Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage

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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
Physik – Lehrgang *)
 Modul 1
 Mechanik
 Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
 unseres Alltags und des modernen Arbeitslebens **)

 Emmerich KNERINGER
 Unterlagen − Teil1 (9. und 10. April 2021)

*) für Biologielehrkräfte **) aus einem Schulbuch
Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
Vorbemerkung

Dies sind nur die Unterlagen zu meinen Ausführungen
beim Kurs. Um die Vorträge interessant zu gestalten,
habe ich den Inhalt nicht streng systematisch aufgebaut.

Die Übungsaufgaben des Arbeitsauftrags beziehen sich
auf den Stoff dieser Unterlagen.

Um die Mechanik ordentlich zu lernen,
empfehle ich ein Lehrbuch zu verwenden.

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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
Mechanik

Kräfte und Bewegungen
[Es folgen zwei Beispielen zu diesen beiden Themen]

Aber auch Energie ist wichtig

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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
1. Bewegung und Geschwindikgkeit
Bewegung bedeutet in der Physik die Änderung des Ortes
eines Massenpunkts oder Körpers mit der Zeit. Ein bewegter
Körper weist eine bestimmte Geschwindigkeit auf.

Marathon kann als eine 1-dimensionale Bewegung mit
relativ konstanter Geschwindigkeit gesehen werden.
 Eliud Kipchoge
2019 durchbrach der Kenianer Eliud Kipchoge Die Leistung des kenianischen
bei einem Rekordversuch in Wien mit Langstreckenläufers 2019 in
 Wien gilt nicht als Weltrekord,
1:59:40 h als erster Mensch die „Schallmauer“
 da sie nicht unter Wettkampf-
von 2 h für die Marathonstrecke von 42.195 km. bedingungen erfolgte.
Nach 28:10 Minuten passierte er die 10-km-Marke,
nach 59:54 hatte er die erste Hälfte absolviert.

Berechnen Sie die durchschnittliche Geschwindigkeit des Läufers
in Meter pro Sekunde. Man sieht leicht: v = 21.1 km/h

 Wegunterschied
 ⚫ Geschwindigkeit = Weg/Zeit genauer: = Zeitunterschied

 = Τ (zurückgelegter Weg dividiert
 durch die dafür benötigte Zeit)
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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
Umrechnung km/h → m/s

 A) mal 3.6
 oder
 B) dividiert durch 3.6

Merkregel: "Von größer auf kleiner → dividieren!"

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Vergleich

 ⚫ 100 m Sprint in 10 Sekunden
 ➢ 10 m/s entspricht 36 km/h

Zielfoto beim 200 m Sprint
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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
2. Kraft und Beschleunigung
Bewegung bedeutet in der Physik die Änderung des Ortes
eines Massenpunkts oder Körpers mit der Zeit. Ein bewegter
Körper weist eine bestimmte Geschwindigkeit auf.
Ändert sich seine Geschwindigkeit, wird er beschleunigt.

Vorgestern startete eine Falcon 9 Rakete in Cape Canaveral.
Warum hebt die Rakete ab?
→ Schubkraft der Triebwerke (Münchhauseneffekt!)

Berechnen Sie die durchschnittliche Beschleunigung der Rakete
beim Start in Prozent der Erdbeschleunigung (für gravity).

1. (dynamisch) Aus den bekannten Daten: = ∙ Newton
 (550 + 22) Tonnen Masse, Schubkraft 7607 kN mass
 acceleration
 = 7607/572 = 13.3 N/kg = 13.3 m/s2
 velocity
 (13.3 – 9.81)/9.81 = 0.356 ~ 1/3 Erdbeschleunigung time
2. (kinematisch) Aus Messwerten beim Start: = ∙ 
 [→ Arbeitsauftrag] Nimmt hier gleichmäßig zu!
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Mechanik Physik - Lehrgang * Modul 1 Emmerich KNERINGER - Die Gesetze der Mechanik bilden die Grundlage
auch interessant
 (da sehr fundamental)

Geschwindigkeit der Rakete im Orbit
 z.B. aus dem Video
 → Vergleich mit dem theoretisch erwarteten Wert

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Allgemeines zum Kurs
 Selbststudienanteile (á 60 min)
 E-Learning oder Fernstudium (á 60 min)
 Präsenzstudienanteile (á 60 min)
 Studienfachbereich

 Fachwissenschaften
 Seminar

Die Lehrveranstaltungsleiterin/der Lehrveranstaltungsleiter haben die Studierenden zu Beginn
der Lehrveranstaltung nachweislich über die Beurteilungsform, die Beurteilungskriterien und
die Beurteilungsmaßstäbe der Lehrveranstaltungsüberprüfung zu informieren.

 ⚫ Beurteilungskriterium
 ➢ Bewertung der abgegebenen Arbeitsaufträge
 ▪ Mit Erfolg Teilgenommen, falls 60% der Aufgaben im
 wesentlichen richtig!
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Kurseinstieg

⚫ Vorstellung Referent mittels Instituts-Seite
 ➢ und ATLAS-Video vom CERN
⚫ Fachexpertise: 4 Jahre Mechanik Vorlesung

