Universitäts- und Landesbibliothek Tirol - Innsbrucker Nachrichten. 1854-1945 1916
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Donnerstag Äcr. 345 27 . Zuli itfiö
Wochenkalender : Montag 24 . Christin «. Dienstag 25. Jakob Ap. Mittwoch 26 . Anna . Donnerstag 27. Pantaleon . Freitag 28 . Viktor P . Samstag 29 . Martha I.
Sonntag 30 . Abdon u . Sennen.
Ansere türkischen Bundesgenoffen an unserer Seite in der Abwehr der ruffischen Offen«
five. — Die Schlacht in Wolhynien. — Die englische Gewaltpolitik gegen Holland.
ner Gänze zu überschaueil ist und auf dem die seit fast sechs Monaten die große Schlacht, die
Am Ende des zweiten Zufälligkeiten in den Stößen und Gegenstößen die französischen Heere langsam, aber mit un¬
Kriegsjahres. wenig und nichts bedeuten. Bor einem J !ahre aufhaltsamer Kraft zermürbt. England, das vor
standen die verbündeten Heere im Osten vor dem Skagerak den Glorienschein feiner Soeherr-
Dieser Krieg ist heute am Tilde des zweiten Jah¬ Jwangorvd und Warschau, die scholl in der Reich¬ schaft versinken sah, hat vor den Dardanellerr
res seinelll Höhepunkt nahe. Die Kräfte, die ihn weite unserer Geschütze warm . Gegen das lange und in Mesopotamien die schweren Niederlagen
treiben und die sich noch immer mit alten Mitteln Sperrnetz der russischen Festungen ging der Sie¬ erlitten, denen dann noch die schwerste im eige¬
ngegen die Erkenntnis stemmen, daß die Möglich¬ geszug der ösherveichtsch ^-ungarischen und deutschen nen Lande folgte: der durch die Not der Zeit
keit eines völligen Umschwunges der Lage zu ihren Truppen . Ostrvlenka, Lvmsha, Ossowiecz , Grodllo erzwungene Bruch der Jahrhunderte alten Tra¬
!Gunsten 'längst vorbei ist, — diese Kräfte werden und Kvwuo lagen damals knapp vor unserer dition des britischen Reiches und die Einführung
jftdj nicht mehr um Vieles steigern können. Der Front . Lublin, das seither der Sitz unseres Mi- der allgemeinen Wehrpflicht. Dasselbe England,
^ungeheure Sturm , der jetzt gleichzeitig au allen litärgüuvernelnents in Russisch-Polen ist, wurde das bisher nur gewohnt war, seine bezahlten
•Fronten auf rmls eillwirkt, ist der letzte Versuch un¬ genau vor einem Jahre besetzt . D,ie Macht des Söldner aus aller Heroen Länder fii? sich in
serer Gegner, zurückjugewiunen/ was ihnen in .Zarenreiches,brach, ualer den.H^ntm-erschlägen der den Kampf zu schicken , muß heute seine Schlach¬
den zwei Kriegsjahren verloren gegangen ist. Die Unsrigen zusamnlen, um erst' zehn Monate spä¬ ten, selber schlagen und bei den Niederlagen, die
iWogen des Massenangriffes können vielleicht noch ter wieder sich Au der äußersten Kraftanstrengullg es erleidet, fließt jetzt sein eigenes Mut,
höher schlagen. Aber sie werden dann in umso kür¬ aufrafseu zu können. Im Süden tobte vor einem Aber größer vielleicht als all diese Siege, die
zerer Zeit verbrandeil müssen, und dieser Riesen- Jahre die zweite große Jsonzo-Schlacht , in der
die Italiener hunderttau send Mann nutzlos hür- die Mittelmächte im zweiten Kriegsjahre auf der
flut wird die Ebbe folgen, die zu der klaren Ein¬ blutigen Walstatt erfochten haben, ist die Bedeu¬
sicht zwingt: Daß sich die Entscheidungen dieser opferten, um einen D-urchbruch> unserer Stellutv- tung des politischen Sieges , der sich au die
vieruildztoanzig Kampsnlonate nicht mehr uinsto¬ lungeu zll erzwillgeu. Unerschüttert und uner¬
schütterlich blieben unsere Trupperl, und der An¬ Erfolge ihrer Waffen knüpfte: Die Aenderung des
ßen lassen. Die Schlachten, die der Bund unserer Kriegszieles bei unseren Gegnern und das Auf¬
Feinde verloren hat, die Menschen ohne Zahl sturm des Verräters scheiterte an ihrem unver¬ geben ihrer ursprünglichen Pläne . Heute wird
mit» die vielen hunderttausend Quadratkilometer gleichlichen Heldenmut. An der Tjvnau und
in Petersburg niemand mehr ernstlich an einen
Boden, — diese Verluste können nicht mehr wett¬ Save bereitete sich vor einem Jahr die Vergel¬ Einzug irr Konstantinopel denken und niemand
gemacht werden, so wie man Vergangenes nicht tung für bell Mord von Sarajewo vor. Damals mehr den Glauben haben, die Kosakenhorden könn¬
mehr ungeschehen machen kann. Die Erschütterun¬ waren wir noch zur Verteidigung gezwungen, ten über Ungarn nrrd Wien der Hauptstadt des
gen, die noch! kommen können, werden nur ver¬ und wir lnußten uns mit dem bloßen Grenzschutz Deutschen Reiches sich nähern. Die italienische
schwindend gering sein gegenüber jenen, die schon begnügen gegen jenen Feind, der uns als erster Hoffnung auf einen Siegeszug drrrch die „ er¬
heute hinter uns liegen. Die Eroberung dieses oder in dem Bund unserer Gegner den Fehdehand¬ lösten" Gebiete ist verbraucht. Keirr einsichtiger
jenes Schützengrabens, das Verschieben unserer schuh hingeworfen hatte. Und im Westen schlie߬ Diplomat in Frankreich wird jetzt noch die Rück¬
Frontlinie um ein paar Kilometer, all diese Ver¬ lich war am ersten Jahrestage des Weltkrieges eroberung vorr Elsaß-Lothringen als Krieg sziel
änderungen, die der Tag bringt und der nächste die große Menipau.se, die Frankreich auf lange ausstellen können, da reichlich ein Siebentel des
wieder nimmt, werden die überwältigende Größe Zeit hinaus militärisch lahm legte., eigenen Landes von der Herrschaft der Eroberer
der verflossenenEreignisse nicht mehr erreichen. In diesem zweiten Kriegsjahr haben die Mit¬ nicht zu befreien ist. Und die Zertrümmerung
Das Letzte Aufbäumeir aller Kräfte, das jetzt am telmächte ungeheure Leistungen vollbracht. Die Oesterreich- Ungarns und Deutschlands, dieser
Ende des zweiten Kriegsjahres kommt und das Front iln Osten ist durch den Sperrgürtel der Einfall eines Wahnsinnigen, wird von den eng¬
!vielleicht schon im Gange ist, wird die letzte Ent¬ russischen Festungen hindurch bis über Brest lischen Staatsmännern längst nicht mehr als die
scheidung bringen. Aber diese Entscheidung wird Litowsk hinaus vorgeschoben worden und zwischen
Aufgabe dieses Krieges bezeichnet.
