Themenschwerpunkt Depression - Zeitschrift für Betreuung und Pfl ege daheim
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Inhaltsverzeichnis Editorial 3 Depressionen im Alter 4 Depressionen im Alter – aus Sicht der Pflege 6 Weißt du noch? 8 Ernährung und Depression 10 Veranstaltungen 12 Aktion Demenz 15 I bi 88 und es ka jeda Tag epas si! 16 Fitness im Kopf 17 Selbsthilfegruppe – Angst, Panik, Depression 18 Ein Fest für betreuende und pflegende Angehörige 20 Lebenshilfe Vorarlberg bietet kostenlose Beratung 21 Oh, what a wonderful world! 22 Impressum | Vorschau 23
Liebe Leserin,
lieber Leser,
wir sind mitten in der warmen Jahreszeit –
die Tage sind lang, die Natur prangt in
ganzer Fülle, die Sonne leuchtet vom
Himmel – herrlich!
Bewusst haben wir deshalb für diese Aus-
gabe ein „schweres“ Thema gewählt: die
Depression. Wir finden, dass dadurch Maria Lackner,
leichter damit umzugehen ist, als wenn connexia
Novembernebel und lange Nächte sowieso
schon auf die Stimmung drücken.
Erst kürzlich haben wir wieder erlebt, wie
stark innere Bilder sind. In vielen Köpfen
existiert nach wie vor die Vorstellung, dass
nur körperliche Krankheiten „erlaubt“ sind.
Wenn jemand psychisch krank ist, dann ist
die Scham riesig, die Krankheit wird zum
Tabuthema. Deshalb widmen wir uns in Angelika
diesem Heft der Depression. Damit wollen Pfitscher,
wir einen Beitrag zur Aufklärung leisten. Bildungshaus
Psychische Erkrankungen gehören genauso Batschuns
ernst genommen wie körperliche. Und die
Erkrankten dürfen und sollen Hilfe bean-
spruchen!
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen
einen schönen Sommer!
Für das Redaktionsteam
daSein 3Depressionen im Alter
daSein: Herr Primar Lingg, wir lesen und ten dazu führt, dass Betroffene befürchten,
hören heute sehr viel über die Häufigkeit an einer Demenz zu erkranken; Schmerz-
demenzieller Erkrankungen im Alter – und zustände, für die sich keine Ursache finden
andererseits erfahren wir, dass Depressio- lässt; Schwerpunkt der Beschwerden in den
nen auch im Alter die häufigste psychische Morgenstunden. Schweregrad und Dauer
Störung sein sollen. Stimmt das? können sehr unterschiedlich sein. Immer
ist auch nachzufragen, wie viel Reserven
Lingg: Das trifft zu, Depressionen im Alter Betroffene noch haben, ob sie sich schon
werden allerdings häufiger übersehen oder ganz erschöpft und hoffnungslos erleben
nicht so ernst genommen, da manche lei- und so auch eine Suizidgefährdung be-
der die herabgesetzte Vitalität dem Alter steht.
als naturgegeben zuschreiben.
daSein: Hat der Begriff „Altersdepression“
daSein: Wann kann man von einer Depres- eine Bedeutung?
sion sprechen bzw. was unterscheidet diese
von einem „Verleider“, wie wir ihn wohl Lingg: Dieser Begriff führt in die Irre, er
alle hin und wieder durchmachen? schreibt die Depression vorschnell dem Al-
ter zu! Wir sind nämlich gefordert – wie bei
Lingg: Folgende Anzeichen sollten ernst jüngeren Patienten auch – abzuklären,
genommen werden: Sich nicht mehr freuen welche Ursachen vorliegen. Diese sind sehr
können, auch wenn es Anlass dazu gäbe; unterschiedlich. Sie können auf körperli-
das Gefühl, alles geht zäher: denken, ent- chen Veränderungen (z.B. Gefäßverkalkung,
scheiden, etwas erledigen; Ängste, was die Hochdruckkrankheit, Schilddrüsenunter-
Zukunft betrifft; Schweregefühle; Durch- funktion, Vitaminmangel …), dann wieder
schlafstörungen, frühes Erwachen mit Grü- auf lebenssituativen Gegebenheiten oder
belsucht; Appetitverlust; Konzentrations- einer Veranlagung beruhen. Häufig treffen
und Gedächtnisschwäche, welche nicht sel- auch mehrere solcher Faktoren zusammen.
4Eine hausärztliche oder internistische Nicht selten drängen sich im Alter auch
Untersuchung ist angezeigt, um die im unbewältigte Konflikte wieder ins Bewusst-
Alter häufigeren körperlichen Störungen sein oder quälen Sorgen um drohende
auszuschließen oder einer Behandlung Abhängigkeit oder die Angst vor Sterben
zuzuführen. Je nachdem, was die Ab- und Tod. Je nachdem sind dann sehr un-
klärung ergibt, sind dann entsprechende terschiedliche Maßnahmen zu setzen, ein-
Maßnahmen zu setzen. mal ist mehr medizinische, dann wieder
psychotherapeutische oder soziale Hilfe
daSein: Ist es nicht so, dass viele ältere angezeigt.
Menschen unter Einsamkeit und dem Ge-
fühl, nicht mehr gebraucht zu werden, daSein: Wann helfen Medikamente?
leiden und dass sie über den Verlust ihres
Partners nicht hinwegkommen? Lingg: Dauert eine depressive Verstimmung
über Wochen und geht sie mit Schlafstö-
Lingg: Naturgemäß haben ältere Menschen rungen, Antriebsmangel, Appetitlosigkeit,
viele Verluste zu verarbeiten, also Trau- Denkerschwernis und Ängsten einher, hat
er zu bewältigen. Nun ist Trauer nichts sie also einen Schweregrad, welcher auf
Krankhaftes, ja sogar notwendig, um die psychohygienische Maßnahmen (Aktivie-
Lücke, die ein Verlust in ihr Leben gerissen rung, Bewegung, soziale Unterstützung,
hat, wieder zu schließen. Mitunter gelingt Gesprächstherapie) nicht genügend an-
diese Trauerarbeit jedoch nicht, woraus spricht, sind stimmungsaufhellende und
sich dann eine Depression entwickeln Schlaf anbahnende Medikamente hilfreich.
kann. Ein (nur) trauriger Mensch kann Diese Antidepressiva machen nicht abhän-
sich noch freuen, der Depressive hingegen gig, müssen kurmäßig eingenommen wer- Gespräch mit
nicht. Früher haben Rituale es Betroffe- den, wirken also nicht unmittelbar, dafür Prim. Dr.
nen sicher leichter gemacht, im Verbund aber nachhaltig. Erste Anlaufstelle ist der Albert Lingg,
mit anderen Menschen die Trauerarbeit zu Hausarzt, welcher den Patienten bei Bedarf LKH Rankweil
leisten. Heutzutage fühlen sich Menschen an einen Facharzt oder einen Psychothera-
jedoch damit nicht selten allein gelassen. peuten überweist.
daSein: Es gibt also sehr unterschiedliche Das Institut für Sozialhilfe hat ein eigenes
Ursachen für Depressionen? Angebot für ältere Patienten, entspre-
chende Hinweise finden sich auch in den
Lingg: Ja, etwa auch Licht- und Bewe- Zeitschriften der Pensionistenverbände. Die
gungsmangel - dies hauptsächlich im Generation heute älterer und alter Men-
Winterhalbjahr. Es können auch Schwer- schen hat leider häufig noch zu viel Scheu,
hörigkeit oder Sehschwäche, vor allem Hilfe zu suchen, wenn es sich um seelische
auch schmerzhafte Erkrankungen ältere Probleme handelt. Sie waren es gewohnt,
Menschen sehr belasten. Immer wieder möglichst ohne Fremdhilfe durchzukom-
erleben wir auch, dass familiäre Spannun- men - ein im Falle einer echten Depression
gen oder Generationenkonflikte, ferner das falscher Ehrgeiz!
Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden,
oder Veränderungsangst bei notwendiger Herr Primarius Lingg, wir danken Ihnen
Heimplatzierung Menschen mürbe machen. herzlich für Ihre Informationen!
5Depressionen im Alter –
aus Sicht der Pflege
Wenn Betreuende das Gefühl haben, den Kontakt kontinuierlich aufrechtzu-
dass ihre Angehörigen an einer Depres- erhalten.
sion leiden, ist es unbedingt notwendig, • Bleiben Sie bei der Wahrheit, vernied-
sich an den Hausarzt zu wenden. Die lichen Sie nicht. Die Depressiven be-
Symptome gehören gründlich abgeklärt, merken dies schnell und verlieren das
da es auch diverse körperliche Erkran- Vertrauen.
kungen gibt, die zu einer Depression • Dabei ist es wichtig, etwas „gemeinsam
führen können. Ob der Hausarzt dies zu tun“. Da der depressiv Erkrankte seine
selbst abklärt oder den Erkrankten an Fähigkeiten im Alltag unterschätzt bzw.
einen Facharzt überweist, entscheidet auch gar nicht mehr in der Lage ist, sei-
dieser von Fall zu Fall. nen Alltag alleine zu bewältigen, ist es
notwendig, ihn dabei zu unterstützen.
Für die Angehörigen ist es wichtig zu
wissen, dass sich ihr erkranktes Familien- Es sollte allerdings nicht zu einer Unter-
mitglied wie in einem psychischen Ge- oder Überforderung kommen. Der Angehö-
fängnis befindet. Der Erkrankte kann oft rige muss die Möglichkeiten des Kranken
nicht erreicht werden, er reagiert kaum realistisch einschätzen. Daraus entstehende
oder zum Teil gar nicht auf Ansprache Erfolgserlebnisse, z. B. die Bewältigung
oder Zuwendung. Trotzdem nehmen Er- der Grundpflege, sind sehr wichtig für den
Wolfgang krankte die ihnen gegenüber gemachten Heilungsverlauf.
Natter, Aussagen wahr. Depressive Menschen be-
Dipl. psych. richten nach Überwindung der Depression Was hilft dabei, körperlich und geistig
Gesundheits- oft, es sei hilfreich für sie gewesen, dass gesund zu bleiben?
und Kranken- ihnen immer wieder versichert wurde, Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine ge-
pfleger, LKH nicht minderwertig zu sein – dies würde sundheitsfördernde Lebensweise positive
Rankweil ihnen während der Krankheitsphase nur Auswirkungen auf einen gesunden Alte-
so vorkommen. rungsprozess hat. Hier sind körperliche
bzw. sportliche Aktivitäten zu nennen. Diese
Sehr wichtig dabei ist, dem Erkrankten führen zu erhöhtem Wohlbefinden und
immer wieder zu versichern, dass es sich einer ausgeglichenen Stimmung. Weiters
bei der Depression um eine Krankheit wird geistige und körperliche Koordination
handelt, die bestimmt wieder vorbei ge- trainiert. Dadurch werden die eigenständige
hen wird. Diese Aussagen geben Halt Lebensführung und das Wohlbefinden ge-
und Lebensfreude, auch wenn die Patien- fördert.
ten nicht imstande sind, dies nach außen
zu zeigen. Zu bedenken ist jedoch, dass eine nur auf
körperliche Fitness ausgerichtete körper-
Folgende Vorschläge können sehr liche Betätigung zu wenig ist. Es ist auch
hilfreich sein: notwendig, diverse andere Aktivitäten
• Vermitteln Sie immer wieder oben wahrzunehmen.
Ausgeführtes, denn dies sind ver-
trauensstärkende Aussagen. Das können verschiedenste zwischen-
• Es ist dabei nicht nötig, lange und aus- menschliche Kontakte sein, insbesondere
führliche Gespräche zu führen, sondern wenn die betroffene Person alleine bzw.
6sehr zurückgezogen lebt. Diese Kontakte Professionelle Einrichtungen, wie pro mente
können sich innerhalb der Familie, aber Vorarlberg, das Institut für Sozialdienste
auch im Freundeskreis abspielen. Zum und der aks Vorarlberg bieten einige spe-
Beispiel gemeinsame Unternehmungen wie zielle Angebote. Zum Beispiel bietet pro
Ausflüge, miteinander einen Einkauf erle- mente Vorarlberg im Tageszentrum Bre-
digen und dann anschließend miteinander genz das „Cafe Treffpunkt“ an. Hier wird
das Mittagessen zuzubereiten, sich regel- in geselligem Rahmen gemeinsam mit
mäßig zu Kaffee und Kuchen treffen, oder Angehörigen und erkrankten Familienmit-
andere Rituale wie Telefonanrufe, Briefe gliedern in einer geschützten und gleich-
oder E-Mails schreiben beizubehalten. zeitig lockeren Atmosphäre ein Programm
Auch außerhalb der Familie gibt es diverse angeboten, das jeden Freitagnachmittag
Möglichkeiten. Dies können Gruppen wie stattfindet.
Strickrunde, Tanzclub, „Jasserrunden“ oder
Vereine sein. Kontaktdaten
pro mente Vorarlberg
Auch von den Pensionistenverbänden T 05574 86427
werden viele Möglichkeiten angeboten. Mi und Do von 9 bis 10 Uhr
Dies sind Beratungs- und Servicedienste, aks – Sozialpsychiatrische Dienste
auch Angebote zu Sport und anderen T 05574 202-0
Aktivitäten sowie Bildungs- und Seminar- Institut für Sozialdienste
angebote. Nähere Informationen erhalten T 05523 52176
Sie von der jeweiligen Ortsgruppe oder Pensionistenverband Vorarlberg
aus dem Internet. www.pvorarlberg.at
7Weißt du noch? Der Schwermut im Alter begegnen
WEISST du noch: Wie oft erinnern Sie sich an früher Er-
lebtes? Meine Geschichte, meine Erfah-
rungen - die Geschichte der anderen, de-
ren Erfahrungen - „Weißt du noch? ...“
fallende Sterne, die quer wie Pferde Es tut gut, sich erinnern zu dürfen. Erin-
nern an die erlebte Geschichte, an ein Le-
durch die Himmel sprangen
ben mit Freuden, Leiden, Hoffnungen und
Über plötzlich hingehaltne Stangen Enttäuschungen.
Unsrer Wünsche – hatten wir so viele? Nicht die Zahl der Verluste löst zwangs-
läufig eine Schwermut aus, sondern
Denn es sprangen Sterne, ungezählt; • wie alternde Menschen ihre Verluste
bewerten;
Fast ein jeder Aufblick war vermählt • wie alternde Menschen ihre Trauer
bewältigen und sich an einem Sinn
Mit dem raschen Wagnis ihrer Spiele,
orientieren;
und das Herz empfand sich als ein Ganzes • wie sie sich bisher mit Belastungen
auseinandergesetzt haben und welche
unter diesen Trümmern ihres Glanzes Ressourcen sie einsetzen konnten;
• wie sie von anderen unterstützt wurden.
und war heil, als überstünd es sie!
