INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN

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INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
INTEGRIERTE KOMMUNALE
SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG
FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
- ZUSAMMENFASSUNG -
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

       Integrierte kommunale Sportentwicklungsplanung
       für den Bezirk Reinickendorf von Berlin
       - Zusammenfassung-

       eine Studie in Auftrag gegeben vom Land Berlin
       vertreten durch das Bezirksamt Reinickendorf von Berlin

       Wissenschaftliche Leitung
       Prof. Dr. Michael Barsuhn, Prof. Dr. Jürgen Rode, Dipl.-Ing. Wolf Ahner

       Projektleitung
       M.Sc. Katharina Auerswald

                                                                                                      3
       Redaktionsleitung
       Prof. Dr. Michael Barsuhn

       Projektteam und Autorengruppe
       Dipl.-Ing. Wolf Ahner, M.Sc. Katharina Auerswald, Prof. Dr. Michael Barsuhn, Prof. Dr. Sil-
       ke Becker, M.Sc. Adrian Bursch, M.Sc. Kim Gödeke, M.A. Stefanie Krauß, B.A. Johannes
       Lau, M.Sc. Moritz Linow, Dipl. Sportwiss. Nadine Maurer, M.Sc. Konstantin Heinrich Pape,
       M.Sc. Christoph Rinne, Prof. Dr. Jürgen Rode, M.Sc. Philipp Schüller, Prof. Dr. Ditmar Wick

                                                                                                     IMPRESSUM
       Prozessbegleitende bezirkliche Steuerungsgruppe
       (AG Sportentwicklungsplanung)
       Katharina Auerswald, Lutz Bachmann, Michael Barsuhn, Wolfgang Doht, Tobias Dollase, Elke
       Duda, Elena Friesen, Nathalie Fritsch, Kerstin Gaebel, Nicole Gnuschke, Ilka Grafschmidt,
       Marius Helmuth-Paland, Frank Hinß, Andreas Hoff-Hörig, Markus Kiehne, Stefan Kolbe,
       Sabine Kuhnt, Hendrik-Brian Melz, Benjamin Neye, Klaus Raupach, Vincent Rödel, Jens
       Schäfer, Dietrich Schoof, Heike Sellenthin, Adnan Sugör, Detlef Trappe, Dietmar Ulbrich,
       Regina Vollbrecht, Thomas Wackermann, Peter Wiese, Rüdiger Zech, Marcin Zygowski

       Gesamtstädtische Steuerungsrunde
       Wolf Ahner, Katharina Auerswald, Michael Barsuhn, Mathias Braesel, Kerstin Gae-
       bel, Ilka Grafschmidt, Torsten Henning, Bernd Holm, David Kozlowski, Fran-
       ziska Maschler, Klaus Raupach, Erik Schlaaff, Ulrich Schmidt, Eckehard Scholz,
       Ralf Schönfeld, Anja Seegert, Steffen Senkbeil, Heinz Tibbe, Heike Zuzel

       Herausgegeben vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der
       Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, vertreten durch die Part-
       nerschaftsgesellschaft Prof. Dr. Rode/Prof. Dr. Barsuhn/Dipl.-Ing. Ahner

       Berlin, September 2021.
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

       INHALTS-
       VERZEICHNIS
       01. AUSGANGSSITUATION/ANLASS
                Im 21. Jahrhundert stehen Städte und Gemeinden vor der Herausforderung, sich zu an-
                sprechenden Lebens- und Bewegungsräumen zu entwickeln, um alle ihre Bewohner und
                Bewohnerinnen im kommunalen Standortwettbewerb mit attraktiven Sportstätten zu bin-
                den und einen Beitrag zur kommunalen Gesundheitsförderung zu leisten. In der Folge hat
                sich der Beratungsbedarf innerhalb von Verwaltungen, Politik und Sportverbänden deut-
                lich erhöht. Auf dieser Grundlage hat der Bezirk Reinickendorf mit Unterstützung des Se-
                nats einen „Integrierten kommunalen Sportentwicklungsplan“ (ISEP) in Auftrag gegeben.

                                                                                                            5
       02. ZENTRALE ERGEBNISSE DER BESTANDSAUFNAHMEN UND BEDARFSANALYSEN
                Eine Integrierte kommunale Sportentwicklungsplanung hat das Ziel, möglichst vie-
                le kommunale Stakeholder mit ihren Bedarfen einzubeziehen. Für den ISEP im Be-
                zirk Reinickendorf wurden alle Sportvereine, Schulen und Kindertagesstätten in
                die Analysen einbezogen. Zur Bedarfsanalyse der Bevölkerung konnte auf die
                2017 durch die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport durchgeführ-
                te Gesamtberliner Sportverhaltensstudie zurückgegriffen werden. Die Ergebnis-
                se wurden in Bezug zu bundesweit durch das INSPO erhobenen Daten gesetzt.

       03. ZENTRALE ERGEBNISSE DER BESTANDS-BEDARFS-BILANZIERUNG
                Auf Grundlage einer systematischen quantitativen und qualitativen Erfassung aller Sport-
                hallen und Sportplätze (Sportstättenkataster) wird neben zukünftig zu tätigenden In-
                vestitionsmaßnahmen eine Bestands-Bedarfs-Bilanzierung erstellt. In diesem Kontext
                sind sowohl die Sportflächenbedarfe des Vereinssports im Bezirk Reinickendorf und
                des privat organisierten vereinsungebundenen Sports als auch die Bedarfe des Schul-
                sports zur Durchführung eines lehrplangerechten Sportunterrichts berücksichtigt.

       04. MODELLRPOJEKTE
                Im Rahmen der Integrierten kommunalen Sportentwicklungsplanung wurden Konzept-
                ideen für eine standortbezogene und bedarfsgerechte bezirkliche Sportentwicklung in Form
                von Modellprojekten entwickelt. Die Analysen der Einzelstandorte bieten konkrete Anknüp-
                fungspunkte für die Umsetzung der Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen. Bei den
                Analysen wurden sowohl bestehende Sportanlagenstandorte im Hinblick auf ihr Entwick-
                lungspotenzial, aktuelle Schulstandortplanungen als auch Orte für Sport und Bewegung im
                öffentlichen Raum einbezogen. Begleitet wurde dieser akteursorientierte kooperative Pla-
                nungsprozess durch eine fachressortübergreifende Steuerungsgruppe (AG Sportentwick-
                lungsplanung), Gespräche mit Schlüsselakteuren sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit.

       05. ZENTRALE HANDLUNGS- UND MASSNAHMENEMPFEHLUNGEN
                Ausgehend von den durchgeführten empirischen Erhebungen und den hieraus abgeleite-
                ten Herausforderungen und Handlungsbedarfen werden sieben Handlungsfelder (Sportin-
                frastruktur; Sportgelegenheiten; Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport; Sportförderung
                und Sportverwaltung; Bildung und Soziales; Kommunikation, Kooperation und Netzwerke;
                Modellprojekte) definiert und mit Maßnahmen untersetzt. Dies bildet die Grundlage für
                eine ressortübergreifende Umsetzung der geplanten Empfehlungen im Sinne einer zu-
                kunftsorientierten sowie bedarfsgerechten Sportentwicklung für den Bezirk Reinickendorf.
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2020

                                              Unsere Gesellschaft befindet sich in einem ste-     über die gesamte Lebensspanne. Rein quantita-         Die durch den Bezirk Reinickendorf und den Se-
                                              tigen Wandel. Dies betrifft auch den Sport, der     tiv kann von einer hohen Sportnachfrage ausge-        nat beauftragten Leistungen zur Erstellung der
                                              aufgrund seiner Schnittmenge mit anderen ge-        gangen werden. Die in bundesweiten Vergleichs-        Integrierten kommunalen Sportentwicklungs-
                                              sellschaftlichen Themenfeldern wie Demografie,      studien ermittelten Aktivitätsquoten pendeln          planung sehen im Kern folgende Inhalte vor:
                                              Gesundheit und Stadtentwicklung zunehmend           zwischen 60 und 90 %, ohne dass signifikante
01.                                           an Bedeutung gewinnt. Sport und Bewegung            Unterschiede zwischen den alten und neuen Bun-          • Bestandsanalysen soziodemografischer
                                              respektive Bewegungsmangel sind viel disku-         desländern festzustellen sind (vgl. u. a. Barsuhn &       und sportbezogener Grunddaten.
AUSGANGSSITUATION/

