Bulletin - TU Wien alumni club

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Bulletin - TU Wien alumni club
TU Wien alumni club
                                                      Verband der AbsolventInnen, Freunde und
                                                      Förderer der Technischen Universität Wien

                        Bulletin
                        Nr. 35 / Juni 2013/ Verlagspostamt 1040 Wien / GZ:04ZO3573OM

                                                                              - Firmenkooperationen
                                                                              - TU-Töchter
                                                                              - Das Institut für Managementwissenschaften stellt sich vor
                                                                              - TechnikerInnen mit Impact
                                                                              Schwerpunkthema: Wertschöpfung
                                                                                                                                         Aus dem Inhalt:

TU_Bulletin_35.indd 1                                                                                              28.05.2013 14:12:06
Bulletin - TU Wien alumni club
Passion
                                          for excellence

                                                                                                                                      ©photo – Lasse Clason / Andi Bruckner / Andreas Buchberger

         Unibail-Rodamco wurde 1968 gegründet und ist Europas führendes börsennotiertes Immobilienunternehmen mit einem
         Portfolio von 29,3 Mrd. € per 31. Dezember 2012. Das Unternehmen führt 82 Shopping Center in zwölf Ländern Europas,
         57 davon verzeichnen jährlich mehr als sechs Millionen Besucher.
         Mit den Einkaufszentren Shopping City Süd (rund 22,5 Millionen Besucher pro Jahr) und Donau Zentrum (rund 18 Millionen
         Besucher pro Jahr) ist Unibail-Rodamco einer der Marktführer in Österreich. In der angrenzenden Slowakei verzeichnet
         das Unternehmen rund 12 Millionen jährliche Besucher im Einkaufszentrum Aupark in Bratislava.
         Erfahren Sie mehr über Unibail-Rodamco und über unser einjähriges Traineeprogramm EGP (European Graduate Programme)
         unter http://www.unibail-rodamco.com/W/do/centre/talent-in-motion.

         www.unibail-rodamco.com – A different perspective on your career

unibailrodamco_rh_ad_bat_15-03-13.pdf 1                                                                                       15/03/13 14:47
Bulletin - TU Wien alumni club
Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                                                 Seite 3

                 Editorial                                                                                              Inhalt
                 Liebe Leserinnen und Leser!                                                                     Editorial, Impressum
                 Liebe Absolventinnen und Absolventen!                                                                                             Seite 3

                                                                                                                 TechnikerInnen mit Impact
                                                               In der Folge ist für die jede Aus-                                                  Seite 4
                                                               gabe des Bulletins ein besonderer
                                                               Schwerpunkt vorgesehen. Dieser
                                                                                                                 Optimierung betrieblicher Prozesse –
                                                               soll die Bedeutung der einzelnen                  Innovationsforschung – Entwicklung
                                                               Fakultäten als operative Know-How                 einer nachhaltigen Wettbewerbs-
                                                                                                                 fähigkeit
                                                               Träger der TU Wien einerseits und
                                                                                                                                                   Seite 6
                                                               die intensive Zusammenarbeit mit
                                                               Partnern aus Industrie und Wirt-
                                                                                                                 Zucker. Stärke. Frucht. –
                                                               schaft andererseits darstellen.                   mit drei Standbeinen weltweit
                                                                                                                 präsent
                                                               Die aktuelle Ausgabe widmet sich                                                   Seite 12
                                                               dem Thema Wertschöpfung. Nicht
                                                               nur der kürzlich erschienene Wert-                Wertschöpfung durch Kooperation:
                                                                                                                 Moderne Softwareentwicklung
                                                               schöpfungsbericht der TU Wien,                    zwischen Universität und Industrie
                                                               sondern vor allem das Institut                                                     Seite 14
                                                               für Managementwissenschaften,
                                                               die Töchterunternehmen der TU
                                                                                                                 Dankbarkeit und Stolz
                 Foto: © TU Wien                               Wien – TVFA und researchTUb –                                                      Seite 15
                                                               sowie GTS, ein Unternehmen, das
                 Die Öffnung des TU Wien alumni                von zwei Absolventen der TU Wien
                                                                                                                 mi-factory – das Demonstrations- und
                 club für die Zielgruppe der Studie-           gegründet wurde, werden die Wert-                 Entwicklungslabor für die Fertigung
                 renden und MitarbeiterInnen stellt            schöpfung von verschiedenen Sei-                  der Zukunft
                 der neue Vorstand in den Mittel-              ten beleuchten. Für die Wissen-                                                    Seite 20

                 punkt der strategischen Ausrich-              schaft stellt Wertschöpfung immer
                 tung. Damit soll neben der möglichst          eine Herausforderung dar, da dem                  TVFA WIEN – Sicherheit für
                                                                                                                 Menschen.erfahren.verlässlich.
                 frühzeitigen Einbindung Studieren-            Charakter einer Universität natur-                innovativ
                 der als künftige Alumni besonders             gemäß das zweckfreie, nicht ge-                                                    Seite 22
                 das große Potenzial der Mitarbeite-           winnorientierte Streben nach Er-
                 rInnen der TU Wien als Mitwirkende            kenntnis entspricht, aus dem sich                 It´s all about the money ?!?
                 und Multiplikatoren angesprochen              oft erst zu einem späteren Zeitpunkt                                               Seite 24
                 werden. Ich lade Sie daher sehr               die Grundlagen für neue techno-
                 herzlich ein, das Mitgliedsformular           logische Entwicklungen ergeben.                   Neuer postgradualer Master of
                 in der Mitte des Heftes zu nutzen             Das bedeutet jedoch vor allem,                    Engineering International Construction
                 und dieses wichtige Netzwerk zu               dass nur ausreichende und gleich-                 Project Management der TU Wien

                 verstärken.                                   bleibende Investitionen in die uni-                                                Seite 25

                                                               versitäre Forschung die daraus
                 Das Bulletin wird künftig zweimal             erwachsende Wertschöpfung für                     „Keine besonderen Erwartungen“

                 pro Jahr erscheinen und bietet den            die Gesellschaft sicherstellen.                                                    Seite 26

                 LeserInnen einen Einblick in die
                 vielfältigen Aktivitäten der TU Wien,                              Hans Georg Jodl              Sponsionen & Promotionen,
                                                                                                                 Graduierungen des Continuing
                 ihrer wissenschaftlichen Forschung                    Geschäftsführender Präsident              Education Centers
                 und forschungsgeleiteten Lehre.                               TU Wien alumni club                                                Seite 28

                 Impressum:
                 Herausgeber: TU Wien & TU Wien alumni club, Karlsplatz 13, 1040 Wien, Tel.: +43-1-5041634-10, Fax: +43-1-5041634-9, office@tualumni.at •
                 Verlagspostamt: 1040 Wien • Medieninhaber & Redaktion: TU Wien alumni club; Chefredaktion: Helene Czanba, helene.czanba@tualumni.at |
                 Nicole Schipani, nicole.schipani@tuwien.ac.at • Layout: Adam Silye, adam.silye@chello.at • Auflage: 5.500 Stück • Anzeigenakquisition:
                 TU Career Center GmbH, Tel.: +43-1-5041634-10, office@tucareer.com • Druckerei: BTS Druckkompetenz GmbH, Engerwitzdorf/Linz,
                 +43 7235 503 70-0; info@bts.at

TU_Bulletin_35.indd 3                                                                                                                                 28.05.2013 14:12:09
Bulletin - TU Wien alumni club
Seite 4                                                         Bulletin Nr. 35 | Juni 2013

           TechnikerInnen mit Impact
           Die drei Universitäten TU Wien, TU Graz und Montanuni Leoben tragen als
           „TU Austria“ überdurchschnittlich zur Wertschöpfung der österreichischen
           Wirtschaft bei. Text: Bettina Neuteufl

                                                                                                    Volkswirtschaftliche
                                                                                                          Effekte