⚫ TeilnehmerInnen
 ➢ MS: vom O-Dorf bis Eugendorf
 ▪ O-Dorf, Wattens, Breitenbach, Stumm, Fügen, Hopfgarten,
 Kössen, Kitzbühel, Eugendorf
 ➢ HAK:
 ▪ Imst, Telfs, Schwaz, Kitzbühel , Kufstein(HLW)
 ➢ BAfEP
⚫ Bemerkungen, Appetizer, Schulbücher
 10
Bemerkungen und Einsichten
⚫ Mechanik ist das erste (auch historisch) und
 "einfachste" Fachgebiet (in der Physik).
⚫ Die beim Lehren und Lernen auftretenden
 Probleme sind vielschichtig und vielfältig.
⚫ Es gibt viele gute (und weniger gute) Lehrbücher.
⚫ Wichtig ist, sich mit einigen (interessanten)
 Themen intensiver zu beschäftigen
 ➢ um etwas zu verstehen, was man vorher nicht
 verstanden hat,
 ➢ um Grundkonzepte zu verstehen, sodass man dann
 leichter andere Aufgaben lösen kann,
 ➢ und um abstraktes und logisches Denken zu üben.
 11
Appetizer
a) Falcon 9 Raketenstart vom Mittwoch (siehe vorher)
 ➢ Video (→ Arbeitsauftrag)
b) Spinnenseide fängt Boeing ab
 ➢ auf der Eduthek: Projekt Enter Bionics
 ➢ Locandy screen-shots
 ➢ Rechnung als Arbeitsauftrag
c) Rigolo Balance Akt
 ➢ Schwerpunkt von 3 Klotzen
 als Arbeitsauftrag
d) Newton-Pendel
 ➢ Elastische Stöße von Kugeln
 (auch Billard)
 Simulation (interaktiv, mit sound)
 12
b) Spinnenseide und Boeing

 13
Locandy

 14
screen-shots

 15
Aufgabe

 16
c) Rigolo-Balance-Akt
 ⚫ Wie funktioniert das?
 → Modell → Verständnis → brauchbar? Vorhersage?

Youtube-Video
Das Modell zum Rigolo-Balance-Akt
macht eine Vorhersage darüber,
wie lang die Stäbe sein müssen. 17
Wesentliches Element des Modells:
 Gleichgewicht

 Stabilität wird durch
 30
 Tieferlegen des
 6
 Schwerpunkts erreicht.
 62 siehe Beispiel "Adler":

 14

 2

⚫ Massen mn
 ➢ Formel: mn+1 = 2mn + 2 Masse des Grundelements
 ▪ Masseneinheit: halbe Masse des Grundelements (linke blaue Linie)
 18
Maße für das Holzmodell
 ⚫ Ansatz
 ➢ Gleichgewicht
 der Drehmomente
 66,9

 44,7

 77,8
 2b
 a 56,0
20
 a 33,1
 Länge des Grundelements = 2a = 20
 Breite der Stäbe = 2b = 1
 Berechnung der Längen: Excel-Datei 19
Holzmodelle

 20
Schwerpunkt und Gleichgewicht
◼ Warum ist der Vogel im Gleichgewicht?
◼ Wo ist hier der Schwerpunkt?
  Der Schwerpunkt nimmt den energetisch
 tiefstmöglichen Zustand ein.

 21
Weiteres Beispiel
 Gabel + Löffel + Zündholz auf Kochlöffel

Was hat der Auflagepunkt des Zahnstochers
mit seiner Neigung zu tun?
 22
Schwerpunkt
 ◆ Das Objekt fällt um, wenn der Schwerpunkt (•)
 über die Standfläche/Kippkante ( ) ragt!

 1 2 3

Es wirkt ein Drehmoment,
das in den Fällen 1 und 2 zum Boden hin dreht 3
(mit einem Gegendrehmoment vom Boden),
und im Fall 3 vom Boden weg dreht.
 23
Hochstapelei
 Dieser Block ragt komplett über den untersten Block!

◆ Bestimmung des maximalen Überhangs bei n Blöcken
 ◼ Bedingung: der gemeinsame Schwerpunkt aller Blöcke “darüber”
 liegt genau auf der Kippkante.
 ⚫ Verwende: Schwerpunkt ist “additiv”
 ◆ D.h. seien 10 Blöcke vorhanden, mit einem gemeinsamen Schwerpunkt und es
 kommt ein 11. Block dazu, dann muss man den Schwerpunkt nicht "von vorne"
 berechnen, sondern nur zwischen den 2 Ojekten (entsprechend Hebelgesetz).
 24
Arbeitsauftrag Schwerpunkt
⚫ Vier Bauklötze stapeln, sodass ein möglichst
 großer Überhang erreicht wird.
 ➢ Ein Quader hat die Länge 2 (beliebige Einheit)

 1

 maximaler Überhang = ?
 (= Summe von 4 Werten)
⚫ Optimum:
 ➢ Der Schwerpunkt aller darüberliegenden Elemente
 liegt genau auf der Kippkante des darunterliegenden
 Elements.
 25
Wo ist der neue Schwerpunkt?
 Man kann sich die Masse aller
 drei Klotzen im Schwerpunkt
 vereint denken!
 1
 × ×

 1
 ?
 ⚫ Hinweis: Hebelgesetz
 ➢ Der Schwerpunkt von 2 Massen ist dort, wo sie sich
 "die Waage halten".
 ➢ Der Schwerpunkt teilt die Strecke (hier mit Länge 1)
 im umgekehrten Verhältnis der Massen:
 1 2
 ×
 2 1 26
Um den 4. und letzten Beitrag zum Überhang zu bekommen, muss man die ganze Prozedur nochmal machen.
Schwerpunkt
⚫ Wenn man einen Körper in seinem Schwerpunkt
 unterstützt, dann ist er im Gleichgewicht.
⚫ Gleichgewicht heißt, dass er auf keine Seite kippt.
⚫ Dies heißt, dass sich die Drehmomente die
 Waage halten.
 ➢ Drehmoment D = Kraft  Abstand
 ▪ Kraft ist immer die Gewichtskraft mg
 ▪ Abstand ist der Normalabstand zur Drehachse
 ➢ m1g r1 = m2g r2 oder m1r1 − m2r2 = 0
 ▪ mit Vorzeichen x2 = −r2 : m1x1 + m2x2 = 0
 Logo
 r2 r1 Fachdidaktikzentrum

 F2 F1
 27
d) Elastische Stöße
⚫ Newton cradle
 ➢ Videos

⚫ Billard
 ➢ Videos
 ▪ Überlegen Sie sich bei
 einem Video jeweils,
 was physikalisch
 passiert.