                                                                                                                                                                                                         7
                                              tierte Themen unserer Zeit. Diese Entwicklung       Rode, 2017, 2018, 2019; Eckl & Schabert, 2019).         • Befragungen wichtiger institutionel-
ANLASS                                        steht in engem Zusammenhang mit der Aus-                Auch auf infrastruktureller Ebene spiegelt sich       ler Sportanbieter zu Aspekten von
                                              differenzierung des Sports im Zuge des späten       der Wandel des Sports: Zwar spielen nach wie vor          Sport und Bewegung (u. a. Sportver-
                                              20. Jahrhunderts, die wiederum eine Folge ge-       normierte Sportanlagen, insbesondere für sport-           eine, Schulen, Kindertagesstätten).
                                              samtgesellschaftlicher Pluralisierungs- und In-     liche Wettkämpfe und den Schulsport, eine zent-         • Die quantitative und qualitative Er-
                                              dividualisierungsprozesse war. Dokumentiert         rale Rolle für die Planungen von Kommunen. Der            fassung aller Sportanlagen in einem
                                              wird dieser Wandel des Sports durch mehrere         größte Teil der Sport- und Bewegungsaktivitäten           Sportstättenkataster inklusive der
                                              hundert durchgeführte kommunale Sportver-           findet jedoch inzwischen in informellen Sport- und        Ausweisung zukünftiger Sanierungs-
                                              haltensstudien binnen der vergangenen Jahre.        Bewegungsräumen bzw. auf so genannten Sport-              und Modernisierungskosten.
                                                  Vielfältige neue Sport- und Bewegungsformen,    gelegenheiten – d. h. nicht ausschließlich für den      • Die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung
                                              neue Sporträume, diverse Organisations- und An-     Sport gebauten Anlagen (Parks, Straßen, öffentli-         der Sporthallen und Sportplätze
                                              bieterstrukturen sowie veränderte Motive für        che Plätze etc.) – statt.                                 nach Orientierungswerten und Leit-
                                              sportliche Aktivitäten kennzeichnen diesen Wan-     Für eine integrierte Stadt- und Sportentwick-             faden des Bundesinstituts für Sport-
                                              del. Ein gesundheitsorientierter Lebensstil und     lungsplanung ergeben sich hieraus neue He-                wissenschaft (BISp-Leitfaden).
                                              das Streben nach Fitness bilden heute wichti-       rausforderungen, aber zugleich auch Chan-               • Die Entwicklung von standortbezo-
                                              ge Zielvorstellungen in der Lebensgestaltung für    cen, auch in Zusammenhang der Nachnutzung                 genen und bedarfsgerechten Mo-
                                              einen Großteil der Bürger_Innen. Sportliche Ak-     des Flughafens Tegel, zukünftig sozialraum-               dellprojekten im Rahmen eines ko-
                                              tivitäten beschränken sich dabei nicht länger auf   und quartiersbezogen innovative Konzep-                   operativen Planungsprozesses.
                                              einzelne Altersgruppen, sondern erstrecken sich     te zu entwickeln, um eine nachfragegerech-
                                                                                                  te Sportstätteninfrastruktur zu schaffen.

                       STEP       A                                    STEP       B                              STEP        C                                    STEP       D
            Um die Sportsituation im Bezirk                  Zudem wurden umfassende Be-              Die fachliche qualitative und                     Begleitet und gesteuert wurde der
            Reinickendorf detailliert zu erfas-              darfsanalysen vorgenommen. Die           quantitative Bestands-                            gesamte Planungsprozess durch eine
            sen, wurden in einem ersten Schritt              Datenerhebung fokussierte sich           aufnahme der Sportanlagen, das                    heterogen und intersektoral zusam-
            umfassende Bestandsaufnahmen                     auf den vereinsorganisierten Sport       ermittelte Sportverhalten der Be-                 mengesetzte Steuerungsgruppe (AG
            durchgeführt. Neben soziodemo-                   (Sportvereinsbefragung und Ana-          völkerung sowie die Angebote                      Sportentwicklungsplanung), mit der
            grafischen Parametern zur Bevöl-                 lyse von Mitgliederstatistiken)          und Bedarfe des Vereinssports                     gemeinsam standortbezogene Mo-
            kerungsentwicklung und weiteren                  sowie Befragungen von Kinder-            im Abgleich mit der Schulsport-                   dellprojekte sowie Handlungs- und
            sportbezogenen Daten z. B. zur Ver-              tagesstätten und Schulen. Das            stättensituation bildeten die                     Maßnahmenempfehlungen für den
            einsentwicklung erfolgte eine sys-               Sport- und Bewegungsverhalten            Grundlage für die anschließen-                    zukünftigen Planungshorizont von
            tematische Bestandsaufnahme der                  der Bevölkerung wurde über die           de Bestands-Bedarfs-Bilanzierung,                 ca. 10 Jahren erarbeitet wurden.
            Sportanlagen in einem Sportstätten-              2017 durch den Senat durchgeführ-        die differenzierte Aussagen zu in-
            kataster durch zertifizierte Sport-              te Gesamtberliner Sportverhaltens-       frastrukturellen Über- und Un-
            anlagenprüfer_Innen des INSPO.                   studie in die Analyse einbezogen.        terausstattungen ermöglicht.
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Kooperativer Planungsprozess                           Beteiligungsphase 1                                   Beteiligungsphase 2                                   Beteiligungsphase 3
Ein zentraler Bestandteil der bezirklichen Berliner    - Auftaktsitzung der fachressortübergreifen-          - Öffentlicher Dialog                                 - 2. Sitzung der fachressortübergreifen-
Sportentwicklungsplanungen befasst sich mit der        den AG Sportentwicklungsplanung: Work-                Um die Bevölkerung im Bezirk aktiv anzuspre-          den AG Sportentwicklungsplanung: Work-
Ausarbeitung standortbezogener Entwicklungsim-         shop zur Identifikation von Potenzialflächen          chen und für das Thema Sportentwicklungspla-          shop zur Auswahl von Modellstandorten
pulse. Beim INSPO wird dies eng begleitet durch        Die Auftaktsitzung der AG Sportentwicklungspla-       nung zu sensibilisieren, fand am 23. Mai 2019         In der zweiten Sitzung der AG Sportentwicklungs-
ein interdisziplinäres Team aus Stadtentwicklungs-     nung diente zur Vorstellung des wissenschaftlichen    ein Öffentlicher Dialog im Rathaus Reinickendorf      planung wurde auf Grundlage der gesammelten
und Landschaftsplaner_Innen sowie Sportwissen-         Planungsverfahrens sowie der Identifikation ent-      statt. Rund 50 sport- und bewegungsinteressierte      Hinweise der ersten Sitzung, des öffentlichen

                                                                                                                                                                                                                        9
schaftler_Innen. Grundlage bilden fachliche Be-        wicklungsfähiger Sportstandorte im Bezirk Reini-      Personen aus u. a. Zivilgesellschaft, Politik, Ver-   Dialogs sowie des Online-Dialogs eine vorläufi-
standsaufnahmen inkl. Vor-Ort-Begehungen sowie         ckendorf. Wesentliche Datengrundlage bildete die      waltung, Sportvereinen, Sportinitiativen, LSB und     ge Auswahl der Modellprojekte zur kooperati-
kooperative Abstimmungs- und Beteiligungsforma-        Vor-Ort-Begehung der Sportanlagen und die Analy-      BSB nahmen an der Veranstaltung teil, die Prof. Dr.   ven Abstimmung präsentiert. Um Spezifika dar-
te. Im Rahmen der Erstellung des Sportentwick-         se der Standorte anhand der bekannten Parameter       Barsuhn mit einer Einführung zum wissenschaft-        zustellen und zu systematisieren, wurden die
lungsplans für den Bezirk Reinickendorf wurden         durch das INSPO. Diese Bestandsanalyse stellt nicht   lichen Planungsverfahren und zu den Bausteinen        Standorte anhand von Steckbriefen thematisch
eine fachressortübergreifende Steuerungsgruppe         nur das Fundament für die Bestands-Bedarfs-Bi-        der Bedarfsanalyse eröffnete. Mit seinen einfüh-      gegliedert nach „Sportkomplexen“, „Sportanla-
(AG Sportentwicklungsplanung), Gespräche mit           lanzierung und die Ableitung notwendiger Sanie-       renden Worte leitete er direkt in den sogenannten     gen“ und „Öffentlicher Raum und Grünflächen“
Schlüsselakteuren (u. a. BSB Reinickendorf, Te-        rungskosten dar, sondern liefert darüber hinaus       „Marktplatz der Sportentwicklungsplanung“ über.       im World-Café-Charakter diskutiert. Die Steue-
gelprojekt GmbH, BEGSpo Berlin e. V.) sowie die        wichtige Erkenntnisse zur Aufwertung von Sport-       Auf diesem konnten sich die Teilnehmenden an den      rungsgruppenmitglieder hatten die Möglichkeit,
Beteiligung der Öffentlichkeit für die akteursorien-   standorten. Ebenso wurden weitere Konzepte und        Informationsständen zur Sportstudie Berlin 2017,      standortspezifische Anregungen einzubringen.
tierte kooperative Bedarfsermittlung eingesetzt.       Planungen wie das Soziale Infrastruktur-Konzept       den Befragungen der Vereine, Schulen und Kitas        Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem
Öffentlichkeitswirksame Formate wie ein Öffent-        (SIKo), das Kleingartenentwicklungskonzept (KEP)      sowie zu multifunktionalen Sport- und Bewegungs-      Sportamt des Bezirks Reinickendorf war es mög-
licher Dialog und die Bereitstellung eines Online-     sowie die Daten der Berliner Schulbauoffensive        räumen informieren. Ziel war es, den Teilnehmen-      lich, weitere Abstimmungen zu den Modell-
Dialogs auf der Beteiligungsplattform mein.Berlin.     (BSO) im Vorfeld auf potenzielle entwicklungsfä-      den die Themen und Inhalte der Fragebögen zu          projekten sowie zum Handlungs- und Maßnah-
de gaben allen interessierten Berliner_Innen die       hige Sport- und Bewegungsflächen analysiert und       vermitteln sowie bereits vorliegende Ergebnisse       menkatalog trotz der Covid 19-Pandemie auf
Möglichkeit, ihre Bedarfe zu äußern. Die prozess-      schließlich in der Sitzung zur Diskussion gestellt.   der Sportstudie Berlin 2017 zu erläutern. Zudem       der Arbeitsebene mit dem Sportamt und dem
begleitende Berichterstattung im Sportausschuss        Um das breite Spektrum von Sport und Be-              wurde an weiteren Stellwänden zur aktiven Betei-      Straßen- und Grünflächenamt vorzunehmen.
ist ebenso ein wichtiger Teil der kooperativen Be-     wegung im Bezirk Reinickendorf abbilden zu            ligung eingeladen. Auf gesamtbezirklichen Karten
                                                                                                                                                                   Zudem konnte eine dritte Sitzung der AG Sportent-

