Smart City: Beitrag der SBB - SBB Immobilien
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Vorwort.
2 Das Thema Smart City geht uns alle an. Die Schweiz zählt zu den lebenswertesten Ländern 3
der Welt. Damit dies so bleibt, müssen wir die Rahmenbedingungen für eine Transformation
gestalten und zwar branchenübergreifend. Wir müssen unsere Silos aufheben und unsere
Komfortzonen verlassen. Wir müssen integrierter denken und handeln, gerade bei der Verkehrs-
und Raumplanung. Und wir müssen mutiger sein und neue Technologien ausprobieren. Sonst
entgeht uns in der Schweiz ein riesiges volkswirtschaftliches Potenzial.
Unsere Rolle ist es, die Mobilität von Tür zu Tür zu organisieren, sei es auf der Schiene oder
auf der Strasse, und neue Dienstleistungen für unsere Kundinnen und Kunden in den Zügen,
an den Bahnhöfen und auf unseren Arealen anzubieten.
Andreas Meyer
CEO, SBB AGAuf einen Blick.
4 Die SBB verbindet mit ihren Infrastrukturen und Mobilitätsangeboten die Schweiz und liegt Ziele der SBB. 5
mit ihren Arealen in den Zentren der Städte. Schon heute bedient die SBB mit ihren
Kernkompetenzen zentrale Elemente einer Smart City: Als starke Eisenbahn, vertrauens-
würdiger Mobilitätsdienstleister und attraktiver Entwicklungspartner leistet sie einen wichtigen Smart Mobility. Seite 10
Beitrag zur Steigerung der Standortattraktivität, Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit Die SBB plant ihre Mobilitäts- und Arealentwicklungen integriert und nachhaltig,
der Schweiz. Gleichzeitig übernimmt die SBB eine Vorbildfunktion bei der Senkung des Res- um volkswirtschaftliche Potenziale durch neue Technologien auszuschöpfen.
sourcenverbrauchs. Im Bewusstsein dieser volkswirtschaftlichen Verantwortung möchte Die SBB vereinfacht den Zugang zu intermodaler Mobilität, optimiert die Reise-
die SBB ihre Stärken wertschöpfend einsetzen, um gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, und Transportzeit und minimiert die Emissionen im Personen- und Güterverkehr.
Wissenschaft und Verwaltung die Kantone, Städte und Gemeinden der Schweiz auf dem
Weg zur Smart City zu begleiten.
Smart Building. Seite 12
Durch ein gemeinsames Smart City Verständnis sollen Arealentwicklungen und Mobilitätsan- Die SBB plant, baut und betreibt effiziente Gebäude und Verkehrsknotenpunkte,
gebote effizienter und besser gestaltet werden, die Akteure dank integrierter Planungspro- die mit ihren Nutzern interagieren und sich individuellen Bedürfnissen anpassen.
zesse effektiver zusammenarbeiten und die Zufriedenheit aller Stakeholder durch den Einsatz
smarter Technologien und partizipativer Ansätze steigen. Dabei orientiert sich die SBB an
smarten Lösungen mit globalem Vorbildcharakter und stellt die Erkenntnisse aus eigenen Smart Public Space. Seite 14
Projekten anderen zur Verfügung. Die SBB entwickelt in ihren Arealen stadtprägende Freiräume der Begegnung.
Dadurch entstehen attraktive und sichere Lebensräume mit optimaler
Die SBB konzentriert sich entlang ihrer Kernkompetenzen auf fünf Handlungsfelder. In Mobilitätsanbindung.
manchen Handlungsfeldern leistet die SBB einen hohen Eigenbeitrag. In anderen Handlungs-
feldern sieht sich die SBB als Beteiligte und ist auf die Leistungsfähigkeit kompetenter
Partner angewiesen, um dem umfassenden und kooperativen Smart City Ansatz gerecht Smart Energy. Seite 16
zu werden. Die SBB maximiert den Wirkungsgrad der eingesetzten Energie und leistet einen
Beitrag zur Erfüllung der 2000-Watt-Gesellschaft.
Smart Connectivity. Seite 18
Die SBB schafft die technischen Voraussetzungen, um die digitale Vernetzung
mitzugestalten. Sie ermöglicht einen einfachen und persönlichen Zugriff auf
digitale Services.
Wertschöpfungstiefe: SBB PartnerEinleitung. SBB und Smart City.
