THEMA - Universität Göttingen

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THEMA - Universität Göttingen
15
      04.07.21 4. JULI 2021   WSBE-HP
       : EIT:
      -Z
      BELICHTERFREIGABE:
       FARBE:
       BELICHTER:

    THEMA

   IN S E
    WELT AM SONNTAG               NR. 27   4. JULI 2021   SEITE 15

                                                                    Das
                                                               Verschwinden
                                                                  der

   KT  E
        N Nach langen Debatten wurde im Bundestag gerade das „Insektenschutzgesetz“ verabschiedet, um die Artenvielfalt zu schützen. Wissenschaftler
      sind alarmiert, Studien beschreiben seit Jahren einen dramatischen Schwund. Ohne die Biomasse der Fluginsekten bräche unser Ökosystem zusammen.

??/WAMS/WSBE-HP
04.07.21/1/Thema1 CPASSLAC
                            Was muss jetzt passieren, damit es so weit nicht kommt? Text: Pia Heinemann, Illustrationen: Oriana Fenwick

                                                                     Abgezeichnet von:

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                                                                                         Abgezeichnet von:

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                                                                                                             Abgezeichnet von:

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                                                                                                                                 Abgezeichnet von:

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       04.07.21 4. JULI 2021
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    16 THEMA                                                                                                                                                                                         WELT AM SONNTAG                   NR. 27   4. JULI 2021

                                                                                    Kleiner Fuchs
                                                                                    Aglais urticae
                                                                                    Der kleine Fuchs ist in
                                                                                    Deutschland und auch weltweit
                                                                                    verbreitet, er kommt in Höhen
                                                                                    bis zu 3000 Meter vor. Als
                                                                                    Falter ernährt er sich von Nek-
                                                                                    tar und bestäubt Blüten. Als
                                                                                    Raupe frisst er vor allem
                                                                                    Brennnesselblätter. Wer ihn
                                                                                    schützen will, muss für Blüten
                                                                                    und für Raupenfutter sorgen.

                                                                                                                                                                          ten ist sehr weit. Und die nun beschlos-
                                                                                   große, grobe Steine.“ Das Wasser hat                                                   senen Schritte sind ein Kompromiss,             Florfliege
                                                                                   die kleineren Steine und Sedimente ein                                                 den Umweltschützer wie der BUND als
                                                                                   wenig weiter weggetragen, hat sich ver-
                                                                                   wirbelt und kleine Höhlen ins Ufer ge-
                                                                                                                                                                          „Schritt in die richtige Richtung“ se-
                                                                                                                                                                          hen – und in dem Bauernverbandsprä-
                                                                                                                                                                                                                          Chrysoperla
                                                                                   graben. „Das Sediment oben ist ein an-
                                                                                   derer Lebensraum als die Steine unten“,
                                                                                                                                                                          sident Joachim Rukwied „das Ende ei-
                                                                                                                                                                          nes jahrhundertealten Teils unserer             carnea
                                                                                   sagt Wagner. Auf engstem Raum haben                                                    Kultur“ befürchtet.
                                                                                   sich völlig unterschiedliche Unterwas-                                                    Die Tiere zu schützen und gleichzei-         Florfliegen sind die wohl be-
                                                                                   serlandschaften gebildet. Sie sind Hei-                                                tig den Landwirten nicht ihre Lebens-           kanntesten Nützlinge unter
                                                                                   mat verschiedenster Lebewesen. „Oben                                                   grundlage zu nehmen kostet nicht nur            den Insekten. Als ausgewachse-
                                                                                   leben Insektenlarven, die sich gemüt-                                                  viel Geld, sondern kann letztlich nur ge-       ne Tiere fressen sie Pollen,
                                                                                   lich in den Schlamm gebuddelt haben,                                                   lingen, wenn bei Konsumenten und                Nektar und Honigtau, als räu-
                                                                                   unten überleben Larven, die fest an den                                                Landwirten ein Umdenken stattfindet.            berisch lebende Larven jagen

        U
                                                                                   Steinen kleben. 820 Insektenarten ha-          Zudem wurde die „Pflanzenschutz-           Aber bringen die Maßnahmen des In-           sie Raupen, Wollläuse, Spin-
                                                                                   ben wir hier gefunden – seltene Arten,      Anwendungsverordnung“ nach mona-           sektenschutzpaketes überhaupt etwas?            nenmilben und vor allem Blatt-
                                                                                   Allerweltsarten, auch mal Arten, die nur    telangem Streit und Protesten von          Reicht es, nachts das Licht in Städten,         läuse. Sie werden auch Blatt-
                                                                                   kurz da waren“, sagt er. „Eine Auswer-      Bauern und Umweltschützern verab-          Dörfern und an Straßen zu dimmen, we-           lauslöwen genannt, weil sie so
                                                                                   tung der Jahrzehnte umfassenden Da-         schiedet: Auf Äcker, die in Schutzgebie-   niger Gifte in Parks und auf Äckern zu          effizient fressen. Eine Flor-
                                                                                   ten hat aber gezeigt: Auch im Breiten-      ten liegen, dürfen noch weniger Pesti-     verwenden und Subventionen für eine             fliegenlarve kann bis zu 100
                                               Grünes                              bach werden es weniger.“
                                                                                      Insektenschwund in Bächen und
                                                                                                                               zide ausgebracht werden. Dank Gesetz
                                                                                                                               und Verordnung, die als „Insekten-
                                                                                                                                                                          artenfreundlichere Landwirtschaft aus-
                                                                                                                                                                          zuschütten?
                                                                                                                                                                                                                          Blattläuse am Tag vertilgen.