                                                                                                                                                                                                                        1. Einleitung
darfsermittlung und wurde zur Präsentation von         können, wurden drei Thementische (Sport-              konnten die Teilnehmenden von ihnen genutzte
                                                                                                             Sport- und Bewegungsräume, aktuelle Probleme          wicklungsplanung am 21.06.2021 in digitaler Form
aktuellen Ergebnissen sowie zum Austausch zu           stättenkataster, Aktivplätze, Grünflächen) ge-                                                              umgesetzt werden, sodass die kooperative Planung
sportpolitischen Themen genutzt. Flankiert wurde       bildet, die im Rundlaufverfahren von allen Teil-      und Herausforderungen, aktuelle Stärken sowie
                                                                                                             weitere Ideen für Sport und Bewegung im Bezirk        zu einem erfolgreichen Abschluss geführt wurde.
der Prozess durch fachressortbezogene Abstim-          nehmenden binnen der dreistündigen Sitzung
mungen mit der Sportverwaltung, der Abteilung          besucht und mit Ideen bereichert wurden.              Reinickendorf benennen und räumlich verorten.         Neben den empirischen Erhebungen (vgl. Kapitel 2
Stadtentwicklung und dem Bezirkssportbund.                                                                   Beteiligungsphase 2                                   „Zentrale Ergebnisse der Bestandsaufnahmen und
                                                                                                             - Öffentliche Online-Beteiligung auf mein.Berlin.de   Bedarfsanalysen“) bildet der kooperative Planungs-
Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten eine wich-
                                                                                                                                                                   prozess (Sitzungen der AG Sportentwicklungs-
tige Grundlage für die Ausarbeitung von Modell-                                                              Als ein weiteres Instrument öffentlichkeitswirk-      planung, Öffentlicher Dialog, Online Dialog) das
projekten. Im Folgenden werden die Formate des                                                               samer Beteiligung wurde das vom Land Berlin           wesentliche Fundament für die Formulierung be-
kooperativen Planungsprozesses dokumentiert                                                                  betriebene Online-Portal mein.Berlin.de genutzt,      zirksspezifischer Handlungs- und Maßnahmenemp-
und wesentliche Erkenntnisse zusammengefasst.                                                                um ein noch breiteres Spektrum an Sportler_In-        fehlungen (vgl. Kapitel 5 „Handlungs- und Maßnah-
                                                                                                             nen zu erreichen. Zwischen Juni und Juli 2019         menempfehlungen“) sowie die Ausarbeitung von
                                                                                                             erhielten die Bewohner_Innen im Bezirk Reini-         Modellprojekten (vgl. Kapitel 4 „Modellprojekte“).
                                                                                                             ckendorf die Möglichkeit, Auskünfte zu ihrem
                                                                                                             Sportverhalten und den favorisierten Sport- und
                                                                                                             Bewegungsorten sowie Anregungen für mög-
                                                                                                             liche Verbesserungsvorschläge zu geben.
                                                                                                             In den Kommentaren spiegeln sich wesentli-
                                                                                                             che auch in den empirischen Datengrundlagen
                                                                                                             reflektierte Schwerpunkte wider, wie die Not-
                                                                                                             wendigkeit zusätzlicher wettkampfgeeigneter
                                                                                                             Flächenressourcen für den Vereinssport, die
                                                                                                             integrierte Planung von Schul- und Sportstand-
                                                                                                             orten, die Aufwertung von vorhandenen Grün-
                                                                                                             und Parkanlagen sowie die innovative Nutz-
                                                                                                             barmachung von Flächenressourcen für Sport
                                                                                                             und Bewegung im Rahmen der Stadtplanung.
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

                          SPORT- UND BEWEGUNGSSTUDIE                           Zeitaufwand für den Sport:                      Organisation des Sporttreibens
                                                                               Belastungsumfang und -intensität
                          BERLIN 2017 IM VERGLEICH ZU                                                                            • Sport und Bewegung werden bundes-
                          BUNDESWEIT DURCH DAS INSPO                             • Von den 83 % der sport- und bewe-               weit sowie in Berlin überwiegend ent-
                                                                                   gungsaktiven Berliner_Innen betreibt            weder privat/individuell, über Sportver-
                          ERHOBENEN DATEN ZUM SPORT-
02.                       UND BEWEGUNGSVERHALTEN
                                                                                   ein Großteil (42 %) drei Aktivitäten. Der       eine oder über kommerzielle Sport- und
                                                                                   durchschnittliche wöchentliche Zeit-            Bewegungsanbieter organisiert.
ZENTRALE ERGEBNISSE DER

