Guide 2021 - Pflege Kompass
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Inhalt
4 Vorwort
6 Überblick über die Pflegeausbildungen
8 Wer darf in der Pflege was?
12 Der ÖGKV
22 FAQs zum Thema Fortbildungspflicht
26 Ausbildung zur Intensiv- und Anästhesiepflege
32 Ausbildungsmöglichkeiten & Karrierechancen
48 Die Pflegeausbildung - Schulliste
IMPRESSUM
Medieninhaber und Herausgeber: BC Solutions GmbH / Business Unit PflegeKompass
Inhalt: Klara Veegh, Dr. Clarissa Thurnher, Waltraud Haas-Wippel, MA, Lydia Hasenbichler,
MSc MA, DGKP Annalena Unterwaditzer, BScN
Österreichisches Rotes Kreuz - Landesverband Steiermark, VAMED, Universitätsklinikum
AKH Wien, MINI MED, ÖGKV.
Redaktion: Klara Veegh. Grafik: grafikfabrik®. Lektorat: Klara Veegh. Bilder: Geriatrische
Gesundheitszentren Stadt Graz, Österreichisches Rotes Kreuz - Landesverband Steier-
mark, VAMED, Universitätsklinikum AKH Wien, MINI MED, ÖGKV, beigestellt.
HANDELSREGISTEREINTRAG
Firmenbuchnummer: FN 508493i. UID-Nummer: ATU 74265136.
Anschrift: Rauscherstrasse 27/6; 1200 Wien. E-Mail: info@pflege-kompass.at.
Der gesamte PflegeKompass Guide ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung
ohne Zustimmung des Herausgebers ist unzulässig. Für falsche Angaben wird keine Ha-
ftung übernommen. Für externe Verlinkungen ist ausschließlich der jeweilige Herausgeber
inhaltlich verantwortlich. Wir übernehmen keine Haftung.
3Vorwort
Liebe Besucher*innen!
Der PflegeKompass setzt Impulse an der Schnittstelle zwischen
Schule, Fachhochschule, Universität und Berufswelt. Schüler*in-
nen, Studierende, Absolvent*innen oder Quereinsteiger*innen
profitieren von einem umfassenden Serviceangebot. Unser enga-
giertes Team verfügt über hohe fachliche Kompetenz um direkte
Verbindungen zwischen dem Nachwuchs in Gesundheitsberufen
und dem Arbeitsmarkt herzustellen.
Wir runden unser Angebot neben der Plattform mit
zwei digitalen Karrieremessen im Jahr ab:
Den Messeteilnehmer*innen wird ein spannendes und informatives Pro-
gramm zu Karriereoptionen und -strategien für Pflegeberufe geboten:
Interessierte am Pflegeberuf und Pflegefachkräfte, die sich aus- und
weiterbilden wollen, werden mit Informationen rund um Karrieremög-
lichkeiten, Beruf, sowie Spezialisierungen versorgt. Expert*innen stellen
in Vorträgen und Roundtables Perspektiven für Ausbildung, Studium,
Weiterbildung und Berufsstart vor. Unsere Karrieremesse bieten Gele-
genheit, potenzielle Arbeitgeber*innen kennenzulernen und bereits ers-
te Kontakte an den Messeständen zu knüpfen. Nach Ablauf der Messe
sind sämtliche Vorträge und Informationsvideos on-demand in unserer
Mediathek weiterhin abrufbar.
Wir wünschen Ihnen einen spannenden Besuch und
viel Erfolg im Berufsleben!
Ihr PflegeKompass-Team
Termine 2021
Digital, österreichweit am 16. Juni 2021
Digital, österreichweit am 10. November 2021
4Vorwort
Sehr geehrte
Messeteilnehmer*innen,
Sie überlegen sich Ihre nächsten Karriereschritte in der Pflege zu
tun? Nur wenige Berufe bieten so viele verschiedene Möglichkei-
ten: Akutbereich, Langzeitpflege, mobile Pflege, Freiberufliche
Pflege, Intensivpflege und vieles mehr stehen im Laufe einer Pfle-
gekarriere zur Auswahl. Und noch immer sind neue Berufsbilder im
Entstehen. Die Community Nurse im Sinne einer wohnortnahen
Versorgung oder die School Nurse, als pflegerische Säule an den
österreichischen Schulen sollen in den nächsten Jahren implemen-
tiert werden. Diese bieten der Bevölkerung einen niedrigschwelli-
gen Zugang zu Gesundheitsvorsorge, Pflegeberatung sowie Erst-
und Routineversorgung in Akutfällen als auch in der pflegerischen
Versorgung chronisch kranker Kinder und Erwachsener.
Diese Vielfältigkeit des Pflegeberufs wird ergänzt durch eine Ar-
beitsplatzsicherheit, wie sie sonst kaum ein Beruf bietet. Der ÖGKV
(Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband) setzt
sich intensiv dafür ein, dass Praktika in der Pflege während der
Ausbildungszeit bezahlt werden. Weiters setzen wir uns dafür ein,
dass Spezialisierungen, welche mit einer Kompetenzerweiterung
einhergehen, künftig auf Masterniveau ausgebildet werden. Das
sichert die Qualität in der Versorgung der Bevölkerung und macht
die Ausbildungen anschlussfähig.
Ich wünsche Ihnen für Ihren künftigen Berufsweg viel Erfolg und
Freude! Vorerst erwartet Sie jedoch das ausgezeichnete und in-
teressante Programm der Pflegekompass-Messe, das einen um-
fassenden Blick über die angesprochenen Möglichkeiten, die es im
Rahmen einer Karriere in der Pflege gibt, bietet.
Ihre
Mag. Elisabeth Potzmann
Präsidentin des Österreichischen
Gesundheits- und Krankenpflegeverbands
5Überblick über die Pflegeausbildungen
Pflegeberufe:
Die Ausbildungsmöglichkeiten
Drei Qualifikationsstufen werden als Ausbildungsmöglichkeit für
Gesundheits- und Krankenpflege angeboten, wobei im Fokus die
Durchlässigkeit der Ausbildungswege steht.
Gehobener Dienst für Gesundheits- Pflegefachassistenz
und Krankenpflege
Bei der Berufsausbildung zur Pflegefach-
Die Ausbildungsdauer für Angehörige des assistenz werden innerhalb von zwei Jahren
gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Kompetenzen erlernt, welche es ermöglichen
Krankenpflege beträgt drei Jahre. Sie ist an Tätigkeiten des Pflegeprozesses zu überneh-
Fachhochschulen angesiedelt schließt mit men. Diese Ausbildungen werden an Schulen
dem Bachelor (FH) für Gesundheits- und für Gesundheits- und Krankenpflege angebo-
Krankenpflege ab. Dadurch sind weitere Spe- ten werden, wobei die ersten Lehrgänge in ei-
zialisierungen und akademische Qualifikatio- nigen Bundesländern 2017 begonnen haben.
nen möglich.
Ab dem Jahr 2024 wird die Berufsausbildung Pflegeassistenz
für den gehobenen Dienst für Gesundheits-
und Krankenpflege ausschließlich im hoch- An Schulen für Gesundheits- und Kranken-
schulischen Bereich angesiedelt sein. Darüber pfleger ist durch eine einjährige Ausbildung
hinaus laufen mit dem Jahr 2020 die speziel- die Qualifikation zur Pflegeassistenz zu er-
len Grundausbildungen in der Kinder- und werben. Das so erworbene Wissen wird für die
Jugendlichenpflege, sowie in der psychiatri- Basisversorgung in der Pflegepraxis einge-
schen Gesundheits- und Krankenpflege aus. setzt werden können.
Die Wissensinhalte dieser beiden speziellen
Grundausbildungen werden mit den Aus-
bildungsinhalten der Grundausbildung für
die allgemeine Gesundheits- und Kranken- SPEZIALISIERUNGEN
pflege zusammengeführt. Niveau 1 - vertiefend (30 ECTS)
Niveau 2 - befugniserweiternd (90 ECTS)
GESUNDHEITS- UND KRANKENPFLEGERIN (BSCN)
3 jähriges Bachelorstudium an Fachhochschulen
4.500 Stunden (180 ECTS)
PFLEGEFACHASSISTENZ (PFA)
2 jährige Ausbildung an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege
3.200 Stunden
PFLEGEFACHASSISTENZ (PA)
1 jährige Ausbildung an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege
1.600 Stunden
6Wer darf in der Pflege was?
