Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich

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Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das Magazin der Familienheim-Genossenschaft Zürich – Oktober 2021

FGZ-Info
Bye-bye CO2!             Immer ein offenes Ohr                Im Sommer aufgeblüht
Das FGZ-Anergienetz        Ein Tag in der Sozialberatung      Fotos & Berichte unserer Anlässe
Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Der Ersatzneubau
Grossalbis kommt
                                                    Die Pandemie prägt nach wie vor unseren Alltag und unser Zusammenleben.
                                                    So musste die FGZ-Generalversammlung im Juni bereits zum 2. Mal schriftlich
                                                    stattfinden. Was uns gefreut hat: Auch dieses Mal war die Beteiligung an den
                                                    Abstimmungen und Wahlen sehr hoch. Dies werten wir als eindeutiges Zeichen
                                                    dafür, dass unsere Genossenschaft lebt, dass sich die Bewohnerinnen und Be-
                                                    wohner für die FGZ interessieren und bei deren Weiterentwicklung mitwirken
                                                    wollen.

                                                    Eine grosse Mehrheit der Genossenschafter/innen befürwortete, dass anstelle
                                                    der bald 100-jährigen Grossalbis-Reihen-Einfamilienhäuser ein Neubau mit mehr
                                                    gemeinnützigen Wohnungen entsteht. Nun startet die Detailplanung des Baupro-
                                                    jekts – Teil davon wird eine neues Erdsondenfeld für unser Anergienetz sein. Was
                                                    es mit dem Anergienetz auf sich hat, welche Ziele wir damit verfolgen und warum
                                                    es dazu auch Neubauten braucht, können Sie im Leitartikel ab Seite 4 in diesem
                                                    Heft lesen. Das Schweizer Volk mag zum CO2-Gesetz Nein gesagt haben – die
                                                    FGZ arbeitet weiter daran, ihre CO2-Emissionen zu senken. Selbst wenn es uns
                                                    etwas kostet. Es ist eine Investition in unsere Zukunft.

                                                    Der Sommer liess wieder Anlässe mit Begegnungen zu – das Engagement und
                                                    das Interesse am genossenschaftlichen Leben war überall spürbar. So fanden
                                                    viele Siedlungsfeste und Mitwirkungsanlässe statt. Mehr dazu lesen Sie ab
                                                    Seite 28.

                                                    Herzlichen Dank allen Engagierten und der FGZ-Verwaltung für die Organisation!

                                                    Karin Schulte
                                                    Präsidentin FGZ

             Gedruckt auf 100% Recyclingpapier.

Impressum | Herausgeberin: Familienheim-Genossenschaft Zürich FGZ, Friesenbergplatz 1, 8045 Zürich | 044 456 15 00 | verwaltung@fgzzh.ch |
www.fgzzh.ch. | Redaktionelle Leitung: Josephine Bond | Redaktion: Josephine Bond, David Thoma, Sara Witmer | Fotografie: Evelyn Harlacher,
Johannes Marx, Gabi Vogt, Moritz Wohlhauser | Grafik und Produktion: Therefore GmbH | Lektorat: Claudia Locatelli | Druck: offset holend ag |
Titelblatt: Strässlifest Kleinalbis
Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Inhalt

04   Bye-bye CO2!
     Mit dem Anergienetz will die FGZ weg von
     fossilen Brennstoffen. Was waren die Ziele,
     und wo stehen wir heute?

                                                    18

12   Menschen & Geschichten
     In der FGZ-Holzwerkstatt erzählen 3 FGZ-
     Mitglieder, was sie ihnen bedeutet.

16   Post
     Ihre Rückmeldungen an uns – aus Briefen,
     Anrufen, E-Mails und Gesprächen.

18   Aus der FGZ
     Neues, Interessantes und Wissenswertes
     aus Verwaltung und Vorstand.

                                                    26

26   Immer ein offenes Ohr
     FGZ-Sozialberater Simon Kägi gibt einen
     Einblick in seinen Alltag.

30   In den Siedlungen
     Rückblicke und Ausblicke auf die wichtigsten
     Projekte in den FGZ-Siedlungen.

38   Pinnwand
     Allerlei rund um das Leben in der FGZ.

                                                    30
Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Bye-bye CO2!
Mit dem Entscheid für das Anergienetz wollte die FGZ weg von fossilen Brennstoffen.
    Was waren die Ziele an der Generalversammlung 2011, und wo stehen wir ein
                Jahrzehnt später? Eine Illustration in Text und Bild.

An der Generalversammlung 2011          Wie funktioniert das Anergienetz?
stimmten die FGZ-Mitglieder für ein     Unser Anergienetz nutzt Abwärme.          KURZ & BÜNDIG
umweltschonendes und langfristig        Das ist Wärme, die von Lebewesen
wirtschaftliches Heizsystem. Es         oder technischen Geräten erzeugt          • Heizsystem mit Abwärme
sollte 40 Millionen Franken kosten      und an die Umgebung abgegeben              von Computern
und auf Abwärme basieren.               wird. Wir beziehen sie von den Com-
                                        puter-Rechenzentren der Swisscom          • Nachhaltige und innovative
Was waren 2011 die Ziele?               und der Credit Suisse. Diese Wärme         Wärmeversorgung
Das Wärmeversorgungskonzept hatte       wird über ein (im fertig gebauten         • Ersetzt Öl- und Gas-
4 Pfeiler:                              Anergienetz) rund 4 Kilometer langes       heizungen
                                        Leitungsnetz in die Heizzentralen
1) Der Energiebedarf der FGZ soll       der FGZ gepumpt.                          • 10 Siedlungen sind bereits

   bis zum Jahr 2050 von jährlich 35                                               am Anergienetz

   auf 15 Gigawattstunden gesenkt       Die Abwärme der Computer entspricht
   werden.                              nicht ganz den fürs Heizen benötigten
                                        Temperaturen. Daher wird die Tem-
2) Diese Senkung des Energiebedarfs     peratur in den Heizzentralen mittels      VORTEILE
   soll durch gut gedämmte Ersatz-      Wärmepumpen erhöht. Für diesen Pro-
   neubauten und wärmeoptimie-          zess wird Strom benötigt. Die FGZ be-     • Weniger Heizöl und Gas
   rende Sanierungen von Altbauten      zieht diesen Strom aus 100% Wasser-
   erreicht werden.                     kraft und produziert über Photovoltaik-   • Weniger CO2
                                        Anlagen auch selber welchen.              • Mehr saubere Energie-
3) Der verbleibende Energiebedarf                                                  quellen
   soll zu über 90% über CO2-arme       Erhalten wir von der Credit Suisse und
   Sonnenenergie, vor allem aber        Swisscom mehr Wärme, als wir brau-
   über Abwärme des Anergienetzes       chen – meistens im Sommer –, wird
   gedeckt werden.                      die Wärme in Erdspeichern im Boden
                                        zwischengelagert. Im Winter, wenn
4) Das FGZ-Anergienetz soll schritt-    wir mehr Wärme benötigen, als die
   weise unsere Öl- und Gasheizun-      Computer gerade erzeugen, wird sie
   gen ablösen. Was bedeutet: Im Jahr   wieder aus den Erdspeichern geholt
   2050 haben wir dank Anergienetz      und für das Heizen der FGZ-Haus-
   und Neubauten einen um über 90%      halte eingesetzt. Für diese Zwischen-
   verringerten Ausstoss des klima-     lagerung verfügen wir über 2 Speicher
   schädlichen Treibhausgases CO2:      (unter der Grünmatt und dem Quar-
   von 9000 Tonnen auf knapp 900        tierzentrum) mit 332 Erdsonden. Erd-
   Tonnen pro Jahr.                     sonden sind dazu da, das Erdreich als

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Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das FGZ-Anergienetz

