Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020

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Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020
Schulweg   Schule Erlenbach

                     Ausgabe 24 / März 2020
Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020
Editorial, in eigener Sache
In meiner 6. Klasse spürt man langsam eine gewisse Unruhe, die Einstufungen für die GSEH und die
Gymiprüfungen sind vorbei, sieben oder acht gemeinsame Jahre im Kindergarten und an der Primar-
schule Erlenbach stehen vor dem Abschluss, im Sommer steht für sie grosse Veränderung bevor!

Für einmal kann ich die Gefühlslage der Schülerinnen und Schüler besonders gut nachvollziehen. Auch
vor mir liegt ein grosser Wechsel mit manch Unbekanntem. Nach über 40 Jahren im Schuldienst, mehr
als 20 davon in Erlenbach, stehe auch ich vor einem Schritt mit grossen Veränderungen. Im Sommer
werde ich in den Ruhestand treten und mich damit einer neuen Phase meines Lebens zuwenden.

Mit dieser Nummer 24 des Schulweges verabschiede ich mich deshalb von Ihnen, liebe Leserinnen,
liebe Leser und übergebe die redaktionelle Arbeit dieser Zeitschrift meiner jungen Kollegin Rebecca
Klainguti. Ihr wünsche ich viel Spass und Erfolg beim künftigen Gestalten dieses bunten Schulportraits.

Fritz Egli
Redaktion bisher und Klassenlehrperson

Es ist mir eine grosse Freude, diese Aufgabe von Fritz Egli zu übernehmen. Es sind grosse Fussstapfen,
in welche ich treten werde und dies nicht nur rein physisch. In den letzten sechs Jahren als schulische
Heilpädagogin und Mittelstufenlehrerin an der Schule Erlenbach habe ich bereits in einigen Ausgaben
des Schulweges die eine oder andere Seite mit meinen Klassen mitgestaltet.

Während der Entstehung dieser Ausgabe konnte ich Fritz Egli bereits über die Schulter schauen, wofür
ich mich auf diesem Weg nochmals ganz herzlich bedanke. Ich freue mich sehr, die redaktionelle Arbeit
zu übernehmen und unsere Schule auf diesem Weg im Dorf zu vertreten.

Rebecca Klainguti-Good
Redaktion neu, Schulische Heilpädagogin
Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020
Education is not the filling of a pot but the lighting of a fire.
(W.B. Yeats)

Vier Lehrpersonen beenden hier in der Ge-         gemeinsam in der Sporthalle Allmendli. Gerne
meinde Erlenbach ihre langjährige und überaus     erinnere ich mich an viele besondere Klassen-
geschätzte Lehrtätigkeit. Mit einem grossen       und Schulprojekte, welche massgeblich die
Dankeschön nehmen wir vor den Sommerfe-           Handschrift von diesen vier Lehrpersonen tru-
rien 2020 Abschied von Catherine Stegmann,        gen. Weit über das Mass des Berufsauftrags
Kindergartenstufe; Margrit Friedli, Kindergar-    wurden Zeit, Freude und Energie in den Beruf
tenstufe; Marisa Müller, Kindergartenstufe und    gesteckt, um die persönlichen Ziele zu errei-
Fritz Egli, Mittelstufe.                          chen. So darf ich mit Gewissheit sagen, dass der
                                                  Beruf zur Berufung wurde. Für mich als Schul-
Jahrzehntelang haben diese hervorragenden         leiter waren die vier Lehrpersonen stets wich-
Lehrerpersönlichkeiten an ihren Klassen ge-       tige Ansprechpartner bei der Weiterentwick-
wirkt und daneben ihr grosses Wissen, ihr pro-    lung und Qualitätssicherung der Schule Erlen-
fessionelles Können und ihre reichhaltige         bach und ich nahm jedes wohlwollende und
Erfahrung für das Gesamtwohl der Schule Er-       jedes kritische Wort aus ihrem Munde sehr
lenbach eingesetzt.                               dankbar an.

Mit viel Kreativität, Ideenreichtum, Know-how     Dass alle vier Lehrpersonen gleichzeitig in den
und einem prall gefüllten Methodenkoffer          Ruhestand treten oder eine neue Herausforde-
haben diese besonderen Lehrkräfte ihre Schü-      rung annehmen, ist ein Zufall. Langsam ge-
lerinnen und Schüler geführt, unterrichtet und    wöhne ich mich an den Gedanken, sie bald
angeleitet. Bei den vielen Unterrichtsbesuchen,   nicht mehr im Schulteam zu wissen und ich
die ich in ihren Klassen machen konnte, durfte    wünsche Catherine Stegmann, Margrit Friedli,
ich mich von ihrer Begabung, ihrer natürlichen    Marisa Müller und Fritz Egli viel Freude und
Autorität und ihrer Hingabe an die Anforderung    Energie für das Neue, das kommen wird.
überzeugen. Neben dem Einbinden von Be-
währtem war ihr Unterricht stets auch geprägt     Wunderbar, wie ihr es geschafft habt, das Feuer
von der Freude und der Neugier, immer wieder      zu entfachen und zu bewahren!
Neues auszuprobieren, anzupassen und zu per-
fektionieren. So wurde beispielsweise schon       Dafür danke ich euch von Herzen.
lange vor der offiziellen ICT-Einführung mit
Computern gearbeitet oder über 100 Kinder-        Thomas Isler, Schulleiter
gartenkinder turnten und spielten regelmässig
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Erlebniswelt Kindergarten
Marktluft schnuppern, Riesenschnecken beob-
achten, schweizerische Bräuche kennenlernen,
Eulen hautnah erleben und dann ist da noch die
Sache mit dem Schnee- nun ja, wir geben es zu,
den mussten wir heuer selber herstellen. Mit
Hilfe von Sandwichtüten, Füllmaterial, Tüchern,
Karton und weisser Farbe gelang es uns aber,
eine wunderbar glitzrige Kindergarten-Schnee-
welt zu erschaffen.