                                                                                                                                                                                    11
                          STUDIENKAPITEL 2.1                                       aufwand beträgt dabei 4,2 Stunden             • In Berlin finden 74 % der Sport- und Bewe-
BESTANDSAUFNAHMEN UND                                                              (vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 20).         gungsaktivitäten vereinsungebunden pri-
BEDARFSANALYSEN                                                                  • Im Rahmen der sozialen Erwünschtheit            vat organisiert statt (INSPO-Bundesschnitt
                          Aus der Sportstudie Berlin 2017 der Senatsverwal-        ist aber davon auszugehen, dass sich Be-        66 %). Über kommerzielle Sportanbieter
                          tung für Inneres und Sport und der als Vergleichs-       fragte als aktiver bezeichnen, als sie es       werden 11 % (INSPO-Bundesschnitt 16 %),
                          folie eingesetzten bundesweit durch das INSPO            tatsächlich sind. Das INSPO stellt daher        über Sportvereine 9 % (INSPO-Bundes-
                          erhobenen repräsentativen Studien zum Sport-             Kontrollfragen nach zeitlichen Umfängen         schnitt 15 %) organisiert (6 % über sonsti-
                          und Bewegungsverhalten der Bevölkerung las-              und Belastungsintensitäten. Hieraus er-         ge Anbieter wie Krankenkassen, Betriebe
                          sen sich folgende zentrale Ergebnisse festhalten:        gibt sich, dass bundesweit zwar 81 % der        etc.; vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 30).
                                                                                   Bevölkerung sport- bzw. bewegungsaktiv
                          Sport- und Bewegungsaktivität                                                                        Sportmotive und Konflikte durch Sport
                                                                                   sind, jedoch bezogen auf die Gesamt-
                            • Die Aktivitätsquote liegt in Berlin bei              bevölkerung nur 49 % die von der WHO          • Die Gründe für Sport- und Bewegungsaktivitä-
                              83 % (45 % bewegungsaktiv, 38 % sport-               empfohlenen Zeit- und Belastungsumfänge         ten sind über alle Zielgruppen hinweg sowohl
                              aktiv). Berlin nimmt damit im Vergleich              (150 Minuten pro Woche leicht schwit-           in Berlin als auch auf Bundesebene in erster
                              zu anderen Städten eine Spitzenposition              zend), durch die gesundheitsrelevante           Linie auf die positiven Motive (Wohlbefinden,
                              ein (INSPO-Bundesschnitt 81 %). 17 % der             Effekte erzielt werden können, erreichen.       Gesundheit, Spaß und Fitness) zurückzufüh-
                              Berliner_Innen bezeichnen sich als inak-             Sportvereinsmitglieder erreichen diese          ren (vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 37).
                              tiv (vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 12).          gesundheitsrelevanten Zeit- und Belas-        • 72 % der Berliner_Innen fühlen sich „nie“
                            • Geschlechtsspezifische Unterschiede                  tungsumfänge wesentlich häufiger als            durch das Sporttreiben anderer Personen
                              zeigen sich bzgl. der Aktivitätsquote kaum,          Nichtvereinsmitglieder, was die Bedeu-          belästigt, nur 3 % „häufig bzw. sehr häu-
                              insgesamt nimmt die Aktivitätsquote                  tung des Vereinssports für die kommunale        fig“ (vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 37).
                              jedoch mit zunehmendem Alter ab.                     Gesundheitsförderung unterstreicht.
                                                                                                                               Berliner Sportverhalten im Vergleich (2006-2017)
                          Sportformen und Sportthemenfelder                    Sportorte
                                                                                                                                 • Die Aktivitätsquote stieg im Vergleich zur
                            • In Berlin werden vielfältigste Sport- und          • Über die Hälfte der Sport- und Bewe-            letzten Berliner Sportverhaltensstudie im Jahr
                              Bewegungsformen ausgeübt: Im Rahmen                  gungsaktivitäten finden sowohl in Berlin        2006 (vgl. Wopp, 2006) um 11 % auf 83 % an.
                              der Sportstudie 2017 wurden 180 unter-               (53 %) als auch im Bundesgebiet (53 %
                                                                                                                                 • Im Wesentlichen sind 2006 und 2017
                                                                                   INSPO-Bundesschnitt) auf Frei- und Ver-
                              schiedliche Formen benannt. Diese um-                                                                die gleichen Sportformen in den TOP
                              fassen nach dem weitem Sportbegriff                  kehrsflächen (Straßen/Radwege, Parkwe-
                                                                                                                                   10 vertreten. Auffällig ist dabei ein rela-
                                                                                   ge, Grünanlagen, offene Gewässer) statt.
                              neben klassischen Sportarten (Fußball,                                                               tiv großer Bedeutungszuwachs des The-
                              Volleyball, Basketball) auch Bewegungs-            • Etwa ein Viertel der Sportaktivitäten           menfeldes „Gesundheit/Fitness“.
                              formen wie Wandern und Spazierengehen.               wird auf öffentlichen bzw. öffentlich
                                                                                                                                 • Bei der Wahl der Sportorte gibt es eine
                            • Die TOP 5 Sport- und Bewegungsformen                 geförderten Sportstätten betrieben
                                                                                                                                   leichte Steigerung von „Natur“ und „Straße“
                              sind in Berlin gemäß Sportstudie 2017                (vgl. Sportstudie Berlin, 2017, S. 24).
                                                                                                                                   und ansonsten relativ wenig Änderung.
                              Radfahren, Laufen/Joggen, Fitness/Kraft-                                                           • Der Anteil privat organisierter vereins-
                              sport, Schwimmen und Wandern (vgl.                                                                   ungebundener Aktivitäten hat von 2006
                              Sportstudie Berlin, 2017, S. 13). Diese Prä-                                                         auf 2017 um rund 11 % zugenommen.
                              ferenzen spiegeln sich auch auf Bundes-
                                                                                                                                 • Das meistgenannte Motiv des Sport-
                              ebene wider. Im Ausprägungsgrad haben
                                                                                                                                   treibens ist sowohl 2006 als auch
                              Radfahren, Spazierengehen und Fitness-
                                                                                                                                   2017 „Gesundheit/Fitness“.
                              sport bundesweit eine höhere Bedeutung.
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

                                                                                                                                                                           „Trotz guter Zusammenarbeit mit dem Sport-
                                                     Angebotsstrukturen                                               „Eine Vereinsentwicklung ist aufgrund der            amt, gibt es Probleme durch unser ständiges
                     SPORTVEREINS-                   In erster Linie prägen der Fußballsport (9.309 Mit-            fehlenden Hallen-Ressourcen nicht möglich.“              Wachstum der Mitgliederzahlen und des
                                                                                                                                                                              dadurch entstehenden Platzbedarfes."
                     BEFRAGUNG                       glieder) sowie der Turn- und Freizeitsport (6.559                    Zitat aus der Vereinsbefragung
                                                                                                                                                                                 Zitat aus der Vereinsbefragung
                                                     Mitglieder) die Angebotsstruktur der Sportvereine
                     STUDIENKAPITEL 2.2              im Bezirk Reinickendorf. Weiterhin sind die Sport-

