Der Weg - Schwerpunkt: Vernetzte Kommunikation - SBV-FSA
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
der Weg
Mitgliedermagazin der nationalen Selbsthilfeorganisation
blinder und sehbehinderter Menschen
März 2019 • Nr. 1
Schwerpunkt:
Winterfreuden
Schwerpunkt:
Vernetzte
Kommunikation
Mit Leser-
wettbewerbInhaltsverzeichnis
Editorial 3 Braille bleibt unerlässlich! 14
Nutzen und Tücken der sozialen
Forum 4 Netzwerke – eine Auslegeordnung 16
Ärgernis neuer SBB-Doppelstockzug 4 Software "Fusion": Behutsam vom
ICC 2019 im britischen Hereford 4 Visuellen zum Auditiven 19
Neues Leitbild "Leben mit Behinderung"
des Kantons Solothurn 5 Verbandsleben 20
Standpunkt: Arno Tschudi 20
Menschen 6 Sektionenratspräsident Gabriel Friche
Karin Huber Hurni: Trotz fortschreitender im Interview 21
Netzhautdegeneration als Juristin IV-Assistenzbeitrag: Pfeiler tragfähiger
beruflich aktiv bleiben 6 Autonomie 22
Veranstaltungen 24
Schwerpunkt 10
Mitgliedermagazin: Nahe am Alltag SBV-Intern 28
der Verbandsmitglieder 10 Neue Strategie 2019–2022 28
Informiert sein mit VoiceNet und der Delegiertenversammlung 2019 30
E-Kiosk-App 12 Leserwettbewerb 30
Impressum
Mitgliederzeitschrift des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands SBV
im 106. Jahrgang. Sie erscheint viermal im Jahr in Grossdruck, in Braille, als Daisy-CD,
im Elektronischen Kiosk und im Web sowie auf Bestellung per E-Mail (ohne Fotos) und
auf VoiceNet (031 390 88 88, Rubrik 2 5 1) in Deutsch und Französisch ("Clin d'œil").
Herausgeber: Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV,
Könizstrasse 23, Postfach, 3001 Bern, www.sbv-fsa.ch
Redaktion: SBV, 3001 Bern, 031 390 88 00, redaktion@sbv-fsa.ch,
Roland Erne (rer), Alfred Rikli (ar), Hervé Richoz (hr)
Übersetzungen: USG Ittigen, Jolanda Schönenberger
Foto Titelbild: Hilfreiche Unterstützung: Low-Vision-Experte Christoph Galli
empfiehlt seiner Klientin Karin Huber Hurni in der SBV-Beratungs-
stelle Zürich ein testweise erprobtes Kleinlesegerät für die Zeitungs-
lektüre. Foto: Sibylle Meier
ISSN-Nummern: 1422-0490 (Print), 2296-2018 (Braille), 2296-2026 (Audio)
Layout und Druck: Ediprim AG, Biel/Bienne
Braille: Hanni und Hans Ueli Wüthrich, Anton Niffenegger
Audio: Markus Amrein, Bern
Abonnement: In SBV-Mitgliedschaft inbegriffen. Für Nichtmitglieder: CHF 28.– (Inland),
CHF 34.–. Der Abonnementsbetrag wird von Ihrer Spende abgezogen.
Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: Freitag, 3. Mai 2019
Druck auf umweltfreundliches
2 FSC-PapierEditorial
Liebe Leserinnen und Leser
Im angebrochenen Jahr sind auch
schon wieder einige Wochen ver-
strichen, der Winter verabschiedet sich
nach und nach. Nach vielen erlebnis-
reichen Tagen im Schnee bei Sonne,
Wind und Wetter sind meine Langlauf- Corinne Aeber-
skis denn auch bereits im Keller ver- hard, Mitglied
sorgt. Der Frühling zieht ins Land, und des Verbands-
mit ihm die Zugvögel. Ich freue mich, vorstands.