Wer darf was?
GuKG-Novelle 2016
Mitwirkung in der medizinischen Diagnostik und Therapie
M
it der Novelle zum Gesundheits- und Welcher Pflegeberuf darf nun was
Krankenpflegegesetz ändern sich genau?
ab 1. September 2016 die medizini-
schen Kompetenzen für die Pflegeberufe. Da- Dieser Guide gibt eine Übersicht.
durch kommt es zu zum Teil erheblichen Kom- Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an
petenzerweiterungen. Ihre Interessenvertretung.
Das heißt aber nicht, dass die neuen Tätig- Die Tabelle stellt die berufsrechtlichen Be-
keiten ab sofort erbracht werden müssen. stimmungen nach dem GuKG vorbehaltlich
Dienstgeber können organisatorisch die be- organisatorischer Regelungen dar. Die Tätig-
rufsrechtlich vorgesehenen Kompetenzen keiten im Rahmen der Mitwirkung bei Diag-
einschränken. Generell darf eine neue Tätig- nostik und Therapie dürfen nur im Einzelfall
keit bzw. Kompetenz erst nach Erwerb der nach schriftlicher ärztlicher Anordnung von
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten der PA unter Aufsicht, von der PFA eigenver-
ausgeübt werden. Diese können beispielswei- antwortlich durchgeführt werden.
se durch Fortbildungen erworben werden.
VERABREICHUNG VON ARZNEIMITTEL PA1 PFA1 DGKP2
Verabreichung von Arzneimitteln lokal, transdermal,
gastrointestinal oder über Respirationstrakt (inkl. Dispensierung)
Verabreichung von subkutanen Injektionen - Insulin &
blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
Verabreichung Zytostatika und Kontrastmitteln
Vorbereitung und Verabreichung zB. von subkutanen,
intramuskulären und intravenösen Injektionen
Ab- und Anschluss laufender Infusionen bei liegendem
periphervenösen Gefäßzugang
Verabreichung von Vollblut und/oder Blutbestandteilen
Vorbereitung und Verabreichung von zB. subkutan, intravenös,
intraarteriell, intrathekal oder über Plexuskatheter zu applizierende
Infusionen (zB sc NaCl-Infusionen)
Durchführung von Mikro- und Einmalklistieren
Durchführung von Darmeinläufen und -spülungen
ABKÜRZUNGEN:
PA = Pflegeassistenz | PFA = Pflegefachassistenz | DGKP = Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger/
Diplomierte Gesundheits- & Krankenpflegerin.
1
Es handelt sich um eine taxative (abschließende) Aufzählung der Tätigkeiten.
2
Die Aufzählung der Tätigkeiten ist eine demonstrative (beispielhafte).
8Wer darf in der Pflege was?
ANDERE THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN PA1 PFA1 DGKP2
Durchführung medizinisch-therapeutischer Interventionen (z.B.
Anpassung von Insulin-, Schmerz- und Antikoagulantientherapie),
insbesondere nach Standard Operating Procedures (SOP)
Einfache Wärme-, Kälte- und Lichtanwendung
Anlegen von Mieder, Orthesen und elektrisch betriebenen
Bewegungsschienen bei vorgegebener Einstellung des
Bewegungsausmaßes
Absaugen oberer Atemwege sowie Tracheostoma in stabilen
Pflegesituationen
Absaugen aus den oberen Atemwegen sowie dem Tracheostoma
in allen Pflegesituationen
Vorbereitung, Assistenz und Nachsorge bei endoskopischen
Eingriffen
Durchführung einfacher Wundversorgung, einschließlich Anlegen
von Verbänden, Wickeln und Bandagen
Assistenztätigkeiten bei der chirurgischen Wundversorgung
Entfernen von Drainagen, Nähten und Wundverschlussklammern
sowie Anlegen und Wechsel von Verbänden und Bandagen
ZU- UND ABLEITENDE SYSTEME PA1 PFA1 DGKP2
Bedienung von zu- und ableitenden Systemen, wie Perfusoren,
Infusomaten, PCA (Schmerzpumpen), PDA (Periduralanästhesie)
oder Drainagen
Legen und Wechsel periphervenöser Verweilkanülen
Aufrechterhaltung der Durchgängigkeit und Entfernung des
periphervenösen Zugangs
Legen und Entfernen von transnasalen & transoralen Magensonden
Durchführung von Sondenernährung bei liegenden Magensonden
Setzen und Entfernen von transurethralen Kathetern bei Frauen,
außer bei Kindern
Setzen von transurethralen Kathetern zur Harnableitung,
Instillation und Spülung bei beiden Geschlechtern sowie
Restharnbestimmung
Restharnbestimmung mittels Einmalkatheter
Messung der Restharnmenge mittels nichtinvasiver
sonographischer Methoden einschließlich der Entscheidung zur
und Durchführung der Einmalkatheterisierung
Wechsel von suprapubischen Kathetern
Wechsel von perkutanen gastralen Austauschsystemen (zB.
Gastro Tube-Systeme, Button-Austauschsysteme)
Wechsel der Dialyselösung im Rahmen der Peritonealdialyse
9Wer darf in der Pflege was?
MITARBEIT IN DER MEDIZINISCHEN DIAGNOSTIK PA1 PFA1 DGKP2
Erhebung und Überwachung medizinischer Basisdaten (Puls,
RR, Atmung, Temperatur, Bewusstseinslage, Gewicht, Größe,
Ausscheidungen)
Durchführen standardisierter diagnostischer Programme (z.B. EKG,
EEG, BIA)
Durchführung patientennaher Blutgruppenüberprüfung mittels
Bedside-Test
Durchführen standardisierter Blut-, Harn- und
Stuhluntersuchungen
Blutentnahme aus der Kapillare im Rahmen der patientennahen
Labordiagnostik und Durchführung von Schnelltestverfahren
(Point-of-Care-Tests), wie zB Blutgasanalysen oder
Blutgerinnungswerte
Blutentnahme aus der Vene ausgenommen bei Kindern
Blutentnahme aus der Vene auch bei Kindern
Punktion und Blutentnahme aus den Kapillaren, dem
periphervenösen Gefäßsystem, der Arterie Radialis, und der Arterie
Dorsalis Pedis
Blutentnahme aus dem zentralvenösen Gefäßsystem bei
liegendem Gefäßzugang
GERÄTEUNTERSTÜTZTE ÜBERWACHUNG PA1 PFA1 DGKP2
Durchführung des Monitorings mit medizin-technischen
Überwachungsgeräten einschließlich Bedienung derselben
MITARBEIT IN DER MEDIZINISCHEN DIAGNOSTIK PA1 PFA1 DGKP2
Anleitung und Unterweisung von Patienten sowie Personen, denen
gemäß § 50a oder § 50b ÄrzteG 1998 einzelne ärztliche Tätigkeiten
übertragen wurden, nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung
Anmerkung zur beispielhaften Aufzählung von Tätigkeiten des gehobenen
Dienstes in der Gesundheits- und Krankenpflege:
Bei einer beispielhaften Aufzählung von Tä- die entsprechenden Kenntnisse und Fer-
tigkeiten ist eine Ausweitung des Tätigkeits- tigkeiten in der Ausbildung vermittelt wur-
bereichs um weitere Tätigkeiten denkbar, so- den oder durch Fortbildungen angeeignet
fern sie wurden und
vom jeweiligen Berufsbild umfasst sind, nicht unter den „Kernbereich“ des Berufs-
einen vergleichbaren Schwierigkeitsgrad bildes eines anderen Gesundheitsberufs
wie die beispielhaft angeführten Tätigkei- fallen.
ten aufweisen,
10Gesundheits- und Krankenpflege kann mehr.
Auf wissenschaftlicher Grundlage Patient*innen
zur Seite stehen.