                                                                                                                                                                                                                         13
                                                     arten Tennis, Leichtathletik, Schwimmen, Segeln,
                                                     Handball und Kanu mit einer Mitgliederzahl von
Mitgliederentwicklung                                z. T. deutlich über 1.000 Fachverbandsmitgliedern     und Handicap-Dart für körperlich und kognitiv be-      Sportanlagen
                                                     im Bezirk Reinickendorf sehr beliebt. Mit 42 ver-     einträchtigte Menschen. Ein Verein gab an, dass        Etwa zwei Drittel der erfolgreich befragten Ver-
Im Bezirk Reinickendorf kann für den Unter-                                                                das „Fit für Freizeit“-Programm jährlich aktuali-      eine (65 %) legen Wert darauf, dass Sportanlagen
                                                     schiedenen Sportarten weisen die Vereine im Be-
suchungszeitraum 2010 bis 2020 ein Zu-                                                                     siert wird. Dieses beinhaltet nach eigenen Aus-        den Wettkampfmaßen entsprechen und zusätz-
                                                     zirk Reinickendorf eine breite Angebotspalette auf.
wachs der Vereinsmitglieder von einem Fünf-                                                                sagen spezielle Gesundheitskurse wie z. B. Rü-         lich für den vereinsungebundenen privat-orga-
tel festgestellt werden (2010: 36.746; 2020:         Bei der Analyse der Fachverbandszahlen im Un-         cken-Fit, Wirbelsäulengymnastik und Pilates.           nisierten Freizeitsport ergänzt bzw. erweitert
44.172). Dabei ist bemerkenswert, dass der           tersuchungszeitaum (2010 und 2020) zeigen sich                                                               werden (50 %). Darüber hinaus sprechen sich
prozentuale Zuwachs an weiblichen Vereins-           sportartenspezifisch sehr unterschiedliche Ent-       Zielgruppen(-fokus)                                    die Reinickendorfer Sportvereine aber auch für
mitgliedern (+23 %) den Zuwachs an männ-             wicklungen. Einige Sportarten (z. B. Ju-Jutsu,        Die Sportvereine im Bezirk Reinickendorf sprechen      kleinräumige Sport- und Bewegungsräume (55 %)
lichen Vereinsmitgliedern übersteigt. Der Ge-        American Football, Kegeln und Bowling, Casting-       mit ihren Angeboten ein erfreulich breites Ziel-       - diese sind gerade vor dem Hintergrund des de-
samt-Berliner Zuwachs liegt bei 32 %.                sport, Basketball) verloren deutlich an Mitglie-      gruppenspektrum an. Auffällig ist allerdings die       mografischen Wandels besonders wichtig - so-
                                                     dern, während andere (z. B. Motorsport, Bo-           aktuell äußerst geringe Bedeutung von Kindern im       wie für eine Öffnung der Sporthallen für den
Das Mitgliederwachstum erstreckt sich dabei                                                                Babyalter sowie die optimierungsfähige Hinwen-
                                                     xen, Ringen, Kick-Boxen, Leichtathletik, Karate,                                                             Freizeitsport an den Wochenenden aus (53 %).
über alle Altersklassen: So sind beispielswei-                                                             dung zu den Vorschulkindern. Es ist darauf hin-
                                                     Schwimmen, Inline- und Rollsport) zum Teil deut-
se im Alter der (Klein-)Kinder von 0 bis 6 Jah-                                                            zuweisen, dass insbesondere diese Zielgruppen          Im Bereich der ungedeckten Anlagen werden
                                                     liche prozentuale Anstiege verzeichnen können.
ren sowie bei den Senior_Innen ab 60 Jahren                                                                die Zukunftsfähigkeit der Vereine prägen werden.       in Zukunft aus Vereinsperspektive vor allem die
stärkere Zuwächse erkennbar, während im Al-          Knapp zwei Drittel der Vereine (61 %) sind Ein-       Demgegenüber ist die Zuwendung zur Zielgrup-           Bedarfe an wettkampftauglichen normierten
ter zwischen 15 und 26 Jahren nur ein leich-         spartensportvereine, fünf Vereine führen mehr         pe Menschen mit Behinderung sehr nachvollzieh-         Großspielfeldern mit Kunstrasenbelag, multi-
ter prozentualer Anstieg zu verzeichnen ist.         als fünf Abteilungen. Dabei reicht das Angebot        bar und zu unterstützen. Nicht jedem Verein kann       funktionalen (nicht regelkonformen) Außensport-
                                                     bis zu 20 Sparten. Gerade Mehrspartenverei-           es möglich sein, die Zielgruppe der Menschen           anlagen für den Freizeitsport sowie kleineren
Analog zur Gesamtbevölkerung lässt sich auch
                                                     ne bzw. Mittel- und Großvereine haben häufig          mit Behinderung spezifisch zu berücksichtigen,         Leichtathletikanlagen und Freibädern steigen.
in der geschlechtsspezifischen Analyse eine ähn-
                                                     mit ihren vielfältigen, zielgruppenspezifischen       wobei eine grundsätzliche Möglichkeit der Teil-        Dies lässt darauf schließen, dass die Vereine im
liche prozentuale Veränderung der Mitglieder-
                                                     Angeboten, die oft auch für Nichtvereinsmit-          nahme an regulären Sport- und Bewegungsange-           Bezirk bei einer qualitativen Aufwertung bzw.
zahlen über die verschiedenen Altersklassen
                                                     glieder als Kursangebote zur Verfügung gestellt       boten allerdings wünschenswert ist. Erfreulicher-      Umgestaltung von Sportanlagen die Notwen-
hinweg feststellen. Bei den Mädchen und Frau-
                                                     werden, besonders gute Voraussetzungen, um            weise ermöglichen ca. zwei Drittel der Vereine         digkeit einer verstärkten Öffnung für den ver-
en zeigt sich vor allem bei den 0-6-Jährigen und
                                                     einen „Sport für Alle“ (vgl. Landessportbund Ber-     die Teilnahme von Menschen mit Behinderung             einsungebundenen Freizeitsport erkennen.
den Senior_Innen ein vergleichsweise erhöh-
                                                     lin e. V., 2020a) anbieten zu können. So ist bspw.    am Sportprogramm (60 %). Entscheidende Fak-
ter prozentualer Zuwachs, während er bei den                                                                                                                      Der Bedarf der gedeckten Anlagen wird aus
                                                     auch das Eröffnen neuer Abteilungen, um auf           toren für ausbleibende Angebotserweiterungen
27-40-Jährigen deutlich geringer ausfällt als bei                                                                                                                 Sicht der Vereine mit Ausnahme der Tennishal-
                                                     Nachfrageentwicklungen zu reagieren, für Ein-         der befragten Sportvereine sind fehlende Übungs-
den Männern bzw. der Gesamtbevölkerung.                                                                                                                           len stark ansteigen. Ein besonderes Augenmerk
                                                     spartenvereine bzw. Vereine mit geringeren Mit-       leiter_Innen mit entsprechender Qualifikation im
Trotz steigender Mitgliederzahlen sind Frauen und    gliederzahlen ein eher ungewöhnlicher Schritt.        Bereich des Behindertensports (44 %) sowie die         wird jedoch auf Sport- und Bewegungsräume
Mädchen in den Sportvereinen im Bezirk Reini-                                                              zu geringe Sportstättenkapazitäten (42 %) res-         ohne Normgröße, gut ausgestattete Gymnas-
                                                     Erfreulicherweise haben in den letzten fünf Jah-                                                             tik- sowie Sport- und Fitnessräume gelegt.
ckendorf unterrepräsentiert: 39 % der Vereins-                                                             pektive barrierefreie Sportstätten (42 %). Wei-
                                                     ren dennoch 41 % der Sportvereine neue Sport-/
mitglieder sind weiblich, 61 % männlich (Vergleich                                                         tere differenzierte Aussagen zum Thema „Inklu-         In den freien Antwortfeldern zeigt sich auch, dass
                                                     Kursangebote in ihr Profil aufgenommen.
Gesamt-Berlin: 36 % weiblich, 64 % männlich).                                                              sion von Menschen mit Behinderung im Sport“            gerade die kleineren Vereine ohne Wettkampfbe-
                                                     Dabei variieren die neuen Angebote: Bei einem         können der Gesamtstudie entnommen werden.              trieb Probleme haben, Hallenzeiten für den Frei-
              „Mitgliederwerbung wird nur            Teil der Vereine handelt es sich um eine Öffnung                                                             zeit-, Breiten- und Gesundheitssport zu erhalten.
               im Rahmen des Erhalts der
                                                     in neue Altersklassen oder Leistungsstufen (z. B.     Im Kontext der Zunahme zivilisatorischer Ge-
               bestehenden Anzahl an Mit-
               gliedern betrieben. Mehr ist          Reitunterricht für Kindergärten, Gymnastik für        sundheitsbeeinträchtigungen ist auch die stei-
              darüber hinaus nicht möglich           Senior_Innen), andere haben neue Sportformen          gende Bedeutung von rehasport- und allgemein
             wegen fehlender Sportstätten!“          in ihr Angebotsspektrum aufgenommen. Erfreu-          gesundheitsorientierten Zielgruppen (inklusi-
                     Zitat aus der                   lich ist dabei die vermehrte Schaffung inklusiver     ve der Senior_Innen) gut nachvollziehbar.
                   Vereinsbefragung
                                                     Angebote. Zu diesen zählen u. a. Rollstuhltennis
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

                                                                                                                                     v

                               SCHULBEFRAGUNG                                                                                                         KINDERTAGESSTÄTTEN-
                               STUDIENKAPITEL 2.3                                                                                                     BEFRAGUNG
                                                    personellen Ressourcen positiv bewertet, Kritisch                                                 STUDIENKAPITEL 2.4
                                                    anzumerken sind die Bewertungen zu Sportplatz-
                                                    kapazitäten, alters- und rückengerechtem Schul-
Sportunterricht und außerunterrichtliches           mobiliar, Räumen für Ruhe und Entspannung           Räumliche und materielle Voraussetzung                        Selbsteinschätzung der pädagogischen Arbeit