im wesentlichen jener aleichsehen , die schon gefal¬ Riga und der rumänischenGrenze wurde in einer
len ist. fast geraden Linie die Mauer unserer Verteidi¬ Auch dieses Berschrumpfen und Znsammen-
gung ausgebaut. Italien hat im Angriff sowohl brechen der Kriegsziele unserer Gegner kündet
wie in der Verteidigung die schweren Niederlagen anr Ende des zweiten Kriegsjahres Höhepunkt
erlitten, die ihm alles Ansehen als militärischer und Abschluß des großen Ringerls an. Noch ein¬
Machtfaktor kosteten und die ihn für imnler aus mal geht der ungeheure Sturm gegen unsevsz
der Reihe der ernst 'zu nehmenden und vollwer¬ Fronten, noch einmal tobt alle Kraft, die der,
tigen Gegner ausschalten. Es hat zur gleich,m Feind aus sich heraushvlen kann, gegen unsere
Zeit Tripolis und die Adria verloren und seinen Heere. Man will nicht mehr erobern, man will!,
Verrat mit ungeheuren"Opfern bezahlt, ohne 'für nur Verlorenes zurückgewinnsn. Tie "große Ent¬
diesm Preis auch nur den winzigsten Gewinn scheidung, wer in diesem schwersten Ringen der-
nehmen zu können. Im zweiten Kriegsjahr ist Geschichte der stärkere ist, ist nicht mehr rmiM,
uns auf dem Balkan ein neuer Bund es ge noss stoßen. Sie ist schon gesallkn und sie läßt sich
geworden, und gemeinsam mit ihm wurden Ser¬ nicht mehr korrigieren, ' WM unsere Gegner "heubs
bien und Montenegro vernichtet, die heute von unter den Entscheidungen verstehen, öie sie »M
der Landkarte iGuropas vöMg verschwunden find, diesem gleichzeitigen Anrennen MM rmsertz-
Tiie große Offensive, die Frankreich im Raum von Stellungen herbeizusühren suchen , M nW Ach»
Verdun geplant hatte, wurde durch den deut¬ das Gleiche wie vor zwei MhrM«
Und dieses Bewußtsein hebt uns auf einen schien Angriff M dies« Festung jm Ktzirn zerr-
Mp sei, voll dem der Fluß der Ereignisse in sei¬ stört, und an beiöen Seiten der Maas geht jetztSeite 2. Nr. 345. ^rmKvruaer Nachrichten Monnerstag, den 27. Juli 1916.
Frledensmöglichkeit nach den in die Welt gesetzte„Einheitlichkeit der Front" worden. Und doch hat man sie sozusagen nUr
hergestellt werden konnte. Unsere Einheit lag von symbolisch Herstellen können. England ist ja um
EntscherdungsschlachLen. allein Anfan-ae an klar zutage. Oesterreichisch -un- endlich mit größeren Kräften in den KamU
garische Geschütze haben die belgischen und fran¬ an der Seite Frankreichs eingetreten, wenn auch
Ein Schwei er Urteil. zösischen Festungen niederringen helfen und vor noch keineswegs zur Zufriedenheit seiner Bluw-
W. Zürich , 26. Juli . Die „Neuen Zürcher den Dardanellen an der Niederlage der Englän¬ desgenossen. Aber die russische Armee ist dort
Nachrichten" veröffentlichen eine Darstellung der n^d Franzosen mitgewirkt. Deutsche Truppen uur durch eine Abordnung vertreten und die
über die gegenwärtigen Entscheidungsschlachtenstanden uns in den Karpathenkämpsen zur Seite Italiener beschränken sich noch immer auf ihren
im Osten und Westen und die Aussich tensür und erzwange gemeinsam mit uns den Durchbruch Grenzkampf. Wenn die Türkei sich jetzt an den
einen F r i e d e n n a ch A b s chl u ß dieser am Dujanec. Oesterreichisch -ungarische, deutsche galizischen Kämpfen beteiligt, so ist das mili¬
gigantischen K a m P sh a n d l u n g e n und bulgarische Heere warfen Serbien zu Boden tärisch und politisch begründet. 'Denn, wo sie
und sagen: Die Lage hat sich für den Vierbund und drangen bis an die griechische Grenze vor, selber in ihren eigenen Grenzgebieten operier^
nach einiger sorgenschwerer Zeit wieder aufzuhel¬ wo sie heute vor Saloniki treue Grenzwacht hal¬ evrmag sie nach Lage der Dinge, namentlich mit
len begonnen. Im Osten liegen zwar noch immer ten. Unsere„ Einheitlichkeit der Front " hätte nicht Rücksicht auf die beschränkten Verkehrswege, nur
dunkle Wolken über dem wolhynisch-bukowinisch erst dieses neuert Beweises bedurft. Wenn er mit verhältnismäßig gerinnen Kräften auszu-
galizischen Eck, russische Stresiplänkler sind in den nun doch erfolgt, so wird er den Gegnern mit aller treten.
Bukowinaer Karpathen bis an einzelne Höhen¬ Deutlichkeitunsere ungebrochene Kraft vor Augen r r
übergänge herangerückt, immerhin ist aber nach führen und unseren sesten und starken Willen zum
nwnschlicher Berechnung hier die Situation für Sieg.
die Verbündeten in einem g ü n ft igen U m- Das Auftreten türkischer Truppen an der gali¬
schlage. zischen Front ist das glänzendste Unguis für die kommt, daß Rußland mit einer Offensive gerade
Eine günstige Wendung im Osten ist aber militärischeKraft des Osmanenrerches. Nachdem in Galizien den politischen Zweck verfolgt, das
diesmal auch in politischer Hinsicht sehr bedeu¬ unsere treuen türkischen Verbündeten die Eng¬ schwankende Rumänien auf die Seite
tungsvoll und darum besonders zu begrüßen. Im länder und Franzosen von Gallipoli vertrieben des Vierverbandes zu ziehen. Das ist in der rus¬
Westen ist der Beweis nahezu erbracht, daß es haben, haben sie mit großem Erfolg die englischen sischen Presse ganz offen ausgesprochen worden.
ein vergebliches Bemühen der Engländer unb Vorstöße aus Bagdad abgewehrt und sind jetzt Man weiß, wie die russenfreundliche Bewegung
Franzosen ist, die Deutschen ans Nordfrankreich auch gegen die Russen in Persien vorgerückt, um in Rumänien alles aufgeboten hat, diese Hchsi
oder aus Belgien mit Waffengewalt vertreiben zu dem Lande gegen die englischen und russischen nungen zu erfüllen. Durch das Entgegenkommen
wollen. Dieses Ziel wird der Vierverband nur Aussaugungsversuche zu Hilfe zu körn men und Rußlands in der Munitionssrage sind die Erwar¬
erreichen, wenn er die vom Reichskanzler ge¬ seine mohammedanischeBevölkerung zum Wider¬ tungen. der kriegs- und russenfreundlichen. Kreise
nannten deutschen F r i e d e n s v o r s chl ä g e stand zu ermutigen. Sie versperren in schweren, in Rumänien aufs Höchste gestiegen. Man benft
aus Grund der Kriegskarte würdigt. harter: Gebngskämpfen den über den Kaukasus sich den Gang der Dinge so, daß zunächst die
Sobald der jetzige Feuerorkan im Osten und in starker Uebermacht vordringenden russischen längst erwartete Offensive von Saloniki aus ein¬
Westen ausgetobt hat, und zwar, wie jetzt fast Master: den ersehnten Weg nach Konstantinopel, setzt, um die Bulgaren zu fesseln, daß gleichzeitig
gewiß ist, ohne jeden durchschlagenden Erfolg für operieren glücklich im Suezkanal und sind gleich¬ ein russisches Heer von 166.066 bis 200.000
die Entente, der er nicht viel mehr als grauen- zeitig dabei, den mit englischem Golde angezettel¬ Mann durch die Dobrudscha gegen Bulgarien
hafteste Verluste an Menschenleben bringen wird, ten Aufstand im Hedschas niederzuschlagen . Trotz¬ zieht, so daß die Rumänen den Rücken freihaben,
dann wird die Lage eine ganz andere sein. Denn dem sind sie militärisch stark genug, an den um dann mit ihren eigenen Truppen in die ru¬
nach diesen Entscheidungsschlachtenwerden ge¬ Kämpfen gegen ihren Erbfeind, Rußland , in Ga¬ mänischen Gebiete Ungarns einzudringen. Die
wisse Mächte des Vierver band es am lizien und in der Bukowina teilzunehmen, ein verantwortlichen Männer in Bukarest kennen die
Z u s a m m en b r u ch steh e n. Dann könnte die unumstößlicher Beweis für die Lebenskraft der Schwierigkeiten, die diesen Plänen der russen-
Friedensfrage sich mit Aussicht auf Erfolg von den Ententemächten als morsch und innerlich sreundlichen Heißsporne entgegenstehen. Es ist
hervorwagen. In den letzten Wochen haben das zerfallen bezeichneten Türkei, mit der sie leicht vielleicht weniger die abhängige Lage Rumäniens
deutsche Volk und die Völker O esterreich- fertig zu werden glaubten und die ihnen so derbe nach einem Siege des Vierverbandes, die sie
Ungarns mit einer beispiellosen Kämst der Ent¬ Schläge erteilt hat. schreckt
, als vielmehr das Mißtrauen in diesen
sagung und der Disziplin ebenso Bewunderungs¬ Die eingangs erwähnte Meldung des Wolff- Sieg. Sie wollen erst noch die weitere Klärung
würdiges geleistet, als ihre unvergleichlichen Trup¬ büros besagt: der Kriegslage abwarten. Unter diesen Umstän¬
pen. Jetzt ist gutes Wetter eingetreten und damit Wie verlautet, ist in Kürze mit dein A u f t r e- den haben alle Glieder des Vierbundes das gleiche
der Aushungerungskrieg, auf dein die letzten Hoff¬ t e n t ü r ki s che r T r u p p e n i n d e n Kämp¬ Interesse , daß diese Klärung im Sinne der Mit¬
nungen der Enteilte und besonders Englands be¬ fe n g e g e n d i e R u s s e n zu rechnen. Diese telmächte erfolge. Vollends in der Türkei weiß
ruhen, zi'.schanden gemacht. Die Lage beginnt Tatsache ist ein neuer Beweis für die militärische man , daß von ihrem Siege der Bestand und die
sich für die Z en t r a Djt aaten und ihre Ver- Schlagfertigkeit der Türkei und die einheitlichei Unabhängigkeit auch der Türkei abhängt. Des¬
b ü n d e t e n gü n sti g z u klären. Kampffront der Mittelmächte. halb ist es ihr eigenstes Interesse , für das ihre
Sie Friedenskundgebungen am zwei In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter Truppen auch in der Bukowina und in Galizien
der „Bi. Z. am Mittag " erklärte der türkische fechten.
