DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS

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DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Frankfurt RheinMainplus
          Das Projekt. Der Eisenbahnknoten.
          Die Schieneninfrastruktur.
          (Status 2009)
DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Grußwort

    Petra Roth                  Dieter Posch               Oliver Kraft                     Volker Sparmann        Dr. André Kavai

    Oberbürgermeisterin         Hessischer Minister für    Vorstand Produktion              Geschäftsführer        Vorsitzender im Arbeitskreis
    Stadt Frankfurt am Main     Wirtschaft, Verkehr und    Deutsche Bahn Netz AG;           Rhein-Main-Verkehrs-   Verkehr der Regionalkonferenz
                                Landesentwicklung          Leiter des Koordinierungsrates   verbund GmbH (RMV)     Frankfurt; Verkehrsdezernent
                                                           Frankfurt RheinMainplus                                 des Main-Kinzig-Kreises

    Die Region Frankfurt RheinMain zeichnet sich im        Modernisierung und rechtzeitiger Ausbau der Ver-        Das Gesamtpaket wurde Anfang 2003 erstmals der
    Wettbewerb mit anderen europäischen Ballungs-          kehrsinfrastruktur sind die Voraussetzungen zur         Öffentlichkeit vorgestellt und seitdem sukzessive
    räumen durch ihre zentrale geografische Lage und       Sicherung der Mobilität in einem insgesamt wach-        umgesetzt. Wie andere Langfristplanungen ist auch
    die hervorragende Anbindung an die Verkehrsnetze       senden Verkehrsmarkt.                                   Frankfurt RheinMainplus ein regelmäßig zu über-
    des Schienen-, Straßen- und Luftverkehrs aus.                                                                  prüfendes und gegebenenfalls entsprechend nach-
                                                           Mit dem Projekt Frankfurt RheinMainplus wurden          zusteuerndes Projekt.
    Diese Position gilt es als Grundlage für eine weite-   schieneninfrastrukturelle Maßnahmen definiert, die
    re Entwicklung der Wirtschaftskraft zu sichern und     für die prognostizierten Verkehrszuwächse erforder-     In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, bestehend
    zukunftsorientiert weiter auszubauen. Mobilität        lich sind und die Leistungsfähigkeit des gesamten       aus dem Land Hessen, dem Rhein-Main-Verkehrs-
    in der Region sowie optimale nationale und inter-      RheinMain-Raumes sicherstellen. Kapazitätseng-          verbund (RMV), der Stadt Frankfurt am Main, der
    nationale verkehrliche Anbindung sind wesentliche      pässe durch zunehmende Verkehrsströme werden            Region und verschiedenen Bereichen der Deutschen
    Standortvorteile des Wirtschaftsraums.                 dadurch beseitigt. Zentrales Ausbauprojekt ist          Bahn AG werden seit Abschluss der Projektkon-
                                                           dabei der Knotenbahnhof Frankfurt am Main, der          zeption die einzelnen Maßnahmen schrittweise
                                                           so umgestaltet werden soll, dass er auch künftig als    finanziell und planerisch eingeleitet und deren Um-
                                                           Kopfbahnhof die zu erwartenden Verkehrszuwächse         setzung bis zur Inbetriebnahme verfolgt.
                                                           aufnehmen und ein hohes Maß an Betriebsqualität
                                                           gewährleisten kann. Darüber hinaus enthält Frank-
                                                           furt RheinMainplus einen Katalog von Einzelmaß-
                                                           nahmen, mit denen die Qualität und Kapazität der
                                                           Zulaufstrecken nachhaltig verbessert werden.

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Im Vergleich zu dem 2003 skizzierten Realisierungs-   Im Folgenden wird der aktuelle Stand des Projekts
zeitplan haben sich Verschiebungen ergeben, die       Frankfurt RheinMainplus aufgezeigt: Von den bis
unterschiedliche Ursachen haben: Zum einen resul-     heute bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen
tieren diese aus den tatsächlich verfügbaren In-      bis hin zu den Teilprojekten, die sich inzwischen
vestitionsmitteln und den zeitintensiven Genehmi-     in der Realisierungs- oder Planungsphase befinden.
gungsverfahren. Zum anderen sind sie den zwischen-    Mit dieser Fortschreibung der ersten Publikation
zeitlich geänderten Rahmenbedingungen geschuldet,     von 2003 wollen wir die gemeinsam erreichten
die eine Anpassung der ursprünglichen Planung         Etappenziele dokumentieren und zugleich deutlich
erforderlich gemacht haben. Dazu zählen insbeson-     machen, dass noch zahlreiche Aufgaben vor uns
dere die Maßnahmen, die für den Fall einer er-        liegen, die auch weiterhin ein großes Engagement
folgreichen Olympia-Bewerbung Frankfurts für die      aller beteiligten Partner erfordern.
Spiele 2012 konzipiert waren, oder die angedachte
Verlagerung von Aufgaben des Hauptgüterbahnhofs       Der Eisenbahnknoten Frankfurt am Main ist für
nach Frankfurt Ost, für die eine günstigere Lösung    die ganze Region und national von herausragender
gefunden werden konnte. Ebenso sind Maßnahmen         Bedeutung. Unser gemeinsames Anliegen ist es
neu aufgenommen worden, die 2003 noch nicht           deshalb, mit der zeitgerechten Umsetzung von
auf der Agenda standen: Beispielhaft dafür stehen     Frankfurt RheinMainplus die Leistungsfähigkeit der
die Schienenanbindung des geplanten Terminals 3       Schieneninfrastruktur nachhaltig sicherzustellen.
des Frankfurter Flughafens und das Projekt Gate-
way Gardens mit einer eigenen S-Bahn-Station.

Es besteht Einvernehmen zwischen den Beteiligten,
dass alle Planungen, die Auswirkungen auf die Kon-
zeption Frankfurt RheinMainplus haben, auch dort
eingebunden und koordiniert werden. Das Projekt                                                            Großraum Frankfurt am Main
besteht somit bis zur Umsetzung aller Maßnahmen
fort und wird gemeinsam von allen Beteiligten
begleitet und zielgerichtet gesteuert. Ein Koordi-                                                         Inhalt
nierungsrat unter Leitung des Vorstands der DB
Netz AG überwacht den Fortschritt der Projektmaß-
nahmen und setzt sich dafür ein, dass die Voraus-                                                          02   Grußwort
setzungen für eine zeitgerechte Umsetzung gegeben                                                          04   Ein Schienenverkehrskonzept für die Region
sind.
                                                                                                           06   Abgeschlossene Maßnahmen
                                                                                                           12   Aktuelle und geplante Maßnahmen
                                                                                                           30   Ausblick
                                                                                                           31   Beteiligte

                                                                                                                                                             3
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Frankfurt RheinMainplus – ein Schienenverkehrskonzept für die Region
                                                                                      Mit den im Projekt Frankfurt RheinMainplus zusam-
                                                                                      mengefassten Maßnahmen sollen die Betriebs-
                                                                                      qualität und die Kapazität im Eisenbahnknoten
                                                                                      nachhaltig verbessert und zukunftsfähig gemacht
                                                                                      werden. Der herausragenden verkehrlichen Bedeu-
                                                                                      tung des Knotens entsprechend beinhalten die ge-
                                                                                      planten Maßnahmen neben lokalen und regionalen
                                                                                      auch überregionale Projekte, die als Zulaufstrecken
                                                                                      Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben.

                                                                                      Ein Schwerpunkt der Planungen für Frankfurt
                                                                                      RheinMainplus liegt im unmittelbaren Umfeld des
                                                                                      Hauptbahnhofs: Das Herzstück des Eisenbahn-
                                                                                      knotens erfordert wegen seiner Konzeption als
                                                                                      Kopfbahnhof ganz spezifische Lösungsansätze, um
                                                                                      seine Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen und auch
                                                                                      langfristig gewährleisten zu können. Für täglich
                                                                                      etwa 350.000 Besucher und Pendler ist er das Tor
                                                                                      zur Stadt Frankfurt am Main. Dazu muss der Haupt-
Frankfurt (Main) Hauptbahnhof                                                         bahnhof – einschließlich Hauptbahnhof (tief) – be-
                                                                                      reits heute rund 500 Nah- und Fernverkehrszüge
                                                                                      und 450 S-Bahn-Züge pro Tag und Richtung ver-
                                Der Schienenverkehr befindet sich seit Jahren im      kraften.
                                Aufwärtstrend – das zeigen die gewonnenen Markt-
                                anteile ebenso wie die gestiegene Verkehrsleistung.   Die Entscheidung gegen das Konzept „Frankfurt
                                Der Verkehrszuwachs konzentriert sich dabei ins-      21“ – viergleisige Untertunnelung der Innenstadt,
                                besondere auf die Hauptmagistralen und führt so       Durchgangsbahnhof in Tieflage und städtebauliche
                                zu zusätzlichen Belastungen der ohnehin stark         Nutzung des Gleisvorfelds – hat den Weg frei ge-
                                frequentierten Knoten. Alle Prognosen deuten da-      macht für die dringenden Aufgaben wie den Ausbau
                                rauf hin, dass die positive Verkehrsentwicklung       der Main-Weser-Bahn und die Verbesserung des
                                anhält, sodass insbesondere auf den Hauptstrecken     S-Bahn-Verkehrs. Mit Frankfurt RheinMainplus wurde
                                mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist.            2003 ein Konzept vorgestellt, das die gemeinsamen
                                                                                      Interessen der beteiligten Partner zusammenfasst:
                                Der Eisenbahnknoten Frankfurt am Main zählt zu        Die Deutsche Bahn AG, das Land Hessen, die Stadt
                                den höchstbelasteten Knoten im Schienennetz der       Frankfurt am Main, die Region und der Rhein-Main-
                                Deutschen Bahn. In der täglichen Betriebsabwick-      Verkehrsverbund RMV brachten ihre Ideen aus
                                lung bestätigt sich immer häufiger, dass dieser       früheren Konzepten in das Maßnahmenpaket ein
                                Bereich einen Engpass darstellt und die prognos-      und verabschiedeten ein verbindliches Konzept zur
                                tizierten Verkehrszuwächse nicht ohne weiteres        Stärkung des gesamten Schienenverkehrs in der
                                aufnehmen kann.                                       Region Frankfurt RheinMain.

