Da s Mitei n- AUGUST 2020 - SPD Espelkamp
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AUGUST 2020
Das
n e u e
M it e i n -
an d e r
Die letzten Wochen und Monate haben ge-
„Aus ihrer Geschichte heraus ist die Stadt
Espelkamp eine vielfältige, tolerante Stadt.
zeigt, wie wichtig eine funktionierende Damit das so bleibt, möchten wir den ge-
Stadtgesellschaft ist. Miteinander, Hilfs- meinsamen Dialog aller Bürger*innen för-
bereitschaft und Rücksichtnahme auf die dern. Vielfalt ist grundsätzlich eine Berei-
schwachen und kranken Mitmenschen unter cherung und damit auch Chance für eine
uns waren und sind unabdingbar. Dies hat an positive gesellschaftliche und ökonomische len das Mit-
vielen Stellen sehr gut funktioniert, hier sind Entwicklung“ sagt Helmut Papke (Kandi- einander der
neue Konstellationen und Gemeinschaften dat im Wahlkreis 2). Walter Steding (Kan- Menschen in der
entstanden, ehrenamtliche Arbeit war für didat im Wahlkreis 1) will dazu für mehr Kernstadt und auf
viele Leute selbstverständlich. An anderer Mitbestimmung sorgen: „Wir werden den den Dörfern verbes-
Stelle allerdings vermochte man sich nicht Dialog zwischen den verschiedenen Bevöl- sern, die leider in den
an die neuen, ungewohnten Regelungen kerungsgruppen fördern, das Zusammenge- letzten Jahren so oft
halten, weil man eigene Vorstellungen und hörigkeitsgefühl und die Identifikation mit vergessen und vernach-
Gewohnheiten durchsetzen wollte. unserer Stadt stärken und eine starke und lässigt wurden. Wir wol-
Wir wünschen uns für die Zukunft ein Espel- gleichberechtigte Bürgerbeteiligung forcie- len eine gerechte Politik für
kamp, das zusammensteht und zusammen- ren“. alle Menschen in Espelkamp
hält. Die Aspekte Zusammenhalt, Umwelt- Hartmut Stickan (Ratsherr, Kandidat im mit all seinen Stadt- und
schutz und Teilhabe sind hier maßgeblich. Wahlkreis 12) ergänzt: „Wir werden ein Ortsteilen machen, von der
Bewussteres Handeln mit einer agilen Poli- neues Handlungskonzept entwickeln, um letztendlich auch alle profitie-
tik, die dabei möglichst transparent für alle die Quartiere besser zu entwickeln. Dafür ren werden.
ist, ist der Weg, den wir gemeinsam mit al- braucht es zum Beispiel eine andere Bebau- Am 13. September 2020 ent-
len Bürger*innen in der Stadt und auf den ungsplanung, bei der die Bau- und Wohnfor- scheiden Sie mit Ihrer Stimme, in
Dörfern gehen möchten. Wichtig dafür ist, men besser miteinander gemischt werden.“ welchem Espelkamp Sie in 10 Jah-
dass wir die tragenden Säulen wie Toleranz, Soziale Brennpunkte und die weitere Ent- ren oder auch fernerer Zukunft leben
Demokratie und die Wahrung der Men- wicklung von Parallelgesellschaften können möchten. Wir wollen eine Stadt der
schenrechte stärken, verteidigen und neu dadurch vermieden werden. „In dem Zusam- Vielen schaffen, weg von der Politik für
beleben. Gedankengut, das diesen Säulen menhang möchten wir auch das Sicherheits- die Wenigen. Bitte nutzen Sie Ihre Stim-
entgegenwirkt, darf in unserer Stadt keinen gefühl der Einwohner stärken“, sagt Oktay me, damit wir diese Ideen gemeinsam mit
Raum haben. Akbulut (Kandidat im Wahlkreis 5). Wir wol- Ihnen umsetzen können.Medizinische
Versorgung
weiter aus-
bauen
Am 1. Juli zogen im neuen medizinischen Versogungs-
zentrum „Medici“ an der Ostlandstraße die ersten Praxen
niedergelassener Ärzt*innen ein. Schwerpunkt ist ein Kin-
mobilität
derheilzentrum mit Hebammen-Ambulanz. Zwei Fach-
praxen für Kinderheilkunde und eine Zweigstelle der Rah-
dener gynäkologischen Praxis arbeiten eng zusammen.