Berufsbegleitende Akademische Lehrgänge Berufsbegleitende Masterlehrgänge
Höherqualifizieren, spezialisieren und aktiv Für Ihre Karriere in der Gesundheits
das Berufsfelds weiterentwickeln beratung, Pflegepädagogik oder im
> Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegemanagement
Praxismentoring > Advanced Nursing Counseling
> Primary Health Care Nursing > Advanced Nursing Education
> Public Health > Advanced Nursing Practice
www.fh-campuswien.ac.at/pflege
ANGEWANDTE PFLEGEWISSENSCHAFT
Foto: © FH Campus Wien/SchedlDer ÖGKV
Der ÖGKV
die berufspolitische Vertretung der Pflegeberufe in Österreich
Der ÖGKV vertritt die Interessen aller Pflegeprofessionen,
die laut Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ausgebildet sind.
Z
udem ist die zentrale Aufgabe des allen Settings. Er fördert die kontinuierliche
ÖGKV die Positionierung pflegerele- Entwicklung von Ausbildungs- und Bildungs-
vanter Gesundheitsthemen auf struk- angeboten sowie die Weiterentwicklung der
tureller und gesundheitspolitischer Ebene. Pflegewissenschaft in Österreich
Der Österreichische Gesundheits- und Kran- Die Öffentlichkeitsarbeit des ÖGKV hat das
kenpflegeverband (ÖGKV) intendiert daher Ziel, die Bedeutung der Profession Pflege der
aktiv den Meinungsbildungsprozess für die Gesellschaft zu verdeutlichen.
Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in
Kernthemen sind:
Interessensvertretung der Pflege Förderung der Pflegeforschung
in Gesellschaft und Politik Mitsprache bei der Gesetzgebung
Sicherung der Profession Pflege Durchsetzung zeitgemäßer
Weiterentwicklung der Pflege in Arbeitsbedingungen für Pflegende
Theorie und Praxis Honorierung von Pflegeleistungen
Qualitätssicherung pflegerischer
Leistungen
Historischer Rückblick reichs in das Deutsche Reich ergaben sich
weitreichende Änderungen für die beste-
Am 20. April 1933 wurde der „Verband der hende Verbandsstruktur. Das sogenannte
diplomierten Krankenpflegerinnen Öster- „weltliche Krankenpflegepersonal“ musste
reichs“, dem Vorläufer des heutigen „Öster- sich bei der am 20. Mai 1938 installierten
reichischen Gesundheits- und Krankenpfle- „Zentralkartei des deutschen Schwestern-
geverbands“ gegründet. Der Verband zeigte dienstes“ eintragen.
sich vom Beginn an bemüht, internationale 1948 konnte die Vereinigung der diplomier-
Beziehungen zu knüpfen, jedoch in erster ten Krankenschwestern und Krankenpfleger
Linie eine nationale berufliche Identität zu Österreichs wieder gegründet werden. Heu-
entwickeln und in der Folge zu festigen. Mit te besteht diese Vereinigung unter dem Titel
dem Einmarsch der deutschen Truppen am Österreichischer Gesundheits- und Kran-
12. März 1938 und der Eingliederung Öster- kenpflegeverband (ÖGKV).
12Der ÖGKV
Umsetzung Pflegepolitische Krankenpflege ab. Dadurch sind weitere
Eckpfeiler des ÖGKV Spezialisierungen und akademische Qua-
lifikationen möglich.
Reformen des Gesundheits- und Kranken- Ab dem Jahr 2024 wird die Berufsausbil-
pflegegesetzes (GuKG) dung für den gehobenen Dienst für Gesund-
heits- und Krankenpflege ausschließlich
Auf der pflegepolitischen Agenda stand das im hochschulischen Bereich durchgeführt
Thema Ausbildungsreform immer ganz oben. werden. Darüber hinaus laufen mit dem
Als große Herausforderung für den ÖGKV galt Jahr 2020 die speziellen Grundausbildun-
es, die Auswirkungen für die Versorgungs- gen in der Kinder- und Jugendlichenpflege
systeme, aber auch für die Gesundheits- und sowie in der psychiatrischen Gesundheits-
Krankenpflegepersonen mit einzubeziehen. und Krankenpflege aus. Die Wissensinhalte
Als daher im Jahr 2008 im Gesundheits- und dieser beiden speziellen Grundausbildun-
Krankenpflegegesetz die Option, die Ausbil- gen werden mit den Ausbildungsinhalten
dung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- der Grundausbildung für die allgemeine Ge-
und Krankenpflege auch einer Fachhochschu- sundheits- und Krankenpflege zusammen-
le absolvieren zu können ermöglicht wurde, geführt.
war ein erster wichtiger Schritt in Richtung
akademische Ausbildung getan. Jedoch galt Pflegefachassistenz
es noch viele Fragen in der Pflegepraxis zu be- Als zusätzliche Qualifikationsstufe gibt es
arbeiten. Offensichtlich war auch nicht ausrei- nun die Berufsausbildung zur Pflegefach-
chend klar, welches Level für welche Tätigkeit assistenz. Innerhalb von 2 Jahren werden
legitimiert. Daher entwickelte der ÖGKV-Lan- Kompetenzen erlernt, welche es ermög-
desverband Steiermark 2010 das Kompetenz- lichen Tätigkeiten des Pflegeprozesses zu
modell für Gesundheits- und Krankenpflege- übernehmen. Diese Ausbildungen werden
berufe. an Schulen für Gesundheits- und Kranken-
Dieses Papier bildete eine der wesentlichen pflege angeboten.
Grundlagen für die Novellierung des Gesund-
heits- und Krankenpflegegesetzes 2016. Fol- Pflegeassistenz
gende Punkte wurden im Rahmen dieser No- An Schulen für Gesundheits- und Kranken-
velle geändert: pfleger ist durch eine 1-jährige Ausbildung
die Qualifikation zur Pflegeassistenz zu
Berufsausbildung erwerben. Das so erworbene Wissen kann
für die Basisversorgung in der Pflegepraxis
Drei Qualifikationsstufen stehen nun als eingesetzt werden.
Ausbildungsmöglichkeit für Gesundheits-
und Krankenpflege zur Verfügung, wobei Kompetenzen
im Fokus die Durchlässigkeit der Ausbil-
dungswege steht. Eine weitere Änderung betrifft die Kompe-
tenzbereiche der Gesundheits- und Kran-
Gehobener Dienst für Gesundheits- und kenpflegeberufe. Pflegerische Kernkom-
Krankenpflege petenzen, Kompetenzen bei Notfällen, bei
Die Ausbildungsdauer für Angehörige medizinischer Diagnostik und Therapie so-
des gehobenen Dienstes für Gesund- wie im multiprofessionellen Team der Ge-
heits- und Krankenpflege beträgt nach sundheitsberufe und in den Spezialberei-
wie vor 3 Jahre, ist zunehmend an Fach- chen, wie etwa auf Intensivstationen, lösen
hochschulen angesiedelt und schließt mit die bis dato gebräuchliche Bezeichnung der
dem Bachelor (FH) für Gesundheits- und Tätigkeitsbereiche ab.
13Der ÖGKV
Gesundheitsberuferegister sionsversicherungsanstalt (PVA) wurde ein
Projekt entwickelt, welches Möglichkeiten
Mit einem Anteil von rund 65 Prozent Berufs- der Nutzung der Pflegeexpertise im Rahmen
angehörigen ist der Bereich der Gesundheits- von Begutachtungsverfahren zum Pflege-
und Krankenpflege der quantitativ größte geld prüfte. Die positiven Ergebnisse führten
Gesundheitsberuf. In den kommenden Jahren schlussendlich dazu, dass seit 1. Jänner 2012
wird der Bedarf an gut ausgebildeten Pfle- per Verordnung des Bundesministeriums
geberufen enorm ansteigen. Der gesetzlich für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz
verpflichtende Eintrag in das Gesundheits- (BMASK) Angehörige des gehobenen Dienstes
beruferegister ist eine Grundlage für geziel- für Gesundheits- und Krankenpflege bei Erhö-
te Angebots- und Bedarfsplanung am Sek- hungsanträgen zum Pflegegeld ab Pflegestu-
tor Pflegeberufe. Ebenso ist es wichtig, die fe 4 und seit Jänner 2014 ab Pflegestufe 3 im
Qualifikation und das bestehende Recht der extramuralen Bereich, mit der Erstellung von
Berufsausübung transparent zu machen. Als Gutachten beauftragt werden können. Seit
Mitglied im Gesundheits- Berufe-Register Jänner 2019 nehmen DGKP auch Pflegegeld-
-Beirat mit sechs Sitzen und Stimmberechti- einstufungen ab Stufe 1 vor. Diese Maßnahme
gung wird der Österreichische Gesundheits- ist ein höchst sinnvoller Schritt das Pflegegeld
und Krankenpflegeverband erstmals in einem bedarfsorientiert zuerkennen zu können.
