Kraftwerke Hinterrhein AG

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Kraftwerke Hinterrhein AG
Kraftwerke Hinterrhein AG
Kraftwerke Hinterrhein AG
Die Kraftwerke Hinterrhein AG:
Ein Partnerwerk der besonderen Art.

                                                                      Viadukt «Reno di Lei»
                                 In den Schweizer Alpen wurden in
                                 den 50er- und 60er-Jahren zahlrei-
                                 che Kraftwerke erbaut. Da die Bau-
                                 kosten für die grösseren Anlagen
                                 die Möglichkeiten eines einzelnen
                                 Kantons oder eines einzelnen
                                 Unternehmens meist überstiegen,
                                 schlossen sich oft verschiedene
                                 Interessenten als Partner zusam-
                                 men. Auch an der Kraftwerke
                                 Hinterrhein AG (KHR) sind mehrere
                                 Aktionäre beteiligt:

                                 Edison SpA, Milano        20,00 %
                                 Stadt Zürich              19,50 %
                                 Axpo Power AG             19,50 %
                                 Kanton Graubünden         12,00 %
                                 Alpiq AG                   9,28 %
                                 BKW Energie AG             7,72 %
                                 Repower AG                 6,50 %
                                 Konzessionsgemeinden       3,00 %
                                 IWB                        2,50 %

                                 Jahrzehntelange Projektierungen
                                 und Verhandlungen fanden am
                                 10. Dezember 1956 mit der Grün-
Thusis mit Ausgang der Viamala   dung der Kraftwerke Hinterrhein                                              Staumauer Valle di Lei im Bau (1959)
                                 AG ein glückliches Ende. Bereits
                                 im Sommer 1956 waren die Vor­
                                 arbeiten für den Bau der Werke –
                                 Sondierungen, Zufahrtsstrassen,
                                 Baustromleitungen usw. – in An­
                                 griff genommen worden. Ihren
                                 Höhepunkt erreichte die Bautätig‑
                                 keit im Sommer 1959, als 3400
                                 Mann im Einsatz waren. Schon im
                                 September 1963 war das Werk
                                 vollendet und konnte seinen Voll-
                                 betrieb aufnehmen.

KHR-Hauptsitz in Thusis                                               Panzerrohre für den Druckschacht Sils
Kraftwerke Hinterrhein AG
Die Anlagen der KHR:
Grösste Kraftwerkskombination Graubündens.

Die von 1956 bis 1963 mit einem             Die KHR nutzt die Kraft des Was-
Aufwand von rund 620 Mio. Fran-             sers von 1931 m ü. M. im Valle di           Inforama Valle di Lei               Tunneldurchfahrt zum Valle di Lei:
ken gebaute KHR ist eine drei-              Lei bis 667 m ü. M. in Sils. Kern-          Reich bebilderte, permanente        1. Mai bis 30. November
stufige Kraftwerksgruppe. Mit den           stück der Anlage bildet der rund            Ausstellung mit vertieften Infor-   täglich von 5 bis 22 Uhr
Zentralen Ferrera, Bärenburg und            200 Mio. m3 fassende Stausee                mationen zu Bau und Betrieb der
Sils betreibt die KHR die grösste           Valle di Lei. Das Einzugsgebiet der         Kraftwerksgruppe der KHR.           Weitere Informationen unter
Kraftwerkskombination in Grau-              KHR entspricht ungefähr der Flä-                                                www.khr.ch
bünden.                                     che des Kantons Glarus.                     Öffnungszeiten:
                                                                                        1. Mai bis 31. Oktober
                                                                                        Täglich von 9 bis 20 Uhr

                                          Sils
    0 1 2 3 4 5 km          Thusis                Zentrale Sils
                           Zentrale
                             Thusis                               Al
                                                                       bu
                                                                            la
                                      n
                                   hei
                                 terr

                                         Zillis
                                Hin

                          Andeer

                                   Zentrale Bärenburg
                                   Ausgleichsbecken
                 Sufers
                     Stausee              Ausserferrera
   Splügen           Sufers
           ein                           Zentrale Ferrera
      errh
 Hint                                    Ausgleichsbecken
                                           Innerferrera

