24 Einblicke in die EU-Förderung - www.nrweuropa.de - Themenreihe EU-Förderung konkret - Copa Ca Backum
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Themenreihe EU-Förderung konkret Winter 2016
24 Einblicke in die EU-Förderung
1 2
1 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24
www.nrweuropa.deEU-Förderung konkret Editorial In unserer täglichen Beratungstätigkeit erreichen uns regelmäßig Anfragen von Unternehmern, die von „EU-Förderung“ gehört haben und diese nun auch für ihr Unternehmen nutzen möchten. Schon zu Beginn des Beratungsgesprächs begegnet uns oftmals Erstaunen über die Vielfalt der verfügbaren EU-Fördermöglichkeiten aber auch ihre Einschränkungen und Grenzen. Wir haben daher entschieden, mit der aktuellen Ausgabe unserer gefragten Themenreihe "EU- Förderung konkret" Einblicke in die Funktionsweise der EU-Förderung zu geben und die für klei- ne und mittlere Unternehmen wichtigsten EU-Förderprogramme kurz darzustellen. Sie erfahren, was sich zum Beispiel hinter den Abkürzungen "EFRE", "ESF", "EFSI" oder "HORIZONT 2020" verbirgt und erhalten einen Überblick über die Förderung der kleinen und mittleren Unternehmen durch die Europäische Kommission. Starten Sie mit dem Adventskalender, den wir für Sie gestaltet haben und der Sie durch die Mög- lichkeiten der EU-Förderung führt. „Blättern“ Sie mit Hilfe unseres „Sternenbaums“ auf der nach- folgenden Seite. Durch Klick auf den entsprechenden Stern öffnet sich ein Kalenderblatt, auf dem wir ein konkretes Förderthema beziehungsweise -programm erklären. Über den Stern auf dem Kalenderblatt gelangen Sie wieder zum Adventskalender. 24 Tage mit informativen Einblicken in die EU-Förderung erwarten Sie. Nutzen Sie unser Themenheft auch gerne nach der Adventszeit, um sich über die Facetten der EU-Förderung zu informieren. Den Überblick über die vorgestellten Förderthemen finden Sie im „Nach-Advents-Register“. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und hoffen, Ihnen die Vorweihnachtszeit mit unse- rem Themenheft interessanter zu gestalten. Das gesamte Team der EU- und Außenwirtschaftsförderung wünscht Ihnen und Ihren Familien eine entspannte und friedliche Weihnacht! Verena Würsig NRW.BANK Partner im Enterprise Europe Network der Europäischen Kommission Hinweis für Abonnenten: Sollten Sie die Zusendung unserer Themenreihe „EU-Förderung konkret“ nicht mehr wünschen, nutzen Sie bitte die Abmeldemöglichkeit unter www.nrweuropa.de/abo.
Wir wünschen Ihnen einen anregenden Advent!
24
4 12
18 7 22
11 2 14 3
6 2
20 31 17 10
19 151 8 21 13 5
23
16 9EU-Förderung konkret Dezember 2016
Die EU fördert den Mittelstand
Die Europäische Kommission bewertet den Mittelstand als „Motor“ der Wirtschaft in Europa. Des-
halb engagiert sie sich unter dem Motto „Vorfahrt für den Mittelstand“ für die Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Europa.
1
Der im Jahr 2008 beschlossene „Small Business Act“ (SBA) für Europa sieht mehr als 100 kon-
krete Maßnahmen vor, die von den Mitgliedsstaaten umzusetzen sind. Dazu gehören unter ande-
rem die Unterstützung von Unternehmensgründungen, der erleichterte Zugang zu Finanzierun-
gen, die Förderung von Innovationen, die Vereinfachung von Regularien, die Hilfe bei der Er-
schließung neuer Märkte und die Vereinfachung der Teilnahme von KMU an öffentlichen Aus-
schreibungen. Die Kommission prüft im jährlichen SBA Review, wie die Maßnahmen umgesetzt
wurden.
Von der Kommission geförderte Internetportale und Netzwerke stellen umfangreiche Informatio-
nen für KMU bereit und helfen bei Geschäftsaktivitäten.
Unterstützung für KMU in NRW
99 % aller NRW.Europa bietet nordrhein-westfälischen
Unternehmen
KMU kostenfreie, individuelle Beratung und
Unterstützung zu Fragen des europäischen
in der EU sind 9 von 10 KMU sind Binnenmarkts, der Internationalisierung, der
KMU Mikrounternehmen Innovationsförderung und des Technologie-
(< 10 Mitarbeiter) transfers. Dank Kontakten zu mehr als 600
Partnern weltweit unterstützt NRW.Europa die
KMU dabei, Geschäfts- und Forschungsko-
operationen anzubahnen, und informiert sie
über internationale Märkte sowie aktuelle För-
67 % aller KMU der- und Finanzierungsprogramme.
Beschäftigten erwirtschaften NRW.Europa ist ein Konsortium aus der Zenit
arbeiten in 58% des Mehr- GmbH, der NRW.BANK und der NRW.Inter-
KMU werts in der EU national GmbH. Es ist Partner im von der EU
geförderten Enterprise Europe Network und
wird vom Land NRW und der NRW.BANK
Quelle: eurostat unterstützt.
Jahresbericht 2014/2015
Europäisches Mittelstandportal: Kleine und mittlere
http://ec.europa.eu/small-business Unternehmen
Das Mittelstandsportal der Europäischen Kommission bietet KMU Informati- Die Europäische Kommissi-
onen und praktische Tipps (auch in Deutsch) zu Förder- und Finanzierungs- on kategorisiert Unterneh-
möglichkeiten, der Markterschließung, öffentlichen Aufträgen, Rechtsvor- men als kleine und mittlere
schriften und EU-Politik. Außerdem werden Anbieter von Unterstützungsleis- Unternehmen (KMU) , wenn
tungen für KMU vorgestellt. diese unter Berücksichtigung
verbundener Unternehmen
weniger als 250 Mitarbeiter
Ihr Europa Unternehmen: während eines Jahres be-
http://europa.eu/youreurope/business schäftigen und einen maxi-
In diesem von der Europäischen Kommission geförderten Online-Leitfaden malen Jahresumsatz von 50
für Geschäftstätigkeiten in Europa (auch in Deutsch) finden Unternehmen Millionen Euro oder eine
Informationen zu Existenzgründung, Steuerwesen, Export, Personal, Pro- Jahresbilanzsumme von
duktanforderungen, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, öffentlichen höchstens 43 Millionen Euro
Aufträgen und Umweltfragen. erzielen.
Diese Definition dient in vie-
len EU-Förder- und Finan-
http://ec.europa.eu/growth/smes/business-friendly-environment zierungsprogrammen zur
Abgrenzung der Förderfähig-
http://ec.europa.eu/small-business keit von Unternehmen bezie-
www.nrweuropa.de, https://twitter.com/nrweuropa hungsweise der Festlegung
der Fördersätze.EU-Förderung konkret Dezember 2016
Kohäsions– und Strukturpolitik I
Die Kohäsions- und Strukturpolitik ist die zentrale Investitionsstrategie in der EU und wird von der
EU-Kommission für eine Förderperiode von jeweils sieben Jahren festgelegt. Sie orientiert sich an
den Zielen der Europa 2020-Strategie und zielt darauf ab, den wirtschaftlichen, sozialen und terri-
2
torialen Zusammenhalt in der Union zu festigen. Besonders die schwächeren Regionen in der EU
werden gezielt für mehr Wachstum und Beschäftigung gefördert. Dafür stehen in der aktuellen
Förderphase bis 2020 über 454 Milliarden Euro in den Europäischen Struktur- und Investitions-
fonds (ESIF) bereit.