Len Jahrestag des Weltkrieges» Botschafter: Das Eingreifen türkischer Die „Neue Züricher Zeitung" bemerkt zu der
W. Bern , 26. Juli . Das Bureau der Neu- Truppen auf dem galizischen Kriegst Nachricht, daß in kürzester Zeit türkische Trup¬
tvcleit Konferenz in Stockholm teilt mit : Die sch au platze versteht sich, bei der auf po¬ pen in den Kampf gegen die Russen in Gali¬
von der Neutralen Konferenz! für den 1. August litische und strategische Interessengemeinschaftge¬ zien eintreten werden: Falls sich diese Meldung
angeregten Friedensdemoustrationen in, gründeten Genreinbürgschaft von selbst. Die! Ibewahrheitet, so beweist sie die unaeschwächte
den neutralen Ländern nehmen größeren Umfang. Türken werden nicht vergessen, was die Deutschen militärische Schlagkraft der Türkei, welche die
an. In Norwegen hat Bischof Fallize an alle zur Rettung Konstantirropels geleistet haben, und Nachrichten der Bierverbandblätter abzuschwächen
Priester ein Rundschreiben gerichtet, demzufolge sie sind stolz darauf, den Gedanken der einheit¬ versuchten. T !er Einheitlichkeit der Vierv-erband-
der 1. August den Charakter eines allgemeinen lichen Kampffront Seite an Seite mit den Sol¬ front, die sich in den gleichzeitigen gegenwär¬
Buß- und Bettages erhalten soll. In Schwe¬ daten der Mittelmächte mit ihrem Mute besie¬ tigen 'Angriffen ausdrückt, stellt sich! die Ein¬
den veranstalten die vereinigten Friedensorgani¬ geln zu können. Einer hil ft den : and ern, heitlichkeit der Front ans Seite der
sarionen genreinsani mit den Arbeitervereinen und wie sich das unter Blutsbrüdern von selbst er¬ Mittelmä ch.t e unerschüttert entgegen.
den religiösen Verbänden in allen Teilen des gibt. Unser Menschenmaterial ist nicht unerschöpf¬
Landes Volksversammlungen für einen Friedens- lich, aber wir haben kriegsgeübte Soldaten genug, Die SchlachL in Südwolhynien«
schluß. In Holland werden in allen größeren die eine Ehre dareinsetzen, neben den deutschen Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.
Städten Blumentage zu Gunsten Kriegsbeschädig¬und österreichisch -ungarischen Brüdern zu kämp¬ Vom Krieaspressequartier genehmigt.
ter veranstaltet. In England scheine sich be¬ fen. Das Gespräch wandte sich dann der Lage —, 26. Juli abends.
sonders die Heilsarmee der Friedenspropaganda auf den verschiedenen türkischen Fronten zu, die Wieder hat ein außerordentlich heftig durchs
am 1. August annehmen zu wollen. der Botschafter als durchaus g u t bezeichnete ., In
Tripolis hätten die Araber auf Grund des geführter Versuch der 'Armee S a cha r o w, die
Heiligen Krieges den Italienern eine entschei¬Front der Verbündeten an der nordgalizischen
Die Abwehr der russi¬ dende Niederlage bereitet. Geradezu glänzend sei Grenze zu sprengen und endlich den, den: rus¬
schen Offensive. die Lage in Persien. Der wundeste Punkt für sischen Volke bereits vor zwei Monaten ange¬
England sei Suez . Der Wegerang riss auf Suez kündigten, „V o r m a r s chn a chL em b er g" an¬
Eine offiziöse Meldung des Wolfs' scheu Bureaus habe bewiesen, daß die Türken Wache halten. zutreten, nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
berichtet heute, daß an der großen AbwehrschlachtMögen die Engländer mit Gold arbeiten. Der
au der russischen Front nunmehr auch türkische Kampf gegen England bedeutet für den ganzen Tie Russen vermochten zwar die im Raume des
Truppen teilnehmen werden. Die überragende Islam ein Ringen um Sein oder Nichtsein., Frontwinkels kämpfenden Kräfte etwas zurück-
Bedeutung dieser Tatsache drängt für den Augen¬ Mit welch starker Sympathie man in der reichs- zndrücken , aber im übrigen erwies sich die
blick die großen Ereignisse aus den Kriegs schau- dentschen Presse dieses Eingreifen der Türkei Front derart ela sti s , daß dem Gegner kein
pNtzen in den Hintergrund und sie beherrscht in Galizien begrüßt, — österreichische Presse¬ weiterer Vorteil aus seinen Massenangriffen er¬
den Beginn des dritten Kriegsjahres . Daß unsere stimmen liegen im Augenblicknicht vor — zeigt
Kriegshandlungen immer von einem einheitlichen eine Besprechung der „ Kreuzzeitung", in der wuchs.
Willen geführt wurden, haben unsere Gegner es heißt: Jetzt nimmt die Türkei an einer Nach den: er bei seinen letzten Stößen süd¬
laugst erkannt, und sie haben sich heute endlich dritten Stelle den Kampf gegen Rußland aus. westlich ! des Styr -Lipmviukels ebenfalls nicht
dazu aufrasfen können, auch ihrerseits eine ge¬ Es ist dies ein glänzendes Zeugnis für die durchzubrechen vermocht hatte, massierte Gene¬
wisse Einheitlichkeit in ihre Kriegführung zu brin- militärische Leistungsfähigkeit der Türkei, aber ral S a cha r o w seine Sturmscharen diesmal
fen
. Aber es hat bei ihren auseinanderstrebenden ihres
Niegszielen dazu erst die trüben Erfahrungen
auch für die Innigkeit
Bundes
und Festigkeit
mit den Mittelmächten. auch etwas südlicher im Raume von Radzi-
zweier Jahre und den starken Druck der öffentlichen Was ist bei unseren Gegnern über die Einheit wilow, wo schon im letzten Drittel des ver-
Meinung gebraucht, ehe diese mit so viel ReklameI der Front geschrieben , geredet und verhandelt 1igangenen Monats eine Reihe schwerer Anstürme
v.UrmsHrucksr Nachrichterr Nr. 345. Seite s.
Donnerstag, den 27. Juli 1916.
legenen Kräften ausgeführten Wurchsbruchversuch
verblutet waren. Die Vorbereitungen für den Politik . Sasonow ist wirklich, krank und befin¬ abgeschlagen haben, verdienen für die zähe Aus-
neuen Stoß , der gleichzeitig von Norden und det sich in einem Sanatorium . Diese Gelegen¬ dauer alle B ewUn d e r u n g.
heit hat man benützt, da man schon seit einiger
Osten erfolgte, wohl mit der Absicht- beiderseits Zeit es als zweckmäßig ansah, zwischen gewissen
des ,Frontknies durchzustoßen, um dann in brei¬ innerpolitischen Fragen und der auswärtigen
ter Front längs der Bahn über Brody gegen Politik eine engere Fühlung herzustellen. Seit Italien.