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DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
S-Bahn-Maßnahmen

                                                                                                    Nordmainische S-Bahn
                                                                                                    S-Bahn-Ausbau Frankfurt (Main) West–
                                                                                                    Bad Vilbel–Friedberg
                                                                                                    Steigerung der Leistungsfähigkeit der
                                                                                                    Tunnelstammstrecke
                                                                                                    Qualitätspaket S-Bahnplus
                                                                                                    Gateway Gardens

                                                                                                  Neubaustrecken/Ausbaustrecken

                                                                                                    NBS Rhein/Main–Rhein/Neckar
                                                                                                    ABS Fulda–Frankfurt am Main
                                                                                                    ABS/NBS Hanau–Würzburg/Fulda(–Erfurt)

                                                                                                  Sonstige Projekte

                                                                                                    Steigerung der Leistungsfähigkeit des Knotens
Frankfurt am Main Flughafen Fernbahnhof                                                             Frankfurt (Main) Hauptbahnhof (Kernmaßnahme)
                                                                                                    Regionaltangente West
                                                                                                    Entwicklung Frankfurt am Main Stadion
                                          Inzwischen wurden einige Projekte erfolgreich             Schienenanbindung Terminal 3, Flughafen Frank-
                                          umgesetzt. Sie sind auf den folgenden Seiten doku-        furt am Main
                                          mentiert. Frankfurt RheinMainplus ist kein statisches
                                          Programm, sondern ein Projekt, das in der gemein-
                                          samen Arbeitsgruppe und im Koordinierungsrat
                                          regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.
                                          Hier die aktuellen und geplanten Projekte von
                                          Frankfurt RheinMainplus in der Übersicht:

                                                                                                                                                     5
DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Frankfurt RheinMainplus – abgeschlossene Maßnahmen
                                                                                                   Elektronisches Stellwerk
          Hauptgüterbahnhof                        W                                               Frankfurt (Main) Hauptbahnhof (Fpf)
                                           ESTW Bad Vilbel                     Hauptbahnhof
                                                                                                   Nach einer über dreijährigen Bauzeit konnte das
                                                                                S-Bahn-Werkstatt   neue Elektronische Stellwerk Fpf Ende 2005 seine
                                                                                                   Arbeit aufnehmen. Die Modernisierung der Signal-
                                                      ESTW Frankfurt Hbf.                          technik des Bahnhofs Frankfurt (Main) Hbf vervoll-
                                                                                                   ständigte damit die Umrüstung auf elektronische
                                                                                                   Stellwerkstechnik, die zuvor bereits bei den Zulauf-
                                                                                                   strecken erfolgt war.

                                                                                                   Das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) löste das
                                                                                                   alte aus dem Jahr 1957 stammende Drucktasten-
                                                                                                   stellwerk (DrS-Stellwerk) ab, das damals das größte
                Werkstatt Griesheim                                                                und modernste Stellwerk Europas war. Das im Gleis-
                                                                                                   vorfeld zwischen den Gleisen 9 und 10 stehende
                                                                                                   fünfstöckige schwarze Gebäude steht heute unter
                                                                                                   Denkmalschutz und wird den Reisenden auch wei-
                                                                                                   terhin als „Erkennungsmerkmal“ erhalten bleiben.

                                                                                                   Aufgrund der hohen betrieblichen Auslastung und
                                                                                                   zwischenzeitlich erfolgter Umbauten musste die
                                                                                                   jahrzehntelang sehr stark beanspruchte Stellwerks-
                                                                                                   anlage erneuert werden, um die Voraussetzung für
                                                                                                   eine wirtschaftliche, leistungsfähige und qualitativ
                                                                                                   hochwertige Betriebsführung im Eisenbahnknoten
                                                                                                   Frankfurt am Main auch weiterhin gewährleisten zu
                                                                                                   können.

                                                                                                   Zur Entlastung und Unterstützung der Fahrdienst-
                                                                                                   leiter wurden automatische Zugnummernmelde-
                                                                                                   anlagen und eine sogenannte Zuglenkung einge-
                                                                                                   richtet: Anhand der Zugnummer erkennt die
                                                                                                   Anlage den für diesen Zug vorgesehenen Fahrweg
                                                                                                   und stellt ihn automatisch ein.

                                Stadion                                                            Die Bedienung der Anlage erfolgt durch sechs
                                                                                                   Fahrdienstleiter und einen Knotendisponenten aus
                                                                                                   den Räumen der Betriebszentrale Frankfurt Main.
Umgesetzte Maßnahmen des Projekts Frankfurt RheinMainplus (Stand: Juni 2009)                       Das auf einer Grundfläche von ca. 25 m x 12 m

6
DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Elektronisches Stellwerk

errichtete Modulgebäude für die Unterbringung der      Die wesentlichen durch die Maßnahme erreichten      Fakten
elektronischen Stellwerksanlagen (Unterzentralen)      Verbesserungen:
befindet sich im Bereich der Camberger Straße.                                                              Insgesamt wurden ca. 11,2 km Kabeltrasse und
Hier wurden auch Notbedienplätze, das Notstrom-          Erhöhung der Fahrmöglichkeiten durch zusätz-       ca. 310 km neue Signalkabel verlegt.
versorgungsgerät, Technikräume etc. eingerichtet.        liche Weichenverbindungen                          Neubau von 845 Stelleinheiten, davon
                                                         kürzere Fahrzeiten durch teilweise Anhebung        - 340 Weichen und Gleissperren
Die Errichtung des neuen Stellwerks stellte für alle     der Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten von          - 37 elektrisch ortsgestellte Weichen (EOW)
Beteiligten eine große Herausforderung dar, denn         40 auf 60 km/h                                     - 67 Hauptsignale
sämtliche Arbeiten mussten möglichst ohne Ein-           signaltechnische Einteilung von 13 Bahnsteig-      - 191 Lichtsperrsignale
schränkungen des Betriebs in diesem hoch belaste-        gleisen in zwei Abschnitte, um zwei Züge in ein
ten Knoten durchgeführt werden. Die räumliche            Gleis fahren zu können
Enge des Kopfbahnhofs mit seiner Vielzahl von            Auf allen zulaufenden Strecken kann im Gleis-
Weichen und Signalen erforderte zudem zahlreiche         wechselbetrieb das Gegengleis signalmäßig be-
technische und betriebliche Sonderlösungen. Die          fahren werden, um die Fahrtmöglichkeiten im
Ausfallsicherheit wird u. a. durch eine Brandmelde-      Regel- und Störungsfall zu erhöhen
und Einbruchmeldeanlage gewährleistet sowie              reduzierter Instandhaltungsaufwand.
durch zwei getrennt aufgebaute redundante Kabel-
wege zwischen den beiden Unterzentralen und
den Bedienplätzen in der Betriebszentrale.

                                                                                                                                                           7
DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Frankfurt RheinMainplus – abgeschlossene Maßnahmen

                                                                                                                        wurden drei Aufzüge als behindertengerechter
                                                                                                                        Zugang zu den Bahnsteigen in die bestehende Un-
                                                                                                                        terführung integriert. Die Bauarbeiten für den
                                                                                                                        1. Bauabschnitt begannen Anfang 2005 und wurden
                                                                                                                        im April 2007 beendet. Der Bahnhof selbst konnte
                                                                                                                        bereits im Mai 2006 rechtzeitig zur Fußball-WM
                                                                                                                        in Betrieb genommen werden.

                                                                                                                        Werkstattkonzeption Frankfurt RheinMainplus

                                                                                                                        Mit dem Kauf der ehemaligen Posthalle in unmit-
                                                                                                                        telbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof und
                                                                                                                        deren Umbau zu einer der modernsten Werkstätten
                                                                                                                        für Triebzüge wurde von DB Regio bereits 2006
                                                                                                                        der Grundstein für eine zukunftsfähige Fahrzeug-
                                                                                                                        instandhaltung insbesondere für die S-Bahn Rhein-
                                                                                                                        Main gelegt. Damit war die Basis für die Realisie-
                                                                                                                        rung der weiteren Planungen im Rahmen der Werk-
                                                                                                                        stattkonzeption Frankfurt RheinMainplus gegeben.

