Rund um den Genfersee - cipel

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Rund um den Genfersee
               Informationsbulletin der Internationalen Kommission zum Schutz des Genfersees                                          Nr. 54 | Juni 2017
© L. Bonjour

               Château de la Tour Bertholod und sein Weinberg oberhalb des Genfersees, Lutry (Waadt)

               Editorial
               Die Entwicklung der Temperaturen im Alpenraum und die Szenarien potenzieller Veränderungen
               bewogen die CIPEL bereits zu Beginn des Aktionsplans 2011-2020, die Auswirkungen des Klimawan-
                                                                                                                    Inhalt
               dels auf den Genfersee abzuklären, um dieses sensible Ökosystem und wichtige Trinkwasserreser-       DOSSIER...................................... 2
               voir für die Bevölkerung zu bewahren. Die Thematik wirft wichtige Fragen auf: Welche Auswirkun-
               gen sind bereits feststellbar? Mit welchen ist in Zukunft zu rechnen? Wie können wir sie messen?
                                                                                                                    Anfälligkeit des Genfersees auf
                                                                                                                    den Klimawandel
               Welche Entscheide sind zu treffen, um unsere Wasserressourcen zu schützen?
                                                                                                                     • Wassertemperatur und Leben
               Die CIPEL ist bestrebt, mit ihrem Know-how und den Informationen, die sie seit 1957 mit ihrem Pro-      im Genfersee
               gramm zur Kontrolle der Wasserqualität erhebt und heute als Kenngrössen zur Beurteilung des Kli-      • Eine Online-Plattform fühlt dem
               mawandels nutzt, ihren Beitrag zu Erkenntnissen und Antworten zu leisten.                               Genfersee auf den Puls
                                                                                                                     • Der Klimawandel und sein Ein-
               Mit der Unterzeichnung des Abkommens von Paris über die Anpassung an den Klimawandel von
                                                                                                                       fluss auf das thermische Poten-
               2015, das im Rahmen der COP 21 verabschiedet wurde, bekräftigt die CIPEL ihr Engagement zur             zial des Genfersees
               Erhebung und Valorisierung von Informationen für das Verständnis und den Schutz des Ökosystems.
                                                                                                                     • Die öffentliche Hand und die
               Diese Kenntnisse helfen, alle Kreise zu sensibilisieren, die von den Auswirkungen des Klimawandels      Auswirkungen des Klimawan-
                                                                                                                       dels auf die Wasserressourcen
               betroffen sind. So wissen wir etwa dank kürzlich eingeführten regelmässigen Beobachtungen der
               Reproduktionszeiten gewisser Fischpopulationen mehr über die Konsequenzen des Klimawandels           KURZNAchRICHTEN.................... 8
               für diese Arten. Dieses Wissen geben wir an das Fischereiwesen weiter, das nun Massnahmen zur
               nachhaltigen Sicherung der Fischressourcen treffen kann.

               Diese Monitoring- und Informationsaufgabe, die die CIPEL für kommende Generationen auf lange
               Sicht übernehmen muss, gründet auf regelmässigen und soliden Analysen und Untersuchungen.
               Für die Genferseeregion liegen nun erste Elemente vor, die wir Ihnen in dieser Ausgabe erläutern.

               Audrey Klein – Generalsekretärin der CIPEL
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                                                                                                                      © J.-M. Zellweger
Der Genfersee

                              Anfälligkeit des Genfersees
                                     auf den Klimawandel
Stéphanie Mercier –    Der Klimawandel ist ein hochsensibles und Be-      tie der Restwassermengen für den Schutz der
Kommunikationsbeauf-   sorgnis erregendes Thema, dessen Hypothesen        Artenvielfalt, weil gerade die Restwassermengen
tragte der CIPEL       und Entwicklungsszenarien in Wissenschaft,         durch den Klimawandel unter Druck kommen
                       Politik und Medien kontrovers diskutiert wer-      könnten.
                       den.
                                                                          Der Genfersee unter der Lupe
                       Die Folgen des globalen Klimawandels betref-       Doch nicht nur die CIPEL interessiert sich für
                       fen auch den Genfersee: Welche Veränderun-         den Genfersee. Forschende verschiedenster
                       gen sind bereits erkennbar? Inwiefern ist die      Institutionen beschäftigen sich mit dem See
                       Wassererwärmung Grund zur Sorge? Welche            und seinem Einzugsgebiet. Zwei Untersuchun-
                       Prognosen lassen sich für die nächsten Jahre       gen sollen in dieser Nummer vorgestellt wer-
                       abgeben? Welche Untersuchungen sind noch           den: eine Studie befasst sich mit der Dynamik
                       nötig, um die Auswirkungen zu begreifen und        des Sees (Modellierung durch die Eidgenös-
                       mögliche Anpassungen vorwegzunehmen? Dies          sische Technische Hochschule Lausanne –
                       sind einige der Fragen, die sich für den Genfer-   EPFL), die andere analysiert die Auswirkungen
                       see stellen und für die das vorliegende Dossier    des Klimawandels im Hinblick auf die Nutzung
                       Elemente einer Antwort entwirft.                   des thermischen Potenzials des Genfersees
                                                                          (Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs –
                       Schwerpunkt des Aktionsplans 2011-2020 der         EAWAG).
                       CIPEL
                       Die Auswirkungen des Klimawandels auf den          All diese konsolidierten Erkenntnisse sowie die
                       Genfersee frühzeitig erkennen, um den See          noch laufenden Studien dienen den Behörden
                       besser zu schützen, so lautet einer der Schwer-    als Grundlage für Adaptationsmassnahmen.
                       punkte des neuen Aktionsplans der CIPEL.           Alle Akteure rund um den Genfersee nehmen
                       Hierzu braucht es Datenerhebungen für die          sich das Thema zu Herzen und arbeiten mit
                       Analyse des Istzustands und die Prognosen          Hochdruck an Strategien und Instrumenten für
                       künftiger Entwicklungen. Ausserdem müssen          die Zukunft des Sees und seiner Anwohner.
                       wir die Funktionsweise des Sees und seine Dy-
                       namik besser verstehen, um die Veränderungen       Eine hochkomplexe Fragestellung, gewichtige
                       optimal zu begleiten. Die langfristigen Untersu-   Herausforderungen und viele Anspruchsgrup-
                       chungen der CIPEL (zu Wassertemperatur und         pen – so lässt sich der Themenkreis Klimawan-
                       Fischreproduktion) weisen in diese Richtung.       del auf den Punkt bringen. Mit diesem Dossier
                       Der Aktionsplan der CIPEL formuliert zudem         wollen wir erste Antworten für den Genfersee
                       Ziele für Fliessgewässer, namentlich zur Garan-    und seine Region ansprechen.

2 | Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017
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Wassertemperatur und Leben im Genfersee
Brigitte Lods-Crozet – Direktion für Umwelt, Kanton
Waadt & Stéphanie Mercier – CIPEL

Bereits seit 1957 wird die Wassertemperatur           könnten gemäss einer Modellierung der Uni-
des Genfersees regelmässig ermittelt. Diese           versität Genf von 2012 die Schichtungsphasen       Die Tiefenzirkulation des
reichhaltige Datenbasis – eine der längsten           verlängern. Was bedeutet dies für die Tiefen-      Genfersees in Zahlen
Messreihen für einen See – zeichnet bestimmte         zirkulation? Noch ist dies schwierig abzuschät-
Entwicklungen nach. So stieg die Temperatur           zen. 2016 modellierten die EPFL und die
                                                                                                        • Es entsteht ein Temperatur-
des Tiefenwassers (in über 300 Metern Tiefe)          EAWAG die Wassertemperaturen bis 2100 und           gefälle zwischen dem Ober-
von 4.4°C im Jahresmittel für 1963 auf 5.5°C          prognostizierten eine Verringerung der Tiefen-      flächenwasser (bis ca. 30 m
für 2016. Damit ist das Tiefenwasser in einem         zirkulation und damit der Sauerstoffzufuhr des      Tiefe), das im Sommer über
halben Jahrhundert um 1.1°C wärmer gewor-             Tiefenwassers. Diese Aspekte verdienen beson-       25°C warm werden kann,
den. Das Oberflächenwasser (in 5 Metern Tiefe)        dere Aufmerksamkeit.                                und dem Tiefenwasser, des-
erwärmte sich um 2°C von 10.9°C im Jahr 1970                                                              sen Temperatur höchstens
auf 12.9°C für 2016.                                  Ausserdem müssen die Forschenden Einfluss-          6°C beträgt.
                                                      faktoren berücksichtigen, die heute noch wenig
Warum ist die Untersuchung der Wassertem-             bekannt sind. So werden die Wassertemperatu-      • Letzte vollständige Tiefen-
peraturen so wichtig? Wie wirken sich höhere          ren nicht nur durch den Klimawandel, sondern        zirkulationen: 2012, 2006,
Wassertemperaturen auf den See aus?                   auch durch die atmosphärische Zirkulation           2005, 1999, 1986, 1985,
                                                      (siehe Rahmen auf der folgenden Seite) oder         1984, 1979.
                                                      die Erhöhung der Sonnenstrahlung beeinflusst.     • Unvollständige Tiefenzirku-
TEMPERATUREN BEEINFLUSSEN DAS                         Diese Interaktionen sind noch Gegenstand von        lationen erfolgen häufig nur
HYDRODYNAMISCHE VERHALTEN                             Forschungsarbeiten.
                                                                                                          bis 100-200 m Tiefe (200 m
Der See ist ein dynamisches Ökosystem, des-           Indikatoren für die Gesundheit des Sees             für 2017).
sen gesamte Funktionsweise durch die Was-             Die Komplexität der Fragestellung zeigt die       • Sauerstoff auf dem See-
sertemperatur bestimmt wird. Alljährlich im           Notwendigkeit für ein Monitoring der Seedyna-       grund im Jahresmittel für
Frühling erwärmt sich das Wasser der oberen           mik. Mit der Konsolidierung der Erkenntnisse        2016: 1.8 mg/L, d.h. unter
Seeschichten, was seine Dichte verändert. Das         und einem besserem Verständnis des aktuellen        den Anforderungen der
wärmere Oberflächen- und das kältere Tiefen-          Zustands verfügen wir über eine solide Aus-         Gewässerschutzverord-
wasser bilden Schichten, die sich nur schwer mi-      gangslage für eine Untersuchung der Klima-
                                                                                                          nung (4 mg/L).
schen. Dieses Phänomen wird als «thermische           veränderungen. In diesem Sinne will die CIPEL
Schichtung» bezeichnet.                               drei Indikatoren weiter untersuchen oder ent-
                                                      wickeln:
Im Herbst kühlen die oberflächennahen                   • die Wassertemperatur des Oberflächenwas-
Schichten wieder ab. Die Temperaturdifferenz              sers (0 - 10 m Tiefe);
zwischen den verschiedenen Wasserschich-
                                                        • den Zeitpunkt des Beginns der Schichtung;
ten verkleinert sich, bis die Dichte der oberen
Schichten so hoch ist, dass diese absinken.             • die Dauer der Schichtungsphase.
Wenn sich bis zum Ende des Winters die Tem-
peraturen angleichen, kann bei geeigneten
Wetterbedingungen diese Durchmischung bis
in grosse Tiefen und in einem kalten Winter
sogar bis zum Seegrund erfolgen. Man spricht
                                                                                                                          © CIPEL

dann von einer «Tiefenzirkulation».

Die Tiefenzirkulation spielt eine wichtige Rolle
für die Gesundheit des Sees. Sie führt sauer-
stoffreiches Wasser in tiefere Seeschichten und
bringt Nährstoffe in Bewegung – Phänomene,
von denen das Leben im Wasser abhängt.
                                                                                                                          © CIPEL

Und der Klimawandel?
Temperaturänderungen, insbesondere höhere
Temperaturen im Frühjahr und im Sommer,

                                                                                Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017 | 3
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                                                                                                                                   © P. Louvrier
  Eglischwarm im Genfersee

                               FAUNA UND FLORA DES GENFERSEES                           sich dank dem grösseren und früheren Zoo-
                                                                                        planktonangebot schneller entwickeln. Sollte
                               Alles Leben im Wasser wird stark durch Umwelt-           hingegen die Erwärmung noch zunehmen,
                               faktoren bestimmt, wobei die Wassertemperatur            so besteht die Befürchtung, dass sich gewisse
                               eine besondere Rolle einnimmt. Hinzu kommt,              Arten wie Felchen oder Saiblinge nicht mehr
                               dass die einzelnen Organismen voneinander                im Genfersee fortpflanzen können, weil ihre
                               abhängen: Veränderungen bei den Wachstums-               Laichbedingungen nicht mehr gegeben sind.
                               phasen von Plankton zeigen etwa Auswirkungen             Dieser letzte Punkt unterstreicht die Bedeu-
                               auf gewisse Fischarten, die sich von Plankton            tung von Indikatoren, damit Massnahmen für
                               ernähren.                                                das Management der Fischbestände getroffen
                                                                                        werden können, die an den Lebensraum ange-
                               Frühzeitiges Planktonwachstum                            passt sind.
Atmosphärische Zirkula-        Messungen im Genfersee belegen, dass der
tion und Auswirkungen auf      Höhepunkt des Planktonwachstums im Frühling              Unterschiedliche Einflussfaktoren
den Genfersee                  einige Wochen früher erfolgt. Ähnliches gilt für         Dabei kommen unterschiedliche Einflussfak-
                               den Beginn des Wachstums des Zooplanktons                toren zum Tragen: der Anstieg der Wassertem-
Nordatlantische Oszillation    und des Klarwasserstadiums1. Ein geänderter              peraturen erfolgt in einem sich wandelnden
(NAO), Atlantische Multide-    Planktonkreislauf hat aber Konsequenzen für              Ökosystem, wobei die meteorologischen Phäno-
kaden-Oszillation (AMO),       die Fische, die sich von Plankton ernähren, wie          mene noch hinzukommen. Zudem verändern
El Niño und andere atmos-      etwa die Felchen, die häufigste Fangart im Gen-          sich die Bedingungen des Lebensraums, etwa
phärische Strömungen sind      fersee.                                                  bei den für alle Wasserlebewesen unverzicht-
Beispiele von Zirkulationen,                                                            baren Nährstoffen, namentlich beim Phosphor,
                               Wassertemperaturen beeinflussen den Fisch-               dessen Gehalt innerhalb der letzten Jahrzehnte
deren Schwankungen nicht
                               bestand                                                  stark schwankte (siehe Rund um den Genfersee
menschengemacht sind.          Zwischen der Entwicklung der Fische und den              Nr. 52). Mikroverunreinigen, invasive Neophy-
Aber diese vielfach noch we-   Wassertemperaturen besteht ein enger Zusam-              ten oder das Management der Fischbestände
nig bekannten Phänomene        menhang, vor allem bei der Reproduktion. So              bilden weitere Variablen.
zeigen ebenfalls Auswir-       benötigen Egli zum Laichen eine Temperatur
kungen auf den Genfersee.      von 10°C. Umgekehrt laichen Felchen und Saib-            Um die Auswirkungen auf die Fischressourcen
Die merkliche Erwärmung        linge erst bei Temperaturen unter einem be-              unabhängig von dieser Vielzahl von Faktoren zu
des Tiefenwassers, die seit    stimmten Grenzwert, für den Seesaibling bei-             überwachen, erarbeitete die CIPEL Indikatoren
20 Jahren in europäischen      spielsweise liegt dieser bei 8°C in 50 bis 100 m         zu den Laichdaten gewisser Arten, deren Repro-
Binnenseen       beobachtet    Tiefe. Mit den Klimaveränderungen werden                 duktionszyklus durch die Wassertemperaturen
                               diese Werte schneller erreicht, so dass die Laich-       bestimmt wird:
wird, zeugt vom Einfluss
                               periode dieser Arten früher beginnt. Diese Ent-
dieser Zirkulationsschwan-     wicklung ist bereits für den Egli dokumentiert,                 • Laichdaten von Felchen
kungen, etwa dem Anstieg       der im Vergleich zu den letzten 30 Jahren nun                   • Laichdaten von Egli
positiver NAO-Phasen, die      deutlich früher im Jahr ablaicht. Für Felchen
das Klima beinahe überall in   wurden die entsprechenden Studien in Angriff             Wie sich diese Veränderungen auf den Gen-
Europa beeinflussen.           genommen, für den Saibling sind sie in der Ver-          fersee auswirken werden, ist noch schwie-
                               suchsphase.                                              rig abzuschätzen. Die Klimamodelle gehen
                                                                                        nämlich nicht nur von höheren Temperaturen,
                               Felchen profitieren derzeit vom wärmeren Was-            sondern auch von einer Veränderung der Nie-
                               ser, weil dies die Bedingungen für das Über-             derschlagsdynamik und der Wasserstände in
                               leben der Eier verbessert und die Jungfische             der Rhone aus, was wiederum die Wasser- und
                                                                                        damit die Nährstoffzufuhr in den Genfersee
                               1
                                Phase, in der sich der entwickelnde Zooplankton vom     beeinflusst. Die CIPEL bleibt dran!
                               Phytoplankton ernährt, dies bewirkt eine radikale Ver-
                               ringerung des Phytoplanktons im Wasser und wird als
                               «Klarwasserstadium» bezeichnet.

       4 | Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017
Rund um den Genfersee - cipel
DOSSIER | KLIMAWANDEL

Eine Online-Plattform fühlt dem Genfersee auf
den Puls
Theo Baracchini – Doktorand am Labor für Physik
aquatischer Systeme der EPFL

Seen sind eigentliche Frühwarnsysteme des           Vertiefte Kenntnis des Genfersees hilft Aus-
Klimawandels. Dank der grossen Vielfalt an          wirkungen des Klimawandels abschätzen
Lebensräumen lässt sich die unterschied-            Jüngsten Studien zufolge erwärmen sich die
liche Reaktion einzelner Ökosysteme auf             Seen viel schneller als die Ozeane oder die
Umweltveränderungen evaluieren. Jeder See           Atmosphäre, was ihre physikalische und öko-
besitzt eine erhebliche biologisch-physika-         logische Funktion signifikant beeinflusst. Der
lische Variabilität, die es als Ganzes zu verste-   Haupteffekt ist eine verstärkte Schichtung
hen gilt. Um unsere Kenntnisse zu verfeinern,       (Trennung zwischen Oberflächen- und Tie-
können übliche Untersuchungsmethoden, etwa          fenwasser) und damit eine verringerte Tiefen-
Entnahmen von Proben ein oder zweimal pro           zirkulation – mit schwerwiegenden Folgen für
Monat an einem gleichen Messort, vorteilhaft        die Gesundheit des Ökosystems: es gelangt we-
durch Modellrechnungen ergänzt werden.              niger Sauerstoff in die tieferen Wasserschichten
                                                    (siehe Artikel S.3). Dank Meteolakes kann die
Dies ist das Ziel von Meteolakes, einer Online-     Schichtung einfach überwacht und über Jahre
Plattform für das Monitoring des Genfersees,        hinweg untersucht werden. Diese Informatio-
die mit digitalen 3D-Simulationen, Satelliten-      nen stehen Forschenden, Behörden und allen
bildern und Messdaten und anhand komplexer          interessierten Personen zur Verfügung.
Datenassimilationsalgorithmen die künftige
Entwicklung des Sees modelliert. Das Projekt        Die Online-Plattform modelliert kurzfristig (5
wurde mit Mitteln der Europäischen Welt-            Tage im Voraus) Temperaturveränderungen und
raumorganisation finanziert und in Zusam-           Strömungswechsel. Sauerstoffgehalt und Algen-                        © D. Bouffard
menarbeit mit dem Nationalen Institut für           konzentration sollen in einem nächsten Schritt                       Die Messstation Buchillon, deren
                                                                                                                         Messdaten auf Meteolakes einsehbar
Agrarforschung INRA (Institut national de la        integriert werden. Langfristig ermöglicht das
                                                                                                                         sind.
recherche agronomique) in Thonon-les-Bains          3D-Modell anhand meteorologischer Szenarien
realisiert.                                         eine Simulation der biologisch-physikalischen
                                                    Entwicklung des Sees für jeden beliebigen Punkt.
Seephysik in Echtzeit                               Dieses technisch höchst ausgereifte 3D-Prog-
Die Plattform bedient eine ganze Reihe von          nosemodell für den Genfersee ist eine absolute
Nutzern rund um den Genfersee:                      Weltpremiere!

• Forschenden ermöglicht sie eine gezielte            meteolakes.epfl.ch macht die vergangene,
Planung ihrer Messkampagnen sowie die Un-           gegenwärtige und künftige biologisch-physika-
tersuchung und Vorhersage von häufig über-            lische Gesundheit des Genfersees sichtbar.
gangenen Phänomen wie dem Aufquellen von
Tiefenwasser;

• Fischern zeigt sie Bereiche mit starkem Tem-
peraturgefälle und hohem Fischreichtum;

• Behörden und Ämtern erleichtert sie das
Wassermanagement, z.B. für Pumpstationen
(für eine thermische Nutzung) oder sie kann
als Kontrollinstrument bei Seeverschmutzun-
gen dienen;

• einem breiten Publikum macht sie bewusst,         Homepage von Meteolakes
dass der See ein dynamisches Ökosystem und          Links: Temperaturkarte, rechts: Strömungskarte (Geschwindigkeit und Richtung)
ein schützenswertes Gut darstellt.                  						                                                                    © Meteolakes - T. Baracchini

                                                                                       Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017 | 5
Rund um den Genfersee - cipel
DOSSIER | KLIMAWANDEL

                                         Der Klimawandel und sein Einfluss auf das
                                         thermische Potenzial des Genfersees
                                         Adrien Gaudard – EAWAG

                                                                                                                       Einfluss des Klimawandels
                                                                                                                       Bei den Veränderungen aufgrund des Kli-
                                                                                                                       mawandels zeichnen sich zwei Trends ab:
                                                                                                                       Einerseits erwärmt sich der See als Ganzes,

                                                                                                       © Pixabay.com
                                                                                                                       was besonders für die oberflächennahen Was-
                                                                                                                       serschichten im Frühling und im Sommer gilt.
                                                                                                                       Der See dürfte sich daher generell besser für
                                                                                                                       die Wärmenutzung als zur Kühlung eignen. Da
                                                                                                                       hingegen eher mit wärmeren Wintern und Som-
                                                                                                                       mern zu rechnen sein wird, sollte die Nachfrage
                                                                                                                       nach Kühlung zu-, bzw. nach Heizung abneh-
                                                                                                                       men.

                                                                                                                       Diese Entwicklungen stehen aber einer ther-
                                                                                                                       mischen Nutzung des Genfersees nicht im
Im Herbst und Winter ist das Wasser der Seen manchmal deutlich wärmer als die Umgebungsluft, was die                   Wege. Heute übersteigt das Potenzial und die
Seen zu ausgesprochen effizienten Wärmelieferanten macht                                                               Nachfrage nach Heizung jene nach Kühlung,
                                                                                                                       zumal die Temperaturen in den tieferen See-
                                         Thermische Nutzung des Genfersees                                             schichten für Kühlungszwecke niedrig genug
                                         Wie viele Schweizer Seen ist der Genfersee ein                                bleiben. Dennoch sollte warmes Wasser mög-
                                         gigantisches Wärme- und Kältereservoir. Mit                                   lichst nicht in oberflächennahe Schichten
                                         kaltem Wasser werden im Sommer Gebäude                                        zurückgeleitet werden, da sich hier die Folgen
                                         und Industrieanlagen gekühlt, im Winter heizt                                 der Klimaveränderungen bereits jetzt und in
                                         man ganze Quartiere mit der Wärme, die Wär-                                   Zukunft noch ausgeprägter bemerkbar machen.
                                         mepumpen dem Seewasser entziehen. Aufgrund                                    Soweit möglich ist diese Abwärme mittels Wär-
                                         seines immensen Volumens könnte der Genfer-                                   metauschern zu nutzen, damit kälteres Wasser
                                         see in naher Zukunft der gesamten Region als                                  in den See zurückgeführt werden kann.
                                         saubere und erneuerbare Energiequelle dienen.

                                         Begrenzte Auswirkungen auf aquatische                                          Musterbeispiel EPFL/UNIL-Campus
                                         Lebensräume                                                                    Die Eidgenössische Technische Hochschule
                                         Mit der thermischen Nutzung des Sees und
                                                                                                                        Lausanne (EPFL) und die Universität Lau-
                                         dem Durchlauf durch Heiz- oder Kühlanlagen
                                         entstehen Kalt- oder Warmwasserströme, deren
                                                                                                                        sanne (UNIL) nutzen seit beinahe 40 Jahren
                                         Temperatur einige Grade über oder unter dem                                    für die Heizung und Kühlung ihrer Gebäude das
                                         Wasser liegt, in das sie zurückgeleitet werden.                                Wasser des Genfersees, das sie in 65 m Tiefe
                                         Diese Einleitungen können lokal die Seephy-                                    anpumpen.
                                         sik oder den Lebensraum von Wasserlebewesen
                                                                                                                        In den letzten Jahren wurden jedoch im Herbst
                                         verändern.
                                                                                                                        punktuell ausgesprochen hohe Temperaturen
                                         Eine Studie der EAWAG weist nun nach, dass eine                                verzeichnet (bis zu 13°C statt der üblichen 6
                                         behutsame Rückgabe von thermisch genutz-                                       bis 7°C), was für die Kühlung von Gebäuden
                                         tem Wasser (je nach Einleitungsmenge von                                       und Rechnern Probleme birgt. Eine Untersu-
                                         Heiz- oder Kühlwasser, Tiefe, Jahreszeit, Öko-                                 chung wies nun nach, dass diese Spitzenwerte
                                         system - See oder Fliessgewässer) das Ausmass                                  entstehen, wenn bei starkem Wind (meist
                                         dieser Beeinträchtigungen des Lebensraums in                                   Bise) Oberflächenwasser absinkt und so wär-
                                         Schranken hält. Was den Genfersee als Ganzes                                   meres Wasser zur Entnahmestelle gelangt. Mit
                                         angeht, so ist der Energiebedarf der Region                                    der stärkeren Erwärmung der oberen Wasser-
                                         derart klein, dass bei einer koordinierten und
                                                                                                                        schichten im Sommer als Folge des Klimawan-
                                         ausgewogenen thermischen Nutzung keine
                                         namhaften Auswirkungen entstehen.
                                                                                                                        dels dürfte sich dieses Phänomen wahrschein-
                                                                                                                        lich noch verstärken.

       6 | Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017
Rund um den Genfersee - cipel
DOSSIER | KLIMAWANDEL

  Gebäudeklimatisierung mit Seewasser:
  wie Genf seit Jahrzehnten das Potenzial des Sees nutzt
  Stéphanie Mercier – CIPEL

                                                                                                                                 © SIG
  Das Wasser des Genfersees wird auf vielfältige Weise
  genutzt, unter anderem zum Heizen und Kühlen (siehe
  Artikel S. 6). Derartige Anlagen sind rund um den Genfer-
  see in Betrieb, insbesondre in Genf, wo zwei eindrückliche
  Grossprojekte realisiert wurden.
  Genferseewasser für die internationalen Organisationen
  Die SIG (Services industriels de Genève) nutzen seit ei-
  nem Jahrzehnt das Seewasser zur Heizung und Kühlung Die Genfer Quartiere, die
  der Gebäude im Quartier des Nations, wo sich neben vie- Seewasser aus dem Genfersee
  len internationalen Organisationen wie der UNO und dem thermisch nutzen
  Roten Kreuz auch Unternehmen und Wohnliegenschaften befinden.
  Das Fernheiz- und -kühlungssystem namens «Genève Lac Nation» verwendet im Sommer das kalte Seewasser, das in 45 m
  Tiefe angepumpt wird, wo die Temperatur konstant 7°C beträgt, zur Kühlung der angeschlossenen Gebäude. Im Winter sorgen
  Wärmepumpen für die zum Heizen der Gebäude benötigte Energie.
  Ausbau auf weitere Genfer Quartiere
  Heute treiben die SIG die Erweiterung ihres hydrothermalen Netzes voran. Das Projekt «GeniLac» beruht auf dem gleichen
  Ansatz und will Wohn- und Gewerbegebäude, Unternehmen und Institutionen im Stadtzentrum von Genf (zwischen 2017 und
  2021) und in der Umgebung des Genfer Flughafens (ab 2022) versorgen.
  Die SIG sind stolz auf die Vorteile des Systems: «Das umweltfreundliche thermische System nutzt das Wasser des Sees und
  spart damit 2’350 Tonnen CO2 pro Jahr – immerhin der Gegenwert von 6’500 30-t-Lastwagen – sowie 9 GWh Elektrizität, was
  dem Jahresverbrauch von 3600 Haushalten entspricht.»

Die öffentliche Hand und die Auswirkungen des
Klimawandels auf die Wasserressourcen
Audrey Klein & Stéphanie Mercier - CIPEL             und vielschichtig. Neben Wasserqualität und
                                                     Wassermenge betrifft dies Aspekte wie Restwas-     Weitere Informationen
                                                                                                        (in Französisch)
Die öffentliche Hand nahm sich ebenfalls des         sermengen in Fliessgewässern, Nutzung von
Themas an. Gestützt auf wissenschaftliche            Wasser als erneuerbare Energie (Wasserkraft,       In der Schweiz:
Erkenntnisse und zahlreiche laufende Studien         thermische Nutzung von Seewasser), Wasserver-      Kanton Genf : www.ge.ch
erarbeiteten die Schweiz und Frankreich natio-       brauch zur Bewässerung in der Landwirtschaft,      > Agenda21 > Plan climat cantonal
nale Adaptationsstrategien an den Klimawan-          Schutz des Genfersees als Trinkwasserspeicher
                                                                                                        Kanton Waadt : www.vd.ch
del, die auf regionale und lokale Ebenen aufge-      oder Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser.
                                                                                                        > Thème > environnement > climat
fächert wurden. Die Massnahmen, die es zu
ergreifen gilt, sind meist disziplinübergreifend     Strategien im Fluss                                Kanton Wallis : www.vs.ch
                                                                                                        > www.vs.ch/web/sen/eaux
und betreffen so unterschiedliche Bereiche wie       Mit diesen Fragen beschäftigen sich heute die
Mobilität, Energieproduktion und -verbrauch          politischen Akteure rund um den Genfersee,         In Frankreich:
zwecks Verringerung der Emission von Treib-          die lokale Pläne erarbeiten, nationale und re-     Agence de l’eau : eaurmc.fr
hausgasen oder Massnahmen zur Anpassung              gionale Strategien auf ihrer Ebene umsetzen        > Grands dossiers > Adaptation au
an den Klimawandel. Wie steht es aber um die         und einige Pläne der ersten Etappe bereits zum     changement climatique
Ressource Wasser?                                    Abschluss bringen. Diese Massnahmen können
                                                     jedoch noch Änderungen erfahren, um einer-         DREAL :
Komplexe Fragestellung                               seits die neuen Gesetzgebungen zu überneh-         www.auvergne-rhone-alpes.
                                                                                                        developpement-durable.gouv.fr
Der Themenkreis Wasser und Anpassung an den          men und andrerseits die neuesten wissen-
                                                                                                        > Climat, air, énergie
KlimawandeI erweist sich als äusserst komplex        schaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

                                                                                 Rund um den Genfersee Nr.54 | Juni 2017 | 7
Rund um den Genfersee - cipel
KURZNACHRICHTEN                                                                                   NICHT VERGESSEN
                                                                                                      Melden Sie sich für die Online-Version an,
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                                                                                                      Rund um den Genfersee nicht verpassen!
                                                                                                                    www.cipel.org

                                                 «Plouf» - eine Geschichte des Badens im Spie-      Sedimente mit Geschichte
                                                 gel der Zeit
                                                                                                    Tag für Tag lagern sich auf dem Seegrund ver-
                                                 Gerade an schönen Sommertagen erfreuen             schiedenste Partikel aus dem Wasser ab. Sie bil-
                                                 sich die vielen Strände rund um den Genfersee      den mit der Zeit die Sedimente des Seebodens
                                                 grösster Beliebtheit. Doch ein erfrischendes       und sind sozusagen das Gedächtnis des Was-
                                                 Bad im See war nicht zu allen Zeiten und nicht     sers und dessen, was darin zu finden war. Un-
                                                 für alle ein harmloses Vergnügen. Sitten, Ge-      tersuchungen der Sedimente liefern Einsich-
    du Léman

                                                 bräuche und Auffassungen wandelten sich im         ten in die Funktionsweise des Sees und seine
                                                 Lauf der Zeit und beeinflussten die Ausübung       Entwicklung, unabhängig davon, ob es sich um
                                                 von Wassersaktivitäten… bis heute.                 Ereignisse aus einer fernen Vergangenheit (mit
    © Musée

                                                                                                    Spuren in tiefen Sedimentschichten) oder um
                                                 Mit seiner neuen Ausstellung «Plouf» zeichnet      jüngere Vorfälle handelt (in oberflächlichen
                                                 das Musée du Léman diese Entwicklung nach          Sedimentschichten).
               Plakat der Ausstellung            und lässt die Besucher an den Badegewohn-
                                                 heiten vergangener Epochen teilhaben. Die          Doch der Seeboden ist alles andere als starr
                                                 Ausstellung thematisiert neben dem Baden           oder fest. Physikalische oder chemische Phäno-
                                                 auch Wasserkuren, Hygiene, Wasserquali-            mene können Partikel, die sich vor kurzem
                                                 tät, Badeeinrichtungen vergangener Zeiten,         absetzten, wieder in den Kreislauf bringen.
    du Léman

                                                 Lebensrettung oder Badebekleidung der Ver-         Dies gilt für eine Reihe von Nähstoffen oder
                                                 gangenheit – von Badehauben mit Blumenmus-         Schwermetallen in kleinsten Spuren, ebenso
                                                 ter bis zum Badeanzug aus Wolle!                   für Mikroverunreinigungen. Wenn man weiss,
    © Musée

                                                                                                    was die Sedimente enthalten, sind eventuelle
                                                 Die Ausstellung «Plouf: une histoire de la bai-    Freisetzungen von Nähr- oder Schadstoffen im
                                                 gnade» im Musée du Léman in Nyon sorgt für         Seewasser besser anzugehen.
                                                 manch überraschende Einblicke.
           Begleitbuch zur Ausstellung                                                              Mit diesem Ziel vor Augen führte die CIPEL
                                                  Dauer der Ausstellung bis September 2018          2015, ganze 27 Jahre nach der ersten Kam-
                                                 Zur Ausstellung gibt es ein Buch mit gleichem      pagne von 1988, an 80 Stellen im Genfersee
                                                      Titel. Weitere Informationen unter:           Sedimententnahmen durch. Die Resultate flies-
                                                             www.museeduleman.ch                    sen in den nächsten wissenschaftlichen Bericht
                                                                                                    der CIPEL ein, der gegen Ende Sommer 2017
                                                                                                    erscheint. Und natürlich werden wir die Er-
Ausgezeichnete Wasserqualität für sorglosen Badespass                                               kenntnisse als Schwerpunktthema in einer der
                                                                                                    nächsten Ausgaben von Rund um den Genfer-
Badefreudige haben sie schon erwartet, nun ist sie da: die Karte der Badestrände                    see behandeln!
2017!
Sozusagen alle Badestellen verfügen über eine Wasserqualität von «ausgezeich-                       Den wissenschaftlichen Bericht und die ande-
net bis gut» oder «gut bis durchschnittlich» und sind demnach vorbehaltslos zum                     ren Jahresberichte finden Sie (in Französisch)
Baden geeignet. Es warten vergnügliche Stunden beim Baden und Wassersport rund                                  unter www.cipel.org
um den Genfersee!
Die Karte der Badestrände können Sie unter www.cipel.org online einsehen oder in
gedruckter Form beim Sekretariat der CIPEL beziehen.
Viel Spass beim Baden und Schwimmen!

                                                                                                             Wissenschaftlicher Bericht 2017

                                                                                                                Verantwortlich für die Publikation
                                                                                                                Audrey Klein
               Herausgeberin                                             Druck                                  Koordination und Redaktion
               CIPEL                                                     PCL Presses Centrales SA               Stéphanie Mercier
               Agroscope - Changins - Bâtiment DC                        Geduckt auf FSC-Papier                 Layout
               Rte de Duillier 50 - CP 1080 - CH–1260 Nyon 1             Auflage                                Leslie Bonjour
               Tel +41 (0) 58 460 46 69                                  3’000 Ex.                              Grafische Gestaltung
               cipel@cipel.org - www.cipel.org                           ISSN 1016-3395                         Philippe Casse
Rund um den Genfersee - cipel Rund um den Genfersee - cipel
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