   Stufe Valle di Lei–Ferrera
   Einzugsgebiet 137,0 km2                        Inforama
   Stufe                                              Av
   Ferrera–Sufers–Bärenburg                          Rh ers
                                                       ein er
   Einzugsgebiet 323,5 km2           Stausee
                                                                                 Juf
                                   Valle di Lei
   Stufe Bärenburg–Sils
   Einzugsgebiet 73,8 km2
   Total 534,3 km2                                      Auffangbecken Preda

Einzugsgebiet                                                                          Staumauer Valle di Lei               Stausee Sufers
Kraftwerke Hinterrhein AG
Strom aus vier Zentralen:
1400 GWh im Jahresdurchschnitt.

                                                                                                      Zentrale Ferrera
Mit einer installierten Leistung von
650 MW produziert das Unterneh-                             Avers/Juppa
men im Jahresdurchschnitt                                         Auffangbecken                                 Wasser-
1400 GWh Dreiphasenstrom. Er-                                     Preda                            Niemet       schloss        2000 m ü. M.
zeugt werden auch rund 30 GWh                                                 Stausee
Einphasenstrom für den Fahrbe-                                                Valle di Lei
trieb der Rhätischen Bahn.

Das Wichtigste in Kürze.                                                                       Kavernen-
Gründung                     1956                                                  Ausgleichs- zentrale
                                                                                   becken      Ferrera   Suretta Valtschiel Fundogn
Konzessionsdauer bis         2042
                                                                                   Ferrera                                      1500
Bauzeit             1956 bis 1963
Baukosten           620 Mio. CHF
installierte                           Zentrale Bärenburg
                                                                                                                          Stausee   Wasser-
Turbinenleistung         650 MW                                                                                           Sufers    schloss
installierte                                                                                Ausgleichs- Zentrale
                                                                    Wasser-                 becken      Bärenburg
Pumpenleistung            90 MW                                     schloss Reischen Pignia Bärenburg
mittlere jährliche
Produktion seit
Betriebsaufnahme 1400 Mio. kWh                                                                                                         1000

                                                                                  Zentrale
Zentralen                                                                         Sils
   Ferrera                                                                                          Hinter-
   Bärenburg                                                                                 Albula rhein
   Sils                                                                                                       Zentrale
                                                                                                              Thusis
   Thusis                                                                                                                              500
                                                                                                                                Gefällsstufen

Stauwerke
   Auffangbecken Preda
   Stausee Valle di Lei
   Ausgleichsbecken Ferrera
   Stausee Sufers
   Ausgleichsbecken Bärenburg

                                       Zentrale Sils        Zentrale Thusis
Kraftwerke Hinterrhein AG
Wasserkraft:
                         Echte Sonnenenergie als Geschenk der Natur.

Averserrhein bei Juppa
                         Der natürliche Wasserkreislauf auf
                         der Erde wird von der Sonne
                         in Bewegung gehalten. Durch die
                         Sonneneinstrahlung verdunstet
                         ein Teil des Meerwassers. Es bil­­-
                         den sich Regenwolken, die vom
                         Wind über das Festland getragen
                         werden. Die Niederschläge aus
                         diesen Wolken speisen Bäche,
                         Flüsse und Seen. Wasserkraftwer­-­
                         ke entnehmen diesem natürlichen
                         Kreislauf einen kleinen Teil Was­-
                         ser, der aber – in sauberem
                         Zustand – wieder an die Flüsse         Alte Landbrücke bei Hinterrhein
                         zurückgegeben wird.

                         Bei dieser Art der Energieerzeu-
                         gung gibt es keinen Verbrennungs-
                         prozess, und damit entstehen
                         weder Kohlendioxid noch Stick­
                         oxide wie bei Gas-, Kohle- oder Öl­-
                         kraftwerken. Die Energie des
                         Wasserkreislaufs treibt die Turbi­-
                         nen in Wasserkraftwerken an. Von
                         den angekoppelten Generatoren
                         wird mechanische in elektrische
                         Energie umgewandelt. So entsteht
                         der umweltfreundlichste Strom,
                         den es überhaupt gibt.