                                                                                              Schließlich kann die TU Austria in
                                                                                              einer Input-Output-Analyse auch auf
                                                                                              direkte volkswirtschaftliche Effekte
                                                                                              verweisen. In den Jahren 2005 bis
                                                                                              2011 wurden von den drei Unis
                                                                                              rund 3,3 Mrd. Euro – dies entspricht
                                                                                              einem realen Wert von gut 3,5 Mrd.
                                                                                              Euro – ausgegeben. Inklusive der
                                                                                              indirekten Wertschöpfungseffekte
                                                                                              bei Vorleistungsbetrieben und der
                                                                                              induzierten Einkommenseffekte be-
                                                                                              lief sich der totale Wertschöp-
                                                                                              fungseffekt durch die TU Austria
           v.l.n.r.: Wilfried Eichlseder, Georg Kapsch, Sabine Seidler, Bernhard Hofmann-     im selben Zeitraum im Inland auf
           Wellenhof, Foto: © Industriellenvereinigung
                                                                                              4,1 Mrd. Euro. Berücksichtigt man
                                                                                              darüber hinaus auch die im Aus-

           D    er Produktionswert, die Brutto-
                wertschöpfung sowie die Brutto-
           Investitionen sind laut Studie des
                                                     ventInnen nur 55 % waren. Von die-
                                                     ser guten Akzeptanz am Arbeits-
                                                     markt profitiert auch das österreichi-
                                                                                              land erzielten Effekte, so erhöht sich
                                                                                              der totale Effekt auf 4,6 Mrd. Euro.
                                                                                              Der Wertschöpfungsmultiplikator
           Economica Instituts für Wirtschafts-      sche Budget: In absoluten Zahlen         (definiert als das Verhältnis vom
           forschung im Bereich Technologie          fallen im Rahmen der ersten Beschäf-     totalen zum direkten Wertschöp-
           und Wissen bis zu sieben Mal höher        tigung der TU Austria-Alumni durch-      fungseffekt) entspricht damit jenem
           als im Tourismus. Obwohl in Öster-        schnittlich mit gut 20.500 Euro an       der Autoindustrie und übertrifft
           reich etwas mehr Beherbergungs-           Steuern und Sozialversicherungsab-       z. B. die Bereiche Erziehungs- und
           und Gastronomiebetriebe (14 %) als        gaben um 6.600 Euro pro Jahr mehr        Unterrichtsdienstleistungen oder
           technologie- und wissensintensive         an, als bei der ersten Beschäftigung     auch Mineralölerzeugnisse. Wei-
           Unternehmen (13 %) angesiedelt            eines/einer Universitätsabsolvent/in.    tere positive Effekte konnte die TU
           sind, beschäftigt der Bereich Tech-                                                Austria etwa am Arbeitsmarkt erzie-
           nologie und Wissen mehr Personen                                                   len. Waren in den TU Austria-Unis
           (19 %, Tourismus 10 %).                      Gründungsrate: Intensität             von 2005 bis 2011 umgerechnet auf
                                                          des Wissenstransfers                Vollzeitäquivalente pro Jahr 5.425
                                                                                              Personen beschäftigt, so umfasst
                   Qualifikation: Stärkung                                                    der totale Beschäftigungseffekt
                    des Humankapitals                Im Jahr 2011 generierte die TU           7.030 Vollzeitäquivalente jährlich.
                                                     Austria mit rund 29 % einen über-        Insgesamt trugen die Beschäfti-
                                                     proportional hohen Anteil aller Start-   gungseffekte an den Universitäten in
           TU-Austria-AbsolventInnen werden          ups/Spin-offs der österreichischen       den Jahren 2005 bis 2011 zu einem
           vom Arbeitsmarkt konstant besser          Universitäten. In den vergangenen        Steuer- und Sozialversicherungs-
           akzeptiert als der Durchschnitt der       Jahren haben die beiden TUs und          aufkommen in Höhe von etwas über
           heimischen Universitätsabsolven-          die Montanuni zudem einen wich-          1 Mrd. Euro bei. Ergänzt man diese
           tInnen. 83% der AbsolventInnen            tigen Beitrag zur Stabilisierung des     Zahl um die Steuern und Abgaben
           der MU Leoben, 76 % der TU Graz           Patentgeschehens geliefert, da sie       jener Beschäftigungsverhältnisse,
           und 74 % der TU Wien waren 2010           bei einer – durch die Wirtschafts-       die indirekt oder induziert durch
           im (privat-)wirtschaftlichen Bereich      krise ausgelösten – fallenden allge-     den Universitätsbetrieb entstehen,
           tätig, während dies im österreichi-       meinen Patentaktivität eine Steigung     so erhöht sich das Aufkommen auf
           schen Durchschnitt der Uniabsol-          ihrer eigenen Aktivität aufwiesen.       rund 1,3 Mrd. Euro.

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Bulletin - TU Wien alumni club
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                    reich, Wien und im Burgenland tätig. Wir bieten Praktikantenstellen für HTL-Schüler/innen und vielseitige Berufseinstiegsmöglichkeiten für
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Bulletin - TU Wien alumni club
Seite 6                                                         Bulletin Nr. 35 | Juni 2013

           Optimierung betrieblicher Prozesse –
           Innovationsforschung – Entwicklung
           einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit
           Das Institut für Managementwissenschaften der TU Wien stellt sich vor.                                 Text: Walter Schwaiger

                                                             Institut für
                                                      Managementwissenschaften

                 Arbeitswissenschaft      Betriebstechnik und                 Finanzwirtschaft              Immobilien und
                  und Organisation          Systemplanung                      und Controlling            Facility Management

           Leitbild
           Entwicklung und Vermittlung umfassender Wirtschafts-, Management- und Führungskompetenzen zur Etablierung
           nachhaltig wettbewerbsfähiger Produktionsunternehmen.

           Forschung
           Das Institut für Managementwissenschaften (IMW) befasst sich mit der Gestaltung und dem Management von
           Produktionsunternehmen. Die Forschungsgebiete reichen von der Optimierung inner- und zwischenbetrieblicher
           Prozesse und Strukturen über Innovationsforschung bis hin zur Entwicklung von Methoden und Techniken des
           risikobasierten Unternehmensmanagements zur Entwicklung einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit.

           Am Institut wird ein multiperspektivischer Managementansatz verfolgt, wobei die nachhaltige Wettbewerbs-
           fähigkeit auf der Unternehmens-, Geschäfts- und Prozessebene unterschiedliche Methoden aus Organisation,
           Management und Innovationsforschung erfordert: Auf der Unternehmensebene ist eine Corporate Governance
           auszugestalten, um die unternehmerischen Tätigkeiten zu einem wettbewerbsfähigen Gesamtsystem zu formen.
           Auf der Geschäfts- und Unternehmensebene kommen ökonomische Aspekte hinzu. Auf der Prozessebene sind
           fertigungs- und betriebstechnische sowie arbeitswissenschaftliche Aspekte vordergründig.

           Lehre
           Das Institut vermittelt umfassende Wirtschafts-, Management- und Führungskompetenzen in den Bachelor- und
           Masterstudien Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Wirtschaftsinformatik. Diese Kompetenzen werden
           auch allen Studierenden der TU Wien über einzelne Lehrveranstaltungen zugänglich gemacht, um sie optimal auf
           ihr Berufsleben vorzubereiten. Im Sinne der forschungsgeleiteten Lehre werden in den Masterstudien die Vertie-
           fungsmöglichkeiten mit den Forschungsgebieten der Institutsbereiche abgestimmt. In der post-gradualen Wei-
           terbildung engagiert sich das Institut in zahlreichen MBA-Kursen des Continuing Education Center der TU Wien.