                                                                                   Wiesen, Wäldern und Feldern nicht           schutzpaket“ bezeichnet werden, sol-
                                               Heupferd                            mehr nur für Experten das große The-
                                                                                   ma der vergangenen Jahre. Seit Wissen-
                                                                                                                               len mehr Flächen geschützt, weniger
                                                                                                                               Pestizide ausgebracht werden. Glypho-
                                                                                                                                                                          ES GIBT NICHT EINE LÖSUNG
                                                                                                                                                                          In Deutschland gibt es mehr als 30.000       „Insect Conservation and Diversity“
                                               Tettigonia                          schaftler im Jahr 2017 mit der soge-
                                                                                   nannten „Krefelder Studie“ einen dra-
                                                                                                                               sat, das wohl bekannteste Gift, soll
                                                                                                                               ganz verschwinden. Für eventuelle
                                                                                                                                                                          verschiedene Insektenarten mit vielfäl-
                                                                                                                                                                          tigsten Lebensmodellen. Es ist ein
                                                                                                                                                                                                                       Kunstlicht eine ganze Ausgabe gewid-
                                                                                                                                                                                                                       met. Darin zeigen Studien aus aller
    Unter Rüdiger Wagner gluckert es. Er                                           matischen Rückgang der Biomasse von         Ernteverluste gibt es Ausgleichszah-       wundersames Panoptikum: Bei man-             Welt, welche Lichtspektren bestimm-
    steht in dunklen Gummistiefeln und ka-     viridissima                         Fluginsekten in verschiedenen deut-         lungen an Landwirte.                       chen Arten können die Eier wie Samen-        te Mottenarten besonders anziehen,
    riertem Hemd auf einem Forstweg,                                               schen Naturschutzgebieten dokumen-             Auf europäischer Ebene wurde so-        körner jahrelang überdauern. Eintags-        ob LEDs die Paarung von Glühwürm-
    links und rechts sattgrüne Wiesen. Das                                         tiert haben, versuchen Experten zu ver-     eben im Rahmen der Gemeinsamen             fliegen, Maikäfer und Libellen wieder-       chen erschweren, ob Schlupfwespen
    Gluckern mitten in der Landschaft          Große Heuschrecken sind             stehen, was den Schmetterlingen, Bie-       Agrarpolitik (GAP) der EU darüber          um sind einen Großteil ihres Lebens          durch das Licht nachts geweckt wer-
    kommt von einem Bach, keinen Schritt       für Landwirte nützlich –            nen und Fliegen schadet, es wurden Kä-      entschieden, wie man die Landwirt-         Larven, sie verstecken sich in Teichen       den – und was das für ihre Fortpflan-
    breit, der sich durch die Wiesen und un-   anders als die in Afrika und        fer und Mücken abgesucht. Denn Insek-       schaft, die einen Großteil von Europas     und Seen oder im Erdreich. Nur für Ta-       zung bedeutet.
    ter dem Weg entlangschlängelt. An ei-      anderen Regionen vorkom-            ten, das lernen Kinder bereits im Kin-      Landfläche ausmacht, mit wirkungs-         ge breiten sie ihre Flügel zum Hoch-            Gregor Kalinkat vom Leibniz-Insti-
    ner nahen Betonstufe wird es besonders     menden Wanderheuschre-              dergarten, sind die Architekten des Le-     volleren Anreizen zu mehr Arten-           zeitsflug. Manche fressen als Larven         tut für Gewässerökologie und Binnenfi-
    laut: Hier stürzt das Wasser gut 20 Zen-   cken, die ganze Landstriche         bens. Sie sorgen dafür, dass der Boden      schutz animiert.                           Fleisch und als erwachsene Tiere nur         scherei in Berlin hat in diesem Schwer-
    timeter hinunter, platscht unten auf di-   leer fressen können. Die            locker, gesund und nährstoffreich              Alle diese Maßnahmen haben zwei         Nektar und Pollen, andere fressen als        punktheft einen Beitrag publiziert, es
    cke Steine und sprudelt weiter. Ein Mi-    grünen Heupferde sind               bleibt, halten das Grundwasser sauber,      Ziele: Insekten zu schützen und Land-      Larven nur Blätter und als Erwachsene        ist eine Literaturrecherche, die den
    ni-Wasserfall.                             Fleischfresser, bereits als         helfen bei der Schädlingskontrolle, be-     wirten und anderen Betroffenen den-        gar nichts mehr. Es gibt Einzelgänger        Stand des Wissens zusammenfasst. Ka-
       Der Bach ist Rüdiger Wagners Leben      Larven ernähren sie sich von        stäuben Blüten und sind Futter für Vö-      noch ein Auskommen zu ermöglichen.         unter den Insekten, die sich nur für den     linkat klingt am Telefon sehr vorsich-
    – und der kleine Wasserfall der perfek-    Blattläusen, Käferlarven,           gel, Spinnen, Fledermäuse, Frösche und         Doch so gut das klingt: Der Weg hin     wenige Sekunden dauernden Paarungs-          tig. „It’s complicated“, sagt er, „einfa-
    te Ort, um eines der drängendsten Pro-     Fliegen und kleineren Heu-          Fische. Ohne Insekten brächen Ökosys-       zu insektenfreundlicheren Landschaf-       akt mit ihresgleichen abgeben – und es       che Antworten gibt es nicht. Natürlich
    bleme der Ökologie zu verstehen: das       schrecken.                          teme zusammen.                                                                         gibt Arten, die sich in komplexen Sozi-      schadet Kunstlicht nicht allen nachtak-
    Insektensterben. Rüdiger Wagner hat                                               Da es den Insekten hierzulande                                                      alstaaten über eine ausgefeilte Duft-        tiven Insekten – manche stören sich
    mehr als 35 Jahre lang Wasserinsekten                                          schlecht geht, muss sich etwas ändern.                                                 oder Tanzsprache verständigen. Andere        wenig daran. Aber es sieht so aus, als ob
    in dem kleinen Gewässer erforscht,                                             Im Bundestag wurde deshalb gerade                                                      orientieren sich am Licht von Mond           der negative Einfluss des Lichtes mehr
    Schwerpunkt Köcherfliegen. Auch                                                über eine Änderung des Bundesnatur-                                                    und Sternen.                                 Arten, vor allem spezialisierte, betrifft
    jetzt, im Ruhestand, kommt er häufig                                           schutzgesetzes entschieden. Das „In-                                                      Deshalb ist es auch nicht einfach zu      und einen stärkeren Umwelteffekt hat,
    her. Er hat untersucht, welche es gibt                                         sektenschutzgesetz“ ist beschlossen.                                                   benennen, was DEN Insekten hilft und         als wir lange Zeit gedacht haben.“ Na-
    und wie sie sich bei Hochwasser, Dür-                                          Nach langen Verhandlungen sollen Bio-                                                  was ihnen schadet. Josef Settele kann        türlich könne man jetzt nicht einfach
    ren und den vielen anderen Änderun-                                            tope und Grünland jetzt besser ge-                                                     das nicht oft genug betonen. Er ist einer    alle Lampen ausknipsen. Die Nacht ge-
    gen der Umwelt verhalten. Und er                                               schützt und die nächtliche Lichtver-                                                   der prominentesten Insektenschützer          hört schließlich nicht nur der Natur –
    kann am Beispiel dieser kleinen Welt                                           schmutzung eingedämmt werden.                                                          Deutschlands, sammelt seit seiner            sondern auch den Menschen, die sich
    erklären, wo die großen                                                                                                                                               Kindheit Schmetterlinge, hat Agraröko-       sicher fühlen wollen. Aber man könne
    Probleme liegen.                                                                                                                                                      logie studiert und ist Professor am          versuchen, Lichtquellen so zu gestal-
       Der Breitenbach in der                                                                                                                                             Helmholtz-Zentrum für Umweltfor-             ten, dass sie möglichst wenig Schaden
    Nähe von Schlitz im mit-
    telhessischen Vogelsberg-
    kreis gilt als eines der best-
    erforschten Fließgewässer
    Europas, von 1951 bis 2006
    wurde er Tag für Tag über-
                                                                                          ,,
                                                                                          SEIT 1950 SIND
                                                                                                                                                                          schung in Halle. Von 2016 bis 2019 war
                                                                                                                                                                          er einer der drei Co-Vorsitzenden des
                                                                                                                                                                          globalen Berichtes des Weltbiodiversi-
                                                                                                                                                                          tätsrates IPBES und ist auch in der
                                                                                                                                                                          deutschen Politik ein gefragter Berater.
                                                                                                                                                                          Er redet oft mit Biologen und Politi-
                                                                                                                                                                                                                       anrichten.
                                                                                                                                                                                                                          Viele nachtaktive Insekten haben
                                                                                                                                                                                                                       sich im Laufe der Evolution darauf spe-
                                                                                                                                                                                                                       zialisiert, den Mond als Orientierungs-
                                                                                                                                                                                                                       punkt zu sehen. „Die Lichtstrahlen, die
                                                                                                                                                                                                                       der Mond auf die Erde wirft, treffen fast
    wacht. Wasser- und Lufttem-
    peratur, Säuregehalt, Fließge-
                                                                                          IN DEUTSCHLAND                                                                  kern, mit Landwirten und mit Laien,
                                                                                                                                                                          kennt die vielen verschiedenen Bedürf-
                                                                                                                                                                                                                       parallel auf die Erdoberfläche“, erklärt
                                                                                                                                                                                                                       Kalinkat. „Dadurch weiß das Insekt ge-
    schwindigkeit, Algen, Bakte-                                                                                                                                          nisse. Sein Rezept für mehr Artenviel-       nau, in welche Richtung es fliegt. Eine
    rien, Würmer und Insekten –                                                           71 PROZENT DER                                                                  falt: Maßnahmenvielfalt.                     Lampe oder Straßenlaterne strahlt aber
    alles, was das Ökosystem aus-                                                                                                                                            „Man muss an vielen Stellschrauben        Licht in alle Richtungen ab. Das Insekt
    macht, wurde kartiert.
       Wagner erklärt, wie komplex
                                                                                          ACKERWILDKRAUTARTEN                                                             drehen“, sagt er. Die höchste Insekten-
                                                                                                                                                                          vielfalt gab es in Deutschland nicht zu
    ein Bach ist. Er zeigt zum Mini-
    Wasserfall. „Oben fließt das Was-
                                                                                          AUF DEN FELDERN                                                                 der Zeit, als noch fast überall Buchen-
                                                                                                                                                                          wälder wuchsen. „Die meisten Insek-
    ser scheinbar langsam durch das                                                                                                                                       tenarten gab es vielmehr, als die Land-
    niedrige Bachbett, der Bach mäan-
    dert, Sediment setzt sich ab. Oben,
                                                                                          VERSCHWUNDEN                                                                    wirtschaft extensiv war, es offene Flä-
                                                                                                                                                                          chen gab und kleinere Wälder. Als Vieh
    kurz vor der Kante, liegt viel Sand,                                                  TEJA TSCHARNTKE, Professor für Agrarökologie                                    nicht auf festen Weiden graste, sondern
    das Wasser ist ruhig – unten liegen                                                                                                                                   Hirten im Rahmen der Hutewirtschaft
                                                                                                                                                                          mit den Tieren durch die Gegend zo-
                                                                                                                                                                          gen.“ Damals waren die Landschaft, die
                                                                                                                                                                          Dörfer und Städte nicht eintönig und
                                                                                                                                                                          aufgeräumt, Fassaden nicht dicht. Es
                                                                                                                                                                          war alles ein bisschen unordentlicher,
                                                                                                                                                                          bunt zusammengewürfelt. Die Vielfalt
                                                                                                                                                                                                                          Buntgrabläufer
                                                                                                                                                                          der Lebensräume war hoch – und ent-
                                                                                                                                                                          sprechend fühlten sich Insekten in gro-
                                                                                                                                                                                                                          Pterostichus
                                                                                                                                                                          ßer Anzahl und Artenvielfalt wohl.
                                                                                                                                                                             Heute ist die Hälfte der Fläche              cupreus
                                                                                                                                                                          Deutschlands Acker, Feld und Weide.
                                                                                                                                                                          Die Felder sind groß, Bäche begradigt,          Es gibt mehrere Hundert Lauf-
                                                                                                                                                                          Wälder aufgeräumt – und auch in Städ-           käferarten in Deutschland, viele
                                                                                                                                                                          ten werden Brachen, Gebüsche und un-            von ihnen sind an sehr spezielle
                                                                                                                                                                          ordentliche Ecken rar. „Da muss sich et-        Lebensräume angepasst. Die
                                                                                                                                                                          was ändern“, sagt Settele, „Monotonie           meisten sind nachtaktiv, sie
                                                                                                                                                                          ist der Feind der Vielfalt.“                    ernähren sich, je nach Art, von
                                                                                                                                                                                                                          Schneckeneiern, Kartoffel-
                                                                                                                                                                          LICHTVERSCHMUTZUNG                              käferlarven, Schnecken, Draht-
                                                                                                                                                                          Eine Stellschraube, die bislang viele           würmern, Läusen und Milben.
                                                                                                                                                                          Experten unterschätzt haben, ist das
                                                                                                                                                                          Licht. Kürzlich hat die Fachzeitschrift