 Ich kann diese Seite sehr
 empfehlen, falls Sie mehr
 über dieses "Spielzeug"
 erfahren möchten.
 Simulation (interaktiv, mit sound)

 28
SCHULBÜCHER

Als Vorbereitung habe ich mich verschiedene auf digi4school
verfügbare Lehrbücher angesehen:
- Mittelschule (2)
- HAK (3)

 29
Schulbücher MS + HLW
⚫ Physik verstehen (2-4)
 ➢ Band 2 (2019, ID 4141) Masin, Grois
 ▪ 2: Die Welt, in der wir uns bewegen
 ➢ Band 4 (2020, ID 5046) Masin, Grois
 ▪ 2: Kräfte, freier Fall, Kreisbewegung, Planeten, Gravitation,
 Raumfahrt
⚫ Erlebnis Naturwissenschaften (1-5)
 ➢ Band 3 (ID 3571) Gschöpf, Prantl-Maresch Keine Kinematik!
 ▪ in Kompetenzmodul 5: Entwicklung und Weltanschauung
 – Physik ist eine Naturwissenschaft
 » 3: Kräfte – was können sie, wie wirken sie?
 » 4: Das Universum – unendlich und geheimnisvoll (Kepl. Newt.)
 ▪ in Kompetenzmodul 6: Energie und Umwelt
 – Energiebegriff der Physik
 » 2: Arbeit und Energie – ergänzen sich
 30
Buch: Physik verstehen – Band 2
⚫ Was versteht man unter Geschwindigkeit? Fragen
⚫ Welche Maßeinheiten verwenden wir dafür?
⚫ Wie messen wir Geschwindigkeiten?
⚫ Wie berechnen wir die Durchschnittsgeschwindigkeit?
⚫ Welche Bewegungsarten gibt es?
⚫ Wie zeigt sich die Masse eines Körpers?
⚫ Welche Maßeinheiten verwenden wir für die Masse?
⚫ Wie bestimmt man die Masse eines Körpers?
⚫ Welche Wirkungen kann eine Kraft haben?
 qualitativ
⚫ Welche Arten von Kräften gibt es?
⚫ Welche Maßeinheiten verwendet man für Kräfte?
⚫ Wie misst man eine Kraft?
⚫ Wie kann man Kräfte darstellen?
⚫ Wie lautet das Gesetz von Kraft und Gegenkraft?
⚫ Wie nutzt man die Gegenkraft zur Fortbewegung an Land?
⚫ Wie nutzt man die Gegenkraft des bewegten Wassers?
⚫ Wie nutz man die Gegenkraft bewegter Gase? 31
Buch: Physik verstehen – Band 2
⚫ Was ist die Ursache der Gewichtskraft?
⚫ Was passiert beim freien Fall?
 Die Gewichtskraft verursacht bei einem fallenden Körper eine
 beschleunigte Bewegung.
 Körper im freien Fall sind scheinbar ohne Gewicht (schwerelos).

⚫ Was bezeichnet man als Schwerpunkt eines
 Körpers?
⚫ Wann sind Körper im Gleichgewicht?
⚫ Welche Gleichgewichtsarten gibt es?
⚫ Wann fällt ein Körper um?
⚫ Wie kannst du die Standfestigkeit eines Körpers
 erhöhen?

 32
Buch: Physik verstehen – Band 2
⚫ Reibung und Reibungskraft

⚫ Arbeit (Formen, Maßeinheiten, Berechnung: W = Fs)
⚫ Leistung (P = W/t)
⚫ Energie (Formen)
 ➢ Bewegungsenergie
 ➢ Lageenergie
 ➢ Spannenergie
⚫ Einfache Geräte erleichtern die Arbeit
 ➢ Umlenkung und Aufteilung von Kräften
 ➢ Der Keil
 ➢ Die Schraube
 ➢ Der Hebel
 ➢ Rollen und Wellräder
 33
Buch: Physik verstehen – Band 4
Gekrümmte Wege auf der Erde und im Weltall
1. Kräfte und Bewegungen Alles
 ➢ Was verstehen wir unter Beschleunigung? Fragen
 ➢ Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kraft, Masse und
 Beschleunigung?
 ➢ Wie bewegen sich Körper auf der schiefen Ebene?
2. Der freie Fall
 ➢ Welche Bewegung macht ein frei fallender Körper? quantitativ
 ➢ Wie groß ist die Fallbeschleunigung auf der Erde?
 ➢ Wie verläuft eine Fallbewegung in der Luft und im Vakuum?
3. Die Kreisbewegung
 ➢ Welche Kräfte treten bei Kreisbewegung auf?
 ➢ Wie verläuft die Kurvenfahrt eines Radfahrers? Unklare Erklärung!
 ➢ Wovon hängt die Größe der Zentripetalkraft ab? → siehe nächste Seite
4. Planetenbewegung – Gravitation – Raumfahrt
 ➢ Wie erklärt man die Planetenbahnen?
 ➢ Wodurch entsteht die Bahn eines Satelliten?
 ➢ Wie hoch sind die Umlauf- und Fluchtgeschwindigkeit? Vgl. vorne!
 ➢ Warum erscheinen Körper in einer kreisenden Raumstation schwerelos?
 34
Problem Kurvenfahrt
⚫ Wie verläuft die Kurvenfahrt eines Radfahrers?
Für die Kurvenfahrt ist die Zentripetalkraft notwendig. Sie ergibt sich durch zwei
Kräfte: einerseits durch die Gewichtskraft FG. Andererseits durch die Gegenkraft FB,
die durch die Druckkraft entsteht, die Rad und Radfahrer auf die Fahrbahn ausüben
(jede Kraft erzeugt eine gleich große Gegenkraft).
Bei der Kurvenfahrt neigt der Radfahrer das Fahrrad zur Kurveninnenseite. Das
macht er, damit er die Richtung der Kraft FB leichter erreichen kann. Dadurch ergibt
sich die erforderliche Zentripetalkraft, damit der Radfahrer nicht umfällt.