Das Kindergartenkind ist neugierig und offen
für Neues. Es besitzt die Fähigkeit, sich voll und
ganz in eine Thematik zu vertiefen. Mit Hilfe sei-
ner Fantasie werden Geschichten glaubhaft,
Unvorstellbares Wirklichkeit und Wünsche
wahr. Dies gibt uns Kindergartenlehrpersonen
die Möglichkeit, Lerninhalte spielerisch zu ver-
mitteln. Wir müssen uns nur auf die Ebene des        umsetzen. Zum Thema Markt besuchten wir
Kindes begeben und mit ihm in seine Erlebnis-        den Bürkliplatz-Wochenmarkt, lernten Gemü-
welt eintauchen.                                     se- und Früchtenamen kennen, zählten unser
                                                     Geld in der Kasse, übten in Rollenspielen das
Zu Beginn einer neuen Thematik sammeln wir           Einkaufen, stellten Selbstgemachtes her und
die bisherigen Erfahrungen der Kinder, bevor         verkauften es an unserem eigenen Advents-
wir das Thema auf möglichst vielfältige Weise        markt. Natürlich gehörte auch das Kosten, Er-
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tasten, das Malen und Zeichnen, das Freispiel   auch gesprochen, getanzt, gesungen, mit den
und die Bewegung zur Erarbeitung der Thema-     Kindern dargestellt oder mittels Instrumente
tik dazu. Da unsere Vermittlungsphasen im       vertont. Diese unterschiedlichen Herangehens-
Kreis nicht nur einem bestimmen Fach zugeord-   weisen ermöglichen jedem Kind seinen ganz ei-
net sind, entsteht
Raum für ganzheitli-
ches Lernen in ver-
schiedenen Bereichen.
Diese Art der Vermitt-
lung lässt viel Raum für
Kreativität und Ideen
der Kinder und lässt
Verbindungen zu, die
auf den ersten Blick
nicht möglich erschei-
nen. So werden bei-
spielsweise      Muster
nicht nur betrachtet
und gemalt, sondern

                                                genen Zugang zum Thema und seine eigene
                                                Lösungsfindung, um den Inhalt zu begreifen.

                                                Spannend sind auch Themen, die auf den ers-
                                                ten Blick zu komplex und weit weg des Kinder-
                                                alltags scheinen. Das Weltall ist durch die
                                                richtige Herangehensweise plötzlich nicht
                                                mehr Lichtjahre entfernt, der Orient nicht
                                                mehr fremd und die Eisbären so vertraut wie
                                                unsere Haustiere.

                                                Diese völlige Hingabe für etwas scheint uns
                                                Kindergartenlehrpersonen in der heutigen,
                                                schnelllebigen Zeit so wichtig. Schön, dass die
                                                Kinder uns immer wieder mit ihrer Entde-
                                                ckungsfreude anstecken und uns mitnehmen
                                                auf ihre Fantasiereisen, die grenzenlos sind!

                                                Claudia Tobler und Marisa Müller-Hohl,
                                                Kindergarten-Lehrpersonen
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Sternwanderung
Wetter                                              cken von Frau Fels hatten Palmen darauf. Frau
Am Morgen war es sehr kühl und trocken, aber        Aeschlimanns Socken zeigten Sterne, die von
auch sonnig. Es war 9 Grad kalt. Zwei Stunden       Frau Wullschleger einen Regenbogen. Auf den
später wurde es wärmer. Aber wenn man im            Socken von Frau Meier waren grüne Kakteen
Tobel lief, war es kälter. Am Nachmittag wurde      abgebildet, auf Frau Bergers Münder mit weis-
es noch wärmer. Es hatte auch Wolken am             sem Hintergrund. Witzig waren auch die Giraf-
Nachmittag.                                         fen auf den Socken von Frau Peterhans oder
                               Lorenzo und Julia    das rot-weiss-schwarze Karomuster von Frau
                                                    Berg.
                                                                                  Alicja und Olivia
Kennenlernspiele
Auf der Sternwanderung haben viele Gruppen
auch Kennenlernspiele gespielt. In der Gruppe       Sinn der Sternenwanderung
von Frau Schönbeck und Frau Aeschlimann             Im UH gibt es 7 Klassen von der ersten bis zur
haben wir im Kreis mit Bewegungen „Ich pack         sechsten. Wir Kinder kennen uns nicht alle.
in meinen Rucksack“ gespielt.. Jeder hat seinen     Darum wurde diese Jahr schon zum zweiten
Namen gesagt und dazu eine Bewegung ge-             Mal eine Sternwanderng mit allen UH-Lehrer
macht und halle haben es wiederholt. In der         und –kindern gemacht. Der Sinn davon ist, dass
Gruppe von Herr Genova und Frau Monti stan-         wir uns besser kennenlernen. Dadurch soll auch
den wir im Kreis, haben den Ball geworfen und       unser Verständnis füreinander und unser Zu-
den Namen gesagt.                                   sammenhalt verbessert werden.
                                   Jan und Erik                                   Joshua und Elias

Quiz                                                Ankunft auf dem Pausenplatz
Nach der Wanderung haben wir im Schulhaus           Nach der Sternenwanderung trafen sich alle 7
ein Quiz gelöst. Dabei mussten wir in allen         Gruppen auf dem Pausenplatz. Leider sind
Schulzimmern die Namen der Lehrpersonen             nicht alle Gruppen gleichzeitig angekommen,
herausfinden und auch notieren, was für So-         aber wir haben es versucht. Dann wurden Kis-
cken sie trugen. Oder wir mussten herausfin-        ten gebracht, welche voll mit Sternen-Mailän-
den, welche Lehrperson zum Beispiel Fussball
spielt oder in der Feuerwehr ist. Als Hilfe haben
wir einen Plan vom Schulhaus erhalten.
                                            Basil

Socken
Die Lehrpersonen im UH haben oft lustige So-
cken an. Heute trugen sogar alle spezielle So-
cken:

Herr Genova hatte Flaminco Socken an. Unsere
Lehrerin, Frau Schönbeck, trug Socken mit Gar-
tenzwergen auf grünem Hintergrund. Die So-
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derli waren. Jedes Kind hat ein Guetzli erhalten.
Diese waren sehr lecker. Danach haben wir eine
Menschenkette um das Schulhaus UH gebildet.
Alle Kinder und auch einige Lehrer haben sich
dabei an den Händen gehalten. Wir haben es
geschafft, eine Kette rund um das Schulhaus zu
bilden. Frau Fels hat dann noch Fotos gemacht.
                            Emma und Chantal