Speicherort zu aktivieren. Ein 3. Spei-
cher ist mit dem Ersatzneubau Gross-      Interview mit Heinrich Gugerli
albis geplant.                            Gugerli Dolder Umwelt & Nachhaltigkeit GmbH,
                                          Botschafter 2000-Watt-Areal, ehem. Leiter
Wie heizen wir heute in der FGZ?          Fachstelle Nachhaltiges Bauen, Stadt Zürich
Die 2 neusten Siedlungen der FGZ
(Grünmatt und Quartierzentrum) kom-       Was halten Sie vom FGZ-                gut, wenn Sie alles durch Neubau-
men schon heute komplett ohne fos-        Anergienetz?                           ten ersetzen würden. Aber diese
sile Energie aus – also ohne Verbren-     Die Lösung ist sehr intelligent: Die   Gefahr besteht bei Ihnen so nicht –
nung fossiler Energien wie Öl und         FGZ nutzt die Abwärme, und die         einige Siedlungen sind inventari-
Gas. Sie werden rein durch Abwärme        Rechenzentren profitieren für die      siert, und ein Grundpfeiler Ihres
des Anergienetzes geheizt. Möglich        Kühlung. Speziell die Reduktion        Entwicklungsplanes ist, dass Alt-
ist dies vor allem wegen der gut iso-     der Treibhausgase um 90% bis           bauten so weit wie möglich saniert
lierten Gebäudehülle der Neubauten.       2050 ist eindrücklich.                 werden. So können viel graue Ener-
Weitere 8 Siedlungen (inkl. Etappe 12                                            gie* und Treibhausgasemissionen
Rossweidli) sind am Anergienetz an-       Unser Konzept sieht noch eine          eingespart werden. Dieses Poten-
geschlossen, müssen aber während          fossile Spitzenlast für 2050 vor.      zial ist übrigens auch bei Neubau-
der Spitzenlast noch fossil nachge-       Wie schätzen Sie das ein?              ten beträchtlich.
heizt werden. Eine Spitzenlast be-        Die FGZ hat 2011 einen innovativen
zeichnet eine hohe Wärmenachfrage         Schritt gewagt. Heute sind diese       Wie könnte die FGZ trotz Verwen-
an wenigen Tagen im Jahr. Dies kann       Ziele immer noch gut, aber nicht       dung von fossilen Energieträgern
zum Beispiel an sehr kalten Tagen der     mehr bahnbrechend, angesichts          das Netto-Null-Ziel erreichen?
Fall sein. Der Energieverbrauch dieser    der Dringlichkeit der Klimakrise.      Alternative Lösungen wie die Ver-
Siedlungen wird aber nach heutigem        Die Stadt Zürich hat sich das Ziel     wendung von Biogas oder synthe-
Stand nur zu maximal 5% fossil ge-        gesetzt, die direkten Treibhaus-       tischen Brennstoffen sind für indust-
deckt – 95% werden durch Abwärme          gasemissionen auf Stadtgebiet          rielle Anwendungen geeignet und
und durch Strom aus erneuerbaren          bis ins Jahr 2040 auf Netto-Null zu    dürften sich für die FGZ nicht rech-
Quellen gedeckt. In 16 Siedlungen         reduzieren. Auch die Technologien      nen. Ich kann mir vorstellen, dass
(inkl. Etappe 12 Langweid), die noch      entwickeln sich weiter. Daher lohnt    die FGZ Netto-Null via Dezentra-
nicht ans Anergienetz angeschlossen       es sich bei einem so langfristigen     lisierung der Wärmepumpen er-
sind, heizen wir zurzeit noch mehr-       Konzept, die Ziele und den Reali-      reichen könnte. Wie eine solche
heitlich mit Gas. Mit dem Ersatzneu-      sierungshorizont laufend zu über-      Lösung konkret aussieht und ob
bau Grossalbis werden 4 weitere           prüfen. Dass für die FGZ die wirt-     sie wirtschaftlich tragbar ist, wäre
Siedlungen ans Anergienetz ange-          schaftliche Vertretbarkeit match-      zu prüfen. Wichtig ist, dass die FGZ
schlossen.                                entscheidend ist, verstehe ich         offen bleibt, ihren innovativen Weg
                                          natürlich.                             weiterzuführen.
Warum nutzen wir in Siedlungen am
Anergienetz fossile Energie?              Würden Sie an unserer Stelle auf       * Graue Energie ist die Energiemenge, die
                                                                                   über den gesamten Lebensweg eines Pro-
Die FGZ hat noch einige ältere Ge-        Neubauten setzen oder die Alt-
                                                                                   duktes benötigt wird. Sie beinhaltet also
bäude, die eine zu geringe Wärme-         bauten weiter mit Spitzenlast            auch Herstellung, Transport, Verpackung,
dämmung vorweisen. Dort werden            fossil heizen?                           Lagerung und Entsorgung. Graue Energie
                                                                                   ist darum indirekt und versteckt.
für die Spitzenlast noch fossile Ener-    Ich bin ein Fan Ihres bestehenden
gieträger genutzt. Das heisst: Das        Gebäudeparks und fände es nicht
Anergienetz liefert dort nur die

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Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das FGZ-Anergienetz

Wärme, die an «normalen» Tagen            setztes CO2 um 3 Quadratmeter. Das         Was heisst das zusammengefasst?
reicht – die sogenannte Grundlast.        würde bedeuten, dass dank unseren          Die FGZ hat 2011 einen fortschrittli-
An sehr kalten Tagen braucht es viel      Bemühungen bisher zirka 48’000             chen Entscheid gefällt und hat bereits
mehr Wärme, und diese kommt aus           Quadratmeter weniger Eis geschmol-         einige Meilensteile erreicht. An ver-
der Verbrennung von Öl und Gas –          zen ist.                                   schiedenen Punkten müssen wir aber
siehe dazu die Grafik auf Seite 9.                                                   noch arbeiten. Will die FGZ zum Bei-
Mit der Umsetzung weiterer Wärme-         Auf die Ziele von 2011 bezogen be-         spiel das Netto-Null-Ziel erreichen,
sanierungen und Ersatzneubauten           deutet dies (Stand 2020):                  müssten weitere Massnahmen ergrif-
kann dieser fossile Anteil jedoch         1) Die FGZ konnte ihren jährlichen         fen werden. Zudem werden wir uns
weiter gesenkt werden.                       Verbrauch bis 2020 von 35 auf           in Zukunft noch intensiver die Frage
                                             31 Gigawattstunden senken.              stellen müssen, wie jede und jeder Ein-
Verfolgen wir weiterhin den von der                                                  zelne den eigenen Energieverbrauch
GV 2011 vorgegebenen Pfad, wird die       2) Es gibt 3 Hauptfaktoren, warum          senken kann. Lesen Sie dazu unsere
FGZ auch im Jahr 2050 noch über              wir mit der Senkung des Energie-        Tipps auf der rechten Seite. Die
Altbauten verfügen, die nicht wärme-         bedarfs langsam vorankommen.            schwierigste Aufgabe wird sein, Ver-
saniert sind. Das bedeutet, dass ohne        Durch das verdichtete Bauen woh-        ständnis für Mietzins-Erhöhungen zu
andere Massnahmen auch der Ver-              nen mehr Menschen in der FGZ.           schaffen, die auf die nötigen wärme-
brauch fossiler Energien bis dann            Zudem haben wir bei Sanierungen         dämmenden Sanierungen folgen.
nicht 0 sein wird. Würden wir bis 2050       zugunsten von niedrigen Mieten
zu 100% durch Anergie heizen wollen,         auf teurere Wärmedämmungen der
müssten wir ein viel grösseres System        Gebäudehülle verzichtet. Weiter
bauen, als wir letztlich brauchen. Denn      hat die Umsetzung der Ersatzneu-
unser zukünftiger Gebäudepark wird           bauten mehr Zeit in Anspruch ge-
durch schrittweises energetisches            nommen als ursprünglich geplant.
Sanieren von Altbauten und teilweise         So haben wir heute mehr alte Häu-
Ersatzneubauten eine viel bessere            ser im Gebäudepark, als dies 2011
Energieeffizienz erzielen und auf eine       geplant war.
kleinere Wärmeproduktion angewie-
sen sein. Wir würden also etwas er-       3) Bei der Ablösung von Gas und Öl
stellen, was wir später nicht mehr           durch saubere Energien hat die
brauchen.                                    FGZ bereits viel erreicht. 26%
                                             unseres Energiebedarfs decken
Wo stehen wir heute?                         wir heute mit Abwärme, 8% mit
Durch das Anergienetz konnte die             erneuerbarem Strom. Sprich: 34%
FGZ ihre jährlichen Treibhausgas-            unseres Energiebedarfs stammen
Emissionen bereits um 37% senken.            aus CO2-armen Quellen. Damit
Wir haben heute nur noch 4 Gas-              haben wir insgesamt 6’300’000
und Ölheizzentralen. Heute wird noch         Liter Heizöl gespart.
66% unseres Wärmebedarfs fossil
gedeckt, vor 10 Jahren waren es noch      4) Auch was die Senkung des CO2-
100%. Wir haben durch das Heizen             Ausstosses betrifft, sind wir erfolg-
mit Abwärme insgesamt rund 16’000            reich: Die FGZ konnte ihren CO2-
Tonnen CO2 eingespart. Laut einer            Ausstoss der Wärmeerzeugung
                                                                                            Video schauen
Studie schrumpft das arktische Som-          um 37% auf 5322 Tonnen pro Jahr
mermeereis für jede Tonne freige-            senken.