 Diskussion darüber, ob dieser Text verständlich ist.

 Kraft des Bodens,
 die die Gewichtskraft aufhebt
 Gewichtskraft
 Die Summe aller Kräfte ist
 (mg)
 hier die Reibungskraft, die
 die Zentripetalkraft darstellt!

 Reibungskraft

 35
Warum kippt der Radfahrer nicht um?
⚫ Dafür gibt es keine einfache Erklärung!
⚫ Versuchen wir es trotzdem:
 ➢ Damit etwas nicht kippt, braucht es ein Gleichgewicht von
 Drehmomenten (wie bei einer Waage).
 ▪ Dies gilt jedenfalls für eine feste Drehachse (= Kippkante).
 – Dies ist beim Radfahrer nicht der Fall, da sich sein Kipppunkt ja
 dauernd ändert (auf einen Kreis wandert).
 ➢ Das Problem ähnelt mehr dem einer Münze, die auf einem
 Kreis rollt, und dabei gekippt ist (Details für Interessierte).
 ▪ Die Münze lässt sich dabei als Kreisel beschreiben.
 ▪ Das Problem lässt sich also auf folgende Frage zurückführen:
 Warum kippt ein sich drehender Kreisel nicht um?
 Antwort: Wenn auf einen Kreisel ein Drehmoment wirkt, das ihn zu
 kippen versucht, dann weicht die Drehachse senkrecht dazu aus und
 der Kreisel beginn zu präzedieren (= Kreiselpräzession).
 » Versucht man eine geradeaus rollende Münze zu kippen,
 dann fängt sie automatisch an, eine Kurve zu beschreiben.
 » Stehende Radfahrer kippen um, fahrende Radfahrer die zur
 Seite kippen beschreiben meist "automatisch" eine Kurve.
 36
Schulbücher HAK (digi4school)
⚫ Naturwissenschaften HAK I - III
 ➢ Manz Verlag (I – Arbeitsweisen, Grundlagen, II – nur Chemie),
 Hölzel Verlag (III; ID 5123)
 ▪ I: Koliander, Ruso, Ebner
 ▪ III: Ebert, Zürcher, Koliander
 » dieses Buch kann ich nicht empfehlen

⚫ Naturwissenschaften I - IV HAK / HLW / HTL
 ➢ Trauner Verlag
 ▪ Högl, Langsam, Geroldinger, Chodura, Lagemann
⚫ Naturwissenschaften, Band I - IV
 für Handelsakademien [IDs: 1552,1310,1724,2410:
 Kompetenzmodule …, 3&4, 5&6, 7&8]
 ➢ Hölder-Pichler-Tempsky
 ▪ Pöhacker, Schiechl- Pöhacker, Zwickl (+Egger f. Band III u. IV) 37
hpt: 6.4 Arbeit – Energie – Leistung
 LERNZIELE
 • Ich kann die Begriffe Arbeit und Energie anhand von Beispielen erklären.

 • Ich kann die verschiedenen Einheiten für Arbeit und Energie ineinander umrechnen und
 verschiedenen Anwendungsbereichen zuordnen.

 • Ich kann den Energieerhaltungssatz erklären und begründen, warum er für die Physik und
 den Alltag von Bedeutung ist.

 • Ich kann den Begriff Impuls beschreiben und seine Einheiten angeben.

 • Ich kann einfache Experimente zur lmpulserhaltung durchführen und mathematische
 Verfahren zur Lösung physikalischer Probleme anwenden.

 1 = zur Gänze erreicht 2 = weitgehend erreicht 3 = ansatzweise erreicht 4 = nicht erreicht

Seite 163

 Stoff: falsch!
 • Hubarbeit → potenzielle Energie
 • Beschleunigungsarbeit → kinetische Energie
 • Federkraft → Dehnungsarbeit → auch eine potenzielle Energie
 38
Stoff

 Überblick über die Energieformen

 Elastische Energie
 Potenzielle Energie
 Strahlungsenergie Akustische Energie
 Wärmeenergie

 Kinetische Energie Rotationsenergie

 Mechanische Energie
 Innere Energie

 Chemische Energie Energie
 formen Elektrische Energie
 Wärmeenergie
 Magnetische Energie
 Kernenergie

 39
Stoff diese Seite hat nichts

 Energieerhaltung mit den Bücher zu tun

 Ein extrem wichtiges Konzept

 ⚫ Potenzielle und kinetische Energien können
 in einander umgewandelt werden,
 bleiben aber insgesamt erhalten!
 ➢ Pendel, Schaukel
 ➢ Pfeil senkrecht nach oben schießen
 ➢ Bungee-Jumping
 Beispiel: Ein Ball fällt aus 2 m zu Boden (ohne Luftwiderstand).
 Wie groß ist seine Geschwindigkeit, wenn er am Boden auftrifft?