Lemberg vorzurücken, waren sehr umfassend. langem fühlte man die Notwendigkeit, daß der Ger Bericht Cadsrnas.
Die Armee Sacharow erhielt gewaltige Leiter der inneren Politik des Zarenreiches auch
Minister des Aeußeren sei. In dem Augen¬ D . R o m , 25. Juli . Es wird folgender amt¬
Verstärkungen und bedeutenden Zuwachs blicke, wo die Friedensfragen zur Verhandlung licher Bericht verlautbart:
an Artillerie . Artilleristische Vorbereitung Und stehen werden, werden alle Interessen des Lan¬ Im Lägertale wachsende Tätigkeit der feind*
JNfanieriesturm waren wieder von überwäl¬ des leichter in Einklang gebracht werden kön¬ lichen Artillerie . An der Front Posina-Llstach
tigender Wucht. ■ \ nen, wenn die Homogenität des Kabi¬ bemächtigten sich unsere Truppen nach hestigem
Nacht kämpfe am Morgen des 24. Juli des
*Die Stellungen im Sumpfgelände an der lSlo- netts eine absolute sein wird.
KB. Kopenhagen, 26 . Juli . Nach einem Monte Cimone. Aus der Hochfläche von
owka, westlich der Einmündung in den Styr, Moskauer Telegramm ist der Ministerwechsel auf Schlegen unternahm der Feind in der Nacht
And die Positionen östlich der Reichsgrenze bei eine Denksch rist der Vertreter der Par¬ vom 24. Juli zwei heftige Angriffe gegen die
Radziwilow standen unter lang andauern¬ teien der äußersten Rechten an den Za¬ von uns eroberten Berschanzuugenbeim Monte
Zebio. Das 40. Bersaglieri-Bataillou (14. Re¬
dem fürchterlichen Massenfeuer. Bat¬ ren zurückzuführen. In der Denkschrift heißt es giments warf ihn jedesmal unter schweren Ver-
terien aller Kaliber waren am Werk, die Gräben u. a. : Während die Regierung ihre ganze Auf¬ lüsten für ihn zurück und bemächtigte sich durch
merksamkeit den Kriegsbedürfnissenzuwendet und
-der Verteidiger zu zertrümmern Und die Hin¬ die innere Politik wenig beachtet, arbeiten die Bajonettangriff einer anderen Verschanzung, wo¬
dernisse niederzulegen. Dann gingen wieder Revolutionäre an der Vorbereitung bei es einige Gefangene machte und ein Mn-
die Sturmko lontten Ungegliedert zum An¬ einer nach dem Kriege beginnenden Revolu¬ schinengewehr erbeutete. Weiter riördlich er¬
neuerten die Alpenjäger ihre Anstrengungen
griff vor. Die Grausamkeit der BrUssilowfchen tion. Diese Tätigkeit stieß bisher auf keinen gegen den steil abfallenden, über 2009 Meter
Dturwtaktik kam wieder zu voller Geltung. entsprechenden Widerstand der Regierung, um hohen Felswall zwischen den Spitzen des Monte
die drohende Revolution schon jetzt im Keime
Wanze Reihen sanken im eigenen Ge¬ zu ersticken . Die auf Stürmer gesetzten großen Ehiesa und des Monte Campiagnoletto. Unter
schütz f eu e r n i e der. Noch immer neue Massen Hoffnungen wurden enttäuscht. Nach Aufklärung unaufhörlichem Feuer der feindlichen Maschinen¬
.- brachen heran und suchten 'sich über 'Leichen von Stürmers Sünden führt die Denkschrift aus, gewehre drangen sie in drei Hindernisreihen
ein und es gelang ihnen, sich kurz unterhalb
Und zersetzte Drahtverhaue einen Weg in die daß ' Stürmer seiner Rolle nicht gewachsen sei; des Kammes ftstzusetzen.
demolierten Unterstände zu bahnen. die übrigen Kabinettsmitglieder seien ebenso Per¬
sonen ohne alle Energie. Man soll zwar bis In der Gegend der Fassa - Alpen dehnten
Unsere Komma' danten entschlossen sich, die zum endgültigen Siege kämpfen, müsse es aber die Unsrigen trotz des schlechten Wetters das
Front bei Leszniow e t w a s nachi Süden zu- verstehen, rechtzeitig den Krieg zu beenden; sonst von ihnen besetzte Gelände .bis zum kleinen Cere-
rück zu nehmen. Von der Slonowka wurden würden alle Früchte der Siege durch die Revo¬ mana-Tal aus. Entlang der übrigen Front
Tätigkeit der Artillerie und Schützengraben-
die Truppen hinter den nächsten Bach, die Bol- lution zunichte gemacht werden. Die Regierung wassen, am stärksten im oberen Fellatal , auf den
durka, zurückgeführt. Bei Radziwilow wurde, müsse jetzt schon die Revolution er sti cke n. Höhen nordwestlich Görz und in der Gegend von
Die Denkschrift scheint Stürmer veranlaßt zu
nachdem der schwere Stoß des Gegners nicht haben, bei der Neubesetzungseine Gegner auf San Michele (Karst).
dura'zudringen vermocht hatte, zur Ausgleichung der äußersten Rechten durch die Berufung Ma- Feindliche F l i e g er warfen in der Frühe
ider Front ebenfalls eine kleine rückgängige Be- karows zu versöhnen. des 24. Juli Bomben auf San Giorgio di
Nogaro und andere Ortschaften am unteren
.' wegurrg bis zur Reichsgrenze durchgeführt, Jsouzo . Personen fielen dem Angriff nicht zum
f Bis zur Stunde hat General Sacharow Opfer, ein Haus wurde in Brand gesetzt.
-seine Angriffe nicht erneuert.
Eugen
Fremde Flieger in der russischen
Lennhoff. Dis euglifch-frauzLsifchs Offensive.
Der deutsche Widerstand an der Somme.
England.
Armee. D . Haag, 26 . Juli . Die „Times " möchte dem Die englische Gewaltpolitik gegen
Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. rasch sinke n den V e r t r a u e n des englischen Holland.
Vorn Kriegspressequartier genehmigt. Publikums auf den Ausgang der Offensive aus¬ Haag, 26 y Juli . Während die englische Re¬
—, 26. IM , abends. helfen. Sie schreibt, nie seien Geduld und un¬ gierung sortsährt, niederländischeFischerboot Zu
bedingtes Vertrauen auf die Führer nötiger ge¬
In Südwolhynieu wurde dieser Tage ein wesen als jetzt, und fügt hinzu : „Me Deutschen beschlagnahmen und vor das Prisengericht zu
französischer Flieger ab geschossen , der kämpfen, als ob sie fühlten, daß ihre ganze lange bringen, hat sie noch weitere Schritte unternonr-
^interessante Einzelheiten vom Flugdienst bei der Mauer in Frankreich und in Flandern gefährdet men. Wie das „Handelsblad" mitteilt, wurden
-'russischen Armee erzählte. Trotzdem die Russen ist." Der „Manchester Guardian " erklärt, man gestern 13 Schiffe , die mit Getreide be¬
' viel für die Ausbildung ihres Flugwesens ge- dürfe die schrecklichen Opfer dieser Schlacht frachtet waren, das an die niederländische Re¬
Dan haben, stehen nach diesen Mitteilungen im- gar nicht ausdenken, und betont gleichfalls die gierung adressiert war, von den Engländern fest¬
- mer noch französische und auch englische Hartnäckigkeit, mit' der die Deutschen kämpfen. gehalten. Acht dieser Schiffe, mit einem Ton¬
^Aviatiker in großer Anzahl in russischen Diensten. neninhalt von ungefähr 50.000 Tonnen, liegen
Die englischer Offrziersverluste. in Kirkwall, die anderen in Falmouth und in
Mas Verhältnis zwischen ihnen und den russi¬ den Deuins.
schen Offizieren soll allerdings sehr schlecht sein. KB. London, 26 . Juli . Die letzte Verlustliste
;Einige englische Flieger sind bereits wegen Dif- enthält die Namen von 354 Offizieren. W. Amsterdam, 26. Juli . Das Organ des
iferenzen mit russischen Kommandanten von FRe- Staatsministers Tr . Küpper, „De Standaard " ,
Eine neutrale Stimme. stellt in einem Leitartikel die Frage, ob England
' geraöteilungen zur eigenen Armee zurückgekehrt.