                                                                                                                        Gemeinsam mit der DB Fernverkehr AG wurde die
            Elektronisches Stellwerk Bad Vilbel                    Verkehrsanlagen Bahnhof Frankfurt am Main            Werkstatt Griesheim modernisiert und erweitert.
                                                                   Stadion                                              So wurden neben dem Neubau von zwei aufgestän-
            Seit Ende September 2007 steuert das neue Elektro-                                                          derten Gleisen für die Instandhaltung von ICE und
            nische Stellwerk (ESTW) in Bad Vilbel den 14 km        Der Umbau des Bahnhofs Frankfurt am Main Sta-        lokbespannten Zügen des Nahverkehrs durch DB
            langen Streckenabschnitt zwischen Frankfurt am         dion ist die 1. Ausbaustufe dieses Knotens. Durch    Fernverkehr zwei weitere Gleise von DB Regio für
            Main und Groß-Karben der Strecke Kassel–Frank-         die Flexibilisierung der Fahrmöglichkeiten und die   die Instandhaltung ihrer Diesel- und Elektroloko-
            furt am Main. Der südliche Abschnitt der Main-         Trennung der Verkehre im Bahnhof Stadion wurde       motiven entsprechend umgebaut. Auch Anlagen im
            Weser-Bahn ist geprägt durch einen ausgesproche-       die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs erhöht. Die      Reisezugwagenbereich wurden modernisiert sowie
            nen Mischverkehr (Fernverkehr, Nahverkehr, S-Bahn      Gleise im Bahnhof werden dadurch gleichmäßiger       eine neue Unterflurdrehbank durch DB Fernverkehr
            und Güterverkehr). Für das ESTW wurden rund            ausgelastet. Die Inbetriebnahme der Neubaustrecke    als Ersatz für die bislang in Darmstadt durch DB
            60 km Kabel neu verlegt und 150 Stelleinheiten         Köln–Rhein/Main und die Fußball-Weltmeisterschaft    Regio betriebene Unterflurdrehbank errichtet. Für
            von Signalen und Weichen erneuert. Bei der Konzi-      2006 erforderten eine zeitgerechte Umsetzung der     die Reinigung von Lokomotiven wurde eine Reini-
            pierung des ESTWs wurde bereits der geplante           im Bahnhofsbereich geplanten Maßnahmen. Zum          gungsanlage gebaut. Auch die Sozialräume und
            viergleisige Ausbau des Streckenabschnitts von         besseren Zugang zu den Bahnsteigen und zur Be-       Verwaltungsbereiche für die Mitarbeiterinnen und
            Frankfurt (Main) West nach Bad Vilbel für die S-Bahn   wältigung der Reisendenströme bei Großveran-         Mitarbeiter wurden modernisiert. Seit Anfang 2009
            berücksichtigt. Seit der Inbetriebnahme kann zwi-      staltungen in der Commerzbank-Arena entstand im      ist der Umzug von Personal und Fahrzeugen nach
            schen Bad Vilbel und Frankfurt-Frankfurter Berg        Auftrag der Stadt Frankfurt am Main ein zweiter      Griesheim in das ICE- und Regio-Instandhaltungs-
            beidseitig im Gleiswechselbetrieb gefahren werden.     Bahnsteigzugang am Ostende der Bahnsteige. Nach      zentrum abgeschlossen. Die Wartung von Reisezug-
                                                                   Sanierung der bestehenden Bahnsteigunterführung      wagen in Griesheim wurde damit um elektrische

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DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
DB-Regio-Wartungs- und Instandhaltungshalle
für Lokomotiven, Griesheim

                                                     ICE-Instandhaltungshalle, Griesheim

Triebfahrzeuge, Diesellokomotiven und Dieseltrieb-
wagen erweitert.

Mit der Zusammenführung der Disposition von
Fahrzeugen und Personal – von der Instandhaltung
bis hin zur Reinigung – und der damit einhergehen-
den Schließung der Werkstätten Darmstadt und der
Lokwerkstatt Frankfurt (Camberger Straße) wurden
die Restrukturierungsmaßnahmen der Werkstatt-
konzeption zum Jahresanfang 2009 abgeschlossen.

                                                                                           9
DAS PROJEKT. DER EISENBAHNKNOTEN. DIE SCHIENENINFRASTRUKTUR - (STATUS 2009) FRANKFURT RHEINMAINPLUS
Frankfurt RheinMainplus – abgeschlossene Maßnahmen

                                                                                                                       Grunderneuerung des Hallendachs
                                                                                                                       Frankfurt (Main) Hauptbahnhof

                                                                                                                       Frankfurts Hauptbahnhof ist wieder ein Schmuck-
                                                                                                                       stück! Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Sanie-
                                                                                                                       rung des Hallendachs pünktlich zur Fußball-WM
                                                                                                                       2006 abgeschlossen. Seither erstrahlen die histo-
                                                                                                                       rischen Bahnsteighallen in neuem Glanz. Insgesamt
             Schließung des Hauptgüterbahnhofs                    für die städtebauliche Entwicklung Frankfurts: Sie   verfügt der Hauptbahnhof, der seit 1972 unter
                                                                  schaffen Platz für die Erweiterung des Messegelän-   Denkmalschutz steht, über fünf Hallen, die auf
             Mit der Verlagerung der Funktionen des Hauptgüter-   des und ermöglichen die Realisierung eines neuen     einer Länge von 186 m die Bahnsteige überdachen.
             bahnhofs in die Region wurden wertvolle innerstäd-   Stadtviertels.                                       Der mittlere Komplex, erbaut von 1884 bis 1888,
             tische Flächen frei gemacht. Im Rahmen der Bewer-                                                         besteht aus drei großen Hallen, die jeweils 56 m
             bung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele      Auf einer Gesamtfläche von rund 90 ha soll bis       breit und 28 m hoch sind. 1912 wurden die Seiten-
             2012 hatte die Stadt Frankfurt am Main auf diesem    zum Ende des nächsten Jahrzehnts das sogenannte      flügel im Süden und Norden des Bahnhofs abgeris-
             Areal den Bau des Olympischen Dorfs vorgesehen.      Europaviertel entstehen, das Büros, Hotels, Woh-     sen, damit der Bahnhof durch zwei kleinere Hallen
             Doch auch ohne Olympiade sind die freien Flächen     nungen sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten     mit einer Breite von 31 m und einer Höhe von 20 m
             aufgrund ihrer hervorragenden Lage ein Gewinn        umfasst.                                             erweitert werden konnte. Seit 1924 verfügt der

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Das grunderneuerte Hallendach Frankfurt (Main) Hauptbahnhof

Bahnhof über diese fünf Hallen, bei denen jeweils     Der Aufwand für die Sanierung war immens: Rund                gruppen. Mit der Errichtung von Glaspavillons auf
20 stählerne Fachwerkbinder die Gleise in einem       5.000 t Stahl wurden ausgetauscht und 32.000 m²               dem Querbahnsteig wurde das Serviceangebot für
Regelabstand von neuneinhalb Meter zueinander         Glasflächen montiert. Für die Verbindung der                  die Reisenden erweitert, die hier ein großes An-
überspannen.                                          Stahlkonstruktion wurden mehr als eineinhalb Mil-             gebot von Gastronomie und Reiseartikeln finden.
                                                      lionen Nietkopfschrauben verwendet, die die ur-               Weiterhin wurden die Aufzüge zur S-Bahn umgebaut
Wegen der herausragenden verkehrlichen Bedeu-         sprünglichen Niete ersetzten. Dank der Sanierung              und mit Glasaufbauten sowie Glaskabinen versehen,
tung des Hauptbahnhofs musste die Sanierung im        kommt nun deutlich mehr Tageslicht in die Bahn-               um die Sicherheit der Reisenden zu erhöhen.
laufenden Betrieb erfolgen – bei ca. 1.100 Zugfahr-   steighallen. Unterstützt wird die Wirkung durch die
ten zuzüglich der erforderlichen Rangierfahrten       Stahlbinder, die wieder – wie im Originalzustand –            Fakten
und mehr als 350.000 Reisenden täglich ein schwie-    einen hellgrauen Anstrich tragen. Die Farbaufträge
riges Unterfangen. Gelöst wurde die Aufgabe durch     der letzten 100 Jahre mussten vorab beseitigt wer-              Dach und Wandverkleidung insgesamt:
ein System von Plattformen, auf denen sich über       den, bis die Ursprungsfarbe zum Vorschein kam.                  60.000 m²
der Gleisanlage das Baugeschehen abspielte: Außen                                                                     davon Glasfläche: 32.000 m²
vor den Bahnhofshallen wurde eine Verteilerplatt-     Die Zeit der Sanierungsarbeiten wurde genutzt,                  Stahlaustausch: ca. 5.000 t
form errichtet, innen erfolgten die Arbeiten über     um mit weiteren Baumaßnahmen das Erscheinungs-                  Stahlgerüst: ca. 6.500 t
Montage- und Transportplattformen.                    bild zu verbessern. Erneuert wurden dabei bei-                  Bauzeit: 2002–2006
                                                      spielsweise die Beleuchtung am Querbahnsteig, das
                                                      Wegeleitsystem, der Bodenbelag sowie die Sitz-