                                                                                                                                                                                                                           15
Sport- und Bewegungsangebot                         sowie der Bewegungsfreundlichkeit der Schul-        für die Bewegungsförderung                                    im Schwerpunkt Bewegungsförderung
                                                    höfe. Der Bereich Lehren und Lernen ist mit Aus-    Neben den in der Kita zur Verfügung stehenden                 Aus der Selbsteinschätzung der Leiter_Innen
Der Sportunterricht wird in allen beteiligten       nahme des lehrplangerechten Sportunterrichts        Innen- und Außenflächen nutzt die Mehrheit der                der Kindertagesstätten bezogen auf den Teil-
Schulen im Bezirk Reinickendorf lehrplange-         und der Talentförderung sehr optimierungsfä-        Kitas im Bezirk Reinickendorf zusätzlich regelmä-             bereich der Bewegungsförderung geht hervor,
recht angeboten. 15 der an der Befragung be-        hig (v. a. dynamisches Sitzen, fächerübergreifen-   ßig externe Bewegungsräume wie Parks/Natur-                   dass sich die Kinder in nahezu allen Einrichtun-
teiligten Schulen (65 %) bieten Möglichkei-         de Bewegungsförderung, Sportförderunterricht).      erfahrungsräume, Spielplätze, Sporthallen von                 gen des Bezirks Reinickendorf (94 % kumulier-
ten zur sportlichen Betätigung auch außerhalb       Der Strukturkomplex Schulmanagement und             Schulen und Vereinen, kommunale Freiflächen,                  te Werte aus trifft voll zu/trifft zu) ausreichend
des Sportunterrichts an. Mehr als die Hälfte        Kooperationen wird v. a. durch die Kooperation      Sportplätze und Schwimmhallen, um ihre Bewe-                  und vielfältig bewegen können. In 80 % der er-
der Schulen kooperiert bereits mit Sportver-        mit Sportvereinen dominiert. Positiv hervorzu-      gungsmöglichkeiten zu erweitern. 74 % der Kitas               folgreich befragten Kitas ist Bewegung als ein
einen. Ein Großteil der Schulen hat außerdem        heben ist hier die Verfügbarkeit von Steuerungs-    geben außerdem an, über einen separaten, gut                  Schwerpunkt im Konzept der Einrichtung ver-
Ideen für weitere Angebote über Kooperatio-         teams für Sport und Bewegung bei einem Groß-        ausgestatteten Bewegungsraum zu verfügen.                     ankert. Angeleitete Bewegungsangebote sind
nen (z. B. Gymnastik für die Schüler_Innen im       teil der Grundschulen. Die Professionalität der                                                                   bei 68 % der Kitas ein fester Bestandteil des
Ganztag, Trampolinturnen, Jugger), gleichzeitig     Lehrkräfte ist besonders bei den weiterführenden    Angebots- und Leistungsspektrum der                           Wochenplans. Drei Kitas (Kita Winkelmann/fi-
werden aber auch die mangelnden Sporthallen-        Schulen positiv hervorzuheben, bei den Grund-       Kitas zur Bewegungsförderung                                  bich, Kita Am Südfeld, Kita Hennigsdorfer Stra-
kapazitäten als Hinderungsgrund für den weite-      schulen ergibt sich hier Entwicklungspotenzial.     Die Kitas im Bezirk Reinickendorf bieten ein brei-            ße) verstehen sich explizit als „Bewegungskita“.
ren Ausbau von Sportangeboten thematisiert.                                                             tes Spektrum an Bewegungsaktivitäten an:                      Es existieren aber auch Entwicklungspotenzia-
                                                    In einer zusammenfassenden Stärken-Schwä-              • In allen befragten Einrichtungen ha-                     le: Hierzu zählen vor allem ausbaufähige Be-
Entwicklungspotenziale                              chen-Analyse der Strukturmerkmale wird ersicht-           ben Kinder mehrmals wöchent-                            wegungsflächen und -räume sowohl im In-
„Bewegungsfreundlicher Schulstrukturen“             lich, dass bewegungsfreundliche Schulstrukturen           lich bis täglich die Möglichkeit, auf                   nen- als auch Außenbereich. So begründen 53 %
Im Rahmen der Gesamtstudie finden die Dis-          sowohl bei den Grundschulen als auch bei den              dem Spielplatz frei zu spielen.                         der Einrichtungen das geringere Bewegungs-
kussion und Einordnung ausgewählter Stand-          weiterführenden Schulen ziemlich ausgewogen
                                                    eingeschätzt werden. Bemerkenswert ist, dass           • Kurze angeleitete Bewegungsaktivitäten                   angebot mit dem Mangel an Bewegungsflä-
punkte der Kultusministerkonferenz (2001) zum                                                                 (90 %) und kleine Bewegungsspiele in der                chen im Gebäude bzw. 42 % im Außenbereich.
Thema „Bewegungsfreundliche Schule“ Be-             sowohl bei den Grundschulen als auch besonders
                                                    bei den weiterführenden Schulen die Schwächen             Gruppe (70 %) finden in einem Großteil                  Im Vordergrund stehen zudem Fortbildungs-
achtung. Die inhaltlichen Bereiche (Struktur-                                                                 der befragten Kitas regelmäßig statt.                   angebote und gesundheitsförderliche An-
komplexe), nach denen im Online-Fragebo-            überwiegend bei jenen Merkmalen auftreten, die                                                                    gebote für die Erzieher_Innen selbst im Sin-
                                                    für die „Gute gesunde Schule“ zutreffend sind.         • Spaziergänge bzw. Wanderungen
gen differenziert wurde, orientieren sich an                                                                                                                          ne eines ganzheitlichen (betrieblichen)
                                                    Die Kernprobleme für beide Schultypen sind vor-           werden regelmäßig durchgeführt
der Idee der „Bewegungsfreundlichen Schu-                                                                                                                             Gesundheitsmanagements vor dem Hinter-
                                                    nehmlich die Etablierung einer fächerübergreifen-         (einmal in der Woche und häufi-
le“ sowie der „Guten gesunden Schule“:                                                                                                                                grund der gesundheitlichen Belastungen.
                                                    den Bewegungsförderung (konzeptionell) in Ko-             ger in 65 % der Einrichtungen).
 •   Schulsport und Bewegungskonzept                operation mit Expert_Innen aus dem Bereich der         • Die psychomotorische Förderung ent-                      Kooperationsbeziehungen und Vernetzun-
 •   Infrastrukturelle Rahmenbedingungen            Bewegungsförderung sowie in fehlendem ergo-               wicklungsverzögerter Kinder wird                        gen im Bereich Bewegung und Sport
 •   Lehren und Lernen                              nomischen Schulmobiliar, Ruheräumen und be-               noch nicht in allen Kitas regelmä-                      Für zielgerichtete und qualitätsgesicherte Sport-
 •   Schulmanagement und Kooperationen              wegungsfreundlichen Schulhöfen begründet.                 ßig durchgeführt: knapp ein Viertel                     und Bewegungsangebote ist die sozialräumli-
 •   Professionalität der Lehrkräfte                Diesbezüglich ist die Politik bzw. Verwal-                der Einrichtungen (23 %) bieten die-                    che Vernetzung der Bildungseinrichtungen, kom-
                                                    tung gefragt, da neben schulorganisatorischen             ses Angebot nie bzw. selten an!                         munalen Verwaltungen, der Fachverbände und
Im Strukturkomplex Schulsport und Bewegungs-        Fragen insbesondere infrastrukturelle Her-                                                                        Vereine und die Kooperation mit Gesundheits-
konzept sind schulartübergreifend die Durch-        ausforderungen im Hinblick auf Raumgestal-                                                                        dienstleistern anzustreben. Die Analyse verdeut-
führung von Sport- und Bewegungsfesten              tung und Ausstattung zu bewältigen sind.                                                                          licht, dass Kooperationen bislang nur schwach
sowie der hohe Anteil von Schulsportarbeits-        Grundsätzlich treffen diese Aussagen auch auf                                                                     ausgeprägt sind. Entscheidend ist jedoch, dass
gemeinschaften positiv hervorzuheben. Poten-        bundesweite Erhebungen zu, wenngleich im Be-                     „Wir versuchen an möglichst
                                                                                                                                                                      beinahe die Hälfte der an der Befragung teil-
ziale ergeben sich zukünftig im Ausbau von          zirk Reinickendorf ein deutlicheres Entwicklungs-              vielen Angeboten im Bezirk teil-
                                                                                                                   zunehmen. Über ein regelmäßi-                      genommenen Kitas ohne Kooperationen Inter-
fächerübergreifenden Inhalts- und Methoden-         potenzial im Sinne der professionellen pädago-                 ges "Frühschwimmer"-Angebot                        esse am Aufbau zukünftiger Kooperationen mit
konzepten der Bewegungsförderung. Die infra-        gischen Etablierung eines fachübergreifenden                      würden wir uns sehr freuen
                                                                                                                     und es auch nutzen wollen.“
                                                                                                                                                                      Sportvereinen bzw. weiteren sozialen Einrichtun-
strukturellen Rahmenbedingungen werden ledig-       Konzeptes der Bewegungsförderung besteht.                                                                         gen bekunden. Dieses Interesse sollte von Sei-
lich für die Verfügbarkeit von Sporthallen sowie    Die detaillierte Analyse der genannten Struktur-                        Zitat aus der
                                                                                                                           Kitabefragung
                                                                                                                                                                      ten der Bezirksverwaltung unterstützt werden.
                                                    komplexe sowie Einzelanalysen zu den jeweiligen
                                                    Schulen können der Gesamtstudie entnommen
                                                    werden.
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

                        Bestands-Bedarfs-Bilanzierung
                        nach Orientierungswerten
                        Orientierungswerte haben die Funktion von fach-                             Bestand
                        politischen Zielvorgaben, die - vergleichbar mit                            Sporthallenflächen
                        den Richtwerten für die Grünflächenausstattung
                        von Wohnquartieren - eine angemessene Ausstat-
                                                                                                    38.779 m²
03.                     tung mit Sportflächen benennen. Insoweit wurden

ZENTRALE ERGEBNISSE
                        für Berlin je ein Orientierungswert für ungedeck-
                        te Sportanlagen (1,47 m²/EW) und ein Orientierungs-
                                                                                                                            Defizit Sport-
                                                                                                    Bedarf vereins-         hallenflächen
DER BESTANDS-BEDARFS-   wert für Sporthallen (0,2 m²/EW) vorgeschlagen.
                        Die gedeckten sowie ungedeckten Anlagen weisen ein
                                                                                                    organisierter Sport     -9.751 m²
BILANZIERUNG
                        rechnerisches gesamtbezirkliches Defizit auf. Die Aufglie-                  40.371 m²
STUDIENKAPITEL 4        derung nach Prognoseräumen zeigt, dass bezüglich der
                        gedeckten Anlagen in allen Prognoseräumen ein Mehr-              GEDECKTE

