Kommunale Klimaschutzprojekte - Gute Beispiele aus Niedersachsen - zur Nachahmung empfohlen - Klimaschutz- und ...
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Warming-Stripes: Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017 – jeder Streifen steht für ein
Jahr, je röter, desto wärmer. Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de
3
Grußwort
D ie Preisverleihung des Wettbewerbs „Klima
kommunal 2018“ am 28. August 2018 stand
unter dem Eindruck der langen und trockenen
Sie kümmern sich nicht mehr nur um eine nach-
haltige Stromversorgung, sondern auch das Thema
Mobilität rückt immer mehr in den Fokus. Zuneh-
Hitzeperiode der vorangegangenen Monate. mend werden auch Wettbewerbsbeiträge zur
Die Zunahme der Hitzewellen und heißen Jahre zukunftsfähigen Wärmeversorgung der privaten
war in aller Munde. Kurz zuvor hatte passender- Haushalte, Unternehmen und kommunalen
weise der britische Klimaforscher Ed Hawkins Liegenschaften eingebracht.
seine sogenannten Warming-Stripes für Deutsch-
land veröffentlicht. Diese „Wärmestreifen“ zeigen Doch lesen Sie selbst. In dieser Broschüre werden
Die in dieser Broschüre vorgestellten Projekte wurden als Beiträge zum eindrucksvoll, dass warme und heiße Jahre in die eingereichten Wettbewerbsbeiträge kurz und
niedersächsischen Klimaschutzwettbewerb „Klima kommunal 2018“ jüngerer Zeit auch in Deutschland erheblich zuge- übersichtlich vorgestellt. Nutzen Sie die hier vor-
eingereicht. Der Wettbewerb wurde vom Niedersächsischen Ministerium nommen haben, der Klimawandel ist also auch gestellten Projekte als Anregung. Sie zeigen, wie
bei uns spürbar. Wie sich das Klima in Nieder- vielfältig die Handlungsansätze für kommunalen
für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und von den niedersächsischen
sachsen bereits verändert hat und voraussichtlich Klimaschutz sind und was wir in Niedersachsen
kommunalen Spitzenverbänden getragen und von der Klimaschutz- und weiter verändern wird, zeigt auch der im Juni bereits auf den Weg gebracht haben. Wir wünschen
Energieagentur Niedersachsen durchgeführt. 2018 erschienene Klimareport für Niedersachsen. Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.
Doch es gibt nicht nur Warnungen, Mahnungen Ihr Minister Olaf Lies Ihr Landrat Bernhard Reuter
und eindrucksvolle Bilder, es gibt auch Lösungs
ansätze und positive Visionen für eine klimafreund-
liche Zukunft. Und genau um diese geht es im
Wettbewerb „Klima kommunal“. Er zeigt durch
die vielen beeindruckenden Klimaschutzprojekte
niedersächsischer Landkreise, Städte und Gemein-
den, welche Möglichkeiten es auf kommunaler
Ebene gibt, für eine lebenswerte Zukunft zu sorgen.
Die niedersächsischen Kommunen sind in vielen
neuen, aber auch altbekannten Bereichen aktiv.Inhalt
Der Wettbewerb „Klima kommunal 2018“ ...............................................................................................6 04 Energieversorgung, erneuerbare Energien und deren Speicherung ..........................................64
Die Jury .......................................................................................................................................................7
Die Preise und Preisträger .........................................................................................................................8 24. Stadt Löningen: Wärmenetz in Wachtum ......................................................................................... 66
Geschichten des Gelingens: Die Preisverleihung ...................................................................................10 25. Hansestadt Lüneburg: Energie aus Algenbiomasse ........................................................................ 68
26. Stadt Springe: Regenerative Fernwärme mit eigenem Energieportal .......................................... 70
4 5
27. Stadt Braunschweig: Die Stadtverwaltung steigt auf Elektrofahrzeuge um .............................. 72
01 Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften .........................................................................12
1. Stadt Bad Bentheim: Ein städtisches Gebäude mit zweifachem Nutzen ....................................... 14 05 Klimafreundliche Mobilität ............................................................................................................74
2. Stadt Damme: Nahwärmesystem für kommunale Gebäude spart Energie ................................... 16
3. Region Hannover: Ein Sozial- und Bürogebäude als Passivhaus ..................................................... 18 Handlungsschwerpunkt E-Mobilität
4. Stadt Schortens: Energiezentrale für Hallenbad und Grundschule ................................................ 20 28. Landkreis Cloppenburg: Förderprogramm „Stromtankstellen“ ................................................... 76
29. Landkreise Göttingen und Northeim: Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ .................... 78
30. Landkreis Grafschaft Bentheim: Die Grafschafter Elektromobilitätstage .................................. 80
02 Kommunikation und Bildung für den Klimaschutz ......................................................................22 31. Landkreis Nienburg/Weser: „Elektromobilitätsmeile“ bei der Nienburger Autoschau ............ 82
32. Landkreis Osnabrück: Sondierungsstudie 2AutoE – Zweitwagen als Elektroauto ................... 84
5. Flecken Adelebsen: Energetisches Quartierskonzept stärkt Dorfgemeinschaft ........................... 24 33. Landkreis Rotenburg (Wümme): Ein Landkreis verlost „10 Tage unter Strom“ ........................ 86
6. Klimaschutzregion Altes Land und Horneburg: Klimaschutz-Adventskalender ......................... 26
7. Stadt Bad Bentheim: KlimaCafé – ein Raum für Bürgerinnen und Bürger .................................... 28 Handlungsschwerpunkt Verlagerung auf den Umweltverbund
8. Stadt Buchholz in der Nordheide: Insektenfreundliches Buchholz ................................................. 30 34. Landkreis Emsland: Die Emsland-Route wird alltagstauglich ...................................................... 88
9. Hansestadt Buxtehude: Die Hansestadt sagt „Nö“ zur Plastiktüte ................................................. 32 35. Stadt Geestland: rad+bus.STATION – barrierefreie multifunktionale Haltestelle .....................90
10. Landkreis Emsland: Auszubildende werden zu Klimalotsen ........................................................ 34 36. Landkreis Göttingen: Mobilitätsmanagement in der Kommunalverwaltung ........................... 92
11. Stadt Göttingen: Klimaschutz ins Zentrum rücken ........................................................................ 36 37. Region Hannover: Ein Vorrangnetz für den Alltagsradverkehr .................................................... 94
12. Stadt Göttingen: Die Göttinger Klimaschutz-Tage ........................................................................... 38 38. Landkreis Göttingen: Nachhaltigkeit bei Bürobedarf und betrieblicher Mobilität ................... 96
13. Energieregion Hümmling: Energiesparmodell für Klimaschutz an Schulen ............................. 40 39. Gemeinde Loxstedt: Alternativen zum Eltern-Taxi ......................................................................... 98
14. Landkreis Nienburg/Weser: Kinderakademie „Plant for the Planet“ ........................................... 42 40. Stadt Nordhorn: Ausbau von Komfortradwegen .......................................................................... 100
15. Stadt Oldenburg: Klimaschätze in Oldenburg – eine GeoTour ...................................................... 44 41. Stadt Sarstedt: Mobiler Fahrradparkplatz für Veranstaltungen ................................................. 102
16. Stadt Osnabrück: Solaroffensive 3.0 .................................................................................................. 46 42. Stadt Springe: Klimaschutz dank „Schulbus auf Füßen“ ............................................................ 104
17. Stadt Salzgitter: Energieberatung zu den Bürgerinnen und Bürgern bringen ........................... 48 43. Gemeinde Wallenhorst: Bürgerbefragung zur Verbesserung der Radverkehrssituation ...... 106
18. Landkreise Wesermarsch, Cuxhaven mit Bremerhaven: Klimaschutz verankern ................... 50
06 Anpassung an den Klimawandel .................................................................................................108
03 Klimaschutz in Unternehmen und privaten Haushalten fördern ................................................52
44. Stadt Braunschweig: Urbanes Grün als CO2-Senke und für bessere Aufenthaltsqualität .........110
19. Gemeinde Cremlingen: KfW-Effizienzhaus 55 als Standard im Neubaugebiet ......................... 54 45. Dorfgemeinschaft Waddens: Hörstuhl Waddens – Kunst trifft Klimawandel .........................112
20. Gemeinde Cremlingen: Förderprogramm „Altbaumodernisierung“ ........................................... 56
21. Stadt Damme: Das „KlimaQuartier“ als Klimaschutz- und Steuersparmodell .......................... 58
22. Landkreis Nienburg/Weser: Seminare zu Energieeffizienz für Kreditinstitute ........................ 60 Index teilnehmende Kommunen ........................................................................................................... 114
23. Landkreis Wolfenbüttel: Förderprogramm „Klimaschutz in privaten Haushalten“ ................. 62 Impressum .............................................................................................................................................. 115Der Wettbewerb
„Klima kommunal 2018“ Die Jury
Der Wettbewerb „Klima kommunal“ zeichnet seit 2010 alle zwei Jahre heraus Für die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge wurde eine unabhängige Jury mit
ragende kommunale Klimaschutzprojekte in Niedersachsen aus. Er wird von den acht Mitgliedern aus Wissenschaft, Kommunalverwaltung und Politik berufen.
kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens und dem Niedersächsischen Sie entschied über die Vergabe der Preise und Preisgelder anhand der Kriterien
Umweltministerium ausgelobt, die Durchführung übernimmt seit 2014 die CO2-Vermeidungseffekte, Innovation und Einbeziehung der Öffentlichkeit.
6 7
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.
D iese Broschüre ist ein Ergebnis des Wettbewerbs
„Klima kommunal 2018“. Hier werden alle einge-
reichten Projekte vorgestellt. Sie ist zudem ein Nach-
Insgesamt 100.000 Euro Preisgeld stellt das
Umweltministerium zur Verfügung. Über die
Vergabe der Preise und Preisgelder für die einge-
Die Mitglieder der Jury „Klima kommunal 2018“:
schlagewerk der guten Ideen und Erfahrungen mit reichten Projekte entscheidet eine Fachjury. Im
Klimaschutzprojekten, die niedersächsische Kommu- Jahr 2018 haben sich 35 Kommunen mit teilweise
nen gemacht haben – zur Nachahmung empfohlen. mehreren Projekten am Wettbewerb beteiligt.
Die Teilnehmerkommunen 2018
9
1 Adelebsen, Flecken/ 12
Energieagentur Region Göttingen
6
2 Altes Land und Horneburg, 30 32
Klimaschutzregion 2
34 19 5 Dr. Juliane Bielinski Bernd Bornemann Frank Doods Dinah Epperlein
3 Bad Bentheim, Stadt
20 Innovationszentrum Stadt Emden Niedersächsisches Stadt Göttingen
4 Braunschweig, Stadt 24
5 Buchholz in der Nordheide, Stadt 27 Niedersachsen GmbH Ministerium für
6 Buxtehude, Hansestadt Umwelt, Energie, Bauen
7 Cloppenburg, Landkreis 17 7 und Klimaschutz
8 Cremlingen, Gemeinde
9 Cuxhaven, Landkreis* 11 18
10 Damme, Stadt
11 Emsland, Landkreis 10 21
22
12 Geestland, Stadt
3 16
13 Göttingen, Landkreis
14 Göttingen, Stadt 15 25 33
15 Grafschaft Bentheim, Landkreis 4
31
16 Hannover, Region/ 26 8
29 28
aha Zweckverband Abfallwirtschaft
35
17 Hümmling, Energieregion 28 Salzgitter, Stadt
18 Löningen, Stadt 29 Sarstedt, Stadt
19 Loxstedt, Gemeinde 30 Schortens, Stadt
20 Lüneburg, Hansestadt 31 Springe, Stadt
21 Nienburg/Weser, Landkreis/ 32 Waddens, Dorfgemeinschaft/
Klimaschutzagentur Mittelweser e.V. Gemeinde Butjadingen
23
22 Nordhorn, Stadt 33 Wallenhorst, Gemeinde 1 13 Lothar Nolte Dr. Fabio Ruske Hans-Heinrich Dr.-Ing. Lara Steup
23 Northeim, Landkreis 34 Wesermarsch, Landkreis* 14 Klimaschutz- und Niedersächsischer Schmidt-Kanefendt Sachverständigenrat
24 Oldenburg, Stadt 35 Wolfenbüttel, Landkreis Energieagentur Städtetag Ostfalia Hochschule für Umweltfragen –
25 Osnabrück, Landkreis Niedersachsen für angewandte Geschäftsstelle
26 Osnabrück, Stadt *Gemeinschaftsprojekt
Wissenschaften
27 Rotenburg (Wümme), Landkreis mit der Stadt BremerhavenDie Preise und Preisträger
Auszeichnung Auszeichnung
Großer Klimaschutz- Klimaschutz-
Leuchtturm Leuchtturm
8 9
8.500 Euro Preisgeld 4.000 Euro Preisgeld
Stadt Damme Landkreis Cloppenburg
Projekte „Nahwärmesystem für kommunale Projekt „Förderprogramm Stromtankstellen
Gebäude“ und „Das KlimaQuartier als Klima- für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur“
Die Preisträger mit ihren Auszeichnungen. schutz- und Steuersparmodell“
Landkreis Göttingen + Landkreis Northeim Landkreis Holzminden
Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ Projekt „Nachhaltigkeit beim Bürobedarf
A us den eingereichten Projekten hat die Wett-
bewerbsjury 14 Preisträger ausgewählt.