6 Mit dem Zielbild «Smart City» formuliert die SBB als starker Partner für Kantone, Städte und 7
Gemeinden ihr Verständnis zur smarten Zukunft der Schweiz. Die vorliegende Positionierung
Ausgangslage.
Die Schweiz zählt zu den lebenswertesten Ländern der Welt und ist nicht von ungefähr
umfasst fünf Handlungsfelder, in denen die SBB bei der Gestaltung einer Smart City mit-
ein beliebtes Zuwanderungsland, dessen Bevölkerung stetig wächst. Bis 2040 wird die Be-
wirken kann. Für jedes Handlungsfeld ist ein klares Ziel definiert, das durch themenspezifische
völkerung in der Schweiz auf ca. 10 Millionen ansteigen, mit einer Konzentration in den
Beiträge gestützt wird.
grössten Städten. Die fortschreitende Urbanisierung stellt die Raumplanung vor neue Her-
ausforderungen und bedingt eine zeitgemässe Verdichtung. Die bislang kleinräumig
Die SBB kooperiert bei der Umsetzung ihrer Ziele mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft
fragmentierte Schweiz wandelt sich gesamthaft zu einem urbanen Wirtschaftsraum oder
und Verwaltung und fördert in diesem Zusammenhang auch die Innovationskraft der Schweiz.
sogar einer (kleinen) Megacity. Zugleich beeinflussen das Bevölkerungswachstum und
Das Zielbild dient als Orientierung zum Vorgehen der SBB und als Einladung zur Zusammen-
die Urbanisierung das Mobilitätsaufkommen und -verhalten der Bevölkerung. Bereits heute
arbeit mit externen Partnern auf dem Weg zur Smart City.
machen über 1.25 Millionen Reisende pro Tag die SBB zum wichtigsten Mobilitätsdienst-
leister der smarten Städten von morgen. Die SBB bewegt die Schweiz und geniesst ein
hohes Vertrauen in der Öffentlichkeit. Damit dieses und die Lebensqualität nicht leiden,
müssen entsprechende Massnahmen ergriffen werden.
Anspruch.
Mit ihren flächendeckenden Infrastrukturen, zentralen Arealen und innovativen Angeboten
will die SBB als starker und etablierter Partner den Schweizer Kantonen, Städten und
Gemeinden zu einer gesteigerten Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit verhelfen
und den Einwohnerinnen und Einwohnern eine höhere Lebensqualität bei niedrigerem
Ressourcenverbrauch bieten. Dabei richtet sich die SBB stets an den Kundenbedürfnissen
und -nutzen aus und strebt sowohl bei städtebaulichen, als auch infrastrukturellen Vorhaben
eine enge Einbindung der Bevölkerung und Behörden über partizipative Prozesse an.
Aus organisatorischer Sicht setzt sich die SBB für einen integrierten Planungsprozess
(z.B. von Verkehrs- und Raumplanung) ein, der durch eine digitale Vernetzung unterschied-
licher Akteure und Infrastrukturen (z.B. Transport, Energie, Kommunikation, Ver- und
Entsorgung) unterstützt und ermöglicht wird. Die Grundlage bilden neue Technologien
und Innovationen wie das Internet of Things (IoT) oder die künstliche Intelligenz (KI). Durch
die anhaltende Digitalisierung können Funktionsabläufe in Gebäuden, Quartieren und Städten
effizienter gestaltet werden. Die Nutzer profitieren von neuen Dienstleistungen und höherer
Transparenz. Bei der Umsetzung orientiert sich die SBB an smarten Lösungen mit globalem
Vorbildcharakter (best practice) und stellt die Erkenntnisse aus eigenen Projekten anderen
zur Verfügung.
Im Kontext dieser Entwicklung wird sich auch das Konzept «Stadt» und die Interaktion zwi-
schen Mensch und Stadt wandeln. Zentral ist dabei die Frage, wie Städte in sozialer, politi-
scher, kultureller und ökonomischer Hinsicht angelegt sein müssen, damit Menschen gerne
in ihnen leben. Die Transformation zur Smart City kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten.8 Das Thema Smart City ist vielfältig. In Abbildung 1 werden die verschiedenen Aspekte der Vorgehen. 9
Smart City anhand des Smart Cities Wheels von Boyd Cohen dargestellt. Ebenso vielfältig Aufgrund der Komplexität kann die Transformation zur Smart City von keinem Akteur alleine
wie das Thema Smart City sind auch die lokalen Gegebenheiten und der Bedarf der bewältigt werden, sondern bedingt eine übergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher
jeweiligen Bevölkerung. Deshalb gilt es, nicht überall dieselben vorgefertigten Lösungen zu Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Nur ein starkes Ökosystem kann
implementieren, sondern smarte Lösungen auf die sozialen, wirtschaftlichen, politischen alle Handlungsfelder und Disziplinen, aber auch spezifische Facetten einer Stadt auf dem
und kulturellen Rahmenbedingungen vor Ort abzustimmen. Gleichzeitig sind Synergien und Weg zu einer Smart City abdecken.