Auffangbecken Preda                                             Wasserfassung «Niemet»
Kraftwerke Hinterrhein AG
Stauanlage Valle di Lei:
Ein Werk der Superlative.

                                                                                                                      Kontrolle an einem Mauerlot

                                                                                1

                                                                                                 5

 1   Mauerkrone
 2   Kontrollgang                                                       2                   4
 3   Lotschacht                                                             3
 4   Triebwasserfassung / Überleitstollen
 5   Entlastungsablass

Kernstück der Anlagen der KHR ist           Die Stauanlage Valle di Lei ist eine
der 197 Mio. m3 fassende Stausee            Meisterleistung italienischer
Valle di Lei. Aufgestaut wird der           Ingenieure, Bauunternehmen und
drittgrösste Stausee der Schweiz            Arbeitskräfte. Vor Beginn der
durch eine Bogenmauer mit einer             eigentlichen Bauarbeiten musste
maximalen Höhe von 138 m,                   die Baustelle erst erschlossen wer-
einer Kronenlänge von 690 m und             den, war doch das Tal zuvor nur zu
einer Betonkubatur von 840 000 m3.          Fuss erreichbar gewesen. Von
Die Staumauer lag ursprünglich              Campodolcino (I) aus wurden zwei
auf italienischem Gebiet, gelangte          15 km lange Seilbahnen errichtet –
aber nach ihrer Vollendung durch            die eine für Personen, die andere
einen Gebietsabtausch zwischen              für Material. Von Norden her            Stausee Valle di Lei
den beiden Ländern auf Schweizer            musste zunächst die Averserstras-
Boden. Fast der ganze Stausee –             se ausgebaut werden. Dann wurde
und auch das zugehörige natür‑              eine Fahrstrasse zum Tunnelportal
liche Einzugsgebiet, aus welchem            errichtet und schliesslich der Zu-      Kennzahlen
rund ein Drittel des aufgestauten           fahrtstunnel erstellt. Zu realisieren   Nutzinhalt          197 Mio. m3
Wassers stammt – liegen in Italien.         war ausserdem eine Infrastruktur        Stauziel           1931 m ü. M.
Rund zwei Drittel des Wassers               zur Unterbringung von 1500 Mann.        Senkziel           1830 m ü. M.
werden aus den Tälern Avers,                Die Bauarbeiten im Valle di Lei         Höhe der Staumauer        138 m
Madris und Niemet zugeleitet oder           wurden im Sommer 1957 aufge-            Kronenstärke               15 m
aus dem Einzugsgebiet des Stau-             nommen und nach der Leistung            maximale Stärke            28 m
sees Sufers über die Zentrale               von rund 1 080 000 Manntagen im         Kronenlänge               690 m
Ferrera ins Valle di Lei hochge-            Herbst 1962 mit dem ersten Voll-        Betonkubatur         840 000 m3
pumpt.                                      stau beendet.
                                                                                                                      Hochwasserentlastung
Kraftwerke Hinterrhein AG
Fischer am Stausee Sufers
Der Stausee Sufers:
Eine landschaftliche Bereicherung.

Der Stausee Sufers wird durch           Durchschnitt werden jährlich etwa   raum der vorhandene Humus               Kennzahlen
eine schlanke Bogenmauer von            60 Mio. m3 von Ferrera ins Valle    sorgfältig gewonnen und auf bis-        Nutzinhalt         17,5 Mio. m3
58 m Höhe und 125 m Kronenlänge         di Lei gepumpt.                     her mageren – vorher von Steinen        Stauziel           1401 m ü. M.
auf­gestaut. Er gleicht die durch die                                       geräumten und planierten – Böden        Senkziel           1372 m ü. M.
Niederschläge und die Schnee-           Im eingestauten Talboden gingen     verteilt. Mit diesen Bodenver­          Höhe der Staumauer         58 m
schmelze stark schwankenden Zu­-        ca. 30 ha Wiesland verloren, was    besserungen ist es gelungen, die        Kronenstärke                3m
flüsse aus dem 194 km2 grossen          fast 20 % des gesamten Futterer-    landwirtschaftliche Produktion in       maximale Stärke             8m
Einzugsgebiet Rheinwald aus. Das        trags der Gemeinde ausmachte.       der Gemeinde nicht nur zu er­halten,    Kronenlänge               125 m
Stauziel wird bei Kote 1401 m ü. M.     Eine Reduktion des Wieslandes in    sondern sogar zu steigern.              Betonkubatur          22 100 m3
erreicht, darüber entsteht Über­        diesem Ausmass hätte einigen
lauf. Aus dem Stausee Sufers kann       Familien die Existenzgrundlage
auch Wasser ins Ausgleichsbecken        entzogen. Schon vor dem Bau er­-
Ferrera bzw. in den Stausee Valle       warb die KHR alle käuflichen
                                                                            Dotierturbine in der Staumauer Sufers
di Lei gepumpt werden. Die              Wiesen in Sufers, um sie in eine
Speicherpumpen sind in der              Gesamtmelioration einzubringen.
Zentrale Ferrera installiert. Im        Während des Baus wurde im Stau­-