ihren Stimmen wieder zuhören zu Foto: SBV
können und fernab des Zivilisations-
lärms allenfalls eine Tonaufnahme zu schem Anspruch nach aussen getra-
machen draussen in der Natur – auch gene Informationen oder im Austausch
wenn mir die Kenntnis der heimischen mit Mitgliedern und Sektionen, ob Mit-
Vogelarten fehlt. Mir geht es um ihren gliedermagazin in Grossdruck, Braille,
Gesang und ihr Kommunizieren. als Daisy-CD, auf VoiceNet oder im
In diese Jahreszeit fallen auch die E-Kiosk, ob Website-Auftritt oder Prä-
vermehrten Aktivitäten der Sektionen, senz in den sozialen Medien: All diese
neben jenen im Zeichen des gesell- Kommunikationsmittel stehen im Dienst
schaftlichen Beisammenseins insbe- der gelebten Selbsthilfe und unserer
sondere die Generalversammlungen – gestärkten Autonomie. Lesen Sie dazu
da und dort auch Haupt-, Jahres- oder auch das Porträt von Karin Huber
Mitgliederversammlung genannt. Die Hurni, von der SBV-Beratungsstelle
einen Sektionen haben sie schon hinter Zürich unterstütztes Verbandsmitglied.
sich, bei anderen steht sie noch an. Weitere Beiträge dieses Hefts sind
Ich durfte auch wieder an General- der Zukunft der Sektionen, dem bisher
versammlungen teilnehmen und so zu wenig genutzten IV-Assistenz-
einzelne Sektionen besuchen, verbun- beitrag und dem Strategieprozess des
den mit wertvollen Erfahrungen unter- SBV gewidmet. Ebenso wenig fehlt die
schiedlicher Kommunikation. Damit ist Ausschreibung der DV 2019 und ein
auch das Stichwort zum Schwerpunkt- weiterer Leserwettbewerb mit aber-
Thema dieser Ausgabe gefallen: die mals attraktivem Preis.
verbandseigenen Kommunikations- Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel
kanäle, abgestimmt auf die Bedürfnisse Freude beim Lesen dieser Ausgabe –
der Mitglieder und die auf die Sensibili- in welcher Form auch immer!
sierung der Öffentlichkeit fokussierten
Anliegen des SBV. Ob auch mit politi- Corinne Aeberhard
3Forum Neuer SBB-Doppelstockzug: Inclusion Handicap zieht vor Bundesgericht Für den Dachverband der Schweizer geforderten maximal 12 Prozent – Behindertenorganisationen ist unver- betragen darf. Nach eingehender ändert klar: Die neuen Doppelstock- Prüfung des Urteils ist Inclusion Handi- züge (FV-Dosto) der SBB brechen das cap im Januar 2019 denn auch zum Behindertengleichstellungsgesetz Schluss gekommen, dass ein Weiter- (BehiG), dessen Bestimmungen vor- zug ans Bundesgericht in 9 von 11 sehen, dass der öffentliche Verkehr Punkten unausweichlich ist, zumal die (öV) für Menschen mit Behinderungen autonome Nutzung des öV – wie im ab 2023 hindernisfrei zugänglich ist. BehiG festgeschrieben – mit den bis Die entsprechende Beschwerde von etwa 2060 verkehrenden SBB-Doppel- Inclusion Handicap hatte das Bundes- stockzügen keineswegs gewährleistet verwaltungsgericht Ende November sei. Namentlich ungenügend ist die 2018 nahezu vollumfänglich abgewie- Sicherheit von Menschen mit einer sen. Nur in einem Punkt bekam der Sehbeeinträchtigung im Bereich der Dachverband damals recht: Die neuen Treppen zwischen erstem und zwei- Züge des kanadischen Konzerns tem Stock, der Anbringung und Mar- Bombardier müssen jeweils über kierung der Türöffnungstasten sowie mindestens eine Einstiegsrampe mangels fehlender akustischer Signale verfügen, deren Neigung nicht mehr und Haltegriffe bei gewissen Wagen- als 15 Prozent – statt der eigentlich übergängen. rer 25. ICC 2019 in Hereford Roland Erne, Redaktor "der Weg" Das Kürzel ICC steht für ein 1993 von fortwährend weiterentwickelten den Universitäten Linz und Karlsruhe Möglichkeiten der Computer- und etabliertes Erfolgskonzept, das blinde Hilfsmitteltechnologie vertraut(er) zu und sehbehinderte Jugendliche im Alter machen (Teilnahmegebühr: max. von 16 bis 21 Jahren alljährlich in einem € 500). Auch die 25. Ausgabe im west- International Camp on Communication englischen Hereford (22. bis 31. Juli and Computers – so die nunmehr 2019) soll mit einmal mehr über 20 offizielle Bezeichnung – zusammen- Workshops indes nicht nur Türöffner bringt, um die Teilnehmenden mit den ins digitale Universum sein, sondern 4
Forum
Die ICC-Workshops
vermitteln grund-
legende Anwender-
kenntnisse der
Computer- und Hilfs-
mitteltechnologie.