Außerdem haben vier weitere Praxen Räume im neuen
neu denken
Ärzt*innenhaus angemietet. Auch sie werden bis zum
Herbst 2020 einziehen und ihre Patient*innen von hier
aus versorgen. Unterstützt werden sie dabei von gesund-
heitlichen Dienstleister*innen wie einer Podologin, na-
türlich einer Apotheke, einer Hörgeräte-Akustikerin und
Die Stadtverwaltung hat kürzlich sie muss die Bauweise unserer Stadt einem Reha-Shop. Es gibt viele Synergien, die die sechs
die Erarbeitung eines Mobilitätskon- teilweise komplett neu gedacht wer- Praxen, die vier Gesundheitsdienstleister*innen und auch
zeptes angeschoben. Das ist auch den. „Wenn wir Straßen sanieren, die Hebammen-Ambulanz zukünftig gemeinsam unter
längst überfällig. Die Verkehrsanbin- müssen die Anwohner*innen in Zu- einem Dach nutzen können. Außerdem können Dienste
dung Espelkamps hat insgesamt Luft kunft früher und umfangreicher in und Urlaubsvertretungen besser abgesprochen werden,
nach oben. Am schlimmsten trifft es die Planungen der Straßen vor ihrer ebenso wie eine mögliche Nachfolgefrage bei der Wie-
die Dörfer, die vom Zentrum, insbe- Haustür einbezogen werden“, meint derbesetzung von Ärzt*innensitzen, wenn ein*e Ärzt*in in
sondere beim Nahverkehr und den Gerd Braun (Ratsherr, Kandidat im den Ruhestand geht. Es gibt viele Vorteile, die das Medici
Radwegen, abgehangen sind. Chris- Wahlkreis 10). „Außerdem darf es bietet und das vom heimischen Unternehmen Harting
tian Schmitt (Sachkundiger Bürger, bei den Kosten zu keinen Ungleich- dankenswerterweise für die Stadt Espelkamp ermöglicht
Kandidat im Wahlkreis 9) sieht da- heiten zwischen den Anlieger*innen worden ist.
bei wichtige Faktoren, die es zu be- durch verschiedene Straßenarten Das ist die eine Seite der Medaille. Doch ist mit der Errich-
achten gilt: „Das Mobilitätskonzept kommen.“ tung und dem Betrieb des „Medici“ damit die Versorgung
muss zeitnah auf den Weg gebracht Und seien wir mal ehrlich: Wir haben Espelkamps dauerhaft sicherlich nicht gesichert. Man
werden und ein breiter Querschnitt die Situation für die Radfahrer*in- darf an dieser Stelle auf keinen Fall stehenbleiben und
aus Einwohner*innen, Unterneh- nen viel zu lange vernachlässigt. Das sich beruhigt zurücklehnen. Denn eines darf nicht verges-
men, Institutionen und Politik von Fahrrad ist in der letzten Zeit immer sen bleiben: Die im Haus bald praktizierenden Ärzt*innen
Anfang an mit einbezogen werden. wichtiger geworden. Nicht nur als und medizinischen Dienstleister*innen kommen alle aus
Vor allem, das Wort der Einwoh- Freizeit- und Sportgerät, denn im- der Stadt und der näheren Umgebung. Sie sind, bis auf
ner*innen muss ein starkes Gewicht mer mehr Arbeitgeber*innen bieten den neuen Kinderarzt Jan-Pit Horst, alle im heimischen
haben.“ ihren Mitarbeiter*innen ein Bike- Bereich tätig.
Wichtiger Pfeiler der neuen Mobili- Leasing an. So gelangen immer mehr So werden in der nächsen Zeit an vielen Stellen in der
tät in unserer Stadt muss ein star- Menschen mit dem Rad zur Arbeit. Stadt weitere Leerstände entstehen, weil die bisherigen
kes Busverkehrsnetz sein. Selbstver- Deshalb brauchen wir dringend Mieter*innen nunmehr in neuere und schönere Räume
ständlich gehören dazu Schnellbusse einen schnellen Ausbau der Rad- im Medici umgezogen sind. Eine Erweiterung des medi-
zu den nächsten größeren Bahnhö- wege. Petra Kaiser (Kandidatin im zinischen Angenotes ist auf diese Weise nur bedingt ent-
fen. Wir brauchen allerdings grund- Wahlkreis 14 Frotheim West) kennt standen, lediglich eine Konzentration auf einen Ort von
sätzlich auch innerhalb Espelkamps das Problem aus eigener Erfahrung: bereits vorhandenen Kapazitäten.