Sufers                                                                      Hochwasserentlastung                    Staumauer Sufers
Kraftwerke Hinterrhein AG
Die Zentrale Ferrera:
                                                                                       Ein Kraftpaket im Berginneren.

                      vom/zum Stausee Valle di Lei                                       7   Turbinen-Kugelschieber
                                                              1                          8   Pumpenschieber
 Unterwasserschloss                                                                      9   Zubringer Pumpturbine
                                                                                        10   Zubringer Generator-Motor

                                                                                                                               Zufahrtsstollen zur Zentrale Ferrera
                                                2    3                             7
                                                          5       6   2                           8
                                                                           3
                                                                                   5         6
                                                      4
                                                                               4
                                                                                                                   10
                                                     vom/zum Ausgleichs-
                                                     becken Ferrera                                                 9

                                                 1   Druckschacht
                                                 2   Francisturbine
                                                 3   Generator-Motor
                                                 4   Erregermaschine
                                                 5   Kupplung
         zum Stausee Sufers                                                                       vom/zum Stausee Sufers
                                                 6   Speicherpumpe

                                                                                       In der Kavernenzentrale Ferrera         Dank dem Einsatz von schneller
                                                                                       wird das im Stausee Valle di Lei        laufenden Francisturbinen liess
                                                                                       gespeicherte Wasser der obersten        sich der Platzbedarf für die Ma-
                                                                                       Gefällsstufe turbiniert und an­         schinengruppen reduzieren, was
                                                                                       schliessend durch den Über­             schliesslich die Realisierung dieser
                                                                                       leitungsstollen Ferrera–Sufers in       Lösung ermöglichte. Durch diese
                                                                                       den Stausee Sufers geleitet. Bei        günstige Anordnung konnten
                                                                                       einem maximalen Gefälle von             gegenüber dem ursprünglichen
                                                                                       524 m können in drei Höchstdruck-       Projekt ausserdem ca. 36 m
                                                                                       Francisturbinen 45 m3/s verarbeitet     Gefälle gewonnen werden. Die
                                                                                       werden. Für so grosse Gefälle sind      Kaverne ist 143 m lang, 29 m breit
                                                                                       auch heute noch Peltonturbinen          und – im First gemessen – 24 m
                                                          Maschinensaal Ferrera
                                                                                       üblich, die Installation von Francis­   hoch. Zur Kaverne gehören ein
                                                                                       turbinen war beim Bau der Zen­          180 m langer Zugangsstollen, das
                                                                                       trale eine echte Pionierleistung.       Unterwasserschloss, ein Kabel­-
                                                                                                                               stollen und mehrere andere
                                                                                       Im engen Tal zwischen Ausser-           Stollen für die Zu- und Ableitung
                                                                                       und Innerferrera war es schwierig,      des Wassers sowie für die
                                                                                       einen geeigneten Standort für           Belüftung.
                                                                                       eine Zentrale zu finden. Anderer-
                                                                                       seits ist der Fels dort trocken sowie
                                                                                       ausserordentlich standfest – und
                                                                                       damit grundsätzlich geeignet für
                                                                                       den Bau einer Kavernenzentrale.