Unter ihnen wurde das Preisgeld von insgesamt
sechs Kommunen den Titel „Großer Klimaschutz-
Leuchtturm“ und weitere sechs Kommunen
den Titel „Klimaschutz-Leuchtturm“. Außerdem
und Projekt „Betriebliches Mobilitäts
management“ (nur Landkreis Göttingen)
und der betrieblichen Mobilität“
100.000 Euro verteilt. Eine Kommune erhielt wurde ein „Zukunftspreis Klima kommunal Stadt Göttingen Stadt Oldenburg
den Titel „Niedersächsische Klimakommune“, 2018“ vergeben. Projekte „Klimaschutz ins Zentrum rücken“ Projekt „Klimaschätze in Oldenburg –
und „Die Göttinger Klimaschutz-Tage“ eine GeoTour“
Region Hannover + Stadt Osnabrück
Auszeichnung Auszeichnung aha Zweckverband Abfallwirtschaft
Projekt „Solaroffensive 3.0 – Osnabrück setzt
Niedersächsische Zukunftspreis Projekte „Ein Sozial- und Bürogebäude als sich für Sonnenenergie ein“
Klimakommune 2018 Klima kommunal 2018 Passivhaus“ und „Ein Vorrangnetz für den
Alltagsradverkehr“ (nur Region Hannover)
Energieregion Hümmling Landkreis Rotenburg (Wümme)
20.000 Euro Preisgeld 5.000 Euro Preisgeld Projekt „Ein Energiesparmodell für Klimaschutz Projekt „Ein Landkreis verlost ‚10 Tage unter
an Schulen“ Strom‘“
Gemeinde Cremlingen Stadt Nordhorn
Projekte „KfW-Effizienzhaus 55 als Standard Projekt „Ausbau von Komfortradwegen“
Stadt Springe Gemeinde Wallenhorst
im Neubaugebiet“ und „Förderprogramm
Altbau-Modernisierung für einen attraktiven Projekte „Regenerative Fernwärme mit eigenem Projekt „Bürgerbefragung zur Verbesserung
Ortskern“ Energieportal für Springe“ und „Klimaschutz der Radverkehrssituation“
auf Kinderfüßen dank dem Schulbus auf Füßen“Geschichten des Gelingens:
Die Preisverleihung
Die Preisverleihung des Wettbewerbs „Klima kommunal 2018“ fand am
28. August 2018 im Alten Rathaus in Hannover statt. Die Klimaschutz- und
Energieagentur Niedersachsen hatte alle am Wettbewerb beteiligten Kommunen
eingeladen. Rund 120 Gäste waren der Einladung gefolgt. Umweltminister
10 Impressionen von 11
Olaf Lies und Landrat Bernhard Reuter überreichten die Preise an 14 Preisträger.
der feierlichen
Preisverleihung im
I n festlicher Atmosphäre fand ein reger Aus-
tausch über die Projekte und Handlungsmög
lichkeiten der Kommunen statt. Sozialpsychologe
Der Wettbewerb „Klima Kommunal“ macht genau
diese Geschichten des Gelingens sichtbar. Und ne-
ben dem abstrakten Ziel des Klimaschutzes braucht
Alten Rathaus Hannover
Professor Harald Welzer, Direktor der Stiftung es auch andere Motivationen für die Veränderung.
FuturZwei, ging in seinem Festvortrag den Fragen „Es ist ja falsch, zu denken, dass alles total dufte wäre,
nach, wie der Wandel zu einer zukunftsfähigen wenn nur dieser blöde Klimawandel nicht wäre“,
Gesellschaft aussehen könnte und welche Rolle so Welzer. Eine autofreie Stadt mit attraktiven Rad-
Kommunen dabei spielen können. Sein Plädoyer: wegen zum Beispiel wäre auch dann ein erstrebens
Düstere Zukunftsprognosen und Mahnungen wertes Ziel, wenn es gar kein Problem mit klima-
führen nicht zu Verhaltensänderungen. Es sind schädlichen Autoabgasen gäbe. Genauso sind mehr
die positiven Zukunftsvisionen und Geschichten Grünflächen und ein gut funktionierender öffentli-
des Gelingens, die uns Menschen motivieren, cher Nahverkehr in den Kommunen nicht nur gut
eine Veränderung zu wünschen und anzugehen. für das Klima, sondern auch für die Lebensqualität!Energieeffizienz
in kommunalen
Liegenschaften
12 13
Kommunen können in ihren eigenen Liegenschaften für Energieeffizienz sorgen
und sich für erneuerbare Energien einsetzen. Damit sparen sie Energiekosten und
zeigen den Bürgerinnen und Bürgern, dass sie den Klimaschutz ernst nehmen.
Die Möglichkeiten reichen vom systematischen Energiemanagement für die Ge-
bäude über Energieeffizienzmaßnahmen in Schwimmbädern und Schulen bis hin
zur Energieversorgung mit Nahwärme aus regenerativen Energien.
Gut zu wissen
› Das kommunale Energiemanagement wird
seit Januar 2019 durch die Richtlinie zur Förderung
von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld,
kurz Kommunalrichtlinie, gefördert.
› Mehr zum kommunalen Energiemanagement unter
klimaschutz-niedersachsen.de/kemEnergieeffizienz in kommunalen Liegenschaften
Stadt Bad Bentheim
im Landkreis Grafschaft Bentheim
1. Ein städtisches Gebäude
mit zweifachem Nutzen –
© Stadt Bad Bentheim
dank energetischer Sanierung
„Stadt als Vorbild“, so steht es im Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt
Bad Bentheim. In die Praxis umgesetzt wird dies unter anderem durch die
energetische Sanierung einer städtischen Immobilie. Heute wird das Haus
sowohl zur Unterbringung von Geflüchteten als auch für Eigenheimbesitzer
als Anschauungsobjekt für gute Sanierungspraxis genutzt.
14
D ie stadteigene Immobilie „Ochtruper Straße
40“ liegt zentrumsnah, Schulen, soziale
Einrichtungen und die städtische Verwaltung sind
Evaluierung und Erfolge
› Durchführung eines Blower-Door-Tests nach
15
fußläufig zu erreichen. 2015 trafen Politik und erfolgter Sanierung.
Verwaltung die Entscheidung, das sanierungs › Für das Haus mit 205 m Wohnfläche wurden
2
bedürftige Gebäude energetisch zu ertüchtigen, ein Primärenergiebedarf von 126 kWh/m2a
um anschließend bis zu zwölf Asylbewerber unter- und ein CO2-Minderungspotenzial von über
bringen zu können. So wurde die Vermeidung 80 Prozent berechnet. Damit wurde das Sanie-
von CO2-Emissionen mit der Unterstützung von rungsziel übertroffen.
Hilfebedürftigen vereint. › Die Gebäudesubstanz wurde dauerhaft ver
bessert. Die Stadt profitiert langfristig von
Eckpunkte zur Umsetzung dem reduzierten Energieverbrauch und der
damit einhergehenden Kostenersparnis.
Um die Hälfte der Sanierungskosten als Zuschuss › Das Gebäude wird als gutes Sanierungsbeispiel
vom Bund zu erhalten, galt das Sanierungsziel, für das städtische Förderprogramm „Kauft Alt“
eine CO2-Einsparung von 70 Prozent zu erreichen. kommuniziert. Das energetisch sanierte Gebäude
Hierfür erfolgte: „Ochtruper Straße 40“ in Bad Bentheim
› Erneuerung der Fenster und der Außentüren. Finanzierung
› Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems Rund 330.000 Euro Gesamtkosten für das Projekt.
(20 cm) für die Dämmung der Gebäudehülle. Energetische Sanierungsmaßnahmen von
› Dämmung im Fußbodenaufbau und in den rund 100.000 Euro wurden als „ausgewählte
Geschossdecken. Maßnahme“ zu 50 Prozent über die Kommunal-
› Aufdachdämmung (60 mm) sowie eine richtlinie (NKI) finanziert. Der Aus- und Umbau
Zwischensparrendämmung (26 cm). der Immobilie wurde durch das Kommunalinves- Einwohnerzahl/Größe
› Einbau einer neuen Brennwerttherme mit titionsförderprogramm (KIP) teilfinanziert. 15.305 Einwohner auf 100 km2
solarer Unterstützung durch Solarthermie.