Standards zu schaffen, um Skaleneffekte zu erzeugen und wirtschaftliche und interoperable
Angebote zu ermöglichen.
In vielen Städten wurden und werden Optimierungspotenziale oft nur innerhalb der einzelnen
Fachbereiche gesucht. Ein streng sequenzielles Vorgehen bei der Konzeption und Umset-
Die SBB will die Transformation zu einer smarten Schweiz mitgestalten. Als starke Eisenbahn,
zung ist dabei üblich. Smart Cities hingegen entstehen nutzerzentriert. Die betroffenen
vertrauenswürdiger Mobilitätsdienstleister und attraktiver Entwicklungspartner mit grossem
Stakeholder werden frühzeitig eingebunden. Dies bedingt eine Verknüpfung der Themen,
Know-how in den Bereichen Energiewirtschaft und ICT hat die SBB fünf Handlungsfelder
Prozesse und Technologien jenseits der klassischen Silos. Ein transdisziplinäres, paralleles
identifiziert: Smart Mobility, Smart Building, Smart Public Space, Smart Energy und Smart
und vernetztes Vorgehen ist erforderlich, damit ganzheitliche smarte Lösungen entstehen,
Connectivity. Die SBB nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, um in diesen Handlungsfel-
wie Abbildung 2 zeigt.
dern bestehende Angebote zu verbessern und neue Angebote zu entwickeln.
Von sequenziell ... ... zu parallel.
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In Anlehnung an Boyd Cohen 2014: The Smartest Cities In The World 2015: Methodology. URL: https://
ma und bessere
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Smart Building
www.fastcompany.com/3038818/the-smartest-cities-in-the-world-2015-methodology [08.02.2018]
Ergebnisse.
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nger Be Abbildung 2 | Von sequenziellen/isolierten zu parallelen/vernetzten Planungsprozessen
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grosser Beitrag Beitrag
mittlere Relevanz,
mittlere Relevanz, mittlerer
mittlerer BeitragBeitrag
geringe Relevanz,
geringe Relevanz, geringer
geringer BeitragBeitrag
Abbildung 1 | Smart Cities Wheel und Handlungsfelder der SBBHandlungsfeld Smart Mobility.
10 Im Zusammenspiel mit den lokalen Mobilitätsangeboten ist die SBB als Rückgrat des 11
öffentlichen Personen- und Güterverkehrs ein wichtiges Element der innerstädtischen und
landesweiten Verkehrsentwicklung. Zukünftig wird die Mobilitätskette immer individueller. Die
Kundinnen und Kunden erwarten eine hohe Sicherheit, Pünktlichkeit und Planbarkeit sowie
klimafreundliche, intermodale und zeitungebundene Angebote. Gerade auf der ersten und
letzten Meile wird die Anzahl und Auswahl der Verkehrsmittel und -anbieter stark steigen.
Disruptive Technologien wie selbstfahrende Fahrzeuge (vor allem über Sharing-Modelle) wer-
den neue, effiziente Möglichkeiten der Fortbewegung bieten und zugleich den Flächenbedarf
für Mobilität reduzieren.
Die SBB positioniert sich als Mobilitätsdienstleister und -anbieter von Mobility as a Service,
vor allem bei der Erschliessung der Mobilität von Tür zu Tür. Die SBB verknüpft verschiedene
Verkehrsmittel, -träger und -anbieter zu einer mehrgliedrigen, intermodalen Transportkette.
Die Kundinnen und Kunden im Personen- und Güterverkehr profitieren von kombinierten,
massgeschneiderten Mobilitätsangeboten.