Die Differenzen sind meist gesellschaftlicher Na¬ W. Stockholm, 27 . Juli . Der militärische die Absicht habe, Holland in dieselbe Lage zu
tur, doch scheint bei den Russen auch, die Tendenz Mitarbeiter des „Svenska Dagbladet" schreibt bringen, wie Griechenland. Es trete immer mehr
zu bestehen, alle schweren 'Aufgaben den frem¬ über die Offensive in der Picardie: zutage, daß England seine Blockade, wenn sein
den Fliegern zu übertragen. Der Flieger teilte Ist nun wirklich, der Geländegewinu, der bei Interesse es gerade verlange, so einrichte, daß
auch mit, daß unter den letzten Truppennach- der Einleitung des dritten Kampfabschnittesvor¬ auch die Neutralen mithungern müssen.
; schüben nach Wolhynien sich sehr viel ungedien¬ liegt, so groß, daß er die Opfer an Menschen Ohne den geringsten Schein von Recht ergriff
ter Landsturm aus den asiatischen Gouverne- rechtfertigt, von Verlusten an Material gar nicht England gegen die niederländische Fischerei auf
j ments befunden habe, die nach ganz kurzer Aus¬ zu sprechen? Betrachtet man die Verschiebung lahmlegen der Nordsee Maßregeln, die diesen Betriebszweig
bildung an die Front geworfen worden seien. der Front , so ist sie erstaunlich klein. Falls und .Holland eines Volksnahrungsmit-
Engen Lennhoff. das Ziel nur war, eine gerade Linie zwischen tels berauben. Viel ärger aber sei das krän¬
A rras und Peronne , dann kende Angebot, die ganze tzeringsflotte ge¬
hierzustellen
Nach dem Rücktritt Sasorrsws. haben die Alliierten das bisherige Ergebnis all¬ gen ein Trinkgeld stilliegen zu lassen.
KB. Petersburg, 25 . J 'M . (Petersb . Tel. zu teuer erkauft. Da jedoch die Offenave trotz So weit sei es bereits mit Englands Gering¬
Ag.) Der Präsident der Duma Rodzjanko allem, was sie bisher kostete, im gleichen Tempo schätzung für die kleinen Staaten ge-
sagte in einer Unterredung mit einem Ver¬ mit ununterbrochenen Sturmangriffen weiter¬ kommen, daß es wage , von den Holländern
treter der Presse über die Aenderung im Ka¬ geht, muß man seit einigen Tagen den Ein¬ zu verlangen, daß sie ihr Recht um ein
binett . Ich bin überzeugt Und Unterhaltungen druck bekommen, daß eS sich nicht Nur utn Ge¬ paar Schillinge preisgebeu. Man muß sich gut
mit dem Ministerpräsidenten Stürmer befe- ländegewinn handelt, sondern daß man beab¬ einprägen, sagt das Blatt , daß dies nicht der
j fügten meine Ueberzeuguug, daß die aus- sichtigt, ein Loch in die deutsche Front zu schla¬ erste, noch weniger aber der letzte Schritt auf
fp ärtige Politik den alten Kurs ein- gen, sie nicht zurückzUdrüng -en, sondern zu durchs dem Wege der Erniedrigung des holländischen
>Galten wird. brechen, sonst wäre es ja ganz sinnlos. Hat Volkes ist. Wenn wir nicht auf kräftige Weise
f , KB. Mailand, 26 . Juli . Der Petersburger nun dieser Plan bei der kommendenOffensive zeigen, daß wir unser Recht wahren wollen, wird
j Korrespondent des „ Corriere della Sera " mel¬ größere Aussichten auf Erfolg ? Wir für un¬ die Anmaßung Englands immer größer
det folgende aus dem russischen Ministerium seren Teil glauben es nicht: Denn da es werden. Wir werden in die Lage von Menschen
i des Aeußeren stammende Mitteilungen : Der -Ha i g bisher noch nicht gelungen ist, tiefer in kommen, die die Hände küssen, dis sie auf die
, Rücktritt Sa s o n o w s und die Ernennung die deutschen Verteidigungslinien eiuzudringerr, schmachvollste Weise schlugen. Die übergroße
des Miuisterpräsibenlen Stürmer zum Mini¬ hat die Zeit den Deutschen erlaubt, hinter dem Mehrheit unseres Volkes wünscht, dieW ü r dt
ster des Aeußeren stellt nur einen Perso¬ Frontwall neue Linien aufzuw>ersen. des Landes zu wahren. Das Leben ist
nenwechsel dar . Augenblicklich hat der Zar Der Verfasser schließt: Die deutschen wichtiger als der Geldsack und die Ehre wich¬
die oberste Leitung der russischen auswärtigen Truppen, die Woche puj Woche die mit über¬ tiger als das Leben. Deshalb stellen wir MitWerte4. Wr. S4S. JnnsSrucker NachrrHren Donnerstag
, den 87. Juli 1816.
Nachdruck die Frage, die bereits ein anderes mit zwei Masten und einem Kamine, das ver¬ Deutsche FlugzeuMeschwaderwarfen ausgiebig
Blatt gestellt hat : „Was wird die Regie¬ senkt wurde, kei n e A b z ei chen trüg und voll¬ und erfolgreich Bomben aus die mit Transporten
rung Lun ?" beladen längs der Miste gegen Westen fuhr. Das belegten Bahnhöfe Pogorjelzh und Horodzieja,
Schiff wurde bei hellem Tage angegriffen und sowie in ihrer Nähe lagernde Truppen.
Herabsetzung der englischen Schiffs¬ es wäre unmöglich gewesen, etwa angebrachte Heeresgruppe des Generalsv. Linsingen.
frachten für Italien. Rote-KreuzM,bzeichen zü übersehen. Wenn ein Nordwestlich von Luzk hatten Unternehmrm-
KB. Lugano, 26 . Juli . Italienische Blät¬ 8000-Tonnen-Schiss gesunken ist, so ist dies auf gen feindlicher Erkundungsabteilungen keinen Er¬
ter melden, England habe die Schiffsfrach¬ eine treibende russische Mine zurück- folg.
ten fü .r Kohlen, die zum Gebrauch für ita¬ zufüyren. Nordwestlich von B e r e st e e z ko wurden
lienische Staatsbahnen bestimmt sind, starke russische Angriffe abgewieseu, teils durch
von 90 auf 62 Schilling für die Tonne von
Cardiff nach Genua herabgesetzt . Eine Fracht¬ Verschiedene Meldungen Feuer, teils durch Gegenstoß, wobei 106 Gefan¬
gene und 2 Maschinengewehre eingebracht tm\&
ermäßigung oder überhaupt die Lieferung von Die Vsterr.-deutschen Wirtschafts- den.
Kohle für Privatzwecke nach Italien ist noch beratungen. Heeresgruppe des Generals Grasen von Bothmer.
nicht erreicht worden.
KB. Wien, 26 . Juli. Die am 21. d. M. Oestlich des Koropieez-Abschmttes fanden klei¬
wieder aufgenommenenBeratungen mit den Ver¬ nere Gefechte vorgeschobener Abteilungen statt.