                                             Kontakt
                                          Institut für Managementwissenschaften
                                          Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften
                                          Theresianumg. 27, 1040 Wien, Österreich; T: +43-1-58801-33001
                                          http://www.imw.tuwien.ac.at

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Bulletin - TU Wien alumni club
Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                                        Seite 7

                 Bereich Arbeitswissenschaft und Organisation

                                                           force Diversity – eine der großen              rung der beteiligten AkteurInnen
                                                           gesellschaftlichen Herausforderun-             (Menschen und Technologie) gene-
                                                           gen der kommenden Jahrzehnte –                 rierte Wert maximiert werden kann.
                                                           spielt dabei eine wesentliche Rolle.           Anderseits sind nicht nur Techno-
                                                           Genau an der Schnittstelle zwi-                logien und formale Strukturen we-
                                                           schen Mensch und Technologie er-               sentliche Komponenten von Arbeits-
                                                           forschen die WissenschaftlerInn-               systemen, sondern auch informale
                                                           en des Bereiches unterschiedliche              Strukturen, Normen und Werte. Im
                                                           Aspekte von Diversität. In mehreren            Forschungsbereich Gestaltung von
                                                           Forschungsprojekten werden unter               Sinn- und Kultursystemen unter-
                                                           der Leitung von Univ.-Prof. Sabine             suchen wir, wie sich Diversität in
                                                           Köszegi aktuelle Problemstellungen             Organisationen auswirkt und wel-
                                                           in vier verschiedenen Forschungs-              che Konsequenzen sich daraus für
                                                           bereichen bearbeitet:                          die Zusammenarbeit ergeben. Kon-
                                                                                                          kret werden beispielsweise die Ar-
                                                                 Wir erforschen und gestalten             beitsbedingungen von Frauen im
                                                                                                          Wissenschafts- und Technologie-
                                                                                                          umfeld analysiert. In einem weiteren
                 Prof. Sabine Köszegi (Bereichsleitung),                         Sozio-                   internationalen Projekt untersuchen
                 Foto: © TU Wien                                               Technische                 wir die Zusammenhänge zwischen
                                                                                Systeme
                                                                                                          Organisationskultur, Diversität und
                 Mit der Mission „Technik für Men-                                                        dem Auftreten von dysfunktionalen
                                                              Innovations-
                 schen“ trägt die TU Wien dem Um-               Systeme                        Sinn-      Konflikten bis hin zu Mobbing am
                 stand Rechnung, dass sich der                                              und Kultur-   Arbeitsplatz.
                                                                                             Systeme
                 Wert von wissenschaftlichen Er-
                 kenntnissen und neuen Techno-                                                            Die Erkenntnisse aus unseren For-
                 logien immer nur in Relation zum                            Support-                     schungsprojekten tragen zu einem
                 Menschen und seinen Bedürfnis-                              Systeme                      besseren Verständnis der Folgen
                 sen bemessen lässt. Eine Erfindung                                                       von Diversität für Organisationen
                 wird erst dann zur Innovation, wenn                                                      bei und lassen sich direkt für die
                 sie über einen Markt NutzerInnen                                                         Verbesserung des Arbeitslebens
                 findet, die bereit sind, Geld dafür       In interdisziplinären Forschungs-              von Menschen einsetzen. Darüber
                 auszugeben. Gleichzeitig ist die          projekten untersuchen wir beispiels-           hinaus können die Studierenden der
                 Gestaltung eines menschengerech-          weise gemeinsam mit Wissen-                    TU Wien durch unsere forschungs-
                 ten Arbeitsumfeldes, das sowohl           schaftlerInnen aus den Fakultäten              geleitete Lehre Up-to-date-Kennt-
                 Innovation als auch Wirtschaftlich-       für Architektur und Bauingenieur-              nisse über jene Problemstellungen
                 keit und Effizienz in Wertschöp-          wesen, wie Innovationssysteme op-              und Herausforderungen gewinnen,
                 fungsprozessen fördert, in vielen         timal gestaltet werden können. Ins-            denen sie als künftige Führungs-
                 Aspekten noch nicht gelöst. Das           besondere ist von Interesse, wie               kräfte und ExpertInnen in Organisa-
                 Phänomen der sogenannten Work-            der aus Diversität und Spezialisie-            tionen begegnen werden.

                 Bereich Betriebstechnik und Systemplanung

                 Nur wer die aktuellen Kundenwün-          Qualitätsmanagement sowie Pro-                 sowie die Bereitstellung und Auf-
                 sche kennt, technisch auf dem neu-        duktmanagement.                                bereitung wissenschaftlicher Er-
                 esten Stand ist, effizient produziert                                                    kenntnisse und Methoden für die
                 und auf Marktänderungen rasch             Durch eine wissenschaftlich fun-               praktische Anwendung. Ganzheitli-
                 reagiert, wird im globalen Wett-          dierte und praxisorientierte Ausbil-           che Lösungen und der Einsatz fun-
                 bewerb bestehen. Die Fachgebiete          dung werden unsere Studierenden                dierter Methoden und Werkzeuge
                 des Bereiches Betriebstechnik und         bestens auf ihre künftigen Aufgaben            zum Nutzen unserer Kunden stehen
                 Systemplanung am IMW der TU               im Berufsleben vorbereitet. Im Mit-            auch im Mittelpunkt der Beratung
                 Wien sollen dazu beitragen und            telpunkt unserer Forschung stehen              im Bereich Betriebstechnik und
                 liegen im Produktionsmanagement,          die Erforschung, Entwicklung und               Systemplanung.
                 Logistikmanagement, Prozess- und          Umsetzung intelligenter Lösungen,

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                                                                    Fabrik & Layoutplanung
                                                     Produktions-   Technologiemanagement
                                                      strukturen

                                                                    Auftragsabwicklung & PPS
                                                      Logistik-     Logistikstrukturen und Materialflussplanung
                                                    management

                                                                    Lean Management
                                                     Produktions-   Produktionsbewertung
                                                     optimierung

           Prof. Wilfried Sihn (Bereichsleitung),   Projektbearbeitung sowie die pra-       nagement auseinandergesetzt. Die
           Foto: © Fayer & Co GesmbH                xisnahe Ergänzung der Lehre.            möglichen Optimierungspotenziale
                                                                                            liegen auf der Hand. Deshalb be-
           Mit der Fraunhofer Austria Research                                              schritt Quehenberger, unterstützt
           GmbH gibt es einen kompetenten                     Projektbeispiel               vom Bereich Betriebstechnik und
           Kooperationspartner, der zur Fraun-              Lean Management                 Systemplanung, mit einem umfas-
           hofer-Gesellschaft in Deutschland                                                senden Ansatz neue Wege: Es
           gehört, der führenden Organisation                                               wurden Lean-ExpertInnen aus dem
           für angewandte Forschungs- und           Quehenberger Logistics implemen-        ganzen Konzern ausgebildet und
           Entwicklungsdienstleistungen in          tierte in enger Zusammenarbeit mit      an zwei Standorten prototypische
           Europa. Prof. Wilfried Sihn, Leiter      dem Bereich Betriebstechnik und         Implementierungen, die als Show
           des Bereichs Betriebstechnik und         Systemplanung Methoden des Lean         Cases dienen, durchgeführt. Die
           Systemplanung, ist auch Geschäfts-       Management im Unternehmen. Seit         Ergebnisse in den bisher betrach-
           führer von Fraunhofer Austria. Die       Jahren steht dieses Thema in der        teten Standorten unterstrichen dann
           Kooperation umfasst neben einer          produzierenden Industrie hoch im        auch das große Potenzial einer flä-
           engen räumlichen Zusammenar-             Kurs, allerdings haben sich Logi-       chendeckenden Einführung, die
           beit, die gemeinsame Forschung           stikdienstleister bisher nur bedingt    derzeit durch die ausgebildeten
           und Nutzung der Infrastruktur, die       mit den Methoden des Lean Ma-           Lean-ExpertInnen umgesetzt wird.