Die Kundinnen und Kunden sollen ihre Reise jederzeit und ohne Eintrittshürden aufnehmen
können. Die optimale Verbindung darf nicht weiter als einen Klick entfernt sein, wobei die
Reisezeit möglichst kurz ausfallen sollte. Dabei kommen intelligente und verknüpfte Informati-
onssysteme zum Einsatz. Ausschlaggebend für einen guten Service sind aber nicht nur
Zeitpunkt und -aufwand, sondern auch die Qualität der Reisezeit, d.h. ihre Nutzbarkeit. Die
Aus der Praxis.
Bahnhöfe werden zu intermodalen Mobilitätshubs entwickelt, um heutige und zukünftige
Mobilitätsangebote auf der digitalen und physischen Ebene zu verknüpfen. Daneben dienen Mobilitätshubs.
Bahnhöfe auch als eigenständige Destinationen für Kundinnen und Kunden, die nicht mit
der Bahn reisen. Die heutigen Bahnhöfe werden in der Zukunft zu flexibel nutzbaren Mobilitätshubs ausgestaltet.
Diese bilden als umfassende Verkehrsknoten und Begegnungszonen das Herz der Mobilität
der Zukunft.
Ziel. Die SBB vernetzt unterschiedliche Mobilitätsanbieter zu einem System von Mobilitätsservices.
Die SBB plant ihre Mobilitäts- und Arealentwicklungen integriert und nachhaltig, um volkswirtschaftliche Potenziale Reisende können Verkehrsmittel individuell, einfach und flexibel miteinander kombinieren
durch neue Technologien auszuschöpfen. Die SBB vereinfacht den Zugang zu intermodaler Mobilität, optimiert die und eine intelligente Tür-zu-Tür Mobilität geniessen. Dezentrale Mobilitätshubs können die
Reise- und Transportzeit und minimiert die Emissionen im Personen- und Güterverkehr. grossen Stadtbahnhöfe entlasten, Umsteigebeziehungen auf neue Verkehrsangebote
(selbstfahrende Fahrzeuge, Fernbusse, Bike Sharing und weitere) vereinfachen sowie kürzere
Reisezeiten gewährleisten.
Beitrag. Die Aufenthaltsqualität an den Mobilitätshubs wird durch ein breites Spektrum von Dienstleis-
tungsangeboten optimiert. Mobilitätshubs sind wichtig für die zukünftige Entwicklung von
Die SBB vernetzt verschiedene Mobilitätsträger und betreibt integrierte, intermodale Mobilitätshubs
Regionen, Städten und Arealen und bieten Kundinnen und Kunden mit kombinierten Reisean-
für den Personenverkehr im Herzen von Smart Cities und deren Agglomerationen.
geboten und hoher Aufenthaltsqualität neue Mobilitätserlebnisse.
Die SBB bietet ihren Kundinnen und Kunden dank digitaler Technologien individuell optimierte
Mobilitätsangebote im Personen- und Güterverkehr an.
Die SBB organisiert und erschliesst die Mobilitätskette von Tür zu Tür unter Einbindung aller
Verkehrsträger.
Wertschöpfungstiefe: SBB PartnerHandlungsfeld Smart Building.
12 Quartiere, Areale und Gebäude müssen heute vielfältige und flexible Nutzungsformen 13
ermöglichen, um den Ansprüchen der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Dank begleitender
Partizipationsverfahren können die Bedürfnisse der Quartierbevölkerung, der Gebäude-
nutzer und weiterer Stakeholder (z.B. Kantone, Städte, Gemeinden) frühzeitig in den Gestal-
tungsprozess aufgenommen werden.
Die Grenzen zwischen den klassischen Phasen Planen, Bauen und Betreiben verschwinden
zunehmend. Digitale Technologien und Methoden kommen entlang des gesamten Immo-
bilienlebenszyklus zum Einsatz und vereinfachen dank einer gemeinsamen Datenbasis die
Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien. Sie erhöhen die Transparenz, lassen
frühere und bessere Entscheidungen während der Planung und Errichtung zu und liefern
wertvolle Informationen für den Unterhalt und Betrieb von Gebäuden.
Smart Buildings können dank vernetzter Sensorik und intelligenter Software automatisiert
und ressourcenschonend betrieben werden. Sie bieten ein hohes Mass an Komfort,
Flexibilität und Sicherheit. Über digitale Plattformen können die Bewirtschaftungsprozesse
optimiert und für die Nutzer zusätzliche personalisierbare Leistungen angeboten werden.
Aus der Praxis. Ziel.
