irgendwas stimmte hier nicht. Was
ist passiert? Am Morgen hatte ich Homa* und
Esma* noch erlaubt, dass sie in der Gebetszeit zu
ihrem Gott beten und sich dafür Schüsseln mit
Wasser holen dürfen, um sich vorher zu waschen.
Nachdem das Chaos beseitigt war, kamen die
beiden Mädels total verstritten zurück zur Grup-
pe. Der Grund ihres Streites war, wer richtig be-
tet. Homa aus Afghanistan betet nämlich anders Die Jugendlichen sind weiter
als Esma aus Syrien – und beide beanspruchten, auf dem Weg zu Gott
es richtig zu machen. Ich sagte ihnen, dass ich es
traurig finde, dass sie sich Gott gegenüber nicht einfach öffnen können. Sollte das
Gebet nicht dafür da sein, dass wir uns öffnen und Gott ehrlich sagen, was uns be-
wegt? Eine richtige Antwort hatten die beiden Mädchen darauf nicht und so ver-
brachten wir den weiteren Tag miteinander.
Abends teilten wir uns nach Geschlechtern auf, um die Beziehungen unter-
einander zu stärken. Es wurde intensiv, ehrlich und authentisch. Amira* erzählte
davon, was sie wirklich bewegt: Psychische Probleme, Angst, Trauer. So einiges
erfüllte den Raum, als sie sich öffnete. Und dann, bevor wir als Mitarbeiterinnen
etwas sagen konnten, schlug Homa vor: „Lasst uns für Amira beten, so wie es die
Christen machen.“ Ich kam überhaupt nicht hinterher und auf einmal fing Homa
an, in ihrer Sprache und von Herzen zu beten. Sie betete und fing dann bitterlich
zu weinen an. Später sagte sie, dass sie so etwas noch nie erlebt habe – denn als
sie im Gebet ehrlich wurde, merkte sie, dass ihre Worte gehört wurden und da
wirklich jemand mit ihr redet. Gott war ihr begegnet!
Das veränderte den ganzen Raum und Gott war gegenwärtig. Der Streit vom
Vormittag war vergessen. Wir lagen uns in den Armen und weinten, weil wir alle so
berührt wurden. Niemand kann so etwas machen, allein Gott ist es möglich, Her-
zen zu verändern. Noch heute sprechen die Mädchen davon und werden offener,
Ein Streit über
sich auf diesen Gott einzulassen, der jedem zuhört.
richtiges Beten führt
zu ehrlichem Gebet Britta
*Name geändert
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 27MISSION IN DEUTSCHL AND
Auf den Straßen
Berlins gibt es viele
Möglichkeiten, von
Jesus zu erzählen
MIT GOTT HÜRDEN ÜBERWINDEN
Auf der Straße
A
ls ich Anfang September zu zu machen, mir Selbstbewusstsein und Mund legen wird. Warum es nicht ein-
einem On the Move-Kurzein- Selbstsicherheit in ihm zu geben. mal wagen und sich darauf verlassen,
satz nach Berlin fuhr, war mir Die Leichtigkeit, mit der mich Gott dass Jesus das in Ihnen wirkt, was er
klar, dass die Einsätze vor Ort vor allem über die Tage ausgestattet hat, war un- für richtig hält?!
auf der Straße passieren würden. Men- glaublich. Ich durfte erleben, wie Gott Damaris Strobel
schen ansprechen, von Jesus reden. All mich mit meinen Gaben eingesetzt hat,
das ist mir bekannt aus vergangenen, beim Moderieren von Interviews, beim
eher erzwungenen Straßeneinsätzen, Kreidemalen und auch beim Erzählen Ostereinsatz in Berlin
wie ich sie in meiner Teenie- und Ju- davon, was Jesus in meinem Leben ge-
gendzeit erlebt habe. tan hat. Vom 14. bis 18. April 2022
Doch dann wurde mir auf dem Weg Kennen auch Sie dieses Gefühl, sich findet in Berlin ein großer
nach Berlin klar, dass Jesus sagt: „Da- davor drücken zu wollen? Wenn man Ostereinsatz statt. Mehr
maris, lass dich einfach gebrauchen!“ nicht weiß, welche Worte man wählen Informationen dazu unter:
Gesagt, getan, gab ich Jesus die Tage soll. Jesus hat gesagt, dass er uns die
www.om.org/de/easteroutreach
in Berlin hin und bat ihn, mich bereit rechten Worte zur rechten Zeit in den
28 www.om.orgAK TUELLES
Das Erlebte
und Gott feiern
Am 23. Oktober fand das diesjährige
TeenStreet+ sein Ende mit TeenStreet
Celebrate. Anstatt eines zentralen Tref-
fens fand der Teenagerkongress im Au-
gust dezentral an 40 europäischen Orten
statt. Zum Abschluss traf sich die Teen-
Street-Gemeinschaft noch einmal, um das
Erlebte und Gott zu feiern. Anhand von
Khai und seine
Ehefrau
Hebräer 11 und 12 wurden die Teenager
herausgefordert, auf das zurückzublicken,
was Gott Gutes in ihrem Leben getan hat,
Unvollendete
und mutig in die Zukunft, mit den Augen
auf Jesus gerichtet, zu gehen.
TeenStreet 2022 findet vom 29. Juli bis
Träume
5. August in Offenburg statt.
Mehr Informationen dazu unter
www.teenstreet.life/de
Der Myanmare Khai wurde 2018 Direktor von OM in Myanmar. In den und auf beiliegendem Flyer.
folgenden Jahren veränderte er den Fokus der OM-Arbeit, indem er
Dutzende einheimische Jesus-Nachfolger ausbildete. Im Juli 2021 ver-
starb Khai nach einer Corona-Infektion und hinterließ neben seiner Frau
und drei kleinen Kindern einen wachsenden Dienst unter Menschen, die
noch nie etwas von Gottes Liebe gehört haben. Trotz des plötzlichen
Verlustes möchten das OM-Team und seine Partner das weiterführen,
was Khai begonnen hat.
Lesen Sie einen Nachruf auf Khais Leben unter
www.om.org/de/khai Kleingruppe bei TeenStreet
BUCHTIPP:
Perlen im Koran
Der Autor geht auf viele Koranstellen ein, die Personen oder Ge- Kurt Beutler,
schichten aus der Bibel aufgreifen. Dabei gibt er überraschende OM Books, Taschenbuch,
Einblicke zu einigen biblischen Personen. Einen größeren Teil wid- 136 Seiten, 6,95 €
met er Jesus, was der Koran über ihn schreibt und wer er wirk- www.om.org/de/shop
lich war. Dabei verknüpft und erläutert er die Perlen im Koran mit
Aussagen aus der Bibel und lässt schwierigen Themen nicht aus.
Es ist ein Buch, das Christen im Gespräch mit Muslimen hilft, An-
knüpfungspunkte zu finden, und das Muslimen die Augen für die
Bibel und Jesus öffnen will.
Eine Rezension von Tobias Kübler
OM GLOBAL Dezember 2021 / Januar / Februar 2022 29Sie können auch lesen