Der Krieg zur See. tretern der deutschen Regierung über zoll- und
wirtschastspolitische Fragen sind gestern zum vor¬
Balkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Kampf eines deutschen U-Bootes mit läufigen Abschlüsse gelangt und haben eine Oberste Heeresleitung.
einem englischen Grotzkampfschiff. erfreuliche Uebereinstimmung in den beiderseiti¬
gen Standpunkten erzielt. Im Anschlüsse daran
KB. Berlin, 26 . IM . (Wolfs-Büro .) Eines findet heute eine von der königlich ungarischen
unserer Unterseeboote hat am 20. d. M . vor dem Regierung veranstaltete, gemeinsame Fahrt aller
englischen FlottenstützpunktScapaflow auf den deutschen und hiesigen Delegierten auf der Donau
Orkney-Inseln ein englisches Großkamps-Linien- nach Ofenpest statt. Daran nimmt auch der kaiser¬ Die „Deutschland ".
schiff mit Torpedos angegriffen und zwei Tref¬ lich deutsche Botschafter v. Tschirsky teil. P . Genf, 27 . IM . Ein Kabeltelegrammdes
fer erzielt. Der Namenstag des Papstes. ,Journals " aus Baltimore besagt: Die ameri¬
KB. Sofia, 26 . Juli . (Ag. Tel. Bulg.) kanischen Behörden haben die Fnnkenspmchappa-
Angriff ans eine rnflische Flirgzsug- Anläßlich des Namenstages des heiligen Vaters rate der „Deutschland" versiegelt. Das Fracht¬
station. fand in der katholischen Kirche ein feierliches schiff hat große Vorräte an Trinkwasser eingo-
KB. Berlin, 26 . IM . (Wolfs-Büro .) 'Eines Tedeum statt, dem auch der König beiwohnte. nommen. Das Schleppschiff, das die „Deutsch¬
unserer Seeflugzeuggeschwaderhat am 25. ds. land" bewacht, liegt unter Dampf zur Än s-
abends die russische Flugzeugstatiou Z e r e l auf Der gestrige Bericht der deutschen fahrt bereit.
der Insel Oesel angegriffen und mit Bomben be¬ Heeresleitung. Zur Lage in Griechenland.
legt. >Ä -e Flugzeughallen und zum Starten be¬
reit stehende russische Flugzeuge wurden getroffen. WB. Berlin, 26 . Juli . Aus dem Großen P . G e n f, 27. Juli . Die Mitteilungen des
Trotz Beschießung durch feindliche Torpedoboote Hauptquartier wird heute verlautbari: Generals Moschopulosüber die voraussichtlich die
und Kampfflugzeuge konnte der Angriff plan¬ Westlicher Kriegsschauplatz. nächsten zwei Monate ausfüllenden Kriegsereig¬
mäßig durchgeführt werden. Alle Flieger sind Am Kanal Cowines-ApeM wurde die große nisse bestimmten nach einer Depesche aus Athen,
zum Ausgangspunkte zurückgekehrt. englische Bastion durch eine deutsche Sprengung die Kammerwahlen bis 8. Oktober hinauszu¬
Verlorene Schiffe. mit ihrer Besatzung vernichtet. schieben. Das Kabinett erhofft bis zu diesem
KB. London, 26 . Juli . (Reuter.) Der N ö r d l i ch der Somme halten sich nach Termin eine Klärung der allgemeinen Lage.
Dampfer „Longuin" (4683 Tonnen), wurde tor¬ heftigen Kämpfen die Engländer in Pozieres.
Weiter östlich am Fourreaux -Wäldchen und bei Genau ans den Tag läßt die Saloniker Depesche
pediert. 14 Mann sind ertrunken.
Stettin, 26 . Juli . Die „Neuesten Stetti¬ Longueva! wurden kleinere feindliche Borstöße den Beginn der Feindseligkeiten nicht
ner Nachrichten" melden aus Swinemünde, daß abgewieseu, am Trones-Wäldchen Angrisfsah- ersehen. Wesentlichen Einfluß darauf könnte
der deutsche Dampfer „Norderney" mit einer sicht erkannt und durch Feuer vereitelt. einerseits das Ergebnis der heutigen wichtigen
Erzladung aus Schweden letzte Nacht nördlich Sir blich der Somme hielten wir süd¬ Besprechung des italienischen Kabinetts haben,
von Avcona gesunken ist. 38 Mann der Besatzung westlich des Gehöftes La Maisonette in der Nacht anderseits die Antwort Bulgariens auf die von
wurden durch ein Vorpostenschiss nach. Swine¬ zum 25. JE gewonnenen' Boden gegen franzö¬ Sarrail inspirierte Anfrage, ob die bulgarische
münde gebracht. Der Kapitän und drei Mann sische Wiedereroherungsversuche.
sind ertrunken. Südlich von Estrees fanden gestern noch heftige Heeresleitung geneigt sei, ihre Truppen aus dem
Nahgesechte statt. Umkreise von Xanthi und Gumnlschina zurückzu-
Aus der Höhe La fille morte (Argsnuen ) be¬ ziehen. — Zaimis ernannte nach einer Meldung
Balkan. setzten die Franzosen einen von ihnen gesprengten
Trichter, wurden aber bald daraus durch eine des „Matin " neue Präfekten in Chios, Mytilene,
Ein Kronrat in Bukarest. deutsche Gegenmine verschüttet. Drama , Argyrocastro und auf der Insel Kreta.
W. Berlin, 25 . Juli . Wie „Berlingske Ti- Links der Maas machten unsere Trup¬ Rußland und Japan.
dende" (Kopenhagen) aus Bukarest erfährt, wird pen an der Höhe 804 kleinere Fortschritte.
P . Amsterdam,
dort in den nächsten Tagen ein bedeutungsvol¬ Rechts des Flusses war während der Nacht Blatt „ Kokumin" veröffentlichtAuszüge 27 . Anti . Dsas Tokioter
aus demj
ler Kronrat stattsinden, in dem wichtige Be¬ Artitterietsmpf in der Gegend des Werkes Thiau-
schlüsse über die zukünftige Haltung Ru¬ mont. ruffisch-japanischen A b komm en. Japan garan- j
mäniens getroffen werden sollen. Der König All vielen Stellen der Front wurden feindliche tiert darnach die russischen Interessen in Sibi¬
rien und Rußland die japanischen in China gegen
wird diesenr Ministerrate Vorsitzen. Patrouillen abgewiesen.
W. Bern, 25 . Juli . „Daily Chronicle" sagt Zwei feindliche Flieger wurden nördlich der Einflüsse und Ansprüche Dritter . Die Japaner i
werden in Sibirien ohne jede Einschränkung zu- j
über Rumänien, seine ungewisse Haltung müsse Somme in unseren Linien durch Infanterie - und
sich nach irgendwelcher Seite ent¬ Maschinengewehrfeuer, eines nach Luftkampf gelassen. Die bisher als russisches Privileg Le- ;
scheiden , da die Kriegs Ereignisse auf brennend in der Gegend von Luneville zum Ab¬ trachtete Schiffahrt aus dem Sungari steht jetzt
auch Japan zu.
dem Balkan sich zu entwickeln beginnen. sturz gebracht.
Vor den Neuwahlen in Griechenland. Am 24. ds. wurde durch einen Bolltreffer der
KB. Mailand, 26 . Juli . „Secolo" meldet Abwehrgeschütze ein französischer Doppeldecker in Auszeichnungen.
der Richtung der Feste Souvilles abgeschossen.
aus Athen, daß sich unter der Leitung der Der Leutnant Max Otter des 1. Festungs-
Generäle Danglis, Lapatiotis und MyMotis so¬ Q e ft l i che r Kriegsschauplatz. Urtillerie-Regiments wurde für tapferes Ver¬
wie des Admirals Gini eine neue v ierv er¬ Heeresgruppe des GFM. v. Hmdenbure. halten vor dem Feinde mit dem „Signum laudis " '
bau ds fr eundli che L i g a gebildet habe, die Westlich von Riga drangen Erkundrmgsab- ausgezeichnet. Er ist der Sohn des in unserer
im Wahlkampfe für Beniselos wirken und die
gegnerischen Reservistenorganisationen bekämp¬ störtenteilungen in die russische Vorstellung ein und zer¬ Buchdruckerei'beschäftigten Herrn Franz Otter.
fen soll. sie. Feindliche Patrouillen zeigten vielfach Sein 18jähriger Bruder Fritz steht als Kriegs- j
größere Tätigkeit. freiwilliger beim 1. Tiroler Kaiserjäger-Regi-
Unsere Flieger brachten durch Bombenwürfe mente im Felde, während der ältere Bruder
Türkei. und Maschinengewchrfeuer feindliche Truppen¬ Franz bekanntlich als Fähnrich des III . Landes---
transporte ans der Strecke Dünaburg -Polvck und schÜtzen -Regiments bei dem großen Lawinen¬
Die Kündigung der Genfer Konvention östlich von Minsk zuin Halten. unglücke im Ortlergebiete am 4. März 1914 j
bert weißen Tod fand.
durch Rußland an die Türkei. Heeresgruppe des GFM. Prinzen Leopold von Bayern.
KB. Konstantinopel, 25 . Juli . (Ag. Tel. Am Abend und bei Nacht richteten die Russen
Milli .) Die russische Presse behauptet, ein zweites Angriffe, in denen drei Divisionen fefigefteUt Vermißt.