› Nach Abschluss der Maßnahmen fand ein Projektzeitraum » Die „Ochtruper Straße 40“ hat Vorbildfunktion für Ansprechpartnerin
„Tag der offenen Tür“ für Bürgerinnen und 06/2015 – 04/2017 die Integration von Asylbewerbern und eine effektive Stadt Bad Bentheim
Bürger statt. Neben der Stadt Bad Bentheim Sanierung von Altbauten. « Klimaschutz- und
beteiligten sich der Arbeitskreis Zuwanderung, Nachhaltigkeitsmanagement
die GIG und verschiedene Flüchtlingsfamilien. Vera Edeling
Bürgermeister Dr. Volker Pannen
Telefon: 05922 7338
edeling@stadt-badbentheim.deEnergieeffizienz in kommunalen Liegenschaften
Stadt Damme Auszeichnung Großer
im Landkreis Vechta
Klimaschutz-Leuchtturm
Gemeinsam mit Projekt Nr. 21
2. Nahwärmesystem für
© Stadt Damme
kommunale Gebäude spart Energie
Grund- und weiterführende Schulen liegen oft nah beieinander. Doch wenn
eine Heizung saniert werden muss, kümmert sich meist jeder Schulträger
nur um sein Gebäude. Die Stadt Damme schaute über den Tellerrand hinaus
und gründete einen gemeinsamen Wärmeverbund mit dem Landkreis, um
die Liegenschaften gemeinsam zu versorgen.
16
S tatt einzelne Heizungsanlagen in Schulen
und Sportstätten zu sanieren, haben die Stadt
Damme und der Landkreis Vechta fünf Liegen
› Gleichzeitig wird das Nahwärmesystem für
Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt:
Im Schulunterricht wird die Anlage in Projekt-
17
schaften der Stadt und die vier Liegenschaften wochen und Facharbeiten einbezogen, bei
des Landkreises in einem Wärmeverbund zusam- Begehungsterminen werden die ökologischen
mengeschlossen. Für sie wurden zwei Wärme Aspekte erklärt und die ökonomischen Ein
netze errichtet: „Grüner Weg“ und „Westring“. sparmöglichkeiten aufgezeigt.
Eckpunkte zur Umsetzung Evaluierung und Erfolge
› Grüner Weg: Strom und Wärme werden in › Die Maßnahme wird ständig durch die Erfas-
einem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk sung von Energieverbrauchswerten evaluiert.
(BHKW) mit 20 kWel Leistung erzeugt und über Hierzu werden monatliche Zählerwerte erfasst
Wärmeleitungen an die Verbraucher verteilt. und ausgewertet.
250 Tonnen CO2 werden jährlich eingespart. › Laut der jährlichen Auswertung werden über
› Westring: Energieversorgung mit einem 30 Prozent des Energieverbrauchs für Wärme
Biomethan-BHKW mit 400 kWel Leistung. und Strom eingespart. Bauarbeiten für das neue Nahwärmenetz
Die CO2-Einsparung beträgt 1.700 t / Jahr.
› Beide BHKW arbeiten mit „bilanziellem Biogas“.
Das heißt, dass für die Menge Erdgas, die das Finanzierung
BHKW benötigt, an anderer Stelle die gleiche Die Gesamtinvestition für beide Wärmenetze Begründung der Jury
Menge aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz betrug ca. 1,2 Millionen Euro. Es gab 92.000 Euro
eingespeist wird. Fördermittel-Zuschuss vom BAFA. Die Restfinan- » Das Nahwärmesystem ist eine Blaupause für Energie
› Für die interkommunale Zusammenarbeit zierung erfolgte über ein KfW-Darlehen. effizienz in kommunalen Liegenschaften. Insbesondere
wurde eine Zweckvereinbarung geschlossen. überzeugen hier die erreichte Energieeinsparung von
In dieser Zweckvereinbarung wird die Stadt Projektzeitraum über 30 Prozent sowie die trägerübergreifende Vor Einwohnerzahl/Größe
beauftragt, die in den entsprechenden Gebieten 2013 – 2033 gehensweise, die nicht selten gescheut wird. Darüber 17.000 Einwohner auf 104 km2
liegenden Gebäude des Landkreises ebenfalls hinaus gelingt es der Kommune, das Thema Energie
mit Wärme zu versorgen. versorgung in den Schulunterricht zu tragen und so die Ansprechpartner
› Hierzu hat die Stadt Damme eine eigene Klimaschutzaktivitäten vor Ort erfahrbar zu machen. Stadt Damme
Gesellschaft gegründet, die die Errichtung und Durch diese vorbildliche Effizienzmaßnahme profitieren Klimaschutzmanagement
den Betrieb der Anlage sowie den Abrechnungs- Klimaschutz und Kommunalhaushalt gleichermaßen. « Roman Fehler
prozess übernimmt. Telefon: 05491 66253
roman.fehler@damme.deEnergieeffizienz in kommunalen Liegenschaften
Region Hannover Auszeichnung Großer
Klimaschutz-Leuchtturm
Gemeinsam mit Projekt Nr. 37
3. Ein Sozial- und Bürogebäude
© Frank Aussieker
als Passivhaus
Die EU-Gebäuderichtlinie gibt vor, dass ab 1. Januar 2019 alle neuen Nicht-
wohngebäude der öffentlichen Hand als Niedrigstenergie-Gebäude auszuführen
sind. Die Region Hannover zeigt mit dem Bau eines teilklimatisierten Sozial-
und Bürogebäudes, dass ein hoher Anspruch an Gestaltung und Raumklima
mit ehrgeizigen energetischen Standards vereinbar ist.
18
D er Zweckverband Abfallwirtschaft Region
Hannover (aha) hat ein viergeschossiges
Büro- und Sozialgebäude mit Büroarbeitsplätzen
Evaluierung und Erfolge
› Die Anlagentechnik läuft weitestgehend
19
sowie Umkleide- und Waschbereichen für die störungsfrei, der Wartungsaufwand ist moderat
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebaut. Den und entspricht der Planung.
Klimaschutzzielen der Region Hannover ent › Im Vergleich zu einem modernen Bürogebäude
sprechend entstand das ca. 5.700 Quadratmeter mit fossiler Fernwärme spart dieses Gebäude
große Gebäude in Passivhausbauweise. bis zu 95 Prozent Primärenergie.
Das mehrjährige Monitoring zeigt eine
Eckpunkte zur Umsetzung Einsparung nutzenergetischer Heizwärme
von ca. 170.000 kWh/a (ca. 66 Prozent).
› Zu Beginn fand eine detaillierte Planung › Zusätzlich entsteht eine Energieeinsparung
auf Basis von Gebäudesimulationen statt. durch optimierte Fernwärmenetz-Auslastung.