           Bereich Finanzwirtschaft und Controlling

                                                    Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit      Im Forschungsschwerpunkt Finan-
                                                    steht auf dem Spiel, wenn einem         cial Enterprise Management geht
                                                    Unternehmen die Liquidität bzw.         es um die Bestimmung optimaler
                                                    das Eigenkapital ausgeht. In Zeiten     Projekt- und Unternehmensfinan-
                                                    zunehmend volatiler werdender Ge-       zierungen, die portfoliotheoretisch
                                                    schäftsfelder bedarf es eines risiko-   optimale Ausgestaltung des IFRS-
                                                    basierten Finanzmanagements, wo-        Finanzmanagements von kapital-
                                                    bei die sich auf den Märkten bie-       marktorientierten Unternehmen so-
                                                    tenden Chancen und Risiken iden-        wie um die empirische Analyse von
                                                    tifiziert und mit den Produktions-      risikobasierten Managementsyste-
                                                    möglichkeiten abgestimmt und fin-       men, von Kapitalmärkten und ver-
                                                    anziert werden müssen. Ansätze          schiedenen Finanzierungsinstru-
                                                    zur Sicherung der wirtschaftlichen      menten.
                                                    Nachhaltigkeit werden in den drei       Im Forschungsschwerpunkt Enter-
                                                    Forschungsschwerpunkten des Be-         prise Risk Management geht es im
           Prof. Walter Schwaiger (Bereichs-        reichs Finanzwirtschaft und Con-        Rahmen des unternehmensweiten
           leitung), Foto: © Fotostudio Floyd       trolling adressiert.                    Risikomanagements um die Integra-

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Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                                 Seite 9

                 tion des Risikomanagements in die       Forschungsprojekte im Bereich Finanzwirtschaft und Controlling
                 traditionellen Managementsysteme,
                 um die Konstruktion, Kalibrierung
                 und Validierung von Risikomodellen         Erfolgs- und risikobasiertes
                 für Markt- und Kreditrisiken sowie         Management von dezentral                   Portfoliomanagement
                 um die Bestimmung intertemporal            organisierten Unternehmen
                 optimaler RORAC-Managementsys-
                 teme für dezentral organisierte Un-
                 ternehmen.
                 In dem Forschungsschwerpunkt IT-                                                      Accounting-based
                                                                  Bewertung von
                 based Enterprise Management                                                         Management Information
                                                               Unternehmensanleihen
                 geht es um die Identifikation und                                                         Systems
                 Modellierung von Geschäfts- und
                 Managementprozessen, die seman-
                 tische Abbildung der Prozessak-
                 tivitäten und der damit verbund-                 Forschungsprojekt: Erfolgs- und risikobasiertes
                 enen Informationsflüsse in Daten-               Management dezentral organisierter Unternehmen
                 und Workflow-Modelle sowie die
                 Implementierung von Rechnungs-
                 wesen-basierten Managementin-           basierten Erfolgskennzahlen syste-      elt, simuliert und getestet. In Zusam-
                 formationssystemen in IT-Applika-       misch koordiniert. Das finanzwirt-      menarbeit mit der Boston Consult-
                 tionen.                                 schaftliche Managementproblem be-       ing Group wird ein risikobasiertes
                                                         steht in der Identifikation und Vor-    Erfolgsmanagementsystem für de-
                 In dezentral organisierten Unter-       gabe von angemessenen Koordi-           zentral organisierte Banken entwick-
                 nehmen werden die verschieden-          nationsprinzipien sowie risikoba-       elt, wobei die segmentspezifischen
                 en Geschäftsbereiche weitestge-         sierten Erfolgskennzahlen. Im For-      Investitionsvolumina mit Hilfe von
                 hend autonom geführt. Auf Unter-        schungsprojekt werden kontroll-         risikoadjustierten Erfolgskennzahlen
                 nehmensebene werden die Ge-             theoretisch optimale Erfolgs- und Ri-   geplant sowie im Zeitablauf kontrol-
                 schäftsbereiche mit Hilfe von risiko-   sikomanagementsysteme entwick-          liert und gelenkt werden.

                 Bereich Immobilien und Facility Management

                                                         Facility Management (FM) ist eine       österreichischen Unternehmen über
                                                         wichtige Managementstrategie für        deren FM-Organisation durch. In
                                                         jedes Unternehmen. Die Europä-          erster Linie sollen dabei die aktu-
                                                         ische Norm EN 15221-1 definiert         ellen Gegebenheiten sowie zukünf-
                                                         FM folgendermaßen: „Im Allge-           tige Entwicklungen im Facility Ma-
                                                         meinen nutzen alle Organisationen       nagement in Europa dargestellt wer-
                                                         – öffentliche wie private – Gebäude,    den. Wie anhand der Ergebnisse
                                                         Betriebsvermögen und Dienstlei-         der aktuellen Studie sichtbar wird,
                                                         stungen (Facility Services), um ihre    kann effizientes FM große Potenziale
                                                         Hauptaktivitäten zu unterstützen. FM    in Energie, Reinigung und Personal
                                                         beeinflusst somit die Fähigkeit einer   haben. Vielen Unternehmen war es
                                                         Organisation, vorausschauend zu         durch Maßnahmen, wie technische
                                                         handeln und ihre Anforderungen zu       Verbesserungen, Nutzung von Syn-
                                                         erfüllen.“ Die Managementaufga-         ergien, neue/verbesserte Vertrags-
                                                         ben auf der Seite des Nutzers sind:     formen und Neuverhandlungen von
                                                         Die Definition des Bedarfs auf stra-    Tarifen/Konditionen möglich, hohe
                                                         tegischer, taktischer und operativer    Kosteneinsparungen zu erzielen.
                                                         Ebene, das Sourcing und das Con-        Produktivitätssteigerungen konnten
                                                         trolling der Leistungserbringung.       durch Prozessoptimierung, Nutzung
                                                                                                 von Synergien und Mitarbeiteraus-
                 Prof. Alexander Redlein (Bereichs-      Vor diesem Hintergrund führt das        lastung vor allem bei Instandhal-
                 leitung), Foto: © TU Wien Markus        IFM der TU Wien seit dem Jahr 2005      tung/Wartung und Personal erreicht
                 Ziegelwanger                            jährlich Umfragen bei den Top 500       werden.

TU_Bulletin_35.indd 9                                                                                                             28.05.2013 14:12:15
Bulletin - TU Wien alumni club
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           Wie diese Prozessoptimierung opti-      Forschungsprojekte im Bereich Finanzwirtschaft und Controlling
           mal erfolgen kann, ist daher ein
           weiterer Forschungsschwerpunkt
           des IFM. In diesem Bereich wurden                                                    Prozesslandkarte und
           im Rahmen von über 45 Case Stu-             Wertsteigerung durch FM               -optimierung (Best Practise)
           dies mit der Industrie Prozess-                                                     im FM sowie IT Support
           landschaften und Best Practise
           Prozessmodelle erstellt. Diese Best
           Practise Modelle decken neben
           reinen Dienstleistungsunternehmen             Risikomanagement im                       Facility Services –
           auch Filialisten und den öffentlichen         Facility und Immobilien                  wie optimiere ich die
           Bereich sowie Krankenanstalten-                    Management                          Leistungserbringung
           verbände ab. In Zusammenarbeit
           mit PwC wurden diese Modelle
           analysiert und in einigen Bereichen     Estate und Facility Management ent-     tung von Risikomanagement und
           erweitert, um die Anforderungen         wickelt, welche an die Risikoma-        Compliance bei immer knapperen
           von Compliance und internen Kon-        nagement Anforderungen von spezi-       Ressourcen. Hier entwickelt das
           trollsystemen abdecken zu können.       fischen Unternehmen leicht an-          IFM gerade mit einigen Kranken-
           In der Kooperation mit PwC wurde        passbar ist. Gerade im Bereich Ge-      anstaltsverbänden geeignete Best
           auch eine Risikolandkarte für Real      sundheitswesen steigt die Bedeu-        Practise Ansätze.

           Gespräch mit DI Albert Lidauer (geführt von Prof. Kurt Matyas)

           Albert Lidauer studierte Maschinenbau und Betriebswissenschaften an der Technischen
           Universität Wien. Er absolvierte auch das Harvard Senior Management Program (AMP 155),
           das Harvard High Potential Leadership Program (HPLP) und ist als Lektor an der TU Wien am
           Institut für Managementwissenschaften tätig. Nach vielen Stationen in der Automobilindustrie bei
           General Motors und Ford ist er seit 2011 als President Magna Exteriors & Interiors für den gesamt-
           en Geschäftszweig Fahrzeugaußen- und Fahrzeuginnenausstattung in Europa verantwortlich.