Kavernenhimmel
Kraftwerke Hinterrhein AG
Normalbetrieb schematisch               Pumpenbetrieb schematisch
Pumpspeicherwerk Ferrera:
                                                                    Stausee                                 Stausee                                 Stausee
Wo Generatoren zu Motoren werden.

                                                      Kugelschieber                          Kugelschieber                           Kugelschieber

                                                                        Strom                                   Strom                                   Strom

                                            Turbine             Speicher-          Turbine              Speicher-          Turbine              Speicher-
                                                                pumpe                                   pumpe                                   pumpe
                                                        Motor-                                  Motor-                                  Motor-
                                                        Generator                               Generator                               Generator
                                                   Ausgleichsbecken                       Ausgleichsbecken                       Ausgleichsbecken

Dank dem Saisonspeicher im Valle      einzugsgebiet ins Valle di Lei pum­-                                               im Sommer nicht gleichmässig
di Lei ist es möglich, einen gros­-   pen. Die maximale Pumpwasser-                                                      verteilt an, und die Pumpen in
sen Teil der Produktion vom           menge beträgt 16 m3/s.                                                             Ferrera sind nicht für Hochwasser
Sommer in den Winter zu verlagern.                                                                                       oder die Schneeschmelze dimensi-
Dazu wird einerseits das Wasser       Mit zwei vertikalachsigen Zu­                                                      oniert. Im oben genannten
der obersten Gefällsstufe im          bringerpumpen im Untergeschoss                                                     Zeitraum wurden im Jahr durch-
Sommer im Speicher zurückbe­          kann auch Wasser aus dem Stau­-                                                    schnittlich 600 Mio. kWh Laufener-
halten und anderseits Wasser aus      see Sufers ins Ausgleichsbecken                                                    gie und 800 Mio. kWh Speicher-
dem Ausgleichsbecken Ferrera oder     Ferrera bzw. zu den Speicherpum-                                                   energie abgegeben.
dem Stausee Sufers hochgepumpt.       pen gefördert werden. So gelingt
Die drei horizontalachsigen           es, die Produktion weitgehend
Maschinengruppen im Pumpspei-         dem Verbrauch anzupassen: Im
cherwerk Ferrera dienen nicht nur     Durchschnitt der vergangenen                                                      Kennzahlen
der Stromerzeugung: Die Generato-     zehn Jahre wurden 45 % der Ener­-                                                 Einzugsgebiet                  137 km2
ren sind zugleich Motoren für         gie im Winter erzeugt. Trotz des                                                  Betriebswassermenge             45 m3/s
die Speicherpumpen, welche das        grossen Speichers im Valle di Lei                                                 Bruttogefälle                    524 m
im Ausgleichsbecken Ferrera ge­-      wird ein grosser Anteil Laufenergie                                               Turbinenleistung               185 MW
staute Wasser aus dem Zwischen-       produziert, denn das Wasser fällt                                                 Pumpenleistung                  90 MW

                                                                                                                        Ausgleichsbecken Ferrera

Unterwasserschloss Ferrera            Kommandoraum Ferrera                      Kugelschieber                           Speicherpumpe
Kraftwerke Hinterrhein AG
Seilbahn zum Wasserschloss Bärenburg
                                                                               Zentrale Bärenburg:
                                                                               Ein Kraftwerk in der Staumauer.