mehr Busse und eine bessere Takt- „Wenn ich aus Frotheim mit dem Rad Wenn auch die Stadtverwaltung und die regierenden
frequenz. Damit die Dörfer und in die Innenstadt fahren will, dann Christdemokrat*innen voll des Lobes über das neue Zen-
Außenbereiche gut erreichbar sind, geht das nur über die Straße. Wer trum sind, dürfen die Realitäten dabei nicht aus den Au-
braucht es dazu eine flexible Lösung. einmal versucht hat mit dem Rad gen verloren werden, weiß Annegret Michalowitz (Kandi-
Christian Schmitt: „Deshalb fordern an der Klus vorbei zu kommen, der datin im Wahlkreis 17 Gestringen): „Es fehlen weiterhin
wir von der SPD einen On-Demand- weiß, dass das ein echtes Abenteu- viele Fachärzt*innen. Beispielsweise ein*e Neurolog*in,
Bus von Tür zu Tür. Dazu gibt es in er werden kann. Für die Kinder aus für die/den im Ärzt*innenhaus zwar Räume vorgesehen
einigen Kommunen bereits erfolg- Frotheim umso schlimmer.“ Neben sind, dessen Stelle jedoch bereits seit anderthalb Jahren
reiche Pilotprojekte, wie zum Bei- Radwegen aus den Dörfern in die auf der städtischen Website ausgeschrieben ist. Auch
spiel den EcoBus“. Außerdem benö- Innenstadt braucht es durchgängige ein*e Diabetolog*in, ein*e Hautärztin sowie eine chirurgi-
tigt Espelkamp eine starke Buslinie Verbindungen zu Espelkamps Nach- sche Praxis mit orthopädischen und unfallchirurgischem
in der Innenstadt und Angebote, die barkommunen. Von Lübbecke bis Schwerpunkt fehlt.“
insbesondere auf Berufspendler aus- nach Rahden müssen wir über einen Ein Fachärzt*innenzentrum mit Belegbetten gleich neben
gerichtet sind. echten Radschnellweg nachdenken. dem „Medici“ wäre da doch gerade richtig. Doch dann
Espelkamp braucht besser ausge- Wir müssen die Mobilität in Espel- müsste sicherlich die Stadt die Initiative ergreifen
baute Straßen in alle Richtungen, kamp so vielfältig denken, wie die und eine*n entsprechende*n Investor*in finden.
um den Anschluss nicht zu ver- Menschen, die in der Stadt wohnen, Das wäre wichtig für eine Stadt,
lieren. Mittlerweile kann das Auto sind. Wir benötigen ein Angebot für die wachsen und nicht überaltern
nicht mehr kompromisslos als Ver- alle. Ob zu Fuß, mit dem Auto, Fahr- will. Das Medici kann da nur ein
kehrsmittel Nummer 1 betrachtet rad oder Nahverkehr: Aus vielen Anfang sein, ein wichtiger Mo-
werden. Auch Fußgänger*innen, Bausteinen muss ein schlüssiges Ge- saikstein in einer flächende-
Radfahrer*innen und Busse brau- samtwerk werden. ckenden guten medizinischen
chen genug Raum im Verkehr. Für Versorgung Espelkamps.t u r
Kul eizeit &
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linien zur besseren Förderung Gröting (Kandidat im Wahlkreis 11) sieht aber
verschiedener kultureller An- auch beim Atoll Handlungsbedarf: „Um end-
gebote, um hier vor allem lich das Kaputtsparen und -verwalten durch
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auch die Kleinkultur besser die privaten Betreiber zu beenden, kann die
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zu unterstützen. Weiterhin kann ein notwendige Maßnahme nur eine Rekommu-
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kommunales Netzwerk der Kultur- nalisierung sein. So ließe sich auch das Kon-
schaffenden den Austausch und die Zu- zept einer „Allwetter-Badanlage“ viel besser
sammenarbeit in bereits bestehenden durchsetzen.“
Strukturen ermöglichen, um Kultur auch als Notwendig ist weiterhin eine Reform der
Was macht eine Stadt le- Begegnungsstätte aller Menschen zu definie- Sportförderung, um nicht nur bereits beste-
benswert und einzigartig? Das mag für jeden ren und anzubieten. Wichtige Ansatzpunkte henden Vereinen sämtliche finanzielle Mittel
Menschen ganz unterschiedlich aussehen, bei der Reform des kulturellen Angebots sieht zukommen zu lassen. „Um außerdem gerade
aber sicherlich dürfte für jeden ein umfang- André Stargardt (Ratsherr, Kandidat im Wahl- für Kinder das Vereinsleben in Espelkamp at-
reiches Angebot an Freizeitmöglichkeiten kreis 6) beim Beispiel Neues Theater: „Man traktiv zu gestalten, soll die Stadt für jedes
dazugehören. Doch sind Freizeitangebote in kann darüber nachdenken, ob man mit hö- Kind in einem frei zu wählenden Sportver-
aller Regel weiche Standortfaktoren und so- heren Eintrittsgeldern für diejenigen, die sich ein für zwei volle Jahre die Mitgliedsbeiträge
mit keine Selbstläufer. Ein ansprechendes, dieses leisten können, mehr Gelder für Ange- übernehmen.“, sagt Jens Bölk (Ratsherr, Kan-
umfangreiches und nachhaltiges Angebot ist bote außerhalb dieser Hochkultur freimachen didat im Wahlkreis 16 Isenstedt West).