                                                   welcher Art und in welchem Umfang       jene, in der wir versuchen den Pro-
                                                   haben Sie es mit Industrial Engineer-   zess ständig zu verbessern. Dazu
                                                   ing zu tun, wobei dieser Begriff ja     verwenden wir im Prinzip die gan-
                                                   sehr breit gefächert ist?               ze Palette an Methoden, die im In-
                                                                                           dustrial Engineering verfügbar
                                                   ALBERT LIDAUER: Ja, wir haben           sind. Diese erstreckt sich von digi-
                                                   natürlich gerade in unserer Bran-       taler Fabrik-Layout-Planung bis zu
                                                   che häufig neue Programme und           MTM und „Lean“ Methoden, die
                                                   Projekte, die wir unseren Kunden        vom Toyota Produktionssystem be-
                                                   – der Automobilindustrie – anbie-       schrieben werden.
                                                   ten. Wir müssen diese Projekte also
                                                   „industrialisieren“. Wenn wir ein       Sie haben jetzt das Toyota Produk-
                                                   Angebot gemacht haben und den           tionssystem angesprochen – gibt es
                                                   Zuschlag des Kunden bekommen,           auch ein eigenes MAGNA Produkti-
                                                   dann müssen wir dafür sorgen, dass      onssystem?
                                                   diese Produkte entsprechend in die
                                                   Produktion eingeführt werden. Wir       ALBERT LIDAUER: Wir haben bei
                                                   müssen die entscheidenden Pro-          MAGNA auch ein eigenes System
                                                   zesse planen und bei den Abläufen       – wir nennen dies MaFaCt – also
                                                   die wirtschaftlichen Überlegungen       das Magna Factory Concept. Diese
           Albert Lidauer, Foto: © prolpicture     berücksichtigen, um die Kosten- und     Methoden haben wir natürlich stark
                                                   Qualitätsziele zu erreichen. Die er-    an das ursprüngliche Toyota-Sys-
           Herr Lidauer, Sie sind Präsident MA-    ste Phase des Industrialisierens be-    tem angelehnt. Allerdings haben
           GNA Exteriors & Interiors Europe        steht aus Prozess- und Personal-        wir es um eigene Impulse zur Um-
           und leiten 37 Produktionsstätten. In    planung. Die zweite Phase ist dann      setzung des Systems erweitert.

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Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                                   Seite 11

                 Wie kann man höhere Implemen-            tionsseite und prozessspezifische       Da sind wir schon beim richtigen
                 tierungsraten erzielen? Dies ist ein     Anwendungen geprägt.                    Stichwort: Führung, Leadership. In-
                 langfristiger Prozess, der eine gute                                             wiefern sind Wirtschaftsingenieure
                 Vorbereitung aller Produktionsmit-       Welches Anforderungsprofil setzen       mit diesen Themen konfrontiert?
                 arbeiter erfordert. Sobald die Mitar-    Sie persönlich an Absolventinnen
                 beiter die entsprechende Entwick-        und Absolventen des Wirtschaftsin-      ALBERT LIDAUER: Wie ich schon
                 lungsstufe erreicht haben, können        genieurwesens-Maschinenbau?             vorher erwähnt habe, ist der Wirt-
                 Sie davon ausgehen, dass die Din-                                                schaftsingenieur im Allgemeinen
                 ge besser umgesetzt werden. Wir          ALBERT LIDAUER: Da gibt es eine         ein sehr gut ausgebildeter Ingeni-
                 können zwar theoretisch phanta-          relativ einfache Antwort. Ein Wirt-     eur, der sehr viel von Produktion
                 stische Systeme haben, wenn wir          schaftsingenieur, der ein Idealbild     und Wirtschaftlichkeit versteht. Es
                 aber nicht in der Lage sind, dies        erfüllen will, muss jemand sein, der    liegt nicht an den Qualifikationen der
                 im Unternehmen großflächig anzu-         umsetzen und Dinge wirklich in die      Wirtschaftsingenieure, wenn ge-
                 wenden, sind diese ganzen Metho-         Praxis bringen kann. Und das nicht      wisse Dinge nicht umgesetzt wer-
                 den nichts wert. Der entscheidende       nur allein, sondern mit der gesam-      den. Es liegt viel häufiger daran,
                 Faktor ist also die Umsetzung. Das       ten Mannschaft des Unternehmens.        dass nicht die richtige Führungs-
                 hängt natürlich viel mit der Führung     Die Werkzeuge und Methoden des          und Organisationsstruktur verwen-
                 zusammen.                                Industrial Engineerings sind im         det wird. Wenn ich Organisations-
                                                          Prinzip bekannt. Ab und zu kommen       struktur sage, dann meine ich damit
                 Erklären Sie uns bitte kurz wie man      natürlich neue dazu – aber im Prin-     ein Teamkonzept. Wenn sie heute
                 sich KVP und Innovation in der be-       zip haben wir schon eine riesige        beispielsweise kein Teamkonzept
                 trieblichen Praxis bei MAGNA Exte-       Auswahl an Methoden, wie man Pro-       haben in einem Automobilbetrieb,
                 riors & Interiors Europe vorstellen      zesse und Produkte besser machen        dann werden Sie diese Methoden
                 kann?                                    kann. Es liegt an uns, die richtigen    des „Lean“ nicht umsetzen können.
                                                          Methoden auszuwählen – das muss         Das ist ein Fundament – sie müssen
                 ALBERT LIDAUER: KVP und Innova-          der Industrial Engineer natürlich       diese kleinen Gruppenstrukturen
                 tion gehören sehr eng zusammen.          machen. Aber noch wichtiger ist         haben, um hier wieder diesen
                 Generell geht es bei allem um ein-       es, die Mitarbeiter und die gesamte     schon erwähnten Multiplikations-
                 en permanenten „Change-Manage-           Mannschaft für dieses Thema zu          effekt zu erreichen. Andererseits
                 ment-Prozess“ – jeden Tag muss           gewinnen.                               brauchen sie auch Führungskräfte,
                 ich Teile meiner Arbeit verbes-          Sei dies, die entsprechenden Aus-       die einen anderen Führungsstil ver-
                 sern, mich bemühen, effizienter zu       bildungen zu machen – die Mit-          wenden als ein typischer Manager.
                 werden. Heute wird das oft modern        arbeiter müssen dies verstehen          Ein typischer Manager neigt dazu,
                 „sich neu erfinden“ genannt, vor         und unterstützen. Erst wenn es uns      starr zu kontrollieren, neigt dazu,
                 10 Jahren hieß es noch „Re-Engi-         gelingt, in einem Unternehmen die       stark seine eigenen Ideen verwirk-
                 neering“. Gemeint ist überall das        gesamte Mannschaft hinter diese         lichen zu wollen – während eine
                 Gleiche. Man muss in einem funk-         Projekte zu bringen, werden wir         Führungskraft das maximale Poten-
                 tionierenden Unternehmen täglich         einen Multiplikationseffekt erzielen,   tial aus der Gruppe, aus dem Team
                 auf der Suche sein – wie werde ich       der die Umsetzungen erreicht, die       herausholt. Eine Führungskraft sagt
                 besser und besser? Man muss offen        wir haben wollen.                       ganz klar Ihre Erwartung, hat eine
                 sein und nach außen schauen, sich        Wenn Sie es schaffen – so wie z.B.      starke Vision und gibt den Rahmen
                 mit anderen vergleichen. Wenn man        Toyota das macht, dass jeder Mitar-     vor. Sie ist interessiert an der Tätig-
                 jetzt den Begriff „Innovation“ her-      beiter im Schnitt 40 Vorschläge pro     keit und bringt sich auch selbst in
                 nimmt, dann ist hier üblicherweise       Jahr einbringt und auch umsetzt,        das Thema ein, aber sie arbeitet
                 eher die Produktseite gemeint – wo       dann müssen sie sich vorstellen,        mit der Gruppe. Eine Führungskraft
                 man neue Produkte, effizientere          was dies für eine Macht ist in der      versucht, die Gruppe in ein opti-
                 Produkte entwickelt. Aber gleich-        Verbesserung. Toyota hat heute          males Arbeitsumfeld zu verset-zen,
                 zeitig muss man Innovation auch          ca. 400 000 Mitarbeiter – à 40 Vor-     damit diese optimale Ergebnisse
                 bei den Prozessen betreiben – also       schläge – dann kommen sie auf 16        erarbeiten kann. Das ist der Unter-
                 wie stelle ich das Produkt effizienter   Millionen umgesetzte Vorschläge         schied zwischen Leadership und
                 her. KVP hat im Prinzip die gleiche      pro Jahr. Entscheidend ist es, die      Management.
                 Aufgabe. Es ist ein kontinuierlicher     entsprechende Führungskraft zu
                 Verbesserungsprozess. Wie werde          haben, die entsprechenden Mit-          Vielen Dank für das Gespräch!
                 ich tagtäglich besser in der Ferti-      arbeiter auszubilden, und dann
                 gung, beispielsweise. Innovation ist     den Multiplikationsfaktor wirken        Mit freundlicher Genehmigung von
                 ein bisschen näher in Richtung Pro-      zu lassen, wo jeder mitzieht. Diese     WING Business
                 duktseite gemeint. KVP wird norma-       Entwicklung kann dann keiner mehr
                 lerweise mehr in Richtung Produk-        aufhalten.