Die SBB plant, baut und betreibt effiziente Gebäude und Verkehrsknotenpunkte, die mit ihren Nutzern interagieren
Building Information Modeling (BIM), Bahnhof Basel SBB. und sich individuellen Bedürfnissen anpassen.
Die SBB hat bei der Erneuerung des Westflügels im Bahnhof Basel auf Building Information
Modeling (BIM) gesetzt. Durch BIM werden alle Gebäudedaten digital erfasst und vernetzt.
Das Gebäude wird hierbei als digitales Computermodell visualisiert. Anhand dieses Modells Beitrag.
können unter anderem die Bedürfnisse unterschiedlicher Anspruchsgruppen aufeinander Die SBB nutzt eine integrierte, gewerkeübergreifende Gebäudemodellierung und -automation und
abgestimmt werden. optimiert dadurch die Planung, den Bau und den Betrieb ihrer Immobilien.
Im Bahnhof Basel konnten eine Optimierung der Personenführung sowie eine auf die An- Die SBB betreibt Predictive und Preventive Maintenance mittels Gebäudesensorik.
forderungen des Denkmalschutzes optimal abgestimmte Anordnung der Fremdwerbeflächen
erreicht werden. Ausserdem wurden durch die vollständige, dreidimensionale Gebäude-
Die SBB bietet über digitale Multiserviceplattformen Dienstleistungen und Funktionalitäten an.
aufnahme des Bahnhofs Basel Ungenauigkeiten in den analogen Plänen erkannt und so Ver-
zögerungen beim Umbau verhindert. Doch BIM ist nicht nur in der Planungs- und Errichtungs-
phase relevant, sondern wird zukünftig auch bei der Instandhaltung von Gebäuden ein Wertschöpfungstiefe: SBB Partner
wertvolles Hilfsmittel darstellen.Handlungsfeld Smart Public Space.
14 Städte, Quartiere und Areale beeinflussen, wie wir uns bewegen, verhalten, fühlen und 15
miteinander interagieren. Durch die stetige Verdichtung im städtischen Umfeld wird die
Ausgestaltung des öffentlichen Raums immer wichtiger. Dabei helfen Smart Public Spaces
als vernetzte, automatisierte, funktional flexible und ressourcenschonende Areale.
Die SBB besitzt in zahlreichen Schweizer Städten und Gemeinden grossflächige Areale an
verkehrsgünstigen Lagen. Gemeinsam mit aktuellen und potenziellen Nutzern sowie weiteren
Stakeholdern trägt die SBB die Verantwortung, diese Flächen in zukunftsweisende, nachhal-
tige Areale und attraktive Lebensräume zu entwickeln. Dieser Prozess ist dynamisch und
bedingt ein partizipatives Vorgehen und entsprechendes Know-how sowie entwicklungsfähige
Verwaltungsstrukturen.
Smarte Stadtentwicklung ist eine kontinuierliche, keine lineare Abfolge von Phasen. Wird die
Bevölkerung miteinbezogen, können Bedürfnisse erkannt und allfällige Konfliktbereiche
gelöst werden. So entstehen lebendige Quartiere mit funktionaler, demografischer und sozio-
kultureller Durchmischung zum Wohnen, Arbeiten, Konsumieren und Verweilen, die nahtlos
ins Umfeld integriert sind und eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung geniessen. Solche
Quartiere unterstützen eine vitale lokale Wirtschaft.
Aus der Praxis.
Ziel.
Die SBB entwickelt in ihren Arealen stadtprägende Freiräume der Begegnung. Dadurch entstehen attraktive
Beteiligungsverfahren Neugasse, Zürich.
und sichere Lebensräume mit optimaler Mobilitätsanbindung.
Bei der Entwicklung des städtebaulichen Konzepts für das Areal Neugasse in Zürich hat
die SBB direkt mit der Bevölkerung zusammengearbeitet.
Beitrag. Über einen Zeitraum von acht Monaten haben rund 200 Personen an Workshops teilgenom-
men. Die Teilnehmenden formulierten Ideen und Ansprüche, bauten Modelle und diskutierten
Die SBB setzt bei der Arealentwicklung und insbesondere bei der Aussenraumgestaltung auf
Lösungsmöglichkeiten. Nach weiteren Vertiefungen durch die Fachleute entstand das städte-
Partizipation.
bauliche Entwicklungskonzept. Interessierte konnten sich via Projektwebseite, Newsletter
Die SBB optimiert die Nutzung und Bewirtschaftung ihrer Areale durch vernetzte Sensorik. und Hallengesprächen auf dem Laufenden halten.