Dieser Prozess wurde intensiv von proKlima – › Seit der Baufertigstellung dient das Gebäude als
dem enercity-Fonds begleitet. Positivbeispiel für Nichtwohngebäude im Auf dem Gelände der aha-Zentrale in Hannover steht
› Die Anlagentechnik umfasst eine hocheffiziente Passivhausstandard, es wird auf Fachtagungen das energetische Vorzeigeprojekt: Wirtschaftlichkeit und
Lüftungsanlage mit adiabater Kühlung sowie und bei Führungen vor Ort präsentiert. Klimaschutz gehen hier Hand in Hand
eine mit Fernwärme betriebene Absorptions
kälteanlage, um das Gebäude auch im Hoch-
sommer angenehm zu temperieren. Finanzierung
› Das Rechenzentrum befindet sich im Ober Die Bausumme inklusive Nebenkosten lag bei
geschoss und wird überwiegend über einen rund 10,8 Millionen Euro. proKlima – der enercity-
Freikühler auf dem Dach gekühlt. Fonds unterstützte über das Förderprogramm
› Es wurde Wert auf hohen Nutzerkomfort gelegt, Nichtwohngebäude sowie mit einer Einzelförde-
so kann die Temperatur in allen Bürobereichen rung für das innovative Kühlkonzept insgesamt Begründung der Jury
einzeln geregelt werden. mit rund 98.000 Euro. Einwohnerzahl/Größe
› Der Rest-Wärmebedarf wird mit Fernwärme » Das Sozial- und Bürogebäude des Zweckverbandes 1.148.700 Einwohner auf 2.300 km2
gedeckt. Projektzeitraum steht als Vorbild für Energieeffizienz bei zugleich hohem
06 / 2011 – 01 / 2013 Komfort und großer Nutzerzufriedenheit. Damit ist Ansprechpartner
das Nichtwohngebäude ein exzellentes Praxisbeispiel aha Zweckverband Abfallwirtschaft
für eine Dekarbonisierung der Energieversorgung im Region Hannover
Gebäudesektor. « Andreas Mücke
Telefon: 0511 9911- 47951
andreas.muecke@aha-region.deEnergieeffizienz in kommunalen Liegenschaften
Stadt Schortens
im Landkreis Friesland
4. Energiezentrale Schortens –
© Stadt Schortens, Karsten Töpel
regenerative Versorgung
für Hallenbad und Grundschule
Die Stadt Schortens verfolgt das Ziel, ihr Sport- und Gesundheitsbad sowie eine
angrenzende Grundschule regenerativ und wirtschaftlich mit Strom und Wärme
zu versorgen. Für dieses Projekt baut die Stadt eine innovative Energiezentrale,
die einen Brennstoff aus Laub und Grünschnitt verwertet.
20
E twa 600 – 800 Tonnen Laub und Grünschnitt
fallen jährlich in der Stadt Schortens an. Statt
diese großen Mengen kommunaler Biomasse teuer
Evaluierung und Erfolge
› Für das Hallenbad wurde ein Selbstversorgungs-
21
zu entsorgen, wird diese für die Energieversorgung grad von mehr als 80 Prozent für Wärme und
kommunaler Liegenschaften nutzbar gemacht. Strom berechnet.
› Bilanziell kann die Energiezentrale sieben
Hierfür errichtet die Stadt Schortens im Rahmen weitere kommunale Liegenschaften in direkter
der Komplettsanierung des städtischen Hallen- Nähe mit Strom versorgen, wodurch diese 50
bads eine Energiezentrale für Ökobriketts und Prozent der Stromkosten einsparen (KWK).
schafft damit eine neue Wertschöpfungskette. › Prognostiziert ist eine jährliche Einsparung von
rund 1.000 Tonnen CO2.
Wie hoch ist der Heizwert von Laub? › Zukünftig wird die Energiezentrale im Rahmen
Pro Tonne nassen Laubs können ca. 500 – 700 kg schulischer Weiterbildungen in Anspruch
Briketts gewonnen werden. Der Heizwert der genommen werden.
Briketts liegt bei 4,3 – 5,1 kWh/kg. Dieser Wert ist
vergleichbar mit dem von Pellets, Hackschnitzeln
oder Scheitholz. Finanzierung Die Energiezentrale im Bau
Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt
Eckpunkte zur Umsetzung beträgt ca. 7,0 Millionen Euro, davon entfallen
rund 1 Million Euro auf die Errichtung der Energie-
› Die Energiezentrale besteht aus einem Block- zentrale. Unterschiedliche Förderprogramme,
heizkraftwerk, einem Erdgaskessel zur Spitzen hierunter EU-Förderung, Mittel aus der Nationa-
lastabdeckung sowie einem Biomassekessel, in len Klimaschutzinitiative sowie des Landkreises » Für Schortens ist es eine große Chance, dass wir
dem der zuvor in der Trocknungs- und Brikettier- wurden erfolgreich beantragt. (insgesamt fast 1,5 große und nah beieinander liegende Liegenschaften mit
anlage getrocknete Grünschnitt verbrannt wird. Millionen Euro genehmigt). Energie aus der bislang ungenutzten Ressource
› Die Anerkennung der Ökobriketts aus Laub als „städtische Biomasse“ CO 2-neutral versorgen können. Einwohnerzahl/Größe
zertifizierter Brennstoff gemäß BImSchV erfolgt Projektzeitraum Eine solche Energiezentrale könnte in vielen anderen 21.000 Einwohner auf 69 km2
mit fachlicher Begleitung des Fraunhofer Die Planungs- und Ausschreibungszeit läuft Städten und Gemeinden an entsprechender Stelle auch
Instituts. seit November 2013. Die Inbetriebnahme der sehr erfolgreich zum Einsatz kommen. « Ansprechpartner
› Aufgrund der hohen Wärmegrundlast des Energiezentrale erfolgt im Januar 2019. Stadt Schortens
Hallenbads, der Grundschule und der ange- Fachbereich Bauen
Karsten Töpel
gliederten Trocknungsanlage kann das BHKW Karsten Töpel
Klimaschutzmanager Stadt Schortens
effizient betrieben werden. Telefon: 04461 982138
karsten.toepel@schortens.deKommunikation
und Bildung für den
Klimaschutz
In den Schulen und Kindergärten, in der eigenen Verwaltung oder durch Veran-
staltungen für Bürgerinnen und Bürger – als Kommunen haben Sie vielfältige
22 Möglichkeiten, das Wissen und die Bereitschaft der Menschen zum Klimaschutz 23
zu unterstützen. Das ist gut so, denn mit der Rückendeckung der Bevölkerung
lässt sich viel mehr Klimaschutz erreichen.
Gut zu wissen
› Mehr zu Bildung für Klimaschutz unter
klimaschutz-niedersachsen.de/umweltbildung
› Die KEAN unterstützt Energiesparkampagnen in
Kommunalverwaltungen mit einer „Realisierungshil-
fe für Energiespar-Kampagnen“, mehr dazu unter
klimaschutz-niedersachsen.de/realisierungshilfeKommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Flecken Adelebsen
im Landkreis Göttingen
5. Energetisches Quartierskonzept
© Energieagentur Region Göttingen
stärkt die Dorfgemeinschaft
Unter dem Motto „Wohnquartier Adelebsen – Raum mit Ideen“ hat der
Flecken Adelebsen ein energetisches Quartierskonzept erstellen lassen.
Mit intensiver Bürgerbeteiligung wurden gemeinsame Projekte ausgearbeitet,
die nun mit Unterstützung eines geförderten Sanierungsmanagements
umgesetzt werden.
H eute werden im Quartier Adelebsen jährlich
knapp 3.200 Tonnen CO2 emittiert. Bis 2050
sollen diese Emissionen im Bereich Wärme um
› Für einen Teilbereich soll zukünftig die Mög-
lichkeit eines Anschlusses an ein Nahwärme-
netz mit Wärmezentrale bestehen.
24
78 Prozent und im Bereich Strom um 70 Prozent › Feierabendmarkt Adelebsen: Freitagsnach
25
reduziert werden. Für den Weg dahin wurde ein mittags werden von 14 bis 18 Uhr auf dem
energetisches Quartierskonzept entwickelt, das Rathausplatz frische Waren angeboten.
weit über die einfache Gebäudesanierung hinaus- › Informationen zu Online-Mitfahrbörsen.
geht. Vielmehr setzt es von Beginn an auf enge Ein Flyer zeigt verschiedene Möglichkeiten auf,
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. wie Gesuche und Angebote zusammenfinden.