Foto: Verein ICC
auch Raum und Zeit für Erfahrungs- für Mitglieder weiterhin die Reisekosten
austausch und Freizeitspass lassen und organisiert unentgeltlich Begleit-
(www.icc-camp.info). Davon haben personen. Weitere Informationen und
bisher über 2000 von rund 1600 Ex- Anmeldungen (bis 15. April 2019):
perten betreute Jugendliche vorab aus Marja Kämpfer Ackermann, Leiterin
Europa profitiert, die sich in der Camp- Direktionssekretariat und stellvertre-
Sprache Englisch verständigen können. tende Generalsekretärin, 031 390 88 00
Als ICC-Partner übernimmt der SBV oder marja.kaempfer@sbv-fsa.ch.
Gesetzlich verbindliches Leitbild "Leben mit
Behinderung" des Kantons Solothurn
Nach einem 2004 vom Solothurner Interessenvertretung der SBV-Sektion
Regierungsrat verabschiedeten Leit- Aargau-Solothurn. Erklärte Leitbild-
bild und Handlungskonzept für Men- Ziele sind Massnahmen im Zeichen
schen mit Behinderungen hat das der Gleichstellung behinderter und
kantonale Amt für soziale Sicherheit nicht behinderter Menschen, die den
2018 zwecks Erarbeitung eines neuen Paradigmenwechsel von Integration
Leitbilds "Leben mit Behinderung" eine zu Inklusion unterstützen und die
Fachkommission eingesetzt, die bis Sensibilisierung der Gesellschaft
etwa Mitte 2019 gesetzlich verbindli- stärken, vor allem aber die Umsetzbar-
che Leitsätze formulieren soll. Neben keit auf institutioneller und politischer
anderen Institutionen der Betroffenen Ebene gemäss Behindertengleich-
wie Pro Infirmis und diversen Fach- stellungsgesetz (BehiG), UNO-BRK
experten involviert ist mit Thomas und kantonalem Sozialgesetz
Biedermann auch die regionale garantieren. rer
5Menschen
Karin Huber Hurni
"Ich habe lange über vieles hinweggesehen"
Roland Erne, Redaktor "der Weg"
Erst im Alter von vierzig Jahren den: "Du siehst nicht richtig", wie sich
hat Karin Huber Hurni Gewissheit Karin Huber Hurni erinnert. Trotz
erfahren – mit der Diagnose einer Brille, die für sie ohnehin keine
erblichen Netzhautdegeneration. entscheidende Verbesserung des
Trotz inzwischen erheblich Sehvermögens mit sich brachte. Ihr
erschwerter Gesichtserkennung Fazit: "Ich sah immer noch schlecht,
und eingeschränktem Orientierungs- aber etwas schärfer."
vermögen will sich die studierte Erst seit 2015 indes hat die 43-jährige
Juristin mit der Unterstützung Juristin und Mutter von zwei nicht
des SBV auch im Beruf weiterhin mehr ganz kleinen Töchtern Klarheit
möglichst autonom behaupten. beziehungsweise eine auch erlösende
Ein Porträt. Erklärung für etwas, das sie zuvor
nicht wahrhaben wollte. Intensive
Ein trüber Dezembermorgen in einem Abklärungen in der Augenklinik des
dezent ausgeleuchteten Büro der Zürcher Universitätsspitals ergaben
SBV-Beratungsstelle Zürich, nebenan die Diagnose: Zapfen-Stäbchen-
legt Low-Vision-Experte Christoph Dystrophie, eine erbliche Netzhaut-
Galli ausgewählte Hilfsmittel bereit: degeneration, die bereits am Anfang
Wenn Karin Huber Hurni, seine zu einem starken Verlust der zentralen
Klientin, von ihrer früh erkannten und Sehschärfe führen kann.