daher für eine Stadt wie Espelkamp, welches kann.“ Mit dem Isy7 wurde vor beinahe 10 Jahren
sich in vielen Punkten von seinen Nachbar- Espelkamp verfügt über ein breites Angebot ein soziokulturelles Zentrum geschaffen, für
kommunen unterscheidet, unumgänglich sporttreibender Vereine, die jedoch auf ent- welches bis heute ein schlüssiges Betreiber-
und muss langfristig gesichert werden. Kern sprechende Sportstätten angewiesen sind. konzept fehlt, um eben jenen soziokulturellen
des Freizeitangebots sind in Espelkamp seit „Herz dieses Sportkonzeptes sollte daher der Anspruch auch praktisch zu erfüllen.
jeher die Kultur, der Sport und das gesellige mitten in der Innenstadt gelegene Komplex Das gesamte Kultur- und Freizeitangenot fußt
Beisammensein; letzteres Beispielsweise in aus Waldfreibad, Atoll, Albert-Pürsten-Sta- allerdings vor allem auf dem Ehrenamt. Clau-
öffentlichen Einrichtungen wie dem Isy7 oder dion, Tennisplatz, Badmintonhalle und der dia Strobel (Ratsfrau, Kandidatin im Wahl-
den Dorfgemeinschaften. Stadtsporthalle sein.“, so Stargardt weiter. kreis 8) fordert daher: „Um das Ehrenamt wie-
Um das kulturelle Leben in Espelkamp zu be- Das Freibad muss nach dem endlich durchzu- der attraktiver zu machen, brauchen wir eine
reichern und zu fördern, soll es ein Kulturkon- führenden Umbau im Besonderen bevölkert Sachbearbeitung in der Stadtverwaltung, die
zept geben – als Alleinstellungsmerkmal und werden; diese attraktive Sport- und Event- bürokratische Hürden abbaut und die Zusam-
Ausgangspunkt für die Koordination kulturel- Location sollte auch von städtischer Seite menarbeit der Vereine abstimmt. So rückt die
5118€
len Schaffens. Beinhalten soll dies etwa Richt- stärker genutzt und gefördert werden. Felix eigentliche Sache wieder in den Vordergrund.
Espelkamp hat eine große Stärke: Das sind die vielen, meist
familiengeführten Industrie- und Handwerksunternehmen in unserer
Stadt. Breit gefächert in verschiedenen Geschäftsbereichen, manche absolute
Marktführer oder Globalplayer. Das ist die solide Basis für über 12.000 Arbeitsplätze,
sichere Arbeitsplätze mit guten Verdienstmöglichkeiten! Eine geringe Arbeitslosigkeit und
stabile Gewerbesteuereinahmen für den städtischen Haushalt sind die Folge.
Dagegen steht eine Zahl, die viel über die Probleme unserer Stadt aussagt und Fehler der Kommunalpolitik
der letzten beiden Jahrzehnte aufzeigt: Die Kaufkraft der Bürger in unserer Stadt!
Kaufkraft ist das Geld, was alle Bürger zur Verfügung haben um es für private Anschaffungen wieder auszugeben.
Die aussagekräftigste Zahl dabei ist die Summe, die vor Ort im Einzelhandel ausgegeben werden kann. In Espelkamp
sind das laut Statistik der IHK Bielefeld im Jahr 2020 vermutlich ca. 124,5 Millionen, oder aber 5.118 Euro pro Einwohner.
Im Vergleich dazu in Lübbecke 7.543 Euro pro Kopf. Das Verhältnis ist seit vielen Jahren in etwa gleich.
