Medizinische Klinik Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin - UniversitätsKlinikum Heidelberg - Universitätsklinikum ...

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UniversitätsKlinikum Heidelberg

Medizinische Klinik
Klinik für Psychosomatische und
Allgemeine Klinische Medizin
Medizinische Klinik Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin - UniversitätsKlinikum Heidelberg - Universitätsklinikum ...
Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog
                      Ärztlicher Direktor der
                      Klinik für Psychosomatische und
                      Allgemeine Klinische Medizin

Herzlich willkommen!

Im Namen aller Kolleginnen und Kol-       Die Klinik für Psychosomatische und
legen begrüße ich Sie in der Klinik für   Allgemeine Klinische Medizin blickt
Psychosomatische und Allgemeine           somit auf eine rund 100-jährige, sehr
Klinische Medizin des Universitätskli-    umfangreiche Erfahrung mit psycho-
nikums Heidelberg.                        somatischen Erkrankungen zurück.
                                          Sie verfügt über das deutschlandweit
Diese Broschüre soll Ihnen die Orien-     breiteste internistisch-psychosoma-
tierung in unserer Klinik erleichtern,    tische Behandlungsangebot. In For-
die auf drei Standorte in Heidelberg      schung, Diagnostik und Therapie gilt
verteilt ist. Sie gibt Ihnen außerdem     unsere Arbeit als international rich-
einen erklärenden Überblick über un-      tungweisend. Diese hohen Qualitäts-
ser breites Angebot an diagnostischen     standards sind für uns Ansporn und
und therapeutischen Maßnahmen. Auf        Verpflichtung zugleich.
diese Weise möchten wir dazu bei-
tragen, dass Sie sich schnell bei uns     Sie stehen als Patient und als Mensch
einleben und wohlfühlen.                  stets im Mittelpunkt unserer ärzt-
                                          lichen Bemühungen. Sprechen Sie uns
In Heidelberg steht die Wiege der Psy-    an, wann immer Sie Fragen, Sorgen
chosomatik. Hier wirkte Anfang des        oder Anregungen haben. Das Ge-
letzten Jahrhunderts der Internist        spräch mit unseren Patienten ist uns
Ludolf Krehl, nach dem die Medizi-        wichtigstes Anliegen!
nische Klinik benannt wurde. Zusam-
men mit Viktor von Weizsäcker und         Eine gute Zeit in unserem Hause und
Richard Siebeck begründete er die         baldige Genesung wünscht Ihnen
„Heidelberger Schule“ der anthropolo-     Ihr
gischen Medizin: Nicht nur die Krank-
heit sondern auch die Person und das
soziale Umfeld des Patienten rückten
damit in den Blickpunkt der Medizin.
Im Jahr 1950 gründete der Psychoa-
nalytiker Alexander Mitscherlich, ein
Schüler Viktor von Weizsäckers, in        Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog
Heidelberg die erste Psychosoma-
tische Universitätsklinik Deutsch-
lands. Beiden Traditionen fühlen wir
uns auch heute verpflichtet.
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Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

im Namen aller Mitarbeiterinnen und     Zivildienstleistenden, Helferinnen des
Mitarbeiter des Pflegedienstes der      Freiwilligen Sozialen Jahres, den Mit-
Medizinischen Klinik und des Zen-       arbeitern des Sozialdienstes und der
trums für Psychosoziale Medizin be-     Ernährungsberatung.
grüßen wir Sie ganz herzlich.
                                        Eine Rückmeldung über Ihr Befinden
Es ist uns ein Anliegen, Ihnen Ihren    und Ihre Zufriedenheit während Ihres
Aufenthalt bei uns so angenehm wie      stationären Aufenthaltes würde uns
möglich zu gestalten. Dazu werden       freuen. Wir bitten Sie, den Patienten-
Sie von unserem Fachpersonal rund       fragebogen auszufüllen und auf Ihrer
um die Uhr professionell betreut und    Station abzugeben oder in die dafür
begleitet. Immer in dem Bemühen,        vorgesehenen Briefkästen zu werfen.
Ihre persönlichen Wünsche und Be-       Selbstverständlich können Sie jeder-
dürfnisse zu berücksichtigen, bitten    zeit Ihr Anliegen auch persönlich an
wir Sie und Ihre Angehörigen, sich      die Pflegedienstleitung weiterleiten.
jederzeit vertrauensvoll mit Ihren      Ihre Kritik und auch Ihr Lob werden
Fragen an unsere Pflegekräfte zu        dazu beitragen, uns ständig zu ver-
wenden. In enger Zusammenarbeit         bessern.
mit den verschiedenen Berufsgruppen
beraten wir Sie und Ihre Angehörigen,   Für das uns entgegengebrachte Ver-
um ein für Sie individuell sinnvolles   trauen bedanken wir uns und wün-
Behandlungskonzept zu erarbeiten.       schen Ihnen einen guten Aufenthalt in
Es soll Ihnen den besten Weg zu Er-     unserem Haus.
haltung und Wiederherstellung Ihrer
Gesundheit weisen.                      Isolde Betke
                                        Pflegedienstleitung
Um dies zu gewährleisten, besuchen      Medizinische Klinik
unsere Mitarbeiterinnen und Mitar-      (Standort Neuenheim)
beiter regelmäßig Fort- und Weiter-
bildungsmaßnahmen. Außerdem             Ronald Eichstaedter
fließen die neuesten Erkenntnisse       Pflegedienstleitung
aus der Pflegewissenschaft und –for-    Zentrum für Psychosoziale Medizin
schung in unser Praxishandeln mit       (Standort Bergheim)
ein. Unser therapeutisches Team setzt
sich zusammen aus examinierten
Krankenpflegekräften, Fachkran-
kenschwestern und –pflegern, aus
Pflegeexperten, Pflegehelferinnen,
den Auszubildenden in der Kranken-
pflege, Versorgungsassistentinnen,
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4 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Inhaltsverzeichnus

Einführung                                              Seite 6 - 8

Was ist Psychosomatische Medizin?                          Seite 6
Geschichte der Psychosomatik in Heidelberg                 Seite 7

Die Abteilung                                          Seite 9 - 22

Unser Team                                                 Seite 9
Das Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM)               Seite 13
Ambulante Behandlungsangebote und Gruppentreffen          Seite 15
Die Tagesklinik: Teilstationäre Behandlungsangebote       Seite 17
Die Stationen: Behandlungsschwerpunkte und
therapeutische Prinzipien                                 Seite 18
Forschung                                                Seite 20
Die Ausbildung unserer Medizinstudenten                   Seite 21
Kontaktstellen für Terminvereinbarungen,
stationäre Aufnahmen und Notfälle                        Seite 22

Behandlungsschwerpunkte                               Seite 23 - 37

Depressionen                                             Seite 23
Angststörungen                                            Seite 25
Körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen         Seite 27
Essstörungen                                             Seite 28
Herzprobleme                                             Seite 30
Psychisches Trauma                                       Seite 32
Psychische Belastungen bei einer Krebserkrankung         Seite 34
Rheuma und Psyche                                        Seite 36
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5 Psychosomatik

Diagnostische Möglichkeiten         Seite 38 - 42

Individuelle Psychodiagnostik           Seite 38
Stressregulation                        Seite 39
Gesundheitsfragebogen                   Seite 42

Therapeutische Angebote             Seite 43 - 53

Psychotherapeutische Gespräche          Seite 43
Gruppentherapie                         Seite 45
Konzentrative Bewegungstherapie         Seite 46
Kunst- und Gestaltungstherapie          Seite 48
Entspannungsmethoden                    Seite 49
Medikamente                             Seite 51
Sozialberatung                          Seite 53

Selbsthilfegruppen                      Seite 54

Literatur                                Seite 55
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6 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Einführung
Was ist Psychosomatische Medizin?