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           Zucker. Stärke. Frucht. – mit drei
           Standbeinen weltweit präsent
           AGRANA ist ein international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen,
           welches landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl an industriellen Produkten für
           die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Im Bereich Energieeffizienz gibt es eine
           enge Zusammenarbeit mit der TU Wien.

           Bei AGRANA wird Energieeffizienz groß geschrieben. Foto 1 und 3: © AGRANA, Foto 2: © Jim Barber

           A   GRANA ist mit rund 8.000 Mit-
                 arbeiterInnen an 56 Produkti-
           onsstandorten auf fünf Kontinenten
                                                  ment Frucht Weltmarktführer bei
                                                  Fruchtzubereitungen und führender
                                                  Produzent von Fruchtsaftkonzentra-
                                                                                         dem deutlich ihre Abhängigkeit von
                                                                                         Primärenergie“, so AGRANA Vor-
                                                                                         standsvorsitzender Johann Marihart.
           weltweit vertreten und erwartet für    ten in Europa.                         Eines der wichtigsten Projekte im
           das Geschäftsjahr 2012/13 einen                                               Bereich Energieeffizienz, nämlich
           Konzernumsatz von rund 2,6 Mrd.        Aufgrund ihrer Nähe zur agrari-        die Konzeptionierung und Realisie-
           Euro. Das Unternehmen notiert seit     schen Urproduktion ist AGRANA ein      rung der Biogasanlage Kaposvár,
           1991 im Prime Market Segment der       möglichst effizienter Umgang mit na-   wurde in enger Zusammenarbeit
           Wiener Börse.                          türlichen Rohstoffen ein besonde-      mit der TU Wien umgesetzt.
                                                  res Anliegen. Unter diesem Aspekt
           AGRANA beliefert in den drei Ge-       stehen die Bereiche Transport, En-
           schäftssegmenten Zucker, Stärke        ergieversorgung, Produktion und
           und Frucht lokale Produzenten ge-      Verpackung schon seit Jahren im
           nauso wie internationale Konzerne      Fokus ressourcenschonender Maß-
           speziell der weiterverarbeitenden      nahmen.
           Nahrungsmittelindustrie. Im Segment
           Zucker bedient AGRANA mit Pro-         Seit der letzten Verarbeitungssai-
           dukten der „Wiener Zucker“- Mar-       son greift AGRANA in mehreren
           kenfamilie neben der Industrie auch    Standorten auf neue, besonders
           den Endkonsumentenmarkt. Damit         ressourcenschonende Produktions-
           ist AGRANA einer der größten           technologien zurück. „Dank geziel-
           Anbieter von Zucker und Isoglukose     ter Investitionen spart AGRANA in
           in Zentral-, Ost- und Südosteuropa,    ihren österreichischen, aber z.B.
           ein führender Anbieter von kunden-     auch ungarischen Werken nicht nur
           spezifischen Stärkeprodukten und       eine erhebliche Menge an Energie
           Bioethanol in Europa sowie im Seg-     und CO2 ein, sondern reduziert zu-     Johann Marihart, Foto: © AGRANA

           Tulln und Leopoldsdorf | NÖ: Niedrigtemperatur-Trocknungsanlagen ermöglichen
           umweltschonendere Futtermittelproduktion

           Um den Energieaufwand im Zuge          dorf, beide in NÖ, in ihrer letzten    dienen der besonders schonenden
           der Futtermittelproduktion zu re-      Zuckerrüben-Verarbeitungssaison        Vortrocknung der entzuckerten
           duzieren, setzte AGRANA in ihren       erstmalig sogenannte „Niedrigtem-      und abgepressten Zuckerrüben-
           Werken in Tulln und Leopolds-          peratur-Trockner“ ein. Diese Anlagen   schnitzel vor deren Weiterverarbei-

TU_Bulletin_35.indd 12                                                                                                     28.05.2013 14:12:20
Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                               Seite 13

                                                       tung zu Trockenschnitzelpellets,       sondern sparen der Umwelt rund
                                                       einem beliebten Futtermittel für die   30.000 Tonnen CO2-Emissionen jähr-
                                                       Tierhaltung. Durch die Nutzung von     lich, was ein Minus von fast 20 % ge-
                                                       Abwärme aus vorgelagerten Pro-         genüber dem Vorjahr bedeutet.
                                                       duktionsschritten kann der jährli-
                                                       che Energieaufwand im Zuge der
                                                       Rübenschnitzel-Trocknung um rund
                                                       50 Prozent gesenkt werden. Zudem
                                                       reduzieren die neuen Anlagen nicht
                 Foto: © AGRANA                        nur Geruchs- und Staubemissionen,

                 Pischelsdorf | NÖ: Nutzung von Abdampf zur Bioethan-
                 olproduktion.

                 Auch im Bioethanolwerk Pischels-      die Atmosphäre entlassen wurde,
                 dorf in NÖ wird AGRANA die Ab-        kann dieser durch die Installation
                 wärme aus dem Produktionsprozess      von Wärmerückgewinnungsanlagen
                 ab Mitte dieses Jahres auf noch       zukünftig energetisch mehrfach ge-
                 effizientere Art und Weise nutzen.    nutzt werden. Damit substituiert
                 Während bislang der bei der Futter-   AGRANA rund 20 % ihres jährlichen
                 mitteltrocknung durch Wasserver-      Bedarfs an Erdgas durch produkti-
                 dunstung entstehende Abdampf in       onseigene Energie.                     Foto: © AGRANA

                 Kaposvár | Ungarn: Energieautarkie durch Biogas, realisiert in enger Zusammenar-
                 beit mit der TU WIEN