                                                                              Abgezeichnet von:                 Abgezeichnet von:           Abgezeichnet von:         Abgezeichnet von:
??/WAMS/WSBE-HP
04.07.21/1/Thema2 CPASSLAC                                                    Chef vom Dienst                   Artdirector                 Textchef                  Chefredaktion                        5%    25%      50%    75%      95%
THEMA - Universität Göttingen
WSBE-HP
17
       04.07.21 4. JULI 2021
       :BELICHTERFREIGABE:
        -ZEIT:
         FARBE:
         BELICHTER:

    4. JULI 2021      WELT AM SONNTAG                NR. 27                                                                                                                                                                  THEMA 17

                                                sollten, hat gelitten: Sie lassen wichtige
                                                Bestäuberinsekten wie Wild- und Ho-
                                                nigbienen orientierungslos werden und
                                                schaden wahrscheinlich dem Stoff-
                                                wechsel von Käfern und anderen Insek-
                                                ten. Angesichts des gesteigerten Be-
                                                wusstseins für den Rückgang der Insek-
                                                tenarten scheint giftige Chemie auf
                                                dem Acker nicht mehr zukunftsfähig.
                                                   Dass das Umdenken bereits stattge-
                                                funden hat, konnte eine Forschergrup-
                                                pe von der Universität Landau kürzlich
                                                mit einer aufwendigen Analyse zum
                                                Pestizidverbrauch in den USA belegen.
                                                Sie zeigte, dass seit den frühen 1990er-
                                                Jahren weniger Mittel verspritzt wer-
                                                den. Für die Artenvielfalt klingt das er-
                                                freulich. Allerdings gibt es einen Haken:
                                                Die Mittel wirken nicht so zielgenau,
    verliert an einer Lampe schnell die Ori-    sondern richten im Stoffwechsel aller                                                                                                                                                 te“), er hat seine Felder mit Drohnen
    entierung, es flattert um die Lichtquelle   Insekten Schäden an. Obwohl weniger          „Das reicht nicht, um das galoppierende                                                                                                  und Satelliten vermessen lassen und
    herum, bis es erschöpft stirbt.“ Licht      Pestizide ausgebracht werden, schrei-        Aussterben von Arten in Agrarland-                                                                                                       macht bei verschiedenen Forschungs-
    blendet Insekten zudem, sodass ihre         ben die Forscher, seien Insekten heute       schaften zu verhindern.“ Zudem sei der                                                                                                   projekten mit. „Für ein Projekt zur
    Augen nicht mehr funktionieren. Und         wesentlich mehr giftigen Chemikalien         Ökolandbau nicht ganz unproblema-                                                                                                        smarten Unkrautkontrolle zählen wir
    es stört ihr Verhalten, wenn sie, wie       ausgesetzt als Anfang der 1990er-Jahre.      tisch: Die Landwirte verpflichteten sich                                                                                                 zweimal im Jahr etwa zwei Wochen lang
    Glühwürmchen, Licht als Paarungsreiz           In der EU soll der Pestizidverbrauch      zwar dazu, keine synthetischen Pestizi-                                                                                                  aus, wie viele Regenwürmer im Boden
    einsetzen.                                  weiterhin deutlich verringert werden,        de oder Herbizide auf ihren Flächen                                                                                                      sind.“ Das mit den Regenwürmern sei
       Auch Nachtinsekten sind seltener ge-     Glyphosat soll in Deutschland bis Ende       einzusetzen. Aber es gibt sogenannte                                                                                                     manchmal schon etwas langweilig, um
    worden. Sie sind für die Ökosysteme         2023 verboten werden. Und für Neoni-         natürliche Pestizide, die auf Sonderkul-                                                                                                 die 100 von ihnen können in einem Ku-
    aber ebenso wichtig wie ihre tagaktiven     kotinoide und andere Pflanzenschutz-         turen gespritzt werden. Im Wein-,                                                                                                        bikmeter Ackerboden leben. Aber es ge-
    Verwandten, zersetzen Aas und Blätter,      mittel gibt es stärkere Auflagen. Aber       Obst- und Gemüseanbau dürften natür-                                                                                                     he ja schließlich darum, den besten Weg
    sind Futter für Fische und Fledermäuse.     das muss, wie die Landauer Studie zeigt,     liche Mittel wie Kupfersulfat eingesetzt                                                                                                 für die Zukunft zu finden.
    Nachtfalter wie Gammaeulen und Bir-         nicht unbedingt eine Trendumkehr für         werden – die zwar natürlich, aber nicht                                                                                                     Die Transformation zur biodiversen
    kenspanner fliegen auf der Suche nach       den Insektenrückgang bedeuten. Man           weniger umweltbelastend sind. „Sie                                                                                                       Agrarlandschaft testet er in dem vom
    Nektar auch nachts von Blüte zu Blüte       sollte nicht darauf setzen, dass künftige    wirken gut, das Schwermetall Kupfer                                                                                                      Bundeslandwirtschaftsministerium ge-
    und bestäuben sie dabei. Wissenschaft-      Pestizide nur noch Schädlingen gefähr-       reichert sich aber im Boden an. Zudem                                                                                                    förderten Projekt „Förderung von In-
    ler der Universität Zürich konnten          lich werden.                                 sind Pestizide ja nicht alles: Wenn Bio-         Hainschwebfliege                                                                        sekten in Agrarlandschaften“ (FInAL)
    jüngst zeigen, dass die Bestäubungsleis-                                                 gurken oder -Paprika nur noch unter                                                                                                      mit aus. Bei FInAL soll in Bayern, Bran-
    tung insgesamt sinkt, wenn Wiesen
    nachts mit künstlichem Licht erhellt
                                                LANDSCHAFTEN
                                                Teja Tscharntke verfolgt einen anderen
                                                                                             Folie oder im Gewächshaus angebaut
                                                                                             werden, haben Insekten davon nichts,
                                                                                                                                              Episyrphus balteatus                                                                    denburg und Niedersachsen jeweils ein
                                                                                                                                                                                                                                      sogenanntes „Landschaftslabor“ von
    werden. Licht aus in der Landschaft –       Ansatz beim Insektenschutz. Einen, der       auch wenn die Ware biozertifiziert ist.                                                                                                  drei mal drei Kilometer Fläche aufge-
    das ist nicht nur für Tiere, sondern auch   sich mit den Ideen des Biodiversitäts-       Die Flächen sind für Insekten tot.“              Schwebfliegen gehören zu den wich-        erwachsene Tiere von Nektar und               baut werden. Frommes Äcker liegen
    für Landwirte eine gute Idee. Auch          experten Josef Settele trifft: groß den-        Um die Insektenvielfalt in die Agrar-         tigsten Bestäuberinsekten in              Pollen. Als Larven fressen sie Blatt-         zum Teil in der niedersächsischen La-
    nachts wird bestäubt, auch nachts wer-      ken,      multifaktoriell     eingreifen.    flächen zurückzubringen, müsse mehr              Deutschland. Ihr Flug ist, typisch für    läuse – zwei Gründe, warum sie als            borregion. Was hier geplant ist, gleicht
    den Blattläuse und andere Schädlinge        Tscharntke ist Soziologe, Biologe und        gemacht werden, sagt der Agrarökologe.           Fliegen, sehr wendig, da ihr zweites,     Nützlinge gelten. Die Weibchen                einem Realitätscheck für die Wissen-