Bundesgesetz namentlich abgebildet. Diese
Tatsache legitimiert den ÖGKV nun auch auf Primärversorgung
Bundesebene als freiwillige Interessensver-
tretung. Die Modernisierung der Primärversorgung
gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen der
Gutachterrolle des Gehobenen im Jahr 2013 durch die Bundesregierung be-
Dienstes für Gesundheits- und schlossenen Gesundheitsreform. Flankierend
Krankenpflege bei Antragstellung zur Allgemeinmedizin kann der gehobene
zum Pflegegeld Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege
im extramuralen Bereich einerseits medizi-
Derzeit beziehen in Österreich rund 460.000 nische Routinetätigkeiten wie sie laut § 15
pflegebedürftige Menschen Pflegegeld. Ein Gesundheits- und Krankenpflegegesetz defi-
siebenstufiges Modell soll, je nach Pflegebe- niert sind, übernehmen. Zudem ergeben sich
darf, eine individuelle Finanzierung des Pfle- in der Versorgung chronisch Kranker umfang-
geaufwandes sicherstellen. Der Gesetzgeber reiche Handlungsfelder für die Gesundheits-
sieht als Einstufungsgrundlage die Medizini- und Krankenpflege. Gemeinsam mit Exper-
sche Diagnose vor. Anträge auf Erhöhung des ten der anderen Gesundheitsberufe sowie
Pflegegeldes richten den Fokus jedoch eher mit Vertretern des Hauptverbandes der So-
auf den tatsächlichen Pflegeaufwand. Bis zialversicherungen erarbeitete der ÖGKV laut
zum Jahr 2012 lag diese Aufgabe allein in den Auftrag des Bundesministeriums für Gesund-
Händen von begutachtenden Ärztinnen und heit und Frauen im Jahr 2015 das Grundsatz-
Ärzten, welche keinerlei pflegerische Experti- papier zur Primärversorgung neu. Auf Basis
se aufzuweisen haben. Daher regte der ÖGKV dieser Unterlagen entstand das im Jahr 2017
eine Änderung der Begutachtungsverfahren durch den Nationalrat beschlossene Gesund-
mit Einbeziehung der Expertise der Gesund- heits- Reformumsetzungs- Gesetz, welches
heits- und Krankenpflege, insbesondere für Eckpunkte der Primärversorgung definiert.
hohe Pflegestufen, an. Gemeinsam mit dem Einer der Knackpunkte für die praktische Um-
Bundesministerium für Arbeit Soziales und setzung sind die fehlenden Honorarkatalo-
Konsumentenschutz (BMASK) sowie mit be- ge für Pflegeleistungen zur Abrechnung mit
gutachtenden Ärztinnen und Ärzten der Pen- den Krankenkassen. Auch die Möglichkeit der
14Der ÖGKV
selbständigen Berufsausübung für Angehöri- sundheits- und Krankenpflege mit aktuellen
ge des gehobenen Dienstes für Gesundheits- Themen, vordringlich des Gesundheits- und
und Krankenpflege im extramuralen Bereich Sozialwesens, der breiten Öffentlichkeit zu
in der Versorgungspraxis zu implementieren, verdeutlichen. Als markanteste Beispiele sind
scheint bei den Entscheidungsträgern noch die Bereiche Primärversorgung, Verordnungs-
wenig konkret angekommen zu sein. Für den ermächtigung für Medizinprodukte zur Um-
ÖGKV steht diese Thematik jedoch ganz oben setzung des Pflegeprozesses oder etwa die
auf seiner Agenda. zentrale Rolle der Pflegpersonen bei der Um-
Der Gesetzgeber sieht zwar im Gesundheits- setzung von Maßnahmen im Rahmen der Pa-
und Krankenpflegegesetz die Möglichkeit tientensicherheit deutlich zu machen.
der freiberuflichen Tätigkeit des gehobenen Seit 2012 bringt sich der ÖGKV mit seiner
Dienstes für Gesundheits- und Krankenpfle- Expertise im Plenum der Gesundheitsziele
ge vor, in der praktischen Umsetzung gibt es Österreich ein. Diese Themen finden sich in
dafür jedoch noch viele Hürden, wie bezug- den verschiedenen Politikfeldern wieder. Sie
nehmende Reform am Sektor ASVG (aus- zeigen aber auch das enorme Handlungs-
schreiben) zu überwinden. spektrum der Gesundheits- und Krankenpfle-
ge, das nicht ausschließlich für medizinische
Pflegepolitische Zukunft Routineversorgung bzw. auf Tätigkeiten im
Langzeitpflegebereich zu reduzieren ist.
Betrachtet man die berufspolitische Entwick- In den kommenden Jahren wird es für den
lung des Österreichischen Gesundheits- und großen Gesundheitsberuf Gesundheits- und
Krankenpflegeverbandes (ÖGKV), insbeson- Krankenpflege von enormer Bedeutung sein,
dere in den vergangenen zehn Jahren, so seine berufspolitische Identität weiter zu ent-
zeigt sich ein enormer Wandel in seiner akti- wickeln, sich zu positionieren und sich perma-
ven Beteiligung an gesundheits- und gesell- nent aktiv, über das pflegerische Handeln hi-
schaftspolitischen Themen. Standen in den naus, an den Veränderungen der Gesellschaft
ersten Jahren Punkte der Professionalisie- zu beteiligen. Es muss jede einzelne Gesund-
rung der Pflegeberufe insgesamt im Vorder- heits- und Krankenpflegeperson erkennen,
grund, so gewinnt die Pflegepolitische Rolle dass durch die aktive Beteiligung des ÖGKV
des Verbandes zunehmend an Bedeutung. Weiterentwicklung und nachhaltige Veranke-
Sichtbar wird diese Ausrichtung immer dann, rung der Profession Pflege auf allen Ebenen
wenn es gilt die Handlungsfelder der Ge- umgesetzt werden.
Die ÖGKV Leitsätze:
Der österreichische Gesundheits- und Kranken- Der österreichische Gesundheits- und Kranken-
pflegeverband (ÖGKV) besteht seit 1933 und ist pflegeverband anerkennt und fördert Bildung,
ein unabhängiger berufspolitischer Verein. Er Forschung und Lehre unter Beachtung und Ver-
vertritt alle im österreichischen Gesundheits- knüpfung von praktischem Erfahrungswissen
und Krankenpflegegesetz anerkannten Pflege- und (evidenzbasierter) Wissenschaft.
berufe und Personen. Der österreichische Gesundheits- und Kranken-
Der österreichische Gesundheits- und Kranken- pflegeverband steuert in offener Diskussion
pflegeverband achtet auf stabile Qualität, auf In- zukunftsorientierte Themen durch Gesund-
novation und auf eine positive Weiterentwicklung heits- und Bewusstseinsbildung innerhalb der
der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe. Berufsgruppe und in der Gesellschaft.
15ÖGKV PFP®
ÖGKV PFP®
Die Pflegefortbildungspunkte des Österreichischen Gesundheits-
und Krankenpflegeverbandes.
D
ie gesetzlich verankerte Pflicht zur Die ÖGKV PFP® (ÖGKV Pflegefortbildungs-
Fortbildung im Bereich der Gesund- punkte) sind als Wortmarke anerkannt und im
heits- und Krankenpflege sichert dem Markenregister eingetragen. Fortbildungsver-
österreichischen Gesundheitssystem eine anstaltungen, auf denen ÖGKV PFP® ausge-
qualitativ hochwertige und umfassende Pfle- wiesen sind, sind demnach qualitätsgesichert
geversorgung. Angehörige des gehobenen und hinsichtlich ihrer Pflegerelevanz geprüft.