                                                                                                                                                                        11
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen
                                                                                                Knoten Frankfurt am Main Stadion

                                                                                                Durch die 2. Ausbaustufe des Knotens Frankfurt
                                                                                                am Main Stadion werden die bestehenden Eng-
                                                                                                pässe beseitigt und die Einführung der Neubau-
                                                                                                strecke Rhein/Main–Rhein/Neckar in den Knoten
                                                                                                Frankfurt ermöglicht. Dazu ist der Bau von zwei
                                                                                                zusätzlichen Gleisen zwischen Frankfurt am Main
                                                                                                Stadion und dem Abzweig Gutleuthof mit einer
                                                                                                neuen Mainbrücke vorgesehen. Die Verbindungs-
                                                                                                kurve Frankfurt Niederrad–Abzweig Forsthaus
                                                                                                muss vor dem Bahnhof Frankfurt Niederrad sowohl
                                                                                                die beiden neuen Gleise als auch das bestehende
                                                                                                Gleis Stadion–Hauptbahnhof kreuzungsfrei queren.
                                                                                                Die Verkehre zwischen Stadion und Hauptbahnhof
                                                                                                lassen sich auf diese Weise trennen:

                                                                                                  Fernverkehr:
                                                                                                  Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt (Main)
                                                                                                  Hauptbahnhof Südseite
                                                                                                  Regionalverkehr:
                                                                                                  Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt (Main)
                                                                                                  Hauptbahnhof Nordseite
                                                                                                  S-Bahn-Verkehr:
                                                                                                  Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt (Main)
                                                                                                  Hauptbahnhof (tief)

 1   Knoten Frankfurt am Main Stadion         7   Frankfurt (Main) West–Bad Vilbel–Friedberg
 2   Frankfurt (Main) Süd                     8   Regionaltangente West
 3   NBS Rhein/Main–Rhein/Neckar              9   S-Bahn-Tunnel
 4   ABS Fulda–Frankfurt am Main             10   S-Bahn-Anbindung Gateway Gardens
 5   ABS/NBS Hanau–Würzburg/Fulda(–Erfurt)   11   Schienenanbindung des Flughafen-Terminals 3
 6   Nordmainische S-Bahn                    12   Knoten Frankfurt (Main) Hauptbahnhof

12
Frankfurt (Main) Süd

                                                                                                                Der Bahnhof Frankfurt (Main) Süd nimmt sämtliche
                                                                                                                Verkehre aus Richtung Süd/Südost, Ost und Nord-
                                                                                                                ost auf, darunter auch einen Großteil des Fernver-
                                                                                                                kehrs, der den Knoten Frankfurt passiert. Die
                                                                                                                prognostizierten deutlichen Verkehrssteigerungen
                                                                                                                machen kapazitätssteigernde Maßnahmen im Be-
                                                                                                                reich Frankfurt (Main) Süd–Main-Neckar-Brücken
                                                                                                                unumgänglich:

                                                                                                                  Der Ostkopf des Bahnhofs Frankfurt (Main) Süd
                                                                                                                  ist umzubauen, um parallele Ein- und Ausfahrten
                                                                                                                  von und zu den nord- und südmainischen Strecken
                                                                                                                  zu ermöglichen.
                                                                                                                  Die Gleise 9 und 10 sind für Zugkreuzungen auf
                                                                                                                  eine Nutzlänge von 750 m zu bringen und nach
                                                                                                                  Westen besser an die weiterführende Strecke
                                                                                                                  nach Frankfurt am Main Stadion anzuschließen.
                                                                                                                  Der Bahnsteig zwischen den Gleisen 9 und 10
                                                                                                                  muss in Abmessung und Ausstattung verkehrsge-
Heutige und künftige Verkehrsführung im Bereich Frankfurt am Main Stadion                                         recht ausgebaut werden, sodass Mehrverkehre
                                                                                                                  aufgenommen werden können und so temporär
                                                                                                                  auch eine Entlastung des Hauptbahnhofs für die
                                                                                                                  Zeit des Umbaus ermöglicht wird.
Die 3. Ausbaustufe, die inzwischen in das Projekt                Fernverkehr:                                     Der Streckenabschnitt zwischen Frankfurt
Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar integriert                 Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar bzw.       (Main) Süd und den Main-Neckar-Brücken muss
wurde, sieht den mehrgleisigen Ausbau zwischen                   Frankfurt am Main Flughafen Fernbahnhof–         aufgrund des erwarteten Verkehrsaufkommens
Zeppelinheim und Frankfurt am Main Stadion vor.                  Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt (Main)       viergleisig ausgebaut werden. Hierdurch wird
Mit diesem Konzept wird die Trennung der Verkeh-                 Hauptbahnhof Südseite                            eine Entmischung des Fern- und Regionalver-
re zwischen Frankfurt (Main) Hauptbahnhof und                    Regionalverkehr:                                 kehrs möglich und der Übergang von Rechts- auf
dem Großraum Mannheim konsequent weiterver-                      Riedbahn–Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt     Linksbetrieb realisiert.
folgt: Die für den Regionalverkehr Richtung Süden                (Main) Hauptbahnhof Nordseite                    Die Main-Neckar-Bahn aus Richtung Darmstadt
im Bahnhof Frankfurt am Main Stadion vorgese-                    S-Bahn-Verkehr:                                  ist höhenfrei anzubinden.
henen Gleise 4 und 5 werden über Zeppelinheim                    Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof–
bis nach dem Abzweig der Neubaustrecke Rhein/                    Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt (Main)
Main–Rhein/Neckar weitergeführt und dort in die                  Hauptbahnhof (tief)
bestehende Riedbahn Richtung Mannheim einge-                     Güterverkehr:
führt. Nach der Inbetriebnahme stellen sich die                  Riedbahn–Frankfurt am Main Stadion–Frankfurt
Verkehrsführungen folgendermaßen dar:                            (Main) Süd

                                                                                                                                                                     13
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar               auf der bestehenden, stark ausgelasteten Ried-        erlangen, werden zurzeit die Unterlagen zu den
                                                                 bahn (Frankfurt–Biblis–Mannheim) und der Main-        Planfeststellungsverfahren erarbeitet. Detailliert
             Die geplante Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/        Neckar-Bahn (Frankfurt–Darmstadt–Mannheim/            werden neben der Darstellung des Streckenverlaufs
             Neckar von Frankfurt nach Mannheim ist das noch     Heidelberg) unter anderem neue Kapazitäten für        und der Bauwerke auch die Schallschutz- und die
             fehlende Bindeglied zwischen den Schnellfahrstre-   den gewünschten Ausbau des Nahverkehrs geschaf-       Ausgleichsmaßnahmen für den Umweltschutz auf-
             cken Köln–Rhein/Main und Mannheim–Stuttgart         fen. So wird es beispielsweise möglich sein, den      gezeigt. So werden zur Kompensation des Flächen-
             und schließt eine Lücke im Transeuropäischen Netz   bisherigen Halbstundentakt der S-Bahn S7 von Frank-   verbrauchs z. B. ehemalige Kasernenflächen ent-
             (TEN). Mit der 85 Kilometer langen Neubaustrecke    furt nach Groß-Gerau auf der Riedbahn im Zusam-       siegelt und renaturiert. Die Planfeststellungsunter-
             entsteht eine schnelle Verbindung zwischen den      menhang mit der Anbindung des Flughafen-Termi-        lagen für den ersten, nördlichsten Abschnitt vom
             Ballungsräumen Rhein/Main und Rhein/Neckar. Die     nals 3 auf einen Viertelstundentakt zu verdichten.    Bahnhof Frankfurt am Main Stadion bis zur Gemein-
             Züge des Fernverkehrs sollen künftig mit bis zu                                                           degrenze zwischen Mörfelden-Walldorf und Erzhau-
             300 km/h auf den neuen Gleisen verkehren, der       Vorbehaltlich des Abschlusses der Finanzierungs-      sen wurden bereits Mitte 2009 vom zuständigen
             Güterverkehr kann die Strecke insbesondere nachts   vereinbarung könnten erste vorgezogene Baumaß-        Regierungspräsidium Darmstadt offengelegt, das
             in natürlichen Zugpausen nutzen. Dadurch werden     nahmen ab 2011 beginnen. Um das Baurecht zu           heißt, alle von der Planung Betroffenen wie Gemein-

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Kassel                                  trasse. Sie schwenkt von der bestehenden nörd-
                                                                                                              lichen Riedbahn ab und verläuft in einem Bogen
                                                                                       Erfurt                 westlich vom Walldorfer Badesee. Anschließend
                                  Köln                                                                        führt die Trasse in enger Bündelung auf der öst-
                                                                                                              lichen Seite der Autobahn A5 und A67 bis in den
                                                                                                              Raum Mannheim.
                                                                        Fulda
                                                                                                              Unter Berücksichtigung der zentralen Projektziele
                                                                                                              der DB AG ist die konkrete Anbindung von Darm-
                                                     Frankfurt
                                                                                                              stadt und die exakte Linienführung in Südhessen
                                                                                                              und Baden-Württemberg mit den politisch Beteilig-
                                                                         Würzburg                             ten noch abzustimmen.