    gefressen.                                  Professor für Agrarökologie an der Uni-      Man müsse die Landschaften umgestal-             hinteres Flügelpaar zu kleinen            legen ihre Eier direkt in Blattlaus-          schaft. Denn zwar ist für Forscher ei-
       Gregor Kalinkat und viele andere         versität Göttingen. Seit Jahren er-          ten, was bei der ökologischen Zertifizie-        Schwingkolben umgebildet ist, die         kolonien ab, so sind die Larven nach          gentlich klar, wie eine insektenfreundli-
    Wissenschaftler versuchen nun, Kunst-       forscht er, wie man mehr Biodiversität       rung nicht berücksichtigt wird.                  eine gute Steuerung ermöglichen.          dem Schlüpfen mit Nahrung ver-                che und artenreiche Landwirtschaft
    licht so zu gestalten, dass es nicht zur    auf die Äcker bekommen kann – und zu-           Untersuchungen der letzten Jahre              Schwebfliegen ernähren sich als           sorgt.                                        auszusehen hat. Aber ob diese Pläne
    Todesfalle wird. „Möglichst wenig blau-     gleich die Erntemengen erhält. Wenn          belegen, dass allein die Feldgröße schon                                                                                                 auch gesellschaftlich und vor allem
    es Licht, möglichst wenig lichtstark –      weniger Pestizide und Insektizide in die     viel bewirkt, ohne dass darunter der Er-                                                                                                 wirtschaftlich machbar sind – niemand
    und möglichst nach oben und zu den          Umwelt gelangten, dann wäre das na-          trag leiden müsste. Ein Weizenfeld von         Im Idealfall könnten die Betriebe ei-      die Landwirtschaft. Deshalb engagieren         weiß das.
    Seiten hin abgeschirmt“, resümiert er.      türlich gut, sagt er. „Aber der Schlüssel    sechs Hektar können Wildbienen auf          ner Region mit ihren Flächen zur Ge-          wir Bauern uns aktiv beim Insekten-               „Beim FInAL-Projekt ist gut, dass wir
    „So stellen wir uns momentan eine in-       für die Förderung der Artenvielfalt liegt    der Suche nach Pollen und Nektar            staltung einer neuen, artenreichen            schutz.“ Allerdings: „Das Insekten-            als Landwirte mitreden dürfen“, sagt
    sektenfreundliche Beleuchtung vor.“         woanders“, sagt er. „Je intensiver           leicht überfliegen. Ein 30 Hektar großes    Landschaft beitragen, mit Blühstreifen        schutzpaket hilft den Bienen nicht und         Fromme. „Das war ja bei der EU-Verord-
                                                Ackerland genutzt wird, umso monoto-         Feld hingegen ist für viele Insekten eine   für Wildbienen und Schwebfliegen, Alt-        schadet stattdessen den Bauern.“               nung zu den Blühstreifen nicht so. Da-
    PESTIZIDE                                   ner wird es.“ Große Felder sind effizien-    unüberwindliche grüne Wüste. Sie su-        grasflächen und Brachen für Spinnen,             Von den derzeit geplanten Verboten          mals hieß es nur: ‚Du musst bis zu einem
    Den ebenfalls bedrohten tagaktiven          ter zu bewirtschaften als kleine, und so     chen Blüten und Blätter, Verstecke und      Käfer und Ameisen. Mit Hecken und             und Auflagen des neuen Gesetzes, also          festen Termin auf soundso viel Fläche
    Insekten hilft das allerdings nicht. Ihr    prägen riesige Mais-, Raps- und Getrei-      einen Ort, an dem sie ihre Eier ablegen     Agroforstsystemen, bei denen Bäume            des Insektenschutzpaketes, seien mehr          Saatgut für Blühstreifen ausbringen,
    Hauptproblem sind Pestiziden – Gifte,       defelder die Landschaft, und Brachen,        können. „Zudem sollten die Kulturfol-       und Sträucher so an und auf die Äcker         als eine Million Hektar Acker- und             sonst gibt es keine Subventionen.‘“ In
    die zur Ausmerzung von Schädlingen          Hecken und Tümpel gehen verloren.            gen vielfältiger werden, also beispiels-    gepflanzt werden, dass sie auch der Ar-       Grünlandflächen betroffen, auf denen           manchen Jahren sei es zu diesem Ter-
    (Insektizide, Fungizide) oder zur Til-      Überdüngung mit Stickstoff und der           weise aus fünf, sechs, sieben oder sogar    tenvielfalt dienen – und natürlich auf        eine produktive Bewirtschaftung nicht          min aber zu feucht gewesen, man habe
    gung von Unkräutern (Herbizide) auf         Einsatz von Herbiziden führt zudem da-       neun verschiedenen Feldfrüchten be-         Basis einer vielfältigen Landwirtschaft       mehr oder nur noch eingeschränkt               die Samen nur in die Erde schmieren
    Feldern, an Böschungen, auf Bahnglei-       zu, dass weniger Wildpflanzenarten im        stehen“, erklärt Tscharntke. Die            mit verschiedenen Feldfrüchten. Nütz-         möglich sein wird, so der Verband. Ein         statt wirklich säen können. „Aber der
    sen und in Gärten versprüht werden.         Feld und am Feldrand wachsen. „Seit          Fruchtfolgen könnten auch Lupinen           liche Insekten sowie Spinnen und Vögel        angemessener Ausgleich sei nicht vor-          Termin musste eingehalten werden.“
    Die Stoffe gehören seit Jahrzehnten         1950 sind in Deutschland 71 Prozent der      oder Ackerbohnen einplanen, die Stick-      würden die Pflanzenschädlinge besser          gesehen, und die geplanten Maßnahmen              Jetzt baut er in Absprache mit den
    zum Alltag, sie galten als Segen, er-       Ackerwildkrautarten auf den Feldern          stoff aus der Luft in den Boden bringen     in Schach halten, und die bessere Be-         seien für den Insektenschutz weder ver-        Wissenschaftlern nicht mehr nur Raps
    möglichen sie doch reiche Ernten, un-       verschwunden“, sagt er. Je weniger           – und dadurch Dünger sparen. Weniger        stäubung von Obst und Erdbeeren               hältnismäßig noch zielführend. Natur-          und Weizen auf seinen Feldern an, son-
    krautfreie Bahnanlagen, gepflegte           Pflanzenarten in einem Lebensraum            Dünger schützt indirekt die Artenviel-      durch Wildbienen würde den Ertrag er-         schutz und Landwirtschaft müssten ko-          dern viele verschiedene Ackerfrüchte:
    Parks und Gärten.                           wachsen, umso weniger Nahrung und            falt, weil dann nicht nur die konkur-       höhen. „Unsere Agrarlandschaften wür-         operieren, anders gehe es nicht.               Gerste, Sommergerste, Zuckerrüben,
       Seit den 1930er-Jahren gibt es diese     Verstecke finden Insekten.                   renzkräftigsten Pflanzen, meist Gräser,     den mit so einem Mix von kleinen Fel-            Bauer Burkhard Fromme lacht am Te-          Sonnenblumen und Roggen. „Wir wol-
    Pflanzenschutzmittel, sie werden welt-         Was also tun? Alle Landwirte zu Öko-      sich durchsetzen. Wie artenreich Flä-       dern, vielfältigem Anbau und einem Mi-        lefon, als er nach dem Zusammenspiel           len eine möglichst vielfältige Fruchtfol-
    weit eingesetzt. In den 1960er-Jahren       bauern machen? Immerhin wurde in             chen sein können, kann man sehr gut         nimum naturnaher Flächen wieder               von Landwirtschaft und Artenvielfalt           ge haben“, sagt er. Er bearbeitet den Bo-
    verfügte man über 100 Wirkstoffe, die       großen Metaanalysen nachgewiesen,            an bunt blühenden, ungedüngten Grün-        deutlich artenreicher werden“, betont         gefragt wird – und ob das denn gehe,           den nicht mehr so stark, pflanzt unter
    Pflanzenschutzindustrie hatte ein Volu-     dass auf Ökoäckern die Zahl der Acker-       landflächen sehen.                          Tscharntke.                                   Licht aus, Pestizide weg, Felder               den Raps Untersaaten. Er legt Blüh-
    men von weniger als zehn Milliarden         pflanzenarten im Schnitt um 95 Pro-             Baut man verschiedene Pflanzen zeit-                                                   schrumpfen. Fromme führt mit seinem            streifen an, lässt Altgras stehen. Und er
    US-Dollar. Heute ist die Branche auf        zent, die Zahl der Insektenarten um 30       gleich an, hilft das Insekten unmittel-     EINE SCHÖNE UTOPIE?                           Sohn einen Hof in Scheppau im Land-            stimmt sich mit den anderen Landwir-
    über 50 Milliarden Dollar gewachsen, es     Prozent und die der Insektenmasse um         bar. „Wenn man nach Raps Getreide           Joachim Rukwied, Präsident des Deut-          kreis Helmstedt. „Man muss da realis-          ten der Testregion ab, was sie anbauen –
    gibt mehr als 600 verschiedene Mittel.      50 Prozent höher war als auf konventio-      pflanzt, dann verliert man die meisten      schen Bauernverbandes, sieht das diffe-       tisch ran. Wenn es meinen Pflanzen             wer welche Erntegeräte und welche
    Sie sichern die Ernten – aber schaden       nell bewirtschafteten Flächen.               Tiere, da mit Kreuzblütlern wie dem         renziert. Natürlich müsse man mehr für        schlecht geht, dann will ich in den Arz-       Marktkontakte hat. „Das Risiko“, er-
    Insekten. In vielen Regionen der Welt          „Aber derzeit wird auf weniger als        Raps andere Insekten verbunden sind         die Bestäuber tun, schreibt er in einer       neimittelkasten greifen dürfen“, sagt er.      klärt er, „ist durch das FInAL-Projekt
    hat der Ruf der Chemikalien deshalb         zehn Prozent der Fläche ökologischer         als mit Gräsern wie dem Getreide“, sagt     Stellungnahme. „Keine Branche braucht         Aber dass man nicht einfach weiterma-          abgesichert, sonst könnten wir das
