Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag! - Portrait: Gabriele Heyne - In Seidnitz daheim, in Laubegast zuhause - Volkssolidarität Dresden
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04/2020
Das Magazin der Volkssolidarität Dresden
Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag!
Portrait: Gabriele Heyne - In Seidnitz daheim, in Laubegast zuhause
Extra: Die Technischen Sammlungen bringen die Spitzenforschung
in die Gesellschaft
Vorschau: Weihnachten in den BegegnungsstättenNachgefragt: Wer hat an der TU Dresden studiert?
Für ein Projekt sucht die Volkssolidarität Dresden Mitglieder, die an der Technischen Universität Dresden
studiert haben. Wenn Sie Interesse an einer spannenden Aufgabe haben, melden Sie sich bitte bei Frau Julia
Staiger unter staiger@volkssoli-dresden.de oder 0351/50 10 170.
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Liebe Leserinnen
und Leser,
Inhalt bevor ich mich an diese Zeilen gesetzt
habe, wurde mir beim Durchblättern
2 30 Jahre Stadtverband der bisherigen Lebensbilder noch-
mals besonders bewusst, wie krass
3 Scholtysseks VS-Geschichte(n) unsere Vorstellungen vom Begehen
unseres 75-jährigen Bestehens der
4 Keine Angst vor Volkssolidarität und des 30-jähri-
Forschung und Technik gen Weges als Verein von der heuti-
gen Realität abweichen. Durch die
7 Notfalldosen anhaltende Pandemie ist noch im-
mer viel Einsicht von jedem gefordert,
8 Picknick im Aprikosengarten und wir sehen, dass nicht alle Men-
schen diese Einsicht aufbringen. Das ist
zwar teils verständlich, resultiert einfach aus Unbedachtheit, Sorglosigkeit
9 Gemeinsamkeit und
Lebensfreude trotz Corona
oder Unbeschwertheit. Leider gibt es aber auch viel zu oft erschreckende
Ignoranz. Solches Verhalten ist unsolidarisch und unvernünftig. Es trifft
zunächst die gesundheitlich Schwächsten, am Ende aber uns alle.
10 In Seidnitz daheim - in
Laubegast zuhause Was wir nach wie vor brauchen, das ist Geduld und vor allem Solidarität
untereinander, Verantwortung für das Ganze. Das ruft mir die Werte ins
Bewusstsein, die in unserem Leitbild formuliert sind: Demokratie, Mensch-
11 Herbstfest der
lichkeit, Toleranz, Solidarität, Zuverlässigkeit und Gemeinnützigkeit. Bei
Alltagsbegleiter in Leipzig
allen Kontaktbeschränkungen ist uns das Miteinander – Füreinander das
Wichtigste. Es ist unser Handlungsmotto. Es ist aber zugleich unsere zen-
12 21. Delegiertenversammlung
trale Botschaft als Verein, die wir in die Gesellschaft senden. Wenn wir
auch auf bunte Feiern und glänzende Veranstaltungen weiter verzichten
14 Neue Seniorenbeauftragte müssen, so sollte doch jeder in seinem persönlichen Umfeld für diese
Haltung werben.
15 Mobilitätswoche in Dresden
Unsere für dieses Jahr geplanten zentralen Veranstaltungen müssen wir
nun leider alle absagen. Das betrifft die festliche Veranstaltung am 26.11.
16 Portraits, Häuser und
ebenso wie unsere Arbeitsberatungen mit den Mitgliedergruppenvertre-
Fiktionen
tern im größeren Kreis. Das stimmt mich traurig. Wir werden versuchen
Einiges im neuen Jahr nachzuholen, sobald es die Umstände ermöglichen.
19 Generationenkooperation mit
dem Gymnasium Bühlau Zugleich möchte ich mich herzlich bei unseren Mitarbeitern bedanken, die
mit wichtigen sozialen Leistungen entscheidend dazu beitragen, dass die
20 Mensch und Maschine Auswirkungen der Pandemie überhaupt bewältigt werden können.
Ich wünsche Ihnen allen stabile Gesundheit!
22 Weihnachten in den BGS
23 Informationen
24 Leistungen und Ihr Dr. Rainer Kempe
Einrichtungen der Vorsitzender Volkssolidarität Dresden e. V.
Volkssolidarität Dresden2 Lebensbilder 04 / 2020
30 Jahre Stadtverband
Wie es zur Gründung des Dresdner Vereins am 17. November 1990 kam
Am 1. Juli tritt die Wirtschafts-, Wäh- Delegierten sicher. Jetzt muss sich die Volkssolidarität
rungs- und Sozialunion in Kraft, die Dresden mit dem durch die Wieder-
die D-Mark als alleiniges Zahlungsmit- In seinem Referat erinnert Werner vereinigung eingeführten, nach Dr. Ul-
tel einführt und alle Löhne, Gehälter, Schnuppe an den humanistischen rich Schneider „in vielen Punkten
Renten und Sparguthaben in einem Grundgedanken der Volkssolidarität überhaupt nicht optimalen westdeut-
festgesetzten Verhältnis umstellt. Am und ihre historischen Wurzeln aus der schen Finanzierungssystem“ ausein-
frühen Morgen des 23. August 1990 Wintersnot 1945. Im Rückblick sagt ander setzen. Im Nachhinein hat sich
beschließt die Volkskammer den der Gründungsvorsitzende: „Es ging vor allem die angesprochene, „ehren-
bedingungslosen Beitritt der DDR zur 1990 nicht um den Erhalt einer Insti- amtliche Struktur“ und als besonde-
Bundesrepublik. Als Termin wird der tution als Selbstzweck. Wir wurden res Merkmal die Verankerung der Mit-
3. Oktober 1990 festgesetzt, der heu- gebraucht. Wenn wir die Arbeit einge- glieder in den Wohngebietsgruppen
tige „Tag der Deutschen Einheit“. Al- stellt hätten, wäre es in diesen Wo- als Vorteil erwiesen, denn sie hat dem
les ist in Bewegung gekommen. chen vielen Menschen schlechter ge- Dresdner Wohlfahrtsverband den nö-
gangen“. tigen langen Atem in der Umbruchzeit
Nachdem sich der Bundesverband verschafft.
der Volkssolidarität am 26./27. Mai Der Verein selbst sieht sich vor allem
1990 als Verein neu gegründet hat, als Selbsthilfeorganisation und be- Dass die Volkssolidarität wider alle
reorganisiert sich auch der Stadtver- kennt sich zur Mitgliedschaft im Bun- Erwartungen erhalten bleibt – als ein-
band Dresden als erster Verein in desverband und dem Sächsischen zige frühere DDR-Massenorganisati-
Sachsen. Am 17. November 1990 Landesverband der Volkssolidarität. on – hat mit dem 17. November 1990
kommen in der Maternistraße 17 In der angenommenen Satzung heißt zu tun und dem Willen der Mitglieder
nahe dem Freiberger Platz 198 Dele- es im §2, Absatz 1: „Die Volkssolidari- des neuen Vereins Volkssolidarität,
gierte zusammen, um den Verein tät Stadtverband Dresden e.V. ver- im jetzt vereinten Deutschland selbst
„Volkssolidarität Stadtverband Dres- folgt ausschließlich und unmittelbar Verantwortung zu übernehmen.
den e.V.“ zu gründen. Im „Haus der gemeinnützige, mildtätige und soziale
Kultur und Bildung“ in der Materni- Wohlfahrtszwecke“. Und weiter: Aus: „Geschichte der Volkssolidari-
straße – zu DDR-Zeiten Bezirkspartei- „Zweck der Volkssolidarität e.V. ist tät Dresden 1990-2010.
schule der SED, heute das Theater die: a) Förderung der Altenhilfe in den Zwischen Tradition und Zukunft“,
„Wechselbad“* – zeigen die Gäste Wohngebieten, b) die Unterstützung S. 17 ff.