                                                                                                              Zentrale Projektziele
                                         Mannheim                                          Nürnberg
                                                                                                                kürzeste Verbindung zwischen den Schnellfahr-
                                    Saarbrücken
                                                                                                                strecken Köln–Rhein/Main und Mannheim–Stutt-
                                         Karlsruhe                                                              gart (Lückenschluss TEN)
                                                                                                                größtmögliche Fahr- und Reisezeitgewinne im
                                                                  Stuttgart                                     Korridor
                                                                                    Ingolstadt                  Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten im
                                                                                                                Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und im
                                                                                                                Schienenpersonenfernverkehr (SPFV)
                                                                                                                Kapazitätserweiterung mit Potenzial für die
                                                                                                                Zukunft im Schienengüterverkehr (SGV)
                                                                                                                bedarfsorientierte und zukunftsgerechte Weiter-
den, Behörden oder auch Privatpersonen konnten          und Güterverkehr gebaut werden. Dazu werden am          entwicklung des Bahnnetzes unter Berücksichti-
sich informieren und innerhalb gesetzlich vorge-        Bahnhof Zeppelinheim die vorhandene Fußgänger-          gung der Gesamtstruktur sowie ökologischer und
schriebener Fristen Stellungnahmen abgeben.             unterführung verlängert und ein neuer Mittelbahn-       ökonomischer Aspekte
                                                        steig für den Regionalverkehr gebaut. Durch diese
Um den Eingriff durch die neue Trasse so verträg-       Lösung des viergleisigen Ausbaus ist eine Anbindung
lich wie möglich zu gestalten, wird die neue Bahn-      des Regionalverkehrs an das geplante Terminal 3
strecke mit vorhandenen Verkehrstrassen gebündelt.      des Flughafens Frankfurt ohne aufwendige Querung
Vom Bahnhof Frankfurt am Main Stadion Richtung          der Trasse für den Hochgeschwindigkeitsverkehr
Süden wird zunächst die vorhandene Riedbahn             möglich.
Frankfurt–Biblis–Mannheim bis kurz vor der Que-
rung der Autobahn A5 viergleisig ausgebaut. Dabei       Südlich von Zeppelinheim, kurz vor der Querung
werden die zwei vorhandenen Gleise künftig vom          der Autobahn A5, schwenken die beiden neuen
Fernverkehr benutzt, während parallel daneben auf       Gleise in die alte Riedbahn Richtung Walldorf ein.
der Westseite zwei neue Gleise für den Regional-        Hier beginnt der Neubau der Hochgeschwindigkeits-

                                                                                                                                                                  15
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             Ausbau-/Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda(–Erfurt)    ICE-T im Bereich Schlüchterner Tunnel

             Ausbaustrecke Fulda–Frankfurt am Main                  holz und Gelnhausen zwei weitere Stationen des      Projektziele der DB AG für das östliche Rhein-Main-
                                                                    Regionalverkehrs im dreigleisigen Abschnitt.        Gebiet sind:
             Im Korridor Hanau–Fulda sind die Kapazitätsgren-
             zen der bisherigen Strecke erreicht. Weitere Stei-     Ausbaustrecke/Neubaustrecke Hanau–                    deutliche Verkürzung der Fahrzeiten von Frank-
             gerungen sind mit der vorhandenen Infrastruktur        Würzburg/Fulda(–Erfurt)                               furt am Main sowohl nach Fulda als auch nach
             nur sehr bedingt möglich. Der dreigleisige Abschnitt                                                         Würzburg durch Anhebung der Reisegeschwindig-
             aus Richtung Hanau endet heute vor Hailer-Meer-        Die Anbindung des Rhein-Main-Gebiets an die be-       keiten auf etwa 150 km/h
             holz. Um die prognostizierten Verkehre bewältigen      stehenden Vorrangstrecken nach Nordosten Rich-        Verknüpfung der beiden Nord-Süd-Magistralen
             zu können, wird der Abschnitt Hailer-Meerholz–         tung Fulda und nach Südosten Richtung Würzburg        Köln–Frankfurt am Main–Mannheim und Hanno-
             Gelnhausen ebenfalls dreigleisig ausgebaut. Dies       erfolgt heute über Mischverkehrsstrecken. Die         ver–Fulda–Würzburg (Vorrangstrecken zwischen
             führt zur Entspannung der Fahrplankonstruktion.        sich ergebenden Kapazitätsengpässe bedingen eine      den Wirtschaftszentren)
             Eine Aufwärtskompatibilität zum späteren vierglei-     nicht mehr zufriedenstellende Betriebsqualität.       Schaffung nachfragegerechter Kapazität für
             sigen Ausbau im Rahmen der ABS/NBS Hanau–              Ebenfalls können die trassierungsbedingten Reise-     einen taktreinen, verdichteten Schienenpersonen-
             Würzburg/Fulda(–Erfurt) ist gewährleistet.             geschwindigkeiten im Schienenpersonenfernverkehr      nahverkehr und einen umfangreicheren Schie-
                                                                    als nicht mehr marktkonform bezeichnet werden         nengüterverkehr, ganz besonders unter der
             Durch die Verlängerung dieses Abschnitts bis in        (Frankfurt am Main–Fulda
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Nordmainische S-Bahn

Die Raumempfindlichkeitsanalyse von 2002 ergab                 Der Hanauer Hauptbahnhof als Bindeglied und                        Nordmainische S-Bahn
zwei prinzipielle Lösungsansätze:                              Verknüpfungspunkt der nordmainischen und süd-
                                                               mainischen Strecke Richtung Frankfurt am Main                      Durch die Nordmainische S-Bahn sollen die östliche
  „Mottgers-Spange“: viergleisiger Ausbau Hanau–               mit den Strecken ins Kinzigtal, nach Aschaffenburg                 Innenstadt Frankfurt, die Stadt Maintal und die
  Gelnhausen und Neubaustrecke Gelnhausen                      und in den Odenwald wird mit seinen Gleis- und                     westlichen Stadtteile Hanaus an das Netz der S-Bahn
  bis zur Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg                 Bahnsteiganlagen nicht mehr den zukünftigen Anfor-                 Rhein-Main angeschlossen werden. Im Rahmen
  durch den Nordspessart                                       derungen genügen. Die Umgestaltung des Hanauer                     des Projekts Frankfurt RheinMainplus wurde für die
  „Ausbau“: viergleisiger Ausbau/Neubau Hanau–                 Hauptbahnhofs ist nicht Bestandteil des Projekts                   Nordmainische S-Bahn ein durch alle Beteiligten
  Gelnhausen–Fulda zuzüglich qualitativer Ausbau               Ausbaustrecke/Neubaustrecke Hanau–Würzburg/                        getragenes Konzept entwickelt. Aufgrund geänderter
  Hanau–Aschaffenburg–Nantenbach(–Würzburg).                   Fulda(–Erfurt).                                                    Randbedingungen und verkehrlicher Aufgabenstel-
                                                                                                                                  lung wurde die im Jahr 1992 erstellte Nutzen-Kosten-
Ein Variantenentscheid wird durch die Deutsche                                                                                    Untersuchung überarbeitet und 2006 fertiggestellt.
Bahn AG im Rahmen der Leistungsphase 1 und 2                                                                                      Die Beteiligten kamen überein, die Realisierung der
erarbeitet und in die anschließende Bewertung in                                                                                  Nordmainischen S-Bahn in Angriff zu nehmen. Die
das Raumordnungsverfahren eingebracht. Unab-                                                                                      Vorplanung wurde aufgenommen und Ende 2008
hängig vom Variantenentscheid hat der viergleisige                                                                                abgeschlossen. Zurzeit laufen die Entwurfs- und
Ausbau Hanau–Gelnhausen schon heute einen                                                                                         Genehmigungsplanungen zur Einleitung des Planfest-
eigenständigen Verkehrswert.                                                                                                      stellungsverfahrens. Für die Nordmainische S-Bahn

                                                                                                                                                                                         17
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             ist ein 30-Minuten-Takt vorgesehen, der in den
             Hauptverkehrszeiten zu einem 15-Minuten-Takt
             verdichtet wird. Die Verkehrsprognosen lassen
             einen zusätzlichen S-Bahn-Betrieb mit den hohen
             Anforderungen an Pünktlichkeit und Zuverlässig-
             keit auf der bestehenden Infrastruktur nicht zu.
             Die Erweiterung der Infrastruktur sieht vor:

               Bau zweier ca. 1,4 km langer eingleisiger Tunnel
               zwischen Frankfurt (Main) Konstablerwache und
               Frankfurt (Main) Ost
               Bau zweier zusätzlicher S-Bahn-Gleise über eine
               Länge von ca. 18 km parallel zur bestehenden
               nordmainischen Strecke Frankfurt (Main) Ost–
               Maintal–Hanau
               Neubau einer unterirdischen Verkehrsstation
               Frankfurt (Main) Ost
               Umbau/Neubau von 6 oberirdischen Verkehrs-
               stationen für den S-Bahn-Betrieb: Frankfurt-
               Fechenheim, Maintal West, Maintal Ost, Hanau-
               Wilhelmsbad, Hanau West und Hanau Haupt-
               bahnhof
               Beseitigung von 5 Bahnübergängen durch den
               Bau von Eisenbahnüberführungen und Auflassung
               eines Bahnübergangs
               Anpassung bzw. Erweiterung der bestehenden
               Kreuzungsbauwerke
               Realisierung aktiver und passiver Schallschutz-
               maßnahmen
               Signaltechnische Anpassung in den Stellwerken
               Frankfurt (Main) Hauptbahnhof (tief), Frankfurt
               (Main) Ost, Frankfurt-Mainkur und Hanau Haupt-
               bahnhof sowie die Einbindung und Steuerung
               in die Betriebszentrale Frankfurt
               Anpassung der Gleise und Bahnsteiganlagen in
               Hanau Hauptbahnhof.

18
Für einen barrierefreien Zugang zu den Zügen der     1. Bauabschnitt Frankfurt (Main) West–
                                            Friedberg               Nordmainischen S-Bahn werden die vorhandenen         Bad Vilbel
                                                                    Bahnhöfe und Haltepunkte entsprechend dem im         Der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für
                                                                    Rhein-Main-Gebiet üblichen S-Bahn-Standard neu-      den Abschnitt Frankfurt erfolgte im 2. Quartal 2009,
                                            Bruchen-                bzw. umgebaut. Die Zuwegung zu allen Bahnsteigen     für den Abschnitt Bad Vilbel besteht bereits Bau-
                                            brücken
                                                                    wird für Personen mit eingeschränkter Mobilität      recht. Unter der Voraussetzung des Baubeginns in
                                                                    mit Aufzügen bzw. Rampen ausgestattet. Durch         2010 wird die Inbetriebnahme des 12,6 km langen
                                             Nieder                 den Bau zweier zusätzlicher Gleise wird die Ent-     Streckenabschnitts Ende 2013 angestrebt. Das elek-
                                            Wöllstadt
                                                                    mischung der Verkehre erreicht. Dies erlaubt eine    tronische Stellwerk in Bad Vilbel konnte im Sep-
                                                                    restriktionsfreie Abwicklung des S-Bahn-Verkehrs     tember 2007 in Betrieb genommen werden.
                                            Okarben                 entsprechend den Anforderungen des Integralen
                                                                    Taktfahrplans (ITF) auch unter Berücksichtigung      2. Bauabschnitt Bad Vilbel–Friedberg
                                                                    der geplanten Kapazitätserweiterung des S-Bahn-      Um die Qualität der S-Bahn-Linie S 6 auf der ge-
                                           Groß Karben              Verkehrs und der Tunnelstammstrecke.                 samten Strecke zwischen Frankfurt und Friedberg
                                                                                                                         auf ein hohes Niveau zu bringen, wurden auch in
                                            Dortelweil              Frankfurt (Main) West–Bad Vilbel–Friedberg           diesem Abschnitt die Planungen zum durchgehenden
                                                                                                                         viergleisigen Ausbau aufgenommen. Die Vorplanung
                                                                    Seit vielen Jahren fordern die Gebietskörperschaf-   wurde Ende 2008 abgeschlossen, die Entwurfs- und
                                            Bad Vilbel              ten den Ausbau der hochbelasteten Main-Weser-        Genehmigungsplanung zur Einleitung des Planfest-
                                                                    Bahn zur Entflechtung von S-Bahn und übrigem         stellungsverfahrens Anfang 2009 begonnen. Der
                                                                    Schienenverkehr. Fern-, Regional-, S-Bahn- und       Abschluss des Finanzierungsvertrags zum Bau und
                                                                    Güterverkehr behindern sich gegenseitig. Die an      Betrieb der Infrastrukturmaßnahme wird für das
                                                       Bad Vilbel
                                                                    jeder Station haltenden S-Bahnen werden von durch-   Jahr 2010 angestrebt. Die Inbetriebnahme ist zum
                                                                    fahrenden Zügen überholt, sodass sich deren Ver-     Fahrplanwechsel 2015/2016 beabsichtigt. In die-
                                                   Bad Vilbel Süd   spätungen auch auf das S-Bahn-System übertragen.     sem Bauabschnitt sind unter anderem folgende Maß-
                                     Ffm-Berkesheim                 Die Einführung des Integralen Taktfahrplans, die     nahmen vorgesehen:
                                                                    Ausweitung des Nahverkehrsangebots und der
                    Ffm-Frankfurter Berg                            15-Minuten-Takt bei der S-Bahn haben auf diesem        Streckenlänge: 16,8 km
                                                                    Streckenabschnitt zu Beeinträchtigungen in der         Neubau von 2 zusätzlichen Gleisen, Entwurfs-
                Ffm-Escherheim                                      Betriebsqualität geführt.                              geschwindigkeit 140 km/h
                                                                                                                           Neubau von 15 Eisenbahn-, Straßen-, Geh- und
                                                                    Der durch den Ausbau der Niddertalbahn zwischen        Radwegüberführungen
                                                                    Glauburg-Stockheim und Bad Vilbel entstandene          Erweiterung und Anpassung von 7 Eisenbahn-
                                                                    Mehrverkehr belastet den Streckenabschnitt zwi-        überführungen
                                                                    schen Bad Vilbel und Frankfurt durch die erhöhte       aktive und passive Schallschutzmaßnahmen
                                                                    Anzahl der „Durchläuferzüge“ nach/von Frankfurt        Landschaftspflegerische Ersatzmaßnahmen
                                                                    zusätzlich. Der viergleisige Ausbau mit eigenen        Anpassung der Bahnsteiganlagen in den Bahn-
     Ffm-West                                                       S-Bahn-Gleisen wird die Pünktlichkeit und Zuver-       höfen Friedberg, Bruchenbrücken, Nieder-Wöll-
                                                                    lässigkeit des S-Bahn-Verkehrs erhöhen und das         stadt, Okarben, Groß-Karben und Dortelweil.
Frankfurt (Main) West–Bad Vilbel–Friedberg                          Gesamtsystem S-Bahn weiter stabilisieren.

                                                                                                                                                                                19
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             Regionaltangente West

             Mit der Regionaltangente West (RTW) wird eine
             Tangentialverbindung zwischen den westlichen
             S-Bahn-Achsen und gleichzeitig eine direkte Nord-
             Süd-Schienenanbindung des Flughafens geschaffen.
             Sie verläuft in zwei sich überlagernden Linien von
             Bad Homburg v. d. Höhe bzw. dem Nordwestzen-
             trum in Frankfurt über Eschborn, Sossenheim und
             Höchst zum Flughafen und von dort weiter über
             Frankfurt am Main Stadion nach Neu-Isenburg, wo
             sich die beiden Teiläste nach Dreieich-Buchschlag
             und in die Innenstadt Neu-Isenburgs verzweigen.
             Mit der RTW, die im Kernabschnitt im 15-Minuten-
             Takt verkehren soll, wird das Schienenpersonennah-
             verkehrsnetz der Region grundlegend verbessert.

             Die RTW nutzt vorhandene Gleistrassen, welche
             durch Neubauabschnitte miteinander verbunden
             werden. Das Zweisystem-Konzept ermöglicht dabei
             die stadtbahnartige Trassierung in den innerstäd-
             tischen und naturräumlich sensiblen Bereichen.