damals schon auch für ihr Umfeld
erkennbaren Sehschwäche erzählt, Belastende Erfahrungen
wird umgehend glasklar einsichtig, Im Vorfeld einer Konsultation beim
warum sie heute unmissverständlich Augenarzt sah sich Karin Huber Hurni
festhält: "Ich habe lange über vieles damals zunehmend geblendet – mal
hinweggesehen." Ihre bereits im von der Deckenbeleuchtung im Super-
Schulalter diagnostizierte und beim markt, mal von einer weissen Tisch-
Optiker korrigierte Kurzsichtigkeit platte oder einem "flimmernden" Blatt
liess sich jedenfalls keineswegs aus- Papier. Zehn Jahre zuvor hatte sie
blenden: Da war ihre Mühe etwa mit sich noch mit der von einem anderen
Hellraumprojektor-Lektionen oder mit Augenarzt halbwegs gestützten Aus-
Volleyball in Turnstunden – für eine rede zufriedengegeben, zu stark in die
Freundin auch mal Anlass einzuwen- Sonne geschaut zu haben, nachdem
6Menschen
sie mit einem abgedeckten Auge nicht entfernt. Vielmehr erzählt sie lachend
mehr lesen konnte. Inzwischen muss von auch mal geradezu "tragikomi-
Karin Huber Hurni eine fortschreitende schen Situationen", etwa beim Über-
Verschlechterung ihres Sehvermögens ziehen von Schwimmhilfen in der Badi,
akzeptieren. einem fremden Kind zugewandt und
Zu schaffen macht ihr insbesondere von der eigenen Tochter sogleich auf
die fast ganz verschwundene Fähig- den Irrtum aufmerksam gemacht.
keit, Gesichter zu erkennen – bedingt Dennoch mag sie ihr massives Handi-
durch ein vermindertes Farb- und cap nicht beschönigen und spricht
Kontrast-Sehen. Unlängst hat sie vom Gefühl, in so einem Moment
ihren vom Jogging zurückkehrenden chancenlos zu sein. "Das ist belastend,
Mann erst aus nächster Nähe erkannt, auch weil dies für viele nicht vorstell-
auch schon konnte sie eine Tochter bar ist", so Karin Huber Hurni.
während einer Schulaufführung auf Zunehmend eingeschränkt ist auch
der Bühne unter all den anderen ihr Orientierungsvermögen. Zumindest
Kindern nicht mehr identifizieren: "Das dort, wo sie sich nicht gut auskennt
macht mich traurig." Von Selbstmitleid – also abseits von ihr vertrauten
ist Karin Huber Hurni gleichwohl weit "Trampelpfaden" etwa beim oft auch
Hilfsmittel erproben in der SBV-Beratungsstelle Zürich: Karin Huber Hurni
testet von Low-Vision-Experte Christoph Galli empfohlene Lupenbrillen mit
und ohne Farbe, ein Kleinlesegerät für die Zeitungslektüre auf Papier, ein
Tablet zum Lesen eines elektronischen Dokuments sowie ein Monokular.
Fotos: Sibylle Meier
7Menschen
online erledigten Einkaufen. Jüngst
hat sie sich in Zürich verlaufen, die
richtige Adresse immerhin aber gerade
noch rechtzeitig gefunden, nachdem
sie ihre Umgebung mit dem zusammen-
faltbaren Signalstock auf ihre Sehbe-
hinderung aufmerksam gemacht hatte.
Die damit verbundene Unsicherheit
ist ihr auch in den Sommerferien auf
einem spanischen Campingplatz
begegnet, insbesondere begleitet von
der Angst, womöglich eine Treppe zu
missachten oder den Rückweg nicht
mehr zu finden. Mehr als unangenehm
ist für sie überdies gleissendes, weil
blendendes Tageslicht, wie am Strand
von Tamarit in diesen Familienferien:
"Richtig entspannen konnte ich mich
jeweils erst nach Sonnenuntergang."
Noch ist Karin Huber Hurni deshalb
lieber unter verhangenem Himmel
oder in der Dämmerung unterwegs
und verlässt sich im Freien auf ihre
Kantenfilterbrille und den immer mit-
geführten Signalstock. Dennoch wolle
sie ihren Sehverlust nicht immer derart
explizit zu erkennen geben, betont
Karin Huber Hurni. Im Verkehrsalltag vertraut Karin
Huber Hurni meist auf ihre Kanten-
"Glück im Unglück" filterbrille und den zusammenfalt-
Auch wenn sie das Fahrzeuglenken im baren Signalstock.