Es ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen
(Rainer Maria Rilke, 1924) diese erlebte Geschichte mitgeteilt werden
kann. Denn Menschen, besonders alternde
Menschen, die sich in einer Beziehung
sicher fühlen, können versuchen, jeweils
8auch die „andere Seite“ ihrer Lebensge- fen, sind Hoffnung holen, sind Bedrohung
schichte und damit auch „andere Seiten“ und Konfrontation. Gelingt es, verschüttete
ihrer Person zu erkennen, deutlich zu ma- Teile von Lebensgeschichten wieder emo-
chen und vielleicht wieder neue Ressourcen, tional zu berühren, können sich persön-
„neue Sterne“ entdecken. Im Alter verlieren liche, bedeutungsvolle innere und äußere
Menschen manchmal für sie wesentliche soziale Welten wieder eröffnen. Werden
Inhalte ihres Lebens. Ältere Menschen sind diese Welten mit Menschen geteilt, die
immer wieder darauf angewiesen, dass ge- wertschätzend und empathisch zur Seite
holfen wird, nach dem Verlorenen zu suchen stehen, entsteht ein Potenzial, das genutzt
oder sich daran zu erinnern. werden kann, um Lebensenergien und Le-
bensmöglichkeiten wieder zu spüren. Seeli-
„… unsrer Wünsche – hatten wir sche Verkrampfungen, Einsamkeitsgefühle
so viele? …“ und Schwermut entstehen oft, weil Men-
Die Erinnerungen sind lebendig, bleiben schen keinen geschützten Raum finden,
jedoch weitgehend im Verborgenen. Al- um zu erzählen.
ternde Menschen finden sich mit ihren Le-
benserfahrungen oft allein gelassen – mit „… und das Herz empfand sich als ein
guten, schweren, glücklichen und schmerz- Ganzes unter diesen Trümmern ihres
haften Erfahrungen. Fehlen „positive Ver- Glanzes …“
stärker“ wie liebe Menschen und werden Werden Anknüpfungspunkte entdeckt,
Fähigkeiten nicht genutzt, so verzerrt sich können sich neue Lebenswelten er-
das Denken, Hilflosigkeit, innere Verküm- schließen. Gemeinsame Werte, Gefühle,
merung und Schwermut breiten sich aus. Traditionen und emotionale Verbun-
denheit stärken die Begegnung mit dem Ulrike
„… Denn es sprangen Sterne, ungezählt; alternden Menschen. Befriedet fühlt sich Rauch,
Fast ein jeder Aufblick war vermählt …“ ein Mensch, wenn er sich „ganz“ fühlen Gerontopsycho-
Was sich hinter den alternden Gesich- kann. Dazu gehört, dass eigene Schat- therapeutin
tern verbirgt, ist nicht immer erkennbar. ten – gemeint sind innerlich abgelehnte
Stimmen, Hände, Mimik, Bewegung – alle Lebensanteile – anerkannt und gewürdigt
veranschaulichen die Erfahrungen, die die werden. So können Schatten integriert
Menschen gemacht haben. Sie sind eng werden, ein Prozess, der die Ganzwerdung
mit sozialen Räumen verbunden, die diese im Alter unterstützt.
Geschichten strukturieren und im Alter
wieder Halt gebend sind. Erlebte, erfüllte, „… und war heil, als überstünd es sie!“
vielleicht auch ungelebte Beziehungen, Um „heil“ zu werden, um zu spüren, wer
die im Alter wieder zur Sprache kommen er sei, braucht der alternde Mensch seine
dürfen, bilden eine wichtige Grundlage, Geschichte, achtsame Begegnungen und
dass Schwermut und eine „innere Emigra- Haltungen, die ihn nicht bedrohen. Mo-
tion“ nicht bestimmend werden im Leben mente der gemeinsamen Berührtheit und
des älteren Menschen. Anteilnahme klären, reinigen und helfen,
Schwermut zu überwinden.
„… Mit dem raschen Wagnis ihrer Spiele, …“
Wenn innere Prozesse durch ein Gegenüber Wann fragten Sie das letzte Mal: „Weißt
Resonanz finden, sind sie ein Kraftschöp- du noch?“
9Ernährung und Depression
Dass eine Depression das Ernährungs- können: So einfach ist die Sache nicht.
verhalten beeinflusst, ist eine klare Tryptophan – eine essenzielle Aminosäure –
Sache. Wer antriebslos, lustlos, traurig, ist in vielen Lebensmitteln enthalten (Milch,
ohne Hoffnung auf Besserung seiner Fleisch, Eier, Kartoffeln). Sie kommt in
Stimmungslage durchs Leben geht, findet hoher Dosis auch in der Kakaobohne und
auch geringe Lust am Essen, darauf, somit in (dunkler) Schokolade vor. Studien
womöglich für sich alleine ein anspre- zeigten zwar, dass bei einer sehr geringen
chendes, aus frischen Lebensmitteln Aufnahme von Tryptophan depressive
hergestelltes Essen zuzubereiten und Stimmungen deutlich anstiegen. Nachdem
dies alleine am Tisch zu essen. diese Aminosäure aber häufig vorkommt,
ist die Bevölkerung damit im Durchschnitt
ausreichend versorgt. Es ist also nicht Tryp-
tophan allein. Die glücklich machende Wir-
kung von Schokolade ist eher dem hohen
Kohlenhydratanteil zuzuschreiben. Inzwi-
schen belegen Studien, dass eine Kost mit
einem hohen Kohlenhydratanteil deutliche
Stimmungsaufhellungen bringt.
Und die Omega-3-Fettsäuren? Man stellte
fest, dass eine Kost mit reichlich fettem
Fisch, (der viel Omega-3-Fettsäuren ent-
hält), bei Personen, die an Depressionen
leiden, zu Stimmungsaufhellungen führte.
Daher ist es bekannt, dass sich Menschen, Aber auch hier trifft der Umkehrschluss
die an einer Depression erkrankt sind, auf nicht zu, dass Menschen, die immer reich-
Grund ihrer Krankheit mangelhaft und oft lich Fisch essen, nie an einer Depression
sehr einseitig ernähren. Ein dadurch sich erkranken.
verschlechternder Ernährungszustand kann
die Krankheit dann noch verstärken. Aus den verschiedenen Studien hat man
daher für Menschen mit Depressionen
Der Umkehrschluss, dass eine schlechte folgende Ernährungsweise als hilfreich
Ernährung eine Depression auslösen kann, eingestuft:
bzw. zu einer Depression führen kann, ist • wenig Eiweiß
hingegen nicht wissenschaftlich belegt. So • wenig Milchprodukte, Käse, Fleisch
kann durch „richtiges Essen“ eine Depres- • reichlich Kohlenhydrate
sion auch nicht vermieden werden. • reichlich Fisch
• reichlich Obst und Gemüse
Schokolade und Fisch • möglichst Leinöl, Rapsöl verwenden
Auch wenn immer wieder Meldungen im
Umlauf sind, dass „Schokolade gegen De- Eine solche Kost verbessert die Aufnahme
pressionen“ helfen kann oder genügend des Tryptophans, das eine Vorstufe des Bo-
Omega-3-Fettsäuren und Tryptophan in tenstoffs Serotonin ist. Serotonin kommt
der Nahrung Depressionen vorbeugen bei depressiven Personen im Gehirn meist
10zu wenig vor. Die ungesättigten Fettsäuren Vitamin D stellt ja in der Reihe der Vitami-
wie die Omega-3-Fettsäuren hemmen ver- ne eine Ausnahme dar, da es das einzige
mutlich depressionsfördernde Stoffwechsel- Vitamin ist, das der Körper - in einem ge-
produkte und vermindern dadurch wahr- wissen Ausmaß - selbst herstellt. Über die
scheinlich die depressiven Stimmungen. Haut kann der Körper mit dem UV-Licht
Vitamin D produzieren. Allerdings lässt
Bei älteren, pflegebedürftigen Personen ist diese Produktionsmöglichkeit mit dem
es vorrangig wichtig, sie überhaupt zum Alter – und das beginnt hier schon ab 50
Essen zu animieren, ihren Appetit zu för- Jahren – erheblich nach. Und so konnte
dern und darauf zu achten, dass sie wieder festgestellt werden, dass in den Mona-
Lust am Essen bekommen. Da gilt es, den ten Februar und März eine sehr geringe
Menschen genau zu kennen und zu wissen, Konzentration an Vitamin D im Blut der
was die Person gerne isst, woran sie Freude untersuchten Probanden zu finden war.