                                                                               In der Zentrale Bärenburg wird das   mittleren Kraftwerksstufe Sufers–
                                                                               im Stausee Sufers gestaute Wasser    Bärenburg und der dritten und
                                                                               verarbeitet und ins Ausgleichs­      letzten Stufe Bärenburg–Sils.
                                                                    1          becken Bärenburg abgegeben. Die
                                                                               vier vertikalachsigen Francistur­    Die Staumauer ist eine Schwer­
                                                                               binen sind für ein maximales Ge­-    gewichtsmauer von 64 m Höhe
                                                                        8
                                                                               fälle von 321 m und eine Betriebs-   und 110 m Kronenlänge. Das
                                                                               wassermenge von 80 m3/s ausge­-      Betonvolumen der Mauer beträgt
                                                                               legt. Das Staubecken hat vor allem   55 000 m3, am Fuss ist sie 41 m
                                                                               Ausgleichsfunktion zwischen der      stark. Die Besonderheit dieses
                                           7
                                                                                                                    Bauwerks ist ihre doppelte Funk­-
                                                                                                                    tion als Staumauer und als Funda­-
                                                                               Kraftwerk und Ausgleichsbecken       ment für das Maschinenhaus.
                                                                               Bärenburg
                                6                                                                                   Die Schaltanlage wurde auf dem
                                                5                                                                   Dach des Maschinenhauses er­-
                                                        2
                                                                                                                    stellt. Diese selten angewandte
                                                3                                                                   Kombination – eine technisch an­-
                                    4                                                                               spruchsvolle Leistung – erwies
   1   Druckschacht                                                                                                 sich als zweckmässigste und wirt­-
   2   Verteilleitung
   3   Turbine
                                                                                                                    schaftlichste Lösung.
   4   Saugrohr
   5   Generator                                                                                                    Kennzahlen
   6   Transformator                                9
   7   Schaltanlage                        10                                                                       Einzugsgebiet           460,5 km2
   8   Freileitung 220 kV                                                                                           Betriebswassermenge       80 m3/s
   9   Mauerdurchlassschützen                                                                                       Bruttogefälle              321 m
  10   Mauerdurchlass
                                                                                                                    Turbinenleistung         220 MW

Arbeiten an einem Generator                                                    Turbinenboden
Zentrale Sils:
Kraftwerk und Überwachungszentrum.

Die Zentrale Sils wurde in
konventioneller Bauweise am
Hangfuss erstellt. Ebenerdig
                                                                                                                                                     1
gelangt man in den Maschinensaal                                                9                 7
mit den verti­kalachsigen Genera-
toren. Die zugehörigen Francistur-
                                                                                                      8
binen sind im Untergeschoss                                                                                            2         4   Francisturbine
angeordnet. Das Betriebswasser                                                                                                   5   Saugrohr
                                                    Albula                  6
fliesst aus der Verteilleitung durch                                                                                             6   Unterwasserkanal
                                                                                              4           3
die Absperr­organe (Kugelschieber)                                                                            1 Druckschacht     7   Erregermaschine
in die Turbinen und schliesslich                                                        5                     2 Verteilleitung   8   Generator
durch den Unterwasserkanal in die                                                                             3 Kugelschieber    9   Transformatoren
Albula. Die vier Francisturbinen
der Stufe Bärenburg–Sils können
70 m3/s verarbeiten. Das maximale
Gefälle beträgt 413 m.

Der in den vier Maschinengruppen
in der Zentrale Sils erzeugte
Strom wird über die Schaltanlage
Sils in das Schweizerische Hoch-​
spannungsnetz gespeist. In der
Zen­trale sind ausserdem zwei
Ein­phasengruppen installiert, die
aus­schliesslich Strom für die
Rhätische Bahn (RhB) produzieren.                                                                                Zentrale Sils mit Transformatoren
Wie die SBB setzt auch die RhB in
ihrem Fahrleitungsnetz einphasi-
gen Strom mit einer Frequenz von
16 2 ⁄3 Hz ein.

Kennzahlen
Einzugsgebiet           534,3 km2
Betriebswassermenge       73 m3/s
Bruttogefälle               413 m
Turbinenleistung         245 MW
  davon          5 MW für die RhB

                                       Die Rhätische Bahn – unterwegs mit       Leitstelle Sils                  Generatoren in der Zentrale Sils
                                       Strom der KHR
Der Weg des Stroms
Gesamterneuerung 2011 – 2017:
                                                                                   Stausee
Für sicheren Betrieb bis zum Konzessionsende
                                                                                                                      Höchst-
                                                                                                                      spannungsnetz
                                                                               Kraftwerk                              220/380 kV
                                                                                                              Unterwerk
                                                                                                                                            Unterwerk
                                                                                                Transformatoren-
                                                                                                         station       Unterwerk
                                                                                                               Feinver-
                                                                                                               teilnetz
                                                                                                               6–24 kV
                                                                                      Niederspannungs-                                Grobverteilnetz
                                                                                      netz 230/400 V                                       50–150 kV

