Pfarrbrief September 2021 - Hl. Edith Stein
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Vorwort des Pfarrers
der Schuld von anderen, für andere.
Sinnbildlich erfahrbar war das im
alten Judentum durch den Sünden-
bock, der in die Wüste geschickt
wurde. Nun ist es Jesus, der Sohn
Gottes selbst, der die Sünden der
Welt am Kreuz auf sich nimmt.
Die Heilige Edith Stein, die mit bei-
den Traditionen eng verbunden ist,
und die Ihre geistliche Suche unter
das Geheimnis des Kreuzes gestellt
hat, wurde an einem Yom Kippur
geboren und hat später als Karmeli-
tin in ihrer Ordenstradition immer
Liebe Leserinnen und Leser, am Fest Kreuzerhöhung ihre Gelübde
erneuert. Sie wurde besonders befä-
der September ist im katholischen higt, ihr Leben und ihr Sterben als
Jahreskreis nicht durch großes ein „Für“ zu geben: Für ihr Volk, für
Brauchtum geprägt. Neben einigen die anderen.
kleineren Marienfesten gibt es aller-
dings in der Mitte des Monats, am Dieses „Für“ im Kleinen, wie im Gro-
14.09. das unscheinbare Fest der ßen, möge auch unser Leben prägen,
Kreuzerhöhung. da Gott sowieso für uns ist.
Ganz anders der jüdische Kalender: Viele Grüße und Segen
alle großen Feste jenseits von Pes-
sach und Pfingsten können, je nach Ihr Michael Wiesböck, Pfr.
Mondphase in diese Zeit fallen. Die-
ses Jahr wird Yom Kippur, der große
Versöhnungstag zwei Tage nach
Kreuzerhöhung gefeiert. Das lässt auf
ganz besondere Weise die versöh-
nende Dimension des Kreuzes auf-
scheinen. Der aus dem Verständnis
fast verschwundene Begriff „Sühne“
steht bei beiden Festen im Zentrum:
Stellvertretendes Auf-Sich-Nehmen
2Edith Steins Kreuzesbotschaft
Edith Steins Kreuzesbotschaft Krise zu Krise gesteigerten Reifepro-
zesses. „Ave Crux, spes unica“ [Sei
Im liturgischen Kalender steht für gegrüßt, o Kreuz, du einzige Hoff-
den 14. September das Fest der nung] schrieb Edith Stein 1941 an
Kreuzerhöhung bzw. Erhöhung des eine Mitschwester.
Heiligen Kreuzes. Dieses heute in der Ihre Theologie des Kreuzes entwi-
römisch-katholischen Kirche meis- ckelte Edith Stein besonders intensiv
tens still gefeierte Fest hat im Orden in ihrem letzten, wegen ihrer Ver-
der Unbeschuhten Karmelitinnen, haftung im August 1942 nicht mehr
dem Edith Stein seit 1933 angehörte, vollendeten Werk „Kreuzeswissen-
einen festen Platz. Es hat seinen Ur- schaft“, in dem sie sich mit den mys-
sprung in Jerusalem, wo im Jahre tischen Schriften des hl. Johannes
335 die feierliche Einweihung der vom Kreuz (.....) auseinandersetzte.
Konstantinischen Basilika über dem Die Kreuzeswissenschaft ist in erster
Heiligen Grab stattfand. Am 14. Sep- Linie nicht als Wissenschaft im übli-
tember, dem Tag nach der Kirchwei- chen Sinn zu verstehen, sie ist für die
he, wurde dem Volk zum ersten Mal Autorin keine bloße Theorie, son-
das Kreuzesholz gezeigt („erhöht“) dern vielmehr eine lebendige Wirk-
und zur Verehrung dargereicht. Im lichkeit, ein Licht in der Dunkelheit,
Karmel bedeutet der 14. September das zugleich eine große Hilfe dabei
den Anfang einer Fastenzeit, die mit bietet, Leiden in einem göttlichen
dem 25. Dezember beendet wird. Licht zu sehen. Ihr Tod in Auschwitz
Eine tiefe Symbolik hatte für Edith kann aus dieser Perspektive als die
Stein auch die Tatsache, dass ihre letzte Station ihrer Kreuzesnachfolge
Mutter Auguste Stein (1849-1936) an betrachtet werden.
diesem Tag gestorben ist – „gerade
zu der Stunde, als wir hier – wie all- Aleksandra Chylewska-Tölle
jährlich an diesem Tage – unsere Ge-
lübde feierlich erneuerten“, wie sie Quellen: ESGA 3, S. 262 und 511; ESGA
in einem Brief an eine befreundete 18, https://www.karmelocd.de/
Korrespondentin schrieb. geschichte-und-spiritualitaet/
karmelheilige/kreuzerhoehung.html
Das Kreuz war für Edith Stein in meh-
(4.08.2021)
rerer Hinsicht ein wichtiges Symbol
für ihre Berufung, was auch die Wahl
des Ordensnamens – Schwester Te-
resia Benedicta a Cruce – deutlich
belegt. Ihre Kreuzesnachfolge war
das Ergebnis eines mühseligen, von
3Gründungsgottesdienst
Ein langer Weg kommt an seinen Der Erzbischof war auf der Bühne
Beginn von allen Seiten gut zu sehen: „Ein
Die strahlende Sonne mitten im Ge-
sicht, auf dem grünen Rasen oder
dem Parkplatz vor Bruder Klaus, so
saßen die Gläubigen aus St. Josef,
Dominicus und Bruder Klaus auf
Stühlen zwischen Rosen und Lilien
wie im Paradiesgarten und warteten
auf den Erzbischof. Ehrenamtliche
und hauptamtliche Musiker aus den
drei Gemeinden saßen an der Orgel
oder in Inseln um die Bühne. Sie be-
gleiteten die Gründungsmesse mit
einem bunten Lieder - Mix, der die
vielfältigen und in den drei Gemein-
den bisher gewachsenen Traditionen
bezüglich liturgischer Musik anschau-
lich abbildete.
Foto (J.Porzucek): Mosaikkreuz
Das Mosaikkreuz als Aktion aller drei Gemeinden
wurde zu Beginn der Gründungsfeier gesegnet: die
kleinen Bildchen stehen repräsentativ für die ver-
schiedenen Gruppen der Pfarrei, Inspiration dafür
war das Gebet von E. Stein: „Frag‘ mich nicht nach
meinen Sehnsuchtswegen, bin aus Deinem Mosaik
ein Stein./Wirst mich an die rechte Stelle legen,
Deinen Händen bette ich mich ein.“
langer Weg kommt an seinen Be-
ginn!“ waren seine ersten Worte,
und dann lud er dazu ein, jetzt offe-
nen Herzens gemeinsame neue Er-
Foto (W.Wetzler): Bronzetafel fahrungen zu machen, wohlweislich
dass sich manche mit der personel-
Geschenk von Erzbischof Koch: Bronzetafel, die in
allen drei Gemeinden der Pfarrei Edith Stein zu-
len Strukturierung schwertun. „Im
künftig hängen wird; sie zeigt Edith Stein, ein Kreuz Herzen nehmen wir Pfarrer Bertram
als Symbol für ihren zeugnishaften Tod in Tippelt in die Messe hinein, dessen
Auschwitz und die Umrisse von Neukölln.
4Tod uns alle betroffen gemacht hat.“ und gewohnten Orten wird zweitran-
Neben ihm standen der neue Pfarrer gig, wichtig wird das innere Zwiege-
Michael Wiesböck, und Prälat Dy- spräch mit Gott.
bowski. Monsignore Bonin, Pfarrer In der Homilie wandte sich Erzbi-
Misgaiski, Pfarrer Motter, Pfarrer schof Dr. Heiner Koch ganz der Per-
Kucklick und Diakon Rösler saßen son Edith Stein zu, die in einer Zeit
neben dem Altar, der weiß einge- lebte, in der die Frage, ob es den
deckt auf Teppichen stand und reich- Gott der Juden und Christen über-
lich mit Blumen geschmückt war. haupt gibt, zentral war: für Feuer-
Das Evangelium zitierte die Frage der bach, Nietzsche und Marx galt Gott
Frau am Jakobsbrunnen: „Wo sollen nur als Erfindung, als billiger Trost für
wir anbeten?“, und so mancher die Armen; der Fortschritt der Natur-
Gottesdienstteilnehmer wird die Ant- wissenschaften schien zudem einen
wort Christi auf die Fusion der Pfar- Gott überflüssig zu machen. In der
reien übertragen und verstanden akademischen Auseinandersetzung
haben, wohin die Reise geht: Gott dieser Zeit kam die Jüdin, Philoso-
sucht die Anbeter in Geist und Wahr- phin und wissenschaftliche Assisten-
heit, das Festhalten an Gebäuden tin zum Glauben an Gott, den sie
Foto (J.Porzucek): Agape, vom ersten Stock aus fotographiert
Berührungsängste unter den Pfarrangehörigen werden bei Sekt und Häppchen abgebaut.
5Gründungsgottesdienst
schon aus den Augen verloren hatte. Stein so verknüpft ist, so Erzbischof
Sie konvertierte und trat später in Koch, sollte dies hier in Neukölln-Süd
den Kölner Karmeliterorden ein. Der lebendig werden lassen, „für die
Bischof stellte die Frage in den Menschen, mit denen wir zusam-
Raum: „Wie ist sie zu diesem Glau- menleben, die vielleicht keine Chris-
ben gekommen? Er beantwortet sie ten sind, die Ihr Wort, ihre Gemein-
selbst mit drei Statements: schaft brauchen, auch in allen Ein-
Edith Stein führte ein lebendiges, richtungen, die zur Pfarrei gehö-
tiefes „Anbetungsleben“ bis zum ren…“. Sehr eindrücklich war das
bitteren Ende im Konzentrationsla- Ende der Homilie: „Euch als Pfarrei
ger Auschwitz, sie hatte eine Fröm- frage ich: Leben wir wirklich aus ei-
migkeit, die weniger ein Gefühl, als ner tiefen Gemeinschaft in Christus?
die Entscheidung war, in Beziehung Es geht nicht zuerst um Dogmen…
mit Gott zu leben, im Vertrauen da- Lassen wir uns immer wieder darauf
rauf, dass er da ist. ein zu glauben? Sammeln wir Erfah-
Zweitens ließ sie sich auf den Glau- rungen miteinander und allein? Le-
ben in guten und schweren Stunden ben wir für die Menschen, die Gott
ein, war bereit, immer neue Erfah- uns zur Seite stellt, die uns wiederum
rungen zu machen; Ernst zu machen auch ihren Lebensreichtum schen-
mit Gott, auch wenn es zu Brüchen ken? Als Pfarrei lassen Sie sich auf
mit der eigenen Familie und zur ge- eine Person ein, geben sie der Pfarrei
sellschaftlichen Ächtung führte. Die ihr Gesicht…, lassen Sie durch Ihr
Bereitschaft, treu zu bleiben, führte Gesicht Christus aufstrahlen hier in
sie zu dem radikalen Schritt des Ein- Neukölln. Heilige Edith Stein, bitte
trittes in den Karmel und dann zum für diese, Deine Gemeinde!“
Tod in Auschwitz. Danach verlas Erzbischof Heiner
Schließlich kennzeichnet Edith Stein
ein Leben im Wörtchen „Für“, für die
anderen um sie herum zu leben. So
sagte sie beim Gang in die Gaskam-
mern von Auschwitz: „Komm, wir
gehen für unser Volk, für Israel!“
Und sie ging durch die Reihen der
todgeweihten Kinder und Frauen,
spielte und sprach mit ihnen und
tröstete sie.
Eine Pfarrei, die mit der Person Edith
Foto (W.Wetzler): Bürgermeister Hikel gratuliert
zum „Verwaltungsakt“
6Koch die Errichtungsurkunde der ten Priestertums“ die „geregelte und
neuen Pfarrei Heilige Edith Stein fruchtbare Verwaltung der Sakra-
Neukölln-Süd, die gleichzeitig die mente mit ihrer Autorität ordnen“,
Aufhebung der bisherigen drei Pfar- beauftragte jetzt der Erzbischof in
reien beinhaltet; er bestellte als einem feierlichen Akt Pfarrer Wies-
Pfarrkirche St. Dominicus und er- böck zur Spendung der Sakramente
Foto (W.Wetzler): Die Feier der Eucharistie
wähnte, dass St. Joseph und Bruder von Taufe, Eucharistie, Krankensal-
Klaus „Kirchen unter Beibehaltung bung, Bußsakrament und der Ver-
des Patroziniums“ bleiben. Der Bi- kündigung des Evangeliums. Dazu
schof setzte Pfarrer Wiesböck als wurden Stola, Salböl, Taufschale und
„Pfarrer mit allen Rechten und die Heilige Schrift übergeben.
Pflichten“ ein und fügte hinzu: „Lieber Herr Erzbischof, ich bin, Gott
„Gehen Sie mit den Menschen und sei Dank, nicht allein!“ so Pfarrer
für die Menschen und seien sie Wiesböck und stellte jetzt sein Team
ihnen ein guter Hirt!“ vor: Monsignore Bonin, Pfarrer Mis-
Weil Bischöfe nach Lumen Gentium gaiski, Diakon Rösler, Falk Schaberik,
„Als Verwalter der Gnade des höchs- Christina Brath, und (die abwesen-
7Gründungsgottesdienst
hen Tod von Pfarrer Bertram Tippelt
und würdigten seinen Einsatz für
starke Nachbarschaft im Quartier, für
Dialog und Ökumene. Bürgermeister
Hikel (SPD) betonte den Wert der
Glaubensgemeinschaften und drück-
te seine Wertschätzung für ihren Ein-
satz in Neukölln-Süd aus: „Für starke
Nachbarschaft sind starke Gemein-
den unerlässlich: Glaube bietet Hei-
Foto (J.Porzucek): Bischof segnet die Pfarrei Edith mat im wahrsten Sinn des Wortes,
Stein Glaube bietet Schutz und Geborgen-
heit und verbindet Menschen mitei-
den) Krankenhausseelsorger Diakon nander über den gemeinsamen Glau-
Bellin und Phillipp Geisen. ben.“
Das Pastoralteam sprach darauf ei- Superintendent Nottmeier sprach
nen Treueeid. von dem nötigen Aufbruch, um im
Auf die knappe Vorstellung der Gre- Schmerz des Abschiedes gemeinsam
mien, Sachausschüsse, Leiter der Neues zu entwickeln. Er beglück-
Kitas und der Schule sowie der Eh- wünschte zu dem Namen einer der
renamtlichen in den verschiedenen großen Glaubenszeuginnen und Brü-
Diensten folgte die Erneuerung des
Taufversprechens aller anwesenden
Pfarrmitglieder und ein feierlicher
Segen über die ganze Pfarrgemeinde.
Die Fürbitten wurden in verschiede-
nen Sprachen vorgetragen: Neukölln
ist Heimat vieler Nationen!
Nach der Messe, die etwa 90 Minu-
ten dauerte, gab es zwei Grußworte.
Der amtierende Bürgermeister Mar-
tin Hikel und der Superintendent Dr.
Christian Nottmeier des evangeli- Foto (J.Porzucek): Superintendent lädt ein,
„Brücken zu bauen“ wie Edith Stein
schen Kirchenkreises Neukölln zoll-
ten den Mühen, die einem solchen ckenbauerinnen des 20. Jahrhun-
„Verwaltungsakt“ vorangehen, allen derts. „Wir brauchen ein gemeinsa-
Respekt. Beide bedauerten den frü- mes Zeugnis in guter Verschieden-
8Mosaikkreuz
heit unserer Kirchen …, um dem Wir wachsen zusammen
christlichen Glauben in verschiede- oder wie das Mosaikkreuz entstan-
nen Facetten ein Gesicht zu ge- den ist
ben...Wir als Kirchen sind wichtig in Mit dem Kreuz wollten wir im Grün-
diesem Bezirk, öffnen wir unsere dungsgottesdienst unsere Vielfalt
Räume in den Sozialraum, dass er ein und Buntheit in unserer Pfarrei zei-
Segensraum wird! gen. Dazu haben wir in der Vorberei-
Zu guter Letzt dankte die Vorsitzen- tungsgruppe entschieden, dass unse-
de des Pfarreirates Romana Pawlak re Gruppen und Kreise jeweils ein
den Pionieren auf dem Weg zur
Großpfarrei, dem Leitungsteam der
Entwicklungsphase, Frau Kerschke-
wicz, Herrn Klose und Pfarrer
Pfeifroth, dem es leider nicht mög-
lich war, dabei zu sein. Auch Pfarrer
Wiesböck bekam Sonnenblumen:
“Willkommen! Wir freuen uns, dass
Sie da sind!“
Leckere Häppchen aus der Küche von
St. Dominicus zu Sekt und Saft wur- kleines Teilchen dafür gestalten sol-
den dann - um Aufläufe zu vermei- len. Irgendwann habe ich anhand
den - auf Tabletts unters Volk ge- der Maße des Kreuzes ausgerechnet,
bracht und überall sah man Gemein- wie viele Teilchen benötigt werden
demitglieder auf die Neue Zeit ansto- und habe, ehrlich gesagt, im ersten
ßen. Moment Panik bekommen, ob wir
Paradiesgarten, Vorfreude, Nostal- das Kreuz einigermaßen füllen kön-
gie, Skepsis oder Angst? Egal was uns nen. Ich hatte ausgerechnet, dass wir
umtreibt, jedes Pfarrmitglied von mehrere hundert Teilchen benöti-
Edith Stein ist sicher gut beraten, die
Worte des Erzbischofes zu beherzi-
gen, die Einheit in der Vielfalt zu be-
wahren, denn das II. Vatikanische
Konzil betont: Bischöfe sind Diener in
der Leitung: Wer sie hört, hört Chris-
tus. Und Christus macht letztlich al-
les gut.
Maria Voderholzer
9Mosaikkreuz Danksagung
gen. Ich habe in St. Dominicus alle Wir wünschen Anna Firla alles Gute!
Kreise und Gruppen schriftlich und
persönlich angesprochen. Dies habe Zwei Jahre lang hat Anna Firla in un-
ich auch aus den anderen Gemein- seren Gemeinden als Pastoralassis-
den gehört. In St. Dominicus konn- tentin in der Berufseinführung ge-
ten an einem Sonntag nach der Mes- wirkt und ihre unaufdringlichen seel-
se Teilchen gestaltet werden. Einige sorglichen Spuren hinterlassen. Vie-
Gruppen haben sich sehr intensiv len sind ihre einfühlsamen Impulse
damit beschäftigt, wer sie sind und sicher noch in Erinnerung. Wort-
was sie in die neue Pfarrei einbrin- Gottes-Feiern, Edith-Stein-Wochen,
gen können. Aus diesen Gesprächen eine Jugendfahrt in Kooperation mit
heraus wurden dann die Teilchen öffenlichen Schulen nach Krakau, das
gestaltet. Viele haben mitgemacht. sind nur einige Bausteine ihres Wir-
Zum Schluss kamen so viele Teilchen kens bei uns. Nun ist es an der Zeit,
zusammen, dass es eine Herausfor- dass sie ihre neue Stelle in der Nach-
derung war, sie alle auf dem Kreuz barschaft, nämlich im pastoralen
aufzukleben. Ich danke allen, die sich Raum Berlin-Lichtenrade/-Buckow/-
darauf eingelassen haben, bei der Marienfelde/-Tempelhof übernimmt.
Entstehung des Mosaikkreuzes dabei
zu sein. Ich bin durch diese Aktion Dazu wünschen wir ihr Gottes Segen
mit sehr vielen Menschen in Kontakt und Kraft.
gekommen, entweder wieder oder
ganz neu. Dafür bin ich dankbar.
Text und Fotos: Angela Völker Herzlichen Dank!
Seit dem Jahr 2000 hat sich Frau
Kelm um die Katholische Öffentliche
Bücherei in St. Dominicus geküm-
mert. Als Frau, die das geschriebene
Wort liebt, versuchte Sie es auch an-
deren, Klein und Groß, schmackhaft
zu machen. Die veränderten Lesege-
wohnheiten oder Nicht-
Gewohnheiten haben es zunehmend
mühsamer gemacht, überhaupt Bü-
cher verleihen zu können und
Corona hat dann gerade noch ge-
10Interview mit Anna Firla
fehlt. Obwohl sie oft Einzelkämpferin
sein musste, hat sie diesen Dienst
gerne geleistet. Schweren Herzens
hat sie nun ihre Aufgabe abgegeben.
Vielen Dank und vergelt’s Gott!
Kirchenmusik für alle Generationen
Wenn jemand für Musik und durch
Musik begeistern kann, dann Stefan
Flügel! Begeisterung und geistliche
Musik muss ja auch irgendwie zu-
sammen gehen, sonst wäre es eine
traurige Sache. Auf alle Fälle genü-
gen einige einladende Gesten von
ihm und sein musikalisches Anstim-
men, und die Menschen singen mit.
Seit 2010 hat Herr Flügel als Kirchen- Foto (J.Porzucek): Anna Firla
musiker in St. Dominicus die Jüngs-
ten bis zu den Älteren, im und außer- Im August 2019 hast Du die Berufs-
halb des Gottesdienstes, live oder einführung auf dem Weg zur Pasto-
online, in das Lob Gottes einstimmen ralreferentin angefangen. Nun bist
lassen. Wir werden ihn vermissen Du mit der Ausbildung fertig. Dies
und wünschen ihm gleichzeitig für ist ein willkommener Anlass, einen
seine Zukunft, in der er sich vielleicht kurzen Rückblick auf Deine Aktivitä-
noch mehr dem Liedermachen wid- ten in den letzten zwei Jahren zu
men kann, alles Gute und Gottes Se- wagen.
gen. In welchen pastoralen Bereichen
wurdest Du eingesetzt? Was hat zu
Vielen Dank für Ihren Dienst! Deinen Aufgaben gehört?
Am Anfang meiner Berufseinführung
habe ich Religionsunterricht am Al-
Michael Wiesböck, Pfr. bert-Einstein-Gymnasium unterrich-
tet und war vorwiegend in der Ju-
11Interview mit Pastoralreferentin Anna Firla
gendpastoral tätig. Mit dem Wechsel dankbar, dass er mir dieses Geschenk
von St. Dominicus nach Bruder Klaus gemacht hat. Einige Gemeindeglieder
wechselte auch mein Aufgabenbe- sagten nach der Feier, dass meine
reich: Ich durfte unter der Begleitung Aufregung sich bestimmt mit der Zeit
von Pfr. Pfeifroth unterschiedliche legen würde. … Seitdem ist über ein
liturgische Dienste nach und nach Jahr vergangen, und ich habe unter-
kennenlernen und mich in die Öffent- schiedliche Gottesdienste leiten dür-
lichkeitsarbeit einbringen. Im letzten fen. Ich spüre jedes Mal aufs Neue
Jahr der Berufseinführung konnte ich, diese „heilige“ Aufregung und tiefe
dank des Freiraums, den mir Msgr. Dankbarkeit…
Bonin gewährte, kreativ sein und ei-
gene Projekte durchführen, die in den Was bleibt Dir in Erinnerung, wenn
Bereichen Liturgie, Erwachsenenpas- Du heute an die letzten zwei Jahre
toral und Ökumene anzusiedeln sind. der Ausbildung denkst? Wie hat Dich
die Zeit in Bruder Klaus geprägt?
Was waren Deine Motive zum Erler- Die intensiven persönlichen Begeg-
nen dieses Berufs? nungen, all die lieben Worte und Zei-
Ich wollte für Jesus arbeiten … chen der Annahme und Anerkennung.
Die konstruktive Kritik, wenn ich am
Welche Aktivitäten haben Dir beson- Mikrofon zu leise war (lacht)…
dere Freude bereitet? Wo konntest Insbesondere die Liebe und Wärme
Du Deine Kompetenzen am besten der Menschen in Bruder Klaus werden
einbringen? mich auf meinem weiteren Weg be-
Das ökumenische Projekt „Lichtspur“. gleiten und mir Kraft geben. Ich bin
Hierbei konnte ich meine langjährige überaus dankbar für die Zeit hier. Ich
Erfahrung und das Wissen auf dem werde die persönlichen Kontakte und
Gebiet der ignatianischen Spiritualität die schöne Kirche vermissen!
für andere fruchtbar werden lassen.
Es macht mir eine besondere Freude, In diesen zwei Jahren wurdest du oft
zuschauen zu dürfen, wie Gott den mit der Person und dem Leben von
Weg mit uns Menschen geht. Edith Stein konfrontiert. Wer ist die-
se außergewöhnliche Frau für Dich?
Erinnerst Du dich an Momente, die Sie ist für mich eine Frau, die keine
dich in besonderer Weise geprägt halben Sachen macht. Wenn Edith
haben? Stein Philosophin war, war sie Philo-
Die erste Wort-Gottes-Feier, die ich sophin, wenn sie Atheistin war, war
leiten durfte. … Ich war sehr aufgeregt sie Atheistin, und als sie sich für die
und im Herzen Jesus unbeschreiblich Nachfolge Jesu entschieden hat, ist sie
12Abschied Herr Flügel
ihm gefolgt … bis in den Tod. … Sol- Im Flur von St. Dominicus hängt noch
che Entschlossenheit wünsche ich das Bewerbungsfoto von Stefan Flü-
mir auch für mich. gel ... das ist fast ein bisschen lustig.
Nun sind elf Jahre vorbei.
Es gibt zurzeit nicht viele Personen, Nein, hier geht nicht irgendein
die in den Dienst der Kirche treten „Liedermacher, der mal was anderes
möchten. Über welche Kompeten- machen will“ ... wie es jemand sagte.
zen sollten die Bewerber*innen ver- Stefan Flügel hat unsere Pfarrei
fügen, die sich für die Ausbildung im
pastoralen Bereich entscheiden?
Lust auf Abenteuer mit Gott, die Be-
reitschaft, sich für die Menschen in
Dienst nehmen zu lassen, Mut zum
Fehler machen, … und vor allem,
über sich selbst lachen zu können!
Und was würdest Du denjenigen
raten, die sich mit dem Gedanken
tragen, im pastoralen Dienst tätig zu
sein?
… dass sie auf ihr Herz hören und
ihrer Intuition folgen.
Mit dem 1. September wechselst Du
in die zukünftige Pfarrei Hl. Johan-
nes XXIII. Mit welchen Gefühlen und
Erwartungen gehst du dorthin? Hr. Flügel als Nikolaus
Ich bin zuversichtlich und freue mich
auf meine neue Wohnung in Maria St. Dominicus mit Geist, Musik, Spiri-
Frieden! tualität, Charme und Witz gefüllt.
Wenn er unseren Projektchor an-
Herzlichen Dank für das Gespräch, lachte ... dann konnte man irgendwie
Gratulation zur abgeschlossenen auch das ... sag ich mal ... hohe e sin-
Ausbildung und viel Gottes Segen gen. Erstaunlich – selbst wenn es
für die neuen Aufgaben in der zu- nicht getroffen war ... lachte er ver-
künftigen Pfarrei Hl. Johannes XXIII! schmitzt weiter.
Unzählige Lieder hat er für die Pasto-
Die Fragen stellte A. Chylewska-Tölle ral geschrieben. Nur wenige sind im
13Abschied Herr Flügel
Cantate (das er mit Herrn Polenz und Markus Wochnik. Wenn die Drei mit
Team sowie Pfr. Tippelt vorraus- dem Pfarrer über geshuffelt, half-
schauend für die neue Großpfarrei time, Kanäle, Mixer und Klinken ge-
erstellt hat.) abgedruckt: 205, 119, redet haben ... dann wusste ich wirk-
108, 94, 86. Fast jedes Jahr hat er lich nicht, in welcher Branche ich
eins zum Thema der Adventszeit mich befand. Genial. So entstand
komponiert, das Lied zum Lichtkreuz auch das Livestreamteam im letzten
und den Primizspruch von Pfr. Tip- Jahr... in dem wir viel Geist, Spiritua-
pelt „Ich bin der Weg, die Wahrheit lität, Kraft und Zeit investiert haben,
und das Leben“. Auch für den Spat- um das Evangelium durch Technik,
zenchor und die St. Marien- Musik und Wort zu den Menschen zu
Grundschule hat er Lieder kompo- bringen. Jeder auf seine Weise.
niert und getextet, die in den Ohren Dann erfand er das Format „Kilian
bleiben. Dabei konnte man seine tief die Kircheneule“ und wieder
verwurzelte Gottesbeziehung spü- „wurschtelten wir uns professionell“
ren. heran, um mit Ihnen das Sonntags-
Oft haben wir in unserem gemeinsa- evangelium zu hören und zu singen.
men Büro gesessen, über Gott und Sie denken gern an den Projektchor
zu Ostern, die Jugendband an viele
gemeinsame Gottesdienste, Musik
machen ... und für jeden hat er die
Stimme zum Singen oder Spielen
passend geschrieben ... auch für
mich einmal, als wir zusammen Klari-
nette und Orgel spielten. Toll, ein
Notenblatt zu haben, auf dem „Für
Christina“ steht. Mit den Jugendli-
chen, ihrer Unpünktlichkeit, dem
„Nichtüben“ und doch Wollen ...
Osternacht - Exultet hatte er eine Engelsgeduld. Bewun-
dernswert. Er hat halt improvisiert,
unsere Welt geredet und neue Ideen sich nicht sklavisch an Noten und
hervorgebracht. Jedes Jahr in den Pausen gehalten ... nein, er ist nicht
Herbstferien entstand durch unser taktlos, doch hinter viele Takte ge-
„professionelles Wurschteln“ ein hört ein Schmunzeln. Eingezählt
Musical von und mit Kindern. wird: „one, two ... you know what to
Zuverlässige Partner waren ihm Lu- do“
kas Zoldowicz und für die Technik Sie denken an den Palmsonntags-
14gottesdienst im ZDF und die Kombi- Verkündigung eingesetzt.
nation der weltlichen Musik mit ihrer „Er lässt sich nicht das Liedheft brin-
versteckten Religiosität und dem gen, er holt es selbst.“, sagte jemand
Weihnachtsfest. – eben uneitel.
Und als die Probe noch dienstags vor Für jede Woche hat er die Liedpläne
der Messe war, sagte er am Ende gedruckt und verschickt und in je-
immer: „Leute, ich muss jetzt zu Je- dem Monat stand das schwierige
sus.“ Planen der Organisten an. Gemein-
Und Ihr ... im Spatzenchor? „Wir sind sam haben wir im Team die großen
der Spatzenchor...“ Ihr konntet mit Gottesdienste vor- und nachbespro-
Spatzenchor
ihm ganz schön viel Quatsch ma-
chen, wenn er und nicht Ihr falsch chen ... neue Ideen entwickelt, über
gesungen habt... oder er mal wieder die Tiefe der Liturgie nachgedacht.
den Text vergessen hat oder falsch Ist jetzt alles ein bisschen Durchei-
gesungen und Ihr es richtig wusstet. nander? ... nun, es war halt viel und
Als hochstudierter Komponist, welt- noch mehr... wie er das mit den paar
weit agierender Künstler hat er es Wochenstunden gemacht hat, weiß
geschafft, auf einfache, frohe, uneit- ich auch nicht.
le Weise alle in der Musik mitzuneh-
men – nicht singen können ... gibt’s i.A. des ehemaligen Pastoralteams
nicht. Das hat er auch in verschiede- und der Evangelisten 2.0 –
nen Fortbildungen für die Kita- und Christina Brath
HorterzieherInnen erlebbar ge-
macht. Und … auch als Nikolaus, der
sich liebevoll den Kindern zuwendet
und teilt, hat er seine Begabung zur
15Hl. Messe zum Patronatsfest - RKW-Abschluss
Auch die Küster haben mehr als
sonst zu laufen. Pfr. Wiesböck
schleppt Liedhefte aus der Kirche.
Doch ... es lohnt sich. Wir feiern die
hl. Messe auf dem Schulhof mit
„Familienmusik light“ und Herrn Flü-
gel, mit Kindern und Familien, die die
RKW im Hort mitgemacht haben, mit
Pfadfindern, die letzte Woche im
Sommerlager waren, mit Kindern,
Schülersegnung
die vorbeten und mit den Gruppen-
leiter*innen aus der RKW. Jugendli-
Die Glocke läutet mittags den Engel che geben uns Einblick in die RKW
des Herrn und die Letzten gehen mit ihrer Heldensuchmaschine und
glücklich von der Pfarrterrasse nach dem traditionellen Anspiel, die Kin-
Hause. Ein paar Jugendliche sitzen der singen ihre Lieder mit Bewegun-
noch im Saal und erinnern sich an gen. Pfr. Wiesböck feiert die Messe.
„alte Zeiten“ in St. Otto Zinnowitz. Am Ende kommt Pfr. Kucklick aus
Schon um 7 Uhr wird die Technik dem Schatten zur Schülersegnung
aufgebaut, um 8 Uhr kommen der dazu und kleine Schülerschlangen
Gemeinderat und weitere, die den bilden sich, um das neue Schuljahr
Hof vorbereiten mit Abstandskegeln unter Gottes Schutz zu stellen.
und Stühlen, den Kaffee kochen und
die Dokumentation bereit legen. Der Gemeinderat schenkt den tradi-
tionellen Haussekt zum Patronatsfest
aus. Und nicht nur der hl. Dominicus
im Himmel wird seine Freude an der
lebendigen Gemeinde gehabt haben.
Schön, ein bißchen Normalität zu
haben. Danke für die Mühen der
Vor- und Nachbereitung.
Ch. Brath, GR
Musik RKW-Messe
16RKW
RKW im Hort fen hat, Dominicus und Edith Stein
Na klar kennen wir die typischen Co- mit ihrem Glaubenszeugnis … und
michelden Batman, Superman, naja … die Heldensuchmaschine hat
Spiderman oder vielleicht auch die am Ende ausgespuckt, dass wir selbst
eine oder andere Comic-Heldin mit Helden sind … das würde ja niemand
wirklich zugeben, aber … Helden sind
wir, wenn wir anderen Menschen
zum Segen werden und die Liebe
leben.
Lena, Lucas, Natalie, Laura, Emélie,
Aylin und Vici haben als Gruppenlei-
terinnen die Kinder begleitet. Gut,
dass wir durch unsere Institution
Hort St. Dominicus unter den derzei-
tigen Hygienebedingungen die RKW
machen konnten. Wir waren im Brit-
der Supertaille … Sind das die Hel- zer Garten, haben gespielt, vor-
den, die wir brauchen für eine besse- mittags katechetisch in Gruppen uns
re Welt, als coole Nachbarn oder über die Helden unterhalten, ein
Klassenkameraden? wunderbares Anspiel mit Maxi und
Wir haben Helden in der Geschichte Emmi gesehen, und in der Kirche
gesucht: Königin Esther, die mutig ihr gesungen … es war fast so „wie frü-
Volk rettet und dabei den eigenen her“.
Kopf riskiert, Veronika am Kreuzweg, Und, na klar haben wir Gruppenleite-
die mitfühlend Jesus ihren Schleier rInnen abends bei der Auswertung
reicht, Cläre, eine der ersten Seelsor- an „früher“ gedacht, die RKWs, die
gehelferinnen, die gerecht war und RJWs mit dem Pfarrer oder Herrn
im Krieg Juden und Kriegsgefangene Schaberick in Zinnowitz. Hoffentlich
gleichermaßen als Menschen gehol- wird das wieder möglich. cb
Morgenlob 17Corona und ich
Corona und ich.... Als Mutter und Berufstätige.
In China ist ein Virus ausgebrochen.
Zum Glück ist China weit weg! Zu-
mindest dachte ich das, bei den ers-
ten Meldungen über Sars-Cov-2. Und
doch war da von vornherein dieses
unbestimmte Gefühl, dass die Krank-
heit in dieser globalisierten Welt
schneller zu uns kommen könnte, als
uns lieb ist. So war es dann auch.
Es hieß, vor dem ersten Lockdown
noch schnell ein paar wichtige Dinge
Einige Beiträge haben die Redaktion
erledigen, z.B. dem Kind neue Schu-
erreicht, die wir nachstehend ver-
he kaufen. Danach folgte eine eigen-
öffentlichen.
willige Zeit. Einerseits war da das
Sicherlich ist es interessant, einmal Gefühl der Entschleunigung. Alles
Einblicke in die verschiedenen Le- war ruhiger und die alltäglichen Din-
benssituationen zu erhalten. ge wie morgens frühstücken, putzen
Allen die sich daran beteiligt haben, oder einkaufen konnten plötzlich
herzlichen Dank dafür. ohne Zeitdruck erledigt werden.
Schließlich mussten wir nicht mehr
Gerne hätten es ein paar mehr sein
pünktlich am Kindergarten sein und
dürfen. Insbesondere Beiträge von
andere Verabredungen gab es auch
Kindern und Großeltern wären span-
nicht mehr. Dank Elternzeit für das
nend gewesen und hätten die Ein-
jüngere Kind war die Schließung der
drücke verbreitern können.
Kita kein Problem. Die größte Her-
Teilweise ist es auch den Sommerfe- ausforderung war, die Zeit für die
rien geschuldet. Aus den Kitas sind Kinder so angenehm wie möglich zu
Rückmeldungen gekommen, dass gestalten und ihnen verständlich zu
noch Beiträge folgen und die Schule machen, dass Papa, auch wenn er
beginnt ja auch erst wieder. jetzt immer zu Hause war, nicht stän-
Also bis 10.9. können noch Beiträge dig zum Spielen zu Verfügung stand.
eingesandt werden (bitte nicht im Die Zeit des Homeoffice war ange-
PDF Format) brochen.
So vergingen die Monate, in denen
Rudi Josbächer ich mal mehr, mal weniger Verständ-
nis für die Maßnahmen der Politik
18aufbrachte. Dank Hauskauf und Job-
suche gab es ausreichend andere
Dinge zu tun, sodass die Zeit trotz
allem schnell verging.
Herausfordernd wurde die Situation
während der zweiten Welle. Ich
musste wieder arbeiten, ab Dezem-
ber auch permanent im Homeoffice.
Schwierig wurde es vor allem, als die
Kitas wieder geschlossen wurden.
Mit zwei Kleinkindern im Haus und
zwei arbeitenden Elternteilen im
Homeoffice war diese Zeit wesentlich
anstrengender und erforderte eine
gute Absprache und einiges an Orga-
nisationstalent. Zum Glück halfen die
Großeltern aus und machten es uns
damit wesentlich leichter.
Insgesamt sind meine Familie und ich vielen Spaziergängen im Wald, leer-
gut durch diese eigenwillige Zeit ge- gefegten Innenstädten, Masken und
kommen. Wir können uns nicht be- noch mehr Masken und ganz viel
klagen. Ich war immer dankbar, dass
wir noch keine schulpflichtigen Kin-
der hatten, dank Hauskauf waren die
geschlossenen Kitas und Spielplätze
leichter zu kompensieren und über-
haupt hatten wir so genug Platz, um
unser Leben unter den gegebenen
Umständen doch gut zu organisie-
ren.
Ulrike J.
Arbeit mit Kindern. Man kam an sei-
Als Familie ne Grenzen und wuchs darüber hin-
Corona war für uns als Familie eine aus. Vor allem zum Osterfest haben
sehr herausfordernde und zugleich wir den Austausch mit Familie und
wunderschöne Zeit zu Hause. Mit Gemeinde sowie den anderen Kin-
19Corona und ich
senintervention. Alle Individualitäten
der Pflegekräfte sollten Berücksichti-
gung finden.
Erschwerend waren dann noch die
psychischen Belastungen. COVID 19
positiv Pflegebedürftige wurden von
uns zu Hause betreut. Die Angst, den
Virus nach Hause in die eigene Familie
zu tragen, war immer präsent und
groß. Im Umkehrschluss gab es aber
auch das Risiko, den Virus in die Häus-
lichkeit unserer Pflegekunden zu brin-
gen. Es durfte daher keine Pflegekraft
mit Erkältungssymptomen arbeiten.
dern sehr vermisst. Das führte natürlich zu einer höheren
Text und Fotos: Arbeitsbelastung durch Personalaus-
Familie Ditting aus Rixdorf fälle bzw. Quarantäneanordnungen.
Was machte unsere Arbeit noch sehr
schwierig? Es gab keine Schutzmateri-
In der Caritas Sozialstation Rudow. alien. Mund- Nasenschutz wurden
Die Coronasituation hat uns als am- vom Leitungsteam, in abendlichen
bulanter Pflegedienst vor ganz neue Stunden, an der Nähmaschine selbst
Herausforderungen gestellt. Nichts hergestellt und Schutzkittel bzw.
war mehr wie vorher. Schutzbrillen in Baumärkten organi-
Die Pflegekräfte, welche sich bisher siert. Not macht eben erfinderisch.
immer persönlich untereinander aus- Aber ein Lichtblick war irgendwo er-
tauschten, durften sich nicht mehr sichtlich. Irgendwann kamen Corona-
sehen, sondern nur noch miteinan- tests. Wir wurden verpflichtet, uns
der telefonieren. Das Zwischen- alle 2 Tage zu testen. Das machten wir
menschliche blieb somit auf der Stre- gerne und erhielten somit etwas Si-
cke. Zudem kam die Doppelbelas- cherheit. Auch Schutzkleidung war
tung, Pflege ist doch eher ein irgendwann verfügbar. Und als dann
„Frauenberuf“, dass die Kinder im endlich der lang ersehnte Impfstoff in
Homeschooling zu Hause betreut Deutschland eintraf und die Pflege-
werden mussten. Alle sozialen Kon- kunden Ende 2020 und die Pflege-
takte waren aufs Minimum redu- kräfte ab März 2021 die Möglichkeit
ziert. hatten, sich impfen zu lassen, merk-
Für das Büroteam hieß es täglich Kri- ten wir deutlich, dass allmählich wie-
20Seniorenpilgerfahrt nach Brandenburg
der Normalität eintritt. Am 24. Juni 2021 – dem Johannistag
Wir haben weiterhin mit mehreren – unternahmen 55 Seniorinnen und
Faktoren zu kämpfen, aber sind froh, Senioren der Pfarrei Hl. Edith Stein,
uns jetzt wieder, auch mit Maske, in zusammen mit Pfarrer Motter und
die Gesichter sehen zu können. Pfarrer Wiesböck eine Pilgerfahrt
Wir können sagen, dass wir in den nach Brandenburg an der Havel.
letzten 1,5 Jahren viel Dankbarkeit (Natürlich unter Beachtung der
und Wertschätzung erfahren haben. Corona-Hygieneregeln.) Zu Beginn
Aber wir waren auch oft ein Ventil feierten wir um 8:00 Uhr einen
für Unmut. Zeitweise waren wir die Gottesdienst in der Kirche St. Domi-
einzigen Personen, die unsere Pfle- nicus. Danach stiegen alle in den Bus,
gekunden, über einen langen Zeit- der uns vor der Kirche schon erwar-
raum, zu Gesicht bekommen haben. tete. Herr Jüngling, der zusammen
Uns als Pflegepersonen wurden, wie mit Pfarrer Wiesböck die Fahrt vor-
auch allen anderen, unsere Aus- bereitet hatte, informierte uns nach
gleichsaktivitäten genommen. Well- der Begrüßung über den Tagesab-
ness, Kino oder Sportverein, war lan- lauf. Danach nutzten wir die Fahrt zu
ge nicht möglich. Gefühlt war man persönlichen Gesprächen; hatten wir
nur noch arbeiten und mit den Kin- uns doch lange nicht gesehen und
dern am Lernen. Dass das nicht spur- miteinander gesprochen. Einige ge-
los an uns vorbeiging, ist selbstver- nossen einfach den Blick aus dem
ständlich. Gespräche untereinander Fenster. Endlich einmal wieder blü-
halfen uns zusammen zu halten. hende Landschaften zu sehen – Ge-
Leider haben einige unserer Pflege- treidefelder, blaue Kornblumen, ro-
kunden diese Krise nicht überlebt. ten Mohn, grasende Tiere, Kirchtür-
Wir verabschiedeten uns von lang- me! Und schon erreichten wir unser
jährigen Betreuten, aber auch sehr erstes Ziel: den Hauptfriedhof in
jungen Menschen. Brandenburg, das Grab von Pfarrer
Die Situation hat uns gezeigt, wie ein Tippelt. Viele von uns hatten ja nicht
im Größenverhältnis ganz kleiner die Möglichkeit, bei der Beerdigung
Virus, die ganze Welt einschränken dabei zu sein. So konnten wir jetzt in
und beeinflussen kann. Und, dass einer Andacht am Grab, im Gebet
der Zusammenhalt, aber auch diese und mit einem Lied von Pfarrer Tip-
Krise positiv beeinflussen kann und pelt Abschied nehmen.
wir unsere Lehren für die Zukunft Nach einer kleinen Stärkung am Bus
daraus ziehen können. aus der Küche von St. Dominicus fuh-
ren wir zu unserem zweiten Ziel, der
Sandra Schulenburg Katharinenkirche. Was würde uns
21Seniorenpilgerfahrt nach Brandenburg
Inzwischen war es Zeit, für das leibli-
che Wohl zu sorgen. Der Spargelhof
Klaistow erwartete uns: Spargeles-
sen, Hofladen, Obst- und Gemüse-
stände, Bänke zum Sitzen und Erzäh-
len. Viele nutzten die Gelegenheit,
mit Pfarrer Wiesböck ins Gespräch zu
kommen. Viel zu schnell hieß es:
„Bitte einsteigen in den Bus zur
Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt...
erwarten? Wir hatten schon einiges
gehört. Nach dem einfachen Vor-
raum überraschte uns ein wunderbar
renovierter Kirchraum mit einem
imposanten Altar und einer beein-
druckenden Deckenmalerei, einer
Blumenwiese – Himmelswiese ge-
nannt – mit herrlichen Ornamenten
und Figuren aus dem täglichen Le-
ben. Ich kam aus dem Staunen nicht
heraus. Der Organist erzählte uns
einiges aus der Geschichte der Kir-
che. Das Besondere neben der Him-
melswiesen – Deckenmalerei: diese
Kirche besitzt vier Orgeln, die von
einem Orgeltisch aus gespielt wer-
Als Imbiss verteilte Pfr. Wiesböck Schnecken aus
den, der sich im Kirchenraum befin- der Küche St. Dominicus
det. Hier eine Andacht zu halten,
Lesungstexten zu lauschen, Fürbitten Heimfahrt!“-
sprechen, das „Vater unser“ gemein- Ein herzliches Dankeschön an Herrn
sam beten, ein Loblied zur Ehre Jüngling und Pfarrer Wiesböck, die
Gottes singen. Das hatten wir ver- uns diesen wunderschönen Tag in
misst; es tat unseren Seelen gut. Gemeinschaft ermöglichten. Wir
Nach dem Segen überraschte uns der freuen uns schon auf den nächsten
Organist mit einem kleinen Orgel- Pilgerausflug.
konzert, das er eigens für uns spielte. Text und FotosHeike Bernsen
22Aus unseren Kitas
Ein neuer Garten für die Kita Heili- Pflanzen und wir erkannten, Pfeffer-
ger Schutzengel minze, Lavendel, Bohnenkraut, Flie-
der und vieles mehr. Oh, wie ge-
Pandemie bedeutete bisher für viele spannt warten wir auf den Frühling -
Lockdown, Innehalten, Stillstand. auf das Erwachen der Natur.
Kita-Kinder wachsen heute mit den Ganz traditionell wurde das rote
üblichen Coronaregeln auf, lernen Band durchschnitten, zum Zeichen
Abstand und Kontaktminimierung, für die Kinder, dass dieses neugestal-
müssen Hygienepläne und auch tete Außengelände wieder zum Spie-
schon Quarantänemaßnahme über len frei gegeben wurde. Vielen Kin-
sich ergehen lassen. Um so wichtiger dern war es ein Anliegen, auch wie
sind Orte, an denen keine Lüftungs- Frau Bury den Garten zu segnen.
konzepte im Vordergrund stehen. Sehr andächtig standen die Kinder
Einen ganz besonderen Moment er- an, um ihre Spielgeräte zu segnen.
lebten die Kinder der Kita Heiliger Manche Kinder segneten auch sich,
Schutzengel bei der Eröffnung Ihres wie aus der Kirche gewohnt, mit ei-
neuen Gartens, der in Pandemiezei- nem kleinen Kreuz auf der Stirn.
ten neu gestaltet wurde. Es ist eine
Oase entstanden, die viele Abenteu-
er bietet. Die Kinder können im Sand
unterm Sonnensegel buddeln, an der
Wasserstelle planschen, die Burg
erklimmen, an den Burgwänden klet-
tern oder die wacklige Hängebrücke
überqueren. Es gibt sogar eine neue
Sitzecke für Erwachsene, die Corona-
konforme Elterngespräche ermög-
licht.
Bereits am Ende 2020 wurde das Ro-
te Band durchschnitten. Die Leiterin
der Kita, Frau Bury erinnert sich:
„Nach langer Bauzeit war die Freude
an diesem Tage groß; die Kerze
leuchtete, das Weihwasser stand
bereit. Mit einem Gebet und gemein-
samem Singen eröffneten wir unser
neues Außengelände! Die Fingerchen
rieben an den Blättern der neuen
23Ein neuer Garten
Und dann ging es los. Es wurde ge- Seniorengrillfeier St. Joseph
klettert, gehangelt, balanciert, ge- Am 15. Juli fand die diesjährige Grill-
buddelt, geschaukelt und mit Freude feier statt. Zum ersten Mal mit dabei
Pfarrer Wiesböck und natürlich, wie
immer, auch unser Pfarrvikar
Misgaiski. Viele nutzten die Gelegen-
heit, „den neuen Pfarrer“ näher ken-
nen zu lernen.
Bei herrlichem Sonnenschein, nur
unterbrochen von einem kurzen Re-
genschauer, war die Beteiligung auch
dieses Mal wieder groß. Viele sahen
sich, bedingt durch die Pandemie
zum ersten mal und „durchgeimpft“
seit langer Zeit wieder. In gemütli-
cher Runde bei bester Verpflegung
wurde so manche Neuigkeit ausge-
tauscht. Auch dieses Fest wird Vielen
in guter Erinnerung bleiben.
Die Organisation lag wie immer bei
über die Wiese gerannt. Annemarie und Norbert Spieker. Da-
Wir sind dankbar für diesen neuen für einen herzlichen Dank von uns
Garten!“ allen!
In der warmen Zeit des Jahres zeigt Allen weiteren Helfern, insbesondere
sich nun die gesamte Schönheit des Manfred Dreiling zusammen mit
neuen Gartens. Er ist ein Symbol da- Norbert am Grill und den fleißigen
für, dass auch in schwierigen Zeiten Küchenfeen, ein ganz herzliches Dan-
Großartiges entstehen kann. ke! Das ist die Gemeinschaft, die ein
solches Fest gelingen lässt.
Text: Jeannette Bury und
Jens Porzucek
Fotos: Jeannette Bury Text und Fotos: Rudi Josbächer
24Seniorengrillfeier St. Joseph
25Tagesausflug der Wandergruppe
Tagesausflug der Wandergruppe rassenanlage oberhalb des kleinen
aus St. Joseph Stadthafens und der gepflegten Ho-
telanlage und den wirklich schönen
Nach fast anderthalb Jahren Pause weißen Stadtvillen.
trafen sich 39 Angehörige der Grup- Nach einem kurzen Imbiss und Um-
pe am 8. Juli d.J. zwar nicht zum trunk gab es durch einen Fremden-
Wandern, sondern zu einem Tages- führer eine Einweisung in das Lausit-
ausflug mit einem Bus. zer Seenland, die Rundfahrt durch
das „Neuland“ begann.
Ziel: das Lausitzer Seenland. Pünkt-
lich um 08.00 Uhr startete „Reiner´s Schon zu DDR-Zeiten war die Idee
Reisekutsche“ in Richtung des ehe- eines Naherholungsgebietes durch
maligen Reviers für Braunkohle, Umgestaltung der Bergbauflächen
Energiehochburg mit außergewöhn- anerkannt. 1973 wurde durch Freiga-
licher Industriekultur. be des Senftenberger Sees der
Erster Haltepunkt unseres Ausflugs Grundstein für den Ausbau des Lau-
war der Großräschener See mit sei- sitzer Seenlandes gelegt.
nem Besucherzentrum und der Ter-
26Bald nach der Wiedervereinigung Spitznamen „Rostiger Nagel“. Ein
vollzog sich dann der Wandel vom beliebter Rastplatz für Radfahrer und
Braunkohlerevier zur Wasserwelt Skater. Die Planer der Lausitzer Seen-
und Bergmann zum Seemann - ein landschaft haben bisher ein großes
Jahrhundertprojekt. Herz für Radler schlagen lassen.
Während an einigen Stellen noch In der Region sind 1900 Kilometer
gigantische Bagger und Räumfahr- ausgeschilderte Radtouren angelegt,
zeuge rumoren, herrscht anderen- die eine Breite von drei Metern ha-
orts längst Tourismus und vielschich- ben und natürlich auch den Skatern
tiges Freizeitvergnügen und im Som- zur Benutzung zur Verfügung stehen.
mer an den Seen Strandleben und Sie verbinden und umgeben die Seen
Wassersport. Von den unzähligen und gestatten einen fast kreuzungs-
Seen verschmelzen die zehn Schöns- freien Verkehr.
ten beim Erreichen des Endwasser-
standes durch Tunnel und Kanäle in Nach einem kurzen Fußweg gelang-
eine riesige Wasserfläche von über ten wir zur Anlegestelle des Solarka-
fünfzehntausend Hektar. tamarans, der uns in anderthalb
Stunden zum Stadthafen in Senften-
Unsere Rundfahrt führte uns vorbei berg brachte. Für das leibliche Wohl
am Senftenberger See, Partwitzer an Bord war mit Kuchen und Geträn-
See, Sedlitzer See, Geierswalder See ken gesorgt.
mit Haltepunkten für Blicke in die
Landschaft unter anderem in der Unweit vom Hafen nahm uns unsere
Nähe von Welzow in ein Gebiet wo „Reisekutsche“ wieder auf und wir
noch aktiver Tagebau stattfindet. traten gegen 18.00 Uhr die Heim-
Die Mittagsmahlzeit gab es in in der fahrt an, nicht ohne dass wir bei ei-
Gaststätte „Grubenlampe“ in Geiers- nem Zwischenstopp noch mit Bock-
walde. Hier gibt es die schwimmen- wurst und einem Glas Sekt verwöhnt
den Ferienhäuser, halb Haus halb wurden. Um zwanzig Uhr ging der
Floss. Wer es mag, wird durch die schöne und sehr interessante Tages-
sanfte Bewegung des Wassers in den ausflug in Rudow zu Ende.
Schlaf gewiegt.
Die „Wanderer“ danken Barbara u.
Weiter geht es mit dem Bus zu einer Viktor Jaufmann, und den nament-
30 Meter hohen Skulptur aus Corton lich nicht Genannten, für die Organi-
-Stahl, ein 111 Tonnen schwerer sation und Ausführung.
Turm, eine Landesmarke mit dem
K.L.
27Unsere unsichtbaren Helfer
Es gibt Menschen, die zugegebener- lerhöchsten Gehorsam dienen, und
maßen mit der Kirche und Religion sie die Aufgaben bekommen, als
nicht verbunden sind, trotzdem fest göttliche Boten für die Menschen auf
an ihre Existenz glauben. Ich meine der Erde zu sein. Wir glauben, dass
damit das Glauben an die Heiligen jeder von uns einen eigenen und ein-
Engel. Wer sind die Engel? Der Name zigartigen Schutzengel hat, der uns
unser ganzes Leben auf Schritt und
Tritt begleitet. Mit Sicherheit glau-
ben viele von uns auch, dass dieser
Engel uns nicht nur einmal im Leben
aus einer gefährlichen Situation her-
ausgeholfen hat. Aber er hat noch
einen viel wichtigeren Auftrag. Seine
Hauptaufgabe ist es, uns durch das
Leben zu führen, dass unsere Seele
am Ende des Weges erlöst wird und
zu Gott kommt.
Hören wir manchmal seine leise
Stimme, die uns ins Gewissen
spricht? Oder spüren wir vielleicht,
wenn er uns sanft wachschüttelt?
Unsere Sünden und Verfehlungen
machen unseren Schutzengel traurig
und schwere Sünden sogar arbeits-
los. Auf der anderen Seite, wie groß
ist seine Freude, wenn wir uns bes-
sern und gute Taten vollbringen. Es
Foto: Darstellung des Erzengels Michael in der
orthodoxen Ikonographie.
gab Menschen, wie zum Beispiel den
Heiligen Pater Pio von Pietrelcina,
Engel kommt vom Griechischen und dem sein Schutzengel beziehungs-
bedeutet Gesendete oder Vorbote. weise die Schutzengel der anderen
Wir, katholische Christen wissen, Menschen erschienen sind, und
dass diese reinen himmlischen Geis- manchmal durfte er sie sogar spre-
ter von Gott zu Seiner Ehre geschaf- chen. Er berichtete, wie betrübt die
fen, dem Höchsten Gott mit eigenem Schutzengel waren, wenn die Men-
Verstand und eigenem Willen im al- schen die Last ihrer Sünden mit sich
28getragen haben. Obwohl wir unseren In besonderen und alltäglichen Situa-
Beschützer nicht sehen können, weil tionen kann das Gebet vom Papst
es sich doch um ein reines geistliches Leo XIII. (1810 - 1903) zum Heiligen
Wesen handelt, können wir jede Zeit Erzengel Michael gesprochen und
zu ihnen sprechen. Vertrauen wir um Seine Hilfe gebeten werden.
dem Heiligen Schutzengel unsere „Heiliger Erzengel Michael, beschir-
Sorgen und Ängste. Bei Bedarf hat er me uns im Kampfe,
auch die Vollmacht, mit dem Schutz- beschütze uns gegen die Bosheiten
engel eines anderen Menschen zu und die Nachstellungen des bösen
kommunizieren und so unsere Anlie- Feindes.
gen zu vermitteln und zu verhandeln. Ihm möge Gott gebieten, so flehen
Warum sollte die Chance nicht ge- wir inständig.
nutzt werden, den Schutzengel als Du aber Fürst der Himmlischen Heer-
einen „Boten“ zu schicken, wenn das scharen, wollest den Satan und die
nicht gegen den Willen Gottes ver- anderen bösen Geister,
stößt? die zum Verderben der Seelen in der
Welt umhergehen,
In der Tradition beschützen die Engel mit Gottes Kraft in die Hölle hinab-
die ganze Gotteskirche, die Gottes- stoßen.
häuser und die Ordensgemeinschaf- Amen“
ten.
Wir können im Alltag an unsere Be-
Es wird den Engeln auch eine Rolle schützer und Helfer denken, insbe-
bei Umweltereignissen zugeschrie- sondere wenn wir uns einsam und
ben, wie zum Beispiel bei den Natur- allein fühlen und unter der Last der
katastrophen. Sorgen leiden. Vertrauen wir ihnen
unsere Ängste und Nöte an.
Die katholische Kirche feiert am
02. Oktober das Fest der Heiligen Die Engel im Himmel sehen allezeit
Schutzengel und am 29. September das Angesicht Gottes im Himmel...
das Fest der Heiligen Erzengel Micha-
el, Gabriel und Raphael. Diese drei Bild: Darstellung des Erzengels Mi-
Erzengel sind allgemein in der Kirche chael in der orthodoxen Ikonogra-
durch ihre Missionen, die im Alten phie.
und Neuen Testament beschrieben
sind, bekannt. Peter Milewski
29Firmvorbereitung in der Pfarrei
Die Firmbewerber*innen treffen sich zu Festen Stun-
den, Seminaren, Aktivitäten und bei den Hl. Messen.
Alle Seminare und gemeinsamen Stunden findest du auf
der Homepage im Downloadbereich
www.sankt-dominicus.de
Du möchtest gefirmt werden? Du bist 15 Jahre alt oder
älter? Sei herzlich willkommen!
Vereinbare einen Termin mit dem Pastoralreferenten. Sei willkommen. Du
erhältst auch das Firmbuch oder du kannst es dir auch downloaden. Die Lei-
tung hat Pastoralreferent Falk Schaberick mit einem Team von Firmbegleite-
rInnen.
Feste Stunden im September:
Do., 02.09.21, 19.00 Uhr, „Liebe & Partnerschaft“, St. Dominicus
Mi., 15.09.21, 19.00 Uhr, „Schweige & höre-Stille“, St. Joseph
Mi., 22.09.21, 19.00 Uhr, „Glaube & Zweifeln“, Bruder Klaus
Individuelles Seminar:
Individuelle Seminare werden bei den Festen Stunden abgesprochen.
Die Corona Regeln geben uns hier Vorgaben zu TN Zahl usw.
Relevante Aktivitäten z.B.:
Botendienste für Senioren sind möglich.
Mitwirkung bei Gottesdiensten erfragen (Fürbitten/Lesung).
Aktionen in St. Dominicus bei Gemeindereferentin Ch. Brath erfragen und
melden (Gemeindereferentin[at]st-dominicus.de)
Messe:
Selbstverständlich wird für dich die hl. Messe am Sonntag
INFO/Anmeldung: PR Falk Schaberick: falk.schaberick[at]erzbistumberlin.de,
030/66790135
Hinweis: Wer seine Firmvorbereitung abgeschlossen hat, melde sich bitte im
September für die Firmung am 20. November an.
30Glaubenskurs für Erwachsene Einladung
Glaubenskurs für Erwachsene Einladung zur Hauptversammlung
2021 Bau - und Förderverein der
Im Oktober startet in St. Joseph ein Katholischen Kirche St. Dominicus
neuer Glaubenskurs in unserer Pfar- e.V.
rei.
Ganz herzlich möchten wir Sie zur
Der Glaubenskurs richtet sich zualler- Hauptversammlung 2021 des Bau –
erst an alle Erwachsenen, die sich und Fördervereins der Katholischen
entschieden haben, in die katholi- Kirche St. Dominicus e.V. am Sams-
sche Kirche einzutreten, aber auch tag, dem 11. September 2021, um
diejenigen, die den christlichen Glau- 19:15 Uhr (nach der Vorabendmes-
ben kennenlernen möchten. se) in den Bernhard-Lichtenberg-
Saal (UG Kirche, St. Dominicus) ein-
In der Regel bereiten sich die Teil- laden.
nehmer dieses Kurses auf ihre Taufe, Die Sitzung ist öffentlich, alle Interes-
den Empfang der Eucharistie und sierten sind herzlich willkommen.
Firmung vor. Es gelten die aktuellen Corona-
Regeln.
Eingeladen sind aber auch Christen Der Vorstand
anderer Konfessionen, die in die ka- Tagesordnung
tholische Kirche eintreten möchten. 1.Begrüßung
2.Annahme der Tagesordnung
Der Kurs betrifft das Basis-/ 3.Jahresbericht
Grundwissen zu den wichtigsten 4.Kassenbericht
Glaubensthemen. Dabei geht es 5.Bericht der Kassenprüfer
nicht nur um das theoretische Wis- 6.Aussprache
sen, sondern vielmehr um eine per- 7.Entlastung des Vorstandes
sönliche Beziehung zu Gott. 8.Neuwahlen des Vorstandes
9.Verschiedenes und Vorschau
Der Glaubenskurs endet in der Oster-
nacht mit der Spendung der Sakra- Bitte beachten Sie die Kontoverbin-
mente der Taufe und Firmung in der dung:
jeweiligen Ortsgemeinde. Bau – und Förderverein der Katholi-
schen Kirche St. Dominicus e.V.
Wir bitten um vorherige Anmeldung
im Pfarrbüro oder direkt beim Dia- IBAN DE78 4006 0265 0034 0486 00
kon Rösler. BIC GENODEM1DKM
31Glaubenszeugnis - Erlebnis in Lanciano
Erlebnis in Lanciano von der Polnischen Katholischen Mis-
Letzte Woche habe ich auf meiner sion in Berlin organisiert wurde. Ja,
privaten Pilgerreise nach Lanciano es war spartanisch, eben eine Pilger-
zwei Mitarbeiter von EWTN kennen- reise, aber Komfort war mir nie wich-
gelernt, welche eine Dokumentation tig. Es ging jedenfalls an Orte, an de-
über das eucharistische Wunder von nen ich vorher noch nie war. Meine
Lanciano drehen wollten, und ihnen Frau sagte mir, das ist nichts für dich,
meine Geschichte erzählt. Vor die da wird nur gebetet, und sie wollte
Kamera wollte ich, nachdem ich mei- nicht, dass ich mitfahre, da ich zuvor
ne Geschichte erzählte, nicht, habe allem kirchlichen abgeneigt war,
ihnen aber inzwischen den folgen- selbst zu Feiertagen die Messe nicht
den Text bereitgestellt: besucht habe und ihr damals vor der
Hochzeit nur versprochen habe, dass
Mein Name ist Ralf Kuners aus der sie unsere Kinder katholisch erziehen
Gemeinde Bruder Klaus, ich bin 52 darf. Deshalb entschied sich meine
Jahre, geboren in Berlin, evangelisch Frau nach größerem Streit, die Reise
getauft aber nicht erzogen. An der abzusagen, „Sie wollte in Frieden
Konfirmation wollte ich nicht teilneh- fahren“.
men (nur wegen der Geschenke sag- Sie rief nach längerer Diskussion mit
te ich, weil ich glaubte damals nicht). mir den Pfarrer an, um sich von der
Seit 28 Jahren bin ich verheiratet mit Reise abzumelden. Dieser fragte sie
einer aus Polen stammenden Katho- mehrmals warum, aber sie wollte es
likin und wir haben zwei Söhne. nicht sagen, bis sie irgendwann den
Mit 31 Jahren bin ich aus der Kirche Grund nannte. Der Pfarrer antworte-
nach einer Krebserkrankung ausge- te daraufhin, dass das gar kein Prob-
treten, weil ich damals merkte, dass lem sei und ich auch ohne zu glau-
ich auch keine Hilfe bei Gott in dieser ben mitfahren könne. Des Weiteren
Situation gesucht hatte. sagte er, dass er vor fünf Minuten
2011 ergab es sich, dass meine Frau zuvor versucht hatte, eine Frau auf
an einer Pilgerreise teilnehmen woll- der Warteliste anzurufen (nach der
te, dem ich zunächst zugestimmt Absage eines anderen Teilnehmers),
hatte. Nachdem sie mir die Details diese aber nicht ans Telefon gegan-
der Fahrt mitteilte, wollte ich auch gen ist. Der Platz wäre jetzt für mich
unbedingt mitfahren. Es sollte nach und ich sollte auf jeden Fall mitfah-
Italien gehen. 11 Tage mit Zielen wie ren. Göttliche Fügung?
Rom, Venedig, Assisi, Rimini, San Am 7. 10. 2011 war dann der Tag der
Marino und vieles mehr zu einem Abreise. Mit einer kurzen Messe vor
wirklich günstigen Preis, da die Reise der Abfahrt um 5:00 früh. Dort bete-
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