Dienstes für Gesundheits- und Krankenpfle- 2 ÖGKV PFP® entsprechen 1 Stunde Theorie.
ge, sowie Angehörige der Pflegeassistenzbe- Daraus folgt laut Gesundheits- und Kranken-
rufe sind dazu verpflichtet sich regelmäßig pflegegesetz, dass für 60 Fortbildungsstun-
fortzubilden, um bei der Ausübung ihres Be- den im Gehobenen Dienst 120 ÖGKV PFP®
rufes auf dem aktuellen Stand der fachlichen bzw. für 40 Fortbildungsstunden für die As-
Entwicklungen zu sein, die erworbenen Kom- sistenzberufe 80 ÖGKV PFP® in 5 Jahren zu
petenzen zu bewahren und zu vertiefen. erwerben sind.
Es gibt 3 Arten der Beantragung:
1. Einzelanträge zur Anerkennung von ÖGKV PFP® für Teilnehmer/-innen
Gesundheits- und Krankenpflegeper- studium von Fachliteratur (mit Prüfung)
sonen können für absolvierte Bildungs- eingereicht werden.
maßnahmen ÖGKV PFP® beantragen. Im Zuge der Ausrollung des Pilotprojekts
Dadurch kann ein qualitätsgesicherter ÖGKV PFP® wird für die Anerkennung von
Fortbildungsnachweis (z.B. bei Wechsel ÖGKV PFP® für erbrachte Fortbildungs-
des Dienstgebers) gewährleistet werden. leistungen von Mitgliedern des ÖGKV keine
Neben Fort- und Weiterbildungen, sowie Bearbeitungsgebühr eingehoben. Nicht-
Kongressen etc. können E-Learning, Publi- mitgliedern wir eine Bearbeitungsgebühr
kationen, Vortragstätigkeiten und Selbst- verrechnet.
16ÖGKV PFP®
2. Anträge zur Vergabe von ÖGKV PFP® an Veranstalter/-innen
Veranstalter/-innen können für bevorste- Qualitätsgesicherte Prüfungsprozesse
hende pflegerelevante Kongresse, Sympo- kostenlose Verlinkung auf der ÖGKV Web-
sien, Tagungen, Fort- und Weiterbildungen, site: www.oegkv.at/headermenu/links/
Seminare, E-Learning Angebote ÖGKV PFP® ÖGKV Logoplatzierung auf den Unterla-
beantragen. gen und Teilnahmebestätigungen - nach
Die Bearbeitung dauert bis zu 10 Werktage. Druckfreigabe des ÖGKV
Möglichkeit, die Veranstaltung in den
Folgende Vorteile entstehen Ihnen als Fort-
Medien des ÖGKV kostenpflichtig zu be-
bildungsanbieter/-in:
werben
Auszug aus den Kriterien zur Vergabe von Fortbildungsveranstaltungen werden
ÖGKV PFP® nach aktuellen Erkenntnissen und be-
legtem Wissensstand gestaltet.
ÖGKV PFP® für Inhalte orientieren sich an der Pflege-
ein Fortbildungsprogramm praxis, den Kompetenzen, den Bedürf-
eine E-Learning-Fortbildung nissen der Pflegepersonen und an den
ein E-Learning-Selbststudium Erfordernissen gemäß GuKG.
eine berufliche Weiterbildung Produktwerbung erfolgt im Rahmen
einer Fortbildung nur geringfügig und
Folgende Kriterien fließen bei einer Vergabe wird im Programm ausgewiesen.
von ÖGKV PFP® ein: Vortragende in den Fortbildungsveran-
staltungen sind Expertinnen und Exper-
Kriterien zu den Fortbildungszielen: ten, bezogen auf die zu vermittelnden
Die Fortbildungsinhalte erweitern die Inhalte.
fachspezifische, kommunikative und/ Es erfolgt eine Qualitätssicherung durch
oder soziale Kompetenz der Teilnehme- Evaluierung der Fortbildung und daraus
rinnen und Teilnehmer. resultierenden nachvollziehbaren Ent-
Liegt ein Abschluss mit einer Evaluati- wicklungsmaßnahmen.
onsleistung vor (z.B. problemzentriertes
Abschlussgespräch, Präsentation, Ab- Kriterien der Rahmenbedingungen:
gabe von Seminararbeiten ohne beglei- Die Unterrichtsräumlichkeiten entspre-
tende Prüfung)? Wenn ja, wird 1 ÖGKV chen in Größe und Ausstattung dem
PFP® zusätzlich vergeben. Stand aktueller Pädagogik und Technik
Liegt ein Abschluss mit einer Prüfung (EDV, Projektoren, Internet u.ä.) sowie den
(schriftlich oder mündlich) vor? Wenn Ansprüchen der Erwachsenenbildung
ja, werden 2 ÖGKV PFP® zusätzlich ver- Die Teilnehmer erhalten aktuelle Unter-
geben. lagen zu den Inhalten (in Papierform
Die Programmentwicklung, Programm- und/oder elektronisch)
durchführung und Programmevaluie- Für die Fernlehre ist ebenfalls auf Soft-
rung erfolgt durch fachlich ausgebilde- ware, Lernplattformen, Videosoftware
tes Personal. etc. zurückzugreifen, die auf dem aktu-
ellen Stand von Technik und Wissen sind
17ÖGKV PFP®
Das Programm muss beinhalten: Die Teilnahmebestätigung muss
die Zielgruppe beinhalten:
Inhalte, Lernergebnisse und Ziele Name der teilnehmenden Person
Form der Wissensvermittlung: Seminar, Titel der Fortbildungsveranstaltung
Vortrag, Möglichkeit der Interaktion zwi- Datum, Ort der Durchführung der Fort-
schen Vortragenden und Teilnehmenden bildungsveranstaltung
Genaue Adresse und Erreichbarkeit des Veranstalter
Veranstaltungsortes Stempel der durchführenden Organi-
Datum, Uhrzeit und Dauer sation
Kosten und eventuelle Nebenkosten Platzhalter für die Anzahl der ÖGKV
(z.B. Material) PFP®
Rücktritts- und Stornobedingungen Unterschrift der für die Fortbildungs-
gegebenenfalls Hinweis auf Produkt- veranstaltung verantwortlichen Person
werbung
3. Zertifizierung für Veranstalter/-innen
Nach einem Prüfungsprozess wird ein ßen gegen die Qualitätsrichtlinien behält
Qualitätsnachweis in Form eines Zertifi- sich der ÖGKV vor, vergebene ÖGKV PFP®
kates ausgehändigt, der für 3 Jahre gül- zu beanstanden.
tig ist. In dieser Zeit können die Träger für Die Bearbeitung dauert bis zu 20 Werktage.
ihre Fortbildungsmaßnahme selbständig Welche Unterlagen Voraussetzung für die
ÖGKV PFP® nach den „Kriterien zur Verga- Antragstellung sind, entnehmen Sie bitte
be von ÖGKV PFP®“ vergeben. Bei Verstö- dem Antragsformular ÖGKV Zertifizierung.
Die Vorteile einer Zertifizierung sind: Auszug aus den Kriterien der Zertifizierung:
Qualitätsgesicherte Prüfungsprozesse Bewerbungsschreiben
Qualitätsnachweis durch Aushändigen ei- Kurze Vorstellung des Unternehmens/
nes Zertifikates der Organisation und des Fortbildungs-
Aufnahme in die ÖGKV Liste der zertifizier- programms
ten Fortbildungsanbieter Beschreibung der Qualifikationen sei-
Gültigkeit des ÖGKV Zertifikates für 3 Jah- ner/ihrer Vortragenden
re - in dieser Zeit sind keine Einzelanträge Begründung warum das ÖGKV PFP®-
mehr notwendig Zertifikat beantragt wird.