    stark gelitten. Nicht zuletzt auch des-     Landbau betrieben“, sagt Tscharntke.         Tscharntke. Viel geschickter sei es,        Bienen und andere Bestäuber mehr als          chen kann wie bisher, das sei ihm längst       nicht ausprobieren.“
    halb, weil Glyphosat, das weltweit am                                                    wenn man einen Streifen Raps neben ei-                                                    klar. „Der gesellschaftliche und politi-          Das Projekt wird wissenschaftlich be-
    häufigsten verwendete Totalherbizid,                                                     nem Streifen Getreide auf demselben                                                       sche Druck ist schon sehr hoch.“               gleitet, es wird gezählt, wie sich die
    das alle unerwünschten Pflanzen auf                                                      Acker anbaut: „Die Schwebfliegen er-                                                         Seit mehr als 20 Jahren versucht er,        Vielfalt der Arten entwickelt. Über Auf-
    den Äckern vernichtet, unter Krebsver-                                                   nähren sich vom Pollen und Nektar des                                                     nachhaltiger zu wirtschaften, den Boden        wand und Ertrag der neuen Kleinteilig-
    dacht geraten ist.                                                                       Rapses und legen ihre Eier im Weizen                                                      zu schonen, seine Erträge insekten-            keit wird Buch geführt. „Die Erträge
       Auch der Ruf modernerer Mittel wie                                                    ab. Daraus schlüpfen dann die Larven,                                                     freundlich zu erwirtschaften. Ins Minus        werden wohl ähnlich hoch werden wie
    den sogenannten Neonikotinoiden, die                                                     die sich über die schädlichen Blattläuse                                                  rutschen will er nicht. „Von anderen           früher“, glaubt Fromme. „Aber die Kos-
    eigentlich nur Schädlinge ausmerzen                                                      hermachen.“                                                                               Landwirten muss ich mir oft sagen las-         ten, die sind sehr hoch. Ohne Subven-
                                                                                                                                                                                       sen: ‚Du bist nicht ganz normal‘“, sagt        tionen geht das nicht.“
                                                                                                                                                                                       er. Denn Generationen von Bauern ha-              Ohne Subventionen und höhere
                                                                                                                                                                                       ben das Ziel der Ertragsmaximierung            Marktpreise kann ein Umbau der Land-
                                                                                                                                                                                       verfolgt. Sie haben den Anbau optimiert,       wirtschaft nicht funktionieren. Aber
                                                                                                                                                                                       große Landmaschinen angeschafft, kilo-         auch nicht ohne ein Umdenken – bei
                                                                                                                                                                                       meterlange Felder bestellt. Die Produk-        den Bauern – und bei den Konsumen-
                                                                                                                                                                                       tion musste kostengünstig sein – um am         ten. In einer insektenfreundlicheren
                                                                                                                                                                                       Markt bestehen zu können. Wer Land-            Zukunft werden grüne Weizenfelder
                                                                                                                                                                                       wirtschaft ein Leben lang so gedacht           sich nicht bis zum Horizont ziehen,
                                                                                                                                                                                       hat, kann über Fromme und die Wissen-          sondern vom gelben Raps, lila Lupinen,
                                                                                                                                                                                       schaftler nur den Kopf schütteln.              von wilden Hecken und Baumreihen
                                                                                                                                                                                          Burkhard Fromme und sein Sohn               durchzogen sein. Die Landschaft wird
                                                                                                                                                                                       sind im Laufe der Jahre zu so etwas wie        aus vielen kleinen Ökosystemen, aus
                                                                                                                                                                                       Experimental-Landwirten geworden.              vielen Nischen bestehen.
                                                                                                                                                                                       Fromme ist im Vorstand der Gesell-                Wenn die Landschaften kleinteiliger
                                                                                                                                                                                       schaft für konservierende Bodenbear-           werden, dann können auch kleine Wun-
                                                                                                                                                                                       beitung („Von Landwirten für Landwir-          der passieren – wie sie Rüdiger Wagner
                                                                                                                                                                                                                                      am Breitenbach beobachtet hat: Ob-
                                                                                                                                                                                                                                      wohl ein Hochwasser in einem Jahr fast
                                                                                                                                                                                                                                      alle Larven bestimmter Köcherfliegen-
                                                                                                                                                                                                                                      arten weggeschwemmt hatte, erholte
                                                                                                                                                                                                                                      sich der Bestand nach ein paar Jahren
                                                                                                                                                                                                                                      wieder. „Das ist ja das Tolle an vielen In-
                                                                                                                                                                                                                                      sekten: Solange ein paar irgendwo in
                                                                                                                                                                                                                                      der Nähe überlebt haben, besteht die
                                                                                                                                                                                                                                      Chance, dass sie wieder zurückfinden.
                                                                                                                                                                                                                                      Sie müssen nur einen Ort zum Leben
                                                                                                                                                                                                                                      finden.“