Spitalschiff sei von unseren U - Boten int wurden, gegen die Front östlich und südöstlich von Kameraden, welche über das Schicksal meines
Schwarzen Meere versenkt worden. Von dem Gerodischtsche . Sie sind wie alle früheren un¬ Bruders Josef Meßner, k . k. Landessch.-Reg.
gemeldeten Schiss von 8000 Tonnen ist in der ter d e n schwersten Verlusten für den Mr. ß, 17. Feldkomp., 1. Bat ., 2. Zug, aus
uns von der russischen Regierung mitget eilten Gegner gescheitert. Jenbach, etwas wissen, wollen ihre Adresse gü-
Liste der von uns zngelassenen Spitalschisfl An einer Stelle wurde der Feind iw Gegenstoß tigst bekannt geben an Frau Marie K r a ker,
nichts enthalten. Der U-Boot-Kommandant geworfen. Er ließ hier einen Offizier, 80 Mann Handlung, Hötting 4 (Innsbruck). Auslagen
berichtet, daß das Fahrzeug von 4000 Tormen und ein Maschinengewehr in unserer Hand. werden aerste vergütet.Innsbrucker Nachrichten Nr. 345. Seite 5.
Donnerstag , den 27. Juli 1916.
cher er sich jede Begünstigung verbat, wurde er schen Schatzanweisungen hinterlegt, gegen welche
über seine Bitte an die Dolomitenfront einem die Türkei in einem Betrage, den sie für notwen¬
Aus dem gestrigen8 BelenchtungskoMmando zugeteilt. Gleich bei sei¬ dig erachtet, unter den gleichen Bedingungen wie
nem Einrücken wurde er bittlich> in einer expo¬ bei der: früheren Vorschüssen Kassenscheine wird
nierten Höhenstellung verwendetz'n werden. Seit¬ ausgeben können.
her war er durch volle sieben Monate ohne jede
'Ablösung 100 Meter vom Feinde entfernt. Wer Die Generalstabs-Berichte
Der österreichische Bericht. den allen Fähnrich, unbekümmert Um das feind¬
liche Artilleriefeuer, seiner Beschäftigung nach¬
unserer Gegner.
KB. Wien , 26. Juli . Amtlich wird heute gehen sah, der bewunderte seine Nerven. Zu Die russischen Berichte.
verlautbart:
Unternehmungen meldete er sich freiwillig Und lPe '. ^ es bürg , 24. Juli . Amtlicher Heeresbericht
Russischer Kriegsschauplatz. je gefahrvoller sie waren, desto begeisterter war von gestern nachmittag: „Westfront: In den Stel¬
Nordwestlich von Roziszeze versuchte Erkun- er. Der bewiesene Mut Und die Schaffensfreude lungen bei Riga heftiges gegenseitiges Artilleriefeuer,
Nordöstlich (10 Kilometer) von Smorgon bei dem
dungsvorstötze und südlich Lobaezewka gesührte dieses hervorragenden Mannes wurden vorerst Dorfe Martyszki versuchten die Deutschen, mit den
russische Angrisfe mißlangen völlig; 100 Manu mit der kleinen silbernen und noch am Sterbe¬ in ihren Schützengräben und Annäherungsgräben be¬
und 2 MaschinengewehreHLiebeu in unseren Häu¬ bette mit der großen silbernen Dapferkeitsmedaille reitgestellten Truppen anzugreisen, in der Absicht,
fen. belohnt. die den Tag vorher verloren gegangene Stellung wieder
zu nehmen. Unser Sperrfeuer zwang sie jedoch in ihre
Südlich von Leszniow nahmen wir unsere Dis Lage in Irland. eigenen Gräben zurück. Alle weiteren Versuche des
Truppen vor überlegen mu feindlichen Druck hin¬ KG. Rotterdam, 25 . Juli . Der „Courant" Feindes zu Gegenstößen brachen in unserem Artillerie-
ter den BoldurLa-Abschnitt zurück/ meldet ,aus London: Der irische Ausgleich, von und Jnsanteriefeuer zusammen. — Am Stochod in
Sehr heftige, von starkem RrLiLlerkserrer Vor- der Gegend Varocze-Werezrüea, (10 Kilometer nördlich
dem so viel erwartet wurde, ist als mi߬ der Hahn Sernp -Kowel) qriff uns der Feind um
SereiLsLe russische Angriffe beiderseits der Bahn glückt Zu betrachten. Es besteht auch wenig 0 Uhr abends ab , wurde jedoch abgewiesen. Gestern
Enächst Radzrwilow brachten dem Feind nach Aussicht, daß ein Abkommen auf einer neuert machten wir in der Gegend Worochja-T at tarow an
wechselvollen , für ihn verlustreichenKämpfen nur Grundlage Zustande kommt. Die Stellung der der Straße Delathu-Maramarosz -Sziget 5 Offiziere,
unwesentlicheVorteile. darunter einen VataillLNslommandanten und 483 Sol¬
Koalitionsregierung, besonders AsqUiths und daten zu Gefangenen und erbeuteten 3 Geschützt 4
An der übrigen Front nichts von Bedeutung. Lloyd Georges' erfuhr dadurch eine Neuerliche Maschinengewehre. In den Karpathen Schnee mi5
Italienischer Kriegsschauplatz. Erschütterung. Der parlamentarische Korrespon¬ Regen. In der Zeit vom 20. zum 21. Juli >nahmen
Nach deu schweren Verlusten in den Letzten Ta¬ dent Nicholson schreibt: Es wird öffentlich be¬ wir 370 Offiziere, darunter einen. General und einen
Oberst, sowie 13.700 Soldaten gefangen und erbeuteten
gen südlich des Suganer -Tales unterließen die hauptet, daß, infolge der irischen Krise Lloyd 10 Geschütze , so daß die Gesamtsumme, zusammen mit
Italiener jeden weiteren Angriff. Unsere Stel¬ George seine Entlassung als Minister an- der im gestrigen Morgenbericht gemeldeten Zahl von
lungen standen jedoch noch andauernd unter feind¬ geboten hat. Wie verlautet, beabsichtigt As- 26.060 . einschließlichOffiziere auf 27.000 nebst 40
lichem Geschützfeuer . Am 24. ds. verlor der Feind quith in diesent Falle auch zurückzutreten. Im Geschützen stieg.
Petersburg, 25 . Juli . Amtlicher Nach-
vor einem Abschnitte dieser Front allein 1260 Augenblicke steht dies noch, nicht irr Erwä¬ mittagsbericht vom 24. Juli:
bis 1300 Tote und Verwundete, die er nun zu gung; sicher aber ist, daß die Stellung des Westfront: An der Lipa vertrieben wir ge¬
bergen im Begriffe ist. Koalitious-Ministeriums durch die gestrige De¬ stern die Deutschen aus dem Dorfe Haliczany (16
An allen übrigen Fronten ist die Lage unver¬ batte nichts weniger als gestärkt wurde. Kilometer westlich der Lipa), machten Gefangene und
ändert. Es kam an einigen Abschnitten zu hef¬ Die Hinrichtung Roger Casements. erbeuteten ein Maschinengewehr. Am 21. Juli ergab
sich unseren Truppen bei Kolmop (8 Kilometer östlich
tigen Gefchützkämpsen. KB . London, 25 . Juli . Die Verteidiger Haliczany) an der Lipa eine österreichische Feldkom¬
Südöstlicher Kriegsschauplatz. pagnie, bestehend aus 193 Mann , in voller Stärke.
Sir Roger Casements wurden verständigt, daß — Kaukasusfront: Die Offensive der Kauka¬
Au der Vojusa Geplänkel. die Hinrichtung Casements am 3. A u g u st im susarmee schreitet erfolgreich fort. Am 22. Juli grif¬
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstahs: Pentottville-Gefängnis stattfinden werde. fen in Richtung auf Messul überlegene türkische Kräfte
FML . v. Hofer. Abänderung der deutschen Prisen- während des ganzen Tages unser Detachement bei
Rabat (56 Kilometer östlich Rewandur ) frontal und
Der türkisch-r Bericht. Ordnung. umfassend an . Unser Feuer und unsere Gegenangriffe
hielten den feindlichen Angriff an . Zusatz: Folgende
KB'. K o n st an Li no Pe l>
, 25. Juli . (Atz. Del. KB. Berlin, 26 . Juli . Ter „ Reichsanzei¬ Einzelheiten über den Heldentod des Oberst Tartarow,
Milli .) Das Hauptquartier teilt mit: ger" veröffentlicht eine Verordnung betreffend die der in: Bericht vom 21. Juli erwähnt wurde, werden
Irakfront: Abänderung der P rr .se n o r b n u n g. D'ie Ein¬ berichtet: Von einer Schrapnellkugel in die Herz-
aegeZd getroffen, rief der Oberst: „Ich sterbe!" , sprang
Unverändert. leitung besagt, daß die Abänderungen in Ver¬ dann "aber sofort wieder auf mit dem Ruf : „Vorwärts
Persische Front: geltung der vor: England und seinen Verbünde¬ das Regiment !" und starb.
ten abweichend von der Londoner' Deklaration über Abend bericht vom 34. Juli : Westfront: Im
Oestlich von Kermanschah ist die Lage stationär.
das Seekriegsrechtgetroffener: Bestimmungen vorrr Laufe des Tages ereignete sich nichts Wichtiges. —
Die aus Revandus gegen-Osten geworfenen Russen Kaiser für den gegenwärtigen Krieg genehmigt Der französische Bericht.
wurden über die Grenze gedrängt. werden. Die Bestirnmnngen umfassen eine neu- '.Paris , 25. Juli . Amtlicher Bericht vom Mon¬
Kaukasusfront: aufgesteltte Liste der absoluten und relativer: Kon¬ tag nachmittag : „An der Somme war die Nacht
Auf dem rechten Flüge! PatroUillengsfechte, tut terbande, eine neue Freiliste und neue Feststel¬ ruhig. Das Wetter ist schlecht. Nördlich der Aisne
Zentrum und auf dem linker: Flügel erwiderten lungen über Fälle , worin eine feindliche Bestim¬ drangen französischeErkundungsabteilungen in feind¬
liche Schützengräben bei Villy ein und führten Ge¬
unsere Truppen kräftig die Angriffe feindlicher mung als vorliegend anzusehen ist., fangene zurück. Auf dem rechten Maasuser machten
Erkundungsabteilungen. Rumänien. die Franzosen bei Teilunternehmungen in der Nach¬
Ae gpp tische Front: barschaft der Kapelle Sie . Fine etwa 30 Gefangene-
P . Zürich, 26 . Juli . Schweizer Blätter Nach neuen Nachrichten betragt die Gesamtsumme der
Westsüdwestlich von Katta warfen unsere gegen melden: In den rumänischen Ortschaften an Gefangenen in diesem Abschnitte mehr als 809 . Im
den Kanal vorgeschobenen Patrouillen eine feind¬ der rumänisch^russischeu Grenze ist die Zivil- Laufe der Nacht bombardierte ein deutscher Flieger
liche Reiterabteilung 'und fügten ihr Verluste bei. Verwaltung durch Militärbehörden ersetzt wor¬ Lnneville, wo eine Frau verwundet wurde. Unter¬
leutnant Chaput brachte gestern sein achtes Flugzeug
Amerikanische Lebensmittel für Polen. den. Es sei über dieses Grenzgebiet eine Art zum Absturz, das bei Fresnes in der Woevre niederfiel.
Ein anderes deutsches Flugzeug wurde von einem
KB!. Nenyork, 25 . IM . (Funkenspruchdes Belagerungszustand verhängt worden,
Vertreters des Wolff-Büros .) 'Wie die Presse aus P . Bukarest, 26 . Juli . Am Montag kam französischen Fort Vaux.
Flieger angegriffen und zerschellte beim
Washington erfährt, wird Präsident Wilson hier ein neuer 'Transport russischer Munition Amtlicher Bericht vom Montag abend: „Südlich
wahrscheinlichan den König von England, den an. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, der S m e erbeuteten wir früh bei einer Einzelunter¬
soll sich Rußland zu diesem Schritt nur durch nehmung eine feindliche Batterie südlich des Dorfes
Präsidenten Poineare und an die Kaiser von
Deutschland und Rußland Handschreiben den Druck Frankreichs herbeigelassen haben. Estrees. Seit dem 20. Juli erbeuteten wir an der
Frankreich sei zu diesem Schritt durch die Hal¬ Sommefront mehr als 60 deutsche Maschinengewehre.
Auf dem rechten Maasufer bemächtigte sich unsere
!richten, worin sie gebeten werden zu gestatten, daß
Lebens mittel von Amerika an die hun¬ tung des neuen französischen Gesandten Saint Infanterie nach lebhaftem Kampf einer Schanze un¬
Aulaire bewogen worden, der sich dadurch die
gernde .Bevölkerung Polens geschickt werden, Sympathien gewisser rumänischer politischer Kreise mittelbar westlich des Werkes Thiaumont . Fünf Ma¬
schinengewehreund 45 Gefangene blieben in unserer
Wilson 'bat das Staatsdepartement , ihm den Hand. An der übrigen Front verlief der Tag ruhig-
besten, hiefür LinzuschlagendenWeg bekannt zu sichern wollte. Flugdienst: Einer unserer Piloten . Unterleutnant De¬
gebend Vom Papst. forme, der schon sechsmal im Tagesbefehl genannt
KB . R o m, 25. Juli . Der Hl. Vater empfing wurde, zeichnete sich noch durch eine Reihe weiterer
Ein Held aus dem Stande der UmversiLäLs- gestern anläßlich seines Namenstages u. a. die in Bombenabwürfe auf vom Feinde besetzte Bahnhöfe
professoreu. aus ."
Rom befindlichen K a r d i n ä l e, in deren Na- - Belg i sch e r Bericht: Der „ Tag war an der
Die gegenwärtig erscheinende Folge der „Tir. ntcn der Dekan des Kardinalkollegiums, Vanu- ganzen Front ruhig ."
(Soldatenzeitung" bringt ein Bild des Professors telli, auch die Hoffnung auf die baldige Erfüllung
Dr . Matthias CanLor, der als Fähnrich und der Friedenswünsche des Papstes aussprach. Der Der englische Bericht.
Besitzer der Silbernen Täpferkeitsmedaille am Papst erwiderte mit Worten des Dankes, doch London, 24 . Juli . Britischer Heeresbericht: „Ab¬
23. Mai d. I !, in einem Spitale hart an der wurde der Wortlaut der Erwiderung nicht ver¬ gesehen von weiterem schwerem Geschützfeuer beiderseits
war die Nacht verhältnismäßig ruhig . Auch die wie¬
Dolomitenfront im 'Alter v!vu 55 Jahren infolge öffentlicht. derholten schweren Gegenangriffe des Feindes brachten
einer schweren SchädelVerletzung , die er vor dem ihm keinen Vorteil. Unser Artillerie- und Mäschinen-
Feinde erlitten hat, gestorben ist. Ueber diesen Deutsch-türkische Finanzgeschäfte. gewehrfeuer brachte ihm sehr schwere Verluste bei.
tapferen Mann wird dazu erzählt : Tr . Matthias KB. K o n st a n t i n o p e l, 25. Juli . Das Wir gewannen einiges Gelände beim Foureaux-Wäld-
chen und in der Richtung Guillemont. In der Um¬
Cantor war ein gebürtiger Wiener und vor seiner Amtsblatt veröffentlicht einen Gesetzentwurf, gebung von Pozieres errangen unsere Truppen trotz
freiwilligen Einrückung zum Militär außerordenL-- durch den die Regierung ermächtigt wird, in der hartnäckigen Verteidigung des Feindes bedeutende
Mcher Professor an der Universität von Würzburg. Deutschland einen Vorschuß von 2,359.000 Pfd. Vorteile. Ein großer Teil des Dorfes ist in unseren
Nach der Kriegserklärung litt es den rüstigen aufzunehmen, wodurch der Betrag des dritten Händen. In dieser Gegend erbeuteten wir zwei Ge¬
schütze und machten über 60 Gefangene."
Professor nicht mehr in seiner friedlichen Be¬ Vorschusses auf 9,599.000 Pfund gebracht wer¬ Eine spätere amtliche Meldung lautet : „Der Kampf
schäftigung, ,,er stellte sich freiwillig und wurde den soll. Der Gegenwert für- diesen neuen Vor- im Dorfe Pozieres dauert fort. Die Gesamtzahl
beWten. Wach ! seiner Ausbildung während weh;MÄ wird vM der deutschen Regierung in deut¬ der von den australischen. Truppen gemachtenSie können auch lesen