hat. So kann das Kochen von Lieblings- Der Speicher war nahezu leer und über die
gerichten, das Anreichern mit bestimmten Nahrung kam durchwegs zu wenig nach.
Düften oder das Mitkochen die Motivation
fördern. Bei einer anderen Person ist der Vitamin D findet sich in unseren Lebens-
Spaziergang vor dem Essen hilfreich – Be- mitteln eher selten. Vor allem fettreicher Birgit Höfert,
wegung ist nicht zu unterschätzen! Die Fisch (Hering, Lachs, Sardinen) ist ein Ernährungs-
Umgebung beim Essen, ein ansprechender ausreichender Lieferant von Vitamin D. wissenschaftlerin
Sitzplatz, die Tischdekoration, die Anwe- Außerdem kommt es in Pilzen, Milch, Käse
senheit einer lieben Person beim Essen, das und Leber vor – allerdings in eher nied-
anregende Tischgespräch, die leise Musik – rigeren Konzentrationen, als dass damit
es gibt viele Faktoren, welche uns zum die 20 μg pro Tag erreicht werden können.
Essen animieren können. Eine ausreichen- Leber sollte auch nur einmal im Monat auf
de, gute Versorgung mit den wesentlichen dem Speiseplan stehen. Deshalb haben die
Nährstoffen ist auf alle Fälle wichtig, um Ernährungsgesellschaften darauf hinge-
auch der Krankheit „Depression“ zu entflie- wiesen, dass bei Risikogruppen – zu denen
hen. Achten Sie deshalb auch hier auf eine Senioren gehören – in Abstimmung mit
gesunde Ernährungsweise. dem Arzt eine Zufuhr mittels Vitaminsup-
plementen vor allem in den Wintermonaten
Nutzen Sie die Sommermonate, um einen erwogen werden soll.
großen Speicher an Vitamin D anzulegen!
Im Frühjahr dieses Jahres haben die Ernäh- 80 Prozent der benötigten Menge an Vitamin
rungsgesellschaften aufhorchen lassen. Sie D produziert der Körper selbst, 20 Prozent
haben die Bedarfszahlen für Vitamin D für werden über die Nahrung zugeführt. Im
Senioren von 10 auf 20 μg hinaufgesetzt. Sommer ist das kein Problem, und hier kann
Grund dafür waren verschiedene Studien, auch ein ausreichender Speicher angelegt
die darauf schließen lassen, dass ein hö- werden für die nicht so sonnenintensiven
herer Vitamin-D-Gehalt im Blut, als bisher Monate. In den Wintermonaten sollte man
angenommen, einen Schutz vor Herzerkran- aber trotzdem jeden Tag mindestens eine
kungen und Dickdarmkrebs darstellt. Es ist halbe Stunde die Sonne auf der Haut spüren
schon lange bekannt, dass dieses wichtige – auch wenn sie nicht stark scheint. Deshalb:
Vitamin Osteoporose effektiv vorbeugt. hinaus an die frische Luft, in die Sonne!
11Veranstaltungen
TANDEM Jeden Freitag
Begleitung von Kleingruppen, Familien, Demenzsprechstunde in Bludenz und Bürs
Einzelberatungen für Angehörige von 14.30 bis 17 Uhr, Dr. Bacher Gedächtnis-
Menschen mit Demenz. Information: Therapiezentrum Bürs, Lünerseepark;
Angelika Pfitscher, DGKS, M 0664 3813047 | Anmeldung: T 05574 202-2900 | Dr. Ba-
Veranstalter: Bildungshaus Batschuns cher Gedächtnis-Therapiezentrum GmbH
Nach Terminvereinbarung Di 21. August 2012
Psychoonkologische Beratung und Psycho- Meine Zeit gut leben: Abschied vom
therapie für Erkrankte und Angehörige | Zeitmanagement | Ein Tag für Frauen
Ein Familiengespräch zur Unterstützung | Dr. Annemarie Gronover | 9.15 Uhr bis
Information: Krebshilfe Vorarlberg, 17 Uhr | Ort, Veranstalter und Anmeldung:
T 05572 202388 | Veranstalter: Krebshilfe Bildungshaus St. Arbogast
Vorarlberg
Fr 24. August 2012
Demenzsprechstunden Mich mit der Quelle des Lebens
Regelmäßige Demenzsprechstunden in in mir verbinden
Bregenz, Dornbirn und Lustenau sowie Zu mir stehen – aufrecht im Leben sein
Café Treffpunkt | Detaillierte Info finden Maria Anna Zündt | Fr 9.15 Uhr bis
Sie unter: www.demenzsprechstunde.at | So 26., 17.30 Uhr | Ort, Veranstalter und
Veranstalter: pro mente Anmeldung: Bildungshaus St. Arbogast
Jeden 2. Dienstag im Monat Fr 7. September 2012
Gesprächsgruppe für betreuende und Dem Sterben Leben geben
pflegende Angehörige Monika Müller, Supervisorin, Therapeu-
Martin Meusburger, DGKP | 20 Uhr, So- tin, Autorin | 19 bis 20 Uhr, Bildungshaus
zialzentrum Bezau-Mellau-Reuthe; An- Batschuns | Anmeldung und Veranstalter:
meldung: M 0664 1864500 | Veranstalter: Bildungshaus Batschuns
Bildungshaus Batschuns
Do 13. September 2012
Jeden 2. Donnerstag im Monat Die Heilkraft der Märchen
Gesprächsgruppe für betreuende und Monika Pott | 19.30 bis 21.30 Uhr, Mäder,
pflegende Angehörige J. J. Ender-Saal | Veranstalter: connexia
Bernhard Kempf, DGKP | 20 Uhr, Andels-
buch; Anmeldung: T 05512 2243-16 |
Veranstalter: Bildungshaus Batschuns Mo 17. September 2012
Inkontinenz muss kein Tabu Thema sein
Brigitte Amort | 19.30 bis 21.30 Uhr
Lauterach, SeneCura Sozialzentrum,
Hofsteigstraße 2b | Veranstalter: connexia
12Di 18. September 2012 Mi 3. Oktober 2012
Sexualität im Alter Marias letzte Reise – Film- und
Johannes Staudinger | 19.30 bis 21.30 Uhr, Gesprächsabend
Hörbranz, Pfarrsaal, Martinsraum | Veran- Bruni Schnitzer | 19.30 bis 21.30 Uhr,
stalter: connexia Seniorenhaus Hasenfeld, Lustenau,
Pestalozziweg 5 | Veranstalter: connexia
Do 20. September 2012
Anti-Aging – Tipps und Tricks gegen Do 4. Oktober 2012
vorschnelles Altern Menschen und ihre Biografien
Mag. Rudolf Pfeiffer | 19.30 bis 21.30 Uhr besser verstehen
Thüringen, Büro Mobiler Hilfsdienst, Alte Wilfried Feurstein | 19.30 bis 21.30 Uhr,