Warum ist das so? Warum haben die Bürgerinnen und Bürger in Lübbecke über 2.400 Euro im Jahr mehr zur freien Verfügung als
in Espelkamp? Verdienen die dort so viel mehr? Das sind übliche Fragen, die einem in den Kopf kommen. Doch die Antwort liegt
woanders: Der Einzelhandelsumsatz hat nicht nur mit dem Einkommen, sondern auch mit dem örtlichen Angebot zu tun. Und da
stellt man fest, dass zum Beispiel Angebote für private Investitionsgüter in Espelkamp wenig vorhanden sind: Es gibt kein großes
Möbelhaus, nur wenige Autohändler, nur beschränkte Angebote für Elektro- und Elektronikgroßgeräte um nur ein paar Beispiele zu
nennen. Wollen die Espelkamper solche Produkte kaufen, müssen Sie in Nachbarstädte fahren, zum Beispiel nach Lübbecke, Minden
oder Porta. Folglich steigern die Espelkamper dort den Einzelhandelsumsatz und vor Ort wird er geringer.
Das hat Folgen: Handelsketten, die neue Standorte suchen, orientieren sich an der lokalen Kaufkraft. Neue Geschäfte siedeln sich dort
an, wo mehr freie Kaufkraft vorhanden ist. Es bleiben Geschäfte, die im unterem Preissegment Produkte anbieten. Das macht die Stadt
als Einkaufserlebnis aber uninteressant. Bürger und Beschäftigte unserer Industrieunternehmen mit höheren Ansprüchen ziehen nicht
in unsere Stadt, sondern pendeln lieber jeden Tag zur Arbeit ein. Ein böser Kreislauf, wird dadurch doch die Gesamteinkommenssum-
me statistisch für Espelkamp niedriger als in den Nachbarkommunen. Folge: Die Kaufkraft sinkt weiter.
Politik und Verwaltung haben aber Einfluss darauf: Das zwanzig Jahre alte Einzelhandelskonzept sollte die Innenstadt stärken.
Platz für große Konsumgüter ist und war dort aber nicht vorhanden. Als der real Kauf vor Jahren mit einem Zelt Gartenmöbel
anbieten wollte, musste er das abbauen. Als die SPD vorgeschlagen hat, entlang der Beuthener Straße eine „Automeile“ anzu-
bieten für verschiedene Autohändler, wurde das vom Bürgermeister mit einem Handstreich abgeschmettert. Es wird drin-
gend Zeit, das Einzelhandelskonzept zu überarbeiten, für die Breslauer Straße einen zukunftsgerichteten Bebauungsplan
aufzustellen und eine Wirtschaftsförderung zu betreiben, die auch ihrem Namen gerecht wird.u l
Sch it e n
m be ns w ert
u n f t Le n g
Zuk le be n la
Im Jahr 2013 gab es den
ersten Bürger*innenentscheid zur Schließung
der Ostland- und Ina-Seidel-Grundschule,
der letztendlich zu einer Zusammenführung
beider kleinen Grundschulen im Gebäude der
ein
Was entscheidet eigentlich darüber,
wie gut unsere Lebensqualität ist? Was
te schwer, etwas kleines erschwingliches
Mittwald-Schule führte. Auf dem Gelände der in Espelkamp zu finden. Auf der anderen
Ostland-Schule befinden sich jetzt der Ostland- macht uns zufrieden? Wie sorgen wir Seite fehlt es an barrierefreien Wohnun-
Park und das medizinische Zentrum „Medici“. für ein gutes Miteinander in der Nach- gen fürs Alter.
Auf dem Areal der Ina-Seidel-Schule entsteht barschaft und generell in Espelkamp? Und unsere Stadt wächst weiter: Mittel-
derzeit eine Seniorenresidenz. 2015/16 gab es Gutes Wohnen, verbunden mit einem fristig sollen innerhalb der bebauten Flä-
weitere Bestrebungen, alle noch vorhandenen lebendigen Wohnumfeld, macht ganz che mehr Einwohner*innen Platz finden
kleinen Grundschulen bis auf Frotheim zu schlie- viel davon aus. als bisher. Wir können aber nicht mehr bei
ßen. Hierzu gab es dann zwei weitere Bürgerent- Das Quartiersbüro an der Isenstedter gleichbleibender Zahl an Einwohner*in-
scheide: Die Grundschulen in Frotheim, Isenstedt Straße hat für eine tolle Weiterent- nen immer mehr in die Fläche wachsen.
und Benkhausen sind vorerst weiter in Betrieb. wicklung der Umgebung gesorgt. Peter Liepack (Kandidat im Wahlkreis 4)
Der Bürger*innenentscheid in Bezug auf die EMA- Dieses Konzept muss uns auf jeden hat dazu eine klare Vorstellung: „Statt
Grundschule und die Erlengrundschule sorgte da- Fall erhalten bleiben und sogar aus- weiter Ackerland in Bauland zu ver-
für, dass die Grundschule am Auewald entstand. gebaut werden. Wir müssen die wandeln, treten wir den zunehmenden
Das EMA-Gebäude wurde mit einem langfristigen verschiedenen Generationen und knapper werdenden Flächen durch mehr
Kredit der Stadt an einen freikirchlichen christlichen Kulturen der Stadt dabei im Blick Wohnraum auf kleinerer Fläche entge-
Trägerverein abgegeben, der dort jetzt die Johannes- behalten. So vielfältig wie die Men- gen. Unseren Ortsteilen und Dörfern ge-
Daniel-Falk-Grundschule betreibt. Dadurch, dass es schen hier sind, so sehr müssen wir ben wir dadurch eine gute Perspektive für
die Auewald-Schule aber überhaupt gibt und deren auch auf Teilhabe achten. Jede*r die Zukunft. Mit neuen Wohnungen kom-
Umbau von Hauptschule zu Grundschule u.a. im Hin- soll seinen Platz in unserer Gesell- men auch neue Mitbürger*innen, Nach-
blick auf den Brandschutz wesentlich teurer war, als schaft finden und hier frei leben bar*innen und Freund*innen. Das belebt
ursprünglich angedacht, besteht leider immer noch können. Iris Finke (Sachkundige den Ort und sichert Kindergarten, Schule,
die Gefahr, dass weitere kleine Grundschulen auf den Bürgerin, Kandidatin im Wahl- Feuerwehr und Dorfgemeinschaft“.
Dörfern geschlossen werden. Zumal in der Auewald- kreis 7): „Damit wir ein gutes Mit- Espelkamp ist auch besonders lebens-
Schule rein räumlich noch Kapazitäten frei sind und einander haben, brauchen wir wert, weil sie noch immer die junge Stadt
der Betrieb des großen Gebäudes entsprechend teuer allerdings eine bessere Durch- im Grünen ist. Auch das gilt es zu erhal-
ist. Reinhard Bösch (Kandidat im Wahlkreis 15 Isenstedt mischung von verschiedenen ten. „Wir wollen nicht weiter Bäume fäl-
Ost) hat eine klare Haltung: „Die SPD hat sich immer für Bauarten. In Hannover klappt len, sondern eher tote und brachliegende
den Erhalt der kleinen Grundschulen eingesetzt. Wir sind das zum Beispiel ganz gut. Flächen zu blühenden Orten machen, die
uns sicher, dass sich hier besser lernen lässt. Außerdem Dort mischt man schon seit die Stadt noch ein wenig lebenswerter
sind die Grundschulen gerade in den Dörfern die zentra- einiger Zeit Einfamilienhäuser, machen.“, erläutert Hans Dyck (Ratsherr,
len Orte des Landlebens, die ohne Schulbetrieb ausster- Doppelhäuser und Mehrfami- Kandidat im Wahlkreis 3). Zum Beispiel
ben würden. Wir setzen uns auch weiterhin für den Erhalt lienhäuser, Reihenhäuser und durch das Konzept „Essbare Stadt“: Hier-
aller bestehenden Grundschulstandorte ein“. Geschosswohnungen, sozia- bei werden öffentliche Kräuter- und Ge-
Für den Sekundar-I-Bereich stehen neben der privaten len Wohnungsbau und Mehr- müsebeete in der Stadt angelegt, die für
christlichen Johannes-Daniel-Falk Realschule noch das generationenhäuser, Miet- jede*n zugänglich sind. Außerdem gilt es,
Söderblom-Gymnasium sowie die Sekundarschule der und Eigentumswohnungen die Naherholungsgebiete zu pflegen und
evangelischen Landeskirche zur Auswahl. Es gibt also kei- innerhalb eines Quartiers auszubauen.
ne weiterführende Schule in staatlicher Trägerschaft mehr gut miteinander. Das wäre Auch die Dörfer dürfen nicht vergessen
in Espelkamp. Im Frühjahr 2018 war in der Presse zu lesen, auch für Espelkamp wich- werden. Die Dorfgemeinschaften und
dass ein Großteil der Grundschüler aus der Dörfer im Süden tig, denn so vermeiden wir örtlichen Vereine sind tragende Säulen
Espelkamps nach der 4. Klasse in Schulen nach Hille und Lüb- die weitere Abschottung des Landlebens, die wir unterstützen und
becke wechselt und nur ein geringer Teil an den kirchlichen einzelner Gruppen.“ finanziell fördern müssen. Sie bereichern
Schulen in Espelkamp angemeldet wurde. Auch diese Ent- Neben Eigenheimen muss das Dorfleben und zeichnen Espelkamp
wicklung darf man nicht aus den Augen verlieren, denn hat verstärkt auch Wohn- aus. „Und auch viele Orte in den Dör-
Gründe, die hinterfragt werden müssen. Wir verlieren diese raum für die weiter fern sind wichtig für das Landleben. Die
Kinder dadurch möglicherweise auch im Hinblick auf unsere wachsende Gruppe von Grundschulen, Dorfgemeinschaftshäu-
ortsansässigen Vereine und Jugendeinrichtungen. „Schule und Ein- und Zweipersonen- ser, Gaststätten, Dorfplätze, Sportplätze
Bildung sind Aufgabe des Staates und nicht die von privaten haushalten vorhanden und Grillhütten müssen erhalten und
Ersatzträgern. Wir werden daher die Einrichtung einer Gesamt- sein. Es geht auch dar- ausgebaut werden.“, ist Oliver Hummert-
schule in kommunaler Hand fokussieren, die dann neben dem um, die Angebotslücke Vieland (Kandidat im Wahlkreis 14 Frot-
evangelisch betriebenen Gymnasium eine gute Bildungsversor- im Bereich altersge- heim-Ost) überzeugt. Die Stadt muss die
gung in Espelkamp möglich macht, auch für diejenigen, die an- rechter Wohnungen zu Dorfgemeinschaften und örtlichen Ver-
deren Glaubensrichtungen oder keiner Religion angehören.“, sagt schließen. Und all das eine als Zentralen des Landlebens begrei-
Mark André Muth (Kandidat im Wahlkreis 18 Fiestel). Vor etwa zu sozial gestaffelten fen, unterstützen und finanziell fördern.
25 Jahren gab es im Übrigen schon mal Bemühungen seitens der Mieten. Wir müssen „Die Dörfer dürfen auch beim Stadtmar-
SPD, hier in Espelkamp eine Gesamtschule zu etablieren. Das Vor- für genügend Woh- keting nicht vergessen werden. Wir schla-
haben wurde seinerzeit mit nur einer Stimme Mehrheit von CDU nungen zu bezahlba- gen zum Beispiel vor, jedes Jahr in einem
und weiterer Unterstützung abgeschmettert. Der Erfolg der Ge- ren Preisen sorgen. anderen Dorf ein großes Fest für alle Bür-
samtschulen in Hille und Hüllhorst zeigt, wie falsch diese Entschei- Auf der einen Seite ger*innen des gesamten Stadtgebiets zu
dung damals aus heutiger Sicht war. haben es junge Leu- veranstalten.“, so Hummert-Vieland.RathausspatzGanz aufgeregt flattert Spätzchen durch allem gesegnet, was man für eine lange
die hohen Hallen des hohen Hauses: Herrschaft brauche: Promoviert über
Noch immer ist er angetan von dem die grundlegenden Phänomene der
Gedanken, dass bald eine neue Herrin Natur und frei von Visionen für die Zu-
regieren wird; eine die den Bürgern Ge- kunft – eine gottgleiche Herrscherin
rechtigkeit, Demokratie und ein Mit- (von ihren Jüngern „Mutti“ genannt)
einander bringen wird – Werte, an die aus einem übergeordneten Reich habe
sich unser Spatz nur noch dunkel erin- es so auch zu einem verfassungsrecht-
nern kann. Fröhlich pfeift er „Time to say lichen Anspruch auf unbegrenzte Macht
Goodbye“ – „Warum nur verbindet man gebracht.
dieses Lied immer mit Trauerfeiern?“, Der Spatz kann dieses schreckliche Sze-
denkt Spatz bei sich „so ein Abschied nario einfach nicht aus seinem kleinen
kann doch auch ein Freudentag sein.“ Kopf kriegen. Sollte dieser Fall eintreten,
Erst vor wenigen Tagen standen ihm voll sieht er schwarz. Doch noch ist er sich
Schrecken die Federn zu Berge: Da beob- sicher, wird die edle Heldin mit ihren Re-
achtete er den scheidenden Imperator, bellen siegen und das Volk des ganzen
wie er seinen eigenen Spross bereits zu Reiches befreien. Von vielen Seiten hört
einer Audienz empfing – wohlweislich er den Zuspruch des Volkes gegenüber
mit dem Gedanken, den Sprössling auf dieser Anführerin; authentisch sei sie,
dem Thron Platz nehmen zu lassen, um menschlich und sympathisch und noch
der eigenen Sippschaft weiterhin die dazu mit hohem Fachwissen gesegnet
volle Kontrolle über das Reich zu sichern. und in der Übernahme hoheitlicher Auf-
„Erbmonarchie ist ekelhaft, Erbmonar- gaben erprobt. Spätzchen ist außer sich
chie gehört abgeschafft“ klangen der- vor Freude bei dem Gedanken, dass die-
weil die Schlachtrufe der roten Rebellen ser Kampf noch lange nicht verloren ist.
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FRISCHE IDKAMP:
vor den Toren des Hauses, wo sie weiter- Weiterhin glaubt er fest daran, dass die
FÜR ESPEL ichtigis.de
hin ihren Kampf für die Menschen die- Rebellen endlich das Reich und mitten-
ses Reiches und für eine bessere Zukunft drin sein hohes Haus befreien können,
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gegen die Gefolgsleute des mächtigen um den Menschen endlich ihre Stadt zu-
Vater-Sohn-Gespannes austragen. rückgeben zu können. Das Volk scheint
Der Herrscher und Herrscher Junior ihrer Anführerin zu folgen – und auf
geben sich jedoch siegesgewiss – wa- wessen Seite das Volk steht, wird siegen.
rum auch nicht, lachen beide laut,
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Was folgte d ro h u n ge au f w elcher Herausgeber: SPD Stadtverband Espelkamp, Wilhelm-Kern-Platz 1. Inhaltlich verantwortlich:
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me Mord n e Fa ce b ook-Seite, André Stargardt. Layout und Satz: Fabian Golanowsky. Auflage: 11.000 Stück.
rm an n al s Person, ei d eu te t w urden. redaktion@spd-espelkamp.de facebook.com/SPDespelkamp 01590 6018511
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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
meine Heimatstadt Espelkamp liegt mir sehr am Herzen. Diese
emotionale Verbundenheit rührt von den vielen positiven Erfahrun-
gen her, die ich mit den hier lebenden und wirkenden Menschen ge-
macht habe.
Ich bin stolz auf die Entwicklung unserer Stadt. Unseren Erfolg haben wir
insbesondere dem Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt sowie der
Wirtschaftskraft und dem sozialen Engagement der hier ansässigen Unternehmen
zu verdanken und sicherlich auch dem Zusammenwirken aller im Stadtrat vertretenen
Parteien und der Kompetenz und dem Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Stadtverwaltung.
Nun gilt es, das Erreichte zu erhalten und den positiven Trend fortzuführen, insbe-
sondere auch die Dörfer mehr mit einzubeziehen. Es ist an der Zeit, den gesell-
schafts- und umweltpolitischen Themen in Espelkamp einen höheren
Stellenwert beizumessen. Kommunalpolitik muss auch die Alltags-
sorgen der Bürgerinnen und Bürger im Blick haben. Die Auswir-
kungen der Globalisierung, der Digitalisierung, des Klima-
wandels und nicht zuletzt auch der Corona-Pandemie
beunruhigen auch in Espelkamp viele Menschen.
Mir ist wichtig, dass wir alle näher zusammenrü-
cken und unsere Stadt mit allen gemeinsam und
mit Weitblick zukunftsfähig gestalten. Dafür
müssen wir alle mehr miteinander reden. Mit-
einander. Nicht übereinander.
Als zukünftige Bürgermeisterin für Espelkamp
werde ich für eine Belebung des Bürgerdialogs
sorgen. Bürgeranliegen sollen in regelmäßig
stattfindenden informativen und zwanglosen
Bürgerfragestunden vorgetragen werden kön-
nen und Bürgerversammlungen sollen echte
Diskussionsrunden werden. So sehr ich den
Einsatz von digitalen Technologien zur Kommu-
nikation und Vereinfachung des Informations-
flusses zwischen unserer Stadtverwaltung und
uns Bürgerinnen und Bürgern auch begrüße und
konsequent erweitern werde, ist und bleibt das
persönliche Gespräch das geeignetste Mittel, um
Probleme zu vermeiden, bevor sie entstehen.
Ich freue mich sehr darauf, mit Ihnen ins Gespräch
zu kommen!
Melanie Detering-VehlberSie können auch lesen