Die Psychosomatik (Psyche = grie-        Therapieziel: Einklang von Körper,
chisch, Seele; Soma = griechisch,        Geist und Seele
Körper) ist die Wissenschaft und Heil-
kunde von den wechselseitigen Be-        Aufgabe einer Psychosomatischen
ziehungen zwischen seelischen und        Klinik ist es herauszufinden, wie dem
körperlichen Vorgängen.                  Patienten ganzheitlich am besten
                                         geholfen werden kann: Durch eine
Krankheiten haben oft seelische          internistische Diagnostik und Thera-
Ursachen                                 pie werden die organischen Ursachen
                                         aufgespürt und behandelt. Die psy-
Alle Erkrankungen haben eine psy-        chosomatische Medizin verfügt über
chische und eine körperliche Seite.      verschiedene Therapieformen, die die
Wer schwer krank ist, kann seelisch      seelische Gesundheit wiederherstel-
unter diesem Zustand so sehr leiden,     len. Körper, Geist und Seele kommen
dass er psychisch krank wird. Wer        wieder ins Gleichgewicht.
psychisch erkrankt ist oder starken
seelischen Stress empfindet, kann
körperliche Beschwerden entwickeln
oder sogar schwer krank werden.
Nicht selten verstecken sich hinter
körperlichen Beschwerden seelische
Probleme. Häufig haben sie zumindest
einen psychisch bedingten Anteil.
Vegetative Herzleiden, Essstörungen
oder Depressionen sind typische Er-
krankungen, die sowohl einen kör-
perlichen als auch einen psychischen
Anteil haben, die bei Diagnostik und
Therapie beide berücksichtigt werden
müssen.
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7 Psychosomatik

Einführung
Geschichte der Psychosomatik in Heidelberg

Die Klinik für Psychosomatische und      „Wir behandeln keine Krankheiten,
Allgemeine Klinische Medizin, Hei-       sondern kranke Menschen“
delberg, hat eine lange Tradition und
blickt auf umfangreiche Erfahrungen      Ludolf Krehl übernahm die Leitung der
mit psychosomatischen Erkrankungen       Medizinischen Klinik im Jahre 1907. Er
zurück.                                  forderte als einer der ersten Medizi-
                                         ner, den kranken Menschen als ganze
Die berühmte „Heidelberger Schule        Persönlichkeit mit Körper, Geist und
der Psychosomatik“ wurde durch drei      Seele zu therapieren. Bekannt gewor-
Mediziner geprägt: durch Ludolf Krehl    den ist seine prägnante Formulierung
(1861–1937) und seine beiden Schü-       „Wir behandeln keine Krankheiten,
ler Richard Siebeck (1883–1965) und      sondern kranke Menschen“.
Viktor von Weizsäcker (1886–1957).
Der Name der Medizinischen Klinik        Richard Siebeck und Viktor von Weiz-
und zwei Stationsnamen erinnern bis      säcker haben ihre ärztliche Arbeit im
heute an das Wirken dieser Ärzte in      Sinne ihres Lehrers fortgeführt. Sie-
Heidelberg, die als Begründer der Psy-   beck trat 1931 die Nachfolge Krehls
chosomatischen Medizin in Deutsch-       als Chef der Medizinischen Klinik in
land gelten.                             Heidelberg an. Von Weizsäcker über-
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8 UniversitätsKlinikum Heidelberg

nahm 1921 die Nervenabteilung. 1946     Bewährt: Das Drei-Stufen-Modell der
wurde er Chef der neuen Abteilung für   Psychosomatik
„Allgemeine Klinische Medizin“, aus
der die heutige Abteilung „Psychoso-    Als einzige Psychosomatische Abtei-
matische und Allgemeine Klinische       lung in Deutschland ist die „Klinik für
Medizin“ hervorging.                    Psychosomatische und Allgemeine
                                        Klinische Medizin“ gleichzeitig in eine
Richtungweisend in Forschung,           Internistische Medizinische Klinik
Diagnostik und Therapie                 und in ein Zentrum für Psychosoziale
                                        Medizin integriert. Strukturell wird
Die Psychosomatische Klinik der Uni-    dies realisiert durch ein breites inter-
versität Heidelberg, älteste Klinik     nistisch-psychosomatisches Angebot,
dieser Fachrichtung in Deutschland,     dem „Drei-Stufen-Modell der Psycho-
wurde 1950 vom Psychoanalytiker         somatik“: Behandelt wird – je nach
Alexander Mitscherlich gegründet,       Beschwerdebild des Patienten – auf
einem Schüler von Weizsäckers. Hier     der allgemein-internistischen Station,
wurde erstmals untersucht, welche       auf der internistisch-psychosoma-
seelischen und sozialen Faktoren        tischen Station oder auf den beiden
neurotische, psychosomatische und       spezialisierten Psychosomatik- und
organische Krankheiten verursachen      Psychotherapiestationen. Hier widmet
können. Die Heidelberger Ärzte ent-     sich ein erfahrenes Team von ca. 60
wickelten den größten Teil der heute    Ärzten, Psychologen und Sozialarbei-
gebräuchlichen Standards in der sta-    tern den Patienten.
tionären Psychotherapie sowie die
Behandlungsrichtlinien nahezu aller
psychosomatischen Krankheitsbilder.
Das vielfältige Angebot psychothera-
peutischer Weiterbildungsmöglich-
keiten der Klinik trug dazu bei, dass
im Raum Heidelberg ein ambulantes
Versorgungsnetz hoch qualifizierter
Psychotherapeuten entstand.
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9 Psychosomatik

Die Abteilung
Unser Team

Klinikleitung                            Geschäftsführender Oberarzt und
                                         Leiter (Standort Bergheim)
Ärztlicher Direktor (Chefarzt):          Prof. Dr. med. Henning Schauenburg
Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog           Thibautstraße 2
Im Neuenheimer Feld 410                  Tel.: 06221 / 56-5865
Tel.: 06221 / 56-8649                    Email: henning.schauenburg@med.
Email: wolfgang.herzog@med.uni-          uni-heidelberg.de
heidelberg.de                            Sekretariat: Veronika Deffaa
Sekretariat: Ulrike Dous                 Email: veronika.deffaa@med.uni-
Email: ulrike.dous@med.uni-              heidelberg.de
heidelberg.de

Leitender Oberarzt:
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Bernd Löwe
Tel.: 06221 / 56-8999
Im Neuenheimer Feld 410
Email: bernd.loewe@med.uni-
heidelberg.de
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10 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Geschäftsführender Oberarzt              Standort Neuenheim
(Standort Neuenheim)                     Dipl.-Psych. Mechthild Hartmann
Dr. med. Dipl.-Psych. Michael Schwab     Tel.: 06221/56-8663
Tel.: 06221 / 56-8738                    Email: mechthild.hartmann@med.uni-
Im Neuenheimer Feld 410                  heidelberg.de
Email: michael.schwab@med.uni-           Dipl.-Psych. Dipl. Math. Beate Wild
heidelberg.de                            (Leiterin Biometrie)
                                         Tel. 06221 / 56-8663
                                         Email: beate.wild@med.uni-heidel-
Zentrale Leitstelle / Neuenheim          berg.de

Kontaktadresse für Patienten
(Anmeldung, Auskünfte bzgl.              Sektionen
Telefonnummern, Terminen)
Montag bis Donnerstag                    Sektion Psychosomatik des
8.00 bis 12.00 Uhr und                   Bewegungssystems
13.00 bis 15.30 Uhr,                     Leiter: Prof. Dr. med.Wolfgang Eich
Freitag 8.00 bis 12.30 Uhr               Tel.: 06221 / 56-8668
Jutta Horn, Leitstellenverantwortliche   Email: wolfgang.eich@med.uni-
Tel. 06221 / 56-8774                     heidelberg.de
Email: jutta.horn@med.uni-
heidelberg.de                            Sektion Psychoonkologie
                                         Leiterin: Privatdozentin Dr. med.
Psychosomatische Notfallversorgung,      Monika Keller
Notambulanz der Medizinischen            Tel. 06221 / 56-2723
Klinik, Ebene 01.                        Email: monika.keller@med.uni-
Dienstarzt (mobil): 0151 / 167 594 23,   heidelberg.de
Oberarzt (mobil): 0151 / 145 112 74
                                         Sektion Psychotraumatologie
                                         Leiter: Prof. Dr. med. Günter Seidler
Leitende Psychologen und                 Tel. 06221 / 56-5801
Psychologinnen                           Email: guenter.seidler@med.uni-
                                         heidelberg.de
Standort Bergheim
Dipl.-Psych. Dr. Tilman Grande
Tel.: 06221/56-5876
Email: tilman.grande@med.uni-
heidelberg.de
11 Psychosomatik

