Medjugorje - Medjugorje Schweiz, Maria Königin des Friedens
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BE GRÜ SS U N G
Liebe Medjugorje–Freunde
Botschaft vom 25. Mai 2021
Vierzig Jahre! Welch ein Geschenk des Wasser: «Dann führte er mich zum
Himmels; seit vierzig Jahren erscheint Eingang des Tempels zurück, und ich
die Gottesmutter in Medjugorje. sah, wie unter der Tempelschwelle Was-
«Liebe Kinder! Unsere liebe Gospa, die Königin des ser hervorströmte und nach Osten floss.
Friedens, begleitet uns mit ihren Bot- … Dann fragte er mich: Hast du es ge-
Ich schaue euch an und rufe: Kehrt zu schaften schon eine volle Generation sehen Menschensohn? Darauf führte er
lang. Ein wunderbarer Gnadenstrom mich zurück, am Ufer des Flusses ent-
Gott zurück, denn Er ist die Liebe und und ein herrlicher Gnadenort sind lang. Als ich zurückging, sah ich sehr
entstanden. Welch ein viele Bäume. Wohin der Fluss gelangt,
mich hat Er aus Liebe zu euch gesandt, Segen für die Kirche! da werden alle Lebewesen, alles, was sich
regt, leben können, und sehr viele Fische
um euch auf dem Weg der Bekehrung Und wie waren die Tage wird es geben. Weil dieses Wasser dort
in Medjugorje für Dich? hinkommt, werden die Fluten gesund.
zu führen. Lasst die Sünde und das Böse, Ein Benediktiner-Bru- An beiden Ufern des Flusses wachsen
der aus einem Kloster alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub
entscheidet euch für die Heiligkeit, und in der Schweiz gab fol- wird nicht welken, und sie werden nie
gende Antwort auf diese Frage: «Med- ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen
Freude wird herrschen und ihr werdet jugorje, das ist: Kübelweise (chöbel- sie frische Früchte; denn das Wasser des
wiis) Gnaden!» Ich finde das eine der Flusses kommt aus dem Heiligtum» (Ez
meine ausgestreckten Hände in dieser schönsten und einfachsten Antwor- 47,1,6,9+12).
ten. Kübelweise Gnaden… stellen
verlorenen Welt sein. Ich möchte, dass wir uns mal vor, wie viele Kübel voll In diesen vier Jahrzehnten ist Med-
Gnaden da jede Woche vom Himmel jugorje ein wahres Modell der Neu-
ihr Gebet und Hoffnung für jene seid, die über die Pilger ausgegossen werden. evangelisierung geworden. In alle vier
Und erst in einem Jahr… und wie Himmelsrichtungen strömt dieser
den Gott der Liebe nicht kennengelernt viele in diesen vierzig Jahren. Ja, die erfrischende Strom der Gnade durch
kübelweisen Gnaden haben sich in ei- die Hände der Gottesmutter. Papst
haben. nen wunderbaren Gnadenstrom oder Paul VI. bezeichnete Maria zum ers-
Gnadenfluss verwandelt. ten Mal als «Stern der Neuevangeli-
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!» sierung». Zudem ist der Monat Juni,
Im Buch Ezechiel findet sich diese in dem die Erscheinungen begannen,
schöne Stelle vom lebensspendenden als ganzer Monat dem Heiligsten Her-
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zen Jesu geweiht. Die Kirche hat die
obige Stelle von Ezechiel immer mit
man sollte auch die Offenbarung des Jo-
hannes zu Ende lesen – es geht gut aus! Die ersten Tage
dem offenen Herzen Jesu verbunden: Jesus sagt uns: Seht ich mache alles neu.
…denn das Wasser des Flusses kommt (Offb 21,5)» Bericht über die ersten Tage der Erscheinungen der Mutter-
aus dem Heiligtum «seines Herzens». gottes in Medjugorje
Da heisst es in der Präfation: «Aus So preisen wir Gott, unserEN Vater
seiner geöffneten Seite strömen Blut im Himmel, für die Pläne seines Heils In Medjugorje (Čitluk, Bosnien und Armen. Ohne ein Wort zu sagen, gab
und Wasser, aus seinem durchbohrten mit uns Menschen. Er gibt uns nie- Herzegowina) bezeugen sechs glaub- Sie ihnen mit der Hand ein Zeichen,
Herzen entspringen die Sakramen- mals auf und lässt uns nicht im Stich. würdige Zeugen standhaft unter Eid, näher zu kommen. Überrascht und
te der Kirche. Das Herz des Erlösers Welch ein enormes Geschenk, dass dass ihnen seit dem 24. Juni 1981 die erschrocken näherten sich Ihr die
steht offen für alle, damit sie freudig Er die Mutter seines Sohnes schon heilige Jungfrau Maria (oder ,Gospa› Kinder nicht, obwohl sie sicher wa-
schöpfen aus den Quellen des Heiles.» vierzig Jahre als Hilfe und leuchtender wie Sie die einheimische Bevölkerung ren, dass es die Muttergottes war.
Ich finde diesen Satz voll und ganz zu- Stern mit uns gehen lässt! liebevoll nennt) fast täglich erscheint.
treffend für Medjugorje! Zweiter Tag
Gemeinsam mit der ganzen Pfarrei Erster Tag Am nächsten Tag, dem 25. Juni 1981,
Die Erscheinungen der Gospa haben von Medjugorje wollen wir uns voll Am erwähnten Tag gegen 18 Uhr begaben sich die Kinder nach Verab-
interessanterweise am 24. Juni 1981 Freude und Dankbarkeit vorbereiten sahen die Kinder: Ivanka Ivanković, redung wieder zur gleichen Zeit an
begonnen. Das ist der Tag des Hoch- auf das Jubiläum der vierzig Jahre Er- Mirjana Dragićević, Vicka Ivanko- den Ort, an dem ihnen am Vortag die
festes von Johannes dem Täufer. Ich scheinungen: DANKE, GOSPA! vić, Ivan Dragićević, Ivan Ivanković Muttergottes erschienen war, in der
möchte hier noch ein Zitat von Pater und Milka Pavlović auf dem Podbr- Hoffnung, Sie wieder zu sehen. Auf
Markus Vogt (Heft: Feuer und Licht, Wir beginnen die Novene am 16. do (Berg Crnica) eine wunderschöne, einmal leuchtete ein Licht auf und
April 2021) einfügen, das einige Zu- Juni und beten miteinander eines der junge Frau mit einem Kind in Ihren mit ihm sahen die Kinder die Mut-
sammenhänge erklärt: «Die Parallelen drei bekanntesten Mariengebete: «Das
ihrer Erscheinungen zum Auftreten Jo- Magnificat», der Lobgesang der Got-
hannes des Täufers als Vorläufer Christi tesmutter; das «Salve Regina» als Zu-
sind nicht zu übersehen. Maria zeigt fluchtsgebet zu Maria als unsere Kö-
sich an abgelegenen Orten und ihre nigin, oder «Unter deinen Schutz und
Botschaften sind, wie bei Johannes, im Schirm» sehr passend für unsere Zeit.
Wesentlichen Aufrufe zu Umkehr und (Sie können gerne auch alle drei beten.)
Busse. Die Erscheinungen Marias sind
Zeichen der Hoffnung. Gott hat einen Mit Gottes reichem Segen grüsst
Plan für unsere Zeit. Maria verheisst
uns in Fatima: Am Ende wird mein un-
beflecktes Herz triumphieren. Übrigens; Pater Klemens Ulrich cb
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tergottes, diesmal aber ohne Kind in nicht lügen und nicht verrückt sind, seitdem regelmässig jenen Kindern, Als sie die Häuser verlassen hatten,
den Armen. Sie war unbeschreiblich wie manche Menschen gleich behaup- die Sie an diesem zweiten Tag gesehen hatte ein Mann, der sie begleitete,
schön, fröhlich und lächelte. Auch tet hatten. haben. Milka Pavlović und Ivan Ivan- auf Anregung einiger älterer Frauen,
diesmal gab Sie ihnen mit den Hän- ković haben die Muttergottes nachher Weihwasser mitgenommen, mit dem
den ein Zeichen, sich Ihr zu nähern. Am Ende entliess die Muttergottes die nie mehr gesehen, obwohl sie sich das die Kinder die Erscheinung bespren-
Die Kinder waren ermutigt und gin- Kinder mit den Worten: «Lebt wohl, wünschten und sich den anderen Se- gen sollten, um sich so vor Satan zu
gen zu Ihr. Sie fielen gleich auf die meine Engel!» Zuvor antwortete Sie hern anschlossen. schützen. Vicka nahm dieses Wasser,
Knie und begannen das Vaterunser, auf die Frage der Kinder, ob Sie ihnen besprengte die Erscheinung und sag-
Gegrüsset seist du, Maria und Ehre sei auch morgen erscheinen würde, beja- Dritter Tag te: «Wenn Du die Muttergottes bist,
dem Vater zu beten. Die Muttergot- hend mit einem Kopfnicken. Am 26. Juni 1981 konnten die Kin- bleibe bei uns; wenn Du es aber nicht
tes betete mit ihnen, jedoch nicht das der die Zeit, gegen 18 Uhr, zu der bist, geh weg!» Die Muttergottes lä-
Gegrüsset seist du, Maria. Nach dem Dieser Anblick war nach dem Zeug- ihnen die Muttergottes zuvor erschie- chelte nur darauf und blieb mit den
Gebet begann Sie mit den Kindern nis der Kinder unbeschreiblich. An nen war, kaum erwarten. Sie begaben Kindern. Dann fragte Mirjana Sie
zu sprechen. Zuerst fragte Ivanka Sie diesem Tag waren Ivan Ivanković und sich wieder zum gleichen Ort. Sie wa- nach Ihrem Namen und Sie antwor-
nach ihrer Mutter, die zwei Monate Milka Pavlović nicht auf dem Erschei- ren sehr fröhlich. Diese Fröhlichkeit tete: «Ich bin die Selige Jungfrau Ma-
zuvor gestorben war. Mirjana bat die nungsberg. Statt ihnen kamen Marija vermischte sich mit Angst, weil sie ria.»
Muttergottes um ein Zeichen, an dem Pavlović und Jakov Čolo. Nach ihrem unsicher waren, was daraus wird. Sie
man erkennen würde, dass die Kinder Zeugnis erscheint die Muttergottes spürten aber, dass eine innere Kraft sie Am gleichen Tag, während die Kinder
zur Muttergottes zog. den Erscheinungsberg hinuntergin-
gen, erschien ihnen die Muttergottes
Noch während die Kinder auf dem noch einmal, diesmal aber nur Marija,
Weg zum Erscheinungsberg waren, und sagte: «Friede, Friede, Friede und
blitzte plötzlich ein Licht dreimal auf. nur Friede!» Hinter Ihr erhob sich
Das war sowohl für sie als auch für die ein grosses Kreuz. Dabei wiederholte
anderen, die sie begleiteten, ein Zei- Sie noch zweimal unter Tränen: «Der
chen, dass die Muttergottes da war. Friede muss zwischen den Menschen
und Gott und unter allen Menschen
Dieses Mal erschien Sie höher auf dem herrschen!»
Berg als an den vorhergehenden Ta-
gen. Für einen Moment verschwand Vierter Tag
Sie, aber als die Kinder zu beten be- Am 27. Juni 1981 erschien die Mut-
gannen, erschien Sie wieder. Auch tergottes den Kindern dreimal. Auch
dieses Mal war Sie wunderschön, hei- bei dieser Gelegenheit stellten Ihr die
ter, fröhlich und lächelte. Kinder verschiedene Fragen, die die
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Ihr danach wieder Fragen. Vicka fragte denn je zuvor. Sobald die Kinder an
Sie: «Meine Gospa, was möchtest Du den üblichen Ort kamen und zu be-
von uns?» und: «Meine Gospa, was ten begannen, erschien ihnen die
möchtest Du von unseren Priestern?» Muttergottes. Bei dieser Gelegenheit
Die Muttergottes antwortete: «Das rief Sie das ganze Volk zum Glauben
Volk soll beten und fest glauben!» Und auf: «Das Volk soll fest glauben und
den Priestern liess Sie sagen, sie mögen keine Angst haben!»
fest glauben und den anderen helfen,
den Glauben zu stärken. An diesem Tag wollte auch die Ärztin,
die die Kinder während der Erschei-
Die Muttergottes erschien mehrmals nung begleitet und beobachtet hatte,
an diesem Tag. Bei einer Gelegen- die Muttergottes berühren. Als sie
heit fragten die Kinder Sie, warum nach der Anweisung der Kinder mit
Sie nicht in der Pfarrkirche erschei- ihrer Hand die Schulter der Mutter-
ne, wo das Volk Sie sehen könnte. Sie gottes berührte, spürte sie ein warmes
sagte darauf: «Selig sind diejenigen, Gefühl. Das gab sie, die Agnostike-
die nicht sehen und doch glauben!» rin war, selbst nachher zu und sagte:
Obwohl der Tag sehr schwül war und «Hier geschieht wirklich etwas Son-
Muttergottes beantwortete. Für die mit den Worten: «Lebt wohl, meine viele Menschen sie mitverschiedenen derbares!» An diesem Tag heilte die
Priester gab Sie folgende Botschaft: Engel! Geht in Frieden!» Fragen bedrängten, fühlten sich die Muttergottes auf wunderbare Weise
«Die Priester sollen fest glauben und Kinder wie im Himmel. ein Kind, Danijel Šetka, den die El-
den Glauben des Volkes stärken.» Fünfter Tag tern mitgebracht und für dessen Hei-
Wieder baten Mirjana und Jakov Sie, Am 28. Juni 1981 begannen sich die Sechster Tag lung sie gebetet hatten. Die Mutter-
ein Zeichen zu hinterlassen, da die Menschen schon früh von allen Seiten Am 29. Juni 1981 wurden die Kin- gottes versprach das allerdings unter
Leute sie bereits anschuldigten, Lüg- zu versammeln. Bis Mittag sammel- der zu einer ärztlichen Untersuchung der Bedingung, dass die Eltern beten,
ner und Drogenabhängige zu sein. ten sich schon etwa fünfzehntausend nach Mostar gebracht. Die Untersu- fasten und fest glauben. Darauf wurde
Die Muttergottes sagte ihnen darauf: Menschen. An diesem Tag befragte chung hat bestätigt, dass die Kinder der Junge wieder gesund.
«Habt keine Angst!» Vor dem Ab- der Pfarrer, Pater Jozo Zovko, die Kin- gesund sind. Die Chefärztin sagte
schied fragten die Kinder Sie, ob Sie der über alles, was sie in den vergange- damals: «Die Kinder sind nicht ver- Siebter Tag
wiederkommen werde, was Sie mit nen Tagen gesehen hatten. rückt, sondern derjenige, der sie hier- Am 30. Juni 1981 schlugen zwei
einem Kopfnicken bejahte. Beim Ab- her gebracht hat.» Mädchen den kleinen Sehern vor, sie
stieg vom Erscheinungsberg erschien Zur üblichen Zeit erschien die Mut- irgendwohin im Auto spazieren zu
die Muttergottes noch einmal und tergottes den Kindern wieder. Die An diesem Tag versammelten sich am fahren. Sie wollten sie eigentlich weit
verabschiedete sich von den Kindern Kinder beteten mit Ihr und stellten Erscheinungsberg mehr Menschen vom Erscheinungsort führen und sie
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dort behalten, bis die Erscheinungs- che teilzunehmen Die Kinder kamen Während der ganzen Zeit, vom An- herige Ankündigung. Und manchmal
zeit vorbei war. Obwohl die Kinder auch, und beteten den Rosenkranz vor fang der Erscheinungen bis zum erschien Sie dem einen und nicht den
weit vom Erscheinungsberg entfernt und die Muttergottes erschien auch heutigen Tag, hat es nur fünf Tage anderen.
waren, wollten sie zur üblichen Zeit hier einige Male. Selbst der Pfarrer, Pa- gegeben, an denen die Muttergottes
der Erscheinung, einem inneren ter Jozo Zovko, sah die Muttergottes keinem der Seher erschienen ist. Wenn Sie nicht im Voraus verspro-
Drang folgend, aus dem Auto steigen. einmal während des Rosenkranzgebe- chen hatte, zu einem bestimmten
tes. In diesem Augenblick unterbrach Die Muttergottes erschien nicht im- Zeitpunkt zu erscheinen, konnte nie-
Sobald sie aus dem Auto gestiegen er das Gebet und begann spontan das mer am selben Ort, Sie erschien nicht mand voraussehen, ob und wann Sie
waren und zu beten begonnen hat- Lied «Schön bist du, schön, Jungfrau immer derselben Gruppe oder densel- erscheinen würde. Sie erschien nicht
ten, kam ihnen die Muttergottes vom Maria» zu singen. Alle in der Kirche ben Personen und Ihre Erscheinun- nur den erwähnten Sehern, sondern
mehrere Kilometer entfernten Erschei- bemerkten, dass etwas Ungewöhnli- gen dauerten nicht immer gleich lang, auch anderen Menschen unterschied-
nungsberg entgegen und betete mit ih- ches mit ihm geschieht. Später bestä- manchmal waren es nur zwei Minu- lichsten Alters, verschiedener Ausbil-
nen sieben Vaterunser.... So misslang tigte er auch selbst, die Muttergottes ten manchmal eine ganze Stunde. dung, Herkunft und Berufe. Das alles
die List dieser Mädchen. Bald danach gesehen zu haben. Pater Jozo, der bis Auch erschien die Muttergottes nicht zeigt, dass die Erscheinungen nicht
begann die Polizei den Kindern und dann nicht nur misstrauisch, sondern immer, wenn es die Kinder wollten von menschlicher Regie herrühren,
dem Volk den Aufstieg auf den Er- auch dagegen gewesen war, über die oder es sich wünschten. Manchmal dass sie weder von Zeit, Ort, dem
scheinungsberg zu verbieten. Erscheinungen zu sprechen, wurde erschien Sie ihnen gar nicht. Manch- Wunsch noch vom Gebet der Seher
nun zu deren Befürworter, was er spä- mal beteten die Kinder und warteten, oder des Volkes abhängen, sondern
Die Erscheinungen gehen weiter ter auch vor Gericht und sogar mit aber die Muttergottes erschien nicht nur vom Willen der Muttergottes.
Obwohl es den Kindern und später einer Gefängnisstrafe bezeugte. in diesem Moment, sondern später
auch dem Volk nicht mehr gestattet und zwar unerwartet und ohne vor- Aus dem Buch «Medjugorje»
war, auf den Erscheinungsberg zu ge- Seit dem 15. Januar 1982 erschien
hen, erschien ihnen die Muttergottes den Kindern die Muttergottes in ei-
auch weiterhin an verborgenen Or- nem Nebenraum in der Pfarrkirche.
ten, in ihren Häusern und im Freien. Das hatte ihnen der Pfarrer wegen der
Die Kinder wurden mutiger, sprachen neu entstandenen Schwierigkeiten
mit der Muttergottes offener und hör- und Gefahren ermöglicht, und zu-
ten gerne auf ihre Ratschläge, Ermah- vor hatte es die Muttergottes erlaubt.
nungen und Botschaften. So dauerte Seit April 1985 mussten die Kinder
es bis zum 15. Januar 1982. auf Verlangen des Diözesanbischofs
diesen Nebenraum der Kirche als Er-
In der Zwischenzeit regte der Pfarrer scheinungsort verlassen, und von nun
die Pilger an, am Rosenkranzgebet an hatten sie die Erscheinungen in ei-
und an der Eucharistiefeier in der Kir- nem kleinen Zimmer des Pfarrhauses.
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Heiliger Josef Auf die Frage, ob die Ehe zwischen
Maria und Josef eine wahre Ehe war,
einigung zur Zeugung von Nachkom-
men anbelangt, so wurde diese Ehe
unterscheidet der heilige Thomas in nicht vollzogen. Was die Erziehung
In diesem Jahr, das dem heiligen Josef geweiht ist, dürfen wir der Ehe zwei Vollkommenheiten: «Im der Nachkommen anbelangt, so war
mit Pater Tarcisio Stramare OSJ die erneute Aktualität des Hinblick auf die erste Vollkommen- diese Ehe jedoch auch im Bezug auf
heiligen Josef für die Kirche unserer Zeit vertiefen. Wir dür- heit, (die unteilbare Einheit der See- das Handeln vollkommen.»
fen mit Ausschnitten aus dem Buch «Er gab ihm den Namen len) war die Ehe zwischen der jung-
Jesus» erleben, dass der heilige Josef für unser persönli- fräulichen Gottesmutter und dem Tugend statt Alter
ches Leben eine grosse Wichtigkeit hat. heiligen Josef ganz und gar wahr, da Das Gelingen dieser Ehe wurde nicht,
beide in den Ehebund eingewilligt wie es sich die Autoren der apokry-
Die uneigennützige Selbsthingabe Wird bestritten, dass zwischen Maria hatten. Der geschlechtlichen Vereini- phen Erzählungen in ihrer Phantasie
In der Geschichte der Erscheinung und Josef eine wahre Ehe bestanden gung hatten sie allerdings nicht zuge- ausgemalt hatten, senilem Unvermö-
des Engels an Josef im ersten Kapi- hat, dann ist die Vaterschaft des heili- stimmt, ausser unter einer Bedingung: gen anvertraut, sondern Josefs Tu-
tel des Matthäusevangeliums finden gen Josef hinfällig und mit ihr sowohl wenn Gott es will. Die zweite Voll- gend. Die Altershypothese muss schon
wir sowohl die Bezeichnung «Sohn die Abstammung Jesu aus dem Hause kommenheit (die Zeugung und Erzie- alleine auf Grund des guten Rufs von
Davids» (Vers 20) als auch die Be- David als auch die Bezeichnung Chris- hung von Nachkommen) bezieht sich Jesus und Maria nachdrücklich ver-
zeichnung «[Ehe]Mann», denn von tus, mit welcher die Gemeinschaft der hingegen auf das Handeln innerhalb worfen werden, da dieser durch die
der Bezeichnung «Marias Mann» Christen sich an ihn wendet. der Ehe. Was die geschlechtliche Ver- Ehe mit einem alten Mann in keiner
hängt die Abstammung Jesu aus dem
Hause David ab. Nachdem der En- Wahre Ehe
gel erwähnt hat, dass Maria mit Jo- Die Ehe zwischen Maria und Josef ist
sef «verlobt» ist (Vers 18), trägt er nicht so sehr aufgrund ihres theologi-
ihm auf, das rechtliche Band als «ihr schen Gehalts als vielmehr aufgrund
Mann» (Vers 19) nicht zu lösen, und ihrer rechtlichen Schwierigkeiten un-
sagt: «Fürchte dich nicht, Maria als tersucht worden, da hier eine wahre
deine Frau zu dir zu nehmen» (Vers Ehe mit dem Gelöbnis der Jungfräu-
20). Josef tat dies ohne zu widerspre- lichkeit in Einklang gebracht werden
chen «und nahm seine Frau zu sich» muss. Dies, sowie die Schwierigkeit,
(Vers 24). Hieraus ergibt sich für das Wesen der Vaterschaft des heili-
ihn als Vater das Recht, dem Kind gen Josef zu bestimmen, hatten zur
den Namen Jesus zu geben (Vers Folge, dass die Themen Ehe und Va-
25), denn Jesus wurde in seiner Ehe terschaft vertieft wurden, um ihre
und von seiner legitimen Ehefrau ge- wesentlichen Inhalte herauszuarbei-
boren. ten.
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Weise geschützt gewesen wäre. Wenn so konnte er seine Familie auf ange- tigams» durch die Legende über «die vornehmen Aufgaben, für welche
Gott für die Menschwerdung seines messene Weise versorgen und all jene den blühenden Stab zum Ausdruck der heilige Josef durch die göttliche
Sohnes eine ehrbare Familie gewollt nicht alltäglichen Beschwerlichkeiten brachte, hat die Theologie ihre Intel- Weisheit vorgesehen worden war», ei-
hat, müssen wir uns diese Familie als ertragen, die ihm auferlegt wurden, lectus-fidei-Funktion auf die «Braut» nen solch hohen Grad an «Würde und
normal vorstellen – bestehend aus um Jesus zu beschützen. gerichtet und dabei dargelegt, dass ihr Heiligkeit» mit sich brachten, dass sie
zwei Eheleuten, die gemäss den zeit- ganzes Sein in angemessener Weise nicht von den «besonderen Gnaden
lichen und lokalen Gepflogenheiten Die Heiligkeit Josefs auf die Gottesmutterschaft ausgerich- und himmlischen Charismen» ge-
verheiratet waren. Der heilige Josef wurde nicht zufällig tet sein musste. Wir bekennen uns trennt werden können, mit denen der
als Ehemann für Maria ausgewählt. dazu im Dogma der Unbefleckten allmächtige Vater «ihn in überreicher
Wir dürfen das Zeugnis des Evange- Da seine Ehe auf die Menschwerdung Empfängnis. Weise beschenkte.»
listen Lukas nicht ausser Acht lassen, des Wortes ausgerichtet war, ist die
dass Jesus «für den Sohn Josefs gehal- Annahme einer besonderen göttlichen Ähnliches muss man sich auch für den Die Selbsthingabe
ten» wurde. Wenn für «Zweifel» kein Vorsehung berechtigt. heiligen Josef vorstellen. Die Argu- Da er reich mit Gaben beschenkt war,
Raum bestehen sollte, musste der mentation stammt von Leo XIII.: «Als welche die Bezeichnung «gerecht»
heilige Josef zur Zeit der Eheschlies- Während die Volksphantasie ihre daher Gott den heiligen Josef zum Ge- zum Ausdruck bringt, konnte der hei-
sung in jugendlichem Alter sein. Nur Vorstellung hinsichtlich des «Bräu- mahl der Jungfrau Maria bestimmte, lige Josef das vollständige Geschenk
gab er ihr nicht nur einen Lebensge- seiner selbst gegenüber dem Plan Got-
fährten, einen Zeugen ihrer Jungfräu- tes machen, der sich in seinem Haus
lichkeit und einen Beschützer ihrer vollziehen sollte.
Ehre, sondern er hat ihn ganz gewiss
auch, entsprechend dem eigentlichen Durch das göttliche Eingreifen in
Wesen der Ehe, an der hohen Würde Marias Leben war er von Anfang an
seiner Gattin teilnehmen lassen.» davon überzeugt, dass es seine Pflicht
war, sich selbst zurückzustellen. In der
Wenn wir zu der Bezeichnung «Ma- Folge lernte er schliesslich durch den
rias Mann» auch noch die Bezeich- Engel den göttlichen Willen kennen:
nung «Vater Jesu» hinzufügen, dann «Fürchte dich nicht, Maria als deine
musste Joseph über reiche Gnade Frau zu dir zu nehmen.» Er nahm
verfügen, um mit gebührender Treue seine Frau um ihrer selbst willen an,
seinen Dienst zu versehen. Im Dekret und folglich «erkannte er sie nicht.»
Inclytus Patriarcha Ioseph, in dem das So lebte er ganz und gar die bräutliche
Fest des heiligen Josef festgelegt und Bedeutung des Leibes, die sich durch
auf die ganze Kirche ausgedehnt wird, «aufrichtige Hingabe» der eigenen
erklärt Pius IX. klar und deutlich, dass Person auszeichnet.
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Die Liebe des heiligen Josef zu Ma- den unwägbaren Erfordernissen der Gartens Eden hervorleuchtet, wird dass er «die Reinheit des Herzens»
ria hat sich darin geäussert, dass er überraschenden Ankunft des Messi- nach dem Sündenfall leider von einem stört, ständig die gegenseitige unei-
mit «reinem Herzen» dem Plan, den as, dem er den auf ewig gesegneten dichten Nebel umhüllt, der dadurch, gennützige Selbsthingabe gefährdet,
Gott mit ihr hatte, zu Diensten stand. Namen Jesus geben wird und den er mit der beständigen Gefahr, dass die
Er hat jede Form von Egoismus ver- als Frucht des Heiligen Geistes und Partner einander auf die Ebene eines
drängt und Maria, wie der Schöpfer nur unter rechtlichen und fürsorg- reinen Objektes herabwürdigen.
es wollte, «um ihrer selbst willen» ge- lichen Gesichtspunkten als seinen
liebt, indem er das Wirken des Geistes Sohn anerkennt. Der heilige Josef ist Der heilige Josef war Maria wirklich
Gottes in ihr liebte. also ein Mann, der sich ganz – und hingegeben.
wie! – für Maria, die Auserwählte un-
Durch seine uneigennützige Hingabe ter allen Frauen aller Zeiten und auf Wahrer und reiner Bräutigam
an Maria und an den Messias, der in der ganzen Erde, seine stets jungfräu- Die erste Bezeichnung, mit welcher
seinem Haus heranwuchs, ist Josef für liche Braut, die ihm leiblich nicht Matthäus den heiligen Josef vorstellt,
alle Menschen ein leuchtendes Vor- als Ehefrau angehört, ‚engagiert‘, wie ist «Mann Marias» («vir Mariae», Mt
bild der vollständigen Bereitschaft man heute sagt, sowie auch für Je- 1,16). Die zweite Bezeichnung lau-
und Annahme der Anforderungen sus, der zwar kraft gesetzlicher, aber tet «Sohn Davids» («filius David»,
des Christentums. Der heilige Josef nicht natürlicher Abstammung sein Vers 20). Zwischen die beiden Be-
ist tatsächlich und von Rechts wegen Nachkomme ist. Ihm fallen die Last, zeichnungen fügt der Evangelist die
derjenige, der uns «in die Seligkeiten die Verantwortung, die Risiken und Eigenschaft «gerecht» («iustus», Vers
der Frohen Botschaft einführt», wie die Mühsal der kleinen, einzigartigen 19) ein, welche Josef jenen Grad an
es Paul VI. in einer Auslegung so gut heiligen Familie zu. Er dient, arbeitet Heiligkeit sichert, der für die Aufgabe
formuliert hat. Josef wird dort fol- und opfert sich auf, im Schatten jenes des Mannes Marias und des Sohnes
gendermassen beschrieben: Er stellt evangelischen Bildes, in welchem wir Davids erforderlich ist, nämlich die
«seine Freiheit, seine rechtmässige ihn so gerne betrachten; und sicher Einfügung des Wortes Gottes in die
menschliche Berufung, sein Eheglück bezeichnen wir ihn jetzt, da wir alles Menschheitsfamilie.
sogleich den göttlichen Plänen zur über ihn wissen, nicht zu Unrecht als
Verfügung, indem er den Stand, die beglückt und selig.» Es versteht sich, dass Matthäus auf die
Verantwortung und die Last der Fa- Ehe von Maria mit Josef hinweist, da
milie auf sich nimmt und um einer Die besondere Ehe des heiligen Josef die Messianität Jesu – der durch das
unvergleichlichen jungfräulichen Lie- führt den Eheleuten die Vollkommen- Wirken des heiligen Geistes empfan-
be willen auf die natürliche eheliche heit der «ehelichen Hingabe» wieder gen wird – allein von dieser Ehe ab-
Liebe, die sie begründet und nährt, vor Augen. Diese Vollkommenheit, hängt: Josef wird als Mann Marias
verzichtet. In vollkommener Übereig- die bereits zu Beginn der Schöpfung bezeichnet (Verse 16 und 19). Als
nung überlässt er seine ganze Existenz in den beiden zentralen Gestalten des solcher sieht er sich im Recht, sich
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Ein Ort der Rückkehr zu Gott
Ein Interview mit Pater Miljenko Šteko. Pater Miljenko Šteko
studierte Theologie in Zagreb und Bologna und schloss mit
dem Doktorat auf dem Gebiet der spirituellen Theologie am
Teresianum in Rom ab. Er war jahrelang Kaplan in Medjugorje
und danach Leiter des Informationszentrums MIR, bis er 2013
zum Provinzial der franziskanischen Provinz in der Herzego-
wina ernannt wurde. Wegen seiner Weitsicht, Menschlichkeit
und theologischen Tiefe wurde er auch zum Präsidenten der
UFME (Unio fratorum minorum Europae) gewählt.
Lieber Pater Miljenko, erzählen
Sie uns über die Aufgabe Ihrer
Provinz in der Seelsorge der Be-
von ihr zu trennen (Vers 19). Dann Augenblick der Empfängnis Jesu – völkerung der Herzegowina?
nimmt er sie zu sich (Verse 20 und während oder nach der Verlobung – Wenn wir den historischen Kontext
25), und Maria wird als Josefs Frau zu informieren, als vielmehr daran, zu betrachten, dann finden wir kaum
bezeichnet (Verse 20 und 24). behaupten, dass diese einzig auf das irgendwo auf der Welt eine franziska-
Wirken des Heiligen Geistes zurück- nische Gemeinschaft, die mit einem
Zwar herrscht eine gewisse Unsi- zuführen ist (Vers 18), also ausserhalb Volk, einer geographischen Gegend,
cherheit über die Bedeutung von jeder menschlichen Mitwirkung liegt. in allen Bereichen der Geschichte,
«mnesteúo» (Vers 18), das sowohl Andererseits müssen die gleichen des Lebens und der Geographie so
«Verlobung» heissen als auch für die Übersetzer, die es für notwendig er- sehr zusammengewachsen ist wie
verheiratete Frau benutzt werden achten, Maria während der Verkündi- diese Provinz, die Herzegowina, hier.
kann, die mit ihrem Mann zusam- gungsszene als «Verlobte» zu bezeich- Historischen Quellen zufolge sind
menlebt (vgl. Lk 2,5). Es muss jedoch nen, dann zugeben, dass in jüdischer die Franziskaner seit mehr als sieben
gesagt werden, dass die Unterschei- Zeit die Verlobung gleichbedeutend Jahrhunderten hier präsent. Heute ist
dung zwischen Verlobung und Ehe, mit der Ehe war, um Marias Jungfräu- ungefähr die Hälfte von uns in der
die Kommentatoren und Übersetzer lichkeit besser wahren und ihren gu- Herzegowina und die andere Hälf- besondere Weise die Arbeit in den
häufig verwenden, für Matthäus kei- ten Ruf schützen zu können. te ist über drei Kontinente – Euro- Pfarreien, die Arbeit mit vielen Fran-
nerlei Bedeutung hatte. Ihm ist nicht pa, Amerika und Afrika – verstreut. ziskanerjugendlichen (FRAMA), mit
so sehr daran gelegen, uns über den Fortsetzung folgt... Unser pastorales Wirken umfasst auf dem franziskanischen weltlichen Or-
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den (FSR), mit Ministrantengruppen, Bischof Petar Palić ist nicht neu im
Gebetsgruppen, Chören und auch bischöflichen Dienst, da er bereits Er-
den Religionsunterricht in Pfarreien fahrung als Diözesanbischof in der Di-
und Schulen. Es gibt auch zahlreiche özese Hvar in Kroatien hat. Aber hier
kulturelle Veranstaltungen und Insti- ist er neu, er ist erst seit ein paar Mo-
tutionen. naten unser Bischof. Meine Botschaft
zu Beginn seines Dienstes war eine
Wie sehen Sie die Seelsorge der Botschaft der brüderlichen Offen-
Provinz in Medjugorje? heit. Eine Botschaft der Bereitschaft
Bei dem, was ich allgemein über un- zur Zusammenarbeit im Dienst voller
sere Seelsorge gesagt habe, ist es un- Achtung vor allem, was Gott, die Kir-
möglich, das Engagement, die Last che und das Volk betrifft. Nach die-
und das Opfer vieler Brüder nicht zu ser kurzen Erfahrung kann ich sagen,
erwähnen, die in der Pfarrei Medju- dass der Bischof sehr zuvorkommend
gorje gewirkt haben und wirken. Sie und offen ist. Man kann feststellen,
und viele andere haben geholfen und dass er gut vorbereitete, sprachlich
dazu beigetragen, dass die Gnade und schöne und theologisch fundierte
die Barmherzigkeit Gottes an diesem Vorträge und Predigten hält. Auch bei schon bevor er nach Medjugorje kam, geschickt hat und dass es eine Gnade
Ort sichtbar werden, besonders durch Begegnungen ist er herzlich. Ich hoffe so viele verantwortungsvolle Dienste ist, mit einer solchen Person zusam-
das Sakrament der Busse. Bei allen sehr, dass seine pastorale Arbeit von und Aufgaben geleistet. Durch das menzuarbeiten.
Unzulänglichkeiten – in der Hoff- grossem Nutzen für die Kirche in der Dekret des Heiligen Stuhls hat er als
nung, dass ich mit diesen Worten die Herzegowina sein wird. Erzbischof die ihm in Medjugorje Sie haben jahrelang in Medjugorje
Tugend der Demut nicht fallen lasse zustehenden Befugnisse und Rechte. als Pfarrkaplan und Direktor des
– kann ich sagen, dass wir als Franzis- Wie arbeiten Sie mit Erzbischof Andererseits hinterlässt die Tatsache, Informationszentrums «MIR» ge-
kaner in Medjugorje eine erkennbare Henryk Hoser, dem päpstlichen dass er Ordensmann und ehemaliger arbeitet. Wie hat sich das Informa-
pastorale Spur und ein schönes Zeug- Gesandten für die weitere pasto- Missionar war, ein wirklich schönes tionszentrum MIR entwickelt und
nis hinterlassen haben, wofür uns vie- rale Entwicklung von Medjugorje, Merkmal evangeliumsgemässer Be- wie viele Hörer und Leser erreicht
le Pilger oft danken. zusammen? scheidenheit in ihm. Erzbischof Ho- diese Organisation?
Erzbischof Hoser ist eine Person, die ser hat eine ausdrucksstarke Marien- Von Beginn meines Dienstes an war
Im September 2020 erfolgte die mit wenigen Worten schwer zu be- frömmigkeit und scheint irgendwie mir klar, dass ich auf einem Feld, das
feierliche Amtseinführung von Dr. schreiben ist. Er hat in diesen fast acht mit Medjugorje zusammengewachsen nicht in erster Linie meines ist, nicht
Petar Palić in Mostar. Wie ist die Jahrzehnten seines Lebens unglaublich zu sein. Ich kann nur sagen, dass ich grossspurig sein darf. Deshalb über-
Zusammenarbeit mit dem neuen menschliche, berufliche und kirchli- Papst Franziskus dankbar bin, dass er liess ich das meiste davon anderen
Bischof? che Erfahrungen gesammelt. Er hat, Erzbischof Hoser nach Medjugorje Fachleuten und Professionellen, ob-
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wohl ich formal Direktor war. Alles, rje. Es ist eigentlich eine wundersa- dass Gottes Wege hoch über unseren Die Muttergottes ruft immer wie-
was im Informationszentrum entstan- me Geschichte in unserer Zeit. Der Wegen und Seine Gedanken über der zum Gebet auf. Wie versuchen
den ist, ist die Frucht der Suche der Beichtstuhl der Welt ist jetzt in dieser unseren sind. Abschliessend kann ich Sie dies als Priester weiterzugeben?
Pilger, die mit Medjugorje in Verbin- Pandemie zur Gebetsoase der virtuel- sagen, dass das Informationszentrum Ich muss hier etwas ausführlicher
dung bleiben wollten. Wenn ich Ihnen len Welt geworden. Kardinal Chris- die ganze Zeit über versucht hat, alles, über das Gebet sprechen. Das, was
sage, dass das abendliche Gebetspro- toph Schönborn hat einmal gesagt, was in Medjugorje geschieht, wahr- ich in der Theologie gelernt habe, ist
gramm durch Geräte, die vom Infor- dass er diesen «Baum» (Medjugorje) heitsgemäss zu vermitteln und Pilgern die Haltung, dass jedes unserer Ge-
mationszentrum kontrolliert werden, sehen möchte, von dem er so viele verschiedener Sprachen zu dienen. spräche mit Gott in seinem tiefsten
in diesem Jahr bis zu 4 Millionen – 4 Früchte auf der ganzen Welt gesehen Und noch etwas: Je näher wir diesem Wesen Gebet sein sollte. Darüber
Millionen verschiedene IP-Adressen – hat. Und wir, die wir neben diesem Phänomen sind, desto grösser ist die hinaus trägt auch unsere menschli-
erreicht hat, dann wissen Sie, was das Baum stehen, erkennen einfach, dass Verantwortung. Das verlangt von uns che Suche nach der Nähe Gottes die
bedeutet. Mehrmals in diesem Jahr dieser Baum viel fruchtbarer ist als auch der liebe Gott, die himmlische Umrisse des Gebets. So war es in der
mussten sie zusätzliche Server kaufen. es auf den ersten Blick scheint. Alles Mutter Maria, die Kirche und jeder gesamten Heilsgeschichte. Eine an-
Das spricht am besten für Medjugo- deutet auf die biblische Weisheit hin, Pilger. dere und völlig neue Dimension des
Gebets fand zu Pfingsten statt, als die
Kirche aus dem Heiligen Geist gebo-
ren wurde. Die selige Jungfrau Maria
befand sich inmitten dieser betenden
Gemeinschaft, die nach dem Kom-
men des Heiligen Geistes zur Kirche
wurde. Zu Maria zu beten und sie zu
verehren bedeutet auch, ihre histori-
sche und rettende Sendung für jeden
von uns in der Kirche, im Leib Chris-
ti, anzuerkennen. Die selige Jungfrau
Maria ist unsere Fürsprecherin. Sie
selbst ruft uns mütterlich zum Gebet
auf. Sie lädt uns ein, dass wir uns ihrer
Fürsprache anvertrauen. Und sie er-
wähnt so oft das Herz: «Betet mit dem
Herzen!» Letztendlich muss das Gebet
auch aus dem Herzen kommen. Und
was die Weitergabe an andere betrifft,
möchte ich Folgendes sagen:
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Erscheinungen klang für uns vom kandidaten haben Sie in Ihrem
ersten Tag an wahr. Als Kind bin ich Seminar?
mehrmals zu Fuss nach Medjugorje In den letzten Jahren waren es unge-
gepilgert, es ist etwa siebzig Kilome- fähr fünfzig junge Brüder. Das ist eine
ter von meinem Geburtsort entfernt. wirklich grosse Zahl. In unserem No-
Meine Überzeugung blieb von damals viziat in Humac sind jetzt zehn jun-
bis heute gleich. ge Männer. Heuer ist es das mitglie-
derstärkste Franziskaner-Noviziat in
Warum sind Sie Priester gewor- Europa. Wir sind glücklich und Gott
den? Haben Sie nicht vorher ein sehr dankbar, dass wir so viele Kandi-
technisches Studium absolviert? daten haben. Jede geistliche Berufung
Mein verstorbener Vater, der in ist in erster Linie Gottes Werk, Gottes
Deutschland gearbeitet hat, hatte dort Gabe an einen konkreten Menschen
eine eigene Firma und wollte, dass ich für andere Menschen. Ich bin sicher,
einen elektrotechnischen Beruf wähle. dass viele von ihnen morgen in Med-
In den 1980er Jahren sind die Farb- jugorje arbeiten und den Pilgern zur
fernseher herausgekommen, und er Verfügung stehen werden.
glaubte, dass die Zukunft in einem
Jedes unserer wahren Gebete heit der Erscheinungen geglaubt? elektronischen Dienst und in einem Was möchten Sie den Pilgern, die
ist ein Gebet im Heiligen Geist. Das Sie waren zu Beginn der Erschei- Unternehmen, das sich mit dem Kauf wegen der Corona-Pandemie nicht
bedeutet, dass wir es nicht engstirnig nungen 12 Jahre alt. Wann haben und der Reparatur dieser Geräte be- nach Medjugorje kommen kön-
verschliessen können. Der Heilige Sie das erste Mal von Medjugorje fassen würde, liegt. Aber das war nicht nen, sagen?
Geist öffnet uns gerade im Gebet für gehört? nur eine Idee. Er baute mir auch ein Ich erzähle Ihnen etwas Poetisches.
die weiteren Dimensionen der leben- Ja. Ich war im Juni 1981 elfeinhalb Haus mit den dafür vorgesehenen Der kroatische Schriftsteller Ivan
digen Beziehung zwischen Gott und Jahre alt. Ich glaube, ich bin zum ers- Arbeitsräumen. Und dann ereignete Aralica schrieb den Roman «Der
dem Menschen, und dann auch zwi- ten Mal im Juli 1981 hergekommen. sich meine Berufung. Fast unerwartet Weg ohne Schlaf». Er beschreibt die
schen den Menschen. Diese Weite des Meine Eltern haben mich mitgenom- für alle um mich herum, aber sehr er- grosse Migration des Volkes aufgrund
Gebetes, diesen Katholizismus in der men. Ich erinnere mich an eine grosse wartet von mir. Heute habe ich den der grossen türkischen Besetzung am
schönsten Form, habe ich in Medjugo- Menschenmenge, an die Gebete und Eindruck, dass sie von Anfang an in Ende des 17. Jahrhunderts von Rama
rje erlebt. Jeder betet in seiner eigenen an die Stille während der Erscheinung. meine Seele eingepflanzt war. Und ich nach Split. Vor der Flucht und Abrei-
Sprache und wir verstehen uns alle. Ich hatte den Eindruck, dass alle An- bin glücklich in meiner Berufung. se gab es die Vereinbarung, dass das
wesenden glaubten. Wir kamen mit Volk seine Häuser und die Mönche
Eine ganz persönliche Frage: Ha- dem Glauben an die Echtheit der Er- Wie stark sind die Berufungen in ihr Kloster und ihre Kirche nieder-
ben Sie schon immer an die Echt- scheinungen. Die Nachricht von den Ihrer Provinz? Wie viele Priester- brennen. Man sollte das Notwen-
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digste in einem Bündel mitnehmen Geld, noch Autos, Städte, Dörfer, hafte, Unverderbliche, Unsterbliche, sondern das in der Ewigkeit weiter-
und sich auf einen schlaflosen Weg Staaten, Pläne und Ideen. Es ist tö- das Ewige suchen. Es gibt ein Leben geht. Daher muss die Fürsorge für das
begeben. Und so geschah es. Als alles richt, sich auf etwas Vergängliches der Seele, das kein Ende hat, dem der ewige Leben Vorrang haben, wenn
schon in Flammen stand, gab es eine zu verlassen. Man muss das Dauer- Tod nicht die Augen schliessen kann, der Mensch vollkommen glücklich
Begebenheit mit dem Gnadenbild und erfüllt sein will. Dazu lädt uns
der Muttergottes. Sie nahmen es mit die Muttergottes ein. Daher würde
und es wurde vom Franziskaner Pater ich die obige Frage mit einer anderen
Stjepan getragen. Er schaute auf das Frage beantworten: «Was haben wir
Bild der Muttergottes und ihre Augen aus Medjugorje mitgenommen?» Es
schauten auf den Boden. Er fragte die gibt eine einfache Antwort: den Ro-
Muttergottes: «Reinste, schau, wohin senkranz. Ich glaube, dass jeder Pilger
sie uns führen und wohin sie uns trei- einen Rosenkranz mitgenommen hat.
ben.» Sie aber schüttelte den Kopf und Ein Gesätzchen kann man immer be-
flüsterte: «Ich brauche nicht schauen, ten, dann wieder eines und dann noch
ich weiss das alles.» Ich möchte jetzt eines. Wenn man allein zu Hause ist
nur noch hinzufügen: Unsere Mutter- oder mit anderen in der Familie, wenn
gottes, die Königin des Friedens, weiss man mit dem Auto fährt, wenn man
auch jetzt alles und sie sieht alles! Sie im Park ist oder allein spazieren geht.
begleitet uns und wacht über uns, Sprecht mit Gott beim Beten des Ro-
wo immer wir sind. Seit Jahrzehnten senkranzes! Es genügen sogar eure
spricht sie auf wundersame Weise zehn Finger, oder fünf an einer Hand.
durch Medjugorje zur ganzen Welt. Darüber hinaus könnt ihr durch die
Und wir können, im Bewusstsein Medien jeden Abend mit dem Gebet
ihres mütterlichen Schutzes, überall in Medjugorje verbunden sein.
und jederzeit zu ihr beten.
Im Jahr 2020 jährte sich der 20.
Wie kann man Medjugorje auch Todestag von Pater Slavko. Kön-
zu Hause erleben? nen Sie uns von Ihren Erfahrun-
Die Muttergottes macht uns oft da- gen mit Pater Slavko erzählen?
rauf aufmerksam, dass alles Irdische Pater Slavko war 1989/90 mein Leh-
vergänglich ist. So auch dieser Kampf rer und Erzieher im Noviziat in Hu-
mit dem Virus. Nichts ist dauerhaft mac. Während meines ersten Jahres
auf dieser Erde, noch können wir im Franziskanerkloster war ich sehr
es mitnehmen: weder Häuser noch mit ihm verbunden. Am Morgen hat
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er uns unterrichtet und uns Vorträge blick, der dich aus dem Kreislauf des
gehalten, dann ist er nach Medjugo- Lebens herausführt, da du das tägli-
rje gefahren. Zurückgekommen ist che, ziellose Herumkreisen schon satt
er spätabends, wenn das Gebetspro- hast und der dich zu dir selbst zurück-
gramm zu Ende war. Es gibt viele bringt. Der Augenblick, in dem die
Ereignisse, an die ich mich erinnere. Seele den Körper einholt und sich im
Aber ich werde eines erwähnen, das Herzen und in den Gedanken festsetzt
mir viel bedeutet. Pater Slavko hat und das Herumkreisen verschwindet.
vorgeschlagen, dass wir jeden Freitag Es ist diese Zeit, in der ich mir und
um 4 Uhr morgens auf den Kreuzberg Gott vor einem Priester alles erzähle,
gehen. Er betete am Anfang und zum womit ich mich selbst zerstört habe,
Schluss, und überliess uns bei den ein- anderen geschadet habe, die Schön-
zelnen Stationen das Gebet und die heit der Gnade verloren habe. Die
Betrachtung. Ungeachtet der Wetter- Zeit, in der wir uns jetzt befinden,
bedingungen gingen wir jeden Freitag entfremdet und entmenschlicht. Sie
auf den Kreuzberg. Neben einigen nimmt dem Menschen das letzte Mass
persönlichen Gesprächen, die ich für an Würde. Diese Welt braucht Med-
mich behalten möchte, waren dies jugorje, das zum Beichtstuhl der Welt
besondere Perlen meiner spirituellen geworden ist. Ich möchte, dass die
Reifung an der Seite von Pater Slavko. Welt an diesem grossen 40. Jahrestag
von Medjugorje zu dieser verlorenen
Was wünschen Sie sich für das Würde des Bildes und Abbildes ih-
neue Jahr 2021? Für sich, für res Schöpfers zurückkehrt, vor allem viele von denen, die Christen heissen, rem Leben vorgelebt habt. Ich bitte
Medjugorje und für die Welt? durch die heiligen Sakramente. überhaupt nicht an eine persönliche und ermutige euch, die Kraft für die
Für einen Priester gibt es kein besseres Auferstehung glauben. Oder wie viele Neuevangelisierung, für den Kampf
Gefühl, als vom Beichte hören müde Was möchten Sie unseren Lesern von denen, die sagen, dass sie an Gott um die menschlichen Seelen, zu dem
nach Hause zu kommen. Das ist al- zum Schluss noch sagen? glauben, aber so leben, als gäbe es kei- uns auch die Muttergottes aufruft,
len Priestern in Medjugorje passiert. Die Zeit, in der wir leben, ist die Zeit nen Gott. Viele von euch Medjugor- nicht zu verlieren.
Dies ist mein Wunsch für Medjugorje eines grossen Abfalls von Gott und je-Pilgern wurden Zeugen dafür, dass
und seine Beichtväter und Pilger im von der Kirche. Ich glaube, dass vor Medjugorje ein Ort der Rückkehr zu Lieber Pater Miljenko, vielen
Jahr 2021. Warum? Das Sakrament allem ihr, liebe Leser und Leserin- Gott wurde. Ich möchte jedem von Dank für das Interview!
der Busse ist ein ausdrückliches und nen im deutschen Sprachraum, das euch dafür danken, dass ihr auch an-
grundlegendes Zeichen für die Vita- sehr gut erkennt und spürt. Ich weiss deren geholfen habt, nach Medjugorje Gebetsaktion Wien,
lität des Glaubens. Es ist der Augen- nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, dass zu kommen, und ihnen das mit eu- Dr. Maximilian Domej
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Pilgererfahrungen schlechte Strassenverhältnisse durch
Eisglätte. Die Route führe über einen
Fahrt nach Medjugorje
Mein Mann bedankte sich und be-
hohen Pass mit gefährlichen engen stellte das Nachtessen auf unsere Zim-
Verschiedene Personen erzählen von ihren ersten Erfahrun- Serpentinen. Schliesslich erfuhren wir mer-Terrasse. Als die Kellner abräum-
gen in Medjugorje. in einem Reisebüro, dass es sogar Flü- ten, breitete er eine Landkarte auf,
ge dorthin gebe. Morgen sei ein Flug, zeichnete mit einem roten Stift die
Erste Wallfahrt nach Medjugorje unten in Jugoslawien gehört zu ha- aber der Rückflug erfolge erst in einer Reiseroute und sagte plötzlich: «Mor-
1982 ben. Mir hatten auch schon Mitpilger Woche. Für uns ungeeignet. Auch die gen um 4 Uhr gehen wir.» Ich fragte:
In den 70er und 80er Jahren begeis- zugetragen, diesen Ort zu besuchen. Hotelrezeptionistin warnte uns. Sie «Wohin?» – «Nach Medjugorje», war
terten wir viele Gäste, den wohlklin- Ein Blick zurück: Ab 1952 boten wir, flunkerte, die Fahrt mit dem Auto seine Antwort. Obwohl uns alle für
genden Bade- und Kurort Portorož damals als Gebr. Knecht Windisch, nach Medjugorje dauere mindestens verrückt hielten, starteten wir um 4
zu entdecken. Regelmässig fuhren Pilgerfahrten nach Lourdes an. Von zwei Tage. Als Ausländer würde man Uhr in der Früh. Es war eine Fahrt
die Knecht Busse südwärts, damals der Kirche nicht anerkannt, forderte uns anhalten, kontrollieren, nach den voller Überraschungen, landschaftlich
nach Jugoslawien, heute gehört Porto- der Bischof von Solothurn persönlich Pässen fragen und diese eventuell ein- aber unvergesslich schön. Oft wurden
rož zu Slowenien. Immer interessiert meinen Gatten auf, vor ihm unsere ziehen. wir angehalten und mussten den Kof-
wollte Walter Knecht, mein Gatte, Pilgeraktivitäten zu rechtfertigen. Das
ein Hotel testen. Er meldete sich für Gespräch war schwierig. Es gelang
eine Badekur ausserhalb der Saison meinem Gatten, Vorwürfe zu entkräf-
im November 1981 in Portorož an. ten. Auch diesem neuen Pilgerort in
Erwartungsvoll fuhren wir mit dem Jugoslawien fehlte jegliche kirchliche
Auto dorthin. Enttäuscht kam er nach Unterstützung. Wieso also nochmals
der obligatorischen Arztvisite zurück, eine Vorladung beim Bischof riskie-
ohne Behandlungstermin. Jugosla- ren?
wiens Langzeitpräsident Tito feiere
nämlich Geburtstag. Er mache jetzt Doch ich erinnerte mich und nann-
im November ein grosses Fest. Aus te den Namen: Medjugorje. Auf dem
diesem Grunde sei alles für mehrere Rückweg ins Hotel fragte mein Mann
Tage geschlossen. Niemand hatte uns eine Supermarkt-Verkäuferin und
darauf aufmerksam gemacht. Es gebe weitere Einheimische, was sie von Me-
für uns keine Aktivitäten. Hier waren djugorje wüssten. Wir ernteten nur
wir und wussten nicht, wie weiter. bedauernde Blicke oder Kopfschüt-
teln. Ein Taxifahrer riet uns dringend
Bei einem Spaziergang sinnierte mein von einer Fahrt mit dem Auto ab.
Mann, von einem Wallfahrtsort weit Jetzt im November gebe es Frost und
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ferraum öffnen, und auch für die Pässe ten legte er den Termin auf den Mon- keine geeigneten Hotels, Telefonieren bin 1930 geboren und durfte in mei-
interessierten sich die Polizisten. Sie tag nach dem Weissen Sonntag Mitte war eine zeitraubende Kunst. Um ein nem Leben viele Gnadenorte besu-
fragten uns nach unserem Reiseziel und April 1982 fest. Die Plätze im ersten Zubrot für ihre Familien bemüht, chen, Pilger und Suchende begleiten
wir sagten immer, bald schmunzelnd Car mit Pilgern aus der Schweiz waren boten Frauen Privatzimmer an. Die und erleben, wie diese bereichert und
«Medjugorje». Von ihnen wollten wir heiss begehrt. Da ich zur gleichen Zeit Gäste wurden auf verschiedene Häu- geläutert zurückgekehrt sind. Ich gra-
wissen, ob wir auf dem richtigen Weg in Lourdes weilte, leitete Frau Elisa- ser verteilt und assen dort. An Gast- tuliere zum Jubiläum, hoffe und bete
seien oder ob sie uns eine andere Route beth Pfister die Pilgergruppe. Ohne freundschaft und reichlich Speis und auf eine baldige Reisefreiheit.
empfehlen könnten. Sie waren zuvor- Priester! Denn wie schon erwähnt, Trank mangelte es nicht. Nach dem
kommend und freundlich; die Pässe er- äusserte sich die Kirche sehr kritisch Aufenthalt der Aufbruch nach Hau- An dieser Stelle danke ich ganz herz-
hielten wir immer wieder retour! Bald zum Wallfahrtsort Medjugorje und se: Da ein wichtiger Übergang vereist lich Elisabeth Pfister, Pilgerleitung,
erreichten wir unser Ziel: Die Kirche den Erscheinungen. Zwei erfahrene war, erfolgte die Rückreise über Ös- Beni Hagg, Busfahrer, und Syl-
im Wallfahrtsort Medjugorje. Die Pil- Busfahrer wechselten sich am Steuer terreich. Soweit meine Ausführungen via Keller-Waltisberg, Reiseleitung
ger standen bis vor die Kirche und be- des Reisecars ab: Beni Hagg und mein zur Vorbereitung rund ums Abenteuer Medjugorje. Sie haben die Wall-
teten den Rosenkranz, so überfüllt war Mann, Walter Knecht, steuerten den der ersten Wallfahrt nach Medjugorje fahrten aufs Beste geleitet. Heute
der Kirchenraum mit Gläubigen. So Pionierbus. Der gutbesetzte 50 Plät- 1982, vor 39 Jahren. zeichnet Marianne Baldinger-Lang
wussten wir, dass dies ein Ort des Ge- zer verliess Windisch um 15 Uhr am für das Programm, die Reisleitung
betes ist. Als am nächsten Morgen drei Sonntagnachmittag nach Ostern und Wie es trotz Widerständen zur ersten und die Wahl des geistlichen Leiters
voll besetzte Busse ankamen – aus der erreichte das Ziel am Montag gegen Pilgerfahrt nach Medjugorje kam, verantwortlich.
Region um Portorož, wo wir im Hotel Mittag. Nützliche Mitbringsel wie habe ich Ihnen nun geschildert. Ich Olga Knecht-Frei, Windisch
logiert hatten – suchte mein Mann das Waschpulver, Kaffee, Teigwaren und
Gespräch mit der Reiseleiterin. «Ob sie Schokolade fehlten ebenso wenig wie
an die Erscheinungen glaube?» «Aber ein Gas-Grill, 40 Liter Wasser für
sicher», war die Antwort, sie komme Suppe, Würste und Getränke. Not
jede zweite Woche mit voll besetzten macht erfinderisch. Elisabeth Pfister
Bussen. Sehr beeindruckt besuchten und Beni Hagg brieten und siedeten
wir den Gottesdienst. Anschliessend Würste. Welch ein Komfort, ein Wie-
ging mein Mann im Pfarrhaus bei den nerli oder eine heisse Suppe zu genie-
Franziskanern vorbei. Sie halfen bei der ssen! Zwar stand eine Bord-Toilette
Suche nach einer Unterkunft für die zur Verfügung; trotzdem war es eine
geplante erste Gruppe und empfahlen Freude, wenn man unterwegs einen
ihm Privatzimmer. geeigneten Rastplatz gefunden hatte.
Medjugorje war damals ein armes
Erste Pilgerfahrt mit dem Car Dorf ohne jegliche Infrastruktur. Es
Nach vielen Anfragen und Telefona- gab löchrige und ungeteerte Strassen,
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An einem Glaubenskurs von den ist. Diese Nachricht traf mich wie Sprache zu sprechen, in einem kom- los, überglücklich. Wir fuhren los,
Erscheinungen in Medjugorje ein Blitz! Die Kursteilnehmer waren munistischen Land – und schulpflich- mein Mann begleitete mich.
gehört. schon längst auf dem Heimweg. Ich tige Kinder zu Hause, die betreut wer-
Anfangs der 80er Jahre besuchte ich sass immer noch an meinem Platz, den müssen? Ich sah ein, es war nicht Am italienisch-jugoslawischen Gren-
einen Glaubenskurs. Wie üblich wie gelähmt. Sollte das wahr sein? zu machen. Eines Tages sagte ich zu zübergang nach Slowenien war die
stellten wir unsere Wochen- und Se- Maria kommt zu uns auf die Erde? Jesus: «Du kennst meinen Wunsch. Kontrolle beängstigend. Ein vollbe-
minar-Themen vor. Feministische Fragen, Staunen, Unglauben, Glück Wenn es auch der Deine ist, so weiss setzter, italienischer Reisebus stand
Theologie, Marienerscheinungen, etc. überfielen mich. Ich schwebte fast ich, dass Du es einmal geschehen vor uns. Und nach einer langen War-
– Ich höre mich noch heute sagen: nach Hause. Noch in der Nacht rief lässt.» – Und es geschah! tezeit wurde ihm die Einreise verwei-
«Marienerscheinungen? – Nein, dan- ich den Priester an, der die Kassette gert. Er musste umkehren. Uns über-
ke, interessieren mich nicht.» besprochen hatte. Ob er denn daran Monate später sahen sie.
glaube, was er verkünde? – «Ja natür- Die Dame mit der Kassette fragte
Ein Jahr später lich», meinte er, aber den Weg zu dem mich spontan in einer Pause im Kurs, In Rijeka suchten wir ein Nachtquar-
Unsere Kursstunde war zu Ende. Wir Ort kenne er nicht. ob ich den Ort der Marienerschei- tier. Bei einer Familie fanden wir Un-
packten unsere Sachen zusammen, nung einmal selbst besuchen wolle. terkunft. Begeistert erzählten wir den
um nach Hause zu gehen. Da liess Die Sehnsucht den Ort zu besuchen, Ich winkte ab und berichtete von den Grund unserer Reise. Die Nachricht
eine Teilnehmerin eine Kassette lau- wuchs von Tag zu Tag mehr in mir. Schwierigkeiten. Wie überrascht war vom Kommen der Muttergottes auf
fen. Wir hörten, dass die Muttergot- In meinem Umfeld fand ich da- ich, als sie mir spontan anbot, sich in die Erde berührte sie nicht. «Maria
tes in einem kleinen Dorf in Jugos- für wenig Verständnis. Wie soll das dieser Zeit um meine Kinder und das brauchen wir hier nicht», stellten sie
lawien sechs Jugendlichen erschienen möglich sein, ohne Karte, ohne die Haus zu kümmern. Ich war fassungs- fest. Doch jedes Mal, wenn wir bei
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ihnen einkehrten, fragten sie, ob die reise von Griechenland hätte man ihm
Muttergottes immer noch in das Dorf davon erzählt. Morgen fahre er wieder
käme. nach Hause. Doch wir sahen ihn noch
Tage später.
Unsere Fahrt führte uns an der Küs-
te entlang. Wie schön die Landschaft Ein junges Mädchen mit zerzausten
war! Wenn wir durch einen Ort fuh- Haaren fiel uns buchstäblich vor die
ren, fragten wir mit Händen und Füs- Füsse. Sie schlief sofort ein, ungeach-
sen, ob wir auf dem richtigen Weg tet ihres Reisegepäcks. Später erzählte
seien. Ich suchte mit meinen Augen sie uns, sie sei getrampt vom hohen
jeden Berg ab. Wir hatten von dem Norden kommend. Wenn sie an die
Kreuz auf dem Berg gelesen, das vor dubiosen Fahrgelegenheiten denke,
langer Zeit (im Plane Gottes) errichtet würde sie jetzt noch erschaudern.
wurde. Dann sahen wir es! Wir wuss- Aber jetzt sei sie bei ihrer Mutter Ma-
ten, wir waren am Ziel unserer Reise – ria.
in Medjugorje, im Dorf zwischen den
Bergen. Es zog uns zur Kirche. Man Wir gingen zum Podbrdo, dem Er-
feierte gerade einen Gottesdienst mit scheinungsberg. Der Weg war recht
wunderbaren Gesängen. Es war kein der Kirchentür bedeute, zog er sein Elternhaus. Wie überrascht waren beschwerlich und von steinigen und
Hineinkommen, sie war übervoll. An Blatt aus der Schreibmaschine, gab es wir, dass die Eltern vor ihrem Haus dornigen Büschen begrenzt. Das erste
der Kirchentüre stehend fiel mir ein mir und sagte: «Lesen Sie die Worte standen und uns herzlich begrüssten, Kreuz unterwegs zeigte uns die Stel-
grosses, angeheftetes Blatt auf. Darauf der Muttergottes und verbreiten Sie als hätten sie auf uns gewartet. Spä- le, wo die Muttergottes den Kindern
stand: «Liebe Kinder.» Neben der Kir- diese!» ter stellten wir fest, dass sie uns für begegnete. Als ich vom Berg auf das
che entdeckten wir eine Ruine eines die Nächte ihr eigenes Schlafzimmer Dorf herabschaute, sah ich viele un-
abgebrannten Hauses. Vor unserem Auto studierte ein ande- überlassen hatten. fertige, unverputzte Häuser. Tiere
rer Pater, Pater Rupčić, unser Num- und Bewohner gingen durch dieselbe
Wir standen etwas verloren auf dem mernschild und rief hocherfreut: «Sie Die Menschenmenge vor der Kirche Tür, oder eine die es werden sollte.
Platz. Wo könnten wir eine Bleibe für kommen aus der Schweiz! BL, aus war anfangs noch überschaubar. Ich Ich machte mir Gedanken über die
die Nacht finden? Ich ging in das klei- Reinach!» Als ich ihn nach einer Blei- erinnere mich an einen Italiener, der Armut, die ich sah. Warum hatte die
ne Pfarrhaus. Ein Franziskaner Pater – be fragte, rief er spontan ein kleines hastig und nervös an seiner silbernen Muttergottes diesen Ort gewählt? Der
Pater Petar, wie ich später erfuhr – sass Mädchen, das gerade aus der Schu- Zigarettenspitze zog und rauchte. Er mich in eine andere Zeit versetzte?
an einer Schreibmaschine und tippte le kam. Die kleine Jelena setzte sich rief laut: «Dove Madonna!» Wo ist sie.
mit zwei Fingern einen Text. Als ich wortlos in unser Auto. Mit Handzei- Ich sehe sie nicht, das Geschwätz ist Wir besuchten danach Medjugorje re-
ihn fragte, was das «liebe Kinder» an chen zeigte sie uns den Weg zu ihrem doch alles Unsinn! Auf seiner Schiffs- gelmässig. Das Kommen der Mutter-
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