 Epot = m g h = m v2 /2 = Ekin → = 2 ℎ ≈ 2  3.14 m/s
 40
Stoff diese Seite hat nichts
 Anwendungsbeispiel mit den Bücher zu tun
 zur Energieerhaltung
 ⚫ Bungee Jumping
 (Das Seil wird als masselose Feder modelliert)
 ➢ Potenzielle Energie der Person
 → kinetische Energie
 → Federenergie (Seildehnung)
 ➢ Tiefster Punkt
 → keine kinetische Energie
 L ... Länge des Seils (ungedehnt)
 d … Dehnung des Seils
 k … “Federkonstante” des Seils

 mg( L + d ) = 12 kd 2
 ➢ Aber: Dehnung s nach dem Auspendeln
 Prinzip Kräftegleichgewicht:
 Gravitationskraft = Federkraft

 mg = ks 41
Newton'sche Axiome
 1. Newton'sches Axiom: Trägheitsprinzip

 Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung, sofern
 er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustandes gezwungen wird.

 Das Trägheitsprinzip hatte bereits Galileo Galilei erkannt. Er stellte sich vor,
 dass eine Kugel, die eine schiefe Ebene hinabrollt, bei Vernachlässigung der
 Reibung eine gleiche schiefe Ebene wieder hinaufrollt. Stellt man die zweite
 schiefe Ebene flacher, rollt die Kugel eine längere Strecke. Im Grenzfall,
 wenn die zweite Ebene völlig waagrecht liegt, rollt die Kugel beliebig weit.

 Gedankenexperiment von Galilei

 überaus
 unpassendes
Beispiel für das 1.
Newtonsche Axiom

Naturwissenschaften HAK III (5123), Seite 184

 Newton erweiterte das Trägheitsprlnzip auf die Himmelskörper und vertrat die Ansicht,
 dass die geradlinig gleichförmige Bewegung die natürliche Bewegung eines Körpers ist.
 42
Elfmeter
 problematische Aufgabe
 Naturwissenschaften HAK III (5123), Seite 185

Der Profifußballer Lionel Messi schießt bei einem Elfmeter den
450 g schweren Fußball mit einer Kraft von 120 N in die linke Ecke.
Berechne die mittlere (durchschnittliche) Beschleunigung des Balls.

 =
 
 Warum ist hier von "mittlerer" Beschleunigung die Rede?
 Die Beschleunigung ändert sich nur, wenn sich die Kraft
 ändert, die ist aber als konstant angegeben.

 Wie ist die Kraft zu verstehen?
 Wie lange wirkt sie?

 Mehr dazu beim Thema "Elastischer Stoß". 43
Aufgaben aus einem Buch
Richtig oder falsch?
⚫ Welche der folgenden Behauptungen sind
 richtig (Reibungskräfte werden nicht berücksichtigt):
 a) Um eine Bewegung aufrecht zu erhalten, ist eine
 Kraft erforderlich.
 b) Körper bewegen sich, weil sie eine Kraft
 gespeichert haben.
 c) Ruhende Körper können einen Widerstand
 ausüben, aber keine Kraft.
 d) Kraft und Gegenkraft greifen am selben Körper an.

 Antwort: Alle Behauptungen sind falsch!
 44
Fehlvorstellungen
 zum Thema:

SchülerInnen bringen diese falschen
Vorstellungen mit in den Unterricht!

 45
Weitere Aufgaben
Kreuze nachfolgend die richtige Antwort an.
X a) Ein bewegter Körper ändert weder seine Geschwindigkeit
 noch seine Richtung, wenn ihn keine Kraft dazu zwingt.
 b) In einem anfahrenden Auto wird man in den Sitz gedrückt,
 weil eine Kraft nach hinten wirkt.
 c) Ein Mensch in einer Weltraumstation hat keine Masse.
X d) Auf dem Mond ist das Körpergewicht geringer als auf der
 Erde.
X e) Beim gleichmäßigen Ziehen eines Rollkoffers müssen nur
 die Reibungskräfte überwunden werden.
 f) Ein bewegter Körper kommt durch seine Trägheit zur Ruhe.
 g) Die Trägheit eines Körpers hängt von seiner Größe ab.

 46
ENDE SCHULBÜCHER

 47
Klassische Physik
⚫ Physik in der Antike (Griechen), z.Bsp.:
 ➢ Mond- und Planetenlauf → Jahreszeiten, Finsternisse
 ➢ Lehre Wasser-Erde-Feuer-Luft, Atomhypothese
 ➢ Flaute: 2. – 6. Jhd.
⚫ Die 5 Gebiete der klass. Physik (ab 16. Jhd.)
 ➢ Mechanik
 Statistische Mechanik
 ➢ Thermodynamik
 ➢ Optik
 ➢ Elektrizität Elektrodynamik

 ➢ Magnetismus
 Will man physikalische Vorgänge beschreiben
 – in mathematischer Sprache
  Modellbildung 48
1. KINEMATIK (des Massenpunktes)
⚫ Brockhaus Lexikon

 Überlegen Sie sich eine Bewegungen im Alltag.
 Versuchen Sie diese zu beschreiben.