Landstraße | Veranstalter: connexia Lingenau, Kulturraum, Hof 15 | Veranstal-
ter: connexia
Sa 22. September 2012
Sinnliches Frau Sein Do 4. Oktober 2012
Annette Kiehas, Dipl. Tanz- und Aus- Das Alter erschafft mich neu
druckstherapeutin | 9 bis 17 Uhr, Bil- Begegnungs- und Tanztag
dungshaus Batschuns | Anmeldung und Ursel Burek | 9.15 bis 17 Uhr | Ort,
Veranstalter: Bildungshaus Batschuns Veranstalter und Anmeldung:
Bildungshaus St. Arbogast
Do 27. September 2012
HSIN TAO Workshop Sa 6. Oktober 2012
Thomas Schmied, Mentalcoach, HSIN TAO Breema-Körperarbeit
Trainer | 14 bis 18 Uhr, Bildungshaus Bat- Die Kunst präsent zu sein
schuns | Anmeldung und Veranstalter: Bil- Martha Intemann und Ruth Sturm | 9.15 bis
dungshaus Batschuns 17 Uhr | Ort, Veranstalter und Anmeldung:
Bildungshaus St. Arbogast
13Do 11. Oktober 2012 Do 18. Oktober 2012
Fachtagung Trauer Alkohol im Alter
Dr. Christine Pernlochner-Kügler, Inns- Mag. Bernhard Gut, Psychologe | 19 bis 21
bruck; Maria Hammerer, Egg; Robert Mähr, Uhr, Feldkirch, Haus Nofels | Anmeldung
St. Gallen; Anna Frick, Klaus | 9 bis 16.30 und Veranstalter: Bildungshaus Batschuns
Uhr, Bildungshaus Batschuns | Veranstaltung
in Kooperation mit Hospiz Vorarlberg | DGKS/DGKP: Diplomierte/r Gesundheits- und Kranken-
Anmeldung und Veranstalter: Bildungs- schwester/pfleger
haus Batschuns
Do 11. Oktober 2012
Darf ich einen freien Tag machen, wo
doch mein Mann, meine Mutter …
mich so sehr brauchen? Veranstalter | Kontaktdaten
Dr. Elisabeth Sorgo | 19.30 bis 21.30 Uhr, Bildungshaus Batschuns
Höchst, Alte Schule, Alemannensaal, 6835 Zwischenwasser, Kapf 1
2. Stock | Veranstalter: connexia T 05522 44290
www.bildungshaus-batschuns.at
Do 11. und 18. Oktober 2012 Bildungshaus St. Arbogast
in Feldkirch 6840 Götzis, Montfortstraße 88
T 05523 62501-28; www.arbogast.at
Di 23. und 30. Oktober 2012
in Dornbirn connexia – Gesellschaft für
Anleitung für SachwalterInnen Gesundheit und Pflege
Rechtliche Grundlagen und praktische 6900 Bregenz, Broßwaldengasse 8
Umsetzung T 05574 48787-0; www.connexia.at
Von 19 bis 21.30 Uhr, Kosten: € 25 | Ver-
anstalter: IfS Sachwalterschaft | Anmel- Institut für Sozialdienste
dung: nur beim Bildungs-Center der Arbei- 6850 Dornbirn, Poststraße 2/4
terkammer Vorarlberg, T 050 258-4000 T 05572 908888-50; www.ifs.at
Österreichische Krebshilfe Vorarlberg
Di 16. Oktober 2012 6850 Dornbirn, Rathausplatz 4
Chronische Schmerzen – muss das T 05572 202388; www.krebshilfe-vbg.at
heute noch sein?
Dr. Bernhard Schwärzler, 20 bis 22 Uhr | pro mente Vorarlberg GmbH
Schwarzenberg, Kleiner Dorfsaal, Hof 454 | 6850 Dornbirn, Färbergasse 15
Veranstalter: connexia T 05572 32421; www.promente-v.at
14Aktion Demenz –
gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz
Demenz – Wie Sie Ihrem von Demenz
betroffenen Angehörigen helfen können
Wenn Ihr Angehöriger die Diagnose De-
menz erhält, so betrifft das unmittelbar
auch Sie selbst. Sie befinden sich mit ei-
nem Mal in einer neuen Lebenssituation
mit neuen Ängsten und Sorgen. Vermutlich
möchten Sie Ihren Angehörigen so gut als
möglich unterstützen und ihm beistehen.
Das wird Ihnen am besten gelingen, wenn
Sie so viel wie möglich über Demenz in
Erfahrung bringen und sich damit ausein-
andersetzen, welche Veränderungen auf
Ihren Angehörigen zukommen können.
Machen Sie sich bewusst, dass Demenz
den Verlust emotionaler, sozialer und kör- • Informieren Sie die Menschen, mit
perlicher Fähigkeiten bedeuten kann. Ihr denen Ihr Angehöriger Kontakt hat.
Angehöriger wird sich in seinem Verhalten • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung,
und seiner Persönlichkeit verändern und ausgewogene Ernährung und ausrei-
auf Sie und andere Betreuungspersonen chende Flüssigkeitszufuhr.
angewiesen sein. • Finden Sie heraus, was Ihren Angehöri-
gen beruhigt und ihm gut tut. Nehmen
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihrem Sie ihn in den Arm und zeigen Sie, wie Daniela
Angehörigen praktische und emotionale sehr er geliebt und wertgeschätzt wird. Egger, Projekt-
Sicherheit und Unterstützung zu geben. • Achten Sie auf Ihre Gesundheit! Nehmen management
Einige davon sind: Sie Hilfe an und nutzen Sie die zahl- Aktion Demenz
• Nehmen Sie Ihren Angehörigen ernst! reichen Entlastungsangebote in Ihrer
• Geben Sie ihm Sicherheit, indem Sie für Gemeinde.
Ordnung und Struktur im Alltag wie im
Wohnbereich sorgen. Im Rahmen der Aktion Demenz sind drei
• Nutzen Sie Hilfsmittel wie Herdüberwa- Broschüren mit dem Titel „Leben mit De-
chung, Wasserstandsmelder und Ähnli- menz“ erschienen. Sie enthalten weiterfüh-
ches, Beschriftung von Türen und Käs- rende und umfassende Informationen und
ten, Sicherung von Wertgegenständen. sind kostenlos bei connexia zu beziehen.
• Große Uhren, automatische Wecker und
gute Beleuchtung helfen bei der zeitli- Kontakt | Projektmanagement der
chen und räumlichen Orientierung. Aktion Demenz
• Lassen Sie Ihren Angehörigen am Leben connexia – Gesellschaft für Gesundheit
teilhaben und vertrauen Sie ihm leichte und Pflege, T 05574 48787-0
Tätigkeiten an. Das stärkt das Selbst- E info@aktion-demenz.at
wertgefühl. www.aktion-demenz.at
15„I bi 88 und es ka jeda Tag
epas si!“ – Und wie recht er hatte!