ihre Delegiertenkarte am Einlass. hilfsbedürftiger Personen, c) die Be-
Ohne Delegiertenkarte geht es nicht, treuung pflegebedürftiger Men-
sie weist die Mitglieder als autorisier- schen“. Er wird erreicht durch „die
te Vertreter ihrer Mitgliedergruppe Anregung durch Hilfe zur Selbsthilfe
aus. Offizielle Gäste aus der Stadtver- in allen Bereichen des Lebens“, wie
ordnetenversammlung, den Parteien, im letzten Anstrich unter Absatz 3 der
der Presse, aus anderen Wohlfahrts- Satzung geschrieben steht.
verbänden wie Diakonie, Caritas,
DRK, AWO, Behindertenverband sind Auch diese Vereinsgründung ist eine
der Einladung gefolgt. Übung in der Basisdemokratie: Zum
ersten Mal beschließen die Dresdner
„Edel sei der Mensch, hilfreich und Mitglieder ihre eigene Satzung, mit
gut“, zitiert Werner Schnuppe als Ver- einer Gegenstimme. Zum ersten Mal
sammlungsleiter den bekannten Goe- wählen sie einen eigenen Vorstand,
the-Satz. Die Stimmung ist von Opti- der aus 15 Mitgliedern besteht.
mismus getragen. Auch auf die vielen „Nicht Auflösung – Reorganisation!“
ungeklärten Fragen werden sich Ant- titelt die „Sächsische Zeitung“ am 20.
worten finden, sind sich die meisten November 1990.
* Anmerkung der Redaktion: Seit dem Betreiberwechsel 2014 nennt sich das Theater „Boulevardtheater Dresden“.Lebensbilder 04 / 2020 3
Scholtysseks VS-Geschichte(n)
Geschichten, Kuriositäten und Interessantes
Jürgen Scholtyssek öffnet sein privates Archiv
Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag, Volkssolidarität!
Unsere VS hat ein gutes Alter er- me wurden geschaffen, Kinderland- den-Meißen und im Landeskirchen-
reicht. Sie hat viele Stürme überlebt verschickung und die ersten Weih- archiv der Evangelisch-Lutherischen
und ist aus dem Leben vieler Men- nachtsfeiern wurden organisiert. Die Landeskirche Sachsen über die Mit-
schen nicht mehr wegzudenken. VS stellte für 500 000 Kinder in arbeit der Kirchen in der VS von
Meine Geschichten haben sich im- Sachsen die Schulspeisung sicher. 1945 bis 1952 gelesen. So gibt es
mer auf die Anfangsperiode der VS In den Ferien konnten sich die Kin- ein Hirtenwort des Bischofs von Mei-
beschränkt. Hierzu durfte ich re- der in den schönsten Gegenden er- ßen, das dazu aufrief, „die tatkräfti-
cherchieren und habe dabei viel holen. Viele Maßnahmen wurden gen Bemühungen der Landesaus-
Neues und Interessantes entdeckt. durch Spenden bezahlt. chüsse der VS um die Beseitigung
Natürlich war 1945 bis 1952 eine der größten Notstände zu unterstüt-
andere Zeit und die VS war in der so- Auch die internationale Solidarität zen”. Außerdem rief der Bischof
wjetischen Besatzungszone (SBZ) war immer ein Thema in der VS. Von dazu auf, die Geldlotterie der VS tat-
und in der DDR eine Volksbewe- 1950 bis 1958 wurden in Dresden kräftig zu unterstützen. Andere Do-
gung. Hier waren viele Kräfte vereint und Radebeul über 1000 Kinder aus kumente weisen auf die gemeinsa-
in dem Willen, alles zu tun für die Griechenland von der VS betreut. men Anstrengungen zur Linderung
Menschen, die schwer unter den Dazu entstand in Radebeul die Anla- der größten Not unseres Volkes hin,
Folgen des Krieges leiden mussten. ge „Freies Griechenland” mit 17 wobei die Kirchen in dieser Zeit aktiv
Unvorstellbares Leid und große Not Wohnhäusern, einem Kulturhaus, ei- an der Seite der demokratischen
herrschte und alle Menschen guten nem Krankenhaus und anderen Ein- Kräfte standen.
Willens waren sich einig: Wenn es richtungen. Die Jugendlichen erhiel-
besser werden sollte, müssen alle ten eine berufliche Ausbildung und Beim Studium der Anfangsjahre der
gemeinsam anpacken. Die Aus- konnten studieren. Während des Ko- Geschichte der VS lassen sich trotz
schüsse der VS in den Dörfern und reakrieges 1950 bis 1953 wurden der veränderten Situationen viele
Städten, den Ländern und in der ge- von der VS über 200 Kinder in Mo- Vergleiche zu heute ziehen. Viel-
samten SBZ leiteten das soziale Le- ritzburg betreut. leicht lohnt es sich, darüber nachzu-
ben. Hier arbeiteten Vertreter aller denken.
Parteien, der Organisationen und Aber nicht nur Kindern wurde eine
Kirchen sowie der Verwaltungen der neue Heimat gegeben. In Bautzen
einzelnen Ebenen gemeinsam um betreute die VS das „Haus der inter-
nationalen Solidarität”. Über 200 Mit dieser Ausgabe endet die
die größte Not zu lindern. „Unsere
NATO-Soldaten waren bis 1961 in Reihe „Scholtysseks VS-Ge-
Not ist überhaupt kaum vorstellbar.
die SBZ bzw. DDR geflohen. Teilwei- schichte(n)“. Vielen Dank, Herr
Es fehlt an allen Dingen des tägli-
se blieben sie, teilweise gingen sie Scholtyssek!
chen Bedarfs. Viele Menschen besit-
zen nichts mehr. Sie haben keinen zurück in ihre Heimatländer. Die VS
Hausrat und ungenügende Beklei- wurde dafür vom Bundesnachrich-
dung. Millionen Umsiedler brauchen tendienst beobachtet, wie ich in ei-
eine neue Heimat.” (Arbeitstagung nem Verzeichnis im Bundesarchiv
der VS 10/1945) sehen konnte. Lesen konnte ich die
Berichte nicht.
Eines der Hauptanliegen der VS war
die Betreuung der Kinder. Kinderhei- Mit großem Interesse habe ich im Di-
özesan-Archiv des Bistums Dres-4 Lebensbilder 04 / 2020
KEINE ANGST VOR FORSCHUNG UND TECHNIK
Seit 12. September 2020 zeigen die Technischen Sammlungen Spitzenforschung aus Dresden und machen
diese auch für Senioren leicht erfahrbar
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Exzellenzcluster der TU Dresden ct.qmat – Komplexität und Topologie in Quanten-
materialien, dem Leibniz- Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung und dem Barkhausen Institut sowie DRESDEN-
concept und der Landeshauptstadt Dresden
Exzellenzcluster, Hightech, Spit- Das SCHAUFENSTER DER FOR- peraturen, hohem Druck oder
zenforschung: Dresden zählt zu SCHUNG startet mit dem Dres- starken Magnetfeldern überra-
den wichtigsten Standorten wis- den-Würzburger Exzellenzcluster schende Phänomene aufweisen.
senschaftlicher Forschung in ct.qmat – Komplexität und Topolo- Diese Quantenmaterialien könn-
Deutschland. Mit dem SCHAU-
FENSTER DER FORSCHUNG eröff-
nen die Technischen Sammlungen
eine neuen Ausstellungs- und Ver-
anstaltungsreihe, die über aktuelle
Forschungsprojekte an Dresdner
Instituten, über Ziele, Methoden
und Ergebnisse der Forschung und
über Innovationen aus Dresden in-
formiert und zum Gespräch ein-
lädt. Gemeinsam mit den Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaft-
lern wurden dafür interaktive Ex-
ponate entwickelt und gebaut.