Unterschied zum inzwischen ebenfalls Foto: Sibylle Meier
risikobehafteten Velofahren längst hat
aufgeben müssen und ihr generell arbeiterin der Schulverwaltung Uster
eine eingeschränkte Lebensqualität befasst sie sich im Rahmen eines
keineswegs verborgen bleibt, mag sie 60%-Pensums vorab mit Auskünften
nicht hadern. Weit eher zeigt sie sich und Stellungnahmen von oftmals
dankbar dafür, weiterhin beruflich tätig datenschutzrechtlicher Dimension.
sein zu können. Als juristische Mit- Dass sich ihr PC-Arbeitsplatz etwa
8Menschen
mittels elektronisch zugänglicher auf Papier und beispielsweise den
Dokumente und einer Leseleuchte Besuch einer "Froschkönig"-
mit regulierbarer Lichtfarbe an ihre Aufführung im Zürcher Hechtplatz-
Bedürfnisse anpassen lässt, kommt Theater mit ihren beiden Töchtern
ihr dabei fraglos entgegen. "Das ist erleichtert. Ein O&M-Training fördert
Glück im Unglück", bilanziert Karin zudem ihre Autonomie, um sich
Huber Hurni und verweist ohne möglichst selbstständig und sicher
Umschweife auf andere Berufe wie fortbewegen zu können.
Goldschmiedin oder Werklehrerin, Unter diesen Vorzeichen will das mittler-
die sie mit ihrem abnehmenden Seh- weile erschwerte Auffinden eines An-
vermögen nicht mehr würde ausüben meldeformulars für die Schulreise
können. einer Tochter – getreu der wieder-
kehrenden Erfahrung "Bin immer
Geschätztes SBV-Coaching etwas am Suchen!" – fast schon
Zudem fühlt sie sich vom Team unter- vernachlässigbar erscheinen. Zumal
stützt, das ihr nach einem "Info-Znüni" es sich Karin Huber Hurni vor ein paar
mit einem "Mix aus Betroffenheit und Wochen auch nicht nehmen liess, ihre
Aufmerksamkeit" begegne. Ansonsten Familie in die Winterferien – zuvor ein
sei es auf beruflicher und privater "Sorgenthema" – zu begleiten. Selbst
Ebene nicht immer einfach, das wenn sie nach einer ernüchternden
richtige Mass an Transparenz zu Erfahrung vor drei Jahren, allein unter-
finden: "Letztlich muss ich Missver- wegs und abseits der Piste unver-
ständnisse vermeiden und darauf sehens in Tiefschnee geraten, vom
achten, nicht als unfreundlich oder gar Skifahren Abschied genommen hat.
arrogant wahrgenommen zu werden",
weiss Karin Huber Hurni. Berufliche Perspektiven
Ebenso sehr schätzt sie das "Coaching" Obgleich sich die weitere Reduktion
der SBV-Beratungsstelle Zürich im ihres Sehvermögens nicht voraus-
Zeichen einer individuellen Begleitung, sagen lässt, hegt sie zudem Pläne für
sei es mit Ratschlägen und Tipps der eine Zusatzausbildung in öffentlichem
Sozialarbeiterin Christine Weber, Personalrecht. Primärer Grund für ihre
sei es mit Empfehlungen von Low- vorläufige Zurückhaltung ist der noch
Vision-Trainer Christoph Galli für den nicht vollzogene Schritt, das Lesen
Einsatz nicht nur berufsrelevanter zu lassen und stattdessen auf eine
Hilfsmittel wie eines Kleinlesegeräts, PC-gestützte Sprach-Software zu
einer Lupenbrille oder eines Monoku- setzen, wie Karin Huber Hurni mit
lars. Letztere haben ihr – gegen Ende selbstironischer Note bekennt: "Ich
2018 vorerst leihweise erprobt – die bin halt gut darin, es weniger schlimm
Lektüre von Büchern und Zeitungen zu machen."
9Schwerpunkt
Nahe am Alltag der Verbandsmitglieder
Roland Erne, Redaktor "der Weg"
Was aufgreifen? Woran festhalten? Audioversion auch anstrengt oder gar
Wie gewichten und sich auch künftig ermüdet. Wie aber ist dieser Auftrag
ausrichten? Wie der fortschreitenden im Dienst der koordinierten Kommuni-
Digitalisierung begegnen? Ein kation nach innen einzulösen und
Gespräch zum Wert des Mitglieder- die "beste Chance, sich auch nach
magazins mit Giuseppe Porcu, seit aussen zu präsentieren" auf Dauer
Mitte 2018 Mitglied des Verbands- optimal wahrzunehmen?
vorstands mit dem Referat Interes-
senvertretung und Kommunikation. Interessenvertretung als Kapital
Für den langjährigen Präsidenten der
Die Bezeichnung Mitgliedermagazin Sektion Ostschweiz Vorrang haben
verpflichtet: An erster Stelle steht die Themen nahe am Alltag der seh-
Relevanz der Inhalte für die Verbands- behinderten und blinden Mitglieder,
mitglieder. Giuseppe Porcu sagt es also etwa Hilfsmittel oder Dienstleis-
unverblümt so: "Die Lektüre muss sich tungen des Verbands, die das Leben
lohnen." Zumal das Lesen oder Hören in grösstmöglicher Autonomie erleich-
insbesondere in Braille und in der tern. "An den Rändern", sprich in den
Das Mitglieder-
magazin liegt auch
in den Beratungs-
stellen und den
Bildungs- und
Begegnungs-
zentren (BBZ) des
SBV auf, wie hier
im BBZ Bern.