Unser Papa war für sein Alter bis drei Tage dem Betreuungspool Vorarlberg und dem
vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus Krankenpflegeverein zu intensivieren.
gesund und sehr mobil. Am 28. August Auch mit Papa konnten wir Gespräche
2011 änderte sich dies schlagartig. Nach über unsere Kontakte, Informationen und
einer komplizierten Operation war Papa in Vorbereitungen führen. Es war uns wichtig,
einem äußerst kritischen Zustand auf der ihn über all unsere Schritte zu informieren
Intensivstation im Tiefschlaf. und in alle Entscheidungen mit einzubin-
den. Als klar wurde, dass eine Nachsorge
von 12 Tagen im Sanatorium Mehrerau
möglich sein würde, stand für uns sein
Entlassungstermin fest.
Jetzt machten sich unsere Vorbereitungen
bezahlt, denn wir mussten nur noch alles
abrufen: beim Betreuungspool die Betreue-
rin, beim Krankenpflegeverein das Pflege-
bett bestellen und zustellen lassen, Heilbe-
helfe usw. besorgen und den ersten Termin
für den Besuch der Krankenschwester ver-
einbaren. Zwei Tage vor dem Entlassungs-
termin reiste unsere Betreuerin Eva an und
wir hatten noch Zeit, mit ihr alle Formalitä-
ten – wie Meldeamt und Anmeldung bei der
Eine weitere Notoperation und Komplika- Bezirkshauptmannschaft - zu erledigen. So-
Sieglinde tionen verbesserten sein Befinden in keiner gar ein Besuch im Sanatorium war möglich
und Dietmar Weise. Für uns Angehörige war rasch klar, und diente dem gegenseitigen Kennenlernen
Schütz dass unser Papa, sollte er wieder gesund von Papa und Betreuerin.
werden, was wir natürlich alle hofften, nicht
mehr ohne Betreuung alleine in seinem So konnte Papa am 2. November 2011 in
Haushalt leben könnte. Wir holten uns be- ein wohl vorbereitetes Zuhause entlassen
reits zu diesem Zeitpunkt bei Verwandten, werden. Seine Freude war unübersehbar,
Bekannten und bei Frau King Informationen weil dies durch eine gute Organisation und
über eine 24 Stunden Betreuung. Auch ein Vorbereitung in einer angenehmen Atmo-
Gespräch mit Sr. Sonja vom Krankenpflege- sphäre ohne jeglichen Stress möglich war.
verein half uns sehr weiter bezüglich Pflege- Aus der Nachbetrachtung heraus sagen wir:
bett, Heilbehelfe, Gehbock usw. Mit unserem All jenen, die in einer ähnlichen Familien-
Papa hatten wir bereits in gesunden Tagen situation sind, raten wir, sich frühzeitig mit
über die Möglichkeit einer 24 Stunden Be- den Angehörigen zu besprechen und sich
treuung im Krankheitsfall gesprochen und er auch ohne aktuellen Anlass umfassend bei
hatte damals sein Einverständnis signalisiert. den entsprechenden Institutionen zu in-
formieren. Denn wenn zur Sorge um den
Nach vier Wochen Intensivstation konnte Angehörigen auch noch Stress kommt, ist
Papa auf die Normalstation verlegt werden. es für alle Beteiligten schwierig, Ruhe und
Jetzt begannen wir unsere Vorkontakte mit Übersicht zu bewahren.
16Fitness im Kopf
Übungshandbuch
Das Übungshandbuch von Mag. DDr. Bestellung
Adelheid Gassner-Briem beinhaltet Sie erhalten das Übungshandbuch
Wochenprogramme und Themen für „Fitness im Kopf“ bei der Aktion
das ganze Jahr. Die Teilnahme an Demenz, connexia – Gesellschaft
einer speziellen, regionalen Trainings- für Gesundheit und Pflege
gruppe mit einer Gruppenleiterin T 05574 48787-0
kann es nicht ersetzen. Es soll jedoch info@aktion-demenz.at
für alle, die an einer Trainingsgruppe www.aktion-demenz.at
nicht teilnehmen können oder wol-
len, ein Übungsleitfaden für zu Hause
sein. Weiters kann es auch von allen, Kosten
die bereits an Trainingsgruppen teil- • 6 Euro für Selbstabholer
nehmen, zusätzlich zu Hause benutzt • 10 Euro bei Versand im Inland
werden. • 20 Euro bei Versand ins Ausland
Zwei Rechenbeispiele aus dem
Übungshandbuch
Unterstreichen Sie in den folgenden Ta- Sie gehen in ein Geschäft und kau-
bellen die Ziffern 12, 9, 7 und zählen Sie fen 4 Meter Stoff. Ein Meter kostet
die jeweilige Summe der unterstrichenen 15,50 Euro. Wie viel müssen Sie
Zahlen zusammen. bezahlen?
Summe
Sie kaufen zusätzlich noch Socken.
4 Paar Socken kosten 22 Euro.
12 9 7 9 5
Sie kaufen aber nur ein Paar. Wie
viel kostet das eine Paar Socken?
7 11 7 9 7
8 5 4 12 9
Ihre Begleiterin kauft Stoff für
9 9 12 7 12
25 Euro, Knöpfe für 6,50 Euro
und Nähseide für 7,50 Euro.
9 7 9 12 12
Wie viel muss sie bezahlen?
1 6 12 7 9
Gesamtsumme
17Selbsthilfegruppe –
„Angst, Panik, Depression“
Montag, 17.30 Uhr – Maria* kommt schon vor der Angst, so blöd das auch klingen
im Eilschritt, holt Gläser und Wasser- mag. Seit sie regelmäßig zur Gruppenstun-
karaffen, die sie auf den Tischen verteilt. de kommt und dort erfahren hat, dass sie
Langsam kommen die übrigen Gruppen- nicht allein ist mit diesem Problem, geht es
teilnehmerinnen und -teilnehmer. ihr um einiges besser.
Zu Beginn ist die Blitzlichtrunde angesagt. Die meisten Teilnehmer der Selbsthilfe-
Jeder hat die Möglichkeit, kurz und bündig gruppe nehmen keine oder nur fallweise
mitzuteilen, wie es ihm geht. Hatte er oder Medikamente, weil sie deren mögliche
sie Stress bei der Arbeit oder im privaten Nebenwirkungen fürchten – z.B. Gewichts-
Bereich? Musste er oder sie sich bei der zunahme, Abhängigkeit, Übelkeit. Einige
Herfahrt zur Gruppenstunde ärgern? Es von ihnen haben einen langen Leidensweg
gibt viele Dinge, die man erst einmal los hinter sich, auch Erfahrung mit Kranken-
werden möchte - auch freudige Erlebnisse hausaufenthalten, die meist nicht so lustig
oder Ereignisse. waren. Durch ihre Erkrankung verlieren
manche die Arbeitsstelle und bald kommt
All diese Dinge muss man erst einmal auch eine Depression dazu. Man befindet
„aussprechen/mitteilen“, um in der Grup- sich dann in einer Spirale, aus der man
pe anzukommen – um sich dann auf den selbst kaum mehr herauskommt.
Hauptkern der Gruppenstunde zu kon-
zentrieren – Diskussion, zuhören, sich Hier in der Selbsthilfegruppe kann jeder
mitteilen etc. und jede über diese Erfahrungen sprechen,
hört, dass es anderen auch so ergangen ist.
Beispielsweise ist Egon die letzten beiden Auch, dass sie Wege gefunden haben, mit
Male nicht zur Gruppenstunde gekommen, diesen Angst- und Panikattacken umzu-
weil es ihm schlecht ging. Er war nicht gehen, diese Situationen anzunehmen, als
fähig, aus dem Haus zu gehen. einen Teil ihrer selbst zu sehen.