             Im Zuge der Erstellung der Nutzen-Kosten-Unter-
             suchung zum Nachweis der Förderfähigkeit nach
             dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)
             wurde die Integrierbarkeit der RTW in das beste-
             hende Gefüge des SPNV-Angebots in zwei Schritten     Geplante Streckenführung der Regionaltangente West
             nachgewiesen. Zunächst wurde ein Fahrplan für
             den Gesamtverkehr unter Einbeziehung der RTW
             entsprechend den Trassenkonstruktionsregeln der
             DB Netz AG konstruiert. Dieser Gesamtfahrplan        Auf der Grundlage der volkswirtschaftlich mit posi-   RTW verlaufen soll, im November 2008 die RTW
             wurde einer Betriebssimulation unterworfen, wie      tivem Ergebnis abgeschlossenen Nutzen-Kosten-Un-      Planungsgesellschaft mbH gegründet. Der Meilen-
             sie auch für die Leistungsfähigkeitsberechnung       tersuchung und der Folgekostenrechnung hat eine       steinplan für dieses Projekt sieht bei planmäßigem
             des Frankfurter Hauptbahnhofs in Frankfurt Rhein-    erste Planungsüberprüfung weitere Optimierungs-       Projektentscheid bis 2011 die Fertigstellung für
             Mainplus durchgeführt wurde. Im Ergebnis verändert   potenziale ermittelt. Für die Durchführung der        2017 vor.
             sich die Betriebsqualität infolge der zusätzlichen   weiteren Planung und die Erarbeitung einer Kosten-
             Trassenbelegung durch die RTW nicht.                 schätzung auf der Grundlage einer Entwurfsplanung
                                                                  haben der RMV, die Stadt Frankfurt am Main und
                                                                  die weiteren Gebietskörperschaften, über die die

20
S-Bahnplus

                           Das S-Bahn-System Rhein-Main wurde in den ver-
                           gangenen Jahren einer umfassenden Analyse unter-
                           zogen. Im Mittelpunkt stand dabei die Kundener-
                           wartung von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Auf
                           der Basis dieser Daten wurden elf Infrastruktur-
                           maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit
                           der S-Bahn Rhein-Main entwickelt: das Programm
                           S-Bahnplus. Neben der direkten Wirkung – die Ver-
                           besserung der Pünktlichkeit der örtlich betroffenen
                           Linien – entsteht so eine zusätzliche indirekte Wir-
                           kung: Die Pünktlichkeit des Gesamtsystems wird
                           durch die Reduzierung von Verspätungsübertragun-
                           gen verbessert. Die Maßnahmen des Programms
                           S-Bahnplus minimieren die Folgeverspätungen auf
                           Züge der Gegenrichtung in eingleisigen Abschnitten
                           und an Kreuzungspunkten sowie auf Züge anderer
                           Linien in Gemeinschaftsabschnitten und insbeson-
                           dere im S-Bahn-Tunnel Frankfurt.

                           Im Jahr 2007 wurde dazu zwischen dem Land Hes-
                           sen, DB Netz AG, DB Station & Service AG sowie
                           Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH ein Koopera-
                           tionsvertrag abgeschlossen. Dieses durch das Land
                           Hessen sowie kommunale Finanzierungsanteile
                           geförderte Programm ist Teil übergeordneter ver-
Bahnhof Frankfurt-Höchst   kehrspolitischer Konzepte. Es gehört zum Leitprojekt
                           „Staufreies Hessen 2015“, mit dem Zuverlässigkeit
                           und Pünktlichkeit der Gesamtmobilität gestärkt
                           werden sollen. Die folgenden Einzelmaßnahmen sind
                           vorgesehen:

                                                                                  21
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             Gruppe 1: Um- und Ausbauten der Gleisanlagen          7 Zwischen Niedernhausen und Hofheim wird            S-Bahn-Tunnel
                                                                     durch den Nachbau eines zusätzlichen Block-
             1 In Rüsselsheim Opelwerk wird das durchgehen-          signals je Richtung eine Verkürzung der Mindest-   Die heutige Kapazität des S-Bahn-Tunnels ist mit
               de Hauptgleis in Richtung Frankfurt so an den         zugfolgezeiten bei gleichzeitiger Verbesserung     22 Zügen pro Stunde und Richtung ausgeschöpft.
               S-Bahn-Bahnsteig angeschwenkt, dass die Ge-           der Betriebsqualität erreicht.                     Es besteht jedoch der Bedarf, weitere S-Bahn-Züge
               schwindigkeitsbeschränkungen für S-Bahnen           8 Durch den Nachbau zusätzlicher Blocksignale        durch die Tunnelstrecke zu führen. Diese lässt
               entfallen. Damit sind schnellere Ein- und Aus-        zwischen Raunheim und Rüsselsheim wird eine        sich durch signaltechnische Maßnahmen für 24
               fahrten aller Züge der S8 und S9 in Richtung          Verkürzung der Mindestzugfolgezeiten bei gleich-   Züge in der Hauptverkehrszeit ertüchtigen. Da die
               Tunnelstrecke möglich.                                zeitiger Verbesserung der Betriebsqualität der     gesetzlich vorgeschriebenen ortsfesten Zugsiche-
             2 In Mainz-Bischofsheim entfällt der eingleisige        Strecke möglich.                                   rungsanlagen bei sehr dichter Zugfolge eine eher
               Begegnungsabschnitt für die S9 am Bahnsteig                                                              kapazitätsbegrenzende und somit pünktlichkeitsein-
               durch den Neubau einer zusätzlichen Weichen-        Gruppe 3: Örtliche Optimierungen der Leit- und       schränkende Wirkung haben, musste hier bei den
               straße. Dadurch werden Begegnungen der S9 im        Sicherungstechnik zugunsten flexiblerer Betriebs-    Planungen für den S-Bahn-Tunnel Frankfurt eine
               Bahnhof Mainz-Bischofsheim ermöglicht.              führung bzw. schnellerer Einfahrten                  Sonderform entwickelt und vom Eisenbahn-Bundes-
             3 Der Haltepunkt Steinheim/Main im eingleisigen                                                            amt freigegeben werden.
               Abschnitt Hanau Hbf–Mühlheim-Dietesheim             9 Durch den Nachbau einer Einfahrzugstraße aus
               wird für Zugkreuzungen zweigleisig ausgebaut.          Richtung Frankfurt am Main nach Gleis 703 im      In den Jahren 2007 und 2008 wurden die techni-
             4 In Frankfurt-Höchst Farbwerke wird für die S1          Bahnhof Langen (Hessen) werden gleichzeitige      schen Genehmigungen beantragt und eingeholt
               aus Richtung Wiesbaden eine neue Verbindungs-          Einfahrten aus Richtung Frankfurt und Darm-       sowie die Finanzierung der Maßnahmen sicherge-
               kurve gebaut, sodass die Kreuzung mit der              stadt ermöglicht und Folgeverspätungen durch      stellt. Ab Juni 2009 geschieht nun – hauptsächlich
               Gegenrichtung der Linie S2 entfällt.                   Verlegung der Zugkreuzungen von Egelsbach         in den nächtlichen Zugpausen – die Anpassung
             5 An der sogenannten Fädelstelle im Vorfeld des          nach Langen vermieden. Im Verspätungsfall von     der Signalanlagen, sodass ab Juni 2010 auch die
               Frankfurter Hauptbahnhofs wird eine zusätz-            S-Bahn-Zügen in Richtung Frankfurt am Main        derzeit im Kopfbahnhof endenden Züge der S 2
               liche Weichenverbindung mit Signal eingebaut.          kann die Übergangssituation in Dreieich-Buch-     von/nach Niedernhausen durch die Innenstadt bis/
               S-Bahnen der Linien S2 und S9, die nicht auf die       schlag auf die Dreieichbahn entspannt werden.     von Dietzenbach verkehren können. Dann wird den
               S-Bahn-Tunnelstrecke fahren, werden dadurch         10 Im Bahnhof Kronberg (Taunus) wird durch Ver-      Fahrgästen in der Hauptverkehrszeit im Tunnel je
               nicht mehr von ausfahrenden Zügen behindert.           setzen von Signalen und Sicherungseinrichtun-     Richtung durchgängig alle 2 ½ min eine S-Bahn an-
                                                                      gen ein Geschwindigkeitseinbruch beseitigt.       geboten.
             Gruppe 2: Blockverdichtungen an stark belasteten         Durch die Erhöhung der Einfahrgeschwindigkeit
             Stellen des Netzes – durch zusätzliche Signale kann      kann eine Fahrzeitverkürzung von ca. 0,8 min      Auch auf den Zulaufstrecken zum S-Bahn-Tunnel,
             die Zugfolge beschleunigt werden                         pro Zug und eine gleichzeitige Verlängerung der   zum Beispiel aus Richtung Frankfurt (Main) West–
                                                                      Wendezeiten der S-Bahnen erreicht werden.         Galluswarte, werden die ortsfesten Zugsicherungs-
             6 Im Bahnhof Frankfurt (Main) West wird durch         11 Im Bahnhof Bad Soden (Taunus) wird durch          anlagen an die hohen Anforderungen eines verdich-
               den Nachbau eines zusätzlichen Signals eine            Versetzen von Signalen und Sicherungseinrich-     teten S-Bahn-Verkehrs angepasst. Die Pünktlichkeit
               Verbesserung der Betriebsqualität für die S3, S4       tungen ein Geschwindigkeitseinbruch beseitigt.    im S-Bahn-Tunnel wird so verbessert. Für weitere
               und S5 in Richtung Tunnelstrecke erreicht.             Durch die Erhöhung der Einfahrgeschwindigkeit     Steigerungen der Zugzahlen ist die Ausrüstung mit
                                                                      kann eine Fahrzeitverkürzung von ca. 0,9 min      Linienzugbeeinflussung an Fahrzeugen und Fahrweg
                                                                      pro Zug und eine gleichzeitige Verlängerung der   mit der entsprechenden Stellwerkstechnologie spä-
                                                                      Wendezeiten der S-Bahnen erreicht werden.         ter möglich, allerdings erfordert dies einen hohen
                                                                                                                        finanziellen Aufwand.

22
Geplante Um- und Ausbauten der Gleisanlagen (Maßnahmen 1-11 Seite 22)

                                    10

                               11

            7

                                     4
                     7                               6
                                                                            3

                                                                5

                                     1   8

                           2

                                                                        9

                                                                                23
Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

             S-Bahn-Anbindung Gateway Gardens

             Das Gelände der ehemaligen Wohnsiedlung Gate-
             way Gardens wird nach Abzug der U.S. Air Force
             einer neuen Nutzung zugeführt. Insgesamt sind
             700.000 m² Geschossfläche vorgesehen. Die ver-
             kehrliche Lage von Gateway Gardens nordöstlich
             des Frankfurter Flughafens und nordwestlich des
             Frankfurter Kreuzes bedarf einer qualifizierten
             Verkehrserschließung im ÖPNV. Diese Forderung
             kann nur durch einen direkten Anschluss der
             Fläche an das Schienennetz der Deutschen Bahn
             AG erfüllt werden. Im Bebauungsplan Nr. 851
             Gateway Gardens wurde deswegen bereits eine
             Trasse für eine potenzielle S-Bahn-Anbindung aus-
             gewiesen. Für die herbeizuführenden Abstimmun-
             gen und Entscheidungen wurde im Jahr 2006 ein
             Arbeitskreis eingerichtet. Unter Beteiligung der
             DB AG, des RMV, des Landes Hessen und der Stadt      den Strecke Nr. 3520 in einer Schleife nach         der Netzplanung des RMV auch für die RTW)
             Frankfurt am Main wurden die Grundlagen abge-        Süden ausgeschwenkt. Sie durchfährt den Regio-      konzeptioniert und liegt unter dem westlichen
             stimmt, Rahmendaten formuliert, eine Machbarkeits-   nalbahnhof am Frankfurter Flughafen und fädelt      Abschnitt der Planstraße Nord. Die Erschließung
             studie sowie eine Nutzen-Kosten-Untersuchung         in Kelsterbach wieder in die Mainzer Strecke ein.   der Station wird an den Bahnsteigenden über
             (NKU) durchgeführt. Diese NKU wurde im März          Zwischen dem Regionalbahnhof und Kelsterbach        feste Treppen- und Fahrtreppenanlagen ermög-
             2007 positiv abgeschlossen. Die Planungen wie        bleibt die Streckenführung unverändert; die Ver-    licht. Ein zentral angeordneter Personenaufzug
             auch die NKU berücksichtigen eine spätere Führung    bindung zwischen Stadion und Regionalbahnhof        stellt einen barrierefreien Zugang auf den 210 m
             der Regionaltangente West (RTW) über die Trasse      wird um ca. 1,6 km nach Osten verschoben, um        langen Bahnsteig sicher.
             mit einem Halt in Gateway Gardens. Mit der Ent-      Gateway Gardens anfahren zu können.
             scheidung, den neuen Frankfurter Stadtteil in das                                                        Die Anbindung an den bestehenden S-Bahn-
             S-Bahn-Netz des Rhein-Main-Gebiets zu integrieren,   Neubau der unterirdischen S-Bahn-Station            Tunnel.
             wurden die weiterführenden Planungen im Früh-        Gateway Gardens.                                    Der neu herzustellende Streckenabschnitt wird
             jahr 2008 aufgenommen.                               Die Führung der Strecke erfolgt auf ca. 2,2 km      an den bestehenden Tunnel zum Regionalbahn-
                                                                  Länge unterirdisch. Hierdurch können oberflä-       hof Frankfurt (Main) Flughafen angeschlossen.
               Verschwenkung und Querung der Bestandstrasse       chennahe Ver- und Entsorgungsleitungen sowie        Der Anschluss erfolgt östlich des Fernbahnhofs
               Frankfurt am Main Stadion–Mainz.                   öffentliche Verkehrswege nach der Streckenver-      auf der Nordseite der Schnellfahrstrecke Köln–
               Die Anbindung von Gateway Gardens an das           legung in nahezu unveränderter Lage beibehalten     Rhein/Main. An der Anschlussstelle wird der
               Schienennetz der DB AG wird durch die Umle-        werden. Wie die Tunnelstrecken wird auch das        Tunnel mit einem Stahlbetonrahmen überbaut,
               gung der vorhandenen Bahnstrecke Nr. 3683          Stationsbauwerk auf Gateway Gardens in offener      unter dessen Schutz der bereichsweise Rückbau
               ermöglicht. Die Strecke der Flughafen-S-Bahn       Bauweise als unterirdische Personenverkehrsan-      der alten Tunnelkonstruktion und die Verschwen-
               wird westlich des Bahnhofs Frankfurt am Main       lage errichtet. Das stützenfreie Bauwerk wird als   kung der Gleisanlagen in Richtung Gateway
               Stadion aus der nach Mainz/Wiesbaden führen-       Haltepunkt nur für die S-Bahn (und entsprechend     Gardens erfolgen.

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Frankfurt RheinMainplus – aktuelle und geplante Maßnahmen

                                                                 Schienenanbindung des Flughafen-Terminals 3

                                                                 Der Flughafen Frankfurt am Main plant im Südosten
                                                                 seines Geländes ein drittes Fluggast-Terminal. Dazu
                                                                 wurden verschiedene Varianten der landseitigen
                                                                 Verkehrsanbindung im öffentlichen Personennah-
                                                                 verkehr untersucht:

                                                                   Bus-Shuttle-Verbindung zur nahe gelegenen
                                                                   S-Bahn-Station Zeppelinheim
                                                                   Nutzung des flughafeneigenen Personentrans-
                                                                   portsystems (PTS) für Verbindungen zwischen
                                                                   dem Terminal 3 und den S-Bahn-Stationen
                                                                   Zeppelinheim oder Walldorf (Hessen)
                                                                   Bau einer Gleistrasse zum Terminal und
                                                                   direkte Führung der Züge auf der Riedbahn zum
                                                                   Empfangsgebäude.

                                                                 Der zusätzliche Umstieg in einen Bus oder das PTS
                                                                 weist Akzeptanznachteile auf, die bei der direkten
                                                                 Führung der S-Bahn-Linie S7 und des Regional-
                                                                 Express RE 70 zum Flughafen nicht auftreten. Auch
                                                                 aus diesem Grund kam die Variantenuntersuchung
                                                                 zu der Empfehlung, die direkte Schienenanbindung
                                                                 als Vorzugsvariante mit einer Nutzen-Kosten-Unter-
                                                                 suchung (NKU) genauer zu betrachten.

                                                                 Die Ergebnisse der NKU bestätigten diese Einschät-
                                                                 zung: Die leistungsfähige Erschließung des Termi-
                                                                 nals 3 mit der S-Bahn-Linie S7 und der Linie RE 70
                                                                 ergibt einen Nutzen-Kosten-Quotienten von >2.
                                                                 Das bedeutet, der volkswirtschaftliche Nutzen der
                                                                 Maßnahme liegt um diesen Faktor höher als die
                                                                 damit verbundenen Investitionskosten und erfüllt
                                                                 damit eine wesentliche Voraussetzung für die
                                                                 Förderung durch den Bund und das Land Hessen.

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Außenansicht: geplantes Terminal 3 am Flughafen Frankfurt am Main

Das Bedienungskonzept für das Terminal 3 soll den             Die Anbindung des Terminals 3 ist damit sowohl       Da die Riedbahn weiterhin von Güterverkehrszügen
Erwartungen an einen leistungsfähigen SPNV-An-                an den Bau des Terminals als auch an den Realisie-   befahren werden wird, wird im Bereich des Termi-
schluss des Flughafens erfüllen. Dies bedeutet eine           rungshorizont der Neubaustrecke gekoppelt. Um        nals die Strecke nicht einfach verschwenkt, son-
ähnlich hohe Bedienungsdichte wie bereits am                  flexibel zu bleiben, wird die neue Station deshalb   dern eine Ausschleifung vorgesehen. Die nördliche
Regionalbahnhof des Flughafens: Die S-Bahn S7 im              unabhängig vom Terminalgebäude konzipiert. Die       Verzweigung ist in der Nähe des Bahnhofs Zeppe-
15-Minuten-Takt und die stündlich verkehrende                 benötigten Flächen und unterirdischen Räume für      linheim vorgesehen, der im Zuge der Errichtung
RE-Linie 70 schaffen die Fahrtenhäufigkeit, welche            Strecke und Haltepunkt werden in der Planung         der zusätzlichen Gleise für die NBS Rhein/Main–
die Nutzung des SPNV attraktiv macht. Die dafür               der Fraport AG frei gehalten.                        Rhein/Neckar in seiner Lage verschoben wird. Die
notwendige Trassenkapazität auf der Riedbahn ist                                                                   beiden Planungen sind in Frankfurt RheinMainplus
heute noch nicht gegeben. Doch mit der Verlegung                                                                   aufeinander abgestimmt. Auch für die Realisierung
des Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf die Neubau-                                                                   sollten beide Projekte parallel voran getrieben wer-
strecke Rhein/Main–Rhein/Neckar werden die zu-                                                                     den, um dadurch mögliche Synergieeffekte zu nutzen.
sätzlichen Takttrassen auf der Riedbahn verfügbar.

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