RUNDBRIEF 2019 - Exponate-Online
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ISSN 1439-3433 RUNDBRIEF 2019 - 2 Gleich drei philatelistische Arbeitsgemeinschaften feierten nach Mitgliederversammlungen am 27. April 2019 mit einem gemeinsamen Festabend ihr langjähriges Bestehen: 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Briefpostautomation e.V. 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft: Forschung Deutsche Bundespost (AGF) e.V. 70 Jahre Arbeitsgemeinschaft R- + V-Zettel e.V. Bundesarbeitsgemeinschaft Briefpostautomation e.V. im BDPh ArGe Briefpostautomation e. V. Olschimke, Taunushöhe 24, 65779 Kelkheim Leiter: Jürgen RB 2019-2 61
Liebe Sammlerfreundinnen und Sammlerfreunde! Liebe Leserinnen und Leser dieses Rundbriefs! 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Briefpostautomation – wahrlich ein Grund zum Feiern. Was geschah, als nach Inbetriebnahme der ersten automatischen Matrixcode-Briefverteil- anlagen in Pforzheim, Bochum, Wiesbaden und Braunschweig in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre immer öfter Codierungen auf Sammlerbriefen entdeckt wurden und bald auch die davor kaum beachteten Kennungen der Direktverteilmaschinen und der Transorma-Anlagen Interesse von Philatelisten fanden, führte 1969 zur Gründung unserer Arbeitsgemeinschaft Briefpostautomation e.V. Das 50jährige Bestehen unserer ArGe feierten wir zusammen mit der ebenfalls 50 Jahre alten gewordenen Arbeitsgemeinschaft Forschung Deutsche Bundespost (AGF) e.V. und der bereits seit 70 Jahren bestehenden Arbeitsgemeinschaft R- + V-Zettel e.V. im Rahmen unserer jährlich stattfindenden ordentlichen Mitgliederversammlung. Mehr darüber ab Seite V. Die Post ist immer für Überraschungen gut. Das zeigt in diesem Rundbrief die Schalter- quittung mit QR-Code (Seite 67), der direkt zu einer Internetseite führt, auf der Freundlichkeit, Kompetenz, Erscheinungsbild und Wartezeit beurteilt werden können. Nach den Erfahrungen des Autors gibt es bei den meisten Postfilialen nur selten etwas zu bemängeln. Weniger schön ist die seit Anfang 2019 geltende Anweisung, dass Großbriefe ins Ausland keine Waren mehr enthalten dürfen. Zusätzlich zu der Meldung auf den Seiten 66/67 ergaben weitere Recherchen, dass diese Anweisung auf einer Empfehlung des Weltpostvereins beruht, die keineswegs verpflichtend ist und so weit bis jetzt ermittelt werden konnte, noch in keinem anderen Land umgesetzt wurde. Durch die Verlagerung der schriftlichen Kommunikation auf E-Mails ist in den letzten Jahren das Briefaufkommen stark gesunken, zugleich durch den wachsenden Internet- handel die Zahl der Pakete enorm gestiegen. Schon seit einiger Zeit hat die Vielfalt der Paketfreimachungen auch das Interesse von spezialisierten Sammlern gefunden. Bereits seit längerem hat die Redaktion versucht, einen Überblick über diesen Sektor der Auto- matisierung zu bringen. In aufwendiger Arbeit konnten nun in einem Beitrag ab Seite 79 wichtige Fakten zusammengestellt und mit einer Anzahl von Beispielen belegt werden. Andererseits – auch für Insider völlig überraschend – wurde der schon weit fortge- schrittene Aufbau eines eigenen Paketdienstes in Österreich gestoppt und eine Zusammenarbeit der Deutschen mit der Österreichischen Post vereinbart (ab Seite 75). Über den Grund kann man nur spekulieren, doch könnten die schwierigen geografischen Verhältnisse mit vielen kleinen Orten in nur von einer Seite zugänglichen Alpentälern ein möglicher Anlass für diese Entscheidung gewesen sein. Nicht zum Schluss möchte ich den Autoren aller Beiträge für die umfangreichen Forschungen und Ausarbeitungen danken. Mein Dank gilt auch allen jenen, die der Redaktion Informationen für Kurzberichte sandten und nicht zuletzt den Mitarbeitern der Deutschen Post und der Hersteller von Automationseinrichtungen für die vielen Informationen, mit denen sie unsere philatelistischen Interessen unterstützen. Dietzenbach, Mitte Mai 2019 Heinz Friedberg RB 2019-2 62 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Briefzentren mit Sonntags-/Feiertagsbearbeitung Bekanntlich hat die Deutsche Post wegen der an diesen Tagen geringen Sendungszahlen die Sonntags-/Feiertagsbearbeitung in einigen ausgewählten Briefzentren konzentriert. Im Laufe der Zeit wurde diese Maßnahme den sich ändernden Briefströmen angepasst. Unser Mitglied Siegfried Wolf hat die gegenwärtige Regelung ermittelt: Sonntags-BZ Einzugsbereich - Briefregionen 04 Leipzig 01 bis 09, 98, 99 14 Berlin – Südwest 10 bis 18, 39 20 Hamburg Zentrum 19 bis 25 30 Hannover 26 bis 33, 37, 38 40 Düsseldorf 40 bis 42, 46, 47 44 Dortmund 44, 45, 48, 49, 58, 59 50 Köln – West 50 bis 53, 57 60 Frankfurt 34 bis 36, 54 bis 56, 60 bis 65 68 Mannheim 66 bis 69 70 Stuttgart 70 bis 74, 78, 88, 89 76 Karlsruhe 75 bis 77, 79 80 München 80 bis 87 90 Nürnberg 90 bis 97 001. DE – Deutschland BZ 04 – Falsche Postleitzahl Dunkelblauer Stempel „BZ 04 Leipzig / Fehlgeleitet wegen Mängel in der Anschrift / bei der Angabe der Postleitzahl“ auf einem Brief aus Jersey nach Geesthacht, vom 04. April 1997, der etwa vier Jahre nach Einführung der 5stelligen Postleitzahlen wegen einer falschen 4stelligen Postleitzahl im BZ 04 gelandet war. Mit handschriftlich berichtigter PLZ ging er dann an den Empfänger in 21502 Geesthacht. 001. DE – Deutschland BZ 07 – Falsche Postleitzahl Ein Brief des State of Bahrain, Ministry of Transportation, Postal Directorate nach Lampertheim gelangte wegen der alten vierstelligen Postleitzahl in das BZ 07. Dort wurde ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 63
der rote Stempel „VERZÖGERT wegen falscher oder fehlender Postleitzahl / BZ 07 26. JAN. 2000 B / Wir bitten, dem Absender Ihre richtige Anschrift mitzuteilen. Vielen Dank“ angebracht und handschriftlich die richtige Postleitzahl 68623 vermerkt. 001. DE – Deutschland BZ 46 – Neuer Maschinenstempel Der in RB 2019-1, auf Seiten 11/12 beschriebene Tintenstrahlstempel des BZ 46 für Standard- und Kompakt- briefe wurde von Siegfried Wolf auf einem Brief vom 11.02.2019 mit dem geänderten Signet „60 Jahre Kinder- nothilfe“ vorgelegt. Das gleiche Signet ohne Entwertestempel fand sich auch auf einem Brief vom 25.-2.2019. Wohl aus diesem Grund wurde der Brief dann noch mit einer herkömmlichen Stempelmaschine mit dem Unter- scheidungszeichen ma entwertet. 001. DE – Deutschland BZ 62 (IPZ 1) – Frankierservice-Stempel Den im RB 2013-1, Seite 5 gezeigten Frankier- service- Stempel fand Anton Katzlberger jetzt in einer modifizierten Form, bei der das Posthorn im Rechteck mit einer grauen Fläche hinterlegt ist. Die verschiedenen Formen des Stempels mit der Inschrift BRIEFZENTRUM 62 wurden bis jetzt nur auf Sendungen ins Ausland gefunden. RB 2019-2 64 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Prepaid R-Sendung Eine im Internet bestellte TF-Card wurde in einem R-Brief geliefert, der mit dem hier gezeigten Auf- kleber versehen war. Der im Original etwa 102 x 152 mm große Aufkleber war auf einem Luftpolster-Umschlag, der dem RB-Redakteur von Sammler- freund Matthias Fiebiger vorgelegt wurde. Auf der Rückseite befand sich auf einem gleich großen Auf- kleber eine Proforma-Rechnung mit der Wertangabe USD4.6824 und dem Datum vom 17.01.2019 und der Absenderangabe Orange Connex (China) Limited. Der Adressenaufkleber trägt den Vermerk PREPAID Germany und dabei als Rücksendeadresse das Postfach 2007 in 36243 Nieder- aula sowie einen DHL-Code und die Sendungsnummer mit der Angabe EINSCHREIBEN EIN- WURF. 001. DE – Deutschland Premuimadress heute Ergänzend zum Beitrag „Premiumadress heute“ im RB 2018-3, S. 140ff zeigen wir hier Premiumadress-Freimachungen von Frankiermaschinen. Bei der links abgebildeten ist die Premiumadress-Information im FRANKIT-2D-Barcode enthalten, beim rechts gezeigten extra ausgedruckt. Während der Inhalt des gesamten FRANKIT-2D-Barcodes nicht ohne weiteres ausgelesen werden kann, ergibt die Decodierung des (kleinen) Premiumadress- Barcodes: Post-Unternehmen: DEA Produktschlüssel: 9901 (Variante Premiumadress: PLUS) Frankierart: 28 (HEX:1c) Erstellungsdatum: 21.09.2018 Herausgeber: 5037488552 PremiumadressID: 2 ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 65
001. DE – Deutschland „K0618“ doch keine Konsolidierer-Lizenz Zu der im RB 2019-1, S. 20 erstmals gemeldeten Kennung K0618 teilt unser Mitglied Franz-Josef Grumpe mit, dass es sich hier nicht um eine Konsolidierer- Kennung handelt. Er hat von der selben Firma Sendungen mit den Angaben „K1017“, „K0818“ und „K1018“ gefunden und nach Decodierung des Datamatrix- Codes festgestellt, dass diese mit Monat und Jahr der Einlieferung der Sendung korrelieren. Da die auf der selben Seite im Rundbrief beschriebene „K0377“ als Lizenznummer von einem (Post-)Insider bestätigt worden war, schien es bei Abfassung des Berichts, als nur ein einziger Belegs vorlag, naheliegend, auch in der „K0618“ eine Lizenznummer zu vermuten. Diese Annahme ist unzutreffend. Viel mehr dürfte das „K“ in diesem Fall für „Kundenbrief“ oder Ähnliches stehen. Die Decodierung von Datamatrixcodes ist jedem Sammler mit dem unter www.bctester.de kostenlos erhältlichen bcTester oder mit der Smartphone-App DM Scanner Pro leicht möglich. 001. DE – Deutschland Nebenstempel AGB geprüft“ Einen Briefausschnitt, der mit einer ATM 5 mit kaum (in der Reproduktion gar nicht mehr) erkennbarem, eher geprägtem Werteindruck legte Heinz Eggenstein vor. Wegen des Zweifels am entrichteten Entgelt wurde die Sendung einem AGB-Prüfer vorgelegt, der nach wohl genauer Betrachtung die richtige Freimachung mit dem Prüfstempel bestätigte und damit zugleich die Marke entwertete. 001. DE – Deutschland Deutsche Post investiert in Qualität Um die Arbeit der Briefzusteller zu erleichtern und Fehler zu reduzieren, plant die Post die Beschaffung weiterer Gangfolgesortiermaschinen. In den Paketzentren wird eine neue Lesetechnik installiert, die den Sendungscode auf den Paketlabels schneller und zuverlässiger liest. Außerdem sollen im gesamten Bundesgebiet 1000 zusätzliche Packstationen aufgestellt werden. 001. DE – Deutschland Einschränkungen bei Auslandsbriefen Seit dem 01.01.2019 gilt bei der Deutschen Post für Auslandsbriefe eine drastische Einschränkung. Im neuen Gebührenheft heißt es in einer klein gedruckten Fußnote: Als BRIEF INTERNATIONAL mit den Ausprägungen STANDARD-, KOMPAKT-, GROSS- und MAXIBRIEF INTERNATIONAL dürfen nur Briefe versandt werden, die ausschließlich Dokumente beinhalten. Dokumente sind hierbei schriftliche, gezeichnete, gedruckte oder digitale Mitteilungen und Informationen. Die Sendungen dürfen keinerlei Waren enthalten. RB 2019-2 66 ArGe Briefpostautomation e. V.
Im Internet fand sich unter https://www.portokalkulator.de, dem Portorechner der Deutschen Post bei der Nachfrage nach Tarifen für Auslands-Briefe am 21. Jan. 2019 (noch?) kein entsprechender Hinweis. Die neue Regelung scheint selbst Postmitarbeitern erhebliche Schwierigkeiten zu bereiten. Ungeklärt bleibt in obiger Fußnote, was unter „digitalen Mitteilungen und Informationen“ zu verstehen ist. Sind z. B. eine CD-ROM oder ein Speicherstick mit einer darauf gespeicherten Publikation, einer Zeichnung oder einem anderen Text nun eine „digitale Mitteilung“ oder eine Ware? Als Ware wäre der Versand als Päckchen notwendig – gegenwärtig eine Gebühr von satten 9,00 € innerhalb von Europa bzw. 16,00 € weltweit – anstatt als Großbrief – für gegenwärtig 3,70 € weltweit. 001. DE – Deutschland Schalterquittung mit QR-Code Sammlerfreund Matthias Fiebiger legte dem Rundbriefredakteur eine Schalterquittung aus 01594 Stauchitz vor, bei der ein QR-Code eingedruckt ist. Die Decodierung führt zur Internetseite https://standorte.deutschepost.de/LocationDetail?template=locationdetail&objecttype=bran ch&standorttyp=filialen_verkaufspunkte&objectid=04111597&id=XXFE6O4P19012102012 804436&branchrating_source=QR_KB#section_filialebewerten Auf dieser Seite können die Postkunden die Freundlichkeit, Kompetenz, Wartezeit und das Erscheinungsbild der betreffenden Filiale in jeweils fünf Stufen bewerten und einen Kommentar abgeben. Der hexadezimale Inhalt des QR-Codes ist: 68 74 74 70 73 3a 2f 2f 73 74 61 6e 64 6f 72 74 65 2e 64 65 75 74 73 63 68 65 70 6f 73 74 2e 64 65 2f 4c 6f 63 61 74 69 6f 6e 44 65 74 61 69 6c 3f 74 65 6d 70 6c 61 74 65 3d 6c 6f 63 61 74 69 6f 6e 64 65 74 61 69 6c 26 6f 62 6a 65 63 74 74 79 70 65 3d 62 72 61 6e 63 68 26 73 74 61 6e 64 6f 72 74 74 79 70 3d 66 69 6c 69 61 6c 65 6e 5f 76 65 72 6b 61 75 66 73 70 75 6e 6b 74 65 26 6f 62 6a 65 63 74 69 64 3d 30 34 31 31 31 35 39 37 26 69 64 3d 58 58 46 45 36 4f 34 50 31 39 30 31 32 31 30 32 30 31 32 38 30 34 34 33 36 26 62 72 61 6e 63 68 72 61 74 69 6e 67 5f 73 6f 75 72 63 65 3d 51 52 5f 4b 42 23 73 65 63 74 69 6f 6e 5f 66 69 6c 69 61 6c 65 62 65 77 65 72 74 65 6e ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 67
001. DE – Deutschland Nebenstempel – VGO oder VGW? Nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zur Einführung der neuen 5stelligen Post- leitzahlen am 01.07.1993 war zur Unterscheidung der vielfach identischen Postleitzahlen in den Verkehrsgebieten West und Ost eine Kennzeichnung durch „W“ bzw. „O“ erforderlich. Wurde diese Unterscheidung vergessen, konnte es zu Fehlleitungen kommen. Der hier abgebildete Brief landete in 66 Greiz 1, wo er handschriftlich mit W-6660 und einem entsprechenden Stempel versehen und an den richtigen Empfänger geleitet wurde 001. DE – Deutschland Nebenstempel – Bestimmungsland fehlt Bei dieser Postkarte aus 7846 Schliengen in die Schweiz vom 04.01.81 hatte der Absender das Bestimmungsland nicht ange- geben. Die Karte landete in 4200 Oberhausen und erhielt dort den Nebenstempel „Bestimmungsland unrichtig / fehlt Geben Sie bitte dem Absender Ihr Bestimmungs- land bekannt, damit Verzögerun- gen vermieden werden“. Dort wurde wohl auch die Landes- bezeichnung „CH“ angebracht und die Karte dann an den Empfänger geleitet. RB 2019-2 68 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Nebenstempel – Falsche Postleitzahl Ein Zahlendreher des Absenders machte aus der Großempfänger- Postleitzahl 67359 der Firma Yves Rocher in Lingenfeld die ebenfalls existierende 76359 (Marxzell Zu- stellung), mit der der Brief vom 24.08.96 codiert ist. Vermutlich dort wurde der Fehler entdeckt und handschriftlich berichtigt. Zugleich wurde der Stempel „Verzögert wegen falscher Postleitzahl / Bitte teilen Sie dem Absender / die richtige Postleitzahl mit.“ angebracht. 001. DE – Deutschland Nebenstempel – Fehlende Postleitzahl Schon bald nach Einführung der zweistelligen Postleit(gebiets)zahlen war das Sortieren der Sendungen voll darauf ausgerichtet. Der hier abgebildete Stempel „Verzögert wegen…/… Postleitzahl“ wurde auf einer Postkarte aus Bad Elster nach Wetzlar/Hessen gefunden, auf der die (16) mit Tintenstift offensichtlich nach- träglich ergänzt worden war. 001. DE – Deutschland Nebenstempel – Straftat Diese Postkarte wurde von einem Absender in 4300 Essen mit dem Datum 30.10.68 versehen und vermutlich nach dem Einwurf in einen Postkasten als Folge einer Straftat nicht weitergeleitet. Dem Anschein nach wurde die Karte später aufgefunden, mit einem ent- sprechenden Hinweisstempel ver- sehen (unten größer einkopiert) in 4200 Oberhausen in den Sendungsstrom gegeben. Gestempelt ist die Karte dort am -8.-1.69. Auf der Textseite hat sie einen Erledigungsvermerk des Empfängers vom 10.1.69. Der RB- Redaktion liegt noch eine weitere Karte eines Absenders in Essen mit dem selben Hinweisstempel vor. ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 69
001. DE – Deutschland Neues Paketzentrum in Ludwigsfelde In Ludwigsfelde, vor den Toren Berlins, errichtet die Deutsche Post DHL ein neues Mega- Paketzentrum, das bis zu 50.000 Pakete und Päckchen pro Stunde bewältigen kann. Es soll mit innovativer Sortiertechnik ausgerüstet werden und Anfang 2021 in Betrieb gehen. Bundesweit betreibt die Deutsche Post DHL Group ein dichtes Netz aus 82 Briefzentren, 35 Paketzentren und zwei internationalen Postzentren. In Obertshausen ging 2016 das erste Mega-Paketzentrum in Betrieb, in dem bis zu 50.000 Sendungen pro Stunde sortiert werden können. Ein zweiter ebenso großer Standort wird in diesem Jahr in Bochum ans Netz gehen. Die anderen Paketzentren sind für Leistungen zwischen 30.000 und 40.000 Sendungen pro Stunde ausgelegt. 040. CN – China Anschriften automatisch übersetzt Wie erst jetzt bekannt wird, setzt die CPST(China Post Science&Technology Co., Ltd.) ein schon seit 2012 ein automatisches Übersetzungs-System für englischsprachige Anschriften bei eingehenden und ausgehenden Auslandsbriefen. Es umfasst Vereinzelung der Briefe, automatische Zuführung, eine Bilderkennung und die maschinelle Übersetzung und den Druck. Das System erkennt englische (lateinische?) Druckschrift, bewältigt 3000 Briefe pro Stunde mit einer Genauigkeit über 80% bei Standardbriefen im Format DL ZL oder C5 mit einer Dicke zwischen 0,2 mm und 18 mm. Die Druckqualität wird nach Bedarf auf 150-600 dpi eingestellt. Das System kann selbständig neue Adressen-Informationen und bei Bedarf auch zusätzliche Schrifttypen lernen. RB 2019-2 70 ArGe Briefpostautomation e. V.
040. CN – China Selbstfahrende Paket-Zustell-Fahrzeuge China Post und Deppon Express begannen mit dem kommerziellen Einsatz von autonom selbstfahren- den Fahrzeugen für die Paket- zustellung in China. Die Fahrzeuge arbeiten mit einer von Hangzhou FABU Tech. CO., Ltd. entwickelten Technik., ein führendes Unter- nehmen beim Einsatz künstlicher Intelligenz für Fahrzeug-Systeme ist. China Post und Deppon sind mit den ersten Erfahrungen sehr zufrieden und planen die Ausdehnung des autonomen Zustell-Dienstes auf mehr als 100 Strecken. Die ersten Tests mit dem Level 4 begannen bereits im November 2018. Beim Level 4 steuert das autonome System das Fahren in der Mehrzahl aller Situationen, der mensch- liche Fahrer kann jedoch jederzeit eingreifen. Bei den Tests legten die Fahrzeuge auf drei verschiedenen Strecken bei Tag und Nacht und unterschiedlichen Wetterbedingungen etwa 64 km zurück und stellten dabei 60.000 Pakete zu. 041. CL -Chile Schalterterminal-Frankierungen Ein Sammlerfreund legte einen R-Brief aus Chile vor, der mit einem Aufkleber für das am Schalter entrichtete Entgelt versehen ist. Im Vergleich zu dem bereits im RB 2009-3, S. 140 gezeigten sind bei diesem Aufkleber zwar Datum, Uhrzeit, Gewicht und darunter das Aufgabepostamt und rechts die entrichtete Gebühr, nicht jedoch Name des Empfängers und der Bestimmungsort an- gegeben. Ganz unten ist wieder das Bestimmungsland angegeben. 051. – DDR Fehlgeleitete Antwortkarte Postkarte / Antwort / Bestätigung (auf der Rückseite) über den Erhalt eines Berichts. Postkarte aus Oulu Finnland 9.07.90 nach Eberswalde-Finow (Brandenburg) Deutschland (damals noch DDR). Es ist eine Karte mit Vordruck zur Rücksendung auf Standard Postkarte der Deutschen Post mit vorgegebenen Feldern für die PLZ. Allerdings ohne Hinweis auf das Empfängerland nach internationalem Standard der UPU. Die Karte wurde nur mit der Postleitzahl 1300 aufgegeben und ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 71
fehlgeleitet nach der Schweiz, zur PLZ 1300 Eclépens. In 1200 Genève (Stempel vom 12.07.90) wurde der Fehler erkannt, die Anschrift mit dem Zusatz DDR versehen und über Braunschweig nach Brandenburg geleitet. Die Codierung ist vermutlich in Braunschweig aufgedruckt worden. Entdeckt wurde die Karte kürzlich von Peter Huß. 070. FR – Frankreich Siemens liefert Adressenerkennungs-Software an Viapost Der Logistik- und Transportdienstleister Viapost, eine Tochtergesellschaft der La Poste, beauftragte Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) 15 Sortieranlagen in Frankreich mit der innovativen Software ARTread auszustatten. Mit der Software werden auf Basis von Optical Character Recognition (OCR) Adressinformationen, Logos und Etiketten zuverlässig ausgelesen und interpretiert. Angesichts der wachsenden Paket- ströme stieß die bisherige Erkennungssoftware für Adressen an ihre Belastungsgrenze. Die leistungsfähige SPPAL-Software ARTread setzt hochmoderne Deep-Learning- Algorithmen ein und kann im laufenden Betrieb installiert werden, ohne die Stabilität zu beeinflussen. ARTread ermöglicht die einfachere und effizientere Sortierung einer großen Vielfalt an leichten Sendungen und kleinen Paketen, inklusive Großbriefe und Tüten. Sendungen in verschiedenen Formen und Verpackungsmaterialien sowie unterschiedliche Druckqualitäten, Schriftarten und Adressanordnungen werden zuverlässig verarbeitet. 101. IN – Indien Schalterfreimachung RB 2019-2 72 ArGe Briefpostautomation e. V.
Diese Luftpost-R-Sendung (Ausschnitt) aus Indien ist mit einem Schalterlabel freigemacht, der das Datum 08/02/2017 trägt. Für das Gewicht der Sendung, das mit 40 Gramm am oberen Rand vermerkt ist, wurde eine Gebühr von 108,00 RS erhoben. Die Sendungs- nummer des R-Zettels ist auf dem Frankierlabel wiederholt. Sowohl der R-Zettel wie auch der Aufkleber tragen das Signet der Indischen Post. Wie aus der Zollinhaltserklärung CN 22 ersichtlich, enthielt die Sendung Briefmarken im Wert von US$ 5. Die Sendung in der Abfertigungsstelle Niederaula (vermutlich im IPZ 2) abgefertigt. Ob sie „Zollfrei“ erklärt oder eine Zollabgabe erhoben wurde, ist nicht mehr feststellbar. 172. PT – Portugal Briefsortiermaschinen von Solystic Die portugiesische CTT Correios schloss Ende 2018 zwei Verträge mit Solystic um bei der Briefpostbearbeitung die Automation zu erweitern und die Effizienz zu steigern. Die Verträge sind Teil der „Transformation 2018-2020“-Strategie der CTT Correios, die den Gewinn, die Qualität des Briefdienstes und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern soll. Neben der Lieferung von fünf Maschinen der neuesten Generation des Typs XMS für die Sortierung und Gangfolgesortierung von Briefen und Großbriefen, umfassen die Verträge auch die Installation von 32 CAMS – Computer Assisted Mail Sorters – für die Computergestützte manuelle Sortierung sowie eine Aktualisierung der Informations-Systeme der Postzentren in Lissabon und Maia (einer Stadt bei Porto). 160. AT – Österreich Neues Logistikzentrum 108 Millionen Pakete transportierte die Österreichische Post im Jahr 2018, 11% mehr als im Jahr davor. Um für das weitere Wachstum des Paketvolumens gerüstet zu sein, wird nach Hagenbrunn (RB 2018-3, S. 129) in Kalsdorf bei Graz ein noch größeres Logistikzentrum errichtet. Auf einem 167.500 m 2 großen Grundstück in bester verkehrs- technischer Anbindung werden 25.000 m2 überbaut. Mit modernsten Maschinen ausge- stattet, soll das neue Logistikzentrum Mitte 2020 in Betrieb gehen und noch vor dem Weihnachtsgeschäft der Vollbetrieb von 13.500 Paketen pro Stunde erreicht werden. 201. CH – Schweiz Tintenstrahl-Stempel Wie bereits bei der Meldung des neuen Stempeleinsatzes mit der Eigenwerbung „DIE POST LA POSTE LA POSTA“ der schweizerischen Post im RB 2018-3, S. 130 gemeldet, wurde dieses Motiv auch bei Tintenstrahl-Entwertungen gefunden. Nun legte Claus Seelemann erstmals einen A5-Brief vom 28.01.2019 mit einem reprofähigen Abdruck aus dem Brief- zentrum Härkingen vor. Der auf Seite 74 gezeigte Ausschnitt aus einem zweiten A5-Brief lässt erkennen, dass der Abdruck nicht immer richtig trifft. Ein Problem, das gelegentlich auch bei den Entwertemodulen der Großbriefsortiermaschinen der Deutschen Post zu beobachten ist. ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 73
RS – Serbien Schalterfreimachung Nach dem Zerfall des früheren Jugoslawien fand man auch auf R-Briefen aus den Nachfolgestaaten Freimachungen und R- Zettel, die noch aus den seinerzeit bei der Jugoslawischen Post benutzen Schalter- geräte der französischen Firma Satas stammen. Nun wurde der Rundbrief- Redaktion ein R-Brief aus der serbischen Stadt Sombor vom 15.10.2015 vorgelegt, der einen Label mit Freimachung und R- Sendungsnummer hat, der aus dem Gerät eines anderen, noch nicht bekannten Herstellers stammt. Ein am 31.10.2017 in Belgrad aufgegebener R-Brief trägt einen Aufkleber in etwas geändertem Design. Ob die Aufkleber nur für R-Briefe verwendet werden oder auch für andere Frei- machungen, muss noch geklärt werden. 212. TH – Thailand Schalterterminal Eine der Redaktion vorgelegte R-Sendung vom 23.11.2016 aus Thailand ist mit einem Schalterlabel freigemacht, dessen Druckbild dem in RB 2018-2, S. 76 gezeigten entspricht, jedoch an der unteren Kante wieder die Inschrift THAILAND POST in lateinischer und thailändischer Schrift sowie das blau-rote Signet hat, das bei früheren Freimachungen (RB 2017-3, S. 135) bereits zu sehen war. RB 2019-2 74 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Heinz Friedberg Deutsche Post DHL und Österreichische Post kooperieren bei Paketen Vorbehaltlich der Zustimmung der österreichischen und deutschen Wettbewerbsbehörden haben die Deutsche Post DHL Group und die Österreichische Post eine langfristige Partnerschaft vereinbart. Demnach wird die Österreichische Post Pakete, die von DHL- Kunden nach Österreich geschickt werden, dort zustellen. Die Vereinbarung unterliegt noch der Prüfung der deutschen und österreichischen Wettbewerbsbehörden. Nach Vorliegen einer diesbezüglichen Entscheidung soll die Zusammenarbeit noch im Jahr 2019 starten. Die Zusammenarbeit soll beide Parteien in die Lage versetzen, gemeinsam das Potenzial im wachsenden, grenzübergreifenden Internet-Handel auszuschöpfen und verbindet die Stärken der beiden Unternehmen in ihren jeweiligen Zustellnetzen. Gleichzeitig werden den Kunden in beiden Ländern hochwertige Paketzustelldienste mit kurzen Laufzeiten für ein- und ausgehende Sendungen angeboten. Die Kunden werden von hochwertigen Paketzustelldiensten profitieren, unter anderem mit kurzen Sendungslaufzeiten. Die Zusammenarbeit wird es beiden Partnern ermöglichen, weiteres profitables Wachstum zu schaffen und gemeinsam das Potenzial im grenzüberschreitenden E-Commerce-Geschäft auszuschöpfen. „Wir freuen uns die Deutsche Post DHL Group als Partner gewonnen zu haben. Unsere österreichweit flächendeckende Zustellung steht für Qualität und Zuverlässigkeit“, so Generaldirektor DI. Dr. Georg Pölzl. „Abholstationen, SB-Zonen, Empfangsboxen und die Features unserer App sind einzigartig und werden von unseren Kunden sehr gut angenommen. Aufbauend auf den 108 Mio. Paketen, die im Jahr 2018 durch die Österreichische Post transportiert wurden, war es das mittelfristige Ziel der Österreichischen Post die Menge bis 2022 auf 150 Mio. Pakete zu steigern. Mit dieser Kooperation wird ein wichtiger Schritt gesetzt dieses Ziel bereits früher zu erreichen. Der stabile Ausblick für das operative Ergebnis der Österreichischen Post im Jahr 2019 bleibt vor dem Hintergrund steigender Paketmengen, aber auch steigender Investitions- und Integrationskosten unverändert. Die Vereinbarung hat keinerlei Auswirkung auf die Aktivitäten von Deutsche Post DHL Group im internationalen Expressgeschäft, beim Frachttransport und bei Supply-Chain- Lösungen in Österreich. ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 75
„Der Ausbau unseres Paketgeschäfts in Europa verläuft erfolgreich. Dies hat zu einer sehr attraktiven Vereinbarung geführt, die es uns und der Österreichischen Post ermöglicht, unser Wachstum in Österreich und darüber hinaus zu stärken und zu beschleunigen. Wir werden künftig zusätzliche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit der Österreichischen Post ausloten, da wir uns weiterhin auf das internationale E-Commerce- Geschäft als einen der Hauptwachstumstreiber für den Konzern konzentrieren“, so Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group. „Diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Verbesserung unserer Qualität und Produktivität im europäischen Paketgeschäft.“ Von Insidern war zusätzlich zu erfahren: Die Paketzentren in Wien und Graz werden inklusive aller DHL-Festangestellten von der ÖPAG übernommen; ebenso der erst im Bau befindliche dritte HUB in Enns. Die festen DHL-Mitarbeiter sind ca. 10 bis 15 je Standort. Die Produktivkräfte stammen alle von Zeit- arbeitsfirmen. Hier muss die ÖPAG für sich entscheiden, ob sie die Verträge übernimmt oder beispielsweise andere Verträge mit anderen Firmen schließt. Generell handelt es sich bei den Paketzentren um von Groß-Investoren gebaute Hallen, die DHL lediglich angemietet hat. Die Verteilanlage in den Hallen gehört DHL. Es kann also sein, dass die ÖPAG lediglich das Gebäude ohne Sortieranlage übernimmt. Im Detail scheint das noch nicht vollständig geklärt. Bei den Zustelldepots handelte es sich ebenfalls um angemietete Hallen. Hier prüft die ÖPAG die Immobilien, ob etwas Brauchbares für sie dabei ist und übernimmt ggf. den Mietvertrag. Mit der Sachlage vertraute Personen gehen allerdings davon aus, dass keine der Depot-Immobilien von der ÖPAG übernommen wird. Die festangestellten Depot- Mitarbeiter, das sind so 2 bis 5, werden von der ÖPAG übernommen. Die Zustellung selbst wurde von Servicepartnern/Subunternehmern durchgeführt. Hier muss die ÖPAG wohl alleine entscheiden, ob sie die Verträge übernimmt oder zum Beispiel andere Verträge mit anderen Firmen schließt. Die Zustellautos selbst gehören ebenfalls den Servicepartnern/Subunternehmern und wurden mit einer gelben Folie mit DHL-Logo überzogen, die wieder entfernt werden kann. Jede Zustellregion hatte eine kleine Leitung mit ca. 5 Mitarbeitern, die ebenfalls von der ÖPAG übernommen werden. Möglicherweise werden diese Mitarbeiter aber eine neue Position/Tätigkeit bekommen. Das gleiche gilt für die Sortierung/Zustellung-Leitungs- funktionen in der Zentrale in Wien. Das sind nochmal rund 15 bis 20 Mitarbeiter. Alle DHL-Packstation werden wieder abgebaut. Alle Verträge mit den DHL-Paketshops werden wohl gekündigt. Es wird keine DHL-Paketshops mehr geben. Der Vertrieb wird umstrukturiert und bleibt als DHL für Geschäftskunden erhalten. Inwieweit der CustomerService/IT/Finance/HR erhalten bleiben wird, war nicht zu erfahren. Vermutlich werden die Beschäftigten ebenfalls von der ÖPAG übernommen und erhalten neue Positionen/Tätigkeiten. Das Ganze, vermutlich wie oben ablaufende Projekt bezieht sich auf die „DHL Paket Austria GmbH“. Die anderen DHL-Strukturen in Österreich, wie Express, Freight, SupplyChain bleiben unberührt. RB 2019-2 76 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Heinz Friedberg Automatenmarken nicht erkannt Schon seit geraumer Zeit haben ATM-Sammler bemerkt, dass Restbestände der ATM auf Vordrucken mit Posthornemblem in den Stempelmodulen der Großbriefsortiermaschinen nicht mehr erkannt werden. Dies betrifft sowohl die inzwischen ungültige ATM 3 mit Wert- eindruck in Pfennig als auch die ATM 4 mit Werteindruck in Euro. Heinz Eggenstein legte der Rundbriefredaktion einige Beispiele vor. Bild 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Großbrief, der am 25.01.2019 im BZ 53 bearbeitet wurde. Er war (von links nach rechts) mit einer ATM 6 zu 0,08 €, einer ATM 4 zu 0,33 €, einer AMT 8 zu 0,04 € und einer (ungültigen) ATM 3 zu 100 Pf. beklebt. Entwertet wurden nur die ATM 7 und die ATM 6, nicht aber die durchaus noch gültige ATM 4. Die ungültige ATM 3 wurde auch nicht in der bei ungültigen Marken üblichen Weise markiert. Der Großbrief war nach dem Tarif der Deutschen Post mit 1,00 € unterfrankiert. Bild 1 Dass dies kein Einzelfall ist, zeigt Bild 2. Auf diesem Großbrief-Ausschnitt, vom 07.01.2019 waren eine ATM 4 zu 0,88 €, eine ATM 9 zu 0,05 € und eine ATM 8 zu 0,02 € mit einer nicht mehr gültigen ATM 3 zu 50 Pf. ergänzt worden. Auch hier wurden nur die ATM 8 und ATM 9 entwertet, die noch gültige ATM 4 jedoch nicht. Bild 2 ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 77
Das Problem scheint nicht auf das Briefzentrum 53 beschränkt zu sein, in dem die beiden ersten Beispiele bearbeitet wurden. Bild 3 zeigt den Ausschnitt aus einem im BZ 45 bearbeiteten Großbrief mit der korrekten Frankierung von 1,45 €, bestehend aus einer ATM 9 zu 0,01 € und einer noch gültigen ATM 4 zu 1,44 €, die nicht entwertet wurde. Bild 3 Bild 4 → Bild 4 schließlich lässt erkennen, dass auch bei senkrechtem Aufkleben der Marken der selbe Effekt zu finden ist. Bild 4 ist ein Ausschnitt aus einem am 23.01.2019 im Briefzentrum 45 bearbeiteten Großbrief, bei dem am linken Rand des Umschlags von oben nach unten eine ATM 4 zu 0,05 €, eine ATM 7 zu 0,22 €, eine ATM 9 zu 0,18 € und eine nicht mehr gültige ATM 3 zu 100 Pf. geklebt waren. Auch hier wurden nur die neueren ATM 7 und ATM 9 entwertet. Die ATM 3 und die noch gültige ATM 4, beide auf Vordruck mit Posthorn- emblem, dagegen wurden nicht entwertet. Bild 5 zeigt einen Ausschnitt eines C4-Umschlags, der im BZ 45 aussortiert und mit einem Handstempel „Nachträglich entwertet“ versehen worden war. Bei der anschließenden Bearbeitung in der Großbriefsortiermaschine wurden auch hier nur die ATM 8 und 9 erkannt und mit dem Entwerte- stempel versehen. Da Sammler und kleinere Firmen wohl noch Vorräte der ungültigen ATM3 und der immer noch gültigen ATM 4 haben, kann man neugierig sein, wie die Deutsche Post in Zukunft auf deren Verwendung reagiert. Bild 5 RB 2019-2 78 ArGe Briefpostautomation e. V.
001. DE – Deutschland Die Leitcodierung von DHL-Paketen Das Interesse von Sammlern an der DV-Freimachung von Paketen ist nicht neu. Schon in den 1980er-Jahren sind Wiege- und Freimachungssysteme von Großeinlieferern eigesetzt worden [Lit. 1, 2]. Mit dem Boom des Internethandels und der Einführung der Internet- Paketmarken wurde dieses Interesse neu angefacht und schon seit einiger Zeit befassen sich Automationssammler auch mit der Vielfalt der Paketaufkleber. Anders als bei Briefsendungen greifen die Sortieranlagen in den Paketzentren auf mehrere Datenquellen für die Verteilung der Sendungen zurück: • In erster Linie werden für die Paketverteilung sogenannte „PAN-Daten“ verwendet. • Sind diese fehlerhaft oder nicht ausreichend, greift die Sortieranlage auf einen aufgedruckten Leit- oder Routingcode zurück. • Als dritte Priorität dient die automatische Anschriftenlesung. Sollte diese ebenfalls misslingen, wird die Sendung videocodiert. • Sollten die aus der automatischen Anschriftenlesung oder Videocodierung gewonnen Angaben unplausibel sein oder nicht ausreichen, wird die Sendung auf eine von drei Sonderendstellen ausgeschleust und das Paket hier manuell leitcodiert. Grundsätzlich handelt es sich bei den meisten Sendungen im DHL-Paketstrom um Geschäftskundenpakete. Deren Anschriftenaufkleber werden entweder mit einer von DHL zur Verfügung gestellten Software erstellt oder der Versender entwickelt nach Vorgaben von DHL eine eigene Versandsoftware. Dies ist nicht unüblich, weil viele Firmen die Versandsoftware beispielsweise direkt mit den bereits im Unternehmen verwendeten eigenen Auftrags- oder Lagerprogrammen verknüpfen. Dadurch bedingt, weichen viele Paketfreimachungen im Aussehen und Layout stark voneinander ab. DHL gibt zwar eine grobe Struktur für das Layout vor, geht aber in hohem Maß auf die individuellen Gegebenheiten bei den Geschäftskunden ein. Die Geschäftskunden sind verpflichtet, täglich einen Tagesabschluss an DHL zu senden. Hierin werden alle Identcodes der an diesem Tag erstellten Paket-Freimachungen inklusive Daten übermittelt; die sogenannten „PAN-Daten“. Für jeden Identcode ist hierin die in der Freimachung angegebene Empfängeranschrift und damit bereits eine interne Leitcodierung in Datenform hinterlegt. Außerdem beinhalten die PAN-Daten weitere Informationen, wie Produkt, Service, ggf. Gewicht, etc. Aufgrund der PAN-Daten erfolgt im Nachgang die Abrechnung der Sendung. Für Privatkunden-Pakete aus der Online-Freimachung werden DHL-intern ebenfalls PAN- Daten erstellt. Es gibt allerdings auch Sendungen ohne PAN-Daten: Hierzu gehören Sendungen, die mit einer Paketmarke freigemacht sind. Da diese blanko und auf Vorrat verkauft werden, können keine PAN-Daten im Voraus erstellt werden. Die meisten Privatkunden- Sendungen sind mit Paketmarken freigemacht und müssen deshalb entweder durch die automatische Anschriftenlesung oder Videocodierung leitcodiert werden. Für kleine Geschäftskunden gibt es ebenfalls Paketmarken mit bereits eingedrucktem Absender und Hologramm. ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 79
Zudem gibt es Paketfreimachungen, die auf Vorrat gedruckt werden, aber erst mit der tatsächlichen Verwendung abgerechnet werden. Das beste Beispiel hierfür ist „Retouren“: Große Versandhäuser legen den Warensendungen bereits eine Blanko-Freimachung bei, falls der Empfänger die Ware wegen Nicht-Gefallen wieder zurückschicken möchte. Da nur ein Bruchteil der voraus produzierten Freimachungen auch tatsächlich verwendet wird, werden hier keine PAN-Daten erstellt. Die Erstellung von PAN-Daten würde eine direkte Abrechnung auslösen, was bei diesem Produkt natürlich nicht erwünscht ist. Die Verteilanlage greift hier auf den Leitcode zu, der auf jeder Retouren-Freimachung vorhanden sein muss. Generell ist jeder Geschäftskunde verpflichtet, auf der Freimachung einen Leit- oder Routingcode aufzudrucken. Leitcodierungen sind überwiegend für Inlandssendungen bestimmt. Routingcodes hingegen können sowohl für Inlands- als auch Auslands- sendungen benutzt werden. Die Entscheidung, ob ein Leit- oder Routingcode verwendet wird, richtet sich nach der jeweiligen Versandsoftware des Kunden. Bei der Wahl der Versandsoftware wurde zuvor berücksichtigt, welche Versandprodukte der Kunde verwendet. Versendet der Kunde beispielsweise ausschließlich Inlandssendungen, überwiegend Auslandssendungen, etc. …. Fehlt die Leitcodierung oder sind die Angaben im Routingcode unvollständig, wird dem Geschäftskunden ein Leitcodenachentgelt in Rechnung gestellt. Analog der Briefcodierung ist jeder Straße in einer Postleitzahl ein eindeutiger dreistelliger Straßencode zugeordnet. Kann die Versandsoftware einem Straßennamen keinen Straßencode zuordnen, wird kein Leitcode erzeugt! Die Freimachung wird dann aus- schließlich mit einem Identcode produziert. Anders als beim Leitcode werden im Routingcode fehlende Angaben ausgenullt, d.h. es werden drei Nullen an der jeweiligen Stelle vergeben. Für diese Sendungen wird das oben erwähnte Leitcodenachentgelt automatisch eingezogen. Der Leitcode besteht aus 14 Stellen: Die ersten fünf Stellen bilden die Postleitzahl. Anschließend folgt der dreistellige Straßencode sowie die dreistellige Hausnummer. Gegebenenfalls werden der Hausnummer eine oder zwei Nullen vorangestellt. Haus- nummernzusätze, wie Buchstaben, werden in der Leitcodierung nicht berücksichtigt! Nach der Anschrift folgen der zweistellige Produktcode sowie eine Prüfziffer. Ein Routingcode ist im Vergleich zum Leitcode komplexer aufgebaut. Er wird hauptsächlich im internationalen Versand verwendet, was aber einen nationalen Versand nicht ausschließt. Der Aufbau des Routingcodes ist DHL-intern für alle DHL-Unternehmen von „DHL Parcel Europe“ gleich geregelt. DHL hat 2014 begonnen, ein europaweites eigenes Zustellnetz mit einem eigenen Produkt aufzubauen: „DHL Parcel Connect“. Ziel ist es, dass eine Sendung zwischen zwei europäischen Ländern nicht mehr an die ausländische Postverwaltung übergeben werden muss, sondern im DHL-eigenen Paketnetz verbleibt. Aktuell ist DHL in 22 europäischen Ländern mit einem eigenen Transport- und Zustellnetz für Connect-Sendungen vertreten; In einigen Ländern bestehen Kooperationen mit Partnern. Für diese Logistik ist es notwendig, dass alle europäischen DHL-Unternehmen für die Sortierung einen einheitlichen Routingcode verwenden. RB 2019-2 80 ArGe Briefpostautomation e. V.
Die Vergabe von Straßencodes ist allerdings bisher ausschließlich in Deutschland und Österreich erfolgt. Für die anderen Länder werden Straßencodes und Hausnummer im Routingcode generell ausgenullt oder diese sechs Stellen gestrichen. Die Sortierung außerhalb von Deutschland und Österreich erfolgt ausschließlich nach PLZ. Auch wenn Straßen- und Hausnummerncodes für Deutschland und Österreich theoretisch zur Verfügung stehen, fehlen diese oftmals bei Sendungen aus dem Ausland. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. In der Regel liegt es jedoch an der Versandsoftware des Absenders. Der Routingcode ist wie folgt aufgebaut: – beginnt mit „403“ oder „2L“ – Dreistellige Länderkennung nach DIN ISO 3166. – PLZ (ohne definierte Stellen. In Deutschland beispielsweise fünfstellig; in Österreich vierstellig) – „+“ – achtstelliges Verteilprodukt / Productfeaturecode / Produktcode – dreistelliger Straßencode (entfällt ggf) – dreistellige Hausnummer (entfällt ggf) Beim Routingcode handelt es sich um eine „Global Trade Item Number“ (GTIN). Die bis 2005 gebräuchliche Bezeichnung „European Article Number“ (EAN) dürfte den meisten geläufiger sind. Bei den Anfangsstellen „403“, bzw. „2L“ handelt es sich um die inter- national festgelegten GS1-Ländernummern für DHL-Routingcodes. Wird die nummerische GS1-Ländernummer „403“ verwendet, folgt die dreistellige Länderkennung nach DIN ISO 3166 ebenfalls nummerisch. Wird allerdings die alpha- nummerische GS1-Ländernummer „“2L“ verwendet, folgt die dreistellige Länderkennung nach DIN ISO 3166 alphabetisch. Welche der beiden Kombinationsmöglichkeiten verwendet wird, obliegt letzten endlich dem Kunden und seiner Versandsoftware. Die DHL-Produktpalette und die Kombinationsmöglichkeit von Services sind im inter- nationalen Versand breiter gefächert als im nationalen Versand. Deshalb sind für den Produktcode hier acht Stellen reserviert. Dies erlaubt dadurch zusätzliche Informationen über Services, Produkt und Herkunft der Sendung. Im Routingcode im nationalen Versand entsprechen jedoch nach wie vor die letzten beiden Stellen des Produktfeaturecodes dem zweistelligen nationalen Produktcode. Generell sei anzumerken, dass das Produktfolio bei Paketen aufgrund der sehr unter- schiedlichen Kundenbedürfnisse sehr breit gefächert ist und von Beginn an immer wieder ergänzt wurde. Einige Produkte hat man auslaufen lassen, diese stehen Neukunden nicht mehr zur Verfügung. Verträge mit Bestandskunden wurden allerdings immer beibehalten. So kommt es vor, dass einige auslaufende Produkte nach Jahren immer noch von bundesweit einigen wenigen Kunden benutzt werden. Oftmals kommt es dadurch auch vor, dass auf den kundeneigenen Freimachungen alte Produktbezeichnungen stehen, die es so nicht mehr gibt. Wie bereits geschrieben, müssen bestimmte Sendungen im Paketzentrum manuell nachcodiert werden. Die Leitcodierungen oder Routingcodes aus diesen Sonderendstellen tragen rechts oben auf dem Label die PZ-Nummer sowie die „CT“-Nummer. CT steht für Codierterminal. Hiermit kann der Label-Drucker eindeutig identifiziert werden, falls beispielsweise Druckausfälle einzelner Codebalken auftreten. ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 81
In den letzten Jahren wurden einige Paketzentrum-Nummern neu vergeben, die auf Leitcodierungen aus den Sonderendstellen zu finden sind: • 12 DHL-Paketzentrum Wien / Österreich 1) • 27 DHL-Paketzentrum Bremen „GVZ“ • 44 Amazon-Sortingcenter Rheinberg • 60 DHL-Paketzentrum Obertshausen • 65 Auslands-Import im Paketzentrum Rodgau • 81 DHL-Paketzentrum Graz / Österreich 1) • 88 Amazon-Sortingcenter Graben Hier einige Beispiel-Freimachungen: Online-Freimachung mit Identcode 962208148656 (Bild 1) Privatkunden-Sendung aus der Online-Freimachung. Es handelt sich um ein Inlandspaket mit einem aufgedruckten Leitcode. Angaben in der Leitcodierung: Postleitzahl 25337, Straßencode 151, Hausnummer 011 (Der Hausnummerzusatz „c“ kann in der Leit- codierung nicht berücksichtigt werden.). Produktcode „00“ für ein Inlandspaket ohne Service. Prüfziffer 9. Bild 1: Online-Freimachung mit Identcode und Leitcode RB 2019-2 82 ArGe Briefpostautomation e. V.
Bild 2: Online-Freimachung mit Identcode ohne Leitcode Bild 3: Online-Freimachung mit Identcode und Leitcode ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 83
Online-Freimachung mit Identcode 887180358660 (Bild 2) Privatkunden-Sendung aus der Online-Freimachungen. Es handelt sich um ein Inlands- Päckchen ohne Leitcode. Vermutlich wurde der Leitcode nicht angebracht, weil die DHL- Software Probleme mit der abgekürzten Schreibweise „Runzstr.“ hatte und dadurch die Straße nicht zuordnen konnte. In solchen Fällen wird beim Erstellen der Freimachung ein Hinweis gegeben, dass die Straße nicht bekannt ist und abgefragt, ob der Kunde trotzdem fortfahren möchte. Vermutlich hätte die Software den ausgeschriebenen Straßennamen „Runzstraße“ erkannt und eine Leitcodierung erzeugt. Online-Freimachung mit Identcode 962141334946 (Bild 3) Privatkunden-Sendung aus der Online-Freimachung. Es handelt sich um ein Inlandspaket mit einem aufgedruckten Leitcode. Angaben in der Leitcodierung: Postleitzahl 65779, Straßencode 258, Hausnummer 024. Produktcode „00“ für ein Inlandspaket ohne Service. Prüfziffer 0. Identcode JJD0003900058004697280 (Bild 4) Geschäftskunden-Sendung mit dem Produkt „Prio“: Anders als bei gewöhnlichen Paketen, wird hier seitens DHL dem Absender eine bestimmte Laufzeitquote für E+1 versprochen. Um diese Laufzeitquote zu erfüllen, werden diese Sendungen im Betriebsablauf vorrangig bearbeitet. Beispielsweise werden Wechselbehälter nachts bei Eingang im PZ direkt an ein Entladetor angestellt. Bei einer Fahrtverspätung werden Wechselbehälter mit Prio- Sendungen ggf. nachträglich in einer Sonderschicht bearbeitet und noch taggleich mit Sonderfahrten der Zustellung zugeführt. Interessant an dieser Freimachung ist zudem die Direktadressierung an eine Packstation. Leitcode: PLZ 76189, Straße 994 (= Packstation), Hausnummer 124 (= Packstations- nummer), Produktcode 57 für Prio, Prüfziffer 8. Bild 4: Online-PRIO-Freimachung mit Identcode und Leitcode RB 2019-2 84 ArGe Briefpostautomation e. V.
Bild 5: Mit einer Warensendung gelieferte Retouren-Freimachung mit Identcode und Leitcode Identcode 826126943124 (Bild 5) Im Voraus produzierte Retoure-Freimachung ohne PAN-Daten. Es handelt sich um eine Inlandsretoure mit Leitcode. Aufgrund des täglich aufkommenden Sendungsvolumen werden die Retoure-Sendungen des Kunden nicht an die angegebene Hausanschrift geliefert. Stattdessen wurde für die Retoure-Sendungen ein fiktiver Straßencode angelegt, um die Sendung im PZ separieren und vermutlich mit einer eigenen LKW-Fahrt zuführen zu können. Angaben in der Leitcodierung: Postleitzahl 42646, Fiktiver Straßencode 111, Fiktive Hausnummer 000. Produktcode „33“ für eine Inlands-Retoure. Prüfziffer 1. Spenden-Freimachung mit Identcode 197750017265 (Bild 6) Bei einem Spendenaufruf im Internet im Voraus produzierte Freimachung für das Einsenden von Kleiderspenden an PACKMEE. Der DHL-Vertrieb hat hier offenbar aufgrund der immer gleichen Empfängeranschrift einen Vertrag über das Produkt „Retoure“ abgeschlossen; Auch wenn es sich um keine Retouresendung im her- kömmlichen Sinn handelt. Die Freimachung wird ohne PAN-Daten erstellt und enthält die Produktbezeichnung „DHL Retoure“ mit einem nationalen Leitcode. Angaben in der Leitcodierung: Postleitzahl 99510, Straßencode 546, Hausnummer 500. Produktcode „33“ für eine Inlands-Retoure. Prüfziffer 0. Bild 6: Im Internet produzierte Freimachung für eine Spendensendung mit Identcode und Leitcode ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 85
Bild 7 Identcode 803770007580 (Bild 7) Geschäftskunden-Sendung mit Produkt „DHL Infopost“. Leitcodierung: Postleitzahl63128, Straßencode 076, Hausnummer 001, Produktcode 060, Prüfziffer 5. Bei dem Produkt „DHL Infopost“ handelt es sich überwiegend um Kataloge, die aufgrund ihres Gewichtes über ein Kilogramm nicht mehr im Briefstrom befördert werden können. Das Produkt ist nicht nachweispflichtig und wird ohne Unterschrift und ohne Transportversicherung an den Kunden zugestellt. Identcode 00340434170876517077 (Bild 8) Geschäftskunden-Sendung mit einem Routingcode; Es handelt sich um ein Inlandspaket. Der offizielle Produktname lautet „DHL Paket“. Im Internationalen Versand werden Inlandssendungen auch als „Domestic“ bezeichnet. Klein geschrieben steht unter dem Produktnamen „DHL Paket“ die Erstellungssoftware mit Versionsnummer, mit der die Freimachung erzeugt wurde. Routingcode: 403: nummerische DHL-Produkt (GS1-Ländernummer) 276: nach Deutschland (nummerische Länderkennung nach DIN ISO 3166) 63128: PLZ 99000900: Produktfeaturecode (00 in den letzten beiden Stellen= DHL Paket Inland/ Domestic) 076: Straßencode 001: Hausnummer RB 2019-2 86 ArGe Briefpostautomation e. V.
Bild 8 Bild 9 Identcode 052333039070 (Bild 9) Geschäftskunden-Sendung mit einem Routingcode; Es handelt sich um ein Inlandspaket „DHL Paket“. Allerdings ist hier noch das veraltete Produkt „Europack National“ angegeben, das es nicht mehr gibt. „Europack“ war ein spezielles Angebot für Geschäftskunden, die sowohl nach Deutschland, als auch ins europäische Ausland verschicken. Routingcode: 2L: DHL-Produkt (alphanummerische GS1-Ländernummer) DE: nach Deutschland (alphabetische Länderkennung nach DIN ISO 3166) 63128: PLZ 99000900: Produktfeaturecode (00 in den letzten beiden Stellen= DHL Paket (Inland/Domestic) 076: Straßencode 001: Hausnummer ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 87
Identcode JJD014600005746970095 (Bild 10) Italienische Inlandssendung von DHL- Express. Die Bezeichnung „DOM“ steht für Domestic. Routingcode: 2L: DHL-Produkt (alphanummerische GS1- Ländernummer) IT: Nach Italien (alphabetische Länder- kennung nach DIN ISO 3166) 50121: PLZ 460000000: Produktfeaturecode Wie bereits geschrieben, gibt es einen Straßen- und Hausnummerncode nur für Deutschland und Österreich. Aus diesem Grund entfallen diese Angaben. Bild 10 Bild 11 → RB 2019-2 88 ArGe Briefpostautomation e. V.
Identcode 258400678702 (Bild 11) Geschäftskunden-Sendung mit dem Produkt „DHL Paket“, also einem Inlandpaket. Die Freimachung trägt zusätzlich zur Produktbezeichnung den Vermerk „Prod. Abrg.“. Dies steht für „Produktionsbedingte Abrechnung“. Dies ist eine Kundenlösung, bei der ähnlich wie bei Retoure-Sendungen die Abrechnung erst erfolgt, wenn die Sendung real im Paketzentrum gelaufen ist. Diese Freimachung wird ohne PAN-Daten erstellt. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für die Wahl dieses Abrechnungsverfahren. Es gibt z.B. Firmen, die Pakete inklusive Freimachung im Ausland verpacken/erstellen lassen und erst Tage oder Wochen später in Deutschland einliefern. Dies wäre ein möglicher Grund für dieses Abrechnungsverfahren. Eine „Produktionsbedingte Abrechnung“ erkennt man auch an den ersten Stellen des Identcodes mit den Kennungen 25, 26 oder 27. Aufgrund von Mängeln in der Freimachung wurde die Sendung in der Sonderendstelle im Paketzentrum 56 in Neuwied neu codiert und ein Duplikat des Identcodes erstellt. Diese Nachbearbeitung lässt sich auf den beiden Label rechts oben „PZ 56; CT 41“ nachvollziehen. „CT“ steht hier für Codierterminal. Angaben in der Leitcodierung: Postleitzahl 63128, Straßencode 076, Hausnummer 001. Produktcode „00“ für ein Inlandspaket ohne Service, Prüfziffer 9. Bild 12 → Identcode 205510982423 (Bild 12) Geschäftskunden-Freimachung als Paketmarke: Kleinere Geschäftskunden haben die Möglichkeit, vergünstigt Freimachungen zu erwerben. Diese werden beim Kauf vom Geschäftskunden direkt abgerechnet, unabhängig davon, wann sie letztendlich benutzt werden. Auf der Freimachung befindet sich der Absender eingedruckt; daneben ein Hologramm, um Fälschungen oder Kopien vorzubeugen. Der Empfänger wird in der Regel handschriftlich auf die Freimachung geschrieben oder wie im Beispiel mit einem privaten ArGe Briefpostautomation e. V. RB 2019-2 89
Anschriftenetikett beklebt. Da diese Freimachung blanko verkauft wird, enthält sie keine Leitcodierung und keine PAN-Daten. Bei dem Strichcode (96)999984 handelt es sich um eine internen Steuerbarcode, der die sogenannte „Area of interest“ kennzeichnet: In diesem Bereich hat der Anschriftenleser die Empfängeranschrift zu vermuten und sucht diese ab. Zusätzlich enthält der Steuerbarcode Informationen über das verwendete Produkt. Identcode 228821706376 (Bild 13) Hierbei handelt es sich um ein Paket von Deutschland nach Österreich aus der Zeit vor März 2019 1). Das Interessante an dieser Freimachung ist, dass der Absender laut Freimachung ebenfalls in Österreich ansässig ist und das Paket im Jahr 2017 versandt wurde. Um diese Freimachung zu erläutern, muss etwas „ausgeholt“ werden: DHL war bereits seit etlichen Jahren mit einem eigenen Vertrieb vor Ort in Österreich, um Kunden mit hohem Paketaufkommen nach Deutschland zu werben. Diesen Kunden wurde das deutsche Inlandpaket „DHL Paket“ verkauft. Die Einspeisung der Sendungen in das Paketnetz erfolgte in Deutschland. Da es sich um deutsche Inlandssendungen, bzw. ein deutsches Produkt handelte, musste die Absenderangabe im Falle einer Unzustellbarkeit ebenfalls in Deutschland sein. Hierfür wurden den österreichischen DHL-Kunden fiktive Absenderanschriften in Regensburg zur Verfügung gestellt. Ein Domestic- bzw. Inlandspaket von Österreich nach Österreich konnte von DHL allerdings bis zum Aufbau der eigenen DHL-Zustellstruktur in 2016 nicht angeboten werden. Aus diesem Grund wurde den Kunden ein deutsches Produkt angeboten: Das „Weltpaket“ für Sendungen von Deutschland ins Ausland. Diese Sendungen mussten allerdings ebenfalls eine deutsche Absenderangabe tragen und in Deutschland ins Paketnetz eingespeist werden. Wie bereits geschrieben, baute DHL Parcel Europe im Jahr 2016 mit seiner Tochterfirma „DHL Parcel Austria GmbH“ eine eigene Zustellstruktur mit eigenen Depots und Fahrer auf. Ab diesem Zeitpunkt konnten den österreichischen Geschäftskunden sowohl Domestic-Produkte von Österreich nach Österreich, sowie Auslandssendungen von Österreich nach beispielsweise Deutschland angeboten werden. Die Sendungen brauchten nicht mehr in Deutschland eingespeist zu werden, sondern konnten von DHL- Zustellern direkt beim Kunden abgeholt werden. Nun zurück zu unserer Freimachung: Der Vertrag mit dem Kunden ist vermutlich bereits vor 2016 entstanden. Aus diesem Grund benutzte der Kunde in 2017 noch ein veraltetes Produkt: Das deutsche Weltpaket anstatt dem österreichischen Domestic-Paket. Zudem hat der Kunde fälschlicherweise seine reale österreichische Absenderanschrift angegeben, was so nicht zulässig war. Routingcode: 403: nummerische DHL-Produkt (GS1-Ländernummer) 040: nach Österreich (nummerische Länderkennung nach DIN ISO 3166) 1210: PLZ (vierstellig) 67000000: Produktfeaturecode Da vermutlich die Versandsoftware noch aus der Zeit vor 2016 stammte, fehlen Straßen- und Hausnummerncode RB 2019-2 90 ArGe Briefpostautomation e. V.
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