Die SBB baut multifunktionale Areale mit ökologisch wertvollen Aussenräumen, die eine hohe Trotz des erhöhten Aufwands hat sich das Verfahren für alle Beteiligten gelohnt. Die Teilneh-
Aufenthaltsqualität für verschiedene Anspruchsgruppen aufweisen. menden konnten ihre Perspektive in das Bauprojekt einbringen und die SBB und ihre Partner
ein umfassenderes Verständnis für das Areal gewinnen. In Zukunft wird die SBB aufbauend
Wertschöpfungstiefe: SBB Partner auf den Erfahrungen in der Neugasse auch in anderen Bauprojekten auf diese Art von Beteili-
gungsverfahren setzen.Handlungsfeld Smart Energy.
16 Smart Energy ist die ressourcenschonende Produktion, Speicherung und Verteilung von 17
Energie und die intelligente Steuerung des gesamten Energiesystems. Dies ist bei einer ver-
mehrten Verwendung von Energie aus erneuerbaren Quellen wichtig, da deren Verfügbarkeit
volatiler ist.
Smart Energy bildet die Basis für ressourcenschonend betriebene Städte, Quartiere, Areale
und Gebäude. Im Gesamtsystem ist die Energiespeicherung und die nachfrageorientierte
Steuerung für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien zentral. Durch die Kombination
verschiedener Speichermedien wird die Kurz- und Langzeitspeicherung von Energie ermög-
licht.
Die Infrastruktur der SBB umfasst im Bereich Bahnstrom eine Vielzahl von Energieproduktions-
anlagen und Speichermöglichkeiten. SBB Energie stellt schon heute die ressourcensparende,
sichere und nachhaltige Lieferung und Verteilung von Energie sicher. Mit Solaranlagen auf
Dächern, an Fassaden oder auch Lärmschutzwänden sowie mit lokalen Speicherlösungen
kann sich die SBB auch im Bereich der Areale und Gebäude vom reinen Energiekonsumenten
in einen Energieproduzenten wandeln. Damit lässt sich eine höhere Eigenversorgung oder
sogar positive Energiebilanz erreichen.
Aus der Praxis. Gemäss der eidgenössischen Energiestrategie 2050 ist die Energieversorgung bis zum Jahr
2050 schrittweise auf erneuerbare Energieträger umzustellen und der Energieverbrauch
bis 2035 im Vergleich zum Jahr 2000 nahezu zu halbieren. Als umweltbewusstes Unterneh-
Fernwärme-Zentrale für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, men sieht es die SBB als ihre Pflicht, mit Bürgerinnen und Bürgern an der Verwirklichung
dieser Ziele mitzuarbeiten. Im Rahmen der Initiative Energie-Vorbild Bund und der Energie-
Zürich-Altstetten.
strategie 2050 in den Bereichen Energieeffizienz und Förderung neuer erneuerbarer Energien
nimmt die SBB eine Vorbildfunktion ein.
Die Abwärme aus dem Rechenzentrum in Zürich Herdern wurde noch vor wenigen Jahren
ungenutzt an die Umgebung abgegeben. In Kombination mit Geothermie dient diese heute
dazu, unter anderem die SBB Gebäude auf den Arealentwicklungen WestLink und Letzibach
im Umfeld des Bahnhofs Altstetten mit umweltfreundlicher Fernwärme und -kälte zu versor- Ziel.
gen. Möglich macht dies ein Energieverbund des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz), der
durch die Arealentwicklungen der SBB ermöglicht wurde. Die SBB maximiert den Wirkungsgrad der eingesetzten Energie und leistet einen Beitrag zur Erfüllung der
2000-Watt-Gesellschaft.
Mit dem angewendeten Verfahren reduziert die errichtete Energiezentrale die CO2-Emissonen
um 3000 Tonnen pro Jahr. Mit der Erstellung ihrer Areale im Minergie-Standard und dem
Anschluss an den Energieverbund leistet die SBB einen wichtigen Beitrag zu Energieeffizienz
und Nachhaltigkeit und nimmt so ihre ökologische Verantwortung auf dem Weg zur
Beitrag.