EUROPA 2020 Strategie
5 Kernziele der Wachstumsstrategie
Beschäftigung Forschung und Klimaschutz Bessere Bildung Armuts-
Innovation und Energie bekämpfung
Beschäftigungs- 3 % des BIP für FuE 20-20-20 Schulabbrecherquo- 20 Mio. Menschen
quote mind. 75 % Klimaschutzziele te max. 10 % aus Armut befreien
3 Prioritäten des Wachstums (7 EU-Leitinitiativen)
INTELLIGENT NACHHALTIG INTEGRATIV
Innovationsunion Ressourcenschonendes Europa Neue Kompetenzen/
Jugend in Bewegung Beschäftigungsmöglichkeiten
Industriepolitik in Zeiten der
Digitale Agenda für Europa
Globalisierung Plattform für Armutsbekämpfung
Quelle: Europäischer Rat, Juni 2010
EU-Struktur- und Investitionsfonds (ESIF) Europa 2020-Strategie
Die EU-Struktur- und Investitionsfonds sind Die Europa 2020-Strategie stellt die Grundla-
elementarer Bestandteil der Kohäsions- und ge allen EU-Handelns dar. Sie ist auf 10 Jah-
Strukturpolitk und wichtigstes investitionspoliti- re bis zum Jahr 2020 ausgerichtet und hat das
sches Instrument der EU. Sie binden in der Ziel, durch EU-geförderte Maßnahmen intelli-
aktuellen EU-Förderperiode mit 454 Milliarden gentes, nachhaltiges und integratives Wachs-
Euro ein Volumen von rund einem Drittel des tum zu schaffen. Die abgeleiteten sieben Leit-
EU-Gesamthaushalts. Die ESIF beinhalten initiativen sind bindend für alles staatliche
den Europäischen Fonds für Regionale Ent- Handeln in der EU und den Mitgliedstaaten.
wicklung (EFRE), den Europäischen Sozial-
fonds (ESF), den Europäischen Landwirt-
schaftsfonds für die Entwicklung im ländlichen
Raum (ELER), den Europäischen Meeres- Access- to- Finance–Portal :
und Fischereifonds (EMFF) sowie den Kohäsi- http://europa.eu/youreurope/business/
onsfonds (KF). Der Einsatz der EU-Mittel er- funding-grants/access-to-finance
folgt immer in Verbindung mit nationaler Ko-
Finanzierung. Die finanzielle Gesamtausstat- Die öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten
tung der ESIF wird für bestimmte Investitions- für Unternehmen in der EU sind vielfältig und
bereiche festgelegt, die aus allen Fonds mit reichen von Zuschüssen über Bankdarlehen
speziellen Schwerpunkten gefördert werden. bis hin zu Risikokapital- und Business Angel
Die zu fördernden Investitionsbereiche sind in Finanzierungen. Auf dem Access-to-Finance-
mit den Regionen vereinbarten Operationellen Portal können sich Unternehmen informieren,
Programmen (OP) fixiert. Mit den Mitteln aus wo und wie sie EU-geförderte Finanzierungs-
den ESIF sollen bis 2020 mehr als zwei Millio- instrumente beantragen können.
nen Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähig-
keit gestärkt, Investitionen in die Infrastruktur
getätigt und die Beschäftigungsfä-
higkeit der Menschen erhöht wer- www.bmwi.de/DE/Themen/Europa/Strukturfonds.html
den.
http://ec.europa.eu/europe2020/europe-2020-in-your-
country/index_en.htm
http://ec.europa.eu/contracts_grants/funds_de.htmEU-Förderung konkret Dezember 2016
Kohäsions– und Strukturpolitik II
Der Europäische Fonds für Regionale
Entwicklung
3
Der Europäische Fonds für Regionale Ent-
wicklung (EFRE) ist Teil der Europäischen
Struktur- und Investitionsfonds (ESIF). Der
EFRE unterstützt Regionen mit Entwicklungs-
rückstand und Strukturproblemen und verfolgt
somit die zentralen Ziele der EU-Struktur- und
Kohäsionspolitik, den wirtschaftlichen, sozia-
len und territorialen Zusammenhalt in der EU
©EU,/AFP 2012, Boris Roessler
zu stärken. Mit den EFRE-Mitteln werden vor
allem Investitionen gefördert, mit denen die
Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ver- Europäischer Sozialfonds
bessert wird, Arbeitsplätze in kleinen und mitt- Der Europäische Sozialfonds ist das wichtigs-
leren Unternehmen geschaffen sowie For- te beschäftigungspolitische Instrument der
schung, technologische Entwicklung und In- EU. Die Mittel stehen für Maßnahmen zur För-
novation ausgebaut werden. Auch Maßnah- derung von Beschäftigung und Mobilität von
men zum Umweltschutz erhalten Förderung. Arbeitskräften, zur Förderung der sozialen
Die Mittel aus dem EFRE werden um nationa- Eingliederung benachteiligter Personengrup-
le Ko-Finanzierungen der einzelnen Mitglied- pen und der Bekämpfung der Armut, für In-
staaten aufgestockt. Der Förderumfang und vestitionen in Bildung und Qualifikation sowie
die jeweiligen Förderquoten hängen davon zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur
ab, in welchem Entwicklungszustand sich die zur Verfügung.
jeweilige Region befindet. In weniger entwi-
Europäischer Landwirtschaftsfonds
ckelten Regionen sind die Förderquoten hö-
her und die nationale Ko-Finanzierung ist ge- Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die
ringer. In stärker entwickelten Regionen sind Entwicklung im ländlichen Raum (ELER) ist
die Förderquoten geringer und die nationalen Bestandteil der gemeinsamen Europäischen
Ko-Finanzierungsanteile höher. Agrarpolitik. Er fokussiert eine wettbewerbsfä-
hige Landwirtschaft, eine nachhaltige und
Zum EFRE gehört auch die Europäische Ter-
ressourcenschonende Bewirtschaftung ein-
ritoriale Zusammenarbeit (ETZ), deren Ziel es
schließlich Klimaschutz sowie eine ausgegli-
ist, über grenzübergreifende Kooperationen
chene Entwicklung der ländlichen Wirtschaft
das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Po-
und Gemeinschaften. Hierfür stehen von 2014
tenzial von Grenzregionen, Nachbarstaaten
bis 2020 rund 85 Milliarden Euro bereit.
und europäischen Regionen zu stärken, Prob-
lemstellungen gemeinsam zu lösen und künf-
Europäischer Meeres- und Fischereifonds
tige Kooperationen einzuleiten.
Der Europäische Meeres- und Fischereifonds
Kohäsionsfonds (EMFF) bildet die Grundlage für die Finanzie-
rung der gemeinsamen Fischereipolitik der
Der Kohäsionsfonds (KF) ist für EU-Mitglieds- EU. Die Mittel des EMFF werden anteilig zur
staaten vorgesehen, deren Pro-Kopf-Einkom- Größe der Fischereiindustrie des jeweiligen
men unter 90 Prozent des EU-Durchschnitts Mitgliedslandes verteilt. Für Deutschland sind
liegt. Mit dem Fonds sollen wirtschaftliche und 220 Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel sol-
soziale Ungleichheit ausgeglichen und eine len im Wesentlichen für die Umstellung auf
nachhaltige positive Entwicklung gefördert eine nachhaltige Fischerei verwendet werden,
werden. Es werden ausschließlich Projekte in einschließlich aller hinzukommenden Begleit-
den Bereichen transeuropäische Verkehrsnet- faktoren.
ze und Umwelt gefördert. Die Mittel des Fonds
werden auf Bulgarien, Estland, Grie-
chenland, Kroatien, Lettland, Litauen, http://ec.europa.eu/regional_policy/de/funding/erdf/
Malta, Polen, Rumänien , Slowakei, Slo- http://ec.europa.eu/regional_policy/de/funding/social-fund/
wenien, Tschechien, Ungarn und Zy-
pern verteilt. Der Fonds hat ein Volu-
men von insgesamt rund 63 Milliarden
http://ec.europa.eu/regional_policy/de/funding/cohesion-fund/
http://ec.europa.eu/agriculture/cap-funding/index_de.htm
Euro.