                                                                                                                                                    17
                                                                                                    Bedarf privat orga-
                        bedarf besteht (v. a. Reinickendorf-Ost und Tegel). Glei-
                        ches lässt sich für die ungedeckten Anlagen, mit Ausnah-     SPORTANLAGEN   nisierter vereinsun-
                        me des Prognoseraums Frohnau-Hermsdorf, festhalten.                         gebundener Sport
                                                                                                    8.159 m²
                        Bestands-Bedarfs-Bilanzierung der Kern-
                        sportanlagen nach dem BISp-Leitfaden
                        Die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung der Kernsportan-
                        lagen (Sporthallen und Sportplätze) erfolgt auf Basis                       Davon Bestand
                        des Leitfadens für die Sportstättenentwicklungspla-                         wettkampfgeeignete
                        nung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp)                       Sporthallenflächen
                        als anerkannter wissenschaftlicher Planungsgrund-                           11.321 m²               Defizit wettkampf-
                        lage. In diesem Kontext werden sowohl die Bedarfe
                        des Vereinssports im Bezirk Reinickendorf als auch die                                              geeignete Sport-
                        Bedarfe des vereinsungebundenen Sports der Bevöl-                                                   hallenflächen
                        kerung berücksichtigt. Darüber hinaus werden auch                           Davon Bedarf            -17.366 m²
                        die Bedarfe des Schulsports zur Durchführung eines                          wettkampfgeeignete
                        lehrplangerechten Sportunterrichts einbezogen.                              Sporthallenflächen
                                                                                                    28.687 m²              Regelmaß à 968 m² ent-
                        Im Bezirk Reinickendorf besteht für den vereinsorga-                                               spricht 18 Sporthallen
                        nisierten Sport (40.371 m²) und den privat organisier-
                        ten vereinsungebundenen Sport (8.159 m²) bei einer
                        durchschnittlichen Auslastungsquote von 90 % unter
                        Berücksichtigung der Fußballer bis 14 Jahre (n=2.562)
                        ein rechnerischer Gesamtbedarf an Sporthallenfläche
                        von 48.530 m². Demgegenüber steht ein Ist-Bestand von          UNGEDECKTE
                        38.779 m². Es ergibt sich somit ein Defizit von 9.751 m².
                        Dem Bestand an wettkampfgeeigneten Sporthallen-
                                                                                     SPORTANLAGEN   Bestand Groß-
                                                                                                    spielfelder Fußball
                        flächen von 11.321 m² steht ein Bedarf von 28.687 m²
                        gegenüber (vgl. Abb. rechte Seite). Es ergibt sich so-
                                                                                                    178.956 m²
                        mit ein Defizit in einer Größenordnung von 17.366 m²,
                        was in etwa 18 Zweifeldhallen à 968 m² entspricht.                                                  Defizit Groß-
                        Für den vereinsorganisierten Fußballsport stehen im                                                 spielfelder Fußball
                        Bezirk Reinickendorf 178.956 m² Spielfeldfläche auf                                                 -70.373 m²
                        Großspielfeldern zur Verfügung. Demgegenüber steht
                        ein Gesamtbedarf an 249.330 m² (vgl. Abb. rechte                            Bedarf Groß-
                        Seite). Hieraus ergibt sich ein Defizit von 70.373 m²,                      spielfelder Fußball
                        was in etwa zehn Großspielfeldern (à 7.140 m² Re-                           249.330 m²             Regelmaß à 7.140 m²
                        gelmaß) entspricht. Zusätzlich bestehen weitere                                                    entspricht 10 GSF
                        Mehrbedarfe für die Sportart Baseball/Softball (De-
                        fizit von 17.212 m² entspricht 1 AE à 14.400 m²).
INTEGRIERTE KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG - FÜR DEN BEZIRK REINICKENDORF VON BERLIN
2020

Bilanzierung Schulsportstätten nach den
Vorgaben des Planungshandbuchs
Fachraum Sport zur Durchführung                                                                                           Bestand Schul-
eines lehrplangerechten Sportunterrichts                                                                                  sporthallenflächen
Der Neubau von Schulen folgt in Berlin nach ein-
heitlichen schulfachlich-pädagogischen Vorgaben.
                                                       Nach der schulischen Nutzung stehen Sport-
                                                       hallen der Nutzung durch Sportvereine zur
                                                                                                                          35.523 m²
In gleicher Weise sollen künftig auch einheitliche     Verfügung. Die Planung berücksichtigt des-
baufachliche Standards zugrunde liegen. Dadurch                                                                                                               Defizit Schul-

                                                                                                                                                                                         19
                                                       halb die Erfordernisse des schulischen und
lässt sich sicherstellen, dass zeitgemäße und qua-     des außerschulischen Sports (vgl. Pla-                                                                 sporthallenflächen
litativ hochwertige Schulbauten für Berlin entste-
hen. Die Anforderungen an Schulgebäude haben
                                                       nungshandbuch Fachraum Sport 2019).                                                                    -15.957 m²
                                                                                                           SCHULSPORT
                                                       Der Bedarf an Außensportanlagen ist in den ent-
sich dabei geändert: Schulen sind nicht länger         sprechenden Musterfreiflächenprogrammen                            Bedarf Schul-
Halbtagseinrichtungen. Sie haben sich zum ganz-        für die jeweilige Schulart festgelegt. Grundla-                    sporthallenflächen
tägigen inklusiven Lern- und Lebensraum entwi-
ckelt, in dem Schüler_Innen individuell gefördert
                                                       gen für die Ausbildung von Freiflächen sowie
                                                                                                             GEDECKTE     51.480 m²                          Regelmaß à 968 m² ent-
                                                                                                                                                             spricht 16 Sporthallen
                                                                                                              ANLAGEN
                                                       der Spiel- und Sportplatzflächen sind die „Stan-
werden. Der Unterricht im Fach Sport findet größ-      dards für den Neubau von Schulen“ im Rah-
tenteils in Sporthallen statt. Diese sind fast immer   men der Berliner Schulbauoffensive (BSO Bau-
mit Trennvorhängen in mehrere Sporthallentei-          standards), Abschnitt Außenanlagen (KG500).                                                        Insgesamt weisen 15
le zu teilen und werden aufgrund der begrenzten        Die Beurteilung der verfügbaren Sportnutzungs-                                                     Schulstandorte prioritäre
Grundstücksflächen in der Stadt häufig auch als        flächen (Sporthallen und Spielfelder) wurde im                                                     Defizite bei den gedeckten
Doppelsporthallen mit zwei übereinandergestell-        Kontext der Vorgaben des Planungshandbuchs
ten Hallenräumen errichtet. Die Planungsvorga-
                                                                                                                                                          Anlagen auf.
                                                       Fachraum Sport (Januar 2019), des Sportstätten-
ben von Sporthallen sind im Planungshandbuch           katasters, der Belegungspläne sowie mit Hilfe
Fachraum Sport der Berliner Senatsverwaltung für       der Schulentwicklungsplanung und dem aktu-
Bildung, Jugend und Familie festgehalten. Die not-     ellen Musterraumprogramm (aktualisierte Fas-
wendigen Flächen der Außensportanlagen wer-            sung Juni 2019; Senatsverwaltung für Bildung,
den im Musterfreiflächenprogramm der jeweiligen        Jugend und Wissenschaft) vorgenommen.
Schulart dargestellt. Auf Basis der Stundentafeln,
der Rahmenlehrpläne sowie weiterer pädagogi-           Im Bereich der gedeckten Schulsportanlagen                         Bestand Schul-
scher Vorgaben wurden für den Neubau von Schu-         ergibt sich bei einem Bestand von 35.523 m²                        spielfelder
len Musterraumprogramme entwickelt, um ber-
linweit einheitliche Standards zu gewährleisten.
                                                       und einem Bedarf von 51.480 m² (Bezugs-                            235.149 m²
                                                       größe 968 m² nach Planungshandbuch Fach-
Diese beinhalten zu jedem Schultyp Angaben zur         raum Sport) ein Defizit an Schulsporthal-
standardmäßigen erforderlichen Anzahl und Aus-         lenflächen von 15.957 m², was in etwa 16                                                               Bilanz Schul-
stattung mit Fachräumen – auch für den Fachraum        Sporthallen (Regelmaß 968 m²) entspricht.                                                              spielfelder
Sport. Weitere Standards sind der DIN 18032 zu
entnehmen, die für alle Sporthallen und Sporträu-
                                                       Bei den ungedeckten Schulsportanlagen wei-                                                             +70.483 m²
                                                       sen acht Schulstandorte prioritäre Defizite auf,
me gilt.                                               obwohl die Gesamtbilanzierung durch die Mit-                       Bedarf Schul-
                                                       nutzung weiterer bezirklicher Sportanlagen aus-                    spielfelder
                                                       geglichen ist. Alle weiterführenden Schulstand-
                                                       orte benötigen nach Musterfreiflächenprogramm
                                                                                                           SCHULSPORT     164.666 m²
                                                       5.828 m² Spielfeldfläche. Bei einer schrittweisen
                                                       Reduktion der Schulsportdefizite profitiert auch    UNGEDECKTE   Grundschulen 1.215 m²
                                                       der Vereinssport als Mitnutzer der Anlagen.            ANLAGEN   Weiterführende Schulen 5.828 m²
                                                                                                                                                          Obwohl die Gesamtbilanz
                                                                                                                                                          positiv ist, weisen 8
                                                                                                                                                          Schulstandorte prioritäre
                                                                                                                                                          Defizite bei den ungedeckten
                                                                                                                                                          Anlagen auf.
2020

                   Innenentwicklungspotenziale auf entwicklungs-         Angebote für Sport und Bewegung                       sportbund und SenInnDS nötig. Das erarbeitete
                   fähigen Sportanlagenstandorten (S. 22-53)             im öffentlichen Raum (S. 54-65)                       Bedarfsprogramm wird von SenBJF geprüft und
                   Grundlage für die Ermittlung von Innenentwick-        Sportverhaltensstudien im gesamten Bundesge-          nach Kostenprüfung und Genehmigung durch
                   lungspotenzialen auf vorhandenen Sportstand-          biet verweisen auf die wachsende Bedeutung des        SenSW ZMH an die „Baudienststelle“ als Planungs-
                   orten bilden das Fachliche Sportstättenkataster       öffentlichen städtischen Raums als beliebter und      grundlage übergeben. Die außerschulischen Mehr-
04.                (vgl. „Kapitel 3.1 Fachliches Sportstättenkataster“   stark frequentierter Ort für Sport- und Bewegungs-    bedarfe können somit bei der Entwurfsplanung
                   in der Gesamtstudie) sowie der kooperative Pla-       aktivitäten (vgl. u. a. Barsuhn & Rode, 2017, 2018,   auf Schulstandorten berücksichtigt werden.
MODELLPROJEKTE     nungsprozess. Durch die Begehung der bezirklichen     2019). Zu diesem Ergebnis kommt auch die im           Als kommunale Pflichtaufgabe hat der lehrplan-
STUDIENKAPITEL 5   Sportstandorte konnten Erweiterungs-, Umbau-          Auftrag der Senatsverwaltung für Inneres und Sport    gerechte Sportunterricht und die damit einher-
                   bzw. Sanierungs- und Modernisierungspotenziale        durchgeführte Berliner Sportverhaltensstudie (vgl.    gehende Sicherstellung der entsprechenden
                   durch die zertifizierten Sportstättenprüfer_Innen     Senatsverwaltung für Inneres und Sport, 2018).        Sportflächen nach Planungshandbuch Fachraum
                   des INSPO lokalisiert werden. Die identifizierten     Im Bezirk Reinickendorf wurden daher in Abstim-       Sport sowie Musterfreiflächenprogramm für die
                   Standorte wurden im Rahmen der kooperativen           mung mit der bezirklichen Steuerungsgruppe (AG        unterschiedlichen Schultypen höchste Priorität.
                   Planung den Mitgliedern der prozessbegleiten-         Sportentwicklungsplanung) Grün- und Freiflächen
                                                                                                                               Empfohlen wird, Begleitflächen von Spielfeldern,

                                                                                                                                                                                  21
                   den AG Sportentwicklungsplanung anhand von            untersucht, um an deren Beispiel darzulegen, wie
                   Steckbriefen vorgestellt. Durch die Expertise der     diese urbanen wohnungsnahen Sportgelegenheiten        Schnittstellen zwischen den Sportfreiflächen,
                   AG-Mitglieder konnten fachressortübergreifende        gestaltet werden könnten. Durch eine nutzungsori-     Pausenhöfen und sonstigen geeigneten Flächen,
                   Impulse für die Aufwertung von Standorten ein-        entierte Planung ist es möglich, öffentlichem Raum    neben den üblichen Tischtennisplatten, Street-
                   gebracht werden. Für die Modellstandorte wurden       bestimmte Nutzungen zuzuweisen, ohne dass             ballkörben etc., mit attraktiven weiteren sport-
                   folgende Aspekte differenziert geprüft und für        dadurch Konflikte entstehen oder sich verstärken.     und bewegungsgeeigneten Elementen auch für
                   die konzeptionelle Ausarbeitung herangezogen:         Im Bezirk Reinickendorf handelt es sich bei diesen    außerschulische Zielgruppen auszustatten, u. a.:
                     • Belegung/Auslastung im Trai-                      beispielhaft bearbeiteten Modellprojekten um den
                       nings- und Spielbetrieb                           Freizeitpark Tegel, die Greenwichpromenade, die
                                                                         Grünfläche Hermsdorfer Str. 9 - 11, den Steinberg-      • Beachvolleyballfelder (auch in freien,
                     • ausgeübte Sportarten/-for-                        park, den Triftpark sowie den Freizeitpark Lübars.        nicht normgebundenen Geometrien)
                       men auf der Sportanlage                           Bei der Umsetzung müssen die aktuell gültigen           • Boulder, Kletterwände, Kletternet-
                     • Schulstandort bzw. Nutzung der bezirk-            Regelwerke sowie die baurechtlichen Vorschrif-            ze (mit bis zu 2,99 m Höhe), Kletter-
                       lichen Sportanlage für den Schulsport             ten der Barrierefreiheit berücksichtigt werden.           parcours zwischen Ballfangzäunen
                     • Bauzustandsstufen                                                                                         • Calisthenics-Parcours
                     • Bedarfe gedeckt/ungedeckt                                                                                 • Freigeometrische Kurz-Rundlaufbahnen,
                   Aufgrund der ermittelten Unterversorgung mit                                                                    Finnbahnen
                                                                         Außerschulischer Sportbedarf im Kontext aktu-           • Slackline-Poller, Balancierbalken,
                   gedeckten und ungedeckten Sportanlagen (vgl. Ka-
                                                                         eller Schulstandortplanungen (BSO-Standorte)              bodengleiche Trampolinfelder
                   pitel „3 Zentrale Ergebnisse der Bestands-Bedarfs-
                   Bilanzierung“) im Bezirk sind die konzeptionellen     Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive                • Skateboard-Pools und Obstacles
                   Überlegungen zudem auf die Reduzierung des De-        werden im Bezirk Reinickendorf Schulstand-              • Outdoor-Fitnessgeräte
                   fizits ausgelegt. Die konzeptionellen Überlegungen    orte erweitert bzw. neugestaltet. Um die Schul-         • Temporäre Ausstattungen für z. B. Ra-
                   wurden im April 2021 in einer bezirklichen Abstim-    standorte auf weitere Flächenpotenziale für den           senboccia, Jugger, Padel, Petanque/
                   mungsrunde vorgestellt. Die nun vorliegenden Kon-     außerschulischen Mehrbedarf zu untersuchen,               Boule, Badminton, Volleyball, etc.
                   zeptideen bilden die Grundlage für folgende Mach-     wurden die vorhandenen Grundstücksgrößen
                                                                                                                                 • Ausstattungsangebote mit beson-
                   barkeitsstudien zur Umsetzung der Modellprojekte.     rechnerisch den benötigten Schul- und Sport-
                   Bei der Umsetzung müssen die aktuell gültigen                                                                   derer Bedeutung für Inklusion
                                                                         flächen für den jeweiligen Schultyp gegenüber-
                   Regelwerke sowie die baurechtlichen Vorschrif-        gestellt. Neben den gedeckten und ungedeckten
                   ten der Barrierefreiheit berücksichtigt werden.       Sportanlagen wurde mit 10 m² Schulhoffläche
                                                                         pro Kind sowie Vorbehaltsflächen für Neubau-
                                                                         ten (Schulgebäude/Sporthalle) gerechnet.
                                                                         Im Kontext der kooperativen Abstimmung mit der
                                                                         Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Fami-
                                                                         lie (SenBJF) wird empfohlen, im Rahmen der Be-
                                                                         darfsprogrammerstellung die außerschulischen
                                                                         Sportbedarfe im Partizipationsverfahren standort-
                                                                         bezogen einzubringen. Hierzu sind Rücksprachen
                                                                         zwischen Sportamt, Bezirkssportbund, Landes-
2020
2020

       SPORTANLAGENSTANDORT OLLENHAUER STRASSE
       Prognoseraum: Reinickendorf-Ost (Stand 2019), Reinickendorf Ost (Stand 2021)
       Ollenhauer Straße 64E, 13403 Berlin

                                                                                                                          A
       Auszug Fachliches Sportstättenkataster:
       Ungedeckte Sportanlagen:

                                                                                                                                     23
       GSF 1 Kunstrasen (BZS 3)

       Tennisplätze (Pachtvertrag)

       Funktionsgebäude:
       FG (BZS 2)

       Nutzende:
       Vereinssport (Fußball):
       BFC Alemannia 1890 e.V., FC Polonia Berlin e.V.

                                                                                                                                     5. Modellprojekte
       Eigentumsstruktur:
       Bezirkliche Sportanlage

       Räumliches Umfeld:
       Der Sportplatz ist umgeben von Kleingartenanlagen und dem Kienhorstpark und wird nach Norden von der S-Bahntrasse begrenzt.

       Erreichbarkeit:
          • 400 m U-Bahnhof, Bushaltestelle Lindauer Allee (U8, 322, N8)
          • 550 m S-, U-Bahnhof, Bushaltestelle Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (S25, U8, M21, X21, N8)
          • 900 m S-Bahnhof Alt-Reinickendorf (S25)

       Bemerkungen:
       Der angrenzende Kienhorstpark ist ein Gartendenkmal.
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