2000-Watt-Gesellschaft wahr. Die SBB entwickelt ihre Energienetze zu Smart Grids und steuert damit ihre Energieproduktion,
-speicherung und -nutzung.
Die SBB fördert neue erneuerbare Energien und Energieverbundsysteme.
Die SBB unterstützt Eigenverbrauchsgemeinschaften und entwickelt Plusenergieareale.
Wertschöpfungstiefe: SBB PartnerHandlungsfeld Smart Connectivity.
18 Smart Cities erzeugen Daten. Smart Connectivity bezeichnet die Vernetzung von Akteuren 19
und Infrastrukturen (z.B. Transport, Energie, Kommunikation, Ver- und Entsorgung). Die Daten
werden sicher, neutral, wirtschaftlich und mit adäquater Geschwindigkeit ausgetauscht.
Zudem können die vernetzten Elemente verwaltet werden. Smart Connectivity ist ein zentraler
Enabler für smarte, digitale Anwendungen im städtischen Raum.
Insbesondere die Vernetzung von Dingen – gemeinhin als IoT bezeichnet – erlaubt eine diffe-
renzierte Sicht und Einflussnahme auf die Bausteine einer Stadt, sowohl digital als auch
physisch. Durch die Anbringung und Vernetzung von Sensoren an bisher isolierten Elementen
werden diese zukünftig untereinander kommunizieren. Sie können spezifische Zustände
und Ereignisse melden und verbessern auf diese Weise unsere Wahrnehmung und Analyse-
fähigkeit. Die Kommunikation von Menschen und Dingen ist somit eine grundlegende Basis
für die Städte der Zukunft.
Sowohl für die Interaktion der SBB mit ihren Kundinnen und Kunden, als auch für den Aus-
tausch innerhalb des Ökosystems Smart City sind neue drahtlose und kabelgebundene
Lösungen gefragt. Die Daten, die mit diesen Netzwerktechnologien in grossen Mengen gene-
riert werden, müssen unter strikter Wahrung des Datenschutzes gesammelt und aufbereitet
werden, um den verschiedenen Stakeholdern einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Die Städte
profitieren von optimierten Prozessen und Infrastrukturen, die Bürger und Unternehmen von
neuen Services und höherer Transparenz.
Aus der Praxis.
SBB WiFi, an 80 Standorten in der Schweiz.
Ziel. An rund 80 Bahnhöfen bietet die SBB ihren Kundinnen und Kunden einen kostenlosen
Die SBB schafft die technischen Voraussetzungen, um die digitale Vernetzung mitzugestalten. Sie ermöglicht Zugang ins Internet. Durch das SBB WiFi surft man nach einer kurzen Registrierung für
einen einfachen und persönlichen Zugriff auf digitale Services. 60 Minuten mit dem eigenen Geräten drahtlos im Internet.
Ein flächendeckender, schneller und sicherer Internetzugang ist eine Grundvoraussetzung
für eine Vielzahl von Angeboten und Dienstleistungen einer Smart City. Deshalb hat die
Beitrag. optimale Mobilfunkversorgung entlang der ganzen Mobilitätskette für die SBB höchste Priori-
tät. Gemeinsam mit Mobilfunkanbietern hat die SBB über 1 000 Wagen im Fernverkehr
Die SBB ermöglicht in Kooperation mit Partnern einen lückenlosen, barrierefreien und sicheren Internetzu-
mit Signalverstärkern ausgerüstet. Seit Ende 2014 ist somit im gesamten Angebot des Fern-
griff entlang der gesamten Mobilitätskette.
verkehrs ein guter Internetempfang möglich.
Die SBB prüft die Beteiligung an einer oder mehreren digitalen Smart City Plattform(en), in der Daten
unterschiedlicher Herkunft und Services miteinander kombiniert werden. Dass das SBB WiFi einem Kundenbedürfnis entspricht, zeigt sich an den Nutzerzahlen.
Das Angebot wird von über 1,5 Millionen registrierten Usern genutzt und verzeichnet an Wo-
Die SBB bekennt sich zu Privacy by Design und Privacy by Default und fordert dies auch von ihren chentagen täglich rund 80 000 Logins.
Partnern ein.
Wertschöpfungstiefe: SBB PartnerSBB AG Anja Riedle Programmleiterin Smart City Immobilien Development Hilfikerstrasse 1 3000 Bern 65, Schweiz anja.riedle@sbb.ch sbb.ch/smartcity
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