Stationen / Standort Neuenheim         Psychosomatische Medizin (PSM)
                                       Oberarzt: Prof. Dr. med. Henning
Station Siebeck                        Schauenburg
Oberarzt: Privatdozent Dr. med.        Tel.: 06221 / 56-5865
Alexander Bauer                        Email: Henning.Schauenburg@med.
Tel.: 06221 / 56-38672                 uni-heidelberg.de
Email: alexander.bauer@med.uni-        Stationsleitung: Monika Trampert
heidelberg.de                          Tel. 06221/56-5877
Stationsleitung:                       Email: monika.trampert@med.uni-
Gabi Füchte-Mazarekic                  heidelberg.de
Tel. 06221/56-39012
Email: gabriele.fuechte-mazarekic@
med.uni-heidelberg.de                  Tagesklinik / Bergheim

                                       Oberarzt: Dr. med. Hans-Christoph
Station von Weizsäcker                 Friedrich
Oberarzt: Privatdozent Dr. med.        Tel.: 06221/ 56-5868
Robert Ehehalt                         Email: hans-christoph.friedrich@med.
Tel.: 06221 / 56-38746                 uni-heidelberg.de
Email: robert.ehehalt@med.uni-
heidelberg.de
Stationsleitung:                       Ambulanzen / Standort Neuenheim
Gabi Füchte-Mazarekic
Tel. 06221/56-39012                    Allgemein-internistische Ambulanz
Email: gabriele.fuechte-mazarekic@     Leiter: Dr. med. Dipl.-Psych.
med.uni-heidelberg.de                  Michael Schwab
                                       Tel.: 06221 / 56-8738
                                       Email: michael.schwab@med.uni-
Stationen / Standort Bergheim          heidelberg.de

Allgemeine Klinische Medizin (AKM)     Psychosomatisch-psychothera-
Oberarzt: Dr. med. Hans-Christoph      peutische Ambulanz
Friedrich                              Leiter: Oberarzt Dr. med.
Tel.: 06221/ 56-5868                   Bernhard Hain
Email: hans-christoph.Friedrich@med.   Tel.: 06221 / 56-8999
uni-heidelberg.de                      Email: bernhard.hain@med.uni-
Stationsleitung: Angelika Galm         heidelberg.de
Tel. 06221/56-8892
Email: angelika.galm@med.uni-
heidelberg.de
12 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Rheuma- und Schmerzambulanz          Pflegedienstleitung /
Leiter: Oberarzt Prof. Dr. med.      Standort Bergheim
Wolfgang Eich
Tel.: 06221 / 56-8668                Ronald Eichstaedter
Email: wolfgang.eich@med.uni-        Pflegedienstleitung
heidelberg.de                        Psychosoziales Zentrum
                                     Voßstraße 4
Psychokardiologische Ambulanz        Tel. 06221 / 56-2752
Leiterin: Oberärztin Dr. med.        Email: ronald.eichstaedter@uni-
Jana Jünger                          heidelberg.de
Tel.: 06221 / 56-8657
Email: jana.juenger@med.uni-
heidelberg.de                        Bibliothek in der
                                     Psychosomatischen Klinik

Ambulanz / Standort Bergheim         Uta Struck
                                     Thibautstraße 2
Psychosomatisch-psychothera-         Tel. 06221 / 56-5884
peutische Ambulanz                   Email: uta.struck@med.uni-
Leiter: Dr. phil. Tilman Grande      heidelberg.de
Tel.: 06221 / 56-5876
Email: tilman.grande@med.uni-
heidelberg.de

Pflegedienstleitung /
Standort Neuenheim

Isolde Betke
Pflegedienstleitung
Medizinische Klinik
Im Neuenheimer Feld 410
Tel. 06221 / 56-8625
Email: isolde.betke@med.uni-
heidelberg.de
13 Psychosomatik

Die Abteilung
Das Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM)

Am Universitätsklinikum Heidelberg        Großes Beratungs- und
wurde im Januar 2005 das „Zentrum         Behandlungsangebot
für Psychosoziale Medizin“ (ZPM) un-
ter Zusammenschluss der folgenden         Das Zentrum versorgt alle Patienten
Kliniken und Institute gebildet:          des Universitätsklinikums, die an
                                          psychischen oder psychosoma-
• Klinik für Allgemeine Psychiatrie       tischen Erkrankungen leiden. Dabei
  (Prof. Dr. Christoph Mundt)             wird eine Vernetzung der verschie-
• Klinik für Psychosomatische und         denen Angebote der Kliniken und
  Allgemeine Klinische Medizin            Institute angestrebt, so dass den
  (Prof. Dr. Wolfgang Herzog)             Patienten eine große Variationsbrei-
• Klinik für Kinder- und Jugend-          te ambulanter, teilstationärer und
  psychiatrie (Prof. Dr. Franz Resch)     stationärer Behandlungs- und Bera-
• Institut für Medizinische Psychologie   tungsangebote im psychosozialen
  (Prof. Dr. Rolf Verres)                 Bereich zugänglich gemacht wird. Die
• Institut für Psychosomatische           Patienten profitieren von der engeren
  Kooperationsforschung und               Zusammenarbeit der verschiedenen
  Familientherapie                        Spezialisten der Kliniken und Institu-
  (Prof. Dr. Manfred Cierpka)             te, die sich z.B. in gemeinsamen Fall-
14 UniversitätsKlinikum Heidelberg

seminaren und Fortbildungen über        Ziel: Interdisziplinäre Forschung
Diagnostik- und Behandlungsverfah-
ren austauschen.                        Das Zentrum zeichnet sich durch ge-
                                        meinsame Forschungsschwerpunkte
Versorgungslücken werden                aus, wie z.B. die Psychotherapiefor-
geschlossen                             schung und die Erforschung des
                                        Wechselspiels zwischen psychischen
Im Frühbehandlungszentrum für junge     und körperlichen Erkrankungen. Ab-
Menschen in Krisen werden Patienten     teilungsübergreifende Projekte befas-
im Alter von 12 bis 28 Jahren gemein-   sen sich z.B. mit der Erforschung der
sam von Kinder- und Jugendpsychi-       für die einzelnen Lebensphasen des
atern und Erwachsenen-Psychiatern       Menschen wesentlichen psychosozi-
behandelt. Die Säuglings-Sprechstun-    alen Aspekte, mit der Emotions- und
de wird gemeinsam von der Klinik        Schmerzforschung, mit der Präven-
für Kinder- und Jugendpsychiatrie,      tionsforschung sowie mit der Erfor-
dem Institut für Psychosomatische       schung des subjektiven Erlebens von
Kooperationsforschung und Famili-       Krankheit.
entherapie und der Neonatalogie der
Kinderklinik - das ist die Neugebore-   Im Zentrum für Psychosoziale Medizin
nenmedizin - angeboten. Diese ersten    sind ca. 450 Mitarbeiter tätig; jährlich
Kooperationsprojekte schließen bis-     werden ca. 2.000 Patienten stationär
herige Versorgungslücken.               betreut. Dazu kommen rund 12.000
                                        teilstationäre Patientenaufenthalte
                                        sowie ca. 19.000 Ambulanzbesuche.
15 Psychosomatik