Foto: Roland Erne
10Schwerpunkt
Sektionen, interessiere zudem die die "Classe politique" im Vergleich zur
Frage nach prioritären Projekten des Behindertenpolitik ungleich öffentlich-
SBV-Generalsekretariats; weniger im keitswirksamere Interessen wie
Sinne "genialer Schachzüge" als viel- Energiewandel oder Militär kennt.
mehr im Zeichen verbandsintern- Ein Beispiel: die aus Behindertensicht
sachlicher Information: "Was läuft?" ungenügende Ausstattung der neuen
Überdies: Was machen die anderen Fernverkehr-Doppelstockzüge (FV-
Sektionen? Wie gehen andere Betrof- Dosto) der SBB, deren Beschaffung
fene mit der Diagnose einer unaufhalt- einem Debakel gleichkommt (siehe
samen Beeinträchtigung des Seh- Seite 4). Offensichtliches Versagen ist
vermögens um, und wie lassen sie für Giuseppe Porcu indes keineswegs
sich vom Verband unterstützen? einfach hinzunehmen. Nicht ausbleiben
Generell als vordringlich erachtet der kann da auch der Hinweis auf kanto-
erfahrene Wirtschaftsinformatiker nalen Wildwuchs und grundsätzliche
ferner "alles, was mit Selbsthilfe zu tun Defizite im Hoheitsgebiet der Invaliden-
hat". Fraglos ein weites Feld: "Wer versicherung – nicht zuletzt aufgrund
viel im Zug unterwegs ist, hat andere eigener Erfahrungen. Aktuelle Themen
Bedürfnisse als jemand, der mit im Bereich Interessenvertretung sollen
wenigen Schritten den Lift ins Büro sich demnach zwingend auch künftig
erreicht." Für Giuseppe Porcu hat die im vierteljährlich erscheinenden
Wahrung der Interessen von Blinden Mitgliedermagazin – im Kontext der
und Sehbehinderten denn auch zent- Digitalisierung "ein guter Publikations-
rale Bedeutung – Interessenvertretung rhythmus" – widerspiegeln, beispiels-
gewissermassen als Kapital, zumal weise gekoppelt an den bereichs-
"der Einzelne das nicht stemmen eigenen, monatlich verschickten
kann". Davon zeigt sich der 58-Jährige Newsticker. Sein Vorschlag: Ent-
mit dem Verweis auf die Umsetzung sprechende Beiträge liessen sich
gesetzlicher Vorgaben (Stichworte: etwa im Gespräch mit Fachpersonen
BehiG, UNO-BRK) wie auch auf anreichern.
politische Realitäten jedenfalls tief Am Herzen liegt ihm überdies das
überzeugt. Engagement ehrenamtlicher Helfer,
deren nie zu unterschätzendes Wirken
Gehör finden auf politischer Ebene immer wieder zu würdigen sei. Diesen
Sein elementares Mandat der Interes- ebenso naheliegenden wie sinnigen
senvertretung sieht er nicht von unge- Anliegen ist ohne Zweifel gerecht zu
fähr an die unerlässliche Vernetzung werden, um das Mitgliedermagazin
mit der Politik geknüpft: "Unser Verband so zu erhalten, wie es für Giuseppe
muss so stark sein, dass er Gehör Porcu ist: "informativ, reichhaltig,
findet." Auch im Wissen darum, dass vielfältig."