Wissenschaft und Forschung sind
in der Öffentlichkeit so präsent
wie seit Langem nicht. Immer
mehr Menschen wollen wissen, an Frustrierte Magnete - kein Idealzustand // Foto: Museen der Stadt Dresden/ Philipp W. L. Günther
welchen wissenschaftlichen The-
men gearbeitet wird und wie die gie in Quantenmaterialien sowie ten zum Beispiel die Basis für me-
Forschungsergebnisse ihr Leben dem Barkhausen Institut. In enger gaschnelle Quantenchips sein, die
verändern können. „Deshalb ist es Abstimmung mit den Instituten kaum Energie verbrauchen und
gerade in der Wissenschaftsstadt sind kubusförmige Portale ent- über gigantische Speicherkapazi-
Dresden wichtig, dass die For- standen, die zum Entdecken, Er- täten verfügen – wenn es gelingt,
schung in die Gesellschaft geht forschen und Verstehen einladen. ihre besonderen Eigenschaften
und über ihre Arbeit informiert. Präsentationsflächen und interak- auch unter Alltagsbedingungen
Mit dem SCHAUFENSTER DER tive Exponate bieten einen um- nutzbar zu machen.
FORSCHUNG bauen wir gemein- fangreichen Einblick in die For-
sam mit Dresdner Instituten ein schungsarbeit. Speziell für die Ausstellung im
neues Bildungsangebot und eine SCHAUFENSTER haben die Wis-
Dialogplattform auf und laden un- Das Exzellenzcluster ct.qmat - senschaftlerinnen und Wissen-
sere Besucherinnen und Besucher Komplexität und Topologie in schaftler sieben interaktive Expo-
ein, aktuelle Forschung zu erleben Quantenmaterialien untersucht nate vom haarigen Donut bis zum
und zu diskutieren“, so der Direk- in Dresdner und Würzburger Hoch- frustrierten Magneten entworfen,
tor der Technischen Sammlungen leistungslaboren neue Quanten- mit denen sich die geheimnisvolle
Roland Schwarz. materialien, die unter extremen Quantenwelt spielerisch ent-
Bedingungen wie ultratiefen Tem- schlüsseln lässt.Lebensbilder 04 / 2020 5
„Für das SCHAUFENSTER DER nehmen, analysieren und eigen- auch Dialogveranstaltungen mit
FORSCHUNG haben wir unsere ständig darauf reagieren. Die Prä- dem Namen "sciencedates" (dt.
hochkomplexe Wissenschaft in sentation im SCHAUFENSTER Verabredung mit einem Wissen-
Mitmach-Formate übersetzt, die stellt zahlreiche Anwendungen schaftler) im SCHAUFENSTER. An
mindestens genauso viel Spaß ma- des Internets der Dinge vor und jeweils einem Samstag im Monat
chen wie unsere Forschung. Das fordert zum Airhockeyspiel gegen können interessierte Bürgerinnen
war ein spannender Prozess, in einen Roboter heraus. und Bürger eine halbe Stunde Ge-
dem wir viel gelernt haben. Wir sprächszeit mit einer Wissen-
freuen uns, mit der Ausstellung „Das SCHAUFENSTER DER FOR- schaftlerin oder einem Wissen-
eine Tür zu unserer Welt zu öffnen SCHUNG ist ein hervorragendes schaftler des Barkhausen Instituts
und mit allen Interessierten ins Beispiel für die Zusammenarbeit im SCHAUFENSTER buchen. Die
Gespräch zu kommen. Begleitend von Kultur und Wissenschaft im nächsten Termine sind am 30.1.
haben wir ein Online-Angebot ge- Rahmen der Allianz DRESDEN- und 27.2.2021.
startet, das wir nach und nach concept. Wir geben der Öffentlich-
weiter ausbauen“, so Prof. Matthi- keit mit der Ausstellung und dem 2021 folgen Dialogveranstaltun-
as Vojta von der TU Dresden, Begleitprogramm die Möglichkeit, gen in Kooperation mit dem Exzel-
Sprecher des Excellenzclusters Einblicke in unsere Forschung und lenzcluster ct.qmat zu den Ge-
ct.qmat. deren künftige Auswirkung auf die heimnissen und Potentialen der
Quantenmaterialien. Die Veran-
staltungen in Kooperation mit dem
Barkhausen Institut werden unter-
stützt durch das Amt für Wirt-
schaftsförderung der Landes-
hauptstadt Dresden.
Eine mit der Ausstellung verbun-
dene besondere Gelegenheit war-
tet nun auf Sie: Die Technischen
Sammlungen bieten in Kooperati-
on mit dem Barkhausen Institut
eine Sonderführung durch die
Ausstellung an. Die Termine sind
am 16.12.2020 und 20.01.2021
jeweils 14 Uhr. Pro Termin sind
maximal 15 Personen zugelassen,
melden Sie sich also bitte zeitnah
bei staiger@volkssoli-dresden.de
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Airhockey mit einem Roboter // Foto: Museen der Stadt Dresden/ Philipp W. L. Günther
ct.qmat
Im Barkhausen Institut arbeiten Gesellschaft zu bekommen. Denn Das Exzellenzcluster ct.qmat –
Wissenschaftlerinnen und Wissen- nur wenn die Bevölkerung Vertrau- Komplexität und Topologie in Quan-
schaftler an Software, Prozesso- en in die neuen technologischen tenmaterialien ist der führende
ren und Übertragungswegen, die Möglichkeiten gewinnt, kann die deutsche Forschungsverbund auf
das schnelle Internet der Dinge Digitalisierung erfolgreich verlau- dem Gebiet der topologischen
zuverlässiger und vertrauenswür- fen“, äußert sich der wissen- Quantenmaterialien. Das Ziel der
diger machen sollen. Dabei geht schaftliche Leiter des Barkhausen Einrichtung ist die Entwicklung ei-
es um Sicherheit und nicht zuletzt Instituts Prof. Dr. Gerhard Fett- nes tiefgreifenden Verständnisses
um den Schutz der Privatsphäre, weis. von Quantenphänomenen im All-
wenn Roboter, Fahrzeuge und gemeinen und die Identifizierung
Haushaltsgeräte künftig autonom Fragen stellen, ins Gespräch kom- von Materialien, in denen solche
über das Internet kommunizieren, men, unmittelbar und auf Augen- Phänomene beobachtbar sind.
Informationen aus der Umwelt auf- höhe – seit Oktober 2020 laufen6 Lebensbilder 04 / 2020
Barkhausen Institut triebssystemen und Übertra-
Das Barkhausen Institut ist ein gungswegen, die das schnelle In-
2017 gegründetes, unabhängiges ternet of Things (Internet der Din-
Forschungsinstitut in Dresden. Die ge) zuverlässiger und sicherer ma-
Forscherinnen und Forscher des chen sollen. Technische Sammlungen Dres-
Instituts arbeiten an Software, Be- den - Museum für Wissenschaft
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werden auf den Social Media Ka-
nälen (Facebook, Instagram) der
Technischen Sammlungen Dres-
den unter #TSDialog veröffent-
licht.
Das Internet der Dinge // Foto: Museen der Stadt Dresden/ Philipp W. L. Günther
Seniorenkino: Kurzfilmtag 2020
Wie schon vergangenes Jahr zeigt die Ausgestrahlt wird das fertige Pro-
Volkssolidarität Dresden auch 2020 gramm „Seniorenkino“ von den Be-
ein vielseitiges Kurzfilmprogramm für gegnungsstätten Klotzsche*, Laube-
Senioren anlässlich des kürzesten Ta- gast* und Gruna* (Fidelio). Bitte infor-
ges des Jahres, den 21. Dezember. mieren Sie sich vorab über genaue
Zeiten und coronabedingte Ein-
Das Programm richtet sich an die Ge- schränkungen.
neration 65+ und wurde wie 2019 im
Begegnungs- und Beratungszentrum Eine Voraufführung des Programms
am Nürnberger Ei kuratiert. Hier wähl- findet am Mittwoch, den 16. Dezem-
ten Senioren aus 25 Kurzfilmen ihre ber 2020 um 10 Uhr im BBZ Nürnber-
acht Lieblinge zwischen einer und 17 ger Ei statt.
Minuten für ein insgesamt 65-minüti-
ges Programm aus. * gefördert durch das Sozialamt der Stadt DresdenLebensbilder 04 / 2020 7
Notfalldosen – eine einfache Idee, die Leben
retten kann
Immer mehr Menschen haben zu schranktür entnommen werden und Sie erhalten die Notfalldose, das Not-
Hause einen Notfall- und Impfpass, ei- es sind sofort wichtige und notfallrele- fall-Infoblatt, zugehörige Aufkleber für
nen Medikamentenplan, eine Patien- vante Informationen verfügbar. die Kühlschranktür sowie weitere In-
tenverfügung usw. Für Retter ist es im formationen unter anderem im Be-
Notfall meist sehr schwierig heraus- Denn: Nicht jedem gelingt es in einer gegnungs- und Beratungszentrum
zufinden, wo diese Daten in der Woh- Notfallsituation Angaben zum Ge- Trachenberge. Sie können das Materi-
nung aufbewahrt werden. sundheitszustand und anderen wich- al aber auch in Ihrer Apotheke kaufen
tigen Details zu machen. Auch kann oder bestellen. Weitere Informationen
Die Lösung kann ab jetzt im Kühl- es sein, dass in einer solchen Stress- und einen Online-Shop finden Sie un-
schrank stehen. Ihre Notfalldaten Situation ein wichtiges Detail verges- ter www.notfalldose.de.
kommen in die Notfalldose und wer- sen wird zu beschreiben - einmal ganz
den in die KühlschrankTÜR gestellt. abgesehen von Ohnmacht oder Be-
Nun haben sie einen festen Ort und wusstlosigkeit.
können in jedem Haushalt einheitlich
und einfach gefunden werden. Die Informationen in der Notfalldose
sind auch eine große Hilfe für Angehö-
Sind die Retter bei Ihnen eingetroffen rige, Freunde und Bekannte. Auch sie
und sehen auf der Innenseite Ihrer stehen in einer Notfallsituation unter
Wohnungstür und dem Kühlschrank Stress und reagieren mitunter ganz
den Aufkleber „Notfalldose“, so kann unterschiedlich. Zur schnellen Übermittlung lebensnotwendiger
diese umgehend aus Ihrer Kühl- Patienteninformationen an den Notdienst gibt es
jetzt eine neue Idee: Die Notfalldose
Ein Rad, wenn man es braucht
Mit Bus und Bahn fast am Ziel ange- Vorgängersystem sz-bike. Abokun- chung. Das Rad muss dann nach spä-
kommen? Ein Teil der Stadt möchte den der DVB (Monatskarten oder Job- testens 30 Minuten korrekt auf den
auf dem Fahrrad erkundet werden? ticket) können ein MOBIbike einfach blauen Rückgabestraßen oder an ei-
MOBIbike ist genau das Richtige, um durch das etwa fünf-sekündige Aufle- nem MOBIpunkt wieder abgestellt
flexibel und individuell unterwegs zu gen ihrer Abokarte oder des Jobti- und das Schloss zugedrückt werden.
sein. Seit 17. August 2020 gibt es in ckets auf dem hinteren Schutzblech DVB-Abokunden und Studierende ra-
Dresden MOBIbike, das Fahrradver- für 30 Minuten freischalten – und das deln zudem günstiger.
leihsystem der Dresdner Verkehrsbe- mehrmals am Tag, ohne Registrie-
triebe AG (DVB) und der Leipziger Fir- rung, ohne App und ohne Vorbu- MOBIbike ist übrigens nicht nur für
ma nextbike. Die 1.000 MOBIbikes er- Dresdner und Pendler ein spannen-
gänzen die Fahrt mit Bahn und Bus des Angebot. Auch für Besucher bie-
und sind so Bestandteil der öffentli- tet MOBIbike eine attraktive Möglich-
chen und umweltfreundlichen Mobili- keit, Dresden und seine historische
tät in Dresden. Altstadt mit dem Fahrrad zu erkun-
den. Auf einen Account/Abonnenten
Das neue System MOBIbike ist deut- kann man vier Räder gleichzeitig aus-
lich besser in den öffentlichen Nah- leihen. Perfekt für Besuch!
verkehr Dresdens integriert als sein8 Lebensbilder 04 / 2020
Picknick im Aprikosengarten
Mit Vortrag von Herrn Brendler, Malertreff sowie Schreibwerkstatt
Das Begegnungs- und Beratungszen-
trum (BBZ) Trachenberge der Volksso-
lidarität Dresden e.V. veranstaltete
am 16. September 2020 einen ge-
führten Stadtteilspaziergang mit Pick-
nick.
Die Sehnsucht der Senioren nach ge-
meinsamen Unternehmungen fand
damit eine Umsetzung. Trotz hoher
Temperaturen und Mobilitätsein-
schränkungen machten sich Besu-
cher des Begegnungs- und Bera-
tungszentrums sowie weitere Men-
schen aus dem Stadtteil auf den Weg.
Am BBZ (Trachenberger Straße 6) Die Leiterin des Malzirkels Fr. Antypkina fängt die Stille des Gartens mit dem Zeichenblock ein
starteten 16 der insgesamt 30 Teil-
nehmer. Der Stadtteilchronist, Herr
Brendler, lud an historisch interessan-
ten Orten zum Verweilen ein und be-
reicherte die Gruppe mit Informatio-
nen und Geschichten zum Leben im
Stadtteil Pieschen früher und heute.
Beim gemeinsamen Erinnern wurden
Fragen beantwortet und vergangene
Erfahrungen lebendig.
Ziel des Spaziergangs war der „Apri-
kosengarten“, ein Mehrgenerationen-
projekt im Stadtteil. Dies ist ein Ort
gelebter Nachbarschaft für Jung und
Alt. Beim gemeinsamen Gärtnern Frau S. (rechts im Bild) lässt sich von der wild-romantischen Stimmung zum Malen inspirieren
können sich die Menschen des Vier- schen und aktiv ihren Stadtteil mitge- den bereits vor Ort. Die Teilnehmer
tels begegnen, Erfahrungen austau- stalten. Als die Gruppe den Apriko- der Schreibwerkstatt „Querschrei-
sengarten erreichte, traf sie auf ca. ber“ setzten Ihre Eindrücke in Worte
15 weitere interessierte Senioren. um.
Bei Kaffee und Kuchen kamen die Wir freuen uns über alle entstande-
Teilnehmer ins Gespräch und Herr nen Kunstwerke und laden Sie recht
Brendler begeisterte mit weiteren Ge- herzlich ein, diese im BBZ Trachenber-
schichten zum Stadtteil. Der Garten ge zu betrachten. Ein Dankeschön gilt
selbst zeigte sich in seiner spätsom- auch den ehrenamtlichen Helfern und
merlichen Pracht. Dies nutzten vor al- Herrn Brückner vom Fotozirkel des
lem die kreativen Zirkel des BBZ. Die BBZ Laubegast.
Teilnehmer des Malkurses sammel-
ten Motive für ihre nächsten Zeichen- Steffen Müller
Leiter des BBZ Trachenberge
Hr. Brendler erzählt historisch Interessantes zu projekte und erste Skizzen entstan- Fotos: Joachim Brückner
Gebäuden und über das Leben in PieschenLebensbilder 04 / 2020 9
Gemeinsamkeit und Lebensfreude trotz Corona
Die VSD ermöglichte Senioren mit unterschiedlichem Mobilitätsniveau Tagesausflüge ins weitere Umland
Im August 2020 führte die MG 311 willkommene Abwechslung vom nicht und Stöcke angewiesen (Slow-Go).
erfolgreich ein Projekt durch, das der immer einfachen Alltag. Während der Busfahrt gab der Reise-
Stadtbezirksbeirat Dresden- leiter Dr. Bernd Jäckel Ausführungen
Loschwitz mit Teilen seines Budgets Die zweite Fahrt fand am 21. August zur Reiseroute, zur Gegend sowie zur
förderte: Drei Busreisen für insge- statt und brachte 41 eingeschränkt Historie im Zusammenhang mit der
samt 111 Senioren nach Panschwitz- gehfähige Senioren (Go-Go) nach Bad Entstehung des Leipziger Neuseen-
Kuckau, ins Leipziger Neuseenland Muskau. Dort genoss der Großteil der landes zum Besten. Nach Ankunft am
und nach Bad Muskau – und das zu Reisenden eine von Parkmitarbeitern Ziel, dem Seepark Auenhein, kehrten
einem rentenfreundlichen Preis. Das geleitete 1 ½ stündige Führung durch alle Gäste in ein Restaurant ein, um
Besondere: Unter den Überschriften den Fürst-Pückler-Park. Während der sich zu stärken und ins Gespräch mit
„No-Go“ (Nicht gehen), „Slow-Go“ Anfahrt hatte die Reisebegleiterin die anderen Mitreisenden zu kommen.
(Langsames Gehen) und „Go-Go“ Gäste bereits Nach dem Mittagessen
(Losgehen) waren die Reisen speziell ausführlich zu ging es per Bus zur Dam-
zugeschnitten auf Menschen ganz un- den Sehenswür- pferanlegestelle. Alle wa-
terschiedlicher Mobilitätsniveaus. digkeiten Bad ren froh, als sie an Bord bei
Muskaus und Kaffee und Kuchen die ein-
Die in ihrer Mobilität beeinträchtigten des Fürst-Pück- stündige Rundfahrt auf
VS-Mitglieder als auch sämtliche wei- ler-Parks infor- dem Markleeberger See
tere interessierte Senioren sollten je- miert. Auch zur genießen konnten.
weils einen Tag Gemeinsamkeit und Stadt Bautzen,
besondere Lebensfreude erfahren. die während der Das Ergebnis des Projek-
Möglich machte dies die ehrenamtli- Fahrt passiert tes kann sich sehen las-
che, nachbarschaftliche Betreuung wurde, erhielten sen: Hier handelten Bürger
und Organisation der MG 311 der die Reisegäste nicht nur miteinander und
Volkssolidarität Dresden. Ihr Vorsit- Geschichts- und füreinander, indem sie die
zender, Dr. Bernd Jäckel, hat sich der Stadtinformatio- Gleichbehandlung der un-
Leitung des Projekts verschrieben. Er nen. Alle nicht an terschiedlichen Einwoh-
akquirierte die insgesamt 111 Teil- der Führung teil- nerschaft im Stadtbezirk
nehmer vorrangig über im Stadtbe- nehmenden Rei- sicherstellten und das Zu-
zirk tätige Pflegedienste, Seniorenein- segäste beka- sammenleben als soziales
richtungen, Physiotherapien und über men die Möglich- Miteinander verbesserten.
persönliche Ansprachen. keit, sich die Aus- Auch der häufigen Einsam-
stellung im keit von Menschen im Al-
Die erste Fahrt unter dem Motto „No- Schloss, die ter und/oder mit Behinde-
Go“ führte 27 Teilnehmende am 19. Schlossgärtnerei rung durch das Kontaktan-
August 2020 per Rundfahrt nach oder die Stadt gebot zu anderen Men-
Panschwitz-Kuckau, in die Oberlau- Bad Muskau anzusehen. Nach einem schen wirkte man aktiv entgegen. Vor
sitz. Während der Fahrt wurden Infor- gemeinsamen Mittagessen im Re- allem Senioren sehr hohen Alters als
mationen zur Landschaft, zu den ein- staurant gestalteten die Reisenden auch jene mit (Schwer-)Behinderung
zelnen Orten und zur Region vermit- ihren Nachmittag bis zur Heimfahrt erhielten die Möglichkeit, am sozialen
telt. In einem Gasthof konnten sich individuell. Leben teilzunehmen und für einen
alle Reiseteilnehmer bei einem Mit- Tag einen echten Höhepunkt zu erle-
Bildnachweis: pikisuperstar (Freepik)
tagessen stärken. Ein Alleinunterhal- Zur dritten Fahrt am 26. August star- ben. Die Teilnahme am gesellschaftli-
ter gestaltete die Zeit nach dem Mit- teten 43 nicht gehbehinderte Senio- chen Leben für nicht gehfähige bzw.
tagessen kurzweilig. Kaffee und Ku- ren zu einem Tagesausflug in das schwer gehfähige Personen im Stadt-
chen rundeten den Aufenthalt im Re- Leipziger Neuseenland. Eine größere bezirk Loschwitz ist im Regelfall kaum
staurant ab. Für alle Teilnehmer war Anzahl der Teilnehmer war während gegeben.
die Tagesreise eine sehr schöne und der Reise auf Rollatoren, Gehhilfen Julia Staiger10 Lebensbilder 04 / 2020
In Seidnitz daheim – in Laubegast zuhause
Gabriele Heyne lebt das „Miteinander – Füreinander“ mit Herz und Seele
Zuhören ist Pflicht, wenn man mit ihr chestern, Komikern und Gesangsso- erfreuen sich regen Zuspruchs, auch
ins Gespräch kommt. Aber man muss listen eine Bühne. 1989 vollzog auch Rommee, Yoga, eine Radlergruppe,
sich dazu nicht zwingen, denn Gabrie- Gabriele Heyne den Umzug der Volks- vor allem Informationsveranstaltun-
le Heyne erzählt sachlich, emotional, solidarität aus der benachbarten Villa gen zu Fragen des Rechts, der Ge-
ohne zu dozieren. Ihre Erinnerungen, ins Volkshaus und agiert mit Sozialar- sundheit und zu sozialen Themen ha-
ihre Wünsche und Träume, ihre Pläne beiterin Aline Hoffmann und Helferin ben Zulauf. „Wir legen großen Wert
und Ideen sind schier unerschöpflich. Ulrike Noack und 30 ehrenamtlichen darauf, dass die Gäste ihre Ideen und
Sie lebt, was sie sagt. Für sie ist das Helfern mit Herz und Verstand. Das Wünsche äußern“, so Gabriele Hey-
„Miteinander – Füreinander“ Pro- Motto „Zukunft mit Tradition“ wird ne. Auf diese Weise entstand das ge-
gramm ihres Tuns, das täglich bis zu maßgeblich von Gabi – niemand meinsame Singen mit Christa Lindner
14 Stunden dauert. Die 65-Jährige spricht sie mit Gabriele an – mit Le- oder das „sehr beliebte Erzählcafe, in
kann begeistern und motivieren. Die ben erfüllt. Für sie ist das keine Last, dem viel Interessantes, z.B. über Sta-
gelernte Krippenerzieherin und Leite- wohl aber Lust und Freude, „wenn wir pelläufe in der Werft Laubegast 1899
rin einer Krippe mit Kinderheim in der monatlich mehr als 2.000 Menschen1 bis 2009 von Wolfgang Quinger, über
Mendelssohn-Allee trat 1989 der aus ganz Dresden bei uns begrüßen Laubegaster Firmen und Gärtnereien
Volkssolidarität bei, ist in Seidnitz da- können“, resümiert sie mit Stolz. von Jochen Bost und über "Melli Bee-
heim, gehört zur Mitgliedergruppe se - die geborene Fliegerin aus Lau-
910, hilft ehrenamtlich und engagiert Traditionspflege ist für Gabriele Hey- begast" von Heinz Uhlmann zu erfah-
sich als Revisorin. ne Notwendigkeit und Ehrensache zu- ren ist. Immer wieder stark besucht
gleich. Denn „viele Besucher erfreuen ist der „Laubegaster Abend“, zum Bei-
Doch „mein Zuhause ist das Begeg- sich an Skat und Schach, Gymnastik spiel mit dem Thomas-Stelzer-Quar-
nungs- und Beratungszentrun Laube- und Handarbeiten, Englisch und Ge- tett, „was uns auch junges Publikum
gast“, will sie unterstrichen wissen. dächtnistraining und kreativem Ge- beschert“, freut sich Gabi.
Das legendäre Volkshaus – einst Ver- stalten“, berichtet sie. Unter ihrer Lei-
anstaltungsstätte und populäres tung ist im Volkshaus viel Neues hin- Englischkurse und Fotozirkel mit Dr.
Tanzhaus – bot namhaften Salonor- zugekommen. „Tänze Jung und Alt“ Siegfried Kirchberg, Osteoporose-
Selbsthilfegruppe, Sitzgymnastik,
Vorträge aller Art, Gesprächsrunden
für ältere Kraftfahrer – die Liste der
Veranstaltungen und Treffs ist schier
endlos. „Uns ist es ein Herzensbe-
dürfnis, nicht nur älteren Menschen
Freude und Entspannung zu bieten“,
formuliert Gabriele das Laubegaster
Credo. „Wenn die Leute bei uns ins
Gespräch kommen, sich freuen und
gegenseitig helfen und sich Hoffnung
und Halt geben, dann haben wir alles
richtig gemacht.“
Emotionen sind gewollt. „Es war ein
Erlebnis besonderer Art, als der Gei-
ger Stefan Friedrich von der Staats-
operette Dresden mit seinem Sohn
Gabriele Heyne mit ihrem Team Aline Hoffmann und Ulrike Noack (v.r.n.l.) im BBZ Laubegast
Maximilian – beide sind mit uns seit
1
Anmerkung der Redaktion: Die Zahl bezieht sich auf Zeiten vor der Corona-PandemieLebensbilder 04 / 2020 11
Jahren eng verbunden – das erste gebaut. „Mein Büro war Treffpunkt für sucher im Volkshaus wohl und gebor-
Konzert in der Corona-Zeit in unse- viele Menschen aus Laubegast und gen fühlen. Die Fusstapfen, die sie
rem Treppenhaus spielte. Die Türen Umgebung, die Auskünfte brauchten hinterlässt, sind wirklich groß...“.
standen offen, die Menschen drau- und Hilfe fanden.“
ßen teilten mit uns den Klanggenuss“, „Am 30. November 2020 ist mein
blickt Gabriele zurück. „Nicht wenige Die 65-Jährige blickt auf ein abwechs- letzter Arbeitstag als Leiterin der Be-
Zuhörer hatten Gänsehaut und Trä- lungsreiches und sinnerfüllendes Ar- gegnungs- und Beratungszentrum“,
nen in den Augen.“ Dreimal musste beitsleben in der Volkssolidarität zu- berichtet Gabriele Heyne und versi-
Frau Heyne die Hochwasserfluten der rück. Astrid Hupka, Leiterin Begeg- chert, auch künftig ehrenamtlich in
Elbe in Laubegast miterleben. Es sei nung und Beratung, nennt Gabi Hey- der Mitgliedergruppe aktiv zu sein
wohltuend gewesen, mit welcher Hil- ne „sehr umsichtig und entschei- und „der neuen Leitung im Volkshaus
fe und Solidarität auch das Volkshaus dungsfreudig, die Probleme erfassen hilfreich zur Seite zu stehen“. Das sei
unterstützt wurde. Leiterin Gabriele kann und Lösungen erfolgreich fin- sie der Volkssolidarität schuldig.
Heyne hatte den Stand der Volkssoli- det“. Sie gehe auf die Menschen zu
darität in der Österreicher Straße auf- und „sorgt sich sehr, dass sich alle Be- Peter Salzmann
Herbstfest der Alltagsbegleiter in Leipzig
Das sächsische Förderprogramm le Sachsen der Volkssolidarität Dres- Musikalisch begleitet wurde das Fest
„Alltagsbegleiter für Senioren“ ist in den, die das Programm für den Frei- mit beschwingter Jazzmusik durch
Deutschland einzigartig und unter- staat Sachsen koordiniert. Die Lan- den Hot Club d’Allemagne. Erstmalig
stützt bereits Senioren ab 60 Jahren desseniorenbeauftragte Frau Christi- fand ein Frage-Forum statt, das den
ohne Pflegegrad. Um das große Enga- ane Schifferdecker sprach über die Alltagsbegleitern und Koordinatoren
gement dieser All- ermöglichte, Frau Staats-
tagsbegleiter anzu- ministerin Köpping, Frau
erkennen, lud Ge- Schifferdecker und Frau
sundheitsministerin Beyer, Leiterin der Fachser-
Petra Köpping am vicestelle, für alle hörbar
19. September Fragen zu stellen, Wünsche
2020 zur jährlich zu äußern und Erfahrungen
s t attfi ndenden zu teilen, so dass alle Gäste
Würdigungsveran- von den Antworten profitie-
staltung unter Ein- ren konnten. Trotzdem gab
haltung eines für es noch Gelegenheit für
diese Veranstal- den individuellen Aus-
tung abgestimmten tausch. Gegen 16.30 Uhr
Hygienekonzepts neigte sich das Fest dem
nach der aktuellen Ende entgegen.
Corona-Schutzver-
ordnung in das Da Wir freuen uns sehr, dass
Capo nach Leipzig Auf der Bühne: Marion Beyer, Christine Schifferdecker, Petra Köpping (v.l.n.r.) dieses Fest zur Würdigung
ein. der Alltagsbegleiter trotz
besonderen Chancen und Ressour- der schwierigen Bedingungen, die das
Es nahmen 123 Gäste an der Veran- cen des Alters und Frau Staatsminis- Jahr 2020 mit sich brachte, so erfolg-
staltung teil, darunter Alltagsbegleiter terin Petra Köpping ging auf die be- reich und vielzählig stattfinden konn-
und Koordinatoren sowie einige Pfle- sonderen Herausforderungen unter te.
gekoordinatoren, die Vertreter des Corona ein und betonte die wichtige
sächsischen Staatsministeriums für Bedeutung der Alltagsbegleiter für die Marion Beyer
Soziales und Gesellschaftlichen Zu- sächsischen Senioren gerade in die- Leiterin Fachservicestelle Sachsen
sammenhalt und die Fachservicestel- ser Zeit.12 Lebensbilder 04 / 2020
Hygienekonzept als Stichwort für eine gelungene
21. Delegiertenversammlung
Bereits lange im Voraus stand der Ter-
min für die diesjährige Delegierten-
versammlung fest. Doch auch hier
machte die Corona-Pandemie keinen
Halt. Somit war bis zuletzt ungewiss,
ob die 21. Delegiertenversammlung
des Volkssolidarität Dresden e.V. tat-
sächlich stattfinden kann. Dank eines
ausgeklügelten und gut funktionieren-
den Hygienekonzepts konnte diese
am 3. September erfolgreich im Spei-
sesaal der Geschäftsstelle stattfin-
den.
Unter Beachtung der aktuellen Coro-
na-Schutzverordnung und der Anord-
nung von Hygienemaßnahmen für
Vereine durch die sächsische Landes- Staatssekretär Gaul, Vorstandsvorsitzender Dr. Kempe, Versammlungsleiter Tierok, Geschäftsführer
regierung wurde die diesjährige Dele- VSD Burschyk (v.r.n.l.)
giertenversammlung somit unter be-
sonderen Umständen durchgeführt. sekretär Uwe Gaul vom Sächsischen schränkt. Begegnungsstätten waren
Maßnahmen wie das Tragen einer Staatsministerium für Soziales und geschlossen, Veranstaltungen muss-
Mund-Nase-Bedeckung, regelmäßige Gesellschaftlichen Zusammenhalt, ten abgesagt werden. Mit der Dele-
Händedesinfektion und die Einhal- der im Auftrag von Frau Staatsminis- giertenversammlung soll deshalb ein
tung des Mindestabstandes von min- terin Petra Köpping die Verbunden- positiver „Auftakt für eine Rückkehr
destens 1,5 m zueinander sind im All- heit und Wertschätzung seines Hau- zu einem zumindest in Grenzen plan-
tag mittlerweile zur Routine gewor- ses für die geleistete Arbeit und das baren Verbandsleben“ erfolgen, was
den. Für unsere Delegiertenver- hohe Engagement der Volkssolidari- Herr Dr. Kempe auch mit dem Aus-
sammlung waren diese aber eben tät Dresden als Partner zum Aus- blick auf die geplante Dankeschön-
was gänzlich Neues. Auf Grund dieser druck brachte. Veranstaltung am 26. November und
Maßnahmen konnten aber letztend- das Neujahrskonzert der Staatsope-
lich alle 61 Delegierten unseres Ver- Nach der Konstituierung der Ver- rette Dresden am 7. Januar 2021 un-
eins eingeladen werden, von denen sammlung durch Versammlungsleiter termauerte. Auch zukünftig werde
51 schließlich ihre Teilnahme ermög- Wolfgang Tierok erfolgte die Bericht- der Verein weiterhin „als Ganzes fi-
lichten. Bereits am Einlass auf die be- erstattung des Vorstandes. Unser nanziell stabil agieren und sich inhalt-
sonderen Bedingungen aufmerksam Vorsitzender Dr. Rainer Kempe wür- lich an den Grundsätzen des Leitbilds
gemacht, hielten sich alle vorbildlich digte in seinem Bericht insbesondere orientieren“. Mit diesem positiven
an die neuen Vorschriften. An dieser die gute Arbeit unserer Mitglieder- Ausblick auf die Zukunft beendete Dr.
Stelle sei allen Delegierten und Gäs- gruppen, die 2019 insgesamt 538 Kempe den Bericht des Vorstandes.
ten für ihr Verständnis Dank ausge- Veranstaltungen mit über 10.500 Teil-
sprochen. Mit Händedesinfektion und nehmern organisiert haben. Natürlich Nach der Berichterstattung des Vor-
genügend Abstand konnte die Dele- war auch der Blick auf die aktuell herr- sitzenden schloss sich der Bericht der
giertenversammlung also starten. schende Corona-Pandemie Bestand- Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
teil des Berichtes. Corona-bedingt Warth & Klein Grant Thornton AG an.
Eine besondere Ehre für die Delegier- war das Mitgliederleben in den ver- Diese konnte durch die Prüfung der
ten und den Verein war die kurzfristig gangenen Monaten sehr stark einge- Jahresabschlüsse und Lageberichte
ermöglichte Begrüßung durch Staats-Lebensbilder 04 / 2020 13
des Volkssolidarität Dresden e.V. die
vorher von Herrn Dr. Kempe genann-
Die Marie singt zum Jubiläum
te Solidität des Vereins bestätigen
Am Dienstag, den 13.10.2020 fand anlässlich des 75-jährigen Jubiläums
und erteilte den uneingeschränkten
der Volkssolidarität ein Konzert auf der Wiese am BBZ Laubegast statt.
Bestätigungsvermerk. Auch die Revi-
sion stellte die Einhaltung der Em- Der Chor des Bürgertreffs Marie bot ein emotional sehr gut aufgestelltes
pfehlungen für die satzungsgemäße musikalisch- literarisches Programm. Bei warmem Tee und Glühwein erleb-
Mittelverwendung nach ihrer Prüfung ten alle eine nette Stunde, auch die kühle Herbstluft störte nicht.
fest und empfahl die Entlastung des
Vorstandes in uneingeschränktem Zum Schluss wurde unser Wunschbaum von den Teilnehmern bestückt:
Umfang für das Geschäftsjahr 2019. Frieden, Gesundheit, Zusammenhalt, Miteinander - Füreinander
Alle Delegierten folgten diesen Emp- – das wünschen sich alle.
fehlungen und bestätigten einstim-
mig die Entlastung des Vorstandes.
Emotionale Worte an die Delegierten
richtete auch unser Geschäftsführer
Clemens Burschyk und bezog sich
auf die Herausforderungen der Coro-
na-Pandemie. Insbesondere sprach
er allen Mitarbeitern und allen Ehren-
amtlichen seinen Dank aus. Sie alle
haben auch in der Corona-Pandemie
das Vereinsleben aufrechterhalten
und das „Miteinander Füreinander“
gelebt, was die Volkssolidarität Dres-
den auszeichnet.
Mit kurzen Redebeiträgen, die unter
anderem Erfolge unseres Vereins,
aber auch notwendige Schritte in der
Außenwirkung darstellten, endete die
21. Delegiertenversammlung.
Unter gänzlich anderen Bedingungen
als sonst, aber dank eines guten Hygi-
enekonzepts ist es gelungen, eine Co-
rona-sichere Delegiertenversamm-
lung zu erleben. Unser anerkennen-
der Dank gilt allen Kolleginnen, Kolle-
gen und ehrenamtlichen Mitwirken-
den, die trotz der großen Herausfor-
derungen zum Gelingen der Delegier-
tenversammlung beigetragen haben.
Christoph Amberger
Mitgliederverband14 Lebensbilder 04 / 2020
Neue Seniorenbeauftragte für Sachsen
„Die Interessen von älteren Menschen sollen innerhalb der Staatregierung gut vertreten werden“
Landesseniorenbeauftragte Chris- Hintergrund: Mehr als eine Million
tiane Schifferdecker: „Bereits Sachsen waren Ende 2019 in Sach-
jetzt sind mehr als ein Viertel sen 65 Jahre und älter. Sie machen
der Menschen in Sachsen 65 damit 26,5 Prozent der Bevölkerung
Jahre und älter. Und der An- aus. Berechnungen zufolge soll sich
teil älterer Menschen an der der Anteil im Freistaat bis zum Jahr
Bevölkerung wird – auch 2035 auf rund 30,4 Prozent erhöhen.
bundesweit – weiter steigen.
Wer den Herausforderungen Lage in Gesamtdeutschland: Gegen-
einer alternden Gesellschaft wärtig leben in Deutschland rund 17
gerecht werden möchte, Millionen Menschen, die älter als 66
muss auch die Verschieden- Jahre sind. Aufgrund der demografi-
heit der Älteren im Blick haben. schen Entwicklung wird die Zahl die-
»Die« Senioren gibt es nicht. Es ser Menschen in den kommenden
handelt sich um eine Bevölkerungs- Jahren weiter ansteigen: Mit der ge-
gruppe in einer Altersspanne von 30 burtenstarken Generation der Baby-
bis 40 Jahren mit ganz unterschiedli- boomer, die in den 1950er und
Sozialministerin Petra Köpping hat chen Biografien, Lebensentwürfen 1960er Jahren geboren wurde, wer-
am 8. Juli 2020 eine neue Landesse- und Lebenslagen. Ich möchte ältere den in naher Zukunft jährlich mehr als
niorenbeauftragte bestellt: Christiane Menschen darin unterstützen, ihre In- eine Million Menschen das Ruhe-
Schifferdecker (siehe Bild), 59 Jahre teressen wahrzunehmen und bis ins standsalter erreichen.
alt, hat in Freiburg Rechtswissen- hohe Alter ein aktiver Part unserer
schaften und Germanistik studiert Gesellschaft sein zu können.“ Zu den Aufgaben der Landes-
und ist seit 1992 in der sächsischen seniorenbeauftragten gehören:
Landesverwaltung, u.a. an der damali- Künftig sollen weniger die Defizite des
gen Fachhochschule Meißen und in Alterns im Mittelpunkt stehen son- •die Wahrnehmung der Interessen
der Staatskanzlei tätig. Seit 2018 ar- dern vielmehr die Chancen, die ein von Senioren auf Landes- und Bun-
beitet Christiane Schifferdecker im neuer wertvoller Lebensabschnitt zu desebene,
Sozialministerium, zuletzt im Bereich bieten hat. Dem Übergang vom Er-
»Kinder und Jugendliche«. werbsleben in den Ruhestand kommt •die Information der Öffentlichkeit
dabei eine besondere Bedeutung zu, über seniorenspezifische Fragen
Bereits seit 2005 gibt es im sächsi- um nur einen Aspekt zu nennen. und Angelegenheiten,
schen Sozialministerium die Stelle ei-
nes Landesseniorenbeauftragten. Im Landesseniorenbeauftragte Christia- •die Förderung der Zusammenarbeit
aktuellen Koalitionsvertrag hat sich ne Schifferdecker: »Ich möchte Impul- der für die Belange von Senioren zu-
die Sächsische Staatsregierung dazu se setzen für eine neue Sicht auf das ständigen Gremien und Institutio-
bekannt, die Teilhabe von Senioren Alter(n): Älter werden und Altern ist nen auf Bundes-, Landes- und Kom-
am kulturellen und gesellschaftlichen eine Lebenslage, die ich nicht (wirk- munalebene,
Leben zu stärken. Ein selbstbestimm- lich) beeinflussen kann – aber ich
tes Leben bis ins hohe Alter soll unter- •die Prüfung der Auswirkungen von
kann sie gestalten. Es ist mir wichtig,
stützt werden. Um dieses Ziel zu errei- Regelungen auf die Lebenssituation
dass die Potenziale älterer Menschen
chen, ist eine inhaltliche und perso- von älteren Menschen und
viel stärker als bisher als Chance für
nelle Neuausrichtung der Funktion die Gestaltung der demografischen •die Koordinierung generationen-
des Landesseniorenbeauftragten so- Entwicklung erkannt und betrachtet übergreifender Maßnahmen.
wie der Übergang in eine eigene werden.«
Stabsstelle notwendig. Julia StaigerLebensbilder 04 / 2020 15
Mobilitätswoche in Dresden
Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Klaudia Kaufmann lud zum Spaziergang ein
Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kris-
tin Klaudia Kaufmann lud am Montag,
den 21. September 2020 rüstige Se-
nioren zu einem geführten Spazier-
gang durch die Stadtteile Räcknitz
und Zschertnitz ein. Der Rundgang
stammt aus der beliebten Broschü-
renreihe „Bewegung im Stadtteil“,
welcher gemeinsam mit Senioren des
Stadtteils erarbeitet wurde, und er-
folgte im Rahmen der Europäischen
Mobilitätswoche vom 16.-22. Sep-
tember 2020, die mit spannenden
Aktionen und Veranstaltungen im ge-
samten September lockte.
Der Weg führte vorbei an den schö-
nen Winkeln der Stadtteile Räcknitz
und Zschertnitz. Mitwirkende bei der
Erstellung der Broschüre, z.B. Wolf- Dr. Kris Kaufmann und Wolfgang Krause begrüßen gemeinsam die Teilnehmer
gang Krause von der Begegnungs-
stätte am Nürnberger Ei, erzählten den Beutlerpark hinauf zur Räcknitz- sehr beliebt. Zum einen werden darin
uns dabei viel Wissenswertes und höhe und zur Bismarcksäule und zu- keine schweren oder langen Runden
persönliche Anekdoten zu ihrem rück über das Hörsaalzentrum zum vorgeschlagen., zum anderen laden
Räcknitz und Zertschnitz und zeigten, Ausgangspunkt der Wanderung. die Rundgänge dazu ein, Neues in der
warum sich ein Abstecher in Dres- eigenen Stadt zu entdecken“, erklärt
dens Süden lohnt. Die insgesamt fünf „Die vom Gesundheitsamt herausge- Dr. Kaufmann. „Ein besonderer Dank
Kilometer lange Route verlief von der gebene Broschürenreihe „Bewegung geht in diesem Zusammenhang an
Russisch-Orthodoxen Kirche über im Stadtteil“ ist bei den Dresdnern die Senioren des Begegnungs- und
Beratungszentrums der Volkssolidari-
tät am Nürnberger Ei, die den Spazier-
gang mit erarbeitet haben.“
In der Broschürenreihe „Bewegung
im Stadtteil“ sind noch weitere Rund-
gänge erschienen, die die Möglichkeit
bieten, verschiedene Stadtteile zu
Fuß zu erkunden. Dazu gehören Plau-
en und die angrenzende Südvorstadt,
Pieschen, Loschwitz und Wachwitz.
Eingesehen werden können diese
über die Internetseite www.dresden-
.de/who (Bewegung im Stadtteil).
www.dresden.de/mobilitaetswoche
Die 5 km lange Route startete an der Russisch-Orthodoxen Kirche Julia Staiger16 Lebensbilder 04 / 2020
Porträts, Häuser und Fiktionen
Vor Ort: Trachenberge und „Am Nürnberger Ei“ bieten Hobbymalern eine Heimstatt
Donnerstags in Trachenberge. Ma- ter“ ist ein weiterer Beweis.
riia Antypkina geht von Tisch zu Tisch
und blickt den Frauen und Männern Die bildkünstlerischen Arbeiten des
über die Schulter. Nahezu zehn Hob- Zirkels sind in den Räumen des Be-
bymaler nutzen Bleistift, Pinsel und gegnungs- und Beratungszentrums
Farben, um ihre Motive aufs Papier zu Trachenberge zu bewundern. „Ich
bringen – ideenreich, mit Herz und male Porträts“, nennt Renate Frenzel
Liebe zum Detail. Frau Antypkina ihre Passion. Die 83-Jährige schwört
freut sich über jedes Bild – auch, auf Öl und Acryl. Manch Bildnis zeigt
wenn nicht alles gelingt. Ihre Tipps Renates Familie, andere Motive sind
sind gefragt. Die 47-jährige Ukraine- wohl eher eine Fiktion. Rita Glassert
rin wohnt seit acht Jahren in Dresden, bleibt mit ihren Bildern nicht anonym.
spricht gut Deutsch. Die studierte Sofort zu erkennen: „Horst Lichter“,
Kunstpädagogin hat Kinderbücher il- das Koch- und TV-Unikum aus Köln;
lustriert und arbeitet in der Herstel- oder gar der legendäre Leinwand- Die Malzirkelleiterin Mariia Antypkina berät sich
Held Heinz Rühmann, dessen „Feuer- mit Hobbymalerin Gisela Schubert
lung erzgebirgischer Holzkunst.
zangenbowle“ schier unsterblich ist. mitglieder auf einem Rundgang durch
Die Malkursanten duzen sich. Das Auffällig auch Heidrun Angermanns den Stadtteil begleitet hat. Mit unter-
schaffe „persönliche Kontakte“ be- „Wilder Bach“. Ihr bescheinigt Mariia schiedlichen Techniken haben die
hauptet Gert Weber, dessen Aquarell Antypkina „eine sehr gute künstleri- passionierten Maler das historische
„Altes Bauernhaus“ wegen seiner sche Entwicklung“. Gebäude verewigt. Gisela Schubert
Perfektion ins Auge sticht. Er habe wählte Acryl, Regina Schlage Bleistift.
„bis zu meinem 78. Lebensjahr weder Ein Motiv fällt besonders auf: „Hen- „Wir suchen wiedermal eine Platt-
Pinsel noch Farbe in den Händen ge- sels Villa“. Die Idee, sich dieser beina- form, um unsere Bilder ausstellen zu
habt“, versichert der 85-Jährige, der he dörflichen Idylle direkt am Anton- können“, wünscht sich Mariia. Dabei
mit seiner Lebensgefährtin zum Ma- Günther-Park malend und zeichnend denkt sie an Arztpraxen, Schulen,
len kommt. Seine Bilder atmen Pro- zu nähern, stammt vom Heimatfor- öffentliche Gebäude oder eine Spar-
fessionalität. Das „Mädchen am Gat- scher Klaus Brendler, der die Zirkel- kasse. Das wäre gut, denn die Arbei-
ten können sich sehen lassen.
Mittwochs „Am Nürnberger Ei“.
„Ich hab‘ dir alles hingelegt“, zeigt Ro-
semarie Podgora auf Herbstblätter
und Kastanien – gewünscht von Dag-
mar Segler. Beide gehören zu den En-
thusiasten, die sich wöchentlich im
Begegnungs- und Beratungszentrum
„Am Nürnberger Ei“ treffen. Nicht nur
die beiden Frauen sind ständig auf
Motivsuche. Rosemarie (71) bringt’s
auf den Punkt: „… alles, was mich an-
lacht und was gemalt werden will“.
Bleistift, Wasserfarben und Acryl ha-
ben Vorrang. Blumen und Porträts –
„meist meine Familie“ – seien ihre
Leidenschaft. Dagmar bevorzugt
Heidrun Angermann an ihrem Werk „Wilder Bach“Sie können auch lesen