Hat es Spass gemacht?
Uns hat es sehr gut gefallen, weil wir so neue
Kinder kennen gelernt haben und weil wir an-
stelle von normalem Unterricht eine Wande-
rung machen konnten. Es war auch cool, dass
wir schönes Wetter hatten. Wir fühlen uns vom
UH nun doch etwas Stolz, dass wir so einen Vor-
mittag verbringen durften.
                                                    Wanderungen
Start                                               Die sieben Gruppen hatten alle eine andere
Am Morgen haben wir uns auf dem Pausen-             Route. So kamen einige Kinder durch das Tobel,
platz in unseren Gruppen getroffen. Wir haben       andere liefen über Feldwege oder der Strasse
alle zusammen einen grossen Kreis gemacht           entlang. Keine der Wanderungen war beson-
und unseren Schulhaussong gesungen. Dann            ders lange, sodass auch unsere kleinsten UH-ler
hat Frau Fels uns nochmals erzählt, wieso wir       gut die Strecke meistern konnten.
eine Sternwanderung machen. Auch hat sie uns
                                                                             Alejandra und Evelina
erklärt, wieso die Sternwanderung so heisst.
Nämlich laufen verschiedene Gruppen von ver-
schiedenen Orten los um sih gleichzeitig in der
Mitte zu treffen. Aus der Luft sieht das dann aus
wie ein Stern.

Mirei, Sara und Samuel
Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020
Lieber Fritz…
Du bist seit dem August 2008 erfolgreich ver-        einmal mit «einem reich gedeckten Tisch». An-
antwortlich für die Redaktion und die Gestal-        dererseits spüre ich in jedem deiner Editorials
tung unseres Schulweges und hast nun mit             den Menschen Fritz, der sich, vorzugsweise in
dieser Ausgabe deinen letzten Schulweg edi-          der Ferne, tiefgründige Gedanken macht oder
tiert. Schliesslich hast du weit über 8000 Mal       gerne seinen Gedanken freien Lauf lässt und
den Weg vom Zürcher Oberland nach Erlen-             dabei meistens Verknüpfungen zur Schule
bach gemacht und wirst im Sommer 2020 in             sucht. Der ein sorgfältiger Beobachter ist und
deine wohlverdiente Pension gehen. Deine             sich Fragen zur Gesellschaft stellt und Antwor-
Nachfolgerin, Rebecca Klainguti, hat dir bei         ten sucht. Zwischen den Zeilen deiner Editorials
dieser Ausgabe bereits über die Schulter             nehme ich stets viel Verständnis und Mensch-
schauen können. Wer ist der Mensch hinter            lichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler
dem «Schulweg»? Im Editorial 2013 offenbarst         wahr. Du versuchst dich in sie hineinzuverset-
du uns, dass deine eigene Klasse aus dem Jahr        zen, vermutest ihre Gefühlslage und einmal be-
1962 eine Klassenzusammenkunft plante. Eine          merkst du «Sie, die Kinder, sind das Konstante
schöne Überraschung; ob du bei dieser Gele-          und das Wesentliche unserer Arbeit».
genheit alle deine Schul- und Lehrerjahre ge-
zählt hast?                                          Bist du mehr Gourmet oder mehr Lehrer, lieber
                                                     Fritz? Witzige gedankliche Verknüpfungen zur
Du gibst uns Einblick in deine eigene Schulzeit      Schule sind dir zum Beispiel in einem spani-
als Schüler mit 39 Gspähnlis und ohne Assisten-      schen Lokal in Leipzig gelungen- mit Seitenblick
ten, Teamteaching, Senioren und Sonderpäda-          in die Küche fragst du dich ob du als Lehrer
gogik. Auch an deiner „Zettelgate“ lässt du uns      mehr ein flexibler Küchenchef bist, der sich auf
teilhaben: Verstohlen liest du damals als Schü-      Kundenbedürfnisse einstellen muss oder eher
ler einen kleinen Zettel deines Nachbarn und         ein Chef de Service, der die Kundenbedürfnisse
schreibst zurück! Nach einem Donnerwetter            herausfinden möchte oder vielleicht doch ein
von Fräulein G., deiner damaligen Lehrerin, fin-     Ernährungsberater, der einen individuellen Me-
det ihr beide euch vor der Türe wieder.              nüplan zusammenstellen sollte. Wie auch
                                                     immer- auf jeden Fall möchtest du, «dass un-
Deine aktuellen SchülerInnen erzählen über           sere Schule eher ein Sternerestaurant mit krea-
dich: „Er ist nett, kann aber auch streng sein, er   tiver gesunder Nahrung ist und nicht plötzlich
ist sehr geschätzt im Unterricht; er ist ein Vor-    zu einem Fastfood Tempel verkommt». Du lobst
reiter beim Einsatz von iPads und ICT, er gibt       weiter: «Über die nötigen Mitarbeiter verfügt
ziemlich viel Ufzgi, er kann gut zeichnen und er     unsere Schule jedenfalls!»
ist schon älter und neben Herrn Schanz der ein-
zige Klassenlehrer.“ Ich weiss, wie sehr dir als     Das Editorial ist das Vorwort des Herausgebers
Lehrer unsere Schule und deine Schülerinnen          einer Zeitschrift, welches die Meinung einer
und Schüler am Herzen liegen. Auf eine andere        Person ausdrückt. Diese Möglichkeit hast du
Art, aber genauso leidenschaftlich, nehme ich        immer mal wieder genutzt und dich zum Bei-
wahr, wie sehr dir auch unser «Schulweg» am          spiel über den Reformeifer der Bildungspoliti-
Herzen liegt und du uns dadurch die lebendige        ker geäussert, oder über eine Denkpause in der
Welt der Schule näherbringst. Wie ich darauf         Pädagogik nachgedacht. Auch auf einen für
komme, magst du dich fragen? Einerseits fällt        dich unverständlichen Entscheid der Schul-
die stets sorgfältige und ansprechende Auswahl       pflege spieltest du mal an. Auf die «Prophezei-
und Gestaltung der Berichte und Bilder im            ungen» des Vorstandsvorsitzenden der
Schulweg auf. Du verglichst eine neue Ausgabe        chinesischen Alibaba Group, dass bis ins Jahr
Schule Erlenbach - Ausgabe 24 / März 2020
2030 Roboter 800 Millionen Jobs übernehmen          Lieber Fritz, dein Gedankenreichtum in den Edi-
werden, fragst du dich, welche Welt wir unse-       torials, deine persönliche Meinung und Haltung
ren Kindern hinterlassen und ob die Schule die      sowie dein grosses Engagement für unsere
kommenden Generationen auch genügend auf            Schule und ihre Kinder werde ich vermissen.
die grossen Anforderungen vorbereitet. Wel-         Mit grossem Dank,
ches ist dabei die Aufgabe der Schule und wel-
cher ist der Anteil des Elternhauses, so dein       Lotti Grubenmann, Schulpräsidentin
Gedankengang. Du machst dich stark für eine
„möglichst breite Förderung unserer Kinder,
auch in den nicht intellektuellen, künstlerischen
Gebieten. Ein individuelles Fördern der Stärken
jedes Kindes wird künftig sicherlich noch wich-               Fritz Egli, 31.05.1955/
tiger werden“.                                                1962-69 Rudolf Steiner Schule
                                                              Zürich, Primar Küsnacht/ 1969-72
                                                              Sekundarschule Küsnacht/ 1972-77
                                                              Unter- und Oberseminar
                                                              Küsnacht und Zürich.

                                                              Berufliches: Blockflötenlehrer an
                                                              der MS Küsnacht, Lehrer an diver-
                                                              sen Institutionen und Einrichtun-
                                                              gen, diverse Weiterbildungen bis
                                                              zum Agenturleiter der Eidgenössi-
                                                              schen Gesundheitskasse in Laufen,
                                                              seit 1.1.1997 Lehrperson in Erlen-
                                                              bach.

                                                              Besonderes: Liebhaber von Musik,
                                                              Kleinkunst, Theater, leidenschaftli-
                                                              cher Sammler von z.B. Schallplat-
                                                              ten, früher grosser Kleintierhalter.
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Klassenlager Valbella zum Ersten, Klasse 5A
Im September durften wir für eine Woche nach
Valbella ins Klassenlager fahren. Gerne berich-
ten wir Ihnen von unseren Erlebnissen:

Erster Tag
Die Fahrt nach Valbella war gemütlich. Es wur -    Pommes, niammi! Heute Abend spielen wir
de zum Glück niemandem so richtig schlecht.        noch eine Runde Räuber und Poli im Dunkeln.
Die Zimmer sind klein aber sehr schön. Es gibt     Das wird spannend. Wir sind bestimmt die Räu-
WCs, Duschen, Waschbecken und zum Glück            ber.
auch bequeme Betten. Die Aussicht ist wunder-                           Dana, Fiona, Jil und Lina
bar, man sieht die schön verschneiten Berge,
den Heid-See und viele grüne Tannenbäume.          Zweiter Tag
Vor dem Haus hat es zwei Fussballplätze, eine      Wir sind heute früh um 8 Uhr aufgestanden.
Schaukel, eine Reckstange, einen Basketball-       Wir waren noch ein bisschen müde, als es Früh-
platz und einen Whirlpool (aber leider nur         stück gab. Wir assen Müesli, Brot mit Butter
einen kleinen). Die Temperatur ist eher kühl       und tranken Tee und Ovomaltine. Nach dem
aber angenehm. Nachdem wir uns eingerichtet        Frühstück haben wir unseren Lunch eingepackt
hatten, gab es einen leckeren Zmittag mit Salat,   und sind vom Lagerhaus losgelaufen. Zu Beginn
Suppe und Hörnli mit Ghacktem. Nach dem            war es ziemlich streng, da es steil nach oben
Essen spielten wir noch etwas Ping-Pong, was       ging. Nach einer halben Stunde wurde die Wan-
sehr spannend war. Die Jungs spielten draussen     derung zum Glück etwas gemütlicher. Wir ha-
Basketball und Fussball. Danach liefen wir nach    ben viele Kühe, einige Pferde, schöne Berge
unten zum See und führten einen Foto-OL            und grüne Wiesen gesehen. Den Zmittag haben
durch. Die meisten haben alle Posten in kürze-     wir bei einem See gegessen. Es hatte dort auch
rer (oder auch längerer) Zeit gefunden. Leider     einen Spielplatz. Da uns ein bisschen kalt war,
durften wir nicht im See baden. Es war ein biss-   haben wir uns dazu entschieden, einmal um
chen zu kalt. Zum Glück hat Frau Fritschi einen    den See zu rennen. Ein Mädchen rannte sogar
Zvieri mitgenommen, denn nach dieser sport-        zweimal (nicht weil sie kalt hatte, sondern weil
lichen Aktivität hatten wir einen Bärenhunger.     es ihr Spass machte). Anschliessend sind wir zu-
Nun sind wir wieder zurück im Lagerhaus und        rück zum Lagerhaus gewandert, dabei kamen
freuen uns auf einen guten Znacht, es riecht       wir bei einem Karussell vorbei. Der Leiter hat
nämlich bereits nach Poulet – Knusperli und        das Karussell angeschoben, es war sehr lustig
und uns war es dann etwas „trümlig“. Zum             wandern nennen) durch den Wald bis auf die
Glück ging es danach nur noch abwärts. Nach          Lenzerheide. Wir erhielten fünf Franken, mit
einem Zvieri im Lagerhaus, haben wir eine            denen wir unser Mittagessen alleine kaufen
kleine Siesta eingelegt. Und da heute Dienstag       durften. Wir wanderten (man kann es auch spa-
ist freuen wir uns heute Abend auf einen lusti-      zieren nennen) zurück an den Heid-See und
gen Film. Zum Znacht gibt es Spaghetti Na-           nahmen unser Mittagessen zu uns. Nach ein
poli/Pesto mit einem Salatbuffet.                    paar Sprüngen am See, gingen wir zurück ins
                                                     Lagerhaus. Nun schreiben wir nicht mehr zu
Valerie, Cecilia ,Eva und Duaa (the Crazy Gang)
                                                     viel, da wir noch ein bisschen Fussball und Ping-
                                                     pong spielen möchten. Heute Abend gibt es Fa-
Dritter Tag
                                                     jitas, auf welche wir uns bereits freuen.
Nach einem leckeren Frühstück, gingen wir in
                                                     Natürlich ist das aktuelle Thema die Disco, wir
Valbella auf den Bus. Wir sind mit dem Post-
                                                     sind gespannt darauf
auto nach Churwalden und danach mit dem
Sessellift auf den Berg gefahren. Auf dem Berg                      Levin, Lennard, Tom und Nicolas
angekommen, gingen wir für zwei Stunden in
den Seilpark. Dies war sehr aufregend. Es gab        Letzter Tag
eine etwa 200 Meter lange Zipline. Wir fuhren        Die Disco vom letzten Abend war sehr lustig.
mit ihr bis auf die andere Seite. Kurz darauf sas-   Nach der Party sind wir dann ziemlich schnell
sen wir alle in einem Rodel und fuhren damit         (fast alle) eingeschlafen. Am Freitag morgen
den Berg hinunter. Da unser Zmittag auf dem          sind wir etwas müde aufgestanden. Anschlies-
Berg war, mussten wir mit dem Sessellift wieder      send haben wir gefrühstückt und unsere sieben
nach oben fahren. Mittlerweile hatten wir            (oder auch mehr) Sachen gepackt. Es war etwas
ziemlich Hunger. Wir grillierten Cervelats und       schwierig, alles in den Koffer zu bekommen. Ei-
Bratwürste und zum Nachtisch Marshmallows.           nige mussten sogar darauf sitzen, damit er zu
Zum Glück haben wir eine gratis Fahrt mit der        ging. Nun haben wir das Haus blitzblank ge-
Rodelbahn erhalten und durften nochmals ins          putzt und aufgeräumt. Nun sitzen wir vor dem
Tal rodeln. Eva hat mit runterfahren ihre Mütze      Eingang und warten auf den Car. Um 11 Uhr
verloren, deshalb musste die Frau Good noch-         müssten wir dann losfahren.
mals nach oben gehen und diese holen. So
schlimm war es jedoch nicht, denn sie konnte         Das Lager hat uns gut gefallen und es war ziem-
so nochmals runterrodeln. Mit dem Postauto           lich lustig.
sind wir wieder nach Valbella zurückgefahren.                     Sunnie, Chloe, Liv, Lara und Olivia
Auf dem Weg ins Lagerhaus hat Noah noch
einen Frosch entdeckt. Nun freuen wir uns auf
eine leckere Pizza und natürlich auf den Casino-
Abend.
           Oscar, Brenden, Leo, Noah und Julius

Vierter Tag
Nach einem erfolgreichen und lustigen Casino-
abend, schliefen wir (mehr oder weniger)
schnell ein . Am Morgen wurden wir mit einem
kräftigenden Frühstück beglückt. Nach dem
Frühstück spazierten wir (man kann es auch
«Nur der dumme Schüler fragt nicht»
(Zitat einer Lehrerin aus meiner Schulzeit)

Dieses Zitat klingt mir immer noch in den           Meinte Sie mit ihrem Zitat wirklich «dumm»
Ohren, wenn ich an meine Schulzeit zurück-          oder wollte Sie uns nicht einfach mit diesem
denke. Diese verlief etwas anders als heute:        Zitat aus der Reserve locken? Eine bösartige Ab-
nach einer in Deutschland üblichen vierjährigen     sicht haben wir Schülerinnen der Lehrerin auf
Primarschulzeit wechselte ich in ein Mädchen-       jeden Fall nicht unterstellt - das ist uns gar nicht
gymnasium, eine Klosterschule…                      in den Sinn gekommen! Warum eigentlich
                                                    nicht?
Für viele klingt das schrecklich, aber meine
Schulzeit verlief wirklich glücklich - Freunde      Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass die Be-
habe ich fürs Leben gefunden und das «andere        ziehung zur Lehrerin auf Vertrauen aufbaute.
Geschlecht» hat uns damals auch nicht gefehlt.      Wohlwollen, Empathie, respektvolles Miteinan-
                                                    der, gegenseitige Wertschätzung und auch die
Das obige Zitat unserer Lehrerin war eigentlich     Ansicht, dass Menschen, so unterschiedlich sie
als Aufmunterung für all diejenigen 6. bis          auch sein mögen, so angenommen werden, wie
8.-Klässlerinnen gedacht, die sich nicht trauten,   sie sind, standen im Vordergrund. Diese (vor-
im Unterricht Fragen zu stellen. Zum Fragen         )gelebte Grundeinstellung führte dazu, dass das
wurde man von der besagten Lehrerin, einer          Fördern und Fordern im Unterricht in einem
gut genährten, in Schwarz gekleideten Ordens-       vertrauensvollen Klima erfolgte und wir Schü-
frau, laufend aufgefordert. Mit Witz, Charme        lerinnen der Lehrerin nie bösartige Absichten
und Esprit versuchte sie, die Klasse zu führen      unterstellten.
und eine gute Stimmung in den Lernalltag zu
bringen. Schülerinnen, die wie ich dann zu viel     Schaue ich mir heute den gelebten Alltag an un-
nachfragten und es auch bei der dritten Erklä-      serer Schule Erlenbach an, so freue ich mich,
rung immer noch nicht «geschnallt» hatten,          dass Schülern und Schülerinnen weiterhin Wer-
wurden gelegentlich mit einem höflichen «Sie        te wie Respekt, Anstand und Fairplay vermittelt
dürfen jetzt aufstehen und neben den Stuhl tre-     und entsprechende Verhaltensregeln gelebt
ten, damit Sie nicht auf der Leitung sitzen» auf-   oder auch eingefordert werden. Ich bin aber
gefordert, sich von ihrem Platz zu bewegen und      auch froh, dass ein derartiges Zitat, wie das
neben dem Stuhl kurz zu stehen, was zu gröss-       obige, heute nicht mehr vorkommt – es könnte
tem Amusement in der Klasse führte.                 «ungefiltert» leicht als stossend und diskrimi-
                                                    nierend interpretiert werden.
Ich habe mich oft gefragt, weshalb mir Zitat und
Anekdote in Erinnerung geblieben sind und           Ich bin fest der Meinung, dass in einem wohl-
weshalb ich mich durch die Handlungsweise           wollenden Miteinander zwischen Lehrperson
meiner Lehrerin nicht blossgestellt fühlte. An      und Schülern unsere Kinder gut aufwachsen
sich passen Spruch und Vorgehen ja nicht ganz       und viele Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen,
zusammen. Ich musste aufstehen, weil ich -          auch dann, wenn sie nicht ständig während der
etwas begriffsstutzig - zu viel fragte, aber um-    Stunde «aufstrecken» oder umgekehrt nicht
gekehrt sagte sie, dumm sei, wer nicht frage.       aufhören zu fragen.

                                                    Katharina Paul-König, Schulpflege
Klassenlager Valbella zum Zweiten, Klasse 5B
Seit Wochen freuten wir uns auf unser erstes          ganz in die Schlucht hinuntersteigen. Es war
Klassenlager in Valbella.                             ziemlich steil, und manchen zitterten beim Hi-
Am Montag, den 16.9.2019 war es dann end-             nuntergehen die Knie. Als wir heil wieder oben
lich soweit. Die ganze Klasse traf sich voller Vor-   ankamen, stand das mitgebrachte Mittagessen
freude am Bahnhof Erlenbach. Von dort aus             an. Alle assen ihre Sandwiches und unterhielten
stiegen wir in den Zug Richtung Zürcher Haupt-        sich miteinander. Nach dem Mittagessen mach-
bahnhof ein, wo wir in einen ICE der Deutschen        ten wir uns zu Fuss auf den Weg nach Zillis. Am
Bahn umsteigen, der nach Chur fuhr. Nachdem           Zielort angelangt, fuhren wir mit dem Postauto
jeder einen Sitzplatz gefunden hatte, ging’s los.     und dem Zug zurück nach Valbella. Im Erleba-
Am Bahnhof Chur wartete ein Postauto nach             cherhuus gingen wir uns umziehen. Danach
Valbella auf uns. Als wir in dem kleinen Ort ein-     assen wir zu Abend und schauten anschlies-
trafen, mussten wir kurz warten, bis der Besit-       send den Film Pets 1, der sehr witzig und amü-
zer des Erlebacherhuus mit dem Auto zur               sant war. Als alle in ihren Federn lagen, wurde
Postauto-Haltestelle kam, unsere voll gepack-         es schnell ruhig in den Zimmern.
ten Koffer einlud und diese zum Haus fuhr. Wir
durften leider nicht mitfahren, also gingen wir       Am Mittwoch wurde ein Schmugglerturnier
zu Fuss los. Nach einer Weile trafen auch wir         veranstaltet, mit Spielen zum Thema Schmug-
bei unserer Unterkunft ein. Wir holten unsere         geln wie „ Capture the flag“. Als Abschluss des
Koffer wieder aus dem Auto und bezogen un-            Turniers lernten wir wie man Bändeli knüpft.
sere Zimmer. Dann hatten wir erstmal Zeit, um         Am Anfang sah es gar nicht so einfach aus, doch
uns einzurichten. Anschliessend wurde ein             am Schluss konnten es alle. Nach dem gemein-
Foto-Orientierungslauf um den Heidsee veran-          samen Znacht spielten wir verschiedenste
staltet, der uns allen viel Spass machte, obwohl      Spiele, wie UNO oder Pantomime. Als der
alle etwas müde von der Anreise waren. Nach           Abend zu Ende war, flitzten alle los, und mach-
dem Foto-OL gab es auch schon Abendessen,             ten sich bettfertig.
aber davor machten wir noch den ersten Ein-
trag in unser „Tagebuch‘‘ in dem wir die ganze        Am Donnerstag stand eine Wanderung auf die
Woche über jeden Tag festhalten würden. Am            Alp Fops an, die Hütte von der Danny MacAskill,
Sportabend, den es nach dem Essen gab, wur-           ein sehr guter Mountainbiker, in einem You
den draussen verschiedene Spiele gespielt und         Tube Video einen Tyre Tab 270 machte. Die
es wurde viel gelacht. Um 21:30 war Nacht-            Wanderung bis zu der Alp dauerte sehr lange,
ruhe, und alle schliefen ziemlich schnell ein.        also legten wir zwischendurch eine Pause ein
                                                      und assen unsere Zwischenverpflegung. Dabei
Am Dienstagmorgen frühstückten alle ausgie-           hatten wir das Glück ein Murmeltier zu sehen!
big, stellten am reichhaltigen Buffet die Lunch-      Voller neuer Kraft liefen wir weiter Richtung Alp
pakete zusammen, und machten sich fertig für          Fops. Dort angekommen, machten wir erneute
den Ausflug in die Viamala Schlucht. Nach ver-        eine Pause und genossen die Aussicht. Dann
schiedensten Postauto- und Zugfahrten kamen           wanderten wir wieder zum Erlebacherhus zu-
wir dann endlich bei der Schlucht an. Die Via-        rück. Dort angelangt, durften wir jeweils in Vie-
mala Schlucht war eindrucksvoll und atembe-           rer- oder Fünfergruppen in den Hot Pot sprin-
raubend. Wir durften an einer Führung                 gen und uns entspannen. Zuerst war es sehr
teilnehmen, die allen ebenfalls sehr gefiel. Wir      heiss, doch man gewöhnte sich daran. Am
lernten bei der Führung sehr viel, wie zum Bei-       Abend fand dann die lang ersehnte Disco statt.
spiel, dass Viamala ‘‘schlechter Weg‘‘ bedeutet.      Es war etwas verrückt aber trotzdem lustig.
Ausserdem konnten wir über viele Treppen bis          Doch nach einer Weile mussten wir ins Bett.
Und am nächsten Tag hiess es dann auch schon       dem Zug wieder zum Zürcher Hauptbahnhof
wieder: Koffer packen. Wir suchten alle unsere     und von dort aus nach Erlenbach, wo unsere El-
Sachen zusammen, versuchten sie in unseren         tern schon auf uns warteten. Am Ende war es
Koffern und Taschen zu verstauen und verab-        eine mega tolle Woche, in der wir viel Spannen-
schiedeten uns von Valbella. Mit dem Postauto      des erleben durften.
fuhren wir nach Chur, wo wir als Abschluss
noch an einer Besichtigung der Churer Altstadt     Autoren:
teilnahmen. Nach der Führung fuhren wir mit        Zoé Kalambokis & Justus Groth für die Klasse 5B

Erlenbacher aus aller Welt
An unserer Primarschule mit rund 430 Kindern       lung gibt es natürlich die bekannten Sprachen
sprechen über 150 Kinder eine Zweit- oder          wie Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch,
Drittsprache. Das bedeutet, dass sich diese Kin-   Portugiesisch, Russisch, aber auch Koreanisch,
der in zwei oder sogar drei Sprachen fast gleich   Chinesisch, Persisch, Albanisch, Galizisch, Ser-
gut verständigen können. Insgesamt sind es         bisch, Albanisch, Türkisch, Schwedisch usw.
über zwanzig verschiedene Sprachen, welche
die Schüler in Erlenbach sprechen. Diese Viel-     Wenn Sie sich für Mehrsprachigkeit interessie-
falt birgt ein enormes Potential. An meiner Zim-   ren, finden Sie viele gute Artikel; zum Beispiel
mertür lasse ich die Kinder, welche den DaZ        im Online Magazin von „Fritz und Fränzi“
(Deutsch als Zweitsprache) – Unterricht besu-      www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/lernen/
chen, jeweils die Wochentage und die Monate        mehrsprachigkeit-bei-kindern
in ihrer Sprache aufschreiben. In meiner Samm-
Deshalb möchte ich hier auf die Situation in Er-
lenbach eingehen.

Viele der Kinder, welche zweisprachig aufwach-
sen, sehe ich nie im DaZ-Unterricht. Diese Kin-
der beherrschen schon zwei Sprachen vor dem
Schuleintritt. Entweder sie haben eine Mutter
oder einen Vater, der Deutsch spricht, oder sie
werden von klein auf an die Umgebungsspra-
che (Schweizer-)deutsch gewöhnt. Dies indem
sie eine Krippe oder einen Hort besuchen und
                                                      Kindergarten eintreten. Sie tendieren dazu, vor
viel Kontakt haben zu andern Kindern, welche
                                                      allem mit andern Kindern abzumachen, welche
Deutsch sprechen. Wichtig für mehrsprachige
                                                      dieselbe Erstsprache sprechen. In den letzten
Eltern ist, dass sie mit ihren Kindern in ihrer ei-
                                                      Jahren habe ich oft beobachtet, dass diese Kin-
genen Muttersprache, oder in einer Zweitspra-
                                                      der sich auch in den Pausen in ihrer Mutter-
che sprechen, die sie so gut wie ihre Mutter-
                                                      sprache unterhalten. Auch nach acht Jahren
sprache beherrschen. Dazu kann es eine Fami-
                                                      Volkschule können so noch immer Schwierig-
liensprache geben, welche die Eltern unterei-
                                                      keiten mit der deutschen Sprache bestehen.
nander benutzen. Wichtig ist auch, dass die
Eltern viel mit ihren Kindern sprechen, mit
                                                      Eltern sind die besten Vorbilder und können
ihnen Spiele spielen, ihnen Geschichten vorle-
                                                      einiges tun um in Erlenbach Fuss zu fassen. In
sen, Fragen dazu stellen. Eine gute Kommuni-
                                                      Erlenbach gibt es eine Vielzahl an Angeboten,
kation in der Erstsprache erleichtert den Erwerb
                                                      wo sich Eltern und Kinder engagieren können.
einer Zweitsprache wesentlich.
                                                      Auf der Homepage der Gemeinde www.erlen-
                                                      bach.ch/uebersichtvereine finden Sie eine
Mehr als eine Sprache zu beherrschen ist ein
                                                      Übersicht. Der neugegründete Fussballverein
grosser Vorteil; dies haben Forscher herausge-
                                                      Erlenbach www.fcerlenbach-2018.ch/junioren/
funden. In der Regel sind die Kinder neugierig,
                                                      zum Beispiel freut sich über neue Mitglieder.
sie wollen Kontakt knüpfen und erlernen so
                                                      Das Familienzentrum Flüügepilz www.flüüge-
eine neue Sprache spielend leicht.
                                                      pilz.ch bietet ein vielfältiges Programm und
                                                      kann bei vielen Fragen weiterhelfen. Das in Zu-
Schwieriger wird es, wenn fremdsprachige Kin-
                                                      mikon beheimatete „Grüezi“-Projekt bietet ver-
der wenig bis gar keinen Kontakt zu deutsch-
                                                      schiedene Anlässe und hilfreiche Links für
sprachigen Kindern haben, bevor sie in den
                                                      Familien, welche neu in die (deutsche) Schweiz
                                                      gezogen sind. Das Naturnetz Pfannenstiel
                                                      www.naturnetz-pfannenstil.ch/aktuell/agenda
                                                      bietet die verschiedensten Events an; von Spa-
                                                      ziergängen über Kinoabende und Experimente
                                                      bis zu Aktionstagen. Und last but not least exis-
                                                      tiert in Erlenbach eine Nachbarschaftshilfe; das
                                                      Erlinet www.erlinet.ch/nachbarschaftshilfe/.
                                                      Diese Vielfalt zu leben kann für alle bereichernd
                                                      sein.

                                                      Sabina Poggioli,
                                                      Lehrperson Deutsch als Zweitsprache
Die Post ist da
Zu Beginn des zweiten Schuljahres bekamen die      Wir fragten die Kinder wie sie das Briefprojekt
Schülerinnen und Schüler der Klasse 2A erst-       finden. Einige Zitate der Kinder:
mals einen eigenen Brief in die Schule zuge-
schickt.
                                                                     „Cool, w
                                                                             eil ich g
Grosse fragende Augen schauten uns an. Ist es                           schreibe erne
doch heute nicht mehr üblich, dass man sich                                       “
Briefe in dieser Form schreibt und für einige
Kinder war es etwas ganz Neues. Die Freude                                                    ie
                                                                                 e r n ew
war gross, als sie erfuhren, dass sie von nun an                            ch l              t“
regelmässig mit einer anderen 2. Klasse aus                         , weil i schreib
                                                                  t
                                                               „Gu n Briefe
Winterthur Briefe schreiben dürfen. Die Gesich-                  ma                                  ere
ter unserer Kinder strahlten, als sie die Briefe                                       i l i c h and e“
                                                                              l, we               lern
öffnen und lesen durften. Sie staunten nicht                            „Coo r kennen
                                                                                e
schlecht ob den wunderschön geschriebenen                                 Kind
und bunt gestalteten Briefen. Das war der Be-
ginn einer tollen Brieffreundschaft!                       „Finde
                                                                  es
                                                           schön f cool, weil ich
                                                                  inde            es
Bis heute schreiben die Kinder einander regel-               etwas z von anderen
                                                                     u erfah
mässig. Und auch wenn man denken könnte, es                                  ren“
sei nicht mehr zeitgemäss, ist es wunderbar zu
sehen, wie die Kinder mit der eigenen Schrift                                  mit
experimentieren, die Briefe bunt verzieren, sich                       l u stig ei-
                                                                     s          r
Fragen an die Brieffreunde überlegen und viel            F i n de e zu sch ht
                                                                     n           c
                                                       „
                                                             n d ere ich ni
von sich erzählen. Vielleicht können wir uns ge-         a         , di e      “
genseitig im Frühling besuchen, bis dahin aber                ben kenne
bleibt das Warten auf die Briefe mit der Ant-
wort auf jeden Fall spannend!
Erzählnacht
Draussen ist es kalt und dunkel, die Kinder war-   Die Kinder wurden eingeteilt, sie durften aber
ten gespannt auf den Einlass ins Schulhaus. Es     im Vorfeld zwei Geschichten abwählen, welche
ist wieder die sehr beliebte Erzählnacht. Dieses   sie gar nicht hören mögen. Das Erzählangebot
Mal der 8. November 2019 mit dem Thema:            ist riesig, Titel wie: „Ich bin für mich“, „Justine
„Auch wir haben Rechte“. Die Kinder halten         und die Kinderrechte“ und „Jetzt bestimme ich“
kleine und grosse Kuscheltiere und Kissen, sie     sind nur einige Titel in der Unterstufe. Nicht
können es kaum erwarten bis die Türe sich öff-     fehlen darf Pippi Langstrumpf. Es sind ca. acht
net. Es haben sich insgesamt 221 Schüler/innen     Kinder pro Geschichte am Zuhören. Die Erzähl-
angemeldet von der Unterstufe und Mittel-          räume sind meist sehr stimmungsvoll, mit Ker-
stufe. Drinnen spürt man wie die letzten Vor-      zen und Led Lichterketten dekoriert. Beim
bereitungen noch zu Ende geführt werden. Vor       Erzählen werden teilweise auch Bilder gezeigt,
der Turnhalle des Unteren Hitzbergs sind Helfer,   es wird manchmal auch ein Projektor benutzt.
die schauen, dass alle Kinder auch wissen wo       Es ist spürbar, dass hier jede/r Erzähler/in selbst
sie hin müssen. Die Kinder dürfen in der Erzähl-   gestaltet hat. Die Kinder werden herzlich be-
nacht drei Geschichten hören. Als Hilfe der Un-    grüsst. Sie dürfen sitzen oder liegen und es sich
terstufe dient ein Farbensystem. Jedes Kind        gemütlich machen mit den Kuscheltieren wie
bekommt ein Blatt mit der entsprechenden Ge-       Bären, Tiger, Löwen und Schlangen und viele
schichteneinteilung. Darauf ist auch zu verneh-    mehr. Auch Kuschelkissen werden benutzt.
men wann und wo das jeweilige Kind die drei        Entspannt, ruhig und neugierig hören die Kin-
Geschichten findet.                                der zu. Es wird auch mal zusammen gelacht.
                                                   Den Kindern werden auch Fragen zur Ge-
                                                   schichte gestellt. Die Stimmung ist sehr schön.
                                                   Die Kinder geniessen das Vorlesen sichtlich.
                                                   Gegen Schluss sieht man die Kinder gähnen,
                                                   Müdigkeit macht sich langsam bemerkbar.
In der Mittelstufe wo Kinder der 6 Klassen den      wird seriös vorgelesen und zugehört. Auf die
Kinder der 4. und 5. vorlesen sind Titel wie „Za-   Frage, wie sie die Erzählnacht finden, kommen
fira“ (Mädchen aus Aleppo) oder auch “Das Ta-       Antworten wie „cool, super, schön“.
gebuch der Anne Frank“… und „Verloren in Eis
und Schnee“ (Krieg,Kinderlager) zu finden.          Zum Abschluss versammeln sich alle auf dem
                                                    Pausenplatz. Dort singen die Kinder ein gemein-
Die Stimmung ist sehr fröhlich und entspannt.       sames Abschlusslied: Den „Erlenbacher Bü-
Die 53 vorlesenden Schüler haben sich in 12         echerwürmer Läseratte-Song“. Die abholenden
Gruppen gut vorbereitet, sie wechseln sich ab       Eltern hören gespannt zu. Die Helfer achten,
mit Vorlesen. Sie durften auch selbst die Räume     dass auch alle Kinder eine Jacke an haben. Nach
gestalten was ihnen sehr schön gelungen ist. Es     dem Song darf sich eine Klasse um die andere
finden sich auch hier zahlreiche Lichterketten.     stärken mit einem Weggli und Schokolade,
Es gibt auch diverse Quizze zu den Geschichten.     sowie einem warmen Punsch.
Bei einigen konnten Süssigkeiten erspielt wer-
den, welche die Vorlesegruppe selbst organi-        Beim nach Hause gehen wirken alle zufrieden
siert hat. Es ist gut spürbar dass die Kinder       und gehen entspannt ins Wochenende.
Spass haben und die Verantwortung zum Ge-
stalten der Räume wahrgenommen haben.               Text: Bettina Chatelain
Auch wenn sie mal nicht unter Aufsicht sind,        Fotos: Sina Murphy
Der Schulweg
Einblicke in den Alltag der Schule Erlenbach
Erscheint zweimal jährlich dem Dorfbott beigelegt

Kontakt: Rebecca Klainguti
Verantwortlich für die Artikel sind jeweils die Verfasser.
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