Nach fast 50 Jahren Betrieb         Maschinensätze in den drei            Die Kosten für das Gesamtpro-            seit er existiert. Der durch die
mussten die Anlagen der KHR von     Zentralen Ferrera, Bärenburg und      jekt betrugen rund 300 Millionen         Revisionsleerstände verursachte
2011 bis 2017 umfassend erneuert    Sils. Alle leittechnischen Einrich-   Franken.                                 Verlust an nutzbarem Wasser
werden, um die Betriebssicherheit   tungen waren nicht mehr auf dem       Um an die zu sanierenden was-            betrug rund 12 % einer Jahrespro-
und Wirtschaftlichkeit bis zum      aktuellen Stand der Technik und       serseitigen Elemente der Stauan-         duktion – was im Vergleich mit den
Konzessionsende im Jahr 2042 zu     mussten von Grund auf neu erstellt    lagen zu gelangen, mussten die           natürlichen jährlichen Schwankun-
gewährleisten.                      werden. Die Gesamteffizienz der       Stauseen Valle di Lei und Sufers         gen von bis zu 40 % gering war.
An fast allen Anlagenteilen waren   Anlagen konnte im Rahmen der          sowie die Ausgleichsbecken Preda,        Um die Einflüsse auf Natur und
starke Abnutzungsspuren sicht-      Erneuerungsarbeiten um über 3 %       Ferrera und Bärenburg ausgefischt        Umwelt so gering wie möglich zu
bar, der Korrosionsschutz an den    (bzw. 50 GWh pro Jahr) gesteigert     und abgesenkt werden. Für den            halten, erfolgte die Planung der
wasserführenden Elementen war       werden, ohne dass die Leistung        Stausee im Valle di Lei war dies         Gesamterneuerung in enger Zu-
zwingend zu erneuern, ebenso die    einzelner Maschinen erhöht wurde.     die erste komplette Entleerung           sammenarbeit mit den Amtsstel-
                                                                                                                   len und Umweltverbänden sowie
Seeentleerung Valle di Lei
                                                                                                                   regionalen Vereinen, Fischern und
                                                                                                                   italienischen Behörden (für das
                                                                                                                   Valle di Lei). Ein Umweltbüro be-
                                                                                                                   gleitete das Projekt in ökologischer
                                                                                                                   Hinsicht und führte im ganzen Ver-
                                                                                                                   sorgungsgebiet ein umfassendes
                                                                                                                   Umwelt- und Gewässermonitoring
                                                                                                                   durch.

Drehlinse Drosselkappe Viaplana                                           Generator Bärenburg                      Kugelschieber Ferrera
Historisch gewachsene Partnerschaft:
Die KHR und die Konzessionsgemeinden.

                                                                                                    Juf
Zur Wahrung ihrer gemeinsamen        Bemerkenswert ist auch der Bau
Interessen bildeten die damals 18    der Nationalstrasse von Crestawald
Gemeinden im Einzugsgebiet der       bis Rüti als Ersatz für die durch den
KHR während der jahrelangen          Stausee Sufers unter Wasser
Konzessionsverhandlungen eine        gesetzte Kantonsstrasse.
Interessengemeinschaft. Diese
wurde nach der Vertragsunter­        Als einzigartige Dienstleistung
zeichnung 1956 in die Gemeinde­      wird das Talversorgungsnetz bis
korporation Hinterrhein umgewan-     zum Hausanschluss von der KHR
delt. Während des Kraftwerkbaus      auf eigene Kosten erstellt und
erbrachte die KHR grosse infra-      betrieben. Ausserdem liefert das
strukturelle Leistungen, welche      Unternehmen allen Konzessionsge-
grösstenteils auch heute noch der    meinden Energie zu Vorzugs­                                    Lohn
Öffentlichkeit dienen. Dazu zählen   preisen. Diese Leistungen für die
Strassen, Forst- und Alpwege,        Region lässt sich die KHR Jahr für
Lawinenverbauungen, Kläranla­-­      Jahr rund 4 Mio. Franken kosten.
gen, Wuhrbauten usw. Besonders       Die Wasserrechtsabgaben und
erwähnt sei der Ausbau der           Steuern der KHR belaufen sich bei
Averserstrasse auf ihre volle        mittlerer Produktion auf rund
Länge von 24,6 km bis hinauf nach    21 Mio. Franken pro Jahr. Davon
Juf, dem höchstgelegenen             gehen rund 1 Mio. Franken an den
ganzjährig bewohnten Dorf            Bund und je rund 10 Mio. Franken
Europas.                             an die Gemeinden und an den
                                     Kanton. Die KHR bietet der Bevöl­-
                                     kerung der Region rund 75
                                     interessante Arbeitsplätze in hand-
                                     werklichen, technischen und ad­-                               Therme Andeer (Foto Andrea Badrutt)
                                     ministrativen Berufen. Eine
                                     Selbstverständlichkeit ist für das
                                     Unternehmen die kontinuierliche
                                     Ausbildung von Lehrlingen in
                                     den Berufen Netzelektriker und
                                     Polymechaniker. Damit leistet
                                     die KHR einen wichtigen Beitrag
                                     zur nachhaltigen Entwicklung der
                                     gesamten Region.