 Die wesentlichen Elemente sind:
 Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung.
 49
Bewegungen – Roter Faden
⚫ 1-dimensional
 ➢ geraldlinig gleichförmig
 ➢ gleichmäßig beschleunigt
 ➢ harmonische Schwingung (Sinus)
 ➢ beliebig
⚫ 2-dimensional
 ➢ Kombination von 1-dimensionalen Bewegungen
 in beiden Dimensionen
 ➢ Kreisbewegung = ?
⚫ 3-dimensional
 ➢ meist zurückführbar auf 2-dimensionale
 Bewegungen (Bewegung in einer Ebene)
 ➢ Schraubenlinie ist der wichtigste nichtriviale Fall
 50
Bewegungen
1. geradlinig: v = const
 ➢ im Alltag kaum gute Beispiele
 1-D
2. gleichmäßig beschleunigt
 ➢ schiefe Ebene
 ➢ freier Fall

3. kombiniert in 2 Dimensionen
 → schiefer Wurf
 2-D

4. Kreis

 51
Weg-Zeit-Diagramm

 ⚫ Beispiel Marathon, 1-dimensional, v = konstant
 ➢ Weg-Zeit-Diagramm ergibt eine Gerade

 Geschwindigkeit = Steigung der Geraden
Weg

 Zeit
 52
Freier Fall
⚫ Als Vorbereitung für den “Vertikalen Wurf”
 senkrecht nach oben:
 ➢ Erdbeschleunigung: g
 ➢ Geschwindigkeit: v = gt
 ➢ Weg (h statt s): h = ½ gt2
 [Könnte man mittels differenzieren nachprüfen.]
 ➢ Zusammenhang zwischen h und v?
 ▪ Gleichungen auflösen: v = / = 
⚫ In der Schule?
 ➢ gleichmäßig beschleunigt
 ▪ die Geschwindigkeit nimmt pro sec um einen bestimmten
 Betrag zu → lineare Funktion → Geradengleichung
 ➢ h = vmittel  t = (v – 0)/2  t = ½(gt)  t = ½gt2
 53
Weg-Zeit-Diagramm "freier Fall"

 ⚫ Parabel
 Zeit

 Geschwindigkeit
 = Steigung der Tangente
Weg

 Vergleich der Bewegung eines
 senkrecht nach unten fallenden
 und eines waagrecht geworfenen
 Nicht mit Wurfparabel verwechseln, Balls. Man sieht deutlich, dass die
 die gleich aussieht. vertikale Position unabhängig von
 der horizontalen Bewegung ist.
 Was ist der Unterschied?
 → 2 Raumkoordinaten (x und y). 54
Beispiel

⚫ Bestimmung des Weg-Zeit Diagramms
 (z.B. mittels software ‘tracker’): Anleitung

 Video

 55
Bsp. aus einem Praktikum Das Hüpfen eines Balls wurde gefilmt und mit einer
 Software ausgewertet. In jedem Bild wurde der Ort des
mit Lehramtsstudierenden Balls markiert und mit Hilfe des an der Wand aufgeklebten
 Maßstabs in eine absolute Höhe umgerechnet.

 Der elastische Ball
 Frage:
 Ist der Luftwiderstand
 der Grund für die
 abnehmende Höhe? (ohne Ausreißer)

 ändert ihr Vorzeichen
 Die Geschwindigkeit

 (am Boden)

 eine Datenanalysesoftware 56
Parabel-Anpassung

 57
Parabel-
Anpassungen

 58
Ergebnis für g (= –2C)
 und systematischer Fehler

1. g = 9.96 ± 0.048 m/s2 ⚫ 1.6% zu groß
2. g = 10.06 ± 0.030 m/s2 ⚫ 2.6% zu groß
3. g = 10.16 ± 0.042 m/s2 ⚫ 3.6% zu groß
 Systematik:
Genauigkeit: • in 8-9 m Abstand gefilmt
⚫ 3 - 5 Promille! • Ball 20-30 cm vor der Wand
 • Maßstab bezogen auf die Wand

 1m → 2.2% - 3.8% syst. Fehler
 Mittelwert: 3%

 1 m wahre Fallstrecke wird gesehen als 1.03 m! 59
Vertikaler Wurf
⚫ Ein Ball der Masse m wird vom Boden mit einer
 Geschwindigkeit v0 vertikal nach oben geworfen.
 Berechnen Sie allgemein (a – d) oder
 argumentieren Sie mit Hausverstand:
 a) Wie groß ist die gesamte Flugzeit T (rauf und runter)?
 ➢ T = 2v0/g
 b) Wie hoch kommt der Ball?
 ➢ h = ½gt2 = ½g(v0/g)2 = v02/(2g)
 c) Welche Geschwindigkeit hat der Ball beim
 Wiederauftreffen auf dem Boden? Wieder v0!
 ➢ Zusammenhang zwischen maximaler Höhe und
 Geschwindigkeit am Boden: h = v02/(2g) → v0 = 
 d) Wie hoch kommt ein Ball mit doppelter Masse? Warum?
 e) Nun mit Zahlenwerten: m = 5 kg, v0 = 8 m/s
 60
Schiefer Wurf → Wurfparabel
⚫ Motivation von Vektoren
 
 ➢ In 2 Dimensionen hat ein Vektor Ԧ = 
 
 ▪ eine -Komponente
 ▪ eine -Komponente
 0 cos 
 Ԧ0 = sin 
 0

 Ԧ0 mit 0 ≔ Ԧ0
 0, 
 
 0, = 0 cos 
 Ԧ 
Die Geschwindigkeit am Start wird
mit dem Index 0 gekennzeichnet.
 61
Wurfparabel

 R

 62
Fragen zum schiefen Wurf
⚫ Ein Ball wird unter einem Winkel  zur Horizontalen
 mit der Anfangsgeschwindigkeit v0 weggeschleudert
 (kein Luftwiderstand, ohne Krümmung der Erde).
 Berechnen Sie wieder allgemein
 (Hinweis: verwenden Sie die vorige Aufgabe sowie die
 Tatsache, dass die Bewegungen in x und y unabhängig sind):
 a) Wie groß ist die maximale Höhe?
 b) Wie lange dauert der gesamte Flug?
 c) Wie weit fliegt der Ball daher?
 d) Welche Geschwindigkeit hat der Ball am Punkt
 maximaler Höhe?
 e) Wie lautet die Parametrisierung der Flugbahn?
 x(t) = ? y(t) = ?
 63
Konzept: Reichweite

Hier wird der Ball von einer erhöhten Position aus abgeworfen.