Die Antragstellung erfolgt ausschließlich in Kriterien zu den Fortbildungszielen:
schriftlicher Form, anhand der vorgegebenen Die Fortbildungsinhalte erweitern die
Antragsformulare an das ÖGKV Fachsekreta- fachspezifische, kommunikative und/
riat. Bitte übermitteln Sie uns diesbezüglich oder soziale Kompetenz der Teilnehme-
das erforderliche Antragsformular mit den im rinnen und Teilnehmer
jeweiligen Formular angeführten und einzu- Die Programmentwicklung, Programm-
reichenden Unterlagen an: fachsekretariat@ durchführung und Programmevaluie-
oegkv.at rung erfolgt durch fachlich ausgebilde-
tes Personal
18Punktgenau
für die Pflege
Foto: © Adobe Stock/Looker_Studio
Wenn Sie dieses Logo sehen,
PFP®
Österreichischer
Gesundheits- und
Krankenpflegeverband
ist eine Veranstaltung mit den ÖGKV-Pflegefortbildungspunkten
ausgewiesen. Damit ist sie pflegerelevant, qualitätsgesichert
und entspricht der gesetzlichen Pflicht zur Fortbildung.
Zu finden im Fortbildungsangebot des ÖGKV-Fördervereins,
von ÖGKV-Landesverbänden und zertifizierten
Organisationen.
www.oegkv-fv.atÖGKV PFP®
Fortbildungsveranstaltungen werden Das Programm muss beinhalten:
nach aktuellen Erkenntnissen und be- die Zielgruppe
legtem Wissensstand gestaltet Inhalte, Lernergebnisse und Ziele
Inhalte orientieren sich an der Pflege- Form der Wissensvermittlung: Seminar,
praxis, den Kompetenzen, den Bedürf- Vortrag, Möglichkeit der Interaktion zwi-
nissen der Pflegepersonen und an den schen Vortragenden und Teilnehmenden
Erfordernissen gemäß GuKG Genaue Adresse und Erreichbarkeit des
Eventuelle Produktwerbung erfolgt im Veranstaltungsortes
Rahmen einer Fortbildung nur gering- Datum, Uhrzeit und Dauer
fügig und wird gegebenenfalls im Pro- Kosten und eventuelle Nebenkosten
gramm ausgewiesen (z.B. Material)
Vortragende in den Fortbildungsveran- Rücktritts- und Stornobedingungen
staltungen sind Expertinnen und Exper- gegebenenfalls Hinweis auf Produkt-
ten, bezogen auf die zu vermittelnden werbung
Inhalte
Es erfolgt eine Qualitätssicherung durch Die Teilnahmebestätigung muss
Evaluierung der Fortbildung und daraus beinhalten:
resultierenden nachvollziehbaren Ent- Name der teilnehmenden Person
wicklungsmaßnahmen Titel der Fortbildungsveranstaltung
Datum, Ort der Durchführung der Fort-
Kriterien der Rahmenbedingungen: bildungsveranstaltung
Die Unterrichtsräumlichkeiten entspre- Veranstalter
chen in Größe und Ausstattung dem Stempel der durchführenden Organi-
Stand aktueller Pädagogik und Technik sation
(EDV, Projektoren, Internet u.ä.), sowie den Platzhalter für die Anzahl der ÖGKV
Ansprüchen der Erwachsenenbildung PFP® und des ÖGKV Logos
Die Teilnehmer erhalten Unterlagen zu Unterschrift der, für die Fortbildungs-
den Inhalten (in Papierform und/oder veranstaltung verantwortlichen, Person
elektronisch)
Für die Fernlehre ist ebenfalls auf Soft- Nachvollziehbarkeit der Punktevergabe:
ware, Lernplattformen, Videosoftware Das Nachvollziehen der vergebenen ÖGKV
etc. zurückzugreifen, die auf dem aktu- PFP® erfolgt durch das im Jahresbericht
ellen Stand der Technik sind übermittelte Programm mit der Übersicht
der vergebenen ÖGKV PFP®.
Pilotprojekt und Qualitätssicherung
Die Ausrollung der ÖGKV PFP® ist ein Pilotprojekt mit einer Dauer von einem Jahr und beginnt
im 2. Quartal 2019. In diesem Jahr werden Erfahrungen gesammelt, um das Instrument und
dessen Anwendung in einem Evaluationsprozess zu adaptieren. Eine nachvollziehbare Do-
kumentation wird durchgeführt. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt nach dem Vier-Augen-
Prinzip. Das ÖGKV Bundessekretariat überprüft die formalen Kriterien und Inhalte. Es erfolgt
zusätzlich eine Durchsicht durch die ÖGKV Akademie für Gesundheitsberufe des Landesver-
bandes Steiermark. Ebenso wird ein Beirat zur Qualitätssicherung bestellt.
20KITTSEE - OBERPULLENDORF -
OBERWART - GÜSSING
IHRE ZUKUNFT IM PFLEGEBEREICH
Als größter burgenländischer Arbeitgeber im Gesundheitswesen suchen wir Per-
sönlichkeiten, die sich mit Kompetenz, Menschlichkeit und Freude unserem sinn-
stiftenden Auftrag der Gesundheitsversorgung anschließen. Die KRAGES betreibt
drei Standardkrankenhäuser in Güssing, Oberpullendorf und Kittsee, ein Schwer-
punktkrankenhaus in Oberwart sowie eine Schule für Gesundheits- und Kranken-
pflege.
WERDEN SIE TEIL UNSERES TEAMS ALS:
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (w/m/d)
Pflegefachassistenz (w/m/d)
Pflegeassistenz (w/m/d)
UNSER ANGEBOT:
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Zukunftsbranche Gesundheit
Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der KRAGES
Vielseitiges Angebot an interessanten, abwechslungsreichen und
herausfordernden Aufgaben
Strukturierte Einarbeitung und Einführungsveranstaltungen
Nähere Informationen zu offenen Stellen und Ausbildungs-
möglichkeiten finden Sie unter
www.krages.atFAQs zum Thema Fortbildungspflicht
FAQs zum Thema
Fortbildungspflicht
Wo ist die Fortbildungspflicht für die Berufe
der Gesundheits- und Krankenpflege geregelt?
D
er Zusammenhang fundierter Berufs- sentieller Punkt zur Qualitätssicherung von
ausbildung sowie Fort- und Weiter- Pflegeleistungen.
bildung mit qualitativ hochwertiger Das GuKG (Gesundheits- und Krankenpflege-
pflegerische Leistungserbringung ist durch gesetz) §63 regelt die Fortbildungspflicht für
viele Studien belegt. Darüber hinaus ist der den gehobenen Dienst der Gesundheits- und
kontinuierlichen Wissenserwerb wichtig um Krankenpflege mit 60 Stunden Fortbildung,
den Anforderungen der immer komplexer die innerhalb von 5 Jahren zu absolvieren sind.
werdenden Aufgaben informiert begegnen §104c GuKG (Gesundheits- und Kranken-
zu können. pflegegesetz) legt die Fortbildungspflicht
Diese Fakten veranlassten den Gesetzgeber der Pflegeassistenzberufe mit 40 Stunden in
zu einer weiteren Reform am Sektor Fortbil- 5 Jahren für Pflegefachassistenten/-innen
dungsverpflichtung. Die Erfüllung der jewei- und Pflegeassistenten/-innen fest.
ligen Fortbildungsverpflichtung ist ein es-
Wozu gibt es eine Fortbildungspflicht?