                                                              6
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Das FGZ-Anergienetz

Die FGZ ist laufend daran, Ziele und
Grundlagen ihres Anergienetzes zu
                                                                  Wisse nsw e r t
überprüfen, und passt ihr Vorgehen
falls nötig an. Die FGZ wird weiterhin
intensiv daran arbeiten, sozialverträg-   Mit wenig Aufwand können Sie         10 Minuten. Durch dieses Stoss-
liche Lösungen für ihren Beitrag zu       einen Beitrag leisten, dass wir      lüften geht weniger Wärme ver-
einer nachhaltigen Zukunft zu finden. •   unsere Energiesparziele errei-       loren, und es gelangt mehr frische
                                          chen. Unsere Energiespartipps        Luft ins Haus.
                                          für zu Hause.
                                                                               Warmwasser sparen
                                          Die Heizung richtig einstellen       Nutzen Sie zum Händewaschen
                                          Regulieren Sie Wärme nie durch       kaltes Wasser, spülen Sie das Ge-
                                          das Öffnen der Fenster, sondern      schirr nicht vor und duschen Sie,
HINWEIS                                   durch Heizkörperventile. Mit je-     anstatt zu baden. Eine volle Bade-
                                          dem Grad Raumtemperatur er-          wanne benötigt 5 Kilowattstun-
Schauen Sie unseren Kurzfilm zum          höhen sich die Heizkosten um         den Energie. Mit einem Elektro-
Anergienetz: fgzzh.ch/projekte/           6%. Übliche Temperaturen sind:       velo fahren Sie damit von Basel
#filmanergienetz                          • 23 °C in Badezimmern               nach Paris.
                                           (= Pos. 4)
                                          • 20–21 °C im Wohnbereich            Stand-by ist ein Stromfresser
                                           (= Pos. 3)                          Ein Haushalt mit 4 Personen kann
                                          • 17 °C in Schlafräumen, Flur        mit Geräten, die im Stand-by-
                                           (= Pos. 2)                          Modus laufen, jährlich bis zu 670
                                                                               Kilowattstunden Energie verbrau-
                                          Heizwärme nutzen                     chen. Das sind Energiekosten von
                                          Warme Luft muss ungehindert          rund 140 Franken. Fahren Sie Ihre
                                          zirkulieren können. Die Heizkörper   Geräte daher herunter und tren-
                                          also nicht mit Möbeln und Vor-       nen Sie sie vollständig vom Netz.
                                          hängen verdecken. Schliessen Sie
                                          nachts die Roll- und Fensterläden,   Sparsam waschen und trocknen
                                          damit die Räume weniger ausküh-      Generell gilt: Je weniger warm Sie
                                          len. Wenn Sie tagsüber nicht zu      die Wäsche waschen, desto weni-
                                          Hause sind, können Sie im Winter     ger Energie brauchen Sie. Wählen
                                          die Rollläden oder Fensterläden      Sie einen 95-Grad-Kochwasch-
                                          schliessen. So können Sie die        gang also nur in Ausnahmefällen.
                                          Wärme besser in der Wohnung          Trocknen Sie die Wäsche, wenn
                                          halten.                              immer möglich, im Trockenraum
                                                                               oder im Freien, statt den Tumbler
                                          Sinnvoll lüften                      zu nutzen.
                                          Konstant geöffnete Kippfenster
                                          verschwenden viel Energie und
                                          führen zu Schimmel in den kalten
                                          Jahreszeiten. Öffnen Sie statt-
                                          dessen 3- bis 5-mal am Tag alle
                                          Fenster vollständig für 5 bis

                                                     7
Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das FGZ-Anergienetz

                       Siedlung mit 100% fossiler Heizung
                       Etappen 1, 2, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 12 (Langweid),
                       14, 15, 16, 19, 21, 22, 23

Saubere Energieversorgung                                                 Energie einsparen

FGZ-Anergienetz                                                           Neu bauen und planen
Bereits heute beziehen wir 26% unserer                                    Neubauten verursachen bei der Erstellung
Heizenergie umweltfreundlich aus Abwärme                                  CO2, brauchen danach aber deutlich weni-
der Rechenzentren von Credit Suisse und                                   ger Heizenergie als alte Häuser. Deshalb
Swisscom. Damit ersetzen wir klimaschäd-                                  planen wir sorgfältig und wägen die Vorteile
liche Öl- und Gasheizungen und senken                                     gegeneinander ab.
unseren CO2-Ausstoss deutlich.
                                                                          Sanieren wo möglich
Erdspeicher und Erdwärme                                                  Altbauten haben einen viel höheren Wärme-
Die im Sommer nicht benötigte Abwärme                                     bedarf. Den Energiebedarf könnte man mit
können wir in der Erde zwischenspeichern                                  energetischen Sanierungen stark senken.
und im Winter zum Heizen nutzen.                                          Geprüft wird jeweils, ob sie ökonomisch
                                                                          sinnvoll und sozial verträglich sind.
Photovoltaik
Wir produzieren mit bald 4 Photovoltaik-                                  Individuelles Energiesparen
Anlagen umweltfreundlichen und CO2-armen                                  Nur wenn alle Bewohner/innen der FGZ
Strom aus Sonnenenergie – einen Teil für                                  mitmachen, erreichen wir gemeinsam
unsere Bewohner/innen, den Rest liefern wir                               unsere Energie- und Klimaziele. Wir helfen
ins öffentliche Stromnetz.                                                mit Tipps und Anregungen!

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Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das FGZ-Anergienetz

                                           Spitzenlast und fossile Energie

                                           Bei Kälteeinbrüchen brauchen wir für ältere
                                           Häuser sehr schnell sehr viel Heizleistung.
                                           Diese kann das Anergienetz nicht leisten.
                                           Gas und Öl schaffen das – darum müssen
                                           wir heute die Spitzenlast fossil decken.

                                            Siedlung mit aktuell über 95% Anergie-
                                            und max. 5% fossiler Heizung
                                            Etappen 5, 6, 12 (Rossweidli und Kleinalbis),
                                            13, 17, 18, 20, 24

Siedlung mit 100% Anergieheizung
Etappen 3, 25

                              9
Immer ein offenes Ohr Im Sommer aufgeblüht - Familienheim-Genossenschaft Zürich
Das FGZ-Anergienetz

Fakten
Wo wir angefangen haben, und wo wir heute stehen:
Das Anergienetz auf einem Blick.

                  Situation 2011                                    Situation heute

                                                                                         66%
                                                                                         fossile Energie
100%
fossile Energie

                                                                                         34%
                                                                                         Anergienetz

                                                                  –4 Gigawattstunden
                        –37% CO2
                                                                  Energiebedarf

                        +34%                                      –6,3 Millionen Liter
                        saubere Energie                           Heizöl

                                       + ca. 20 CHF/Monat
                              Mehrkosten pro Haushalt für nachhaltige Wärme
                                (Stand 2020 – nicht Heizgradtag-bereinigt)

                        Unsere nächsten Ziele
                        • Geplanter Endausbau bis 2050
                        • Energiebedarf weiter senken
                        • Saubere Energiegewinnung ausbauen
                        • Fossile Energienutzung weiter abbauen

                                                    10
Das FGZ-Anergienetz

Meinungen
Wie stehen Sie zum Anergienetz? Wir lassen FGZ-Mitglieder und -Mitarbeitende
zu Wort kommen.

                    «Gute Basis für eine
                                                                                           «Die höheren Heizkosten
                    weitgehend CO2 -freie
                                                                                           lösen Fragen aus.»
                    Zukunft.»

«Schon vor einem Jahrzehnt wurde man sich in der FGZ                   «Die jährliche Heizkostenabrechnung wurde durch das
der Erderwärmung und des Klimawandels bewusst.                         Anergienetz mit dem einheitlichen Rechnungskreis sehr
In einer denkwürdigen GV stimmten die Genossen-                        komplex. Die Mieter/innen erhalten am Ende der Heiz-
schafter/innen einhellig dafür, als Wärmeversorgung                    periode eine Abrechnung, die etwas gestiegen ist. Für
für immerhin fast 40 Millionen Franken ein Anergie-                    sie ist nicht einfach zu verstehen, wie sich die Kosten
netz zu errichten. Der Grossteil dieses Netzes ist                     zusammensetzen und warum diese höher sind. Wir
unterdessen realisiert. So ist die FGZ gut aufgestellt                 bemühen uns, dies jeweils individuell zu erklären.»
für eine weitgehend CO2-freie Zukunft.»
                                                                       Roger Seeholzer, 31 – Mitarbeiter FGZ-Buchhaltung
Guntram Rehsche, 69 – Inhaber Beratungsbüro für
Energie- und Vorsorgefragen, Bewohner Grünmatt

                                                                                           «Nachhaltigkeit sieht
                   «Viel erreicht und offen                                                anders aus.»
                   für Entwicklung.»
                                                                       «Schon die Verwendung des falschen Begriffes ‹Anergie›
«Der Entscheid zur Realisierung des Anergienetzes                      zeigt, dass es bei diesen Netzen nicht um Suffizienz, Effi-
wurde in Anbetracht der heutigen Aktualität zum richti-                zienz und Konsistenz – Leitprinzipien einer nachhaltigen
gen Zeitpunkt gefällt. Mit der Nutzung von Abwärme                     Entwicklung – geht, sondern um Schwurbelei. Abwärme
leistet die FGZ heute schon einen beachtlichen Beitrag                 aus Rechenzentren ist nicht Enkel/innen-tauglich. Mög-
an die Umwelt. Mit den noch zu sanierenden und den                     lichst rasch sind auch bestehende Gebäude als 0- oder
neu zu erstellenden Energiezentralen bei Neubauten                     besser als Plus-Energie-Bauten auszugestalten. Nur
haben wir auch eine gewisse Flexibilität und können                    solche Gebäude sind umfassend nachhaltig und damit
uns an neue Entwicklungen anpassen.»                                   zukunftsfähig.»