                 Im ungarischen Werk Kaposvár re-      Zusammenarbeit mit dem Institut für    wie etwa die Biomasseverfeuerung
                 duziert AGRANA ihre Abhängig-         Wassergüte, Ressourcenmanage-          bei Zuckerrohrfabriken in Brasilien.
                 keit von externen Energiequellen      ment und Abfallwirtschaft der TU       Etwa 860 Tonnen Rübenpressschnit-
                 ebenfalls erheblich. Bereits seit     Wien. Von der Risikoabschätzung        zel – rund die Hälfte der täglich
                 2007 betreibt das Unternehmen         über die Konzepterstellung bis hin     anfallenden Menge – gelangen pro
                 am Standort der ungarischen Zuc-      zur großtechnischen Umsetzung          Tag in den Fermentationsprozess der
                 kerfabrik Kaposvár eine in der        griff AGRANA bei diesem Projekt        Anlage. In den bestehenden Kessel-
                 europäischen Zuckerindustrie bis-     auf die lange bewährte Zusam-          anlagen der Zuckerfabrik wird das
                 lang einzigartige großtechnische      menarbeit mit dem Institut, allen      daraus gewonnene Biogas zur ther-
                 Biogasanlage, welche mit einem        voran Prof. Helmut Kroiss und sein     mischen Energiegewinnung wäh-
                 Investitionsvolumen von rund 11       Team, sowie auf dessen langjäh-        rend der Zuckerrübenkampagne
                 Mio. Euro errichtet wurde. Reali-     rige Erfahrung auf dem Gebiet der      verfeuert, mit einer CO2-Emissions-
                 siert wurde das Projekt in enger      Anaerobtechnik zurück.                 einsparung von ca. 40.000 Tonnen
                                                                                              pro Jahr gegenüber Erdgas.
                                                       Die Anlage wird direkt mit den bei
                                                       der Zuckerrübenverarbeitung anfal-     Die Realisierung der Biogasanlage
                                                       lenden organischen Nebenproduk-        Kaposvár hat für AGRANA neue
                                                       ten wie Rübenpressschnitzeln und       Maßstäbe hinsichtlich ressourcen-
                                                       Rübenkraut gespeist und deckt          schonender Produktionsmethoden
                                                       heute – nach mehreren erfolgten        gesetzt. Eine autarke Energiever-
                                                       Ausbauschritten – 80 % des Primär-     sorgung mittels des Ersatzes fossiler
                                                       energiebedarfs der Zuckerfabrik.       Energien durch Biogas aus pflanzli-
                                                       Künftige Expansionsstufen sehen        chen Reststoffen stellt für das Unter-
                                                       einen Erdgasersatz von 100 % und       nehmen nicht nur einen großen
                                                       damit die völlige Energie-Autarkie     wirtschaftlichen, sondern auch um-
                                                       des Standorts vor.                     weltrelevanten Fortschritt dar.

                                                       Die Biogasgewinnung schafft für
                                                       den Standort Kaposvár ähnliche Au-
                 Foto: © AGRANA                        tarkie in der Energieversorgung

TU_Bulletin_35.indd 13                                                                                                        28.05.2013 14:12:22
Seite 14                                                     Bulletin Nr. 35 | Juni 2013

           Wertschöpfung durch Kooperation:
           Moderne Softwareentwicklung zwischen
           Universität und Industrie
           AbsolventInnen der technischen Universitäten bauen auf eine solide Ausbildung
           als Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Da erscheint es nur gerecht, wenn auch
           die Universität an der unternehmerischen Wertschöpfung partizipieren kann –
           wie im Fall der Global TCAD Solutions GmbH (GTS). Text: Philipp Prause

           S   imulation ist für Halbleiterher-
               steller wichtig, um Leistungs-
           fähigkeit, Betriebssicherheit und
                                                   Institut profitiert von der Produktivi-
                                                   tätssteigerung durch GTS-Software,
                                                   die die Simulatoren in Forschungs-
                                                                                             dem unter Leitung von Prof. Hans
                                                                                             Kosina jüngst entwickelten Simu-
                                                                                             lator „VSP“ wird eine Lösung zur
           Lebensdauer von Bauelementen            arbeit und Lehre effizienter macht.       quantenmechanischen Simulation
           vorherzusagen bzw. zu optimie-          Dies stärkt wiederum die Produkte:        angeboten, deren Einsatz durch die
           ren. GTS bietet am internationalen      „Neben den neuesten wissenschaft-         fortschreitende Miniaturisierung in
           Markt Simulationslösungen an, die       lichen Modellen erhalten wir durch        naher Zukunft für korrekte Simulati-
           die neuesten an der TU Wien ent-        die regelmäßige Nutzung unserer           onsergebnisse essentiell sein wird.
           wickelten Rechenmodelle bein-           Software am Institut und in der Lehre     GTS Framework 2013 kann auch als
           halten. Die am Institut für Mikro-      laufend wertvolles Feedback von           „Cloud Service“ unter www.globalt-
           elektronik entwickelten Simulati-       Fachbenutzern“, so Christian Kern-        cad.com/mygts benutzt und getestet
           onswerkzeuge werden im Rahmen           stock, CTO und Mitgründer.                werden. Für die TU Wien bietet
           der laufenden Forschungstätigkeit                                                 GTS eine kostenlose bzw. preis-
           ständig verfeinert. GTS ergänzt                                                   lich attraktive Lizenzierung an. Der
           und erweitert die wissenschaftli-          Ergebnis: State-of-the-Art             weltweite jährliche Gesamtumsatz
           chen Prototypen um ein industriell               TCAD für den                     der Halbleiter-Industrie beträgt
           flexibel einsetzbares Framework,             internationalen Markt                derzeit rund 300 Milliarden Euro,
           und erbringt die nötigen Service-                                                 der Markt für EDA-Software und
           und Supportdienstleistungen.                                                      -Services (Electronic Design Auto-
                                                   Die Analyse der Auswirkungen von          mation) laut EE-Times1 umgerech-
                                                   Abweichungen von Idealwerten              net knapp 5 Milliarden Euro, mit
                         Beteiligung stärkt        durch Verunreinigungen sowie To-          einem momentanen Wachstum von
                          Partnerschaft            leranzen im Fertigungsprozess             ca. 5% jährlich. Der Europäische
                                                   und Bauteil-Alterung ist wichtig,         Marktanteil ist mit unter 15% ver-
                                                   um die Verlässlichkeit und Lebens-        hältnismäßig gering, sodass die
           Das Ziel, durch eine langfristige Ko-   dauer von Halbleitern besser zu           Motivation hoch ist, die erstklassige
           operation Werte für alle Partner zu     planen. Die Modelle von Prof. Tibor       europäische Forschung auf diesem
           generieren, manifestiert sich in der    Grasser sind unmittelbar in den           Gebiet auch in entsprechende wirt-
           Beteiligung der TU Wien an Global       von GTS angebotenen Simula-               schaftliche Wertschöpfung münden
           TCAD Solutions GmbH. „Die GmbH-         tor „Minimos-NT“ eingeflossen. Mit        zu lassen.
           Gründung gemeinsam mit der TU
           soll unsere Partnerschaft stärken –
           sie stellt sicher, dass der Wert, den           Kontakt
           wir generieren, auch der Universität
           zugutekommt“, so Markus Karner,
           CEO und Mitgründer. GTS kann                 Global TCAD Solutions GmbH           GmbH-Gründung 2011,
                                                        Landhausgasse 4/1a, 1010 Wien        die TU Wien hält einen Anteil von 5%.
           durch die Zusammenarbeit nicht
                                                        http://www.globaltcad.com
           nur erstklassige Produkte anbieten,                                               Ansprechpartner TU Wien,
           sondern erhält Zugang zu aktuell-            Geschäftsführer:                     Institut für Mikroelektronik:
           sten Forschungsergebnissen. Das              DI Markus Karner, CEO                Prof. Tibor Grasser
                                                        m.karner@globaltcad.com              grasser@iue.tuwien.ac.at
                                                        DI Christian Kernstock, CTO          Prof. Hans Kosina
           1                                           c.kernstock@globaltcad.com           kosina@iue.tuwien.ac.at
             http://www.eetimes.com/design/eda-
             design/4404248/EDA-market-growth

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Bulletin Nr. 35 | Juni 2013                                                                       Seite 15

                 Dankbarkeit und Stolz                                             Text: Silke Cubert, Helene Czanba

                 Dankbarkeit und Stolz sind die Basis für langjährige Verbundenheit mit der Alma
                 Mater – so zumindest die Lehrmeinung aus dem angloamerikanischen Raum.

                 E    s ist eine Mischung aus Dank-
                      barkeit und Stolz, die im 13.
                 Jahrhundert an den Universitäten
                                                        den Köpfen zu verankern. Das Auf-
                                                        rechnen des vergleichsweise ge-
                                                        ringen Mitgliedsbeitrags mit per-
                                                                                                     Viele Alumni unterstützen die TU
                                                                                                     Wien über gezielte Zusammenar-
                                                                                                     beit mit dem alumni club und pro-
                 Cambridge und Oxford dazu führte,      sönlichem Nutzen, den jedes Mit-             fitieren natürlich andererseits davon,
                 dass sich die AbsolventInnen der       glied für sich verbuchen kann, ist ei-       Zugriff auf das aktuellste Know-how
                 Hochschule untereinander und mit       ne weitverbreitete Unart im deutsch-         der ForscherInnen der Uni zu haben.
                 der Universität lebenslang verbin-     sprachigen Raum“, so Silke Cubert,
                 den wollten. In Amerika sah man        Eventmanagerin im TU Wien alumni
                 das ähnlich. Man blieb seiner Hoch-    club. Daher werden von den Alumni-                  Das Who-is-who der
                 schule treu, auch wenn man kei-        verantwortlichen zahlreicher Uni-               österreichischen Wirtschaft
                 ne Lehrveranstaltungen mehr be-        versitäten künftig vor allem das Netz-            im TU Wien alumni club
                 suchte. „In den USA sehen es die       werk und der Alumnigedanke in den
                 Alumni als selbstverständlich an,      Vordergrund gestellt, so der Tenor
                 dass sie ihrer Universität unter-      der 18. Internationalen Alumni Kon-          „Wir haben derzeit rund 60 Unter-
                 stützend verbunden bleiben“, so        ferenz in Graz.  „Wir wollen weg vom         nehmen auf unserer Firmenmit-
                 Helene Czanba, Geschäftsführerin       Zusatznutzen und hin zu einer echt-          gliederliste, die sich wie das Who-
                 des TU Career Centers und Leiterin     en Verbundenheit und Freund-                 is-who der österreichischen Wirt-
                 des TU Wien alumni club zu. „Dieses    schaft zwischen Alumni und Hoch-             schaft liest“, schwärmt Helene
                 Engagement wird als moralische         schule“ stellt Cubert die Situation          Czanba. Die Unternehmen profi-
                 Pflicht angesehen und ist Teil des     dar. „Trotzdem sind die Vergün-              tieren in ihrer Rolle als Arbeitge-
                 Selbstverständnisses aller Universi-   stigungen, die wir unseren Mitglie-          ber vom direkten Zugang zu einer
                 tätsangehörigen.“                      dern anbieten, durchaus attraktiv.“          attraktiven Zielgruppe von Exper-
                                                                                                     tInnen und Fachkräften. Der vor-
                 Davon können Hochschulen hierzu-       Für die TU Wien ist ein starker Al-          herrschende TechnikerInnen-Man-
                 lande nur träumen. Und das tun         umniverein ein sehr wichtiges An-            gel macht das Recruiting von Ab-
                 sie gerne, denn jede Absolventin       liegen, das vor allem auch von Rek-          solventInnen technischer Studien-
                 und jeder Absolvent gelobt bei der     torin Sabine Seidler unterstützt und         richtungen zu einer großen Her-
                 Sponsion offiziell, der Universität    aktiv mitgetragen wird. Der Grund            ausforderung. „Die Mitgliedsunter-
                 verbunden zu bleiben. „Es ist ein      dafür liegt u.a. im für die Uni so           nehmen nutzen daher gerne die
                 wenig unfair“, gibt Czanba zu,         wichtigen Kontakt zur Wirtschaft,            Möglichkeit Events wie beispiels-
                 „wenn wir uns mit Harvard oder         der sich durch die AbsolventInnen-           weise cont_ACT-Veranstaltungen im
                 Oxford vergleichen. Österreich hat     ergibt. Alumni könnten die idealen           eigenen Haus umzusetzen, um sich
                 eine ganz andere Kultur und teil-      Türöffner für solche Projekte sein           den Mitgliedern zu präsentieren
                 weise auch andere Studienbedin-        und sind deshalb auch nach ihrem             und Spitzenkräfte zu rekrutieren “,
                 gungen.“                               Abschluss von enormer Bedeutung.             verrät Helene Czanba.

                         Wir sind kein Bauchladen               Veranstaltungstipps:
                 „Tendenziell versuchen wir zuneh-          12. Juni 2013: cont_ACT bei AGRANA
                 mend jene Mitglieder anzusprech-           Nutzen Sie die Gelegenheit, das eigene Netzwerk zu erweitern,
                 en, die an einer aktiven Beteiligung       mit Spitzenkräften der Wirtschaft in Kontakt zu treten.
                 und Mitgestaltung des TU Wien              14. Juni 2013: Alumni Homecomingevent der Technischen Chemie
                 alumni club interessiert sind. Wir         Treffen Sie Ihre ehemaligen KommilitonInnen und machen Sie sich ein Bild,
                 müssen weg von der Bauchladen-             was es an Ihrer Fakultät Neues gibt.
                 mentalität, wo sich jeder nach Lust
                 und Laune bedienen kann, hin zu            25. Juni 2013: Mitgliederversammlung
                                                            Machen Sie bei der jährlichen Mitgliederversammlung von Ihrem Stimmrecht
                 einem aktiv gelebten Netzwerk,
                                                            Gebrauch und bringen Ihre Ideen ein. An diesem Tag werden die Entschei-
                 in dem die Leute auch bereit sind,         dungen für die Zukunft getroffen.
                 etwas zurückzugeben“, so Czanba.
                 „Ziel ist es, den Alumnigedanken in

TU_Bulletin_35.indd 15                                                                                                                  28.05.2013 14:12:22
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        gen im Museum Moderner                                Ihre Kosten.                                 TU-Ball erwerben.                   aktuelle Termine unserer
        Kunst Stiftung Ludwig Wien                                                                                                             Veranstaltungen informiert.
        teilzunehmen.                                                                                                                          Sie finden diese auch auf
                                                                                                                                               unserer Homepage unter
                                                                                                                                               www.tualumni.at.

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                                                                                                Wissen &        Kunst &
                     Shopping                     Kulinarik            Reisen                                   Kultur
                                                                                                Bildung

TU_Bulletin_35.indd 16                                                                                                                                                   28.05.2013 14:12:25
TU Wien alumni club
                          Wiedner Hauptstraße 23-25/1/8, 1040 Wien
                          T: +43 1 504 16 34-17 | F: +43 1 504 16 34-9
                          office@tualumni.at | http://www.tualumni.at

                                                              Ihre Personenmitgliedschaft
                          Ja,          ich möchte dem TU Wien alumni club – Verband der AbsolventInnen, Freunde und
                                       Förderer der Technischen Universität Wien beitreten:
                                  als ordentliches Mitglied                                als StudentIn
                                                                                                                                                     Spende EUR
                                  (EUR 25,- pro Kalenderjahr)                              (EUR 15,- pro Kalenderjahr)

                          Meine Kontaktdaten

                          Anrede, Titel                  Vorname(n)                                               Nachname(n) und Geburtsname(n)

                          Nachtitel                     Nationalität                                              Matrikelnummer                Geburtsdatum
       Zum Abtrennen

                          Adresse, PLZ, Land

                          E-Mail-Adresse                                                                         Telefon

                          Studienrichtung                                                                         Abschlussdatum (mm.jjjj)

                          Angaben zur beruflichen Tätigkeit

                          Firma                                                                                   E-Mail-Adresse beruflich

                          Adresse, PLZ, Land

                          Telefon                                                                                 Fax

                          Funktion (Geschäftsführer, Abteilungsleiter, etc.)                                      Tätigkeitsbereich (Entwicklung, Produktion, Vertrieb, etc.)

                          Ich wurde von Herrn/Frau                                                                                         eingeladen, Mitglied zu werden.

                       Ort, Datum                                                         Unterschrift

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                       Der TU Wien alumni club – Verband der AbsolventInnen, Freunde und Förderer der Technischen Universität Wien verwendet zur Mitgliederevidenz die elektronische Daten-
                       verarbeitung. Dafür ist es erforderlich, die von Ihnen auf dem Antragsformular bekanntgegebenen Daten zu speichern. Im Hinblick auf das Datenschutzgesetz bitten wir Sie
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TU_Bulletin_35.indd 17                                                                                                                                                                   28.05.2013 14:12:25
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