Die gesetzlich verankerte Pflicht zur Fort- tenz, Notfallkompetenz, Kompetenzen bei
bildung im Bereich der Gesundheits- und medizinischer Diagnostik und Therapie,
Krankenpflege sichert dem österreichischen Kompetenz zur Weiterverordnung von
Gesundheitssystem eine qualitativ hoch- Medizinprodukten, Kompetenzen im mul-
wertige und umfassende Pflegeversorgung. tiprofessionellen Versorgungsteam Spe-
Angehörige des gehobenen Dienstes für Ge- zialisierungen. In den §§ 83 und 83a GuKG
sundheits- und Krankenpflege, sowie Ange- (Gesundheits- und Krankenpflegegesetz)
hörige der Pflegeassistenzberufe sind dazu finden sich die äquivalenten Regelungen
verpflichtet sich regelmäßig fortzubilden, für die Pflegassistenzberufe.
um bei der Ausübung ihres Berufes auf dem Eine fundierte (tertiäre) Grundausbildung in
aktuellen Stand der fachlichen Entwicklun- Gesundheits- und Krankenpflege ist die Basis
gen zu sein, die erworbenen Kompetenzen zu für das umfangreiche Wissen, dass notwen-
bewahren und zu vertiefen. dig ist, um die im Gesetz beschriebenen Kom-
§13 des GuKG (Gesundheits- und Kranken- petenzen umsetzen zu können.
pflegegesetz) legt die zentrale Stellung Regelmäßige Fortbildungen sind unerlässlich,
des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und auch verpflichtend, um dem ständigen
und Krankenpflege im österreichischen Wandel und der notwendigen Vertiefung in
Gesundheitswesen fest: Kernkompe- einzelne Bereiche der Pflege gerecht zu wer-
22FAQs zum Thema Fortbildungspflicht
den. Dabei ist zu beachten, dass es hier nicht ten Fortbildungen dem Anspruch der Vertie-
um eine rein quantitative Erfüllung gehen fung und Erweiterung der Kompetenzen ge-
darf, sondern auch die Qualität der besuch- recht werden sollte.
Fortbildungspflicht - wie wird die Erfüllung überprüft?
Die Erfüllung der Fortbildungspflicht nach Erkenntnisse und Erfahrungen zu informie-
§63 GuKG (Gesundheits- und Krankenpflege- ren, um danach handeln zu können, nachzu-
gesetz) wird momentan (noch) nicht zentral, kommen. Organisations- und dienstrechtli-
etwa im Zuge der Registrierung beziehungs- che Regelungen sowie Dienstverträge können
weise der Re-registrierung im Gesundheits- eine Überprüfung der Fortbildungspflicht
beruferegister, überprüft. Prinzipiell liegt es in durch den Dienstgeber vorgeben. Auch eine
der Verantwortung jeder einzelnen Pflegeper- höhere und/oder konkretisierte Fortbildungs-
son, der Verpflichtung sich bei der Ausübung verpflichtung kann im Dienstvertrag normiert
ihres Berufes laufend über den jeweiligen werden.
Stand der fachlichen und wissenschaftlichen
Mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen, wenn die
Fortbildungsverpflichtung nicht erfüllt wird?
Ein potentieller Dienstgeber kann die Er- strafrechtlich zur Folge, dass erhöhte Sorg-
füllung verlangen. Sollten die Fortbildungs- faltspflichten und Haftungsregelungen an-
stunden nicht nachgewiesen werden können, gewendet werden. Dienstrechtlich kann dies
kann das der Grund für eine Nichtanstellung zu Konsequenzen führen, da der Dienstgeber
sein. Es entsteht durch die Nichterfüllung die regelmäßige Fortbildung des Gesund-
zwar kein Verwaltungsstrafbestand, aber die heitspersonals sicherzustellen hat.
Verletzung der Berufspflichten hat zivil- und
Welche Fortbildungen werden angerechnet?
Im Gesetzestext des GuKG (Gesundheits- tenzen dient. Daraus folgt, dass zur Erfüllung
und Krankenpflegegesetz) sind keine nähe- der Fortbildungspflicht sowohl Veranstal-
ren Vorschriften über die Art und Form von tungen mit Präsenz (Kongresse, Tagungen,
Fortbildungen festgelegt worden. Entschei- Seminare, interne Fortbildungen) als auch
dend ist, dass die Fortbildung berufsspe- technisch gestützte Unterrichtsformen ab-
zifisch relevant ist und der Vertiefung der in solviert werden können.
der Grundausbildung erworbenen Kompe-
23FAQs zum Thema Fortbildungspflicht
Bedeutet eine Berufsunterbrechung auch
eine Unterbrechung der Fortbildungspflicht?
Im GuKG (Gesundheits- und Krankenpflege- erhöhten Fortbildungsbedarf auszugehen. Es
gesetz) gibt es bezüglich der Fortbildungs- liegt in der Eigenverantwortung der/des Be-
pflicht keine Regelung über die Einrechnung rufsangehörigen seiner/ihrer Fortbildungs-
allfälliger Karenzzeiten, sodass prinzipiell von pflicht nachzukommen. Dienstgeber können
einer kontinuierlichen Fortbildungspflicht - allerdings die Modalitäten der Erfüllung der
auch bei Berufsunterbrechung - auszuge- Fortbildungspflicht vertraglich festlegen und
hen ist. Natürlich ist nach einer jahrelangen so zum Beispiel auch das Procedere im Fall
Unterbrechung von einem dementsprechend einer Karenz festlegen.
Wird die Fortbildungspflicht nur in Stunden gemessen
oder gibt es auch ein Punktesystem?
Die Fortbildungspflicht ist im GuKG (Gesund- und im Markenregister eingetragen. Fort-
heits- und Krankenpflegegesetz) in Stunden bildungsveranstaltungen, auf denen ÖGKV
angegeben und auch gemessen. PFP® ausgewiesen sind, sind demnach quali-
Damit es künftig außerhalb des konventio- tätsgesichert und hinsichtlich ihrer Pflege-
nellen Fortbildungsangebotes möglich ist relevanz geprüft. 2 ÖGKV PFP® entsprechen
Leistungen wie bspw. Prüfungsaufwand, 1 Stunde Theorie. Daraus folgt laut Gesund-
Evaluierungsleistungen, das Bearbeiten und heits- und Krankenpflegegesetz, dass für 60
Studieren von Fachliteratur, Distance-Lear- Fortbildungsstunden im Gehobenen Dienst
ning, E-Learning etc. in das Fortbildungspro- 120 ÖGKV PFP® bzw. für 40 Fortbildungsstun-
gramm aufzunehmen, müssen aus Sicht des den für die Assistenzberufe 80 ÖGKV PFP® in
Österreichischen Gesundheits- und Kranken- 5 Jahren zu erwerben sind.
pflegeverbandes (ÖGKV) Möglichkeiten ge- Ein sogenanntes Punktekonto gibt es leider
schaffen werden diese vor dem Hintergrund noch nicht, das Sammeln der Punkte bezie-
eines definierten Zeitrahmens zu bewerten. hungsweise der Stunden ist und bleibt vorerst
Es wurde daher ein differenzierteres Punkte- auch in der Selbstverantwortung jeder einzel-
system für solche Leistungen vom ÖGKV er- nen Pflegeperson.
arbeitet: Die ÖGKV PFP® (ÖGKV Pflegefortbil-
dungspunkte) sind als Wortmarke anerkannt
24WO
weiter.bilden
weiter.entwickeln
MENSCHLICH-
KEIT KARRIERE
MACHT
e - I n f o event
Onlin
Kosten
f r e ies
e n t p flege
nfoev
bit.ly/i
www.uniforlife.at
Universitätskurs „Pflege bei
psychiatrischen Erkrankungen“
weiter.lernen Die Bedeutung der unter-
schiedlichen Therapieformen und die pro-
weiter.informieren
fessionelle Bewältigung von psychosozialen
Krisensituationen sind ebenso Inhalt des
2 Semester,
Universitätskurses wie Berufsethik und die berufsbegleitend
eigene Stress- bzw. Burnoutprophylaxe.
Am Weg zum/zur Pflegeexperten/in 20 ECTS
in der Psychiatrie stehen Pflegequalität,
PatientInnenzufriedenheit und Berufs- EUR 2.400,–
zufriedenheit der Pflegenden im Fokus.