https://ec.europa.eu/fisheries/cfp/emff_deEU-Förderung konkret Dezember 2016
Der EFRE in NRW
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist das wichtigste wirtschafts- und
strukturpolitische Instrument für Nordrhein-Westfalen (NRW). Seine Mittel werden schwerpunkt-
mäßig für die Förderung von Innovation und Wachstum vor allem in kleinen und mittleren Unter-
4
nehmen in NRW eingesetzt. Entsprechend des mit der EU-Kommission vereinbarten Operationel-
len Programms (OP) EFRE.NRW „Wachstum & Beschäftigung“ stehen dafür in der aktuellen För-
derphase EU- und Landesmittel in Höhe von insgesamt 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese
Mittel werden vorrangig eingesetzt, um Forschung, Innovationen und technologische Entwicklung
zu fördern, die Wettbewerbsfähigkeit von KMU zu stärken sowie die CO 2-Emissionen zu verrin-
gern. Die Förderung erfolgt über unterschiedliche Projektauswahlverfahren. In den acht NRW-
Leitmärkten werden Wettbewerbe (Leitmarktwettbewerbe) durchgeführt, bei denen KMU Projekte
einreichen und bei Erfolg einen Zuschuss für die Projektdurchführung erhalten können.
Leitmarktwettbewerbe
Die Leitmarktwettbewerbe finden in den acht
NRW.Leitmärkten Produktion.NRW, Neue Förderschwerpunkte von EFRE in NRW
Werkstoffe.NRW, Mobilität & Logistik.NRW,
Forschung, Entwicklung ,
IKT.NRW, Energie- & Umweltwirtschaft.NRW,
Innovation
CreateMedia.NRW, Gesundheit.NRW und 20%
LifeSciences.NRW statt. Sie werden von der
LeitmarktAgentur.NRW beim Forschungszent- 40% Wettbewerbsfähigkeit
von KMU
rum Jülich e.V. durchgeführt.
25% Verringerung der CO2-
Diese organisiert zu jedem Leitmarkt jeweils
zwei Projektaufrufe mit je zwei Einreichungs- Emmission
15%
runden. Dabei können die Projektthemen je
Aufruf unterschiedliche Schwerpunkte bein- Stadt-und
halten. Das Fördervolumen je Leitmarkt be- Quelle für Diagramm und Quartiersentwicklung/
„EFRE in Zahlen“: Prävention
trägt grundsätzlich 10 Millionen Euro. https://www.efre.nrw.de/
Wesentliche Ziele der Förderung sind der
Transfer von wissenschaftlichem Know-how
in die wirtschaftliche Verwertbarkeit mit dem Sonstige KMU-relevante Wettbewerbe
Ziel, neue Märkte zu erschließen und Innova-
tionshemmnisse abzubauen. Präferiert wer- EFRE-Mittel werden in NRW auch für den
den Kooperationsprojekte von KMU mit Ein- Klimaschutz eingesetzt. Sechs Projektaufrufe
richtungen von Wissenschaft und Forschung zu diesem Förderschwerpunkt sind aktuell
in NRW. geöffnet: ErneuerbareEnergien.NRW, Ener-
gieeffizienzUnternehmen.NRW, Energieeffi-
Das Antragsverfahren ist zweistufig gestaltet zienzRegion.NRW, VirtuelleKraftwerke.NRW,
und beginnt mit der Einreichung einer Projekt- HydrogenHyWay.NRW und KommunalerKli-
skizze, die von einem Gutachtergremium be- maschutz.NRW. Alle Wettbewerbe zeichnet
wertet wird. Im Falle einer Förderempfehlung eine starke Anwendungsorientierung aus.
erfolgt das formelle Antrags- und Bewilli-
gungsverfahren. Des Weiteren findet jährlich der Förderwett-
bewerb „Forschungsinfrastrukturen“ statt.
Dieser zielt auf Projekte, die nachhaltige
EFRE in Zahlen Strukturen für umsetzungsorientierte For-
schung, experimentelle Entwicklung und die
8.300 Beratungen zu Leitmarktwettbewerben Demonstration von Pilotprojekten zum Inhalt
haben. Gefragt sind auch Unternehmensko-
822 eingereichte Projektskizzen in den ersten bei- operationen.
den Runden der Leitmarktwettbewerbe
2.933 Partner beteiligen sich an den Projekten der
Leitmarktwettbewerbe
www.efre.nrw.de
96 Handwerker/-innen erhielten EFRE-Starthilfe
zur Gründung/Übernahme eines Betriebes www.leitmarktagentur.nrw.deEU-Förderung konkret Dezember 2016
Der ESF in NRW
Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung
(ÜLU)
5
Die ÜLU in Berufsbildungsstätten des Hand-
werks, der Industrie und des Handels wird mit
Mitteln aus dem ESF kofinanziert. Dadurch
werden die Kosten gesenkt, die Unternehmen
für die ergänzende und erweiternde Unterwei-
sung ihrer Auszubildenden in den überbetrieb-
lichen Ausbildungszentren aufbringen müs-
sen. Die ÜLU ermöglicht vor allem KMU, die
Ausbildung ihrer Lehrlinge an moderner Tech-
nik und in allen von den Ausbildungsordnun-
gen geforderten Bereichen in hoher Qualität
zu gewährleisten.
Bildungsscheck NRW
KMU in NRW können den mit ESF-Mitteln
geförderten Bildungsscheck NRW nutzen, um
berufliche Qualifizierungen von Mitarbeitern,
©Beate Ludwig, 2006 deren Jahreseinkommen 39.000 Euro nicht
übersteigt, zu finanzieren. Die Förderung er-
NRW erhält in der Förderperiode 2014-2020
folgt in Form eines 50-prozentigen Zuschus-
rund 627 Millionen Euro aus dem Europäi-
ses zu den Kurskosten. Dieser kann maximal
schen Sozialfonds (ESF). Das Ministerium für
500 Euro betragen und wird vom Bildungsan-
Arbeit, Integration und Soziales setzt diese
bieter mit den Kurskosten verrechnet. Inner-
Mittel vorrangig für Projekte und Maßnahmen
halb von zwei Kalenderjahren kann ein KMU
ein, die Beschäftigung und Mobilität von Ar-
zehn Bildungsschecks in Anspruch nehmen.
beitskräften fördern, Armut bekämpfen und
Die Ausgabe erfolgt durch regionale Bera-
soziale Inklusion begünstigen, die Grundbil-
tungsstellen.
dung Erwachsener verbessern und eine mo-
derne Berufsausbildung ermöglichen.
Das Förderprogramm „Fachkräfte.NRW“
Viele dieser Maßnahmen kommen KMU direkt
oder indirekt zugute. KMU erhalten Beratung Das mit Mitteln des ESF, des EFRE und des
und Unterstützung, um sich besser an die Landes NRW ausgestattete Programm
Erfordernisse des Marktes anzupassen, ihre „Fachkräfte.NRW“ unterstützt KMU in NRW
Attraktivität für Fachkräfte zu erhöhen und bei ihrer Fachkräftesicherung. Gefördert wer-
vorhandenes Personal zu qualifizieren (siehe den Projekte, in deren Rahmen Berufsab-
Fachkräfte. NRW und Bildungsscheck). schlüsse nachgeholt werden, Anpassungen
an die digitale Arbeitswelt erfolgen, Zuwande-
Sie profitieren auch von Programmen zur Ein- rer und Menschen mit Behinderung eingestellt
gliederung junger Menschen in den Arbeits- sowie Ausbilder weitergebildet werden. Auch
markt. Unter dem Motto „Kein Abschluss ohne für die Beratung zur Fachkräftegewinnung und
Anschluss“ unterstützen „Starthelfer“ Jugend- die Modernisierung der technischen Ausstat-
liche bei der Suche eines Ausbildungsplatzes tung von überbetrieblichen Aus- und Weiter-
und bei Problemen im ersten Ausbildungsjahr. bildungsstätten werden Projektzuschüsse in
Kooperative Ausbildung, Verbundausbildung, Höhe von bis zu 50 Prozent der anfallenden
Produktionsschulen und Teilzeitausbildung Ausgaben gewährt. Projektanträge können in
sind neue Formen, um junge Menschen in den 16 Regionalagenturen NRWs eingereicht
Ausbildung und Arbeit zu bringen. werden.