11Schwerpunkt
Wie sich VoiceNet zu behaupten vermag
Hervé Richoz, Redaktor "Clin d’œil"
Der rasante Wandel unserer visuell Absprache mitgeholfen, unseren
geprägten Welt, von der ein Gross- gemeinsam betriebenen "Laden"
teil der Menschen mit einer Seh- neu einzurichten.
beeinträchtigung ausgegrenzt Zugegeben, die "Kunden" der ersten
bleibt, ist offensichtlich. Nichts Stunde haben mitunter den Eindruck,
könnte dies besser illustrieren es sei "nicht mehr so wie früher" und
als VoiceNet. Seit mittlerweile 26 die Sektionsvorstände würden ande-
Jahren unterliegt das interaktive res priorisieren, obwohl die Mitglieder
SBV-Hörmedium mit jährlich rund über das verbandseigene Hörmedium
20’000 Anrufen einer kontinuier- informiert sein könnten. Doch die
lichen Angleichung an die immer Mitglieder des SBV wissen, dass es
neuen Formen des Informations- VoiceNet gibt. Bloss mag der Hörer,
abrufs. wie jeder Mensch, Veränderungen
wie permanente Neuerungen und
"Ähnlich wie ein Quartierladen ist modifizierte Auslagen samt Kosten-
VoiceNet unentbehrlich und deckt den senkungen nicht besonders.
Bedarf von Menschen, die sonst leicht
einmal isoliert wären. VoiceNet ver- 220 "Neukunden" im Jahr 2018
sorgt mit essentiellen Informationen Dennoch erinnern die erfreulichen
aus den Sektionen, über den SBV und Statistiken daran, dass diese in ihrer
seine Partnerorganisationen, mit Frei- Art einmalige Dienstleistung des SBV
zeit-Tipps sowie den Radio- und Fern- einem Bedürfnis entspricht – mit 220
sehprogrammen, aber auch mit Hin- neuen "Kunden" im Jahr 2018, die wie
weisen auf die Wochenaktionen der auch alle Stammkunden hoffentlich
Grossverteiler und manchen Über- immer wieder im "Laden" verweilen.
raschungen. Manchmal vergisst man Überdies Fakt ist: Mit einer wahren
darüber die Zeit! Im 'Forum' wiederum Fülle an Informationsplattformen haben
ist zu hören, was andere zu sagen die sozialen Netzwerke VoiceNet auch
haben und besteht Gelegenheit, sich jene Hörer "abgeworben", die mit den
selbst einzubringen." So stellt Thomas neuen Medien vertraut sind. Über ihre
Biedermann augenzwinkernd Voice- Smartphones können sie sich die
Net vor. Als Mitglied der SBV-Sektion Inhalte von E-Mails, SMS, WhatsApp-,
Aargau-Solothurn ist er seit einem Facebook- und anderen Textnach-
Jahr die Stimme der deutschsprachigen richten vorlesen lassen. Gleichwohl
Ausgabe und hat in gegenseitiger kehren auch sie zu VoiceNet zurück,
12Inserat
um etwa den "Newsticker" (Rubrik 8)
abzuhören. Wenn unser "Schaufenster"
so weiterhin zahlreiche "Kunden"
anspricht, dürfte VoiceNet nicht um Ihre Brille kann lesen
seine Zukunft bangen müssen.
kabellose Version!
Informiert sein mit
der E-Kiosk-App
Mit genutzten Websites von Be-
hörden, Institutionen und Verlagen,
abgerufenen oder gelesenen Smart-
phone-Mitteilungen und zahlreichen
Apps können sich Blinde und Seh- Lassen Sie sich von Ihrer Brille
Texte vorlesen, das Gesicht Ihres
behinderte informiert fühlen, auch Gegenüber s , Produkte, Banknoten
wenn die Zugänglichkeit bei Weitem und Farben erkennen!
nicht gewährleistet ist und die Inhalte Zeigen Sie ei nfach mit Ihrem
selten vollständig sind. Der vor rund Finger auf gedruckten Text in
zwanzig Jahren etablierte E-Kiosk Zeitungen, Zeitschriften, Büchern,
auf Speisekarten, Beschriftungen
aber versorgt die SBV-Mitglieder per auf Produkten, Bezeichnungen
Computer oder Telefon mit der aktu- auf Strassenschildern usw.
ellen Tages-, Wochen- und Monats- OrCam MyEye spricht Ihnen den
presse, genau genommen mit 48 Text über einen kleinen Laut-
sprecher direkt ins Ohr.
Titeln in Deutsch, deren 16 in Fran-
zösisch und 8 in Italienisch. Wobei OrCam MyEye ist ei ne kleine
Kamera, die am Bügel einer Brille
die tiefgreifenden Veränderungen in befestigt werden kann.
der Schweizer Medienszene ins- OrCam MyEye ist neu i n Deutsch,
besondere in der Romandie – etwa Französisch, Italienisch und
mit dem Verschwinden von "Le Matin" Englisch erhältlich.