› Grünflächen im Quartier sollen schöner gestal-
Die Konzeptphase tet werden, gemeinsam angelegte und gepflegte
Kräuter- und Gemüsebeete fördern ein nach
1. Analyse u.a. mit einer Eigentümerbefragung, haltiges Leben und bringen Bürger zusammen.
einer energetischen Gebäudebewertung sowie › Ein Quartiersbeirat als aktives und gestalten-
der exemplarischen Darstellung von Einspar- des Gremium, das die Projekte und Ideen im An sechs zentralen Plätzen im Ort Adelebsen stehen heute blaue
potenzialen für vier Gebäudetypen im Quartier. Quartier unterstützt, voranbringt und umsetzt. Mitfahrbänke. Neben jeder dieser Bänke steht eine Tafel, auf der
die Wartenden gut sichtbar anzeigen können, wohin es gehen soll
2. Potenzialermittlung gemeinsam mit Bürgerin-
nen und Bürgern, die explizit auch Themen Finanzierung
wie umweltgerechte Mobilität, Freiräume und Quartierskonzept und Sanierungsmanagement
öffentliche Plätze einbezog. werden mit 65 Prozent über das KfW-Programm
432 bezuschusst. 15 Prozent sind kommunaler
3. Gemeinsame Erarbeitung eines energetischen Eigenanteil, 14 Prozent Drittmittel und 6 Prozent
Leitbildes und von Maßnahmen. kommen über die NBank.
Erste Projekte in Umsetzung Damit Eigentümer Investitionen in die energe- » Ein tolles Projekt, das CO 2
einspart und auch noch
tische Modernisierung und in Barrierefreiheit von eine aktive Bürgerbeteiligung hervorruft. So wurde Einwohnerzahl/Größe
In der Projektumsetzung soll möglichst viel für die der Einkommensteuer absetzen können, wird das beispielsweise ein Wochenmarkt für regionale Anbieter 6.370 Einwohner auf 76 km2
Menschen erreicht werden. Gemeinsam mit der Ver- Quartier als Sanierungsgebiet nach vereinfachtem etabliert. Diesen organisieren die Bürger eigenverant
waltung betreut die Energieagentur Region Göttin- Verfahren ausgewiesen. wortlich. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren Ansprechpartner
gen die Umsetzung der vielen Projekte, hierunter: noch folgen wird. « Flecken Adelebsen
Projektzeitraum Holger Frase
Bürgermeister Holger Frase
› Für Wohnhäuser werden Beratungen angeboten Konzepterstellung: 06/2016 – 05/2018 Telefon: 05506 89732
zu Gebäudemodernisierung, Einsatz erneuer Konzeptumsetzung: seit 06/2018 frase@adelebsen.de
barer Energien, Barrierefreiheit und mehr.Kommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Klimaschutzregion Altes Land und Horneburg
im Landkreis Stade
6. Warten mit guten Taten –
© Klimaschutzregion Altes Land und Horneburg
ein Klimaschutz-Adventskalender
„Zauberhafte Weihnachtszeit mit 24 Klima-Tipps zum Sparen und Mitmachen“,
diese Idee hatten die Auszubildenden der Verwaltungen in der Klimaschutz
region Altes Land und Horneburg. Gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin
haben sie einen Adventskalender entworfen, produziert und 1.000 Exemplare
in der Region verteilt.
W arten mit guten Taten – nach diesem Motto
haben vier Auszubildende der kommunalen
Verwaltungen einen Klimaschutz-Adventskalender
Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit
› Das Projekt wurde der Lokalpresse vorgestellt.
entworfen. Statt Süßem beinhaltet der Kalender Auf den Internetseiten der Gemeinden wurde
26 27
24 hilfreiche Tipps und Tricks für eine klima informiert.
freundliche Weihnachtzeit und darüber hinaus. › Beschäftigte in den Rathäusern sowie Rats
mitglieder erhielten Kalender von den Azubis.
So verstecken sich hinter dem 24. Adventstürchen › Auf Wochen- und Weihnachtsmärkten wurden
„Küchen-Geheimtipps“. Der QR-Code führt die Kalender an Bürgerinnen und Bürger
zu Tipps für energiesparendes Kochen verteilt. Hier nutzten die Auszubildenden die
und zum liebsten Winterrezept der Kontakte mit der Bevölkerung, um für Klima-
vier Auszubildenden der Samtgemein- schutz und Energiesparen zu begeistern.
den Horneburg und Lühe. › Sie stellten das Projekt in Schulklassen vor
und verteilten auch dort die Kalender.
Eckpunkte zur Umsetzung › Für die tägliche Veröffentlichung des Tipps Celine Keierleber verteilt den Klimaschutz-
wurde ein Instagram-Account „Klimaschutz. Adventskalender auf dem Wochenmarkt in
› Die Auszubildenden nahmen an einem Energie alteslandhorneburg“ angelegt. Steinkirchen an Bürgerinnen und Bürger
Scouts-Projekt teil und suchten gemeinsam
nach Einsparpotenzialen in den Verwaltungen.
› Zur Sensibilisierung der Beschäftigten für das Finanzierung
eigene Nutzerverhalten entwickelten sie gemein- Gestaltung und Druck von 1.000 Adventskalen-
sam mit der interkommunalen Klimaschutz dern auf recyceltem Papier kosteten etwa 4.500
managerin eine Kampagne. Der Adventskalen- Euro. 65 Prozent wurden als Zuschuss für Öffent-
der ist ein Baustein dieser Aktion, der sich auch lichkeitsarbeit des Klimaschutzmanagements
an die Bürgerinnen und Bürger richtet. über die Kommunalrichtlinie gefördert. » Wir Auszubildenden möchten unseren Mitmenschen Einwohnerzahl/Größe
› Im September und Oktober recherchierten sie 35 Prozent Eigenanteil trugen die Gemeinden. Inhalte rund um das Thema Klimaschutz vermitteln! 33.514 Einwohner auf 180 km2
Klimatipps für verschiedene Zielgruppen, Die positiven Assoziationen, die ein Adventskalender
entwickelten mit einer Werbeagentur die Gestal- Projektzeitraum birgt, greifen wir auf, um Lust auf ‚klimafreundliche Ansprechpartnerin
tung und schrieben Texte für den Kalender. 09/2017 – 12/2017 Verhaltensänderung‘ zu wecken. « Klimaschutzregion
› Im November wurde die Öffentlichkeitsarbeit Altes Land und Horneburg
geplant und startete passend zum 1. Advent. Klimaschutzmanagement
Celine Keierleber
Anna-Katharina Poppe
Auszubildende Samtgemeinde Lühe
Telefon: 04163 807949
info@klimaschutz-altesland-horneburg.deKommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Stadt Bad Bentheim
im Landkreis Grafschaft Bentheim
7. KlimaCafé – ein Raum
© Stadt Bad Bentheim
für Bürgerinnen und Bürger
Kommunen stecken beim Thema Klimaschutz in einem Dilemma: Einsparziele
für Energie und Treibhausgasemissionen sollen und wollen erreicht werden,
die Einflussmöglichkeiten auf das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger sind
aber begrenzt. In der Stadt Bad Bentheim ist eine Veranstaltungsreihe mit
Klimaschutzthemen Teil der Lösung.
D as KlimaCafé der Stadt Bad Bentheim ist
eine Veranstaltungsreihe, die für Themen
des Klimaschutzes begeistern soll und kann.
Evaluierung und Erfolge
› Seit 2014 wurden 20 gut besuchte Veran
Praxisnahe Klimaschutz-Alltagslösungen werden staltungen angeboten: Stetig nehmen rund
28 29
hier aufgezeigt und gute Vorbilder – auch aus 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den
der Bürgerschaft – vor Ort sichtbar. Abendveranstaltungen teil.
› Nutzung von Synergieeffekten mit aktuellen
Eckpunkte zur Umsetzung Projekten in der Stadt, hierunter die STADT-
RADELN-Aktionszeit oder die Bürgerbeteiligung
› In jedem KlimaCafé wird ein spezielles Thema zum neu entstandenen Bürgerwindpark.
aufgegriffen und aufbereitet. Bewährt hat sich › Mit dem Klimaschutzmanagement des Land-
eine Kombination aus Vorträgen von Experten, kreises Grafschaft Bentheim werden über das
Beiträgen von Bürgerinnen und Bürgern bzw. KlimaCafé gemeinsame Themenabende ange-
Betrieben der Stadt sowie verschiedenen boten, beispielsweise ein Quartiersspaziergang
Besichtigungselementen. zum Kennenlernen der „Grüne Hausnummern“- Information der Bürgerinnen und Bürger beim
› Unterschiedliche lokale Akteure werden einge- Projekte. So tägt das KlimaCafé zum interkom- KlimaCafé: Start einer gemeinsamen Exkursion
bunden, zugleich wird der Austausch unter den munalen Austausch bei. zum Bürgerwindpark Achterberg/Westenberg
Teilnehmern gestärkt.
› Jährlich werden etwa fünf verschiedene
Themenabende angeboten: von Beleuchtungs Finanzierung
technik über Smart Metering bis hin zu klima Die Stadt hat eine Personalstelle für das Klima-
bewusstem Leben. schutzmanagement mit Zuschussförderung über
› Auch Exkursionen werden angeboten, unter die Nationale Klimaschutzinitiative geschaffen.
anderem zu Windenergie- und Biogasanlagen, Die Klimaschutzmanagerin koordiniert die Klima-
einem Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk oder Café-Veranstaltungen. Das Catering sowie die teil- » Klimaschutz geht nicht ohne Beteiligung, unsere
auch zu Naturerlebnisorten. weise anfallenden Referenten-Honorare werden KlimaCafés sind eine tolle Plattform dafür. Sich über Einwohnerzahl/Größe
› KlimaCafé-Termine werden über die lokale aus Eigenmitteln finanziert. Klimaschutzthemen zu informieren, über klimafreund 15.305 Einwohner auf 100 km2
Presse und einen Verteiler des Klimaschutz liches Leben zu sprechen und neue Ideen zu diskutieren,
managements angekündigt und beworben. Projektzeitraum macht Spaß und braucht ein Forum. Das KlimaCafé Ansprechpartnerin
06/2015 – 04/2017 macht Klimaschutz erlebbar. « Stadt Bad Bentheim
Zentrales und Bauen
Vera Edeling
Bürgermeister Dr. Volker Pannen
Telefon: 05922 7338
edeling@stadt-badbentheim.deKommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Stadt Buchholz in der Nordheide
im Landkreis Harburg
© Fr. Muntermann
8. Insektenfreundliches Buchholz
In Buchholz i.d.N. entsteht derzeit aus einem Schulprojekt zum Insektensterben
ein umfassendes Vorhaben, das Bildung, Akteursbeteiligung und Förderung der
Biodiversität vereint. Schule, Stadtverwaltung und Umweltinitiativen arbeiten
zusammen, um die Ursachen des Insektensterbens aufzuzeigen und Maßnahmen
zur Förderung von Insektenbeständen umzusetzen.
D ie Stadt verzichtet schon länger auf ihren
Flächen auf den Einsatz von Insekten- und
Pflanzenschutzmitteln. So fiel der Projektanstoß
› Umsetzung von Maßnahmen – insbesondere
Pflanzaktionen – auf ausgewählten Pilotflächen.
› Bau und Installation von Nisthilfen durch
einer Gruppe des örtlichen Gymnasiums Am Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums
30 31
Kattenberge für mehr Artenschutz in der Ver Am Kattenberge zusammen mit der MINT-
waltung auf fruchtbaren Boden – auch vor dem Bildungseinrichtung „Zukunftswerkstatt“.
Hintergrund, dass bei Umwelt- und Naturschutz-
projekten auch für klimafreundliches Verhalten 3. Maßnahmenkontrolle
sensibilisiert werden kann. Es sind drei Projekt-
abschnitte geplant: › Die Schule und die Stadt übernehmen die
regelmäßige und fortlaufende Betreuung der
1. Grundlagenarbeit Flächen und Standorte sowie die Erfolgskon-
trolle der Maßnahmen über mehrere Jahre.
› Projektstart mit Vortrag im Rathaus „Rettet › Perspektivisch ist der Aufbau eines Flächen-
die Insekten“. pools angedacht (dazu zählen Grünanlagen,
› Für ausgewählte Insektenarten sollen Faktoren Landwirtschaftsflächen, Gründächer und
für das Wohlergehen bzw. die Beeinträchtigung -fassaden), der im Rahmen bauleitplanerischer Eine der in Buchholz installierten Nisthilfen für Wildbienen
der Insekten ermittelt werden (Lebensraum, und landschaftsplanerischer Prozesse berück-
Nahrungsquellen, Störquellen, Nutzungskon- sichtigt werden soll.
flikte etc.).
› Eine Bestandserfassung und Kartierung von
Insekten soll Indizien für die Bestandsgüte Finanzierung
und die Auswahl von Flächen, die sich für Projektbezogen wird für die Maßnahmenumset-
Insektenschutzmaßnahmen eignen, liefern. zung Pflanz- und Baumaterial benötigt. Eigenmittel » Es freut mich sehr, dass das Thema des „Insekten
und mögliche Sponsoren kommen hierfür in Frage. schutzes“ in unserer Stadt einen so hohen öffentlichen Einwohnerzahl/Größe
2. Maßnahmenarbeit Anklang gefunden hat. Neben dem vorbildhaften Schul 41.000 Einwohner auf 75 km2
Projektzeitraum projekt engagieren sich zudem einige Mitbürger und
› Erarbeitung eines Fragebogens zur Bewertung Wettbewerbsteilnahme als Zukunftsprojekt. Mitbürgerinnen vor Ort, indem sie Nachbarn über das Ansprechpartner
von Nisthilfen sowie eines Maßnahmenkatalogs Das Projekt wurde vor Kurzem begonnen und ist Thema aufklären und sich aktiv für den Insektenschutz Stadt Buchholz i.d.N.
zur Förderung der Insektenvielfalt inklusive über mehrere Jahre angelegt. einsetzen. Darauf können wir aufbauen. « Fachdienst Stadtplanung
Leitfaden für Unternehmen und Privatpersonen. Leitstelle Klimaschutz
David Quinque
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse
Telefon: 04181 214-525
david.quinque@buchholz.deKommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Hansestadt Buxtehude
im Landkreis Stade
9. Die Hansestadt Buxtehude
© Stadt Buxtehude
sagt „Nö“ zur Plastiktüte
Mehrweg auf den Märkten – dafür wirbt das Stadtmarketing der Hansestadt
gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement. Denn Einweg-Plastikprodukte
sind unsere ständigen Begleiter. Deren Herstellung braucht viel Energie und
sowohl die Verbrennung als auch der Zerfall von Plastik im Sonnenlicht setzen
schädliche Klimagase frei.