Programme für Berufsrückkehrer, Zuge-
wanderte und Personen mit Behinderung
sowie die Überbetriebliche Lehrlingsunter- https://www.mais.nrw/europaeischer-sozialfonds
weisung und Fachkräfte.NRW sind weitere
ESF geförderte Maßnahmen, die zur Fach-
kräftesicherung für KMU beitragen.
https://www.mais.nrw/fachkraefteprogramm
https://www.mais.nrw/ueberbetriebliche-lehrlingsunterweisung
www.bildungsscheck.nrw.deEU-Förderung konkret Dezember 2016
Interreg in NRW
Mit Interreg unterstützt die Europäische Kommission die grenzüberschreitende Kooperation zwi-
schen Regionen und Städten. Basierend auf den elf Prioritäten der EFRE-Förderung soll das wirt-
6
schaftliche, soziale und kulturelle Zusammenleben in Grenzregionen erleichtert werden.
Interreg ist aufgeteilt in die grenzübergreifende Zusammenarbeit (Interreg A), die transnationale
Zusammenarbeit (Interreg B) und die interregionale Zusammenarbeit (Interreg C). Die einzelnen
Interreg-Programme sind dezentral organisiert und widmen sich den individuellen Erfordernissen
der Förderregionen. Die Umsetzung erfolgt in konkreten Projekten, zu denen sich Partner, zum
Beispiel KMU aus den beteiligten Ländern, zusammenschließen. In der Förderphase 2014 bis
2020 stellt die EU-Kommission 10,1 Milliarden Euro, die als Zuschüsse vergeben werden, für die
Förderung dieser Projekte zur Verfügung. Zusätzlich können häufig nationale und regionale För-
dermittel zur Projektfinanzierung genutzt werden.
Das Land NRW ist mit den Programmen „Deutschland-Nederland“ und „Euregio Maas-Rhein“ an
zwei Interreg A-Programmen beteiligt. Als Teil des Kooperationsprogramms Nordwesteuropa ist
NRW auch in einem Interreg B-Programm vertreten.
Interreg Deutschland-Nederland
An dem Interreg-Programm Deutschland-
Nederland, dessen Förderregion sich entlang
der gemeinsamen Grenze von der Nordsee
bis zum Niederrhein erstreckt, sind Teile der
Bundesländer Niedersachsen und NRW so-
wie acht niederländische Provinzen beteiligt.
Ihre Zusammenarbeit verfolgt die Ziele, die
Innovationskraft zu erhöhen, eine CO2-arme
Wirtschaft zu sichern und Grenzbarrieren zu
beseitigen. Anträge für Kooperationsprojekte
zu diesen Themen können jederzeit von Or-
ganisationen, Unternehmen sowie öffentli-
chen und privaten Personen gestellt werden. Interreg Nordwesteuropa
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine
„Interreg Nordwesteuropa“ ist eins von 15
Projektbeteiligung von Partnern aus anderen
transnationalen Kooperationsprogrammen
Teilen NRWs möglich. Die maximale Projekt-
innerhalb der EU und fördert eine staaten-
laufzeit beträgt 48 Monate.
übergreifende Zusammenarbeit zum Beispiel
zwischen Forschungseinrichtungen und Un-
ternehmen. Zu dem Programmgebiet gehören
Euregio Maas-Rhein Irland, Großbritannien, Teile der Niederlande,
Belgien, Nordfrankreich, die Schweiz, NRW
Die Euregio Maas-Rhein umfasst Teile Belgi- und weitere deutsche Bundesländer. Mit rund
ens, den südlichen Teil der niederländischen 396 Millionen Euro werden bis 2020 Maßnah-
Provinz Limburg und in NRW die Region men unterstützt, die die Ressourcen- und Ma-
Aachen. Das Programm fördert unter ande- terialeffizienz sowie die Innovationsfähigkeit
rem die Wettbewerbsfähigkeit von KMU und verbessern und den CO2-Ausstoß reduzieren.
gemeinsame Aktivitäten zur Forschung und Gefördert werden transnationale Projektinitia-
Entwicklung von Unternehmen in der Grenz- tiven, die aus mindestens drei Partnern aus
region. Von einer Projektförderung über einen mindestens drei Mitgliedsstaaten (davon zwei
maximalen Zeitraum von 36 Monaten können Partner mit Sitz im Programmraum) bestehen.
zum Beispiel KMU, Unternehmen sowie Netz- Für bestimmte Projekte ist zudem eine zusätz-
werkverbände und Cluster profitieren. liche Förderung durch Bundesmittel möglich.
http://ec.europa.eu/regional_policy/de/policy/cooperation/european-territorial/
https://www.deutschland-nederland.eu/
www.interregemr.eu/index.html
www.nweurope.euEU-Förderung konkret Dezember 2016
Der Europäische Binnenmarkt
Mit rund 500 Millionen Verbrauchern und 21
Millionen Unternehmen in 28 Ländern ist der
Die EU-Dienstleistungsrichtlinie
Die im Jahr 2006 verabschiedete EU-Dienst-
7
EU-Binnenmarkt der größte einheitliche Markt
leistungsrichtlinie (20067123/EG) hatte das
in der Welt. Bereits 1968 wurden in der dama-
Ziel, die Erbringung von Dienstleistungen im
ligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
EU-Ausland zu vereinfachen und bürokrati-
die Zölle abgeschafft. Bis zur Vollendung des
sche Hindernisse abzubauen. Gleichzeitig
einheitlichen Binnenmarkts im Jahr 1992
sollten die Rechte der Verbraucher gestärkt
mussten die Mitgliedsstaaten der EU circa
werden. Die Richtlinie bezieht sich auf wirt-
300 Rechtsakte in nationales Recht überfüh-
schaftliche Dienstleistungen, wie zum Beispiel
ren, um den freien Verkehr von Waren, Perso-
Handel, Tourismus und Bauwesen. Zentrale
nen, Dienstleistungen und Kapital zu ermögli-
Forderungen der Richtlinie sind die Schaffung
chen. Mit dem Ziel bestehende bürokratische
des „Einheitlichen Ansprechpartners“, die
Hemmnisse und die Diskriminierung von aus-
elektronische Abwicklung von Zulassungsver-
ländischen Unternehmen abzubauen, drängt
fahren, die Prüfung von Normen, die Informa-
die EU-Kommission in ihrer 2015 veröffent-
tion der Verbraucher und eine grenzüber-
lichten Binnenmarktstrategie für Waren und
schreitende Zusammenarbeit der Verwaltun-
Dienstleistungen darauf, geltendes EU-Rechts
gen. Letztere erfolgt unter anderem über das
besser umzusetzen. Darüber hinaus sollen bis
gemeinsame Binnenmarktinformationssystem
Ende 2017 der Zugang von KMU und Start-
(IMI). Die Richtlinie war bis 2009 von den Mit-
Ups zu Finanzierungen und die Gründung von
gliedsstaaten umzusetzen.