Markus Sauter, 67 – ehem. Projektverantwortlicher                      Toni W. Püntener, 62 – Energie- und Klima-Mentor,
Anergienetz FGZ, Bewohner Brombeeriweg                                 Bewohner Quartierzentrum

                                       Meinung aus dem Vorstand

                                       «Ein grosses Kompliment an die FGZ! Das realisierte Anergienetz hat weit über
                                       die Stadtgrenzen hinaus Beachtung gefunden und ist sehr beeindruckend: Die
                                       erzielte Breitenwirkung einerseits und die massgebliche CO2-Reduktion anderer-
                                       seits sind für mich positive Beispiele auf dem Weg zu Netto-Null.»

                                       Joël Barra, städtischer Vertreter im Vorstand

                                                                 11
Menschen &
  Geschichten
 Holzarbeiten für den Garten, schnell etwas sägen, Kunstprojekte oder
  Recycling alter Möbel – für all das und vieles mehr gibt es die FGZ-
Holzwerkstatt. FGZ-Mitglieder dürfen die Werkstatt gratis nutzen. Lesen
Sie von 3 Mitgliedern, die regelmässig in der Werkstatt anzutreffen sind.

                                   12
Menschen & Geschichten

Emil (61) – die gute Seele
Anfangs kam Emil Trachsel nur zum Werkeln in die Holzwerkstatt. Der
gelernte Schreiner hatte seinen früheren Beruf zum Hobby gemacht
und beruflich umgesattelt. Er arbeitete nun bei den VBZ. Die Arbeit mit
Holz bedeutete ihm aber noch immer viel: «Ich fand’s super, in einer
professionell ausgestatteten Werkstatt meine Freizeit-Projekte zu ver-
wirklichen», erzählt er. Das ist über 30 Jahre her.

Der Mann für alles
Seither hat Emil nicht mehr viel Zeit gehabt für seine eigenen Holz-
Projekte. Denn seit rund 30 Jahren betreut er die FGZ-Holzwerkstatt.
«Damals suchten sie in der FGZ jemanden für die Betreuung der Holz-
werkstatt. Da man wusste, dass ich gelernter Schreiner bin, kam man
auf mich.» Als Betreuer der Holzwerkstatt sorgt Emil für Ordnung und
Ausstattung, vergibt die Schlüssel und führt neue Benutzer/innen ein.
Gelegentlich gibt er auch Kurse. In Emils Kinderkursen entstehen zum
Beispiel kleine Vitrinen oder Fruchtschalen. Mit Erwachsenen und Kin-
dern zusammen zimmert er Bienenhotels oder Vogel-Nistkästen. Man
muss aber nicht unbedingt einen Kurs buchen, um von Emils Wissen
zu profitieren. «Wenn ich vor Ort bin, tausche ich mich gerne mit den
Menschen in der Werkstatt aus. Man darf mich alles fragen. Ich helfe
gerne, wenn es Fragen bei der Umsetzung gibt.»

Vom Tablar bis zum Hühnerstall
Die FGZ-Holzwerkstatt ist professionell eingerichtet. Es gibt eindrück-
liche Profi-Maschinen wie eine Tischkreissäge oder eine Säulenbohr-
maschine, aber auch Alltäglicheres wie Akkubohrer oder Schleifmaschi-
nen. Das Material, das verarbeitet wird, muss selbst besorgt werden.
Und obwohl die Werkstatt ausschaut wie ein Ort für Profis, hat hier
jedes Vorhaben Platz. «Es gibt Leute, die kommen nur einmal, um ein
Tablar zuzuschneiden. Andere, um einen Tisch abzuschleifen. Es wurde
aber auch schon ein ganzer Hühnerstall gebaut», erinnert sich Emil
lachend. •

          13
Menschen & Geschichten

Tanja (45) –
die Einsteigerin
«Ich bin keine typische Handwerkerin
und habe eigentlich keine Ahnung von
Holz», sagt Tanja von sich. Und doch
ist sie eine regelmässige Benutzerin
der FGZ-Holzwerkstatt.

Die Werkstatt für alle Fälle
Eine Nachbarin erzählte Tanja 2014
von der FGZ-Holzwerkstatt. Seither
nutzt sie sie immer wieder. «Den
Werkstattschlüssel sollte man nicht
länger als 10 Tage behalten. Das ist
eine der Holzwerkstattregeln. Neben
Arbeit und Familie habe ich zudem
nicht viel Zeit», erzählt Tanja. «Meine
Projekte sind immer eine recht kon-
zentrierte Sache.»
Manchmal kommt Tanja für alltägliche
Dinge in die Werkstatt. Letzthin zum
Bespiel, um ein altes Holzbrett umzu-
funktionieren. Aber auch für Tanjas
persönliche gestalterische Projekte ist
die Holzwerkstatt wichtig. «Für diese
Arbeiten ist Holz momentan Mittel
zum Zweck», erzählt sie. «Ich arbeite
extrem gerne in der Holzwerkstatt.         mal habe ich das Gefühl, dass er
Wenn die Maschinen gerade nicht lau-       selber Freude daran findet. Das ist
fen, ist es sehr ruhig, und ich kann       schön. Eine solche Hingabe ist nicht
mich richtig in meine Arbeit vertiefen.»   selbstverständlich. Ich möchte Emil
                                           an dieser Stelle mal wieder von
Mit Rat und Tat                            Herzen dafür danken!» •
In der Holzwerkstatt gibt es aber noch
etwas, was Tanja besonders schätzt:
Es ist Emil Trachsels Rat. «Dank Emil
fühle ich mich in der Holzwerkstatt
immer willkommen. Mit ihm kann ich
meine Projekte besprechen. Emil
nimmt meine Ideen ernst, und manch-

                                                              14
Menschen & Geschichten

Björn (48) – der Bastler
Björn fährt mit einem weissen VW-           Austausch mit Gleichgesinnten             FÜR ALLE
Bus vor. Nicht etwa, weil er zu faul        Björn ist durchs Hörensagen auf die
zum Laufen ist, sondern weil der VW-        Holzwerkstatt gekommen. «Ich muss         Die FGZ-Holzwerkstatt liegt
Bus gleich noch etwas eingebaut be-         zugeben, dass ich mir die Holzwerksatt    an der Arbentalstrasse 304.
kommt. Der Bus ist Björns aktuelles         zuerst als Bastelraum mit Säge vorge-     Die Werkstatt steht allen
Projekt, für das er in die FGZ-Holz-        stellt habe», erzählt er. «Als ich dann   Genossenschaftern/-innen
werkstatt kommt.                            den Platz und die Maschinen gesehen       zur Verfügung.
                                            habe, war ich überrascht.» Bevor er
Corona-Hobby                                wusste, dass es die Holzwerkstatt gibt,   Ausstattung
Angefangen hat alles im Frühling 2020.      hat Björn zu Hause gewerkelt. Das war     Die Werkstatt ist professio-
Während des ersten Lockdowns hatte          wegen Platzmangel, Lärm und Staub         nell ausgestattet: Es gibt
der Dozent für Tages- und Kunstlicht        ungünstig. «Auch meine Frau ist froh,     Kleinmaschinen, eine Tisch-
Björn plötzlich ganz viel Zeit. Er war in   gehe ich heute für solche Sachen in die   kreissäge, eine Säulenbohr-
einem Sabbatical – musste also nicht        Holzwerkstatt», witzelt Björn.            maschine, eine Bandsäge
arbeiten; durfte aber auch nicht ver-                                                 und eine Schleifmaschine.
reisen wie geplant. «Die Gartensaison       Neben dem praktischen Nutzen ar-          Das benötigte Material muss
stand bevor, und ich wollte schon           beitet er auch gern in der Werkstatt,     selber besorgt werden.
lange mal eine Dom-Kuppel bauen.            weil er den sozialen Austausch mag.
Diese wollten wir dann als Tomaten-         «In der Werkstatt kommt man sehr
haus nutzen.» Björn ist ein Bastler und     schnell in Kontakt. Man hat ein ge-       WIE WEITER?
setzte sich in den Kopf, den Dom aus        meinsames Thema, gibt sich Inputs
recycelten Materialien zu bauen. Aus        und hilft einander – das ist doch         Interessierte melden sich
den Latten eines entsorgten Latten-         eine besonders schöne Form des ge-        bei Emil Trachsel:
rosts und alten Fahrradspeichen ent-        nossenschaftlichen Gemeinschafts-         044 462 36 34
stand nach und nach Björns Dom.             gedankens!» •                             freizeit@fgzzh.ch
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                                E-Mails und Gesprächen.