– selbstredend entsprechende An- Testen Sie OrCam MyEye i n Ihrer
passungen erfordern. Die Gratis- Beratungsstelle, bei Accesstech
oder i n ei ner der Filialen der
App E-Kiosk für iOS und Android Stiftung AccessAbility.
ermöglicht zudem den kostenlosen Informieren Sie sich bei
Zugang zum SBV-Mitgliedermagazin Stiftung AccessAbility:
"der Weg" bzw. "Clin d’œil". Die Luzern 041 552 14 52
übrigen rund 70 Publikationen sind St. Gallen 071 552 14 52
an ein Jahresabonnement zum Bern 031 552 14 52
SBV-Sondertarif von 100 Franken Neuchâtel 032 552 14 52
gebunden. hr www.accessability.ch info@accessability.ch
13Schwerpunkt Braille bleibt unerlässlich! Roland Erne, Redaktor "der Weg" Obwohl Sehenden weit mehr technische Neuerungen zur Verfügung stehen, wird die Berechtigung ihrer Schrift mit keiner Silbe in Frage gestellt. Im Unterschied zu Braille, deren Zukunft seit den Optionen leistungsfähiger Screenreader regelmässig angezweifelt wird. So fragt sich Hanni Wüthrich, Expertin, Kursleiterin und Ausbildnerin, zu Recht: "Warum muss ich mich für meine Schrift immer wieder rechtfertigen?" Für sie ist jedenfalls klar: "Ich will nicht Braille gegen die moderne Technik ins Feld führen: Ich brauche beides!" Um es vorwegzunehmen: Für Hanni Unersetzlich ist die Brailleschrift für Wüthrich ist die 1825 von Louis Braille Hör-Sehbehinderte. Sie ermöglicht entwickelte Punktschrift die bisher respektive erleichtert ihnen das "genialste Erfindung für Blinde und Kommunizieren mit der Umwelt. Das stark Sehbehinderte". Als Braille- taktile Lesen bedeutet sowohl für Lehrerin, Kursleiterin des SBV wie dauernd angestrengte Augen als auch auch für die Ausbildung weiterer Punkt- Ohren eine willkommene Entlastung. schrift-Lehrkräfte tätig, hat sie auch beruflich täglich mit der Blindenschrift Tastend lesen und schreiben lernen zu tun. Sie dient ihr als Leseschrift, für 1984 wurde der erste anerkannte Kurs Notizen, als Beschriftungsmöglichkeit für Punktschrift-Lehrkräfte durch- in Beruf und Haushalt, für Spiele und geführt, den auch Hanni Wüthrich Rätsel aller Art, und nicht zuletzt nutzt besuchte. Heute gilt die Brailleschrift sie auch die Musiknotenschrift. als Reha-Fachgebiet, wie etwa O&M. Generell steht für sie ausser Frage, In Einzelstunden wird den Lernenden dass sich Braille-Kenntnisse mit dem je nach Bedürfnis Braille vermittelt. Die Aufkommen von Hörbüchern und Ziele werden für alle Lernenden indi- Sprachausgaben keineswegs erledigt viduell gesteckt. Der eine möchte nur haben. Im Bewusstsein der prioritären seine Gewürze oder Ordner beschrif- Integration in den Arbeitsmarkt zum ten können, die andere vielleicht die einen, der elementaren Lesefähigkeit Jass-Karten kennenlernen. Da reicht zum anderen. "Wer nicht mehr lesen es aus, Vollschrift zu lernen. Für die kann, also kein Schriftbild mehr zur Buchlektüre indes empfiehlt sich die Verfügung hat, wird schnell zum gebräuchliche Kurzschrift. Wer die Analphabeten", weiss die Punktschrift- Brailleschrift wiederum vorab im Beruf Expertin aus eigener Erfahrung. am Computer verwendet, wird auf eine 14
Schwerpunkt
Braille-Zeile vertrauen und sich somit voluminösen Bücher können zum
Computerbraille – auch Eurobraille Glück ausgeliehen werden. Dass der
genannt – aneignen. SBV als Selbsthilfeorganisation sein
Grundsätzlich kann jeder die taktile Mitgliedermagazin, den Jahresbericht
Punktschrift erlernen. Im Alter muss und die Sektionsunterlagen kosten-
der Tastsinn intensiver geschult neutral in Braille zugänglich macht, ist
werden. Hanni Wüthrich, die oft auch für Hanni Wüthrich denn auch eine
mit mