SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN

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SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
NO 03/18 // EUR 6,90
                 DAS MUSIKMAGAZIN

SIR PAUL
McCARTNEY
Einmal Beatles, immer Beatles

                                          B O   L ESEN !
                                      COM WINNEN
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I AM FROM AUSTRIA
Die Erben-Generation des Austropop

SELINA OTT
Am besten unter Druck

LEONARD BERNSTEIN
Zum 100. Geburstag einer Legende
SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
P R ÄS E N T I E R T

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WOODSTOCK AREA | ORT IM INNKREIS
                         www.elwoodmusic.at
SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
COMBO VORWORT

        LIEBE LESERINNEN
        UND LESER!
Wieder einmal möchten wir Euch auf eine spannende Reise mitnehmen – eine
Reise durch die Welt der Musik. Mit der mittlerweile fünften Ausgabe unseres
Musikmagazins combo wollen wir Euch abermals interessante Persönlichkei-
ten vorstellen und uns tiefgründig mit dem Thema Musik auseinandersetzen.
Schon ein Blick auf das Titelblatt und in das Inhaltsverzeichnis (bitte einmal
umblättern!) zeigt, dass wir uns auch dieses Mal eine sehr bunte Mischung aus-
gesucht haben – und das ist auch gut so!

Man lasse sich den Inhalt dieses Hefts auf der Zunge zer-                          Magazin, warum konzentrieren wir uns dann nicht
gehen: Die nicht müde werdende Pop-Legende Paul Mc-                                einfach auf Bierzelt-Musik und Humptata? Auch diese
Cartney als Held unserer Titelstory. Der klassische Kla-                           Frage ist legitim.
rinettist und designierte Woodmaster Matthias Schorn
als Gesprächspartner im Interview. Die beeindruckende                              Doch auch auf diese Frage gibt es eine einfache Ant-
Erfolgsgeschichte der Vorarlberger Tanzgruppe Zurca-                               wort. Genauso wie sich das „Woodstock der Blasmusik“
roh. Außerdem: Ein Blick auf die aktuellen Protagonis-                             nicht auf eine Musikrichtung, auf einen Stil oder eine
ten der deutschsprachigen Popmusik und – quasi zum                                 bestimmte Zielgruppe beschränken möchte, genauso
Drüberstreuen – Leonard Bernsteins 100. Geburtstag                                 wie das Festival seinem Publikum eine möglichst gro-
und die Ausnahmetrompeterin Selina Ott im Porträt.                                 ße Bandbreite an musikalischen und künstlerischen
Da ist doch sicher für jedermann und jedefrau etwas                                Erlebnissen bieten möchte, möchten auch wir unse-
dabei! Man könnte sich aber auch durchaus fragen, wie                              ren Lesern eine breite Themenvielfalt anbieten. Doch
so eine bunte Mischung zusammenpassen soll. Die Ant-                               damit nicht genug: So wie sich jeder Festivalbesucher
wort ist denkbar einfach. Es gibt nämlich für all die Ge-                          am Woodstock-Wochenende mit Leib und Seele in die
schichten, die wir erzählen möchten, einen gemeinsa-                               Musik vertiefen möchte, möchten wir uns in unsere
men Nenner: die Musik. Schließlich ist es die Musik, die                           Geschichten vertiefen. Wir möchten nicht nur an der
Persönlichkeiten wie McCartney und die Beatles welt-                               Oberfläche kratzen, sondern tiefe Einblicke ermöglichen
berühmt und zu wahren Ikonen gemacht hat. Es ist die                               und ab und zu einen Blick über den Tellerrand riskieren.
Musik, die sogar langjährige und routinierte Orchester-                            Das ist das Ziel unserer Reise. Und wir hoffen, dass Ihr
musiker wie Matthias Schorn manchmal zum Weinen                                    Euch genauso sehr darauf freut, wie wir das tun. Denn
bringt. Erst mit Musik werden tolle akrobatische Vor-                              das ist Musik. Das ist Woodstock. Das ist combo.
stellungen zu rhythmischen Bewegungen, zu echtem
Tanz. Und es ist auch die Musik, die all den jungen, talen-                        Viel Spaß beim Lesen und – vielleicht sogar noch
tierten Künstlern auf der ganzen Welt ein Sprachrohr                               wichtiger – viel Zeit fürs Lesen wünschen Euch
gibt und eine Plattform, um sich zu präsentieren.
Der Grund, warum wir glauben, dass eine so enorme
Vielfalt an Themen und Geschichten perfekt in dieses
Magazin passt, erschließt sich vielleicht nicht auf den ers-                                                                                 Thomas Nigl
ten Blick. Wir sind doch das „Woodstock der Blasmusik“-                                                                              und das combo-Team

   IMPRESSUM
 Medieninhaber, Verleger, Herausgeber & Redaktionssitz: graustein events GmbH, Am Tobersbach 8, A-4221 Steyregg, www.graustein.com. Geschäftsführer: Simon Ertl.
 Redaktionsleitung: Reinhold Gruber. Redaktionelle Mitarbeit: Eva Berger, Philip Brunnader, Hedi Döller, Martin Dunst, Walter Egger, Christine Frauenhoffer (CvD),
 Dietmar Maier, Thomas Nigl, Peter Mußler. Lektorat: Sabina Reisenberger. Titelfoto: Atelier Poschauko & Stefan Bausewein. Hersteller: hs Druck GmbH, Gewerbe-
 straße Mitte 2, A-4921 Hohenzell. Grafik, Satz und Layout: tricksiebzehn KREATIVAGENTUR Gmbh, A-4910 Ried im Innkreis, www.tricksiebzehn.at. Offenlegung
 gem. § 25 Mediengesetz: combo - das Musikmagazin ist Mitgliederzeitung des Woodclub (Fanclub des Festivals „Woodstock der Blasmusik“), ist aber auch unabhän-
 gig davon erhältlich. Grundlegende publizistische Richtung: Magazin für Musikbegeisterte aller musikalischen Richtungen mit Schwerpunkt Unterhaltungsmusik.
 Einzelverkaufspreis: EUR 6,90. Bezugsquellen: www.combo-magazin.com. Mediadaten und Anzeigen: office@combo-magazin.com
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GESCHENK-
IDEEN                                                                                www.woodsepp.com

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COMBO INHALT

INHALT
                                                                                      COMBOTITEL

                                                                                      06 PAUL McCARTNEY
                                                                                           Der ewig junge 76-Jährige feiert mit
                                                                                           „Egypt Station“ ein fulminantes Comeback

                                                                                      COMBOSTORY

                                                                                      18 I AM FROM AUSTRIA
                                                                                           Von Granada bis Kramer:
                                                                                           Die erfrischenden Erben des Austropop

                                                                                      30 ZURCAROH
                                                                                           Vom Ländle in die USA: Die erstaunliche
                                                                                           Geschichte einer Tanzbewegung

                              SELINA OTT                                              40 SELINA OTT
      Eine Trompeterin,
                                                                                           Die preisgekrönte Klassik-Trompeterin
        die hervorsticht.

                                           40
                                                                                           über sich und ihr Instrument
         Vor allem dort,
 wo die meisten anderen                                                               48 LEONARD BERNSTEIN
       Schwäche zeigen:
                                                                                           Zum 100er einer Legende
auf dem Präsentierteller.

                                                                                      54 MATTHIAS SCHORN
                                                                                           Ein Klarinettist wird Woodmaster

                                                                                      62 AUFGETRUMPFT!
                                                Foto: © Allan Warren

            54                                                                   48
                                                                                           Diese Bands geben beim Woodstock
                                                                                           der Blasmusik den Ton an

                                                                                      68 BRASS PALMAS
                                                                                           Blasmusiker auf Reisen –
                                                                                           Erinnerungen an Baška

                                                                                      COMBOSERIE

                                                                                      67 WAS IST BRASS?
                                                                                           Mehr als schöner Schein

                                                                       06
 Foto: © MPL Communications

                                                                                      COMBOMUSIKTIPPS

                                                                                      73 OHRENSCHMAUS
                                                                                           Neue Alben – gehört und bewertet.

                                                                                      03   IMPRESSUM

SIR PAUL McCARTNEY
Paul McCartney und die Beatles haben Generationen von Menschen
begeistert, fasziniert, inspiriert, aufgeregt, angeregt, bewegt.
Viele gute Gründe also für eine combo-Titelstory.

                                                                            05
SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
COMBO TITEL

    06
SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
Play
it again,
Paul!

Das Philharmonic Pub in Liverpool. In der Jukebox
wählt ein Gast gerade einen Beatles-Song. Doch statt
dem erwarteten Hit aus der Konserve steht da plötzlich
er in ganzer Größe vor den Gästen und spielt mit seiner
Band den gewünschten Song live: Paul McCartney.

Text: REINHOLD GRUBER // Fotos: MPL COMMUNICATIONS/MJ KIM
SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
COMBO TITEL

E
E
       s ist eine Szene aus einer Folge
       der TV-Reihe „Carpool Karao-
       ke“ mit dem britischen Mode-
                                          seine Mutter die Inspiration für „Let
                                          It Be“ war, dann ist das ein Gänse-
                                          hautmoment. „Ich hatte einen Traum
                                                                                     sich fast alles auch ein halbes Jahr-
                                                                                     hundert später noch frisch und un-
                                                                                     verbraucht anhört.
rator und Comedian James Corden.          in den 1960er Jahren, in dem mei-
Zu sehen, wie begeistert, ja enthu-       ne verstorbene Mutter zu mir kam.          Ganz abgesehen davon, dass viele
siastisch die Menschen – jung wie         Beim Wiedersehen sagte sie zu mir:         Songs Klassiker-Status haben. Für
alt – auf Paul McCartney reagieren,       ‚Es ist alles okay, kümmere dich nicht     alle Zeiten. Und wer McCartney bei
ist der lebende Beweis dafür, dass        darum.‘ Das war großartig. Sie gab mir     seiner höchst unterhaltsamen Fahrt
die Beatles und ihre Musik außerge-       das positive Wort. Als ich aufwachte,      durch Liverpool zuhört und zusieht,
wöhnlich geblieben sind.                  dachte ich, was war das? Sie sagte: ‚Let   entdeckt einen Mann mittleren Al-
                                          it be.‘ Und so schrieb ich den Song.“      ters, dem die Begeisterung für das,
Auch mehr als 50 Jahre nach der                                                      was er tut, nicht abhandengekom-
Trennung der Fab Four leben die           Bevor sie die nun noch bedeutende-         men ist. Das hört man auch sehr
Songs und mit ihnen die Beatlema-         ren Worte gemeinsam singen, sagt           deutlich auf seinem neuen Album
nia. Letztere hat Paul McCartney ge-      Corden nur ein sichtlich beeindruck-       „Egypt Station“.
rade mit seinem neuen Album wie-          tes: „Das ist die wunderbarste Ge-
der so richtig befeuert. Und, animiert    schichte, die ich jemals gehört habe.“     Was mit Stimmen und dem typi-
von Corden, die Menschen weltweit                                                    schen „Hallen-Lärm“ einer Bahnsta-
zum Lachen gebracht und zu Tränen         „When I find myself in times of troub-     tion beginnt, markiert den Beginn
gerührt. Mehr als 130 Millionen Mal       le, Mother Mary comes to me / Spea-        einer Reise durch das Land, das Paul
wurde das 23 Minuten lange Video          king words of wisdom, let it be / And      McCartney sein Eigen nennt. Eine
über Facebook und YouTube inner-          in my hour of darkness she is stan-        Traumlandschaft, wie er sie nennt.
halb des ersten Monats aufgerufen.        ding right in front of me / Speaking       Aber eine, in der man so viel Ver-
Ein absoluter Rekordwert und die er-      words of wisdom, let it be“                schiedenes sehen und erkennen
folgreichste „Carpool Karaoke“-Folge                                                 kann. Balladen, die zu Herzen gehen.
bislang. Grund genug, um sich einem       Ja, kümmere dich nicht darum. Es gibt      Rocksongs, die genüsslich, aber be-
Phänomen und einer echten Legende         immer eine Antwort. Was für eine           stimmt vor sich hin stampfen („Hunt
anzunähern. Versuchsweise.                Botschaft mit Ewigkeitswert, die Mil-      You Down“). Popsongs mit sinfoni-
                                          lionen Menschen in ähnlicher Form          schen Dimensionen. Und ein musi-
Die 76 Jahre, die Paul McCartney          für sich interpretiert haben werden.       kalisch opulent aufbereiteter Pro-
mittlerweile schon erlebt hat, sieht                                                 testsong, in dem McCartney klar und
man ihm nicht an. Vor allem dann          Bei James Corden kommt in diesem           unmissverständlich macht, was er
nicht, wenn er, von Corden darum          Moment die Erinnerung an seinen            mit Donald Trump, dem hartnäckigen
gebeten, auf seinen eigenen Spuren        Großvater auf, der ebenfalls Musiker       Verleugner des Klimawandels, tun
durch Liverpool reist und dabei da-       war. Zusammen mit seinem Vater             möchte: „möglichst bald wegsperren“.
von erzählt, wie das damals war, als er   spielte er dem jungen James die bes-       Nachzuhören in „Despite Repeated
mit John Lennon in der Wohnung an         ten Lieder der Welt vor. „Let It Be“       Warnings“. Und gleichzeitig hat Paul
der Forthlin Road, Hausnummer 20,         war eines dieser Lieder. Das ist pure      McCartney keinerlei Berührungs-
Lieder wie „She Loves You“ schrieb        Emotion. Die Kraft von Musik, die          ängste mit der jüngeren Generation.
und sie gleich nebenan im Wohnzim-        auch McCartney bis heute noch fas-         „Fuh You“, von OneRepublic-Front-
mer dem Vater vorspielte. Von 1956        ziniert. „Es ist schon unglaublich, was    mann Ryan Tedder produziert, steht
bis 1963 lebte Paul hier mit seinem       ein Lied, was Musik generell mit je-       dem „alten Onkel“ auch ziemlich gut.
Vater Jim und seinem um zwei Jah-         dem von uns machen kann.“                  Denn so wirkt er bis heute. Ein netter
re jüngeren Bruder Michael. Mutter                                                   Mann, dem man zwar ansieht, dass er
Mary, Hebamme von Beruf, starb            Diese und andere Erinnerungen, die         etwas älter ist, aus dessen Augen aber
nur wenige Monate nach dem Einzug         in den 23 Minuten zusammen mit             immer noch der jugendliche Schelm
der Familie in die Sozialwohnung an       einigen Songs die Gefühlswelt des          blickt, ein Charakter, der diese Welt
Brustkrebs. Paul war zu diesem Zeit-      Zuschauers auf eine Achterbahn-            mit offenen Armen empfängt.
punkt 14 Jahre alt. In diesem Alter       fahrt schicken, machen deutlich, dass
hatte er sein erstes Lied geschrieben.    Musik kein Marketing, keine Werbe-         Der Mann, der „Yesterday“ geschrie-
Titel: „I Lost My Little Girl“.           strategie und keinen Outfit-Berater        ben hat, um nur einen weiteren Song
                                          braucht, wenn sie einfach auf dem          zu nennen, und als einer der bes-
Wenn McCartney im Auto neben              Punkt ist. Und die Musik der Beatles       ten Songwriter aller Zeiten gilt, hat
Corden sitzend davon erzählt, wie         war immer so auf dem Punkt, dass           seine Popularität bei den jüngeren

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SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
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SIR PAUL MCCARTNEY I AM FROM AUSTRIA - DIE ERBEN-GENERATION DES AUSTROPOP - DAS MUSIKMAGAZIN
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Menschen vor allem dem Umstand
     zu verdanken, dass er in „FourFive-
     Seconds“ neben Kanye West und
     Rihanna die Gitarre spielt. Und dass
     er jener lustige Typ ist, der mit dem
     noch lustigeren James Corden durch
     Liverpool fährt.

     Bemerkenswert ist, dass Paul Mc-
     Cartney fast auf Understatement
     macht, wenn es um seine Qualitäten
     als Songwriter geht. Aber er meint es
     wirklich ehrlich, wenn er sagt: „Ich
     weiß eigentlich bis heute nicht, wie
     man einen Song schreibt. Wenn ich
     mich hinsetze, um etwas zu schrei-
     ben, will ich auch gar nicht wissen,
     wie es geht und was ich als Nächstes
     tun muss“, verriet er in einem Inter-
     view mit dem „Rolling Stone“. Für
     ihn ist dies Ausdruck eines Selbst-
     verständnisses, das nicht darauf
     ausgerichtet ist, planbar zu sein. Er
     will nicht vorhersehbar sein. Mag
     sein, dass gerade dies sein persönli-
     ches Erfolgsgeheimnis ist. Er nimmt
     wahr und beschreibt, er sieht und
     merkt sich eine Zeile, aus der dann
     mehr werden kann, wenn sie nicht
     aus der Erinnerung verschwindet.
     Er kommt aus einer Generation, die
     noch nicht das Handy mit tausen-
     den Notizen und Gesprächsfetzen
     gefüllt hatte, um dann irgendwann
     später aus dem Fragment von damals
     einen Song zu schreiben. Früher
     sei man gezwungen gewesen, den
     Song gleich zu Ende zu schreiben.
     Wer dann wie McCartney und sein
     bei den Beatles kongenialer Song-
     writing-Partner John Lennon vor
     Ideen und Einfällen nur so sprudelte,
     musste ja fast zwangsläufig so viele
     Songs schreiben, wie sie die Beat-
     les in ihren aktiven Jahren in den
     1960ern geschrieben haben.

     Bis heute arbeitet McCartney nach
     der mit Lennon erprobten Methode:
     Wenn er eine Anfangsidee für ei-
     nen Song habe, dann müsse er diese
     eben zu einem Ende bringen. Das sei
     allemal besser, als nach Monaten zu
     einem Fragment zurückzukehren

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