Kirche Zillis                                                                Ausforstungsarbeiten
Gut ausgeschilderte Marschroute     Der alte Saumpfad der Via Spluga
Rund um die KHR:
Natur, Kultur, Geschichte und Technik.

Im Einzugsgebiet der KHR             mögliche Abstecher füh­ren über    Dabei mussten die Löcher für rund
                                                                                                                   Thusis 720 m          Sils i. D.
erwarten den Besucher eine ganze     einen Felsweg in die Cardinello-   8000 Spreng­ladungen in beschwer-
Reihe landschaftlicher und           Schlucht oder zu den Saumwegsta-   licher Arbeit in den harten Stein       Viamala-Schlucht        Via
                                                                                                                                        Traversina
kultureller Höhepunkte. Viele        tionen entlang der Via Spluga.     geschlagen werden.
davon können auf einer Wande-        Sehenswert ist auch der Weg zur
rung entlang der Via Spluga          Roflaschlucht und zum Roflawas-                                                                   Zillis
entdeckt und erlebt werden. Dieser   serfall. Der spektakuläre Pfad
                                                                                                                                     Andeer
kulturhistorische Wanderweg folgt    wurde in den Wintermonaten der      Detaillierte Informationen
den Spuren anti­ker Verkehrswege,    Jahre 1907 bis 1914 erbaut, um      zur Via Spluga:
                                                                                                                  Sufers             Roflaschlucht
die im Verlauf der vergangenen       Besucher in die Schlucht und in     www.viaspluga.com
2000 Jahre Rätoromanen, Walser       das nahe Gast­haus zu bringen.      www.viamala.ch                               Splügen
und Lom­barden verbunden und so
die so­­ziale und wirtschaftliche                                                                                          Splügenpass 2115 m
                                     Splügen
Ent­wicklung dieser Volksgruppen
be­einflusst haben.                                                                                            Monte
                                                                                                               Spluga

Das imposanteste Naturdenkmal                                                                                               Cardinello-Schlucht
entlang der Via Spluga ist die                                                                                     Isola
Viamala mit ihren bis zu 300 Meter                                                                                          Campodolcino
hohen Felswänden. Die mystische,
zum Teil nur wenige Meter breite
                                                                                                                      Vho
Schlucht lässt sich über einen gut
                                                                                                                                Galivaggio
gesicherten Treppenabstieg zum
Rhein hautnah erleben. Weitere                                                                                   S. Giacomo          Chiavenna
                                                                                                                      Filippo        325 m
                                                                                                                     0          5      10 km

Traversinasteig                                                         Viamala                             Wasserfall in der Roflaschlucht
Kraftwerke Hinterrhein AG

Spitalstrasse 7
Postfach 150
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Telefon +41 81 635 37 37

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Herausgeber          KHR, Thusis
Konzept/Gestaltung   KHR / Atelier Leuthold, Zürich
Text                 KHR / H. Leuthold, Zürich
Fotos                M. Kunfermann, Thusis
Druck                Selva Caro Druck, Flims
Ausgabe              2018

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