                                                                                       Abgezeichnet von:                  Abgezeichnet von:              Abgezeichnet von:        Abgezeichnet von:
??/WAMS/WSBE-HP
04.07.21/1/Thema3 CPASSLAC                                                             Chef vom Dienst                    Artdirector                    Textchef                 Chefredaktion                         5%      25%      50%     75%     95%
THEMA - Universität Göttingen
WSBE-HP
18
       04.07.21 4. JULI 2021
       :BELICHTERFREIGABE:
        -ZEIT:
         FARBE:
         BELICHTER:

    18 THEMA                                                                                                                                                                                           WELT AM SONNTAG                    NR. 27   4. JULI 2021

                 I
    Im Verlauf der Erdgeschichte gab es we-
    nigstens fünf große und weltweite Mas-
    sensterben von Tier- und Pflanzenarten.
    Das letzte ließ vor 66 Millionen Jahren
    auch die Dinosaurier aussterben, als ein
    Meteorit auf der Erde einschlug, mit glo-
    balen Folgen. Heute, dieses Mal, ist der
    sich weiterhin massenhaft vermehrende
                                                 Steinhummel Bombus lapidarius
                                                 Hummeln sind Wildbienen und
                                                 gehören zu den wichtigsten Be-
                                                 stäubern in Deutschland. Obst-
                                                 bauern sollten besonders viel Wert
                                                 auf ihren Schutz legen: Die Tiere
                                                 können mit ihrer Brustmuskulatur
                                                 Wärme erzeugen, deshalb fliegen sie
                                                 bereits ab sechs Grad Celsius. Ho-
                                                                                       nigbienen fliegen erst ab acht Grad
                                                                                       Celsius. In kalten Frühjahren kön-
                                                                                       nen sie die Ernte retten. Hummeln
                                                                                       sind in der Lage, bis zu 4000 Blüten
                                                                                       pro Tag zu bestäuben, pro Tag kön-
                                                                                       nen pro Hummelvolk also 20.000
                                                                                       Blüten befruchtet werden. Sie be-
                                                                                       stäuben Heidelbeeren, Tomaten,
                                                                                                                              viele weitere Obstarten und auch
                                                                                                                              Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen,
                                                                                                                              Wicken) und Rotklee. Hummeln
                                                                                                                              haben einen längeren Rüssel als
                                                                                                                              andere Wildbienen und Honigbie-
                                                                                                                              nen und sind deshalb für viele
                                                                                                                              Blüten mit sehr tiefen Kelchen
                                                                                                                              ideale Bestäuber.