           E-Mail
    Liebe FGZ

    Der Ersatzneubau Grossalbis macht einen tollen Eindruck. Eine perfekte Weiterentwicklung
    der alten Bauten. Schon mit der Grünmatt ist der FGZ in meinen Augen ein Wurf gelungen.
    Ich kann mir vorstellen, dass bei solchen Bauten derart viel beachtet werden muss, dass
    zwingend irgendwelche Konzessionen gemacht werden müssen. Das Interview mit Donald
    Sigrist von INFRAS im FGZ-Info 2021-1 zeigt dies auch gut auf. Einziger Wermutstropfen
    meinerseits sind bei den beiden Siedlungen die relativ geringe Verdichtung (Faktor 1,2 in der
    Grünmatt, beim Grossalbis finde ich dazu keine Angaben) und die Tiefgaragen, dank oder
    vielmehr wegen denen alleine das Erreichen der 2000-Watt-Gesellschaft unrealistisch bleibt.

    Beste Grüsse
    Kurt Eichenberger

                                                                                             E-Mail
                                                                                     Liebe FGZ
    Anruf
                                                                                     für die Karte zu meinem 75.
Für Menschen, die nicht gut sehen, ist der Friesenbergplatz                          Geburtstag und die feinen
nachts ein Problem. Die dunklen Steine und die schräge An-                           Pralinen bedanke ich mich
ordnung der Treppe sind eine Sturzgefahr. Ich möchte daher                           herzlich. Ich kann Ihnen ver-
anregen, dass die FGZ die Treppenbereiche mit weisser Farbe                          sichern, dass es mir nach
gut ersichtlich markiert – auch wenn dies den Platz dann                             bald 50 Jahren (Zuzug 1972)
«weniger schön» macht. Sicherheit geht vor Ästhetik!                                 weiterhin sehr wohl ist im
                                                                                     Friesenberg.
Bewohnerin des Quartierzentrums
(Name der Redaktion bekannt)                                                         Freundliche Grüsse
                                                                                     Robert Pfäffli

                                                        16
Anruf
                                                                                                      Wieder einmal ist der Trockenraum noch
                                                                                                      voller Wäsche, wenn ich Waschtag habe.
                                                                                                      Es gibt trotz der neuen und vereinfachten
                                                                                                      Wäscheordnung Leute, die sich nicht an
                  «Liebe FGZ                                                                          die Regeln halten, was für die Nachbarn

           Es hat uns sehr viel Spass                                                                 sehr mühsam ist. Ich bin dafür, dass die
                                                                                                      FGZ in regelmässigen Abständen alle
           gemacht, den Müll einzu-                                                                   Bewohnenden daran erinnert, sich an

            sammeln. Wir finden es                                                                    Haus- und Wäscheordnung zu halten!

               eine gute Aktion!»                                                                     N. B.

                            Rückmeldung zur
                        Anti-Littering-Kampagne

                                                                                              E-Mail
                                                                                     Liebe FGZ
                   Gespräch
                                                                                     COOLES Mitteilungsblatt haben Sie da aus dem
           Mir fällt auf, dass in einigen Liegenschaf-                               Boden gestampft respektive redesignt. Macht
           ten Tag ein Tag aus die Kippfenster offen                                 richtig Spass, darin zu blättern und zu lesen!
           sind. Im Sommer mag das gehen – aber                                      Informiert und unterhält, was will man mehr.
           im Winter ist die Energieverschwendung
           enorm. Ich würde es unterstützen, dass die                                Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und einen
           Verwaltung aktiv auf diese Problematik                                    schönen Tag!
           eingeht. Vielleicht ist ja gar nicht bekannt,
           wie problematisch das ist.                                                Mit besten Grüssen
                                                                                     F. C.
           Langjähriges FGZ-Mitglied
           (Name der Redaktion bekannt)

Ihre Meinung ist uns wichtig!
Wir freuen uns, wenn Sie an den Themen und Debatten unserer Genossenschaft Anteil nehmen möchten. Leserbriefe können Sie an die Verwaltung
(Friesenbergplatz 1, 8045 Zürich), E-Mails an fgz-info@fgzzh.ch schicken, wobei sich die Rubrik «Post» nicht auf Zuschriften beschränkt. Grundsätzlich
werden nur jene Leserbriefe berücksichtigt, die vor Redaktionsschluss und mit Namen bei uns eintreffen. Aufgrund des nur beschränkt zur Verfügung
stehenden Platzes sind wir manchmal gezwungen, für die Druckversion eine Auswahl zu treffen. Diese Auswahl erfolgt unabhängig von der inhaltlichen
Stossrichtung, wobei kürzere Zuschriften und jene mit grösserem Informationsgehalt für die Gesamtgenossenschaft bevorzugt behandelt werden. Für
die Druckversion gilt eine maximale Beitragslänge von 1000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Die Leserbriefe, die nicht in der Druckversion abgebildet werden
können, werden auf der Webseite veröffentlicht: fgzzh.ch/aktuell/fgz-info

Leserbriefe, die sich diffamierend gegenüber einer Person/einer Personengruppe äussern, dessen/deren Rechte verletzen und/oder Sachverhalte nicht
wahrheitsgetreu abbilden, werden nicht veröffentlicht.

Redaktionsschluss nächste Ausgabe: 30. November 2021

                                                                            17
Aus der FGZ
Neues, Interessantes und Wissenswertes aus
Verwaltung und Vorstand.

Rückblick Generalversammlung

Mit knapp 85% Ja-Stimmen haben die Genossenschafter/innen am 21. Juni 2021 den Projektierungs-
kredit für den geplanten Ersatzneubau Grossalbis bewilligt. Damit wird das Projekt «IM FRIESEN-
BERG» von Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten zum Bauprojekt ausgearbeitet. Anstelle der
in den 1930er Jahren gebauten 74 Reihen-Einfamilienhäuser sollen nun 117 neue Wohneinheiten
auf 4 Etagen entstehen. Der Baukredit für das ausgearbeitete Projekt wird voraussichtlich in
2 Jahren der Generalversammlung vorgelegt. Die 37 nominierten Vertrauensleute wurden eben-
falls gewählt. Die Stimmbeteiligung lag bei 26,1%.

Da die FGZ-Generalversammlung wegen der Corona-Situation nicht wie üblich im Zürcher Volkshaus
stattfinden konnte, wurden die Abstimmung über den Ersatzneubau und die Wahl der Vertrauens-
leute schriftlich durchgeführt. Die Genossenschafter/innen hatten die Möglichkeit, im Vorfeld an
einer Online-Veranstaltung Fragen zu stellen. Lesen Sie hier mehr dazu:
fgzzh.ch/resultate-der-fgz-gv-2021/

                                                            18
Herzlichen Dank an Pia und Johannes!

Diesen Sommer haben wir 2 langjährige Ange-               Johannes Marx war seit Juli 2008 angestellt, da-
stellte verabschiedet, denen Sie an der GV und            mals wurde die Stelle des Kommunikationsbe-
vielen anderen Veranstaltungen sicher begegnet            auftragten neu geschaffen. Schon seit 1995 pro-
sind: Pia Scherer und Johannes Marx.                      duzierte er im Auftragsverhältnis das FGZ-Info.
                                                          Insgesamt 89 Nummern des «Heftli» hat er or-
Pia Scherer begann ihr Engagement in der FGZ              ganisiert, zum grossen Teil selber geschrieben,
1990 ehrenamtlich in der Kompostgruppe, die sie           fotografiert, redigiert und gelayoutet. Er erzählt:
mitbegründet hat. Unter anderem wegen ihrer               «In den letzten Tagen vor dem Drucktermin war
Aufbauarbeit für die gemeinschaftliche Kompos-            es bis zur letzten Nummer stressig, aber irgend-
tierung in der FGZ wurde sie 1993 in die Garten-          wie wurde es doch jedes Mal fertig.» Auch die
kommission gewählt. 1995 wurde sie in der FGZ-            Betreuung der Website und vieles mehr in der
Verwaltung als Sachbearbeiterin für ökologische           FGZ-Kommunikation gehörten zu seinen Auf-
Mieteranliegen und Wohnumfeldfragen angestellt.           gaben, manchmal auch Ausgefalleneres. So hat
1996 wurde sie Protokollführerin für den Leitenden        er beim Wechsel des Signallieferanten für das
Ausschuss und den Vorstand und im Jahr 2000               FGZ-Kommunikationsnetz 2008 viele TV-Geräte
Assistentin der Geschäftsleitung. Sie sagt rück-          neu programmiert und Internet-Modems ausge-
blickend: «Diese 25 Jahre bei der FGZ waren für           wechselt. «Eine spannende Zeit war das,» sagt
mich sehr positiv und interessant, ich habe meine         er heute, «ich bekam so Einblick in verschiedene
Arbeit sehr gemocht. Es gab immer neue Heraus-            FGZ-Haushalte. Kommunikation für die FGZ zu
forderungen und auch sehr intensive und arbeits-          machen, war überhaupt ein sehr interessanter
reiche Phasen. Es war alles andere als eintönig           und vielseitiger Job.»
und stets begleitet vom Gefühl, ‹für etwas Gutes
zu arbeiten›. Ich bin und bleibe Fan dieser Ge-           Wir möchten euch beiden von Herzen für euer
nossenschaft. Auch wenn ich mich auf die Pen-             Engagement und eure Leistungen danken. Wir
sion freue, werde ich es vermissen, immer nahe            werden euch sehr vermissen!
am FGZ-Puls zu sein.»