Monika findet in ihrem Bekannten- und Kurt zum Beispiel singt seine Angst ein-
Freundeskreis kein Verständnis für ihre fach weg, wenn er spürt, dass sie kommt,
Angstzustände – jedoch immer wieder die diese Attacke, die einem das Gefühl geben
„aufmunternden“ Worte: „nimm dich doch kann: Nun sterbe ich gleich und dann ist
endlich zusammen“. Sie kann den Satz es aus. Das ist Todesangst! Allein die Frage
nicht mehr hören. Darum kommt sie in die in der Runde: „Wie geht es dir heute?“, tut
Gruppenstunde, weil hier Menschen sitzen, „sooo“ gut.
die verstehen, wie intensiv sie leidet.
Ab und zu kommt auch ein neues Mitglied
Susanne, gut 40 Jahre alt, Mutter und Ehe- in die Runde. Die Person hat von dieser
frau, traute sich einige Jahre lang gar nicht Gruppe gehört, setzt viel Hoffnung auf die-
mehr aus dem Haus. Sie wusste nicht, wa- se Gruppe, hofft auf Hilfe und Verständnis.
rum sie diese Angst- und Panikattacken Spätestens nach dem 2. oder 3. Besuch der
hatte. Sie hatte aber auf jeden Fall Angst Selbsthilfegruppe merkt sie dann, dass sie
18selbst gefordert ist, an sich etwas zu än- Zu unseren Gruppenstunden, die jeweils am
dern, sich auf etwas Neues einzulassen, zu- 1. und 3. Montag im Monat um 17.30 Uhr
mindest zu lernen, mit dem Thema „Angst, im Sozialzentrum Mariahilf, Haus II (neben
Panik oder Depression“ umzugehen. dem Lebensraum Bregenz) stattfinden, kom-
men meist 10 Personen. Die jüngste Teil-
Wir sind eine Selbsthilfegruppe für Men- nehmerin ist 30 Jahre, der älteste 71 Jahre
schen, für die Angst, Panik oder Depres- alt. Ansprechen möchten wir Menschen, die
sion zum Problem geworden ist. Deshalb von einer Angstkrankheit betroffen sind,
wollen wir uns durch Selbsthilfe gegensei- unter ihrer Krankheit leiden und bereit sind,
tig unterstützen und lernen, unsere Angst, selbst aktiv zu werden, um gemeinsam mit
Panik oder Depression zu verstehen, um sie anderen Betroffenen daran zu arbeiten.
zu bewältigen. Darüber hinaus verstehen wir uns auch
als neuen Bezugspunkt für Menschen, die
*Alle Namen sind von der Redaktion geändert worden. sich aufgrund ihrer Angstkrankheit in
die Isolation geflüchtet haben – und jetzt
versuchen wollen, diesen Teufelskreis zu
durchbrechen.
Angst
Unsere Selbsthilfegruppe bietet
Wenn Angst • regelmäßige Treffen, Christine
• Fachvorträge zu gewünschten Themen, Oberforcher,
uns anfängt zu beherrschen
• Ausflüge, Wanderungen, Lebensraum
dann müssen wir sie bekämpfen
• Öffentlichkeitsarbeit, Bewusstseinsbildung, Bregenz
um ihr eines Tages die Hand zu geben • u.v.m.
und wieder einen gemeinsamen
Weg zu gehen. Wir freuen uns, wenn neue Mitglieder sich
für unsere Selbsthilfegruppe interessieren.
Wir bitten allerdings, sich beim Lebens-
Die Angst als Partner an meiner Seite, raum Bregenz (T 05574 52700) anzumel-
nicht aber als führendes Element den, damit wir Sie bei einem Vorgespräch
meines Daseins, ist hilfreich. kennenlernen können.
Selbsthilfegruppe Angst, Panik,
Über dem ängstlichen Gedanken, Depression für Betroffene
was etwa morgen uns zustoßen könnte, Mit Angst, Panik, Depression leben lernen
verlieren wir das Heute, Treffen: 1. und 3. Montag im Monat,
die Gegenwart und damit 17.30 Uhr, Sozialzentrum Mariahilf,
Haus II, Clemens-Holzmeister-Gasse 2,
die Wirklichkeit.
6900 Bregenz
Kontakt: Lebensraum Bregenz
Hermann Hesse T 05574 52700
19Ein Fest für betreuende und
pflegende Angehörige
Die im Jahr 2011 gegründete Interes- in Harmonie und Gleichgewicht zu brin-
sensvertretung für pflegende und be- gen. Gudrun Wegeler lud die Anwesen-
treuende Angehörige lud am 10. März den ein, mit Übungen des Qi Gongs ihre
2012 zum „Wohlfühlfest“ in die Töbele- Lebensenergie zu aktivieren. Die Tanz-
halle in Götzis ein. Diese Veranstaltung einlage der „Flying Horses Line-dancers“,
bot den Besuchern die Möglichkeit, sich die musikalische Begleitung und das
über ihre Anliegen und Erfahrungen reichhaltige Buffet rundeten die Veran-
Helga Fürst auszutauschen. staltung ab.
Speziell thematisiert wurden Die Interessensvertretung setzt sich aus
• die Wichtigkeit regionaler Treffen, bei Betroffenen zusammen, die sich gemein-
denen sich die Betroffenen austau- sam für ihre Bedürfnisse und Anliegen
schen, Informationen erhalten, Ideen stark machen. Sie tritt für mehr Wert-
und Vorschläge einbringen können; schätzung und Mitbestimmung für pfle-
• eine individuelle, psychologische Bera- gende und betreuende Angehörige ein
tung bei der Diagnose „Demenz“; und versteht sich als Sprachrohr gegen-
• die Problematik, wenn pflegende An- über Politik und Systempartnern und will
gehörige selbst erkranken; so eine Verbesserung der Lebenssituation
• Tagesbetreuung: eine Trennung von pflegender Angehöriger bewirken.
demenziell Erkrankten und geistig wa-
chen Personen wäre wünschenswert. Interessensvertretung für pflegende
und betreuende Angehörige
Im Rahmenprogramm wurden verschie- Rita Fontanari (Obfrau)
dene Entspannungstechniken vorgestellt: Kontakt: Elfi Wohlgenannt
Martina Gächter brachte den Besuchern die M 0664 5106392
Kunst des Jin Shin Jyutsu (= „Strömen“) von 18 bis 20 Uhr
näher – eine Möglichkeit, den Körper E wohlgenannt.elfi@a1.net
20Lebenshilfe Vorarlberg
bietet kostenlose Beratung
Die Lebenshilfe Vorarlberg unterstützt und familiären Konflikten an. Psychoso-
und begleitet Menschen mit Behinde- ziale Beratung für pflegende Angehörige
rungen im ganzen Land. Neben den von Menschen mit Behinderungen wird
Kernbereichen Arbeiten, Wohnen und ebenfalls angeboten. Die Initiative muss
Ausbilden bietet die Lebenshilfe noch dabei nicht unbedingt von Menschen mit
weitere Dienstleistungen an – so auch Behinderungen selber kommen.