    Mensch der Meteorit. Tatsächlich zeich-
    net sich in immer mehr Studien ab, dass
    wir am Anfang eines weiteren massen-
    haften Artensterbens stehen. Der Welt-
    biodiversitätsrat IPBES warnt vor dem
    Verschwinden von bis zu einer Million
    Tier- und Pflanzenarten innerhalb der
    kommenden Jahrzehnte.
                                                                                                                                   Schon zuvor gab es Hinweise auf ei-
            VON MATTHIAS GLAUBRECHT                                                                                             nen massiven Insektenschwund: So le-
                                                                                                                                ben etwa auf Wiesen und Weiden in
       Betroffen davon sind sämtliche Ar-                                                                                       Südwestdeutschland im Vergleich zu
    tengruppen: von den großen charisma-                                                                                        den 1970er-Jahren nur noch die Hälfte
    tischen Tieren wie Tiger, Elefant und                                                                                       aller Arten von Tagschmetterlingen. Bei
    Nashorn über die Fischbestände im
    Meer bis hin zu den Insekten und ande-
    ren wirbellosen Tieren. Betroffen sind
    auch sämtliche Lebensräume, angefan-
    gen bei den tropischen Regenwäldern –
    den Schatztruhen der Artenvielfalt – bis
                                                 Der Mensch
                                                                                                                                Heuschrecken ging in Wiesenschutzge-
                                                                                                                                bieten von Brandenburg bis Thüringen
                                                                                                                                über Jahrzehnte die Zahl um mehr als
                                                                                                                                70 Prozent zurück. In Großbritannien
                                                                                                                                nahm die Zahl der Schmetterlinge seit
                                                                                                                                1976 um die Hälfte ab, in den Niederlan-
                                                                                                                                                                                     ,,
                                                                                                                                                                                     NOCH HABEN WIR
    hin zu den Korallenriffen. Hauptgrund                                                                                       den sind 20 Prozent der dort lebenden                ES IN DER HAND,
                                                 als Meteorit
    für das Verschwinden der Arten ist ne-                                                                                      Arten bereits ausgestorben, im belgi-
    ben Jagd, Wilderei und Fischerei insbe-
    sondere die Landnutzung durch eine
                                                                                                                                schen Flandern ist die Zahl der Tagfal-
                                                                                                                                ter um 30 Prozent zurückgegangen.                    EIN MASSENHAFTES
    immer ressourcenhungrigere Mensch-                                                                                          Studien in Kalifornien und in Ohio zei-
    heit. Weil wir durch unsere wachsenden
    Siedlungen, das Verkehrswegenetz und
                                                                                                                                gen, dass auch in Nordamerika die Zahl
                                                                                                                                der Schmetterlinge über vier Jahrzehn-
                                                                                                                                                                                     ARTENSTERBEN ZU
    die Landwirtschaft immer mehr Le-
    bensräume zerstören und degradieren,         Der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht
                                                                                                                                te stark geschrumpft ist, im Durch-
                                                                                                                                schnitt um 1,6 Prozent pro Jahr und
                                                                                                                                                                                     VERHINDERN
    schrumpfen die Bestände, und es gibt                                                                                        selbst in weitgehend unberührten Re-
    immer weniger Arten.                         betont, dass dem Verschwinden der Arten                                        gionen. Nicht alle Insekten sind indes
       Dem Artensterben aber wird – zu-                                                                                         rückläufig: In England haben etwa Ar-
    mindest im Vergleich zum Klimawandel         zu wenig Aufmerksamkeit zukommt.                                               ten von Nachtfaltern in Bestand und
    – viel zu wenig Aufmerksamkeit gewid-                                                                                       Vorkommen zugelegt. Vor allem in
    met. Das ist fatal. Denn selbst wenn wir     Die Biodiversität war noch nie so bedroht –                                    Nordamerika profitierten verschiedene
    beim Klima alles richtig machen sollten,     das sagen alle Zahlen weltweit                                                 Arten von Wasserinsekten von Maßnah-
    droht eine massive Biodiversitätskrise,                                                                                     men zur Verbesserung der Wasserquali-
    die letztlich das Funktionieren der Öko-                                                                                    tät; pro Jahrzehnt sind etwas mehr als     bold einen dramatischen Rückgang der          bringen dadurch sogenannte Ökosys-
    systeme und damit unsere biologische                                                                                        zehn Prozent mehr Libellen, Zuckmü-        Insekten im vergangenen Jahrzehnt um          temdienstleistungen. Sie tragen dazu
    Lebensversicherung auf diesem Plane-                                                                                        cken, Wasserläufer und andere aquati-      ein Drittel bis zu Dreiviertel der Popula-    bei, dass Böden regenerieren, Blätter
    ten gefährdet.                                                                                                              sche Insekten hinzugekommen. Doch          tion in drei beprobten Regionen               und Holz kompostiert und Dung ande-
       Dennoch gilt das Artensterben bisher                                                                                     an Land ist der Trend klar: Weltweit       Deutschlands. Zwar sind auch Arten in         rer Tiere entfernt wird. Und sie bestäu-
    weder in der Öffentlichkeit noch in der                                                                                     werden es weniger Insekten.                Wäldern betroffen – aber die Hotspots         ben Blüten. Ohne Insekten gäbe es we-
    Politik als besonders alarmierend. Ein                                                                                         Hierzulande entdeckten Forscher um      des Insektensterbens sind Wiesen in           der Äpfel noch Birnen, Kirschen, Man-
    Grund dafür ist, dass sich dieser                                                                                           den Münchner Ökologen Sebastian Sei-       stark landwirtschaftlich genutzter Um-        gos, es gäbe keine Mandeln, keinen Kaf-
    Schwund weitgehend unterhalb der                                                                                                                                       gebung. Dort schrumpfte die Biomasse          fee und keinen Kakao. Zwei Drittel der
    Wahrnehmungsschwelle der meisten                                                                                                                                       der Insekten um zwei Drittel, die Zahl        100 weltweit wichtigsten Nutzpflanzen
    Menschen abspielt. Wir bemerken den                                                                                                                                    der Arten um ein Drittel. In den Wäl-         hängen ganz oder teilweise von der Be-
    Wandel kaum, weil sich die Bezugsgrö-                                                                                                                                  dern schrumpfte die Masse um 41 Pro-          stäubung durch Insekten ab. Der globa-
    ßen stetig verändern. „Shifting base-                                                                                            Totengräber                           zent, die Artenzahl um 36 Prozent.            le monetäre Wert dieser Bestäuber-
    line“ nennen Experten dieses Phäno-                                                                                                                                       Das heißt: Vom Menschen intensiv ge-       dienstleistung wird auf 138 Milliarden
    men. So verschwanden allmählich auch
    immer mehr Insekten aus unserer Um-
                                                                                                                                     Nicrophorus                           nutzte Ökosysteme wie Ackerland und
                                                                                                                                                                           Forste verlieren die meisten Insekten.
                                                                                                                                                                                                                         Euro pro Jahr geschätzt, was etwa zehn
                                                                                                                                                                                                                         Prozent der landwirtschaftlichen Pro-
    welt, aber durch das Fehlen von Lang-
    zeitstudien hatte selbst die Biodiversi-                                                                                         vespilloides                             In einer Auswertung von 70 Studien
                                                                                                                                                                           kamen Wissenschaftler in „Science“ so-
