MIGROS-LOGISTIKPLATTFORM 2030 - PROJEKTDOSSIER, STAND MAI 2017
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WORUM ES GEHT Die Genossenschaft Migros Aare wächst. Immer mehr Filialen, zusätzli- che Verkaufsflächen im gesamten Wirtschaftsgebiet, breiteres Sortiment, steigende Absatzmengen. Dieses Wachstum fordert auch unsere Logistik heraus. Immer mehr Produkte zeitgerecht und in guter Qualität in die Regale unserer Filialen zu bringen – das ist eine Leistung, welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Logistikbereichs, aber auch unsere Produzenten und Lieferanten tagtäglich mit Bravour erbringen. Dass die bestehende Verteilzentrale in Schönbühl, von wo aus alle Fili- alen im Genossenschaftsgebiet beliefert werden, über kurz oder lang an Grenzen stösst, ist seit längerer Zeit ein Thema. Ein interdisziplinäres Projektteam hat Varianten erarbeitet, wie dem Kapazitätsengpass begeg- net werden könnte. Logistikplattform 2030 heisst das ambitiöse Projekt. Seit Anfang Mai 2017 ist klar, dass die Migros ihre Logistikplattform JÜRG FREFEL am bestehenden Standort in Moosseedorf / Schönbühl ausbauen kann. Gemein- LEI T ER DI REK T I ON de und Kanton haben die planrechtlichen Änderungen gutgeheissen und die LOGI S T I K & I N FORM AT I K , GEN OS S EN S C H A FT Verwaltung der Migros Aare hat den Kredit für die Erweiterung gesprochen. M I GROS A A RE Dass wir diesen wichtigen Meilenstein in verhältnismässig kurzer Zeit erreicht haben, ist höchst erfreulich - und alles andere als selbstverständlich. Möglich gemacht hat dies der ausserordentliche Einsatz unseres Projektteams und vieler weiterer Beteiligten. Mehr als zwei Jahren waren wir mit vollem Elan daran, die Erweiterung voranzutreiben. Behörden und Fachstellen haben un bürokratisch und konstruktiv mitgemacht, ebenso die Grundeigentümer. Dass die Stimmberechtigten von Moosseedorf den planrechtlichen Änderungen Ende 2016 so deutlich zustimmten, hat dem Projekt letztlich den entscheidenden Schub verliehen. 2018 sollen die ersten Bauarbeiten starten. Wir freuen uns darauf und werden alles daran setzen, das Erweiterungsprojekt so zu realisieren, dass der lokalen Be- völkerung keine gravierenden Nachteile erwachsen. Denn die Migros will auch weiterhin ein verlässlicher Partner in der Region sein.
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 WARUM EINE ERWEITERUNG? Die Umsatz- und Absatzzahlen der Genossenschaft Die bestehende Infrastruktur im Verteilzentrum Migros Aare steigen kontinuierlich – und in den ist mehrheitlich automatisiert. Die Kommissionie- nächsten Jahren rechnet die Migros mit weiterem rung – also das Aufteilen der sortenrein angelie- Wachstum. Die zusätzliche Warenmenge hat zu ferten Waren in gemischte Produktepaletten, wie logistischen Herausforderungen und zunehmend zu sie von den Filialen geordert werden – ist heute Kapazitätsproblemen geführt. Um den kurzfristig teilweise noch mit aufwändiger Hand- und Gabel- erwarteten Engpässen im Verteilzentrum Schönbühl staplerarbeit verbunden. Diese Arbeit ist zeitraubend entgegenzuwirken, hat die Genossenschaft Migros und benötigt auch übermässig viel Platz. Es besteht Aare bereits das «Schaerer-Areal» erschlossen und zudem Modernisierungsbedarf, damit die empfind- für Logistikzwecke genutzt. Diese Übergangslösung liche Logistikkette funktions- und leistungsfähig vermag die Bedürfnisse der Frischebelieferung bis bleibt und eine effiziente Verteillogistik etabliert ca. ins Jahr 2020 zu befriedigen. Danach entsteht vo- werden kann, die auch Zukunftsbedürfnisse des raussichtlich eine neue Engpasssituation, die insbe- Marktes abdeckt. sondere die Kommissionierung gekühlter Produkte sowie die Retourenlogistik betrifft. SE ST RAS B ERN GEMEINDE URTENEN-SCHÖNBÜHL MIGROS AARE A6 «SCHÖNBÜHL» G E M N E D I E G OBI R IE EN IN ZE NL SCHAERER-_ AH A1 AREAL -B B B S GEMEINDE PEUGEOT- MOOSSEEDORF AREAL H EUT I GES A REA L DER M I GROS A A RE I N S C H ÖN BÜH L/ M OOS S EEDORF 4 5
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 WIE KOMMT DER KOPFSALAT ZUM KUNDEN? DATEN UND FAKTEN ANBAUPLANUNG SCHNELL UND FRISCH ZUM VERTEILZENTRUM Eine fundierte Anbauplanung mit dem Produ- • Salat wird oft am Vormittag SCHÖNBÜHL zenten bildet die Grundlage für eine effiziente geschnitten, in die Verteilzentrale 4 MW Anlieferung während der ganzen Saison. Energiebedarf: angeliefert und noch gleichentags 4 MW Kältelast, entspricht ca. 2300 in die Filialen verteilt (vgl. Grafik). PRODUZENT Kühlschränken Nach der Ernte auf dem Feld liefert der • Bei Früchten und Gemüse aus Landwirt seine Ware über einen Lieferanten dem Ausland (Italien und Spanien) an das Verteilzentrum der Migros in Schönbühl. 100 000 m2 beträgt die Anlieferungszeit Benötigter Flächenbedarf: 2 bis 3 Tage. > 100 000 m2, entspricht ca. 14 Fussballfeldern TRANSPORT • Saisonale Frischprodukte bezieht Damit die Ware möglichst frisch ist, erfolgt die Migros Aare ausschliesslich die Anlieferung teilweise mehrmals täglich. aus ihrem Genossenschaftsgebiet (BE, AG, SO). WARENANNAHME 600 Anzahl LKW-Fahrten Die Ware wird im Verteilzentrum angeliefert, DER LOGISTIK- zu Filialen: bis zu 600 kontrolliert und zwischengelagert. LEISTUNGSAUFTRAG Fahrten pro Tag VERTEILZENTRUM SCHÖNBÜHL «Die richtigen Frischeprodukte KOMMISSIONIERUNG in den richtigen Mengen in bes- Die angelieferte Ware wird «kommissioniert»: ter Qualität zum richtigen Zeit- Das heisst, sie wird umgeladen und gemäss den Bestellungen aus den Filialen auf Paletten ver- punkt an den richtigen Standort >10 000 7000 teilt. Die Verteilzentrale stellt aus der sortenrein möglichst effizient befördern.» Anzahl kommissionierte Anzahl Anlieferungen Produkte: >10 000 angelieferten Ware also «Gemischtwaren-Pakete» So lautet der Logistik-Leistungs- LKW & Bahn: zusammen, die direkt an die einzelnen Filialen bis zu 7000 Paletten pro auftrag der Genossenschaft Migros Tag (Anteil Bahn ca. ausgeliefert werden können. 7 – 8 %) Aare. Diese Aufgabe erfüllt sie seit 1970 mit der Logistikplattform AUSLIEFERUNG am Standort Schönbühl, welche Auf der Verladerampe werden die für die Filiale bestimmten Gemischtwaren-Paletten folgende Aufgabenfelder und An in LKWs verladen. lagen umfasst: • Warenannahme und TRANSPORT Qualitätskontrolle Ein LKW beliefert auf seiner Tour oft • Gekühlte Kommissionierung mehrere Filialen. Die Filialen erhalten 30 000 km (Fleisch, Molkereiprodukte, Fahrdistanzen LKW: täglich bis zu fünf Lieferungen. Convenience) bis zu 30 000 km pro Tag • Teilautomatisierte ungekühlte FILIALE Kommissionierung (Früchte, In der Filiale wird die angelieferte Ware zwischen gelagert und in die Verkaufsregale gestellt. Gemüse, Blumen) Auf dem Rückweg transportiert der LKW leere • Retourenlogistik Paletten und Retouren aus der Filiale zurück in • Feindistribution / Filialbelieferung die Verteilzentrale. • Supportprozesse wie KUNDE Engineering, Unterhaltstechnik, Im Laden kann sich der Kunde aus Betriebsgarage und Informatik den Verkaufsregalen bedienen. 7
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 ERWEITERUNG ODER NEUBAU? ERWEITERUNG SCHÖNBÜHL Um den künftigen Herausforderungen begegnen Der Vorteil des Standorts Schönbühl liegt darin, zu können, braucht die Verteillogistik der Genos- dass im Gegensatz zur Neubauvariante kein zu- senschaft Migros Aare mehr Kapazität – und somit sätzliches Kulturland beansprucht wird. Eingezont mehr Platz. Am Anfang standen zwei Varianten zur werden muss lediglich ein Landstück zwischen der Diskussion: entweder eine Erweiterung der Infra- stark befahrenen Autobahn A1 und der SBB-Linie. 4 strukturanlagen am heutigen Standort Moosseedorf/ Auf diese Weise kann das bestehende Migros-Areal Schönbühl oder der Bau einer neuen Verteilplatt- in Schönbühl im Sinne einer nachhaltigen Ent- form auf der «grünen Wiese» in Neuendorf/ wicklung optimal genutzt werden. Ein gewichtiges Egerkingen, Kanton Solothurn. Argument für die Weiterführung der Verteillogistik am bisherigen Standort ist auch die Kontinuität, die den Mitarbeitenden angeboten werden kann. Eine Verlegung des Standorts hätte für das Personal ein- 1 schneidende Folgen, was voraussichtlich eine hohe TEIL C 2 Personalfluktuation mit entsprechendem Wissens- verlust für die Migros nach sich ziehen würde. 3 Um die Erweiterung des bisherigen Standorts Schönbühl zu realisieren, müssen mehrere Anforde- TEIL A rungen erfüllt sein. Zunächst müssen die Parzellen Nr. 480 und 481 erworben und von der Landwirt- schaftszone in eine Zone mit bestehender Überbau- ungsordnung umgezont werden. Der Eigentümer der Grundstücke, die zwischen der Autobahn und DI E VI ER P LA N UN GS GEBI ET E A M S TA N DOR T S C H ÖN BÜH L / M OOS S EEDORF der SBB-Bahnlinie liegen, hat Verkaufsbereitschaft signalisiert und entsprechende Verträge konnten ausgehandelt werden. Die Änderungen der beste- henden baurechtlichen Grundordnung wurden von Die Erweiterung der vorhandenen Logistik- Im Planungsgebiet 3 (Moosbühl) sind für die den Stimmberechtigten Moosseedorfs Ende 2016 Infrastrukturanlagen betrifft vier verschiedene beiden Teile C (Obi-Fachmarkt) und A (Schaerer- gutgeheissen. Ende März genehmigte der Kanton Planungsgebiete mit unterschiedlichen baurechtli- und Peugeot-Areal) die bestehenden Überbauungs- die Änderungen. chen Voraussetzungen: ordnungen an die neue Nutzung anzupassen. Für Im Planungsgebiet 1 (Moosmatt, Bereich Logistik) den Teil A muss zudem eine Überbauungsordnung, ist die bestehende rechtskräftige Überbauungsord- bestehend aus Überbauungsplan und -vorschriften, nung anzupassen. erarbeitet werden. Im Planungsgebiet 2 (Moosmatt Süd) handelt es Im Planungsgebiet 4 («Bahnhofstrasse Schönbühl») sich um eine rund 9800 m2 grosse Freifläche, be- ist keine Anpassung der Bauvorschriften erforderlich. stehend aus den Parzellen Nr. 480 und 481. Beide Parzellen sind derzeit noch als Landwirtschaftszone ausgewiesen. Sie müssen deshalb neu in eine Zone mit Überbauungsordnung (UeO) überführt werden. Beide Parzellen können ohne bauliche Schutzvor- kehrungen bebaut werden, da sie nicht in einem Gefahrengebiet liegen. Es handelt sich auch nicht um Fruchtfolgefläche, für die eine Kompensations- pflicht bestehen würde. 8 9
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 VERKEHR DELTA BZ1 BZ2 E IN STARK BE FAHRE NE R BZ4 KNOTE N: MOOSBÜHL- KRE UZUNG IN MOOSSE E - DORF BZ5 Die bestehende Verteilzentrale der Migros Aare in Zur internen Erschliessung des Planungsgebiets 3 Schönbühl verfügt über einen direkten Autobahn (Moosbühl) bedarf es einer Brücke über die Auto- zugang. Die Ausfahrt ab der A6 wird auch bei einem bahn A6. Sie kommt parallel zur Autobahnquerung vorgesehenen Autobahnausbau beibehalten. der SBB-Bahnlinie zu stehen. Für die Fussgänger wird zudem zwischen den neuen Anlagen und dem DIE LOGIST IKPLATTF O RM S CHÖ NBÜ HL M IT D E R B E ST E H E N DE N UN D Bestehende Gebäude MEHRBEDARF AN ABSTELLPLÄTZEN bestehenden Areal einseitig ein Trottoir entlang der DER NEU GEPLANTE N INF RA S TRU K TU R Geplante Gebäude FÜR LASTWAGEN neuen Verbindung gebaut. Die Erschliessung des Geplante Erschliessungen Die Genossenschaft Migros Aare wächst kontinuier- «Schaerer-Areals» verläuft entlang der Peugeot- lich. Das wirkt sich auf die Logistikmenge aus, die in Garage, wobei die Lastwagenpiste im ebenerdigen MÖGLICHE ETAPPIERUNGSPHASEN einer Brücke über die Autobahn A6 erschlossen. Schönbühl abgefertigt wird. Künftig sind zudem mehr Bereich vom übrigen Gelände abgetrennt wird. Die Zufahrt zu den beiden neu erworbenen Parzellen Kleinfilialen zu versorgen, was höhere Transportkapa- In einer ersten Bauetappe soll das bestehende Delta- Moosmatt Süd wird mit dem Bau einer Unterfüh- zitäten und mehr LKW-Abstellplätze beim Verteilzen- VERBESSERTE OBI-ZUFAHRT Gebäude, in dem die Retourenlogistik abgewickelt rung bei der SBB-Bahnlinie sichergestellt. trum erfordert (2015: rund 200 LKW-Abstellplätze, Auf der Gewerbestrasse im Planungsgebiet 3 wird, erweitert werden. Geplant ist eine neue Retou- Bedarf bis ins Jahr 2030: 240). (Teil C, Obi-Fachmarkt) besteht heute unabhän- ren-Sortieranlage, die während knapp zwei Jahren bei In der dritten und letzten Etappe wird der Neubau Weil durch die Brücke zum «Schaerer-Areal» sowie die gig vom Erweiterungsprojekt Optimierungsbedarf: laufendem Betrieb installiert wird. auf den Parzellen Moosmatt Süd für die Betriebs Unterführung zum Planungsgebiet 2 Boden verloren Die Anlieferungsituation des Obi-Fachmarkts ist Die zweite Etappe betrifft das Schaerer-Areal. Hier zentrale 5 erstellt. Gleichzeitig erfolgt die Erweite- geht und dadurch Abstellplätze wegfallen, soll der unbefriedigend gelöst und gibt in der Nachbarschaft werden zuerst die bestehenden Gebäude abgebrochen rung der bestehenden Betriebszentrale 2. Abschlies- künftige Bedarf mit Abstellplätzen auf den neu einzu- zu Lärmklagen Anlass. Um die Lärmemissionen der und dann ein Neubau mit einer ersten neuen Kom- send wird die zweite neue Kommissionieranlage zonenden Parzellen 480 und 481 aufgefangen werden. wartenden LKWs zu reduzieren, werden die Lärm- missionieranlage realisiert. Der Neubau (BZ4) wird installiert. schutzwände auf 3,5 m erhöht. Zudem wird der via Passerelle logistisch an das bestehende Gebäude INTERNE ERSCHLIESSUNG Trottoirrand versetzt. Die Zufahrt erfolgt neu von BZ2 angeschlossen. Zudem wird dieses Areal mit Um den internen Verkehr in den Planungsgebie- vorne statt von hinten, was eine eine zügige Einfahrt ten 1 und 2 (Moosmatt und Moosmatt Süd) zu der LKWs ermöglicht. Diese Massnahmen wer- organisieren, braucht es eine Unterführung bei der den vorab und unabhängig vom Standortentscheid SBB-Bahnlinie. Auf beiden Seiten der Unterfüh- realisiert. rung werden Rampen gebaut. 10 11
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 UMWELT NEUES ZULIEFERUNGSKONZEPT Das erhöhte Verkehrsaufkommen wird hauptsäch- Für die Variante «Erweiterung Schönbühl» wurde Im Planungsgebiet 2 (Moosmatt Süd) sind keine Die neu zu bauende Betriebszentrale auf dem lich am Knoten Moosbühlkreuzung negativ wahr- eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, Arten oder Lebensräume anzutreffen, die beson- «Schaerer-Areal» führt zu einer Umverteilung der genommen. Anhand der Analysen ist hier von einer die folgende Ergebnisse und Anforderungen an das deren Schutz benötigten. Ausserdem werden kei- LKW-Fahrten. Prognosen besagen, dass künftig minimen Mehrbelastung während den Stosszeiten Projekt ergab: ne Waldareale tangiert. Da es sich bei der neuen rund ein Drittel aller Wegfahrten von dieser Be- von einem bis max. zwei Prozent auszugehen. Diese Zonennutzung nicht um ein verkehrsintensives triebszentrale, zwei Drittel von den erweiterten Be- Zunahme wird als unkritisch eingestuft. Die Licht- Im Planungsgebiet 1 (Moosmatt) gibt es einzelne Vorhaben handelt und nur von einer leichten Ver- triebszentralen 1 und 2 erfolgen. Eine Verschiebung signalanlage am Knoten Shoppyland ist noch nicht kleinere Grünflächen. Unter anderem befindet sich kehrszunahme auszugehen ist, müssen keine spezi- der Fahrten ergibt sich auch durch den Ausbau der voll ausgelastet und auch an den anderen beiden hier eine rund 300 m2 grosse Retentionsmulde, die fischen Massnahmen zur Luftreinhaltung oder für Autobahn A6. Diese erschwert die Zugänglichkeit betroffenen Knoten ist die Zunahme als Teil des Pflanzen und Tiere beherbergt. Wegen des dicht den Lärmschutz umgesetzt werden. Auch bezüglich des Logistikareals, da die westliche Erschliessung prognostizierten Verkehrswachstums eingeplant und überbauten Gebiets ist sie jedoch ökologisch kaum Gewässerschutz sind keine besonderen Auflagen über die Industriestrasse wegfällt. Aus diesem Grund somit bereits berücksichtigt. vernetzt. In dieser Mulde gibt es eine mit Rohr- einzuhalten, da sich das Areal im Gewässerschutz- hat die Migros Aare ein optimiertes, den Umstän- kolben bewachsene Fläche und angrenzend eine bereich B (übrige Gebiete) befindet. den angepasstes Zulieferungskonzept entwickelt. Zwischen der Einwohnergemeinde Moosseedorf kleine offene Wasserfläche. Wegen seiner geringen Bei der Energieversorgung setzt die Genossen- und der Genossenschaft Migros Aare wurde ein In- Ausdehnung (rund 42 m2) erfüllt dieser Lebensraum schaft Migros Aare auf eine nachhaltige Lösung. ZUSÄTZLICHES VERKEHRSAUFKOMMEN frastrukturvertrag ausgearbeitet, welcher die Anzahl nicht alle wesentlichen ökologischen Funktionen. Die neuen Betriebszentralen werden künftig vom DURCH ERWEITERUNG LKW-Fahrten tagsüber und nachts reglementiert. Trotzdem wird er als schützenswert eingestuft. Da bestehenden zentralen Heizsystem versorgt. Die Durch das geplante Wachstum der Migros Aare kom- die künstlich angelegte Retentionsmulde wegen Holzpaletten-Verbrennungsanlage – somit aus nach- men Fahrten hinzu. Da das umliegende Strassennetz der Erweiterung aber nicht erhalten werden kann, wachsenden Rohstoffen – bildet eine nachhaltige aber bereits heute eine hohe Grundbelastung aufweist, erbringt die Migros einen ökologisch wertvollen Energieversorgung. Ausserdem werden ein Ausbau ergibt sich laut Berechnungen eine Verkehrszunahme Ersatz an einem geeigneten Standort und sorgt für der Sonnenenergieanlagen auf den Dächern der von maximal einem Prozent. Eine von der Gemeinde die langfristige, sachgerechte Pflege eines speziell Betriebszentralen sowie die Wärmerückgewinnung Moosseedorf in Auftrag gegebene Verkehrserhebung angelegten Laichgewässers für Kreuzkröten im aus den neuen Hochregallagern in Betracht gezo- an zwei unterschiedlichen Tagen im Juli 2016 weist Golfpark Moossee. Zudem wird das Laichgewässer gen. Dank des Einbaus neuster Technik werden die auf der Moosbühlkreuzung in Moosseedorf ca. 32 000 durch ein Fachgremium ökologisch begleitet, um die Emissionen minimiert. Fahrten pro Tag aus. Davon entfallen ca. 2700 Fahr- erwarteten Fortschritte zu dokumentieren. ten auf LKW, sprich Fahrzeuge mit einem Gesamt- gewicht von mehr als fünf Tonnen. Rund 200 dieser LKW-Fahrten stehen im Zusammenhang mit der Migros Genossenschaft Aare. VERKEHRSBELASTUNG MOOSBÜHLKREUZUNG Täglicher Verkehr 32 000 Fahrten - davon LKW 2700 Fahrten - davon Migros-LKW 200 Fahrten 12 13
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 S TA N D M A I 2 0 1 7 POLITISCHER PROZESS MITWIRKUNG ÖFFENTLICHE AUFLAGE Die Mitwirkung für das Erweiterungsprojekt Die öffentliche Auflage im Herbst 2016 führte zu (Änderungen der Zonenpläne, Baureglemente und fünf Einsprachen, die mittlerweile alle besprochen Überbauungsordnungen) wurde vom 20. April bis und grösstenteils erledigt werden konnten (vgl. un- 9. Mai 2016 durch die Gemeinde Moosseedorf ten, Genehmigung durch Kanton). durchgeführt. Die fünf Eingaben betrafen folgende Punkte: GEMEINDEVERSAMMLUNG • Ausarbeitung eines Detailkonzepts zur Die Gemeindeversammlung von Moosseedorf LKW-Anlieferung an der Gewerbestrasse für stimmte am 10. Dezember 2016 den planungsrecht- den Obi-Fachmarkt. Das Konzept wird im lich nötigen Anpassungen mit 268 Ja zu 6 Nein Vorfeld unabhängig vom vorliegenden Projekt deutlich zu. Gegen den Entscheid gingen keine ausgearbeitet und realisiert. Aktuell (Stand Au- Beschwerden ein. gust 2016) liegt das Baugesuch bei der Einwoh- nergemeinde Moosseedorf öffentlich auf. GENEHMIGUNG DURCH KANTON • Detaillierte Analyse des Verkehrsaufkommens Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumord- am Knotenpunkt Moosbühl und daraus abge- nung (AGR) genegmigte Ende März 2017 die plan- leitete geeignete Massnahmen (Details siehe rechtlichen Änderungen. Dabei behandelte es auch Kapitel «Verkehr»). die noch hängigen Einsprachen aus der öffentlichen • Machbarkeitsstudie mit SBB Cargo, ob und wie Planauflage. In einem Fall konnte eine Einigung der Bahntransport generell erhöht werden kann. zwischen Einsprecher und Migros Aare erzielt wer- Aktuell belaufen sich die Bahnlieferungen (An- den; im zweiten Fall wurde nicht auf die Einsprache und Retourenlieferung) auf 7 – 8 % des Gesamt- eingetreten, weil das AGR die Person nicht als ein- verkehrs. spracheberechtigt ansah. Mit dem Gasverbund Bern Der Gemeinderat nahm am 6. Juni 2016 den Mit- konnte die Migros eine Vereinbarung abschliessen, wirkungsbericht zur Kenntnis und verabschiedete welche die Folgen einer allfällig nötigen Verschie- die Planung z. Hd. des Kantons zur Vorprüfung. bung der Gasleitung regelt. Diese verläuft entlang der Autobahn A6 und müsste verlegt werden, wenn VORPRÜFUNG KANTON die Autobahn dereinst verbreitert werden sollte. Die Rückmeldung des Kantons im Rahmen der Vorprüfung fiel grundsätzlich positiv aus. Folgende STANDORTENTSCHEID MIGROS Details galt es noch anzupassen: Die Migros Aare gibt grünes Licht für die Erweite- • Detailklärung von zusätzlichen Gewässerzonen rung am Standort Schönbühl. Investitionssumme: im Bereich Planungsgebiet Moosmatt rund 250 Millionen Franken. • Nachweis der Funktionalität der neuen Er- schliessung anhand weiterer Schleppkurven WEITERES VORGEHEN • Ergänzung des Überbauungsplans im Bereich Im Herbst 2017 ist das Baubewilligungsverfahren «Moosmatt» mit Querschnitten und die Submission vorgesehen. 2018 könnte unter diesen Voraussetzungen die ersten Bauarbeiten starten. Es ist mit einer Bauzeit von gut sechs Jahren zu rechnen. 14 15
M I G R O S L O G I S T I K P L AT T F O R M 2 0 3 0 TERMINE 20. April – 9. Mai 2016 Öffentliche Mitwirkung 10. Juni – Ende Juli 2016 Vorprüfung durch kantonale Amtsstellen und Bereinigung 7. Sept. – 7. Okt. 2016 Öffentliche Auflage 12./13. Oktober 2016 Einspracheverhandlungen 10. Dezember 2016 Beschluss durch Gemeindeversammlung Februar 2017 Eingabe an Kanton März 2017 Genehmigung durch Kanton Mai 2017 Standortentscheid Migros Herbst 2017 Baubewilligung und Submission 2018 – 2023 Realisierung AUSKÜNFTE Genossenschaft Migros Aare Kommunikation Industriestrasse 20 3321 Schönbühl Telefon 058 565 81 11 media@migrosaare.ch IM PRESSUM Herausgeber: Genossenschaft Migros Aare Konzept und Redaktion: Egger Kommunikation, Bern Gestaltung: Siro Grafik, Worblaufen Fotos: Villard Kommunikationsmedien Schönbühl, Mai 2017 16
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