eine kostenlose Beratung für Menschen
mit Behinderungen sowie deren Ange- Es ist mir ein großes Anliegen, dass mich Mag. (FH)
hörige. auch Betreuerinnen und Betreuer oder Marcella Dreier,
andere Personen bei Bedarf zu Rate zie- Sozialarbeiterin
Das Beratungsangebot richtet sich an hen, falls sie der Meinung sind, dass ein
Personen, die eine Frage oder Unsicher- Mensch mit Behinderungen Beratung be-
heit zum bzw. rund um das Thema Be- nötigen könnte. Die Gespräche finden in
hinderung haben. Das können Personen der Landesgeschäftsstelle der Lebenshilfe
mit Behinderungen, Personen aus deren Vorarlberg statt, im Einzelfall auch zu
sozialem Umfeld aber auch Mitarbeite- Hause, im Wohnhaus oder am Arbeitsplatz.
rinnen und Mitarbeiter sein. Gemeinsam Die Beratung erfolgt streng vertraulich und
werden Möglichkeiten gesucht, die sich ist kostenlos.
an der Lebensqualität des jeweiligen
Menschen orientieren und gleichzeitig Kontakt und Information
die Chancen auf ein größtmögliches Maß Mag. (FH) Marcella Dreier,
an Selbstständigkeit eröffnen. Sozialarbeiterin
Mobile Dienste / Beratungsstelle
Vertraulich und kostenlos Gartenstraße 2, 6840 Götzis
Die Beratung bietet Unterstützung und In- M 0664 88712056
formation bei rechtlichen und finanziellen E marcella.dreier@lhv.or.at
Belangen, aber auch bei Erziehungsfragen www.lebenshilfe-vorarlberg.at
21Oh, what a wonderful world!
Oh, was für eine wundervolle Welt, sang Wer einmal so einen sterbenden Wald mit
und singt auch heute noch (von Tonträ- eigenen Augen gesehen hat, wird diesen
gern) „Satchmo“ Louis Armstrong mit traurigen und tragischen Anblick nie mehr
seiner unverkennbaren und unverwech- vergessen. Und wo, bitte sehr, gibt es auf
selbaren Stimme und lässt vor den inne- unserer Welt noch einen Ort, an dem man
ren Augen und Ohren seines Publikums völlig ruhig und ohne Bedrohungen leben
eine Welt erstehen, die es nicht bzw. nicht kann? Schreckliche Tsunamis reißen in Se-
mehr gibt. Der Text zu der leicht ins Ohr kundenschnelle Ortschaften, Urlauberresorts
gehenden, einschmeichelnden Melodie und Tausende Menschen mit sich fort und
stammt von einer Dame namens Eva Cas- hinterlassen Chaos, unvorstellbares Leid
sidy, er ist eher einfach gestrickt – keine und Tod. Erdbeben erschüttern ganze Re-
große Lyrik – und drückt aus, was wir gionen und nehmen den Menschen alles,
uns alle sehnsuchtsvoll im Innersten wün- was sie besaßen, sich hart erarbeitet und an
schen: eine friedliche, wunderschöne und dem sie sich erfreut hatten: Besitz in jeg-
durch nichts Dunkles bedrohte Welt. licher Form und – vor allem – das Leben.
Die Verschmutzung der Meere mit allen
Eva Koll- Rote Rosen blühen für dich und mich, die schrecklichen Konsequenzen (Fisch- und
mann, Bäume sind so grün, die Farben des Regen- Vogelsterben) belastet auf Jahrzehnte die
AHS Lehrerin bogens leuchten am Himmel, und freund- Umwelt und raubt vielen Menschen ihre
i.R. liche Menschen haben nichts anderes im Existenzgrundlage. Eine wundervolle Welt,
Sinn, als einander ihre Liebe zu zeigen und in der überdimensionale Regengüsse, Win-
zu beweisen. Babys weinen, aber nicht, weil terstürme und immer häufiger auftretende
es ihnen schlecht geht, sondern weil sie Hurricans die Menschen in vielen Teilen
eben hie und da weinen; vor ihnen liegt ei- der Erde nicht mehr ruhig schlafen lassen?
ne Welt voller Möglichkeiten und Chancen. Viele dieser Katastrophen scheinen höhere
Oh, was für eine wundervolle Welt! Wenn Gewalt zu sein – aber sie kommen nicht
es diese Welt jemals gab (im Paradies?), so von ungefähr. Wir Menschen bekommen
gibt es sie längst nicht mehr oder vielleicht jetzt die Rechnung für das präsentiert, was
nur in den hintersten Winkeln unserer Erde. wir jahrzehntelang unserer geduldigen Mut-
Rosen blühen noch, aber mit den Bäumen ter Erde angetan haben – aus Unvernunft,
ist es so eine Sache: Die Umweltverschmut- Macht- und Geldgier und absoluter Rück-
zung hat unseren Wäldern arg zugesetzt. sichtslosigkeit.Das Allerschrecklichste aber ist, dass aus
den Fehlern und Schrecknissen der Vergan-
genheit nichts, aber auch gar nichts gelernt
Schon an der Größe eines Augen-
wurde. Alle Konferenzen in Sachen Klima-
wandel und Umweltschutz sind mehr oder blicks lässt sich die Größe eines
minder „für die Katz´“; man hält Reden, ver-
Lebens ermessen: die Höhe einer
fasst Resolutionen, an die sich niemand hält,
und fährt luftverschmutzend nach Hause im Bergkette wird ja auch nicht nach
Bewusstsein, etwas für die Welt getan zu
haben. Oh, was für eine wundervolle und der Höhe irgendeiner Talsohle an-
friedliche Welt! Friedlich, wundervoll? Täg-
gegeben, sondern ausschließlich
lich sind unzählige, meist unschuldige Op-
fer, vor allem Kinder, durch Attentate und nach der Höhe des höchsten Berg-
Kriegshandlungen zu beklagen. Babys wei-
nen, weil sie hungern (oft können sie es aus gipfels. So entscheiden auch im
Schwäche nicht mehr), frieren, einsam und Leben über dessen Sinnhaftigkeit
verlassen sind. Millionen Menschen irren auf
der Welt umher, ohne Perspektiven, Hoff- die Gipfelpunkte, und ein einziger
nung und Zukunft – einfach ohne alles.
Augenblick kann rückwirkend dem
Wer trägt die Verantwortung für all die ganzen Leben Sinn geben.
Gräuel, Grausamkeiten und Ungerechtigkei-
ten? Wir werden keine Antwort bekommen.
Ist es da ein Wunder, wenn viele Menschen Viktor E. Frankl
in Hoffnungslosigkeit, Depression und Le-
bensangst versinken? Wundervolle, schöne,
ideale Welt – ja, aber nicht hier, sondern
irgendwo, wo die Menschen einander wirk-
lich lieben und respektieren, wo die Rosen
für dich und mich blühen und wo der Re- Vorschau
genbogen des Friedens eine wundervolle Lebensfroh altern
Welt überspannt.
Medieninhaber
Impressum
Medieninhaber und Herausgeber connexia – Gesellschaft für Gesundheit
und Pflege gem. GmbH, Bildungshaus Batschuns, mit Unterstützung der
Vbg. Landesregierung Redaktionsteam Maria Lackner, Claudia Längle und
Susanne Luisi-Schmid, MPH, connexia – Gesundheit und Pflege; Angelika
Pfitscher, Bildungshaus Batschuns; Mag. Erich Gruber, Amt der Vbg. Landes-
regierung. Redaktionsadresse connexia – Gesellschaft für Gesundheit und
Pflege gem. GmbH, A 6900 Bregenz, Broßwaldeng. 8, T +43 5574 48787-0,
andrea.kratzer@connexia.at Für den Inhalt verantwortlich Die Herausgeber
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