Die Abteilung
Ambulante Behandlungsangebote und Gruppentreffen

Biofeedback-Training                    fällen in unserer Klinik angeboten. Wir
                                        verfügen jedoch über eine wöchent-
In der Psychosomatischen Ambulanz       lich aktualisierte Liste freier Therapie-
besteht die Möglichkeit, an drei bis    plätze niedergelassener Psychothera-
fünf aufeinanderfolgenden Terminen      peuten und sind bei der Vermittlung
die Biofeedback-Methode kennen zu       gern behilflich.
lernen (siehe Kapitel „Entspannungs-
methoden“, S. 49). Eine Vorbespre-      Psychosomatische Institutsambulanz
chung und anschließende Nachbe-
sprechung ist erwünscht.                Diese Ambulanz ist in den beiden
                                        Psychosomatischen Ambulanzen am
Ambulante Kurzzeittherapie              Standort Neuenheim und am Stand-
                                        ort Bergheim untergebracht. Hier
Diese Therapie ist für Patienten ge-    können Patienten psychosomatisch-
eignet, denen schon in wenigen, ma-     psychotherapeutisch behandelt
ximal fünf, psychotherapeutischen       werden, die bei chronischem oder
Sitzungen geholfen werden kann. Aus     kompliziertem Krankheitsverlauf über
Kapazitätsgründen wird eine ambu-       einen längeren Zeitraum hinweg in
lante Kurzzeittherapie nur in Einzel-   größeren Abständen Betreuung be-
16 UniversitätsKlinikum Heidelberg

nötigen, aber nicht in eine ambulante     Sozialarbeiterin geleitet. Verschiedene
Psychotherapie eingebunden werden         Referenten, wie z. B. Chirurgen, Kardio-
müssen. Auch hier ist eine sozialme-      logen und Psychologen, vermitteln den
dizinische Betreuung integriert (siehe    Patienten wissenswerte medizinische
Kapitel „Sozialberatung“, S. 53).         Informationen. Darüber hinaus haben
                                          die Patienten Gelegenheit, sich mit
Die „Gruppe 40+“                          anderen Betroffenen auszutauschen,
                                          was viele als wohltuend empfinden.
Die „Gruppe 40+“ wendet sich an Pati-     Die Gruppe trifft sich monatlich in der
enten in der zweiten Lebenshälfte, die    Psychosomatischen Ambulanz der
sich durch ihre Krankheit sehr belastet   Medizinischen Klinik.
fühlen und von der Möglichkeit des
Austauschs in einer Gruppe mit ähnlich    Die Nachbetreuungsgruppe der
Betroffenen profitieren können. Neben     Station AKM
Gesprächen über die Krankheitsbe-
wältigung, das Älterwerden, die Beren-    Nach der Entlassung bietet das Team
tung, den Auszug der Kinder oder die      der Station „Allgemeine Klinische Me-
Krankheit eines Nahestehenden wird        dizin“ (AKM) Patienten die Möglichkeit,
auch das Erlernen von Entspannungs-       sich der von einem Psychotherapeuten
methoden angeboten. Die Gruppe wird       geleiteten Nachbetreuungsgruppe an-
von einer ärztlichen Psychotherapeutin    zuschließen, die sich einmal wöchent-
und einer psychotherapeutisch qua-        lich im Gruppenraum der Station trifft.
lifizierten Sozialpädagogin geleitet      Auch eine sozialmedizinische Betreu-
und findet zweimal jährlich an jeweils    ung ist integriert (siehe Kapitel „Sozial-
zwölf Montagnachmittagen in der Psy-      beratung“, S. 53). Dieses Angebot dient
chosomatischen Ambulanz der Medi-         der Überleitung von der stationären
zinischen Klinik statt. Häufig treffen    Behandlung zur ambulanten hausärzt-
sich die Gruppenmitglieder danach in      lichen oder psychotherapeutischen
Eigeninitiative weiter.                   Betreuung. Es werden den Patienten
                                          Anregungen gegeben, wie das statio-
Die „HTX-Gruppe“                          när Erfahrene in den Alltag integriert
                                          werden kann.
Die sogenannte „HTX-Gruppe“ (HTX
steht für Herztransplantation) wen-
det sich an Patienten und ihre Ange-
hörigen, bei denen eine Herztrans-
plantation angezeigt ist oder bereits
durchgeführt wurde. Die Gruppe wird
von einer erfahrenen Ärztin und einer
17 Psychosomatik

Die Abteilung
Die Tagesklinik: Teilstationäre Behandlungsangebote

Im tagesklinischen Angebot werden        die als schwierig und belastend er-
bis zu dreizehn Patienten werktags von   lebt werden und die Beschwerden mit
8.00 bis 16.00 Uhr aufgenommen. Es       verursachen. Es gibt eine breite Pa-
stehen Aufenthaltsräume, ein Gruppen-    lette von Behandlungsangeboten wie
raum, ein Ruheraum und eine Küche        Kunst- und Gestaltungstherapie, Mu-
zur Verfügung. Abends und an den Wo-     siktherapie und konzentrative Bewe-
chenenden sind die Patienten Zuhause     gungstherapie, die die Patienten zur
im vertrauten häuslichen Umfeld.         therapeutischen Mitarbeit motivieren
                                         sollen. Durch dieses umfassende Be-
Therapie mit Familienleben verbinden     handlungskonzept öffnen sich Zugän-
                                         ge zum eigenen inneren Erleben. Pa-
In der Tagesklinik wird das gesamte      tienten lernen unter therapeutischer
Spektrum der psychosomatisch-psy-        Anleitung, ihre inneren Konflikte, ihre
chotherapeutischen Medizin behan-        beruflichen und privaten Probleme zu
delt: organische Erkrankungen mit        realisieren und aufzuarbeiten.
psychischer Beteiligung, Essstörun-
gen, Ängste, Depressionen und so-        Schnelle Rückkehr in den Beruf
matoforme Erkrankungen – das sind        erwünscht
körperliche Beschwerden ohne orga-
nische Ursachen.Da Therapieangebot       Ein weiterer Schwerpunkt ist die so-
und Alltags- bzw. Familienleben eng      zialtherapeutische Begleitung der
verbunden bleiben, können soziale        Patienten (siehe Kapitel „Sozialbera-
und familiäre Aspekte aus dem Leben      tung“, S. 53). Arbeitsversuche ermög-
der Patienten verstärkt in die Thera-    lichen eine langsame und begleitete
pie mit einbezogen und aufgearbeitet     Rückkehr in den Beruf. Es besteht
werden.                                  auch die Möglichkeit eines Übergangs
                                         von einer vollstationären Therapie in
Den Alltag bewältigen lernen             die tagesklinische Behandlung.

Das tagesklinische Angebot beinhaltet
eine intensive Gruppen- und Einzel-
therapie, wobei auch verhaltens- und
familientherapeutische Methoden
angewendet werden. Den Patienten
werden Maßnahmen zur Konfliktlö-
sung, Stressbewältigung und Entspan-
nung vermittelt. Schritt für Schritt
erlernen sie, Alltagssituationen in
Beruf und Privatleben zu bewältigen,
18 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Die Abteilung
Die Stationen: Behandlungsschwerpunkte und therapeutische
Prinzipien

Die Klinik für Psychosomatische und    Schwerpunkt Innere Medizin:
Allgemeine Klinische Medizin bietet    Stationen Siebeck und von Weizsäcker
das deutschlandweit breiteste Be-
handlungsangebot für psychische        Die Station Siebeck steht überwie-
Störungen an. Sie verfügt über vier    gend für Herz-Patienten zur Verfügung
Stationen: die im Schwerpunkt in-      und wird von einem kardiologischen
ternistisch ausgerichteten Stationen   und von einem psychosomatischen
Siebeck und von Weizsäcker der         Oberarzt betreut. Die Station von
Medizinischen Klinik (Krehl-Klinik)    Weizsäcker ist u. a. auf Magen-Darm-
im Stadtteil Neuenheim und die im      Krankheiten (Gastroenterologie) sowie
Schwerpunkt psychotherapeutisch        Essstörungen jeder Art spezialisiert.
ausgerichteten Stationen Psychoso-     Hier sind ein gastroenterologischer
matische Medizin (PSM) und Allgemei-   und ein psychosomatsicher Oberarzt
ne Klinische Medizin (AKM) im Stadt-   tätig.
teil Bergheim.
19 Psychosomatik

Schwerpunkt Psychosomatik:                enten gleich nach der Aufnahme ein
Stationen AKM und PSM                     ausführliches Gespräch über seine
                                          Beschwerden und seine persönliche
Auf den Stationen AKM und PSM wer-        Befindlichkeit geführt – auf Wunsch
den Patienten behandelt, die an psy-      auch gern in Anwesenheit des Part-
chosomatischen Krankheitsbildern          ners oder der Familie des Patienten.
aller Art leiden. Die Station PSM ist     Hier werden die Behandlungsschwer-
darüber hinaus auf die Behandlung         punkte festgelegt.
von Patienten spezialisiert, die an
einem Trauma leiden - das ist ein see-    Fragebogen für Patienten
lischer Schock infolge erschütternder
Erlebnisse, beispielsweise im Zusam-      Bei der Einschätzung des individuellen
menhang mit Unfällen oder Gewaltver-      Krankheitsbildes hilft ein Fragebogen,
brechen (siehe Kapitel „Psychisches       den alle Patienten zu Beginn der Be-
Trauma“, S. 32).                          handlung ausfüllen.

Beide Stationen werden von einem          Die Krankengeschichte jedes Pati-
psychotherapeutischen Oberarzt be-        enten wird während der wöchentlich
treut. Es besteht die Möglichkeit der     stattfindenden Indikationskonfe-
Behandlung innerhalb einer therapeu-      renzen im Ärzte-Team besprochen. Auf
tischen Gemeinschaft mit anderen Pa-      allen Stationen ist mehrmals wöchent-
tienten, die oftmals als sehr hilfreich   lich Stationsarzt-Visite, einmal wö-
erlebt wird (siehe Kapitel „Gruppen-      chentlich Oberarzt-Visite und einmal
therapie“, S. 45).                        monatlich Chefarzt-Visite.

Stets im Fokus: Körper und Seele

Das ärztliche Vorgehen entspricht
dem so genannten Prinzip der Simulta-
nität (Gleichzeitigkeit). Das bedeutet,
dass sich die ärztliche Aufmerksam-
keit stets sowohl auf die körperlichen
Beschwerden richtet, als auch auf die
psychischen und sozialen Aspekte im
Leben eines Patienten, die die Krank-
heit möglicherweise mit verursachen.
Diese Vorgehensweise zeichnet die
Behandlung in Heidelberg aus.
Neben einer gründlichen körperlichen
Untersuchung wird mit jedem Pati-
20 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Die Abteilung
Forschung

Auch auf dem Gebiet der Forschung ist   • Operationalisierte Psychodyna-
die Klinik für Psychosomatische und       mische Diagnostik (Diagnostik
Allgemeine Klinische Medizin inter-       komplexer Persönlichkeitsmerk-
national richtungweisend. Die Kapitel     male, die eine individuelle Therapie
der vorliegenden Broschüre geben          ermöglicht)
einen umfassenden Überblick über
unser breites Forschungsspektrum.       Patienten, die in unserer Klinik be-
Ganz besonders hervorzuheben sind       handelt werden, können – wenn sie
folgende Spezialgebiete                 es wünschen – an Forschungsstudien
                                        teilnehmen, in denen neue, erfolg-
• alle Formen von Essstörungen          reiche Verfahren zum Einsatz kom-
• Herz und Psyche                       men. Dies wird von vielen Betroffenen
• Traumatologie (Erforschung            als bereichernde Erfahrung erlebt.
  seelischer Schockzustände)
• Partizipative Entscheidungsfindung
  (Einbeziehung von Patienten in
  Entscheidungsprozesse bei der
  Behandlung)
21 Psychosomatik

Die Abteilung
Die Ausbildung unserer Medizinstudenten

Seit dem Wintersemester 2001/2002          in der traditionellen Medizinerausbil-
werden Medizinstudenten in Heidel-         dung so gut wie keine Rolle. Im medi-
berg in einem neuen, praxisorien-          zinischen Alltag jedoch gewinnt eine
tierten Studiengang ausgebildet. Das       einfühlsame Gesprächsführung immer
Heidelberger Curriculum Medicinale         mehr an Bedeutung. Immer wieder
(HEICUMED) steht für den innovativen       werden Mediziner mit solchen Fragen
Ansatz, Studenten während ihrer kli-       konfrontiert: Worauf kommt es an,
nischen Semester auf ihre Arbeit als       wenn man einen unheilbar Kranken
Ärzte vorzubereiten: Abstraktes Aus-       aufklären muss? Wie verständigt man
wendiglernen wird durch praxisnahes        sich mit einer Patientin, die kein Wort
und interdisziplinäres Arbeiten ersetzt.   Deutsch spricht? Wie erreicht man
                                           Patienten, die ihre Erkrankung nicht
Praxisnähe statt grauer Theorie            wahrhaben wollen?

Die künftigen Mediziner erwerben ihr       Schauspieler-Patienten als
Wissen mehr als früher im praktischen      Übungsobjekte
Umgang mit dem Patienten, anstatt ihr
durch Vorlesungen und Bücher ange-         Durch Medi-KIT haben Studenten die
eignetes Faktenwissen auf den Kran-        Möglichkeit, ihre Kommunikationsfä-
ken zu übertragen. Auf diese Weise         higkeit im Gespräch mit Schauspielern
machen sie sich direkter mit dem Alltag    zu verbessern, die die Rolle der Pati-
eines klinisch tätigen Arztes vertraut,    enten spielen. Die Gespräche werden
der von Symptomen auf die zugrunde         per Video aufgezeichnet, so dass die
liegende Krankheit schließt. Die Abtei-    Studenten ihr eigenes Kommunikati-
lung Psychosomatische und Allgemei-        onsverhalten beobachten, aus ihren
ne Klinische Medizin bietet außerdem       Fehlern lernen und für den Einsatz am
intensive Blockpraktika für Medizin-       Patienten besser vorbereitet werden
studenten an und betreut Famulanten,       können. Gleichzeitig ist das Kommuni-
Doktoranden und Ärzte in ihrem so          kationstraining eine Diagnostikschu-
genannten „Praktischen Jahr“.              lung, da die Schauspieler-Patienten
                                           wichtige Krankheiten simulieren. So
Ausbildungsziel: Einfühlsamer              lernen die Studenten typische Be-
Patientenumgang                            schwerdebilder aus der Inneren Medi-
                                           zin ganz praxisnah kennen.
In unserer Abteilung wurde außerdem
das Medi-KIT, ein Kommunikations-
und Interaktionstraining entwickelt.
Kommunikationsfähigkeit und ein sen-
sibler Umgang mit Patienten spielten
22 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Die Abteilung
Kontaktstellen für Terminvereinbarungen,
stationäre Aufnahmen und Notfälle

Wie bekommt man einen                      Was tun in Notfällen?
Untersuchungstermin?
                                           Außerhalb der üblichen Arbeitszeiten
Die zentrale Anlaufstelle der Klinik für   steht für Sie in Notfällen und dring-
Psychosomatische und Allgemeine            lichen Situationen in der Notambulanz
Klinische Medizin ist die Leitstelle am    der Medizinischen Klinik (Krehl-Kli-
Standort Neuenheim. Hier werden Ter-       nik), Neuenheim, ein Psychosoma-
mine vergeben                              tischer Rufbereitschaftsdienst zur
• für die Psychosomatischen                Verfügung:
  Ambulanzen in Neuenheim und
  in Bergheim                              Psychosomatische Notambulanz der
• für die Rheuma- und                      Medizinischen Klinik:
  Schmerzambulanz                          Tel. 06221 / 56 87 82
• für die Allgemeine Ambulanz              Dienstarzt (mobil): 0151 / 167 594 23
• für die Kreislauffunktionsunter-         Oberarzt (mobil): 0151 / 145 112 74
  suchung in Neuenheim.                    Montag bis Freitag:
                                           16.30 Uhr bis 8.00 Uhr und
Die Leitstelle ist jeden Tag telefonisch   an den Wochenenden
erreichbar:
                                           Wie wird man stationär
Leitstelle Neuenheim:                      aufgenommen?
Tel. 0 62 21 / 56 87 74
Montag bis Donnerstag:                     Meist werden die Patienten von einer
8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und                 der Ambulanzen zur stationären Dia-
13.00 Uhr bis 15.30 Uhr                    gnostik und Behandlungseinleitung
Freitag:                                   in die Klinik überwiesen, in Notfällen
8.00 Uhr bis 12.30 Uhr.                    auch über die Notambulanz der Medi-
                                           zinischen Klinik. In besonderen Fällen
                                           kann der Hausarzt in einem Telefonat
                                           mit dem zuständigem Oberarzt der
                                           Klinik um eine sofortige stationäre
                                           Aufnahme bitten.
23 Psychosomatik

Behandlungsschwerpunkte
Depressionen

Depressionen sind die häufigste psy-
chische Störung. Zu ihren wichtigsten
Symptomen gehören:

Verändertes Erleben                     Körperliche Beschwerden
• Niedergeschlagenheit, Hilflosigkeit   • Schnelle Ermüdung
• Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden     • Schlaflosigkeit, Früherwachen
                                        • Appetitverlust (oder –steigerung)
Verändertes Verhalten                   • Konzentrationsstörungen
• Vermeidung sozialer Kontakte          • Kopfschmerzen, Verdauungs-
• Verlust sexuellen Interesses            beschwerden u.a.
• Reizbarkeit
• Selbstzweifel, lebensmüde
  Gedanken
• Antriebsmangel, Arbeitsunfähigkeit
24 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Familiäre Häufung                       Gute Heilungschancen

Die Ursachen depressiver Erkran-        Mindestens 70 Prozent der Patienten
kungen sind vielfältig. Gelegentlich    mit Depressionen kann durch eine
können körperliche Erkrankungen,        Psychotherapie geholfen werden.
z.B. hormonelle Störungen oder Herz-    Auch die unterstützende Gabe von
erkrankungen, für eine Depression       antidepressiven Medikamenten kann
verantwortlich sein, manchmal auch      sinnvoll sein. In Heidelberg gibt es
die Einnahme von Medikamenten.          verschiedene Möglichkeiten, depres-
Meist finden sich aber die Gründe in    siven Menschen zu helfen. In den
der Lebenssituation und -geschichte     Ambulanzen wird durch Gespräche
der Betroffenen. Depressionen kom-      geklärt, welche Behandlung die rich-
men familiär gehäuft vor. Es scheinen   tige ist. Patienten, die eine ambulante
sowohl erblich bedingte Faktoren eine   Therapie machen möchten, werden
Rolle zu spielen, als auch die „Wei-    bei der Suche nach einem geeigneten
tergabe“ bestimmter „depressiver        Therapieplatz unterstützt. Patienten
Lebensweisen“ von den Eltern an die     mit einer schweren Depression kön-
Kinder. Diese Menschen entwickeln in    nen stationär aufgenommen werden.
belastenden Lebenssituationen (Tod
von Angehörigen, schwere Erkran-        Behandlung auf allen Stationen
kung, Partnerkonflikte, Trennungen,
Arbeitsplatzverlust, etc.) häufiger     Eine Therapie auf den beiden Stati-
Depressionen.                           onen mit internistischer Ausrichtung
                                        bietet sich an, wenn die Depression
                                        zusammen mit einer schweren kör-
                                        perlichen Erkrankung auftritt (z.B.
                                        Herz- oder Krebserkrankungen) oder
                                        wenn sie mit unklaren körperlichen
                                        Beschwerden einhergeht, deren Ursa-
                                        chen diagnostisch abgeklärt werden
                                        müssen. Bei Depressionen in Zusam-
                                        menhang mit lange bestehenden
                                        Persönlichkeitsproblemen, Schwierig-
                                        keiten bei Sozialkontakten oder auch
                                        traumatischen Erlebnissen, kommt
                                        eine Aufnahme auf einer der beiden
                                        Psychotherapiestationen in Frage.
25 Psychosomatik

Behandlungsschwerpunkte
Angststörungen

Das Gefühl der Angst ist bei einer       bestimmten Situationen oder beim
Angststörung so übersteigert, dass       Kontakt mit bestimmten Objekten
sich seine Intensität, Dauer und Häu-    auftreten. Das sind die so genannten
figkeit durch die aktuelle Situation     Phobien.
und die Lebensumstände des Betrof-
fenen nicht erklären lassen. Besteht     Die häufigsten sind:
eine Angststörung über längere Zeit,     • die Platzangst, z.B. in engen
werden die subjektiv als bedrohlich        Räumen, in Menschenmengen,
erlebten Situationen zunehmend ge-         auf großen Plätzen (Agoraphobie)
mieden, wodurch sie in der Vorstel-      • die Angst vor zwischenmensch-
lung des Patienten jedoch fatalerwei-      lichen Kontakten (Soziale Phobie)
se immer beängstigender werden.          • die Höhenangst (Akrophobie)
Es gibt viele Formen von Angst           • die Angst vor Tieren, z.B. Spinnen,
Rund ein Viertel aller Menschen leidet     Schlangen (Zoophobie)
mindestens einmal im Leben unter
einer Angststörung. Frauen sind häu-
figer betroffen als Männer. Es gibt so
genannte gerichtete Ängste, die in
26 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Demgegenüber stehen die so genann-       Therapie: Konfrontation mit der Angst
ten ungerichteten Ängste, die keinen
spezifischen Auslöser haben.             Zunächst ist es wichtig, die Gründe
                                         der Angststörung zu verstehen. Mei-
Hierzu gehören:                          stens ist es erforderlich, dass der
• die Panikstörung (plötzliche           Patient unter therapeutischer Anlei-
  Angstanfälle, oft verbunden mit        tung mit der ängstigenden Situation
  Schwitzen, Zittern, Herzrasen)         konfrontiert wird. Das mindert deren
• die generalisierte Angststörung        bedrohliche Qualität. Für andere Pati-
  (dauerhafte Ängstlichkeit und          enten ist es am wichtigsten, bei ihrem
  Besorgtheit in allen Lebens-           Therapeuten etwas von jener Sicher-
  bereichen).                            heit und Verlässlichkeit zu erleben,
                                         die sie in ihrem Leben bislang ver-
Die Ursachen sind vielfältig             misst haben. Entspannungstechniken
                                         wie Autogenes Training, Progressive
Oft leiden jene Menschen unter Ängs-     Muskelentspannung oder Biofeedback
ten, die in ihrer Entwicklung wenig      (siehe Kapitel „Entspannungsmetho-
Halt und Sicherheit erlebt haben und     den“, S. 49) sind oft ergänzend als
deshalb schneller als andere unsicher    Mittel der Selbstberuhigung hilfreich.
werden. Bei manchen Patienten sind       Auch der unterstützende Einsatz von
es Gefühle oder Wünsche, die als         Medikamenten kann sinnvoll sein.
bedrohlich erlebt werden. In anderen
Fällen sind real bedrohliche Situati-
onen mit eigentlich bedeutungslosen
Signalen so verkoppelt, dass diese
schon alleine Angst auslösen. Schließ-
lich können auch so genannte „katas-
trophisierende“ Gedankengänge dazu
führen, dass harmlose Signale zu
Angstauslösern werden.
27 Psychosomatik

Behandlungsschwerpunkte
Körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen

In Deutschland leiden etwa zwölf        zwischen den körperlichen Beschwer-
Prozent der Bevölkerung unter körper-   den und den seelischen Vorgängen
lichen Beschwerden, für die gar keine   herzustellen.
oder eine nicht ausreichende orga-
nische Erklärung gefunden werden        Krankheitsentstehung teilweise
kann. Solche Beschwerden werden         geklärt
medizinisch als „somatoforme und
funktionelle Störungen“ bezeichnet.     Auch wenn bisher noch nicht alle Ge-
Meistens handelt es sich dabei um       sichtspunkte der Schmerzstörung
chronische Schmerzen. Alle Organ-       erforscht sind, konnten Risikofaktoren
systeme können betroffen sein, zu       und bedeutende Entstehungsmecha-
den häufigsten Krankheitssymptomen      nismen dieser Erkrankung identifiziert
gehören:                                werden, darunter z.B. Veränderungen
                                        in der Muskelspannung und bei be-
•   Brustschmerzen                      stimmten Stoffwechselvorgängen im
•   Bauchschmerzen, Unruhe im Bauch     Gehirn. Auch traumatisierende Erfah-
•   Atembeschwerden                     rungen – das sind seelisch schockie-
•   Herzklopfen                         rende Erlebnisse – und erbliche Fak-
•   Hitzewallungen, Schweißausbrüche    toren werden als Ursache vermutet.
•   Mundtrockenheit                     Oft werden auch geringe Missemp-
•   Erröten                             findungen vom Patienten übermäßig
•   allgemeines Krankheitsgefühl        wahrgenommen und als bedrohliche
                                        Krankheitszeichen interpretiert.
Die Seele ist Mitverursacher
                                        Wichtig: Geduld und Zeit
Es ist eindeutig belegt, dass die
körperlichen Symptome einer soma-       Die Behandlung besteht aus einer
toformen Störung durch seelische        Kombination von körperbezogen Me-
Vorgänge mit verursacht werden.         thoden wie Krankengymnastik und
Dennoch gibt es keinen Zweifel dar-     verschiedenen Entspannungsverfah-
an, dass die Schmerzen echt und         ren (Autogenes Training, Progressive
nicht eingebildet sind und zu erheb-    Muskelentspannung nach Jacobson,
lichen Einschränkungen und Leiden       Biofeedback). Begleitend wird eine
der Patienten führen. Daher müssen      Psychotherapie durchgeführt. Geduld
diese Beschwerden genauso ernst         und Zeit sind Grundvoraussetzungen
genommen werden wie körperlich          für eine erfolgreiche Behandlung.
verursachte Krankheitszeichen. Es ist   Medikamente können die Therapie
eine große Herausforderung für alle     unterstützen.
Beteiligten, einen Zusammenhang
28 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Behandlungsschwerpunkte
Essstörungen

Die Therapie von Essstörungen gehört      Essbrechsüchtigen zu gefährlichen
zu den wichtigsten Behandlungs-           Herzrhythmusstörungen kommen.
schwerpunkten in Heidelberg. Hierzu
gehören:                                  • Esssucht (Binge Eating Disorder)
                                          Ca. zwei Prozent der Bevölkerung ist
• Magersucht (Anorexie)                   an Esssucht erkrankt. Die Patienten
Ca. zwei Prozent der Bevölkerung          leiden unter Essattacken, verzichten
leidet an Magersucht, fast ausschließ-    aber auf die drastischen Maßnahmen
lich junge Mädchen. Geprägt durch         zur Gewichtsreduktion. 30 bis 40 Pro-
falsche Schönheitsideale und eine ge-     zent von ihnen sind übergewichtig.
störte Selbstwahrnehmung des eige-
nen Körpers entwickeln sie panische       • Fettleibigkeit (Adipositas)
Angst vor einer Gewichtszunahme.          Ca. 20 Prozent der Bevölkerung ist
Durch Hungern, selbst ausgelöstes         stark übergewichtig und gilt als adi-
Erbrechen, exzessive sportliche Akti-     pös. Bei diesen Patienten ist der
vitäten und Medikamentenmissbrauch        Anteil an Fettgewebe im Körper dras-
(Abführmittel, Appetitzügler) verlieren   tisch erhöht, fast immer als Folge
sie stetig an Körpergewicht. Unterer-     falscher Ernährungsgewohnheiten.
nährung und der Mangel an lebens-         Fünf Prozent dieser Menschen sind
wichtigen Mineralstoffen führt zur        esssüchtig. Übergewichtige haben ein
Schädigung innerer Organe, zur Re-        extrem hohes Risiko, Diabetes, Herz-
duktion der Knochendichte und zum         Kreislauf- und Gelenkerkrankungen zu
Abbau von Muskelmasse. Dies kann          entwickeln.
auch lebensgefährliche Störungen der
Herzfunktion zur Folge haben.             Heidelberger Behandlungskonzept

• Essbrechsucht (Bulimie)                 Das in Heidelberg etablierte Stufen-
Ca. zwei bis vier Prozent der Bevöl-      konzept der Therapie erlaubt es, alle
kerung ist essbrechsüchtig. Bulimie-      Schweregrade dieser Erkrankungen
Kranke, meist normalgewichtige junge      zu therapieren. Extrem untergewich-
Frauen, leiden unter Essattacken und      tige oder übergewichtige Patienten
versuchen, durch anschließendes           werden den internistischen Stationen
Erbrechen eine Gewichtszunahme            zugewiesen und können notfalls auch
zu verhindern. Die ätzende Magen-         intensivmedizinisch betreut werden.
säure verursacht Schleimhautent-          Nach Stabilisierung des Gesundheits-
zündungen der Speiseröhre und des         zustands wechseln die Patienten auf
Magens sowie Zahnschmelzdefekte.          die Psychotherapie-Station der Klinik
Entsteht ein Mangel an lebenswich-        oder in die Tagesklinik.
tigen Mineralstoffen, kann es auch bei
29 Psychosomatik
30 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Behandlungsschwerpunkte
Herzprobleme

Das Herz steht im Zentrum vieler       Körperliche oder seelische Ursachen?
Erkrankungen. Zu den vielfältigen
Symptomen, die Herzpatienten oft als   All diese Symptome können auf eine
außerordentlich beängstigend empfin-   ernsthafte organische Herzerkrankung
den, gehören:                          hindeuten. Sie können aber auch rein
                                       seelische Ursachen haben und die
• Brustschmerzen,                      Folge von Alltagsbelastungen, Sorgen
  Stechen in der Brust                 oder Depressionen sein. Verbergen sich
• Herzstolpern                         Ängste oder seelische Konflikte hinter
• Herzrasen                            den Herzbeschwerden, spricht man von
• Schwächegefühl                       einer „Herzneurose“. Diese Patienten
• Atemnot, Kurzatmigkeit               leben in der exzessiven Angst, dass ihr
                                       Herz aufhört zu schlagen. Durch thera-
                                       peutische Gespräche, das Erlernen von
                                       Entspannungstechniken und Stressma-
                                       nagement sowie eine Veränderung der
                                       Lebensführung, lässt sich eine seelisch
                                       bedingte Herzsymptomatik lindern oder
                                       sogar beheben.
31 Psychosomatik

Krankes Herz – leidende Seele             die Offenheit und das Verständnis der
                                          Ärzte für die jeweils andere Fachrich-
Herzerkrankungen schränken die            tung ermöglichen es, den betroffenen
körperliche Leistungsfähigkeit stark      Herzpatienten schnell und effektiv
ein. Die körperlichen Beschwerden,        psychologische Hilfe zukommen zu
die krankheitsbedingt notwendige          lassen – ein Modell, das vorbildhaft
Änderung der Lebensführung und die        für Deutschland ist.
ggf. bevorstehende Operation können
seelisch äußerst belastend für den Pa-    Mustergültig: Behandlung von
tienten sein. Ca. 20 Prozent der herz-    Transplantationspatienten
kranken Patienten entwickeln eine
behandlungsbedürftige Depression.         Bundesweit einmalig ist auch die
Zu den seelisch belastenden Krank-        Behandlung der Transplantationspa-
heitsbildern gehören:                     tienten in Heidelberg. Vor der Herz-
                                          verpflanzung beurteilen Ärzte oder
• Verkalkung der Herzkranzgefäße          Psychologen der Klinik für Psychoso-
  (Arteriosklerose) mit Infarktrisiko     matische und Allgemeine Klinische
• Zustand nach Herzinfarkt(en)            Medizin neben der psychischen und
• Herzinsuffizienz (Herzschwäche)         körperlichen Verfassung des Pati-
• Herzrhythmusstörungen                   enten auch seine soziale Situation und
• Leben mit einem Defibrillator           die persönlichen Lebensumstände. So
  (unter das Schlüsselbein implan-        lassen sich frühzeitig Konflikte aufzei-
  tiertes Gerät, das bei Herzstillstand   gen und beheben, die die Patienten
  Stromstöße aussendet)                   belasten und dem Erfolg einer Trans-
• Zustand vor und nach einer              plantation im Wege stehen.
  Operation am offenen Herzen
• Zustand vor und nach einer              Selbsthilfegruppe des Klinikums
  Herztransplantation
                                          Patienten vor und nach einer Herz-
Forschungsschwerpunkt:                    transplantation sowie deren Ange-
Herz und Psyche                           hörige können sich einer Selbsthilfe-
                                          gruppe anschließen, der so genannten
Die Wechselwirkungen zwischen Herz        HTX-Gruppe (siehe Kapitel „Ambu-
und Psyche sind ein Schwerpunkt der       lante Behandlungsangebote und Grup-
Forschung in Heidelberg. Es gibt eine     pentreffen“, S. 15). Sie trifft sich alle
enge Kooperation zwischen der Klinik      zwei Monate in den Räumen der Psy-
für Psychosomatische und Allgemeine       chosomatischen Ambulanz der Medi-
Klinische Medizin und der Abteilung       zinischen Klinik in Heidelberg.
für Kardiologie. Der „kurze Draht“
zwischen den beiden Abteilungen,
32 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Behandlungsschwerpunkte
Psychisches Trauma

Ein psychisches Trauma ist ein star-       Effektiv: die EMDR-Therapie
ker seelischer Schock als Folge grau-
samer, erschütternder Erlebnisse.          Die Sektion Psychotraumatologie
Besonders häufig betroffen sind:           der Klinik für Psychosomatische und
                                           Allgemeine Klinische Medizin bietet
•   Opfer von Kriegserlebnissen            ambulante und stationäre therapeu-
•   gefolterte Menschen                    tische Unterstützung für Opfer von
•   Opfer von Gewaltverbrechen             traumatischen Ereignissen an. Dazu
•   vergewaltigte Frauen                   gehört auch die EMDR-Therapie (Eye
•   Unfallopfer                            Movement Desensitization and Re-
•   Opfer von Naturkatastrophen            processing), die international als
                                           wissenschaftlich geprüfte, effektive
Nach solchen Erlebnissen entwickelt        Therapie eingesetzt wird. Der Patient
etwa jedes vierte Opfer eine psy-          ruft sich das traumatische Ereignis vor
chische Störung, die behandelt wer-        Augen, seine Verarbeitung wird durch
den muss. Insgesamt leidet etwa ein        rhythmische Augenbewegungen oder
Prozent der Bevölkerung an einer chro-     Berührungen gefördert. Dabei werden
nischen Belastungsstörung als Folge        traumähnliche Prozesse in Gang ge-
eines Traumas.                             setzt und die unverbundenen Erinne-
                                           rungsfetzen werden zu ganzheitlicher
Quälende Erinnerungen                      Erinnerung verschmolzen. Zurück
                                           bleibt das Wissen um ein schreckliches
Je stärker die Persönlichkeit und ihre     Ereignis; die Bilder hören jedoch auf zu
sozialen Bindungen angegriffen wird,       kreisen und verlieren ihre Bedrohung.
desto höher die Gefährdung. Kinder
reagieren besonders sensibel auf aus-      Schwerpunkt Forschung
geübte oder angedrohte Gewalt.
Trauma-Opfer werden ihre quälenden         Mitarbeiter der Sektion Psychotrau-
Erinnerungen nicht mehr los: Schon         matologie sind an der Aufarbeitung
geringe Erinnerungsreize lassen das        aktueller Krisen in Deutschland und
Geschehene wie einen Film ablaufen,        anderen Ländern, z.B. Sri Lanka, be-
ohne dass darauf Einfluss genommen         teiligt. Forschungsschwerpunkte sind
werden kann. Viele Betroffene können       die weitere psychische Entwicklung
den Alltag nicht mehr bewältigen, fühlen   von Gewaltopfern sowie der Aufbau
sich von der Realität abgetrennt, ziehen   einer Literaturdatenbank der Psycho-
sich zurück und entwickeln zusätzlich      traumatologie.
andere schwere psychische Störungen.
Gespräche reichen nicht aus, um trau-
matische Ereignisse zu verarbeiten.
33 Psychosomatik
34 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Behandlungsschwerpunkte
Psychische Belastungen bei einer Krebserkrankung

Die Diagnose Krebs ist für die meisten   Symptome der Überbelastung
Patienten und ihre Angehörigen zu-       erkennen
nächst ein schwerer Schock. Die Unsi-
cherheit, wie es weitergehen wird, die   Ca. 25 bis 35 Prozent der Krebspati-
Angst vor Schmerzen, vor belastenden     enten entwickeln eine behandlungs-
Eingriffen und Therapien und die Sor-    bedürftige psychische Symptomatik.
ge um die Zukunft belasten Betroffene    Typische Anzeichen für eine Überfor-
und ihre Angehörigen gleichermaßen.      derung sind:
Es kann im Verlauf einer Krebserkran-
kung Phasen geben, in denen die psy-     •   Ausgeprägte Ängste
chische Belastung so groß wird, dass     •   Depressionen
die eigenen Kräfte des Patienten für     •   Verlust von Lebenssinn und Freude
die Bewältigung nicht ausreichen.        •   Selbstwertverlust
                                         •   Rückzug aus sozialen Beziehungen
                                             und Aktivitäten
35 Psychosomatik

Seelisches Wohlbefinden unterstützt       Breites Angebot für Krebspatienten
Therapieerfolg
                                          Die Psychoonkologische Behandlung
Das psychische Befinden hat nicht         und Begleitung durch die Mitarbeiter
nur einen maßgeblichen Einfluss auf       der Sektion Psychoonkologie bein-
die Lebensqualität, es spielt auch        haltet:
eine wichtige Rolle bei der Verträg-
lichkeit der Behandlungsmaßnahmen.        • Psychosomatische Diagnostik
Aus diesem Grund stehen Patienten         • Kriseninterventionen bei akuten
und Angehörigen kompetente Mitar-           Belastungen (z.B. ausgeprägten
beiter der Sektion Psychoonkologie          Sorgen)
der Klinik für Psychosomatische und       • Unterstützende Begleitung bei der
Allgemeine Klinische Medizin zur Ver-       Bewältigung der Krankheit und
fügung. Sie unterstützen und beraten        ihrer Folgen
die Betroffenen sowohl ambulant als       • Psychotherapeutische Hilfe
auch während des stationären Auf-         • Entspannungsverfahren
enthaltes. Betroffene haben auch die      • Paar- und Familiengespräche
Möglichkeit, sich direkt mit den Mitar-   • Vermittlung von Kontakten zu
beitern der Sektion Psychoonkologie         Selbsthilfegruppen und spezifischen
in Verbindung zu setzen.                    Beratungs- und Psychotherapie-
                                            angeboten in Wohnortnähe

                                          Bei vielen Patienten bessert sich
                                          durch eine psychoonkologische Be-
                                          gleitung das seelische Wohlbefinden,
                                          was den Therapieerfolg unterstützt.
36 UniversitätsKlinikum Heidelberg

Behandlungsschwerpunkte
Rheuma und Psyche

Die Rheuma- und Schmerzambulanz         Zahlreiche, auch internationale For-
der Klinik für Psychosomatische und     schungsprojekte zum Thema Psy-
Allgemeine Klinische Medizin wird pro   chosomatik des Bewegungssystems
Jahr von über 1000 Patienten aufge-     belegen diese Spitzenposition,
sucht. Sie gilt als Spezialkompetenz-   beispielsweise die Beteiligung am
Zentrum für die Diagnostik und Thera-   Kompetenz-Netzwerk „Deutscher
pie von                                 Forschungsverbund Rückenschmerz
                                        (DFRS)“.
• chronischen Schmerzstörungen des
Bewegungsapparates (meist der Ge-       Teufelkreis des Schmerzes
lenke und der Wirbelsäule)
                                        Ständige Schmerzen sind eine große
• Fibromyalgie (nicht-entzündliche      seelische Belastung, die nicht selten
Schmerzstörung, meist der Muskula-      in eine Depression mündet. Die Pati-
tur und Sehnenansätze, mit erhöhter     enten sind verzweifelt und oft voller
Empfindlichkeit bestimmter Schmerz-     Ängste. Diese innere Anspannung
druckpunkte)                            führt zu Verkrampfungen der Musku-
                                        latur und damit fatalerweise zu einer
• entzündlich-rheumatischen Erkran-     weiteren Zunahme des Schmerzes
kungen                                  – ein Teufelskreis entsteht. Auch
                                        aus nicht abgeheilten seelischen
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