                                                     19
Wir räumen auf

Wir sind intensiv am Entrümpeln: In diver-
sen Gemeinschaftsräumen, wie etwa dem
Veloraum, stehen Gegenstände, die nicht
dorthin gehören und entsorgt werden soll-
ten – kaputte Velos, alte Kinderwagen,
Möbel und anderes. Das sieht nicht nur
unordentlich aus und stört Nachbarn: An
Orten wie Korridoren stellt dies wegen der
verstellten Fluchtwege auch ein Sicher-
heitsproblem dar. In den Etappen 3, 11, 15,
17, 19, 23 und 24 wurde bereits entrümpelt,
weitere Aufräum-Aktionen folgen. Die Be-
wohner/innen werden jeweils vorab schrift-
lich über den Termin und den genauen Ab-
lauf informiert. Wir danken allen betroffenen
Mietern/-innen für ihre Mithilfe!

Kunst von Heinz Nehrwein

Wir sind auch eine Galerie: Der Eingangsbereich der FGZ-
Verwaltung am Friesenbergplatz steht Künstlern/-innen
der Genossenschaft jeweils für ein Jahr als Ausstellungs-
raum zur Verfügung. Seit Juni 2021 sind Aquarellbilder von
Heinz Nehrwein zu sehen. Als pensionierter Lehrer findet
Heinz Nehrwein jetzt Zeit, sich seiner grossen Leiden-
schaft, dem Aquarell-Malen, zu widmen. Die Bilder können
Sie im Eingangsbereich der Verwaltung besichtigen und
auch erwerben.

                                                             20
21
Aus der FGZ

Wir stellen uns vor:
Caroline Zurwerra, Empfang der Verwaltung

Mein Job ist: Ich gehöre zum Team
Vermietung und Mitglieder. In dem
Rahmen betreue ich den Empfang
und die Gemeinschaftsräume mit
allem, was dazu gehört.

Was mir an meiner Arbeit am meis-
ten gefällt: Mein Job ist sehr ab-
wechslungsreich und spannend. Der
Kontakt zu Menschen ist mir sehr
wichtig – mein Wunsch ist, dass jeder
mit einem Lächeln vom Empfangs-
schalter weggeht.

Dauer der Anstellung bei der FGZ:
Ich habe im Dezember 2016 begon-
nen, ich bin also seit 5 Jahren bei
der FGZ.

Meine Laufbahn: Ich war davor bei
einer Stiftung tätig und habe sozial
benachteiligten Menschen bei der
Wohnungssuche geholfen. Das war
in einem ähnlichen Bereich, aber das
Aufgabenfeld war anders. Der rote
Faden meines Berufslebens ist, dass
ich immer Leute vernetzt und unter-
stützt habe. Unter anderem habe ich
bei der Aidshilfe Schweiz gearbeitet.

Das tue ich am liebsten: Schwimmen
in der Limmat – gerne auch im Winter!
Und ansonsten sind meine Leiden-
schaften Kunst, Kino und Küche.           mit Woody Allen – ich habe Wurzeln in   Wenn ich ein Tier sein könnte, wäre
                                          Paris und ich liebe Woody Allen, weil   ich: Ein Milan … Ich liebe Vögel. Und
In welcher Film-/Serienwelt würde         er mich zum Lachen bringt.              Milane haben einen speziell eleganten
ich am liebsten leben: Das ist eine                                               Flug.
schwierige Frage. Entweder in «Girls      Lieblingsort in der FGZ: Natürlich
from Ipanema». Die Netflix-Serie spielt   der Friesenbergplatz – das ist mein     Das wünsch ich mir: Respekt und
in Rio de Janeiro in den 50/60er Jah-     Platz! Ich sehe ihn den ganzen Tag      Toleranz in der Begegnung. Immer
ren. Musik und Mode sind einfach fan-     von meinem Arbeitsplatz. Ich sehe       mit einer Prise Humor!
tastisch! Oder in «Midnight In Paris»     das Treiben, das Leben, die FGZ.

                                                            22
Aus der FGZ

                                      100-Jahr-Jubiläum – das sind die News

                                      Im Jahr 2024 wird die FGZ 100 Jahre alt – und das soll, wie bereits an-
                                      gekündigt, im Rahmen eines mehrtägigen Jubiläumsfestes gefeiert
                                      werden. Es freut uns, dass auf unseren Aufruf zur Mitgestaltung der
                                      Feierlichkeiten so viele gute Ideen eingegangen sind. Das Organisati-
                                      onskomitee steht inzwischen fest und wird sich im Herbst zum 1. Mal
                                      treffen. Es setzt sich aus Mitgliedern der Genossenschaft zusammen
                                      und erhält bei der Ausarbeitung des Jubiläumskonzepts Unterstützung
                                      von der FGZ-Verwaltung sowie einer professionellen Eventorganisation.
                                      Zusätzlich zum Organisationskomitee hat sich Ende August eine Pro-
                                      jektgruppe aus der Genossenschaft mit der Verwaltung zusammen-
                                      getan, um ein Darstellungskonzept des Zeitdokuments zu entwickeln.

                                                                  Analyse der Tragwerke und
                                                                  Bausubstanz

                                                                  Wie im letzten FGZ-Info auf Seite 19 be-
                                                                  richtet, ist im Frühling eine Einschätzung
                                                                  der Gebäudetragwerke angelaufen. In den
                                                                  betroffenen Siedlungen (Etappen 4, 5 und
                                                                  12) wurden Rundgänge und Besichtigun-
                                                                  gen gemacht. Als 1. Erkenntnis können wir
                                                                  mitteilen, dass aktuell bei keinem Reihen-
                                                                  Einfamilienhaus statische Sicherheitmass-
                                                                  nahmen erforderlich sind.

Kunst für alle

Im Rahmen des Ersatzneubaus haben das Zürcher Künstlerduo Lutz &
Guggisberg Wandarbeiten in Hauseingängen der 25. Etappe und die
Skulptur «GROSSER WART» auf dem Friesenbergplatz realisiert. Zur Ent-
stehung der Kunstwerke haben sie im Auftrag der FGZ einen Bildband
gestaltet. Als Genossenschafter/in können Sie sich kostenlos eine Aus-
gabe in der Geschäftsstelle abholen. Kunst in Verbindung mit Architektur
und Stadtraum ist eine gepflegte Tradition in Zürich. Die Idee ist, Kunst zu
fördern und für alle erlebbar zu machen. Die FGZ unterstützt dieses An-
liegen und verwirklicht bei Neubauten eigene Kunst-und-Bau-Projekte.

                                               23
Aus der FGZ

Corona-Unterstützung für Gewerbemietende

Die FGZ unterstützt das sogenannte Drei-Drittels-Modell der Stadt Zürich und hat im Frühling
ihre Anträge dafür an die Stadt überwiesen. Das Modell sieht vor, dass Stadtzürcher Gewerbe-
mieter und -mieterinnen, die in der Zeit vom Dezember 2020 bis Februar 2021 wegen der Co-
rona-Massnahmen ihr Geschäft vorübergehend schliessen mussten – oder weniger Umsatz
erzielten –, bei der Stadt Zürich rückwirkend Unterstützung anfordern können: Die Mietenden
müssen nur einen Drittel der Miete für diese Zeitspanne bezahlen, sofern der Vermieter (in
diesem Fall die FGZ) bereit ist, auf einen Drittel der Miete zu verzichten. Das letzte Drittel über-
nimmt die Stadt Zürich.

    Letzte Gelegenheit für die
    Mietumfrage

    Ein herzliches Dankeschön an alle, welche
    die Mietumfrage bereits eingereicht haben.
    Wer noch nicht dazu gekommen ist, hat
    noch bis am 25. Oktober 2021 die Möglich-
    keit dazu. Diese Umfrage ist für die FGZ
    wichtig, da nur so faire Mietzinse mit ak-
    tualisierten Umlagen möglich sind. Wir
    möchten Sie daher höflich bitten, die Um-                       Neue Waschküchenordnung
    frage rechtzeitig zurück zuschicken. Bitte
    beachten Sie zudem, dass Sie die Steuer-                        Wir freuen uns, dass die neue Wasch-
    erklärungen aller Personen, die in Ihrem                        küchenordnung nach langem Reifepro-
    Haushalt leben, mitschicken müssen.                             zess nun steht: Um den Bedürfnissen
                                                                    möglichst aller gerecht zu werden, haben
                                                                    das Bewirtschaftungsteam und FGZ-
                                                                    Sozialarbeiter Simon Kägi zahlreiche
                                                                    Gespräche geführt und auf dieser Basis
                                                                    eine neue Waschküchenordnung ver-
                                                                    fasst, die einheitlich ist. So ist beispiels-
                                                                    weise die Benützung der Trocknungsan-
                                                                    lagen nun überall kostenlos.