Unternehmen erleichtert werden. Des Weite-
ren sollen das Vergabesystem öffentlicher Einheitlicher Ansprechpartner
Aufträge, das Normungssystem sowie der
Rechtsrahmen für geistiges Eigentum moder- Eine der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen
nisiert werden. Weitere aktuelle Themen sind der EU-Dienstleistungsrichtlinie war die
die Schaffung einer Kapitalmarktunion und Schaffung der „Einheitlichen Ansprechpartner“
eine gerechtere Unternehmensbesteuerung. in allen EU-Ländern im Jahr 2010. Diese stel-
len ein elektronisches Portal für alle Behör-
dendienste dar, die für die Aufnahme und
Ausübung einer Dienstleistung in einem ande-
ren Land erforderlich sind. Dienstleister erhal-
ten nicht nur alle wichtigen Informationen und
Unterlagen, der „Einheitliche Ansprechpart-
ner“ übernimmt auch den Dokumentenverkehr
zwischen Dienstleister und zuständiger Be-
hörde und ist bei der Anerkennung von
Berufsabschlüssen behilflich. Der Service ist
kostenfrei. Es fallen nur die Gebühren der
Fachstellen an.
TED
Europäische KMU-Woche „tenders electronic daily“
Seit 2009 koordiniert die EU-Kommission die europaweite Veranstal- http://ted.europa.eu
tungsreihe „Europäische KMU-Woche“. In Foren, Diskussionsrunden
und Workshops erhalten KMU aktuelle Informationen über sie betref- Der TED ist die mehrsprachige
fende EU-Entscheidungen und Maßnahmen. Außerdem besteht die Online-Version des Ausschrei-
Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Die Hauptveranstaltung findet bungsservices des Amtsblatts
im Rahmen der europäischen KMU-Versammlung in dem Land, das die der EU. Alle öffentlichen Aus-
Ratspräsidentschaft innehat, statt. Um das Unternehmertum zu würdi- schreibungen, die oberhalb der
gen, wird hier auch der Preis für die Förderung von Unternehmertum EU-Schwellenwerte liegen, sind
übergeben. im TED und im Amtsblatt zu
veröffentlichen. Sie können dort
http://ec.europa.eu/priorities/internal-market_de nach Branchen, Ländern, Regi-
onen und Lieferart recherchiert
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=URISERV:l33237 werden. Von Dienstag bis
http://ec.europa.eu/internal_market/eu-go/index_de.htm Samstag werden im TED täg-
lich circa 1.700 veröffentlicht.
https://ec.europa.eu/growth/smes/support/sme-week_deEU-Förderung konkret Dezember 2016
Hilfe bei Problemen im Binnenmarkt
Viele Unternehmen und Branchen haben Repräsentanten in Brüssel, die dort ihre Interessen ver-
treten. Auch für KMU gibt es verschiedene Kanäle, um erlebte Schwierigkeiten im EU-
8
Binnenmarkt der EU-Kommission mitzuteilen.
So können sich KMU direkt an NRW.Europa wenden, wenn sie bei Geschäftsaktivitäten in ande-
ren EU-Ländern gegenüber heimischen Unternehmen benachteiligt werden, bürokratische
Hemmnisse antreffen oder EU-Regulierungen sich nachteilig auswirken. Als Teil des Enterprise
Europe Network hat NRW.Europa direkten Kontakt zur EU-Kommission und gibt das Feedback
der Unternehmen an diese weiter. In unregelmäßigen Abständen führt NRW.Europa auch Befra-
gungen von KMU durch, um die Meinung der KMU aus NRW in aktuelle Entscheidungen und Ge-
setzgebungsverfahren der EU einfließen zu lassen.
Online Konsultationen
Sobald die Kommission eine neue politische
Initiative oder die Überarbeitung bestehender
Rechtsvorschriften ins Auge fasst, befragt sie
meist die Öffentlichkeit in einer Konsultation.
Privatleute, Unternehmen und Organisationen
mit Interesse an einem bestimmten Thema
und entsprechendem Fachwissen können der
Kommission wertvolle Hinweise für die Erar- Mit SOLVIT steht Bürgern und Unternehmen in allen EU-
beitung ihres Vorschlags geben, bevor dieser Mitgliedsstaaten ein Netzwerk zur Lösung von Proble-
zur Erörterung und Annahme an den Rat und men , die durch eine fehlerhafte Anwendung von Binnen-
das Europäische Parlament weitergeleitet marktvorschriften durch Behörden in einem anderen EU-
wird. So besteht für Unternehmen die Mög- Land entstehen, zur Verfügung. Die deutsche SOLVIT-
lichkeit, sich anonym an dem Gesetzgebungs- Stelle befindet sich im Bundesministerium für Wirtschaft
prozess zu Themen wie zum Beispiel dem und Energie und kann zum Beispiel bei Problemen mit
Binnenmarkt, zu Forschung und Technologie dem Marktzugang oder zu Steuerfragen kostenlos und
oder dem Zollrecht zu beteiligen. online kontaktiert werden.
KMU-Botschafter
Lobbyarbeit für KMU in Brüssel
Um ein Sprachrohr für die nationalen Belange
von KMU in Brüssel zu schaffen, hat die Euro- Ansprechpartner für die Fragen der KMU rund
päische Kommission die KMU-Botschafter ins um die EU sind auch die Brüsseler Vertretun-
Leben gerufen. Diese Botschafter tagen drei- gen der Kammern. Der Deutsche Industrie-
bis viermal im Jahr und tauschen sich zu The- und Handelskammertag (DIHK) ist Teil des
men wie KMU-Finanzierung, Zugang zu neu- europäischen Dachverbands Eurochambres
en Märkten und Regulierung aus. In Zusam- und vertritt die deutschen Industrie- und Han-
menarbeit mit der Kommission soll dabei fest- delskammern in Brüssel. Ebenfalls ein Büro in
gelegt werden, welche Maßnahmen für KMU Brüssel hat der Zentralverband des Deut-
vorrangig umgesetzt werden. Zudem gehört schen Handwerks (ZDH), der als Teil der Eu-
es zu den Aufgaben der Botschafter, den eu- ropäischen Union des Handwerks und der
ropaweiten Bürokratieabbau voranzutreiben. Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME) deutsche
Die KMU-Botschafterin für Deutschland ist Interessen vertritt. Beide Vertretungen beteili-
Frau Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin gen sich an den Konsultationen der EU-
Mittelstandspolitik im Bundesministerium für Kommission und informieren Unternehmen
Wirtschaft und Energie . rund um das Thema Europa.
http://nrw.enterprise-europe-germany.de/ihr-feedback-an-die-eu.html
http://ec.europa.eu/yourvoice/consultations/index_de.htm
www.bmwi.de/DE/Themen/Mittelstand/Mittelstandspolitik/europaeische-mittelstandspolitik,did=511488.html
http://ec.europa.eu/solvit/index_de.htm
www.dihk.de/themenfelder/international/europaeische-union/dihk-bruessel
https://www.zdh.de/ueber-uns/der-zdh/zdh-vertretung-bruessel/EU-Förderung konkret Dezember 2016
Das Enterprise Europe Network in NRW
9
Sie suchen Unterstützung beim Tech-
nologietransfer, bei der Internationalisie-
rung, bei der Umsetzung von innovati-
ven Vorhaben, beim Zugang zu Finan-
zierung?
Sie versuchen, einen Geschäfts-,
Technologie- oder Vertriebspartner in
der EU beziehungsweise im Ausland zu
finden?
NRW.Europa
Created with mapchart.net © unterstützt Sie als regionaler Netzwerk-
partner im europäischen Informations-
und Beratungsnetzwerk des Enterprise
Zugang zu Finanzierung – Beratung von NRW.Europa Europe Network. Kleine und mittlere Un-
Zugang zu Finanzierung zu finden ist besonders für auslands- ternehmen können auf mehr als 600
aktive Unternehmen nicht immer leicht. NRW.Europa unter- Partnerinstitutionen in über 60 Ländern
stützt mit Förder- und Finanzierungsmittelrecherchen im Inland EU- und weltweit zurückgreifen. Lesen
wie in ausländischen Zielmärkten. Über die Partner von Sie auf dieser Seite mehr über das um-
NRW.Europa und die Kontakte der NRW.BANK als regionaler fangreiche Unterstützungsangebot von
Förderbank haben wir Zugang zu verschiedenen Informations- NRW.Europa.
quellen in zahlreichen Ländern.