Die Reichweite findet man, indem man zuerst den Gesamtzeit
errechnet, während deren der Ball in der Luft ist, und diese
dann mit der x-Komponente der Ballgeschwindigkeit multipliziert.
 64
ENDE KINEMATIK

Nun geht es weiter mit dem Thema "Kräfte".

"Kräfte" sind zwar schon bei der
Besprechung der Schulbücher
vorgekommen, aber jetzt soll das Thema
systematisch behandelt werden.

Die Theorie dazu hat Newton mit seinen
drei Axiomen geliefert.

 65
Mechanik Übersicht

 1. Kinematik: ( ),
 Ԧ ( ),
 Ԧ ( )
 Ԧ Vektoren
Differenzieren

 ◼ 1-dim. Bewegungen Achtung: Vektorpfeile werden
 oft auch weggelassen!
 ⚫ Wichtige Spezialfälle:
 geradlinig gleichförmige Bew. Ortsvektor vorgegeben,
 gleichmäßig beschleunigte Bew. und berechnen!
 ◼ 2-dim. Bewegungen
 ⚫ Unabhängigkeit der Bewegungen in x- und y-Richtung?
 Integrieren

 2. Newton’sche Dynamik
 ◼ Die 3 Newton‘schen Axiome
 ◼ Kräfte
 ⚫ Gravitationskraft
 ⚫ Kontaktkraft, Reibungskraft
 ⚫ Federkraft, Zugkraft im Seil

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Was sind Axiome?
Axiome sind nicht beweisbare grundlegende Lehrsätze,
die die Grundlage zur Beschreibung komplizierter
Sachverhalte bilden.

Es darf keine logischen Widersprüche geben.
Das Axiomensystem soll minimal sein.

Achtung:
Ergebnisse müssen nicht mit der „realen“ Welt
übereinstimmen (z.B. in der Mathematik).
In der Physik ist Übereinstimmung jedoch wünschenswert.
 67
Newton und seine berühmte Arbeit

 Sir Isaac NEWTON
Physiker, Mathematiker, Astronom
 (1643 – 1727)

 Die mathematischen Prinzipien der Naturphilosophie.
 68
Newton’s Grundsätze der Bewegung

 Aus dem “Skriptum Kräfte”

 69
Die 3 Newton’schen Axiome
1. Trägheitsprinzip
 ◆ Ein Körper bleibt in Ruhe oder bewegt sich mit
 konstanter Geschwindigkeit geradlinig weiter, wenn
 keine (resultierende) äußere Kraft auf ihn einwirkt:
 Fres = F1 + F2 + F3 + ... =  Fi = 0
 i
2. Aktionsprinzip
 ◆ Die Beschleunigung eines Körpers ist umgekehrt
 proportional zu seiner Masse und direkt proportional
 zur resultierenden (Gesamt-)Kraft, die auf ihn einwirkt:
 F
 a= oder F = ma Bewegungsgleichung
 m
 oder: 2. Newton’sches Gesetz
3. Reaktionsprinzip
 ◆ Kräfte treten immer paarweise auf. Wenn Körper A eine
 Kraft auf Körper B ausübt, dann wirkt eine gleich große,
 aber entgegengesetzt gerichtete Kraft von Körper B auf
 Körper A.
 70
Zum Trägheitsprinzip

Video Assinger

 Widerspruch zum Trägheitsprinzip!

 71
Diskussion der 3 Newton’schen Axiome
1. Trägheitsprinzip
 ◆ Was heißt Ruhe? Was heißt geradlinig? Wie ist Kraft definiert?
 ◆ Spezialfall des 2. Axioms? = 0  = 0  = const.
 Überflüssig? Nicht minimal?
 ◆ Macht nur Sinn, wenn man ein Bezugssystem hat!
 Man braucht ein Bezugssystem, mit dessen Hilfe man Ruhe,
 Geschwindigkeit, Beschleunigung und Geradlinigkeit definieren kann.
 ◆ Erlaubt uns die Definition eines Bezugssytems
  Inertialsystem: ein System, in dem das 1. Axiom gilt.
 ◆ Gilt nicht in beschleunigten Systemen.

2. Aktionsprinzip
 ◆ Bezieht sich auf einen einzigen Körper.
 ◆ Die Begriffe Masse und Kraft werden auch hier nicht erklärt.
3. Reaktionsprinzip
 ◆ Hier kommt ein zweiter Körper ins Spiel:
 vom Einteilchensystem zum Mehrteilchensystem.

 72
add 1. Axiom: Impulserhaltung
◆ Definition des Impulses: =  
◆ “Falls keine Kraft wirkt, bleibt ein Körper im Zustand der
 Ruhe oder bewegt sich geradlinig gleichförmig weiter.“
 Daraus folgt, dass sich der Impuls nicht ändert,
 also konstant bleibt.
◆ Diese gilt nicht nur für einen Massenpunkt, sondern
 auch für ein System von Massen.

 Falls auf ein System keine Kraft
 wirkt, nennt man es
 abgeschlossenes System.