                                                           24
Aus der FGZ

Vorstand diskutiert
Parkplatzfrage
Der FGZ-Vorstand trifft sich etwa 10-mal im Jahr – auf dieser Seite lesen
Sie, was ihn am meisten beschäftigt. Mit der Einsetzung seiner 4 neuen
Kommissionen hat der Vorstand das 2017 gestartete Projekt zur Organi-
sationsentwicklung abgeschlossen. Weitere Entscheide betrafen ein
Materialisierungskonzept bei Umbauten, das Vorgehen für das 100-Jahr-
Jubiläum und das neue Konzept des Jugendbeirats. Diskutiert hat der
Vorstand auch die Vorbereitung der Generalversammlung 2021 sowie die
Parkplatzfrage bei Neubauten – ein kontroverses Thema.

Die 4 neuen FGZ-                       Dank und Abschied an einem Sommerfest
Kommissionen                           Mit den neuen Kommissionen schliesst der Vorstand die vor 4 Jahren eingeleitete
Bei den Kommissionen des Vor-          Organisationsentwicklung ab. Mit einem sommerlichen Abendessen wurden die
stands gab es in der FGZ-Ge-           Verdienste der bisherigen Kommissionen gewürdigt, die ehemaligen Mitglieder
schichte immer wieder Verän-           wurden mit Dank verabschiedet. Im 3. Quartal nimmt der Vorstand gemeinsam
derungen. Die jüngste Verände-         die Arbeit in der neuen Konstellation auf.
rung per Juli 2021 hatte in 1. Linie
zum Ziel, die operativen Tätig-
keiten wieder bei der Verwaltung       Neues Konzept für den Jugendbeirat
anzusiedeln. Für strategisch-          In der FGZ leben viele Kinder und Jugendliche. Es ist uns ein grosses Anliegen, ihre
beratende Tätigkeiten kann der         Bedürfnisse zu kennen. Um herauszufinden, wie die Anliegen und Ideen der Jungen
Vorstand neu auf 4 ständige            im Quartier eingebracht werden können, wurde daher vor 4 Jahren ein Pilotprojekt
Kommissionen zurückgreifen:            gestartet. Nun ist der Jugendbeirat eine ständige Mitwirkungsgruppe und hat ein
die Bauten- und Aussenraum-            neues Konzept. Die Begleitung werden neu statt der Sozialkommissionsmitglieder
kommission, die Finanzkommis-          2 freiwillige Koordinatoren oder Koordinatorinnen übernehmen.
sion, die Sozialkommissionen
und die Vermietungskommission.
Der Vorstand hat über eine Aus-        Debatten zu Parkplatzfragen
schreibung fachlich geeignete          Wie im Gemeinderat der Stadt Zürich geben auch in der FGZ Autoparkplätze im-
und motivierte FGZ-Mitglieder          mer wieder Anlass für Diskussionen. Die einen beklagen zu wenig Parkplätze, die
gefunden. Die neuen Mitglieder         anderen wollen nur noch autofreie Siedlungen bauen. Gemeint sind Siedlungen,
sind auf der Website aufgelistet       bei denen die Bewohner/innen auf ein Auto verzichten, was mietvertraglich festge-
unter fgzzh.ch/genosseschaft/          halten ist. Der Vorstand hat die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Parkierungs-
gremien.                               konzeptes beauftragt. Nun hat er eine zentrale Frage geklärt: Wir möchten den im
                                       GZ-Leitbild vorgezeichneten Weg weiterführen und das autofreie und autoarme
                                       Wohnen fördern. Denn Wohnen ohne Auto reduziert Lärm, Umweltbelastung und
                                       schont das Portemonnaie. Aus diesem Grund soll es in Neubausiedlungen nur noch
                                       zurückhaltend Parkplätze für Privatautos geben. Nur noch etwa die Hälfte der künf-
                                       tig umziehenden Genossenschaftsmitglieder könnten damit beim Einzug in eine
                                       Neubauwohnung ihr Auto behalten. Der Vorstand wird das Konzept ungefähr An-
                                       fang 2022 nach seiner Erarbeitung breiter zur Diskussion stellen.

                                                             25
Immer ein
              offenes Ohr
           Wohnen ist Leben – in all seinen Facetten. Und wo Menschen wohnen,
         gibt es Reibungen. Simon Kägi, Sozialarbeiter bei der FGZ-Sozialberatung,
             weiss das genau: Er hilft und weiss Rat, wenn es privat oder in der
                            Nachbarschaft mal nicht rundläuft.

Simon Kägi wird es als Sozialarbeiter     können überfordern. Sei es wegen
einer grossen, durchmischten Wohn-        sprachlicher Hürden oder altersbe-        KURZ & BÜNDIG
baugenossenschaft nie langweilig:         dingt», erklärt Kägi. Betroffene können
«Rund ein Drittel meiner Fälle sind       sich von Simon Kägi helfen lassen –       • Die FGZ-Sozialberatung ist
Nachbarschaftskonflikte. Da geht          einige tun dies über Jahre. Gemeinsam      für Genossenschafter/innen
es oft um Lärm, Unordnung oder            mit dem Sozialarbeiter halten sie          kostenlos.
störende Gerüche.» Etwa genauso           Ordnung in ihren Papieren, öffnen
häufig kümmert sich Kägi um FGZ-          die Post, machen Zahlungen oder           • Beratungsleistungen:
Bewohnerinnen und -Bewohner mit           Anträge.                                   – bei persönlichen/familiä-
finanziellen Problemen. Seine Arbeits-                                                 ren Fragen
tage beginnen meist in seinem Büro        Informieren bei Beziehungsfragen
                                                                                     – bei finanziellen Problemen
am Friesenbergplatz. Dort liegen auch     Danach kommen Frau und Herr W.
                                                                                     – bei Nachbarschafts-
alle anderen Verwaltungsbüros der         zur Sozialberatung. Sie wollen sich
                                                                                       konflikten
FGZ. Die Sozialberatung befindet sich     scheiden lassen. Beide möchten
aber nicht im gleichen Gebäude. Das       weiter in der FGZ wohnen und haben         – Zusammenarbeit mit
ist Absicht: «Wer zu mir kommt, kann      2 Kinder. Sie möchten wissen, wie sie        anderen Fachstellen
das diskret tun», sagt Kägi. «So zeigen   den bevorstehenden Wohnungswech-
wir den Menschen, dass sie sich in        sel bei der FGZ beantragen müssen.
einem diskreten Rahmen Hilfe holen        «Solche praktischen Fragen werden
können.»                                  oft gestellt, wenn eine Trennung oder
                                          Scheidungen ansteht», erzählt Kägi.
Unterstützen im Alltag                    «Es geht aber auch um grundsätz-
Hilfe geholt hat sich zum Beispiel Herr   lichere Themen. Zum Beispiel, wenn
F. Heute Morgen hatte er einen Termin     Menschen in ihrer Beziehung nicht
bei Simon Kägi. Administrative Dinge      mehr zufrieden sind und sich darüber
bereiten ihm Mühe. Alle 2 Jahre muss      informieren möchten, was eine
Herr F. beim Amt für Zusatzleistungen     Trennung oder Scheidung bedeuten
Unterlagen einreichen. Das Stadt-         würde.»
zürcher Amt überprüft, ob er noch An-
spruch auf Unterstützung hat. Simon       Vermitteln bei Nachbarschafts-
Kägi hilft ihm beim Ausfüllen der For-    konflikten
mulare und Zusammenstellen der nö-        Vor der Mittagspause bereitet sich
tigen Dokumente. «Solche Aufgaben         Kägi für eine Waschküchensitzung

                                                            26
Die FGZ-Sozialberatung

«Oft hilft es bereits, wenn Menschen zusammensitzen und miteinander sprechen», so Simon Kägi.
Hier in einer nachgestellten Nachbarschaftssitzung.

am Abend vor. Konflikte rund um die           Schwierigkeiten und hat Schulden.
Waschküche sind ein Klassiker, wenn           Nach Gesprächen mit Simon Kägi ist
es um Streit in der Nachbarschaft             Herr K. bereit, Hilfe anzunehmen. Die
geht. Themen sind Waschpläne,                 Stiftung Hilfsfonds FGZ wird einen
                                                                                                   i s se n sw ert
Nutzungszeiten, blockierte Wäsche-
leinen oder unterschiedliche Auf-
                                              Teil der Schulden decken, jedoch mit
                                              dem Hinweis, dass Herr K. sich lang-
                                                                                                 W
fassungen von Hygiene. Zu diesen              fristig beraten lässt. Heute begleitet
Waschküchensitzungen ist jeweils              ihn Kägi zur Schuldenberatung. «Sol-
das ganze Haus eingeladen. «Oft               che kleinen Gesten sind wichtig», er-             • Die FGZ-Sozialberatung ist
führen Unwissen oder Missverständ-            zählt er, «sie nehmen den Menschen                 auch Antragsstelle für die
nisse zu den Konflikten. Darum lohnt          die Hemmungen, sich die nötige Hilfe               Stiftung Hilfsfonds FGZ. Sie
es sich, einem Problem gleich am              zu holen.»                                         leistet Genossenschaftern/
Ort des Geschehens auf den Grund                                                                 -innen finanzielle Hilfe in
zu gehen», sagt Kägi. Vor Ort könne           Ob praktische oder persönliche                     Notsituationen.
er zeigen, wie das Tumblersieb ge-            Fragen – Simon Kägi hat immer ein
putzt werden müsse, oder sicherstel-          offenes Ohr. Nach ersten Gesprächen               • Mehr zur Stiftung Hilfsfonds
len, dass alle die Nutzungszeiten             kann es jedoch sein, dass er seine                 FGZ unter fgzzh.ch/service/
der Waschküche kennen.                        Klienten/-innen an geeignete Stellen               stiftung-hilfsfonds/
                                              weiterleitet: «Ich bin weder Paarthe-
Helfen bei Geldproblemen                      rapeut noch Schulden- oder Erzie-
Kägis Termin am Nachmittag findet             hungsberater. Aber ich kann dafür
ausser Haus statt. Sein Klient, Herr          sorgen, dass Betroffene mit ihrem je-
K., hat bereits 2 Monate keine Miete          weiligen Problem die richtige Unter-
bezahlt. Er steckt in finanziellen            stützung erhalten.»

                                                                  27
Die FGZ-Sozialberatung

Auf gute Nachbarschaft                   Konflikte, da hilft nichts mehr. Dann
Auf dem Weg zurück ins Büro macht        kommt es zu Umzügen oder in sel-           HINWEIS
Kägi noch einen Abstecher durch          tenen Fällen zu Kündigungen.»
Etappe 14. Der Grund für den Umweg                                                  • Kontakt Sozialberatung:
steht im Garten einer Liegenschaft:      So weit kommt es beim Trampolin in           044 456 15 49
ein grosses Trampolin. «Mein Lieb-       Etappe 14 nicht: «Bei den Trampolin-         sozialberatung@fgzzh.ch
lingsthema», schmunzelt Kägi. «Im-       Fällen hilft oft ein Stundenplan, der
mer wieder gibt es Streit wegen des      regelt, wann Ruhezeiten sind», erklärt     • Öffnungszeiten der
Lärms.» Wie immer macht sich Kägi        er. «Damit und mit etwas Toleranz und        Sozialberatung:
vor Ort ein Bild über die Situation,     Rücksichtnahme von allen Seiten ist          Dienstag
spricht mit Anwohnenden, will wissen,    das Problem in der Regel gelöst – wie
                                                                                      9.00–12.00 Uhr
was bereits unternommen wurde.           bei den meisten Konflikten», sagt Kägi
                                                                                      13.30–19.00 Uhr
«Bei Konflikten, die noch nicht eska-    und macht sich auf zur Waschküchen-
liert sind, helfe ich den Beteiligten,   sitzung. •                                   Mittwoch, Donnerstag
Lösungen zu finden. Eine solche lässt                                                 9.00–12.00 Uhr
sich meistens finden. Es gibt jedoch                                                  13.30–17.00 Uhr

                 1                                          2                                    3
          Reden Sie                         Organisieren Sie sich                       Holen Sie
                                                                                      Unterstützung

   Kommunizieren                             Protokollieren                       Melden
   – Eine Person weiss manch-                – Holen Sie Unterstützung bei        – Melden Sie sich bei der
     mal nicht, dass ihr Verhalten             Nachbarn/-innen.                     Verwaltung.
     stört.                                  – Schreiben Sie der Person           – Melden Sie sich bei der
   – Wählen Sie einen ruhigen                  mit dem störenden Ver-               FGZ-Sozialberatung.
     Moment für ein Gespräch.                  halten (nicht anonym).             – Bei Nachtruhestörungen
   – Überlegen Sie, was Sie der              – Führen Sie ein Vorfalls-             oder Eskalation (Streit, Ge-
     Person sagen wollen.                      Protokoll.                           walt) rufen Sie die Polizei.
   – Bleiben Sie sachlich.

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Die FGZ-Sozialberatung

Stress-Test Corona
Corona hat auch die Arbeit der FGZ-
Sozialberatung geprägt. Simon Kägi
erzählt, was war, und fragt sich, was
bleiben wird.

Simon Kägi, «Bleiben Sie zuhause»              Ich habe im vergangenen Jahr zum
war lange das Motto. Was haben                 Beispiel deutlich mehr zu Scheidun-
Sie als Sozialberater einer Wohn-              gen oder Trennungen beraten.
baugenossenschaft davon ge-
merkt?                                         Corona als Stress-Test für das Zu-
«Wohnen» war zentral in dieser Zeit.           sammenleben auf allen Ebenen –
Aussergewöhnlich war die Situation             wie steht es um die Gemeinschaft
jeweils während der Lockdowns. Im              in der FGZ?
1. Lockdown war die Stimmung soli-             Ich stelle fest, dass die Situation auch
darisch, die Leute waren hilfsbereit           im Zusammenleben in der FGZ Spuren
und tolerant. Ganz anders im 2. Lock-          hinterlassen hat. Die Stimmung ist
down: Im Frühjahr 2021 hatte ich fast          zum Teil angespannt und der Umgang
doppelt so viele Beratungen wie in             miteinander verhärtet. Meine Sorge
den Jahren davor.                              ist, dass die eine oder andere Nach-
                                               barschaftsbeziehung zerrüttet bleibt.
Mit welchen Problemen kamen die
Leute zu Ihnen?                                Was können Einzelne tun, um die
Lärm war klar das Hauptproblem:                Situation zu entspannen?
Homeoffice und laute Musik oder                Bewusst aufeinander zugehen und
Kinderlärm vertragen sich schlecht.            miteinander reden. Eine aufrichtige
Wir haben Liegenschaften, die ring-            Entschuldigung für verursachten
hörig sind. Zusammen mit dem Stress,           Lärm aus Eigeninitiative zum Beispiel.
den die Situation an sich schon ver-           Eine kleine Geste, die oft Wunder
ursacht, hat das teilweise zu heftigen         wirkt. •
Konflikten geführt. Innerfamiliäre Kon-
flikte traten auch deutliche mehr auf.

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In den
                Siedlungen
                        Was passiert vor der Haustüre? Hier erfahren Sie es.

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                                                         Neugestaltung «Cheeri»

                                                         Wo: Gründeretappen (Etappen 1 und 2), Rossweidli,
                                                         oberer Kleinalbis, Langweid (Etappe 12), Adolf-Lüchinger-
                                                         Strasse (Etappe 16)

                                                         Den Spiel- und Aufenthaltsplatz «Cheeri» bei der Etappe 1
                                                         möchten die Nutzerinnen und Nutzer gerne neu gestalten
                                                         und haben zu diesem Zweck die IG Frischi Cheeri gegrün-
                                                         det. Mit deren Vertretern/-innen hat die FGZ-Verwaltung
                                                         im Juni ein Treffen durchgeführt, bei dem auch die direkten
Licht in der Dunkelheit                                  Anwohner/innen sowie eine Vertrauensperson des Rayons
                                                         anwesend waren. Die Rückmeldungen und Anliegen wur-
Wo: Siedlung Adolf-Lüchinger-Strasse                     den von externen Spezialisten ausgewertet und sollen im
(Etappe 16), Hegianwandweg 77                            Herbst im Rahmen einer Projektskizze den Bewohnerinnen
Wann: 21. Dezember 2021, ab 17.00 Uhr                    und Bewohnern der Etappen 1 und 2 vorgestellt werden,
                                                         damit über eine Neugestaltung diskutiert werden kann. Wir
Am 21. Dezember 2021 ist Wintersonnenwende.              freuen uns auf den weiteren Austausch – denn Aussen-
Wie schon seit vielen Jahren werden wir auch             räume, die für alle Altersgruppen attraktiv sind, liegen uns
dieses Jahr die schöne Tradition fortführen und          am Herzen.
die längste Nacht des Jahres mit einem Feuer er-
hellen. Elisabeth Fuchs und Eduard Hatt werden           Aus diesem Grund haben wir im Juli 2021 eine Befragung
das Feuer um 17 Uhr entfachen, es die ganze              unter den Bewohnern/-innen der Etappe 12 (Langweid) und
Nacht über hüten und Chai-Tee anbieten. Alle sind        der Etappe 16 durchgeführt. Wir wollten herausfinden, wie
herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Wer mag,            die Qualität der Spielplätze und Aussenräume beurteilt wird.
legt ein Holzscheit ins Feuer und übergibt den           Die Befragung hat ergeben, dass die Zufriedenheit mit dem
Flammen symbolisch seine Gedanken zum aus-               Aussenraum in der Siedlung sehr hoch ist. Von einigen Be-
klingenden Jahr. Ab 18 Uhr gibt es ein spezielles        wohnern/-innen haben wir auch Verbesserungsvorschläge
Familienprogramm mit Feuerspirale, Märchen               erhalten. Beispielsweise werden mehr Sitzmöglichkeiten für
oder Tanz für die Kinder.                                Jugendliche und Erwachsene gewünscht, sowie der Ausbau
                                                         der Sicherheit für Kinder, die auf den Strassen der Siedlung
                                                         spielen. Weitere Rückmeldungen und Massnahmen werten
                                                         wir noch aus.

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