Sektorgruppen im Enterprise Europe Network
In 17 Kernbranchen haben sich auf Network-Ebene so ge- Sie sind an grenzüberschreitenden Ko-
nannte Sektorgruppen zusammen gefunden. Sie agieren ähn- operationen interessiert oder suchen
lich wie die Cluster, die man hierzulande kennt. In einer Sek- einen Geschäfts- oder Vertriebspartner
torgruppe arbeiten Network-Kollegen auf direkter Ebene zu- im Ausland?
sammen. So ist beispielsweise die Sektorgruppe Gesundheits-
wirtschaft bereits seit über 15 Jahren Mitorganisator der B2B- NRW.Europa
Matchmaking-Börse auf der MEDICA-Messe. bietet Zugang zu einer europäischen
Kooperationsplattform mit fast 20.000
anonymen Unternehmensprofilen quer
über alle Länder und Branchen. Suchen
Sie in den Profilen! Erstellen Sie sich
einen Email-Alert und verpassen Sie
kein Inserat in Ihrem Wunschland oder
in Ihrer Branche. Sie möchten lieber ge-
funden werden? Erstellen Sie selber ein
aussagekräftiges Profil mit NRW.Euro-
pa. Über die Datenbank und den persön-
lichen Kontakt zu den Network-Kollegen
nutzen Sie eine kostenfreie Möglichkeit,
um einen neuen Partner zu finden.
www.nrweuropa.de http://een.ec.europa.eu/about/sector-groups
www.nrweuropa.de/finanzierung www.b2match.eu/medica2016
www.nrwbank.de/aussenwirtschaft http://nrw.enterprise-europe-germany.de/
marktplatz.html
www.nrwbank.de/eu-foerderungEU-Förderung konkret Dezember 2016
Der Europäische Investitionsfonds
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ge-
hört zur Gruppe der Europäischen Investiti-
onsbank (EIB), der „Hausbank“ der Europäi-
10
schen Union (EU). Aus den Reihen deutscher
öffentlicher Finanzierungsinstitute sind die
KfW Bankgruppe, die baden-württember-
gische L-Bank, die LfA Förderbank Bayern,
die NRW.BANK und die Sächsische Aufbau-
bank Anteilseigner des EIF.
Eine Kernaufgabe des EIF ist die Bereitstel-
©EU, 2005
lung von Risikokapital für insbesondere kleine
und mittlere Unternehmen sowie größere mit-
telständische Unternehmen, sogenannte Mid- Die EIF-Finanzinstrumente in Deutschland
Cap-Unternehmen. Der EIF stellt seine Finan-
Das Engagement des Europäischen Investiti-
zierungsmittel diesen Zielgruppen über Fi-
onsfonds (EIF) erstreckt sich über die gesam-
nanzintermediäre zur Verfügung. Das heißt
te Produktpalette seines Angebots. Der EIF ist
konkret, dass der EIF sich an Kapital von Risi-
branchenübergreifend tätig, doch hat sich im
kokapital- und Wachstumsfonds beteiligt. Dar-
Laufe der Zeit eine besondere Expertise in
über hinaus stellt der EIF Garantien für Darle-
den Bereichen Life Science, Cleantech und
hens- und Leasingprodukte von Finanzinstitu-
IKT heraus gebildet. In Deutschland wurden in
ten, die insbesondere risikobehaftete unter-
2015 insgesamt 76 private Eigenkapitalfonds
nehmerische oder Forschungs- und Entwick-
aus Mitteln des EIF kofinanziert. Die Kapital-
lungsmaßnahmen kleiner und mittlerer Unter-
beteiligungen des EIF summierten sich hierbei
nehmen finanzieren. Für den in Europa zu-
auf 278 Millionen Euro.
nehmend größer werdenden Bedarf an Mikro-
finanzierungen (weniger als 25.000 Euro) bie- Im Rahmen der ERP/EIF-Wachstumsfazilität
tet der EIF Finanzintermediären, die über ver- sind in Deutschland verschiedene öffentliche
schiedene Finanzierungsprodukte dieses Finanzierer mit dem EIF engagiert. Der EIF
Segment bedienen, Eigenkapital- und Darle- verwaltet unter anderem den ERP/EIF-
hensfinanzierung an. Dachfonds, der von deutscher Seite aus dem
ERP-Sondervermögen des Bundes finanziert
Eine besondere Aufgabe des EIF ist seit Be-
wird. Er beteiligt sich an Risikokapitalfonds mit
ginn der Umsetzung des sogenannten
Investitionsfokus in Deutschland. Im Novem-
Juncker-Plans die Verwaltung der Mittel des
ber 2016 wurde der Mezzanin-Dachfonds
Europäischen Fonds für strategische Investiti-
Deutschland (MDD) in einer zweiten Auflage
onen (EFSI).
mit weiteren 400 Millionen Euro ausgestattet.
Die eingesetzten Mittel stellen der EIF, das
Bundeswirtschaftsministerium, die LfA sowie
die NRW.BANK. Investitionsfokus des Dach-
Mikrofinanzierungen fonds sind private Mezzanin-Fonds, die in
deutsche mittelständische Unternehmen in-
Die Unterstützung von Mikrofinanzierungen in
vestieren. Daneben bietet der „European An-
Europa ist ein zunehmend wichtigeres Anlie-
gels Fonds“ (EAF) aus Mitteln des EIF, des
gen des EIF. Kleinstunternehmen und Grün-
ERP-Sondervermögens und der LfA nicht-
der haben oftmals Probleme, ihren geringen
institutionellen Investoren, Business Angels,
Finanzierungsbedarf von weniger als 25.000
Kapital für die Unterstützung von jungen inno-
Euro zu realisieren. Im Rahmen des Pro-
vativen Unternehmen. Business Angels kön-
gramms für Beschäftigung und soziale Inno-
nen mit Hilfe dieser Finanzierungsmittel bran-
vation (EaSI) gewährt der EIF Garantien für
chenübergreifend in die Unternehmen inves-
Kleinstfinanzierungsinstrumente von Finanzin-
tieren.
termediären. Der Vorteil der EIF-Mittel liegt für
die Finanzierungssuchenden in der Regel
www.eif.org
darin, dass die Stellung von Sicherheiten ge-
genüber des Finanzierers zu Lasten des EIF www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/
entfallen. Bis Ende Oktober 2016 hat der EIF Foerderrecherche/suche.html?
bereits 100 Finanzierungsvereinbarungen mit get=views;document&doc=12948
Mikrofinanzierern abgeschlossen. https://www.nrwbank.de/de/corporate/presse/
pressearchiv/2016/161110_PI_MDD2.htmlEU-Förderung konkret Dezember 2016
Die Hausbank der EU
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die
Bank der EU und gleichzeitig eigenständige
11
Förderinstitution. Ihr Ziel ist es, die nachhalti-
ge Entwicklung in der EU und darüber hinaus
zu unterstützen und zu finanzieren.