 Daraus folgt, dass für ein Anwendung:
 Stoß von
 abgeschlossenes System
 2 Pucks auf dem Eis,
 Impulserhaltung gilt. 2 Billardkugeln,
 In der Praxis muss man immer idealisieren. Pendelkette. 73
2 Bälle übereinander = Doppelball

➢ https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelball-Versuch
➢ https://www.leifiphysik.de/mechanik/impulserhaltung-und-
 stoesse/versuche/doppelball
➢ https://www.youtube.com/watch?v=afxN3RSwB_4 (nur Video)

 74
add 3. Axiom: ‘Actio est reactio’
 ◆ Achtung: eine größere Masse (z.B. die Sonne)
 zieht eine kleinere Masse (z.B. die Erde)
 NICHT stärker an als umgekehrt!
 Die Kräfte sind zwar gleich,
 aber die Beschleunigungen
 sind verschieden!

 F1 = F2
 Da die Kräfte gleich groß sind
(aber entgegengesetzte Richtung), m1a1 = m2 a2
 ist die Beschleunigung a1 m2
 =
 auf die große Masse klein a2 m1
 und auf die kleine Masse groß!

 Man sagt: die Beschleunigungen verhalten sich
 reziprok (umgekehrt) zu dem Massen.
 75
‘Actio est reactio’
 ◆ Und wie sieht dies beim Seilziehen aus?

Die Seilkraft ist links und rechts gleich groß. Wieso kann eine Seite trotzdem gewinnen?

 Weil auch noch die Bodenkräfte wirken!
 Jene Mannschaft mit mehr Reibung am Boden gewinnt.
 76
Überlegung zum Unterschied von Masse und Gewicht:

 Was sagen Sie, wenn ein Schüler Sie fragt:

 Wie schwer ist die Erde?

 Mit etwas Akrobatik
 kann man
 “das Gewicht der Erde“
 bestimmen.

 ◼ Sie müssen sich nur die
 Grafik auf den Kopf gestellt
 denken!

 77
Häufige Fehlinterpretation von
 “Actio est reactio”
 Richtig ist:
 Kräfte treten in einem abgeschlossen System immer als
 Kraft-Gegenkraft-Paar auf.

 Falsch ist:
 Kraft und Gegenkraft sind bekanntlich betragsmäßig gleich
 und entgegengesetzt gerichtet, daher heben sie sich immer auf!

 Kraft und Gegenkraft können sich nicht aufheben,
 weil sie auf verschiedene Körper wirken!
 (Jedoch Aufheben der Kräfte im Sinne “Innerer Kräfte”.)

Beispiel: Schalter mit Knopf (System nicht abgeschlossen, wegen Befestigung des Schalters, z.B. an einer Wand):
Sie drücken einen Knopf (um ein Gerät einzuschalten), nach “Actio est reactio” drückt der Knopf mit der gleichen Kraft zurück.
Da diese beiden Kräfte gleich groß sind könnte man meinen, dass es unmöglich sein sollte, einen Knopf hineinzudrücken.
Auflösung: meine Kraft wirkt auf den Schalter → er wird gedrückt; der Schalter “leistet Widerstand”, den ich spüre.

 78
Newton’s Gravitationsgesetz
◆ Warum wird dieses nicht als 4. Axiom bezeichnet?
 ◼ Weil es sich drastisch von den 3 Axiomen unterscheidet!
◆ Die 3 Axiome gelten (in der klassischen Physik)
 unabhängig von der speziellen Natur der Kräfte.
 ◼ gelten allgemein
◆ Das Gravitatiosgesetz liefert hingegen ein Rezept zur
 Berechnung einer konkreten Kraft.
 ◼ ist sehr speziell
 Gm1m2 F12 ist die
 Bewegungsgleichung: ma1 = F12 = 3
 r12 Kraft auf Körper 1
 | r12 | von Körper 2

◆ F = − G M m / r2 (skalar) r12 = r2 − r1
 ◼ Richtung: Verbindungslinie der Schwerpunkte der Massen
 ◼ G = 6.6710 −11 m3 kg −1 s −2
 MErde = 610 24 kg, MSonne = 210 30 kg, MMond = 7.410 22 kg
◆ Beispiel: Sonnensystem
 79
Die 3 Keplerschen Gesetze
 … lassen sich aus dem Newton’schen Gravitationsgesetz
 herleiten (in Kombination mit der Newton’schen
 Bewegungsgleichung).
 Hinweis auf den Kinofilm: Agora (Video 5)
1. Die Sonne steht im Brennpunkt einer Ellipse.
2. Der Fahrstrahl des Planeten zur Sonne überstreicht in
 gleichen Zeiten gleiche Flächen.
3. Die Quadrate der Umlaufzeiten T12 a13
 zweier Planeten verhalten sich 2
 = 3
 wie die Kuben T2 a2 ev.
 der großen Halbachsen. Übung
 dazu

 Sonnensystem
 80
Knifflige Frage

◆ Kraft auf den Mond
 ◼ Ist die Kraft der Sonne oder der Erde stärker?
 ⚫ Masse: MSonne  330 000 MErde,
 Distanz: dSonne-Mond  400 dErde-Mond

 Simulation
 Antwort:
 Die Kraft
der Sonne
 ist etwa
 zweimal
 stärker!
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Die 4 fundamentalen Grundkräfte

 82
Zuordnung von Kräften
 Gravitationskraft
◆ Zu welcher der 4 Grundkräfte elektromagnetische Kraft
 gehören folgende Kräfte? schwache Kernkraft
 starke Kernkraft
 ◼ Hammerschlag auf Nagel
 ◼ Kräfte beim Autozusammenstoß
 für die Schule
 ◼ Kraft in gespannter Saite
 ◼ Reibungskraft
 ◼ Auftriebskraft
 ◼ Atomkraft
 ◼ Zentrifugalkraft

 Video Kontaktkraft

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