                                                                                                                                                                                                                         duktion entspricht. Zudem werden 80
                                                                                                                                                                                                                         Prozent aller Wildpflanzen durch In-
    tätsforschung lange keine belastbaren                                                                                                                                  gar zu dem Schluss, dass weltweit mehr        sekten bestäubt.
    Zahlen. Kaum jemand wusste, ob die Be-                                                                                           Diese Käfer haben sich auf die        als 40 Prozent aller Insektenarten vom           Was sicher ist: Das Artensterben hat
    obachtungen von sauberen Wind-                                                                                                   Beseitigung von Kadavern              Aussterben bedroht sein könnten. In ei-       viele Ursachen, entsprechend kompli-
    schutzscheiben nach langen Autofahr-                                                                                             spezialisiert. Spüren sie bei-        ner anderen Analyse von 166 Studien           ziert ist die Suche nach ihnen. Denn
    ten ein Einzelfall waren – oder ob sie ei-                                                                                       spielsweise eine tote Maus auf,       aus 41 Ländern zwischen 1925 und 2018         ebenso vielfältig wie Insekten selbst, ih-
    nen Trend verrieten.                                                                                                             so graben mehrere Käfer unter         an fast 1700 Standorten zeigte sich, dass     re Lebensräume und Lebensweisen sind
       Erst mit der sogenannten Krefelder                                                                                            der Maus einen Gang, sodass           die Masse an Land, insbesondere die auf       auch die möglichen Gründe für die Ver-
    Studie wurde 2017 das von manchen                                                                                                sie langsam in den Boden ver-         oder am Boden lebender Insekten be-           änderung der Insektenwelt. Und sehr
    vermutete Insektensterben von Fakten                                                                                             sinkt. Je nach Art wird der           ständig abnahm – um ein Viertel in den        wahrscheinlich wirken sie gemeinsam.
    untermauert. Drei Jahrzehnte lang hat-                                                                                           Kadaver nur knapp unter die           vergangenen 30 Jahren.                        Daher sei das Insektensterben ein
    te der Krefelder Entomologische Verein                                                                                           Laubstreu oder bis zu zehn               Natürlich wurden einzelne Befun-           „death by a thousand cuts“, so die Auto-
    Daten zusammengetragen, aus denen                                                                                                Zentimeter in die Erde gezo-          de, methodische Ansätze und Studien           ren der jüngsten PNAS-Studie.
    sich ablesen ließ, dass die Biomasse von                                                                                         gen. Eier werden in die Nähe          – wie in der Wissenschaft üblich – kri-          Einig sind sich die Experten aber da-
    Fluginsekten in verschiedenen Gebie-                                                                                             des Kadavers gelegt, sodass die       tisiert. Doch in der Sache ist man sich       rin, dass die industrialisierte Landwirt-
    ten Deutschlands in den Sommermona-                                                                                              geschlüpften Larven schnell zu        mittlerweile einig: Mehr als 50 Wis-          schaft einschließlich der dabei weltweit
    ten um bis zu 80 Prozent zurückgegan-                                                                                            ihrer Nahrung finden. Toten-          senschaftler haben gerade im renom-           eingesetzten hochwirksamen und leicht
    gen ist, egal ob Naturschutzgebiet oder                                                                                          gräber fördern die Durchlüf-          mierten Fachjournal „Proceedings of           verteilbaren Gifte ein wichtiger Auslö-
    Ackerland.                                                                                                                       tung des Bodens und bringen           the National Academy of Sciences“             ser des Schwunds der Arten ist. Mono-
                                                                                                                                     Nährstoffe in ihn ein.                (PNAS) das Fazit gezogen, dass nicht          kulturen verringern das Nahrungsange-
                                                                                                                                                                           nur die Biomasse und damit die An-            bot und die Zahl der Lebensräume, der
                                                                                                                                                                           zahl der Insekten, sondern auch die           Einsatz von Dünger und Herbiziden
                                                                                                                                                                           Zahl der Arten rückläufig ist. Vorkom-        und Pestiziden schadet Insekten in Bö-
                                                                                                                                                                           men und Vielfalt nehmen ab, sowohl            den und Gewässern.
                                                                                                                                                                           in Europa als auch in den Tropen.                So vielfältig die Ursachen des Insek-
                                                                                                                                                                           Hautflügler wie Bienen und Ameisen            tensterbens, so gravierend sind noch
                                                                                                                                                                           sind genauso betroffen wie Tag- und           immer die Kenntnislücken. Was vor al-
                                                                                                                                                                           Nachtfalter, Käfer und andere.                lem fehlt, sind Langzeitstudien – aus al-
                                                                                                                                                                              Dieser Schwund kann ganze Ökosys-          len Weltregionen. Es steht indes auch
                                                                                                                                                                           teme aus dem Tritt bringen. Insekten          fest: Der Schwund der Insekten ist real
                                                                                                                                                                           sind die Daseinsgrundlage für viele an-       und global – noch aber haben wir es in
                                                                                                                                                                           dere Tiere, allen voran Vögel. Wenn drei      der Hand, ein massenhaftes Artenster-
                                                                                                                                                                           Viertel aller Fluginsekten verschwin-         ben zu verhindern.
                                                                                                                                                                           den, fehlt vielen Vögeln die Nahrung,
                                                                                                                                                                           denn selbst Körnerfresser ziehen ihre         T Der Evolutionsbiologe Matthias
                                                                                                                                                                           Jungen anfangs mit Insekten auf. Ohne         Glaubrecht ist Professor für Biodi-
                                                                                                                                                                           summende Insekten und singende Vö-            versität der Tiere an der Universität
                                                                                                                                                                           gel droht ein doppelt stummer Früh-           Hamburg und leitet als Wissenschaftli-
                                                                                                                                                                           ling. Nicht nur die Zahl verschiedener        cher Direktor das Centrum für Natur-
                                                                                                                                                                           Arten von Insekten, sondern auch deren        kunde. In seinem Buch „Das Ende der
                                                                                                                                                                           Anzahl und Biomasse ist also wichtig          Evolution. Der Mensch und die Vernich-
                                                                                                                                                                           für das Funktionieren der Ökosysteme.         tung der Arten“ beschreibt er ausführ-
                                                                                                                                                                           Zudem halten Insekten wichtige Stoff-         lich Fakten und Befunde zum anthro-
                                                                                                                                                                           kreisläufe in der Natur aufrecht und er-      pogenen Artensterben.

                                                                                Abgezeichnet von:                Abgezeichnet von:            Abgezeichnet von:        Abgezeichnet von:
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04.07.21/1/Thema4 DSCHWARZ                                                      Chef vom Dienst                  Artdirector                  Textchef                 Chefredaktion                         5%    25%      50%     75%      95%
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