In erster Linie vergibt die EIB Darlehen und
andere Finanzinstrumente wie Garantien,
Mikrofinanzierungen und Kapitalbeteiligun-
gen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darin,
Unternehmen den Zugang zu Finanzierung zu
erleichtern. Die EIB stellt Globaldarlehen über
Finanzintermediäre zur Verfügung, um die
Kreditvergabe an lokale Unternehmen zu er-
möglichen. Sie verbessert den Zugang zu
Risikokapital, indem sie sich an Private Equi-
ty-Fonds beteiligt. Außerdem stellt sie Kapital ©EU, 2015, Cristof Echard
für international und regional agierende Um-
welt- und Klimafonds zur Verfügung. Großun- Projektdarlehen für Midcaps
ternehmen können direkte Darlehen für die
Umsetzung von größeren Vorhaben zum Bei- Projektfinanzierungen können als Darlehen
spiel für neue Arbeitsplätze erhalten. Kleinst- auch direkt durch die EIB vergeben werden.
vorhaben unterstützt die Bank durch Darlehen Dabei stehen allgemeine Wachstumsfinanzie-
an Mikro-Finanzierer. Dabei müssen alle zu rungen mit einem Investitionsvolumen von
finanzierenden Projekte bankfähig sein und mindestens 25 Millionen Euro im Vorder-
strenge wirtschaftliche, technische, ökologi- grund. Darüber hinaus können auch For-
sche und soziale Anforderungen erfüllen. schungs- und Innovationsprojekte finanziert
werden. In bestimmten Fällen ist eine direkte
Unternehmen, die an einer EIB-Finanzierung Kreditvergabe an Midcap-Unternehmen mit
interessiert sind, wenden sich an einen Fi- bis zu 3.000 Beschäftigten möglich. Dabei
nanzintermediär in der Zielregion ihres ge- muss das Darlehensvolumen mindestens 7,5
planten Engagements, an relevante Fonds Millionen Euro betragen. Der Finanzierungs-
oder bei Investitionsvorhaben in Höhe von anteil der EIB beträgt in der Regel zwischen
mehr als 25 Millionen Euro direkt an die EIB 33 und 50 Prozent des absoluten Finanzie-
in Luxemburg. rungsvolumens und soll weitere Investoren
ermutigen, sich an der Finanzierung zu betei-
ligen, um Projekte zu ermöglichen.
Projekte über Finanzintermediäre
Was ist ein Midcap?
Die Projektfinanzierungen der EIB werden in
der Regel über Finanzintermediäre vergeben, Midcaps sind mittelständische Unternehmen entspre-
wenn nicht ausnahmsweise eine Direktfinan- chend der EU-Definition (siehe „Kleine und mittlere Un-
zierung erfolgt. Auch hier liegt, wie bei allen ternehmen“ auf Kalenderblatt 1), deren Mitarbeiterzahl
EIB-Projektfinanzierungen, der Fokus auf jedoch über 250 liegt. Small Midcaps beschäftigen weni-
nachhaltigem Wachstum und Beschäftigung. ger als 500, Midcaps weniger als 3.000 Mitarbeiter.
In Deutschland sind aktuell insgesamt 14 Fi- Diese Differenzierung wird dann interessant, wenn För-
nanzinstitute als zwischengeschaltete Banken derinstrumente von mittelständischen Unternehmen be-
für EIB-Darlehen akkreditiert. Die EIB hat in antragt werden können, die nicht ausschließlich KMU
Deutschland im Zeitraum von 2011 bis 2015 sind.
insgesamt 33,1 Millionen Euro an Projektdar-
lehen vergeben. 36 Prozent dieser Darlehen
sind in die Bereiche Industrie, Dienstleistun-
gen und Landwirtschaft geflossen. Mit 25 Pro-
zent wurden kleine und mittlere Vorha-
ben finanziert.
www.eib.org
www.eib.europa.eu/products/lending/loans/index.htmEU-Förderung konkret Dezember 2016
Europäischer Fonds für
strategische Investitionen
Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ist eine Initiative der EU-Kommission
12
und der EIB-Gruppe. Mit den im Fonds gebundenen Mitteln sollen neue Investitionen, vor allem
durch Unternehmen, in Europa initiiert werden. Investitionsschwerpunkte sind die Bereiche Strate-
gische Infrastruktur, Bildung, Forschung, Entwicklung und Innovation, Erneuerbare Energien/
Energieeffizienz sowie die Förderung von KMU und MidCaps. Die im EFSI bereitgestellten För-
dermittel sind keine liquiden Mittel oder Zuschüsse, sondern Rückgarantien für ausgewählte
Bankinstitute (sogenannte Finanzintermediäre), die mit diesen Garantien das eigene Kreditausfall-
risiko entlasten können. Das kreditgewährende Institut erhält somit Haftungsfreistellungen für
attraktive bestehende oder neu gestaltete Kreditprodukte, die Unternehmen bei Investitionen un-
terstützen. Die Rückgarantien haben einen Umfang von 21 Milliarden Euro. Es wird erwartet, dass
auf diesem Weg Investitionen in Höhe von 315 Milliarden Euro innerhalb von drei Jahren initiiert
werden.
NRW.BANK.Innovative Unternehmen
Die NRW.BANK nutzt Mittel aus dem EFSI, EFSI-Investitionen in Europa 2015
um schnell wachsende und innovative Unter- Energie
nehmen in NRW mit dem Förderprogramm 22%
KMU
NRW.BANK.Innovative Unternehmen zu un- 32%
terstützen. Förderfähig sind KMU sowie klei-
nere Midcap-Unternehmen (mit bis zu 499
Beschäftigten), die wenigstens eines der im
Programm definierten Innovationskriterien Forschung/
erfüllen. Umwelt- und Entwicklung/
Ressourcen- Innovation
Das Förderdarlehen wird im Hausbankenver- effizienz 20%
4%
fahren vergeben. Die Darlehensspanne liegt Soziale
Infrastruktur
zwischen 100.000 Euro und 7,5 Millionen Eu- 4% Verkehr Digitalbranche Quelle: EIB-Gruppe,
ro. Das Darlehen ist mit einer obligatorischen 7% 11% 15.11.2016
Haftungsfreistellung für die Hausbank in Höhe
von 70 Prozent des Darlehensbetrags verbun-
den. Neben dem EFSI ermöglichen auch Mit-
tel aus der InnovFin KMU-Kreditgarantie-
fazilität des HORIZONT 2020-Programms der EFSI-Projekte in Deutschland
EU das Programm. Seit Auflage des EFSI im Jahr 2015 sind auch
deutsche Finanzintermediäre und Unterneh-
men, entweder in Kooperation mit Partnern in
Der ERP-Gründerkredit – StartGeld anderen EU-Mitgliedsländern oder allein, mit
Rückgarantien ausgestattet worden. Geneh-
Das ERP-Gründerkredit-StartGeld der Kredit-
migt wurden bisher Projekte, für die Rückga-
anstalt für Wiederaufbau (KfW) war im Jahr
rantien aus dem EFSI im Umfang von 640
2015 das erste bereits existierende Finanzie-
Millionen Euro gewährt werden. Hinzu kom-
rungsprodukt in Deutschland, das zusätzlich
men weitere 590 Millionen Euro an geplanten
mit Garantien aus dem EFSI unterlegt wurde.
Projekten mit deutscher Beteiligung, die sich
Der Kredit fördert Existenzgründungen und derzeit noch in der Genehmigungsphase be-
junge Unternehmen bis fünf Jahre nach Grün- finden. Zusätzlich soll ein besonderes Förder-
dung mit bis zu 100.000 Euro Kreditvolumen. programm für MidCaps in Kooperation mit
Schon vor Implementierung der EFSI- Dänemark und Schweden aufgelegt werden.
Garantie konnte die Hausbank des Kreditneh-
mers zu 50 Prozent aus dem Kreditausfallrisi-
ko entlastet werden. Mit den neuen Kreditga-
rantiefazilitäten sowohl aus dem EFSI als
auch aus dem COSME-Programm der EU www.eib.org/efsi/what-is-efsi/
beträgt die Haftungsfreistellung für das durch-
www.nrwbank.de/iu
leitende Kreditinstitut nunmehr obligatorisch
80 Prozent. https://www.kfw.de/067
www.eib.org/efsi/efsi-projects/EU-Förderung konkret Dezember 2016
Unternehmensgründung in Europa
13
Jede Bürgerin und jeder Bürger der EU hat das Recht, in jedem EU-Mitgliedsstaat sowie in Island,
Norwegen und Lichtenstein ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ebenfalls besteht im gleichen
Maße die Möglichkeit, eine Tochtergesellschaft/Niederlassung eines bereits bestehenden in der
EU ansässigen Unternehmens aufzubauen. Nationale Kontaktstellen dienen dabei Gründungswil-
ligen als erste Informationsstelle, denn die konkreten Anforderungen für eine Gründung unter-
scheiden sich von Land zu Land. Die Europäische Kommission verlangt von den Mitgliedsstaaten,
eine Gründung innerhalb von drei Arbeitstagen zu ermöglichen, nicht mehr als 100 Euro an Ge-
bühren zu erheben, alle Verwaltungsschritte über nur eine Behörde abzuwickeln („One Stop
Shop“) und diesen Prozess online zu ermöglichen. Mit einer neuen Start-up- und Scale-up-
Initiative weist sie auf bestehende Chancen für Gründer und KMU hin und setzt zusätzlich neue
Schwerpunkte in den Bereichen Risikokapitalinvestitionen, Insolvenzrecht und Besteuerung.
Startup Europe
http://startupeuropeclub.eu/
Über die Website „Startup Europe“ stellt die
Europäische Kommission Gründern aus dem
Bereich der Informations- und Kommunikati-
onstechnologien verschiedene Unterstüt-
zungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit dem
als „One Stop Shop“ ausgelegten Konzept
bietet die Kommission über diese Plattform
Informationen zur Finanzierung des Vorha-
bens sowie diverse Beratungsleistungen rund
um das Thema Gründung an. „Startup Euro-
pe“ fördert zudem den Austausch von Grün-
dern untereinander sowie deren Vernetzung
mit etablierten Unternehmen. ©EU, 2015, Adam Berry
Erasmus für Jungunternehmer START-UP-Hochschul-Ausgründungen
NRW
Das Programm „Erasmus für Jungunterneh-
mer“ bietet Existenzgründern die Chance, die Dieses Förderprogramm des Landes NRW
für das Führen eines kleinen Unternehmens unterstützt Ausgründungen aus Hochschulen
notwendigen Fähigkeiten in der praktischen und wird zur Hälfte aus europäischen EFRE-
Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Unter- Mitteln finanziert. Die Zuschüsse aus dem
nehmer in einem anderen europäischen Land Programm können von gründungswilligen Ab-
zu erwerben. Das Programm zielt auf die För- solventen oder Hochschulwissenschaftlern
derung von Unternehmertum und den Aus- genutzt werden, um ihre Ideen und Produkte
tausch von Erfahrungen ab. Gleichzeitig bietet bis zur Marktreife weiterzuentwickeln. Das
es sowohl jungen als auch erfahrenen Unter- Förderprogramm ermöglicht auch individuelle
nehmern die Möglichkeit, neue Geschäftsbe- Coaching-Maßnahmen für Gründer. Für die
ziehungen zu knüpfen und neue Märkte ken- Förderung ist die Teilnahme an einer der
nen zu lernen. Für ihr maximal sechsmonati- Wettbewerbsrunden des Programms „START-
ges Praktikum in einem etablierten Unterneh- UP-Hochschul-Ausgründungen NRW“ erfor-
men im europäischen Ausland erhalten Jung- derlich. Regelmäßige Informationsveranstal-
unternehmer von der EU einen Zuschuss zu tungen sowie eine Beratung durch den durch-
ihren Reise- und Aufenthaltskosten. Kontakt- führenden Projektträgers Jülich unterstützen
stelle für Interessierte aus NRW ist die Stadt Gründungsinteressierte bei der Antragstel-
Gelsenkirchen. lung.
http://europa.eu/youreurope/business/start-grow/start-ups/index_de.htm
http://startupeuropeclub.eu/
https://www.ptj.de/hochschulausgruendung
www.erasmus-entrepreneurs.eu/
www.gelsenkirchen.de/de/_meta/aktuelles/artikel/21185-eu-austauschprogrammEU-Förderung konkret Dezember 2016
Der digitale Binnenmarkt
EU-Strategie für einen digitalen
Binnenmarkt
Digitalisierung der europäischen Industrie
Die Europäische Kommission hat verschiede-
14
Um der immer größeren Bedeutung einer digi- ne Maßnahmen erarbeitet, die die Digitalisie-
talisierten Gesellschaft und Wirtschaft gerecht rung der europäischen Industrie unterstützen.
zu werden, hat die Europäische Kommission Neben Änderungen der politischen Rahmen-
eine Strategie zur Erschaffung eines digitalen bedingungen sollen in Zukunft nationale und
Binnenmarkts erarbeitet. Diese Strategie um- regionale Initiativen zur Digitalisierung der
fasst drei Schwerpunkte und soll sicherstellen, Wirtschaft besser koordiniert werden. Zudem
dass Unternehmen Produkte und Dienstleis- erhalten Unternehmen eine bessere Aufklä-
tungen nach gemeinsamen Regeln und Stan- rung über bereits existierende Förderinstru-
dards innerhalb der gesamten EU anbieten mente. Die Einrichtung und finanzielle Unter-
können. Ziel ist es, allen Europäern einen bes- stützung von „Digital Innovation Hubs“ gestat-
seren Zugang zu digitalen Waren und Dienst- tet es Unternehmern, sich regional zu digita-
leistungen zu ermöglichen, die Rahmenbedin- len Innovationen beraten zu lassen und ihre
gungen für digitale Netze und Dienstleistun- Ideen in einer Testumgebung zu erproben.
gen zu optimieren und die digitale Wirtschaft
als Wachstumsmotor zu nutzen.
IKT Standards
Mit einer Standardisierung von Informations-
und Kommunikationstechnologien möchte die
Europäische Kommission die fortschreitende
Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft
unterstützen. Die noch zu erarbeitenden Stan-
dards sollen sicherstellen, dass eine Daten-
©EU, 2016, Cristof Echard
übermittlung und Verbindung von Geräten
auch in Zukunft gewährleistet ist. Die Standar-
disierung ist schwerpunktmäßig für die hoch-
leistungsfähigen Mobilfunknetze (5G - der
fünften Generation), Cloud Computing, das
Internet der Dinge, Big Data und Cyber-
security vorgesehen. Dieser Prozess soll in
Ab- und Rücksprache mit verschiedenen Ak-
teuren auf internationaler und europäischer Cybersecurity
Ebene erfolgen.
Seit dem Start von Horizont 2020 hat die EU
bereits 160 Millionen Euro an Förderung für
Cybersecurity-Projekte bewilligt. Ab 2017 stellt
E-Commerce in der EU
die EU im Rahmen einer öffentlich-privaten
Die Verbesserung des E-Commerce innerhalb Vertragspartnerschaft weitere 450 Millionen
der EU ist Teil der digitalen Binnenmarktstra- Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Mit die-
tegie. Der aktuelle Gesetzesentwurf der EU- ser Partnerschaft sollen Forschungs- und Ent-
Kommission sieht vor, Geoblocking (regionale wicklungsarbeiten zwischen öffentlichen Ak-
Sperrung von Internetinhalten) beim Online- teuren und der Industrie bereits in einem frü-
Einkauf in anderen EU-Staaten zu verhindern, hen Stadium gefördert werden. Ziel der Part-
grenzüberschreitende Paketlieferungen preis- nerschaft ist es, innovative Sicherheitslösung
werter und effizienter zu gestalten sowie die mit europäischen Standards zu erarbeiten und
Rechte von Konsumenten beim Online- einen Austausch zwischen Unternehmen und
Einkauf zu wahren und Verstöße konsequen- Behörden zu zukünftigen Bedürfnissen im Be-
ter zu ahnden. reich Cybersequrity zu schaffen.
https://ec.europa.eu/priorities/digital-single-market_de
https://ec.europa.eu/digital-single-market/
http://ec.europa.eu/internal_market/e-commerce/index_de.htm
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-1407_de.htmSie können auch lesen