S eit 2016 gibt es eine Selbstverpflichtung
vieler Unternehmen, Plastiktüten nicht mehr
umsonst abzugeben. Dies zeigt erste Wirkung,
Evaluierung und Erfolge
› Das Angebot wurde gut angenommen. Menschen
dennoch wurden 2017 in Deutschland rund 29 standen am Aktionstag Schlange, um sich am
32 33
Plastiktüten pro Kopf verbraucht – die dünnen Gewinnspiel zu beteiligen und zu informieren.
Tütchen für Obst und Gemüse nicht mitgezählt! › Die Kommune hat viele Partner ins Boot holen
Daher startete das Buxtehuder Klimaschutz können und über die Aktionstage und die
management eine Kampagne gegen Plastiktüten Informationen an den Verkaufsständen viele
auf Buxtehuders Wochenmärkten. Menschen erreicht.
› An den Aktionstagen wurde der BUXBÜDEL
Eckpunkte zur Umsetzung jeweils 500-mal kostenlos verteilt.
› Heute wird der BUXBÜDEL über das
› Gewinnung von Projektpartnern: u.a. BUND Stadtmarketing verkauft und generiert so
Buxtehude/Stade, Marktmeister und -beschicker, Einnahmen für den Klimaschutzfonds.
Ordnungsamt und Abfallwirtschaftsamt, Marke- › Zukünftig plant das Klimaschutzmanagement
tingbüro und Wirtschaftsförderung. nun jedes Jahr eine Kampagne gegen Müll in der Während der Aktionstage im Mai 2017 wurde der
› Der BUXBÜDEL, eine hochwertige Jutetasche, Hansestadt, nach den Plastiktüten soll es den Buxbüdel zum heiß begehrten „Must have!“ der Stadt
dient als Ersatz für Plastiktüten und als Symbol Coffee-to-Go-Bechern an den Kragen gehen.
für die Aktion. Zusätzlich wurden noch Obst-
und Gemüsenetze produziert.
› Mit einem Gewinnspiel setzte das Team in der Finanzierung
Kommunikation auf zwei ebenso einfache wie Die Gesamtkosten betrugen etwa 7.000 Euro
wirkungsvolle Mechanismen: Verknappung und für 1.000 Jute-Buxbüdel und 450 Obstnetze, » Sag „Nö“ zur Plastiktüte ist eine gelungene Kampagne
Spieltrieb. Die Wochenmarktbesucher bekamen Zeitungsanzeigen und Promotion-Material. 3.800 der Hansestadt Buxtehude, um auf nachhaltigen Kon
nur dann einen BUXBÜDEL, wenn sie sich mit Euro wurden im Rahmen des Klimaschutzmanage- sum aufmerksam zu machen. „Mehrweg statt Einweg“
dem Thema Plastikmüll auseinandergesetzt ments über die NKI bezuschusst, der verbleibende war die zentrale Aussage der Kampagne. Der BUXBÜDEL Einwohnerzahl/Größe
und die Fragen eines Gewinnspiels richtig Teil wurde aus Eigenmitteln finanziert. ist mittlerweile ein nachhaltiges Symbol für ein um 40.000 Einwohner auf 76 km2
beantwortet hatten. weltbewusstes Buxtehude geworden und erinnert die
Projektzeitraum Stadtgesellschaft daran, wie wichtig es ist, ressourcen Ansprechpartnerin
03/2017 – 06/2017 schonend zu handeln und Müll zu vermeiden. « Hansestadt Buxtehude
Klimaschutzmanagement
Ann-Kathrin Bopp
Ann-Kathrin Bopp, Klimaschutzmanagerin
Telefon: 04161 501-6125
klimaschutz@stadt.buxtehude.deKommunikation und Bildung für den Klimaschutz
Landkreis Emsland
10. Auszubildende in Unternehmen
© EEA EL
werden zu Klimalotsen
„Auszubildende als Klimalotsen“ ist ein Angebot für kleine und mittelständische
Unternehmen und Kommunen im Landkreis Emsland. In der Weiterbildung
lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen, und erlangen Fach
wissen zum Klimaschutz sowie zu den sozialen, ökologischen und ökonomischen
Zusammenhängen im unternehmerischen und privaten Alltag.
D ie Energieeffizienzagentur Landkreis
Emsland bietet die Weiterbildung „Auszu
bildende als Klimalotsen“ seit vier Jahren im
Am Beispiel des eigenen Unternehmens werden
Projektideen entwickelt und geplant. Abschlie-
ßend wird erarbeitet, wie Mitarbeiter und Vorge-
Verbund mit der Energieregion Hümmling, setzte von Maßnahmen zur Energieeinsparung
34 35
dem Klimacenter Werlte sowie dem Marstall überzeugt, das Nutzerverhalten verändert und
Clemenswerth in Sögel an. Die Weiterbildung Maßnahmen und Aktivitäten erfolgreich kommu
richtet sich an Auszubildende aus kleinen und niziert werden können.
mittelständischen Unternehmen sowie aus der
öffentlichen Verwaltung. Die 5-tägige Veran Evaluierung und Erfolge
staltung besteht aus zwei Unterrichtsblöcken
und einem Praxisteil. › Branchenübergreifend wurden in vier Jahren
77 Auszubildende aus 43 Unternehmen als
1. Unterrichtsblock Klimalotsen weitergebildet.
› Die Projektideen der Auszubildenden werden
Die Stärkung des Klimabewusstseins und der von den Unternehmen aufgegriffen und
eigenen Handlungsmöglichkeiten im privaten unterstützt. Das fördert die Motivation und
und betrieblichen Bereich stehen im ersten steigert die Akzeptanz der Maßnahmen. Die Abschlussklasse des Klimalotsen-Lehrgangs 2018
Block im Fokus. Darüber hinaus wird der Klima-
check im eigenen Unternehmen vorbereitet.
Finanzierung
Praxisteil: Klimacheck im Unternehmen Die Unternehmen zahlen für die Weiterbildung
Die Auszubildenden führen im eigenen Unter- einen Kostenbeitrag von 249 Euro je Teilnehmer.
nehmen einen Klimacheck durch. Dabei sollen Mit diesem Beitrag werden die Gebühren für die » Die Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland
Energieverbräuche und CO2-Emissionen erfasst Referenten und die Verpflegungs- und Übernach- bietet ein vielfältiges Beratungsangebot zur Energie
und Einsparpotenziale und Handlungsmöglich- tungskosten ausgeglichen. effizienz und zu Fördermitteln. Sie unterstützt bei der
keiten aufgezeigt werden. Bildung von Netzwerken und lädt zu Informations Einwohnerzahl/Größe
Projektzeitraum veranstaltungen ein. Neben den etablierten Angeboten 320.000 Einwohner auf 2.882 km2
2. Unterrichtsblock Die Weiterbildung wird seit 2014 jährlich zu wie der Auszeichnung „klimabewusstes Unternehmen“
Beginn der Oster- und Sommerferien angeboten. und „Klimalotsen“ werden auch Kampagnen für Privat Ansprechpartner
Nach der Präsentation und Reflexion der Ergeb- haushalte angeboten. « Energieeffizienzagentur
nisse des Klimachecks stehen konkrete Klima- Landkreis Emsland e. V.
Dirk Kopmeyer
schutz-Maßnahmen für Unternehmen im Fokus. Matthias Zurfähr
Erster Vorsitzender Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland
Telefon: 05931 444068
matthias.zurfaehr@emsland.deSie können auch lesen