Universitätszertifikat
In Zusammen-
Starttermin:
arbeit mit:
18. Oktober 2021
Online Infoevent
1. Juli 2021, 17.00 UhrAusbildung zur Intensiv- und Anästhesiepflege
Ausbildung zur Intensiv-
und Anästhesiepflege
in Österreich
F
ür Angehörige des gehobenen Dienstes geeignete Interventionen. Darüber hinaus er-
für Gesundheits- und Krankenpflege, fordert der korrekte Einsatz von komplexen,
welche eine berufliche Weiterentwi- medizinischen Geräten ein hohes technisches
ckelung anstreben, stehen vielfältige Mög- Verständnis. Als Expert*in für Intensivpflege
lichkeiten bereit. Hierbei gibt es vier unter- fungieren Sie zudem als wichtiges Bindeglied
schiedlichen Schwerpunkte, welche je nach zwischen Ärzt*innen, Patient*innen und deren
persönlichem Interesse und Eignung gewählt Angehörigen. Dabei kommt den sozial-kom-
werden können. Dazu zählen Management, munikativen Kompetenzen, sowie den Selbst-
Pädagogik, Wissenschaft und Forschung so- kompetenzen im Hinblick auf die Betreuung
wie fachspezifischen Weiterentwicklungen von Angehörigen in Belastungssituationen,
wie die hier vorgestellten Spezialisierungen ein besonderer Stellenwert zu. Zu den klassi-
der Intensiv- und Anästhesiepflege. schen Arbeitsbereichen zählen Intensiv- und
Als Expert*in für Intensivpflege begleiten, Überwachungsstationen. Dort stellen Sie Ihre
betreuen und pflegen Sie Patient*innen al- pflegerische und technische Expertise im
ler Altersstufen, die aufgrund einer schwer- multidisziplinären Team unter Beweis.
wiegenden Erkrankung, nach einem Unfall Als Expert*in für Anästhesiepflege beob-
oder im Rahmen einer umfangreichen Ope- achten, betreuen, überwachen und pfle-
ration intensivmedizinisch behandelt wer- gen Sie Patient*innen aller Altersstufen vor,
den müssen. Die pflegerische und medizini- während und nach der Narkose im Anästhe-
sche Versorgung innerhalb der Intensivpflege sie- und Aufwachbereich sowie auf Intensiv-
wird aufgrund des medizinisch-technischen überwachungseinheiten. Laut § 20 Abs. 4 des
Fortschritts und des demografischen Wan- Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes,
dels, welcher durch eine Zunahme von chro- zählen zudem die Mitwirkung an Reanimation
nischen Krankheitsbildern und Multimorbi- und Schocktherapie, die Mitwirkung an sämt-
dität gekennzeichnet ist, immer komplexer lichen Anästhesieverfahren sowie die Mitwir-
(Blanck-Köster et al., 2018). Zu den allgemei- kung an der Überwachung und Funktionsauf-
nen pflegerischen Tätigkeiten zählen etwa rechterhaltung der apparativen Ausstattung
die Körperpflege, Mobilisation und Positionie- wie z.B. Monitoring, Beatmung, Katheter und
rung sowie die engmaschige Überwachung dazugehörige Infusionssysteme, zu den Auf-
der Vitalparameter, sodass bei einer Verän- gabenfeldern der Anästhesiepflege (Weiss &
derung bzw. Verschlechterung rasch interve- Lust, 2017). Für diese speziellen Tätigkeiten
niert werden kann. Zur speziellen Pflege von im eigen- und mitverantwortlichen Kompe-
Intensivpatient*innen zählen exemplarisch tenzbereich ist fundiertes Wissen und hohes
die Pflege und Versorgung des endotrachea- technisches Verständnis im Spezialbereich
len Tubus und die Überwachung der invasiven notwendig. Aufgrund der steigenden Kom-
bzw. nichtinvasiven Beatmung. Eine Intensiv- plexität von chirurgischen Eingriffen sowie
pflegekraft steuert die Dosierung von Medi- der Ausweitung von operativen Möglichkei-
kamenten, nach ärztlich vorgegebenen Gren- ten und extremen Lebensalter, welches nach
zen, führt Blutgasanalysen durch und setzt oben gleichwohl wie unten zunimmt, steigen
26Ausbildung zur Intensiv- und Anästhesiepflege
die pflegerischen und medizinischen Anfor- weilige Spezialisierung beginnen müssen. Die
derungen an qualifiziertes Anästhesiepfleg- Berufsjahre kumulieren bei einem Wechsel in-
personal (Wuschke, 2019). nerhalb der gleichen Bereiche. Wenn Sie z.B.
nach 3 Jahren Intensiverfahrung den Dienst-
Spezialisierung im Anästhesie- und geber wechseln und erneut im Intensivbe-
Intensivbereich reich tätig sind, so müssen Sie nach 2 Jahren
mit der Ausbildung beginnen.
Durch die Sonderausbildung werden Anäs- Die Sonderausbildungen im Anästhesie- und
thesie- und Intensivpflegende mit Kompe- Intensivbereich sind in eine Basis- und eine
tenzen ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, Zusatzausbildung gegliedert. Die Basisaus-
den aktuellen Anforderungen für Spezialauf- bildung richtet sich an Teilnehmer*innen aus
gaben im Anästhesie- bzw. Intensivbereich den Bereichen der Anästhesie-, Intensiv-,
zu entsprechen. Zudem wird der Umgang mit Kinderintensivpflege und Pflege bei Nierener-
wissenschaftlichen Forschungsergebnis- satztherapie. Die Zusatzausbildung wird für
sen im Versorgungsalltag erlernt und damit die jeweiligen Bereiche gesondert angeboten.
die Fähigkeit, eine praxisorientierte und evi-
denzbasierte Pflegepraxis in dem sich wan- Ausbildungsstätten für
delnden Gesundheitssystem zu gestalten. Spezialisierungen im Intensiv-
In Österreich finden die Ausbildungen in den und Anästhesiebereich
Spezialisierungen Anästhesie- und Intensiv-
pflege vereinzelt an Gesundheits- und Kran- Die Ausbildungen in Österreich werden der-
kenpflegeschulen, jedoch überwiegend in zeit im Sekundarbereich als auch im tertiären
Kooperation an Fachhochschulen bzw. Uni- Bereich angeboten und variieren je nach Aus-
versitäten statt. bildungseinrichtung sowohl inhaltlich als auch
Der Benefit für Studierende welche einen im Umfang ( siehe Abbildung 1: Seite 26).
akademischen Lehrgang absolvieren, ist der Die gesetzlich vorgegebenen Mindeststun-
Abschluss der Ausbildung mit ECTS Punkten, den der theoretischen und praktischen Aus-
die im Bologna Prozess festgehalten wurden. bildung der jeweiligen Spezialisierung, sind in
Dieses System der Vergabe von ECTS Punkten der Gesundheits- und Krankenpflege Spe-
erleichtert es ein weiterführendes Studium zialaufgaben-Verordnung (GuK-SV) fest-
zu absolvieren. Als Bologna-Prozess wird eine gehalten. Zudem sind die verpflichtenden
auf europaweite Vereinheitlichung von Studi- Unterrichtsfächer des pflegerischen und me-
engängen und -abschlüssen sowie auf inter- dizinisch-wissenschaftlichen Sachgebiets in
nationale Mobilität der Studierenden zielende der GUK-SV enthalten. Zur Qualitätssiche-
transnationale Hochschulreform bezeich- rung werden die Inhalte der Ausbildungen
net, die auf die Schaffung eines einheitlichen mit den Lehrgangsleitungen sämtlicher Aus-
Europäischen Hochschulraums gerichtet ist. bildungsstätten österreichweit abgestimmt
Der Begriff geht auf eine im Jahr 1999 von 29 und weiterentwickelt.
europäischen Bildungsministern im italieni-
schen Bologna unterzeichnete, politisch-pro- Zugangsvoraussetzungen
grammatische Erklärung zurück.
In Österreich gilt eine im Gesundheits- und Für die Aufnahme in die jeweilige Sonder-
Krankenpflegegesetz verankerte, vorgegebe- ausbildung ist die Berufsberechtigung im
ne 5-Jahres-Frist für alle Pflegenden, welche gehobenen Dienst für Gesundheits- und
in den Spezialbereichen tätig sind. Das heißt, Krankenpflege nachzuweisen. In manchen
dass Sie nach Beginn Ihrer Tätigkeit im Anäs- Ausbildungsstätten wird die persönliche Eig-
thesie- bzw. Intensivbereich, spätestens aber nung im Vorfeld anhand eines Aufnahme-
nach 5 Jahren mit der Ausbildung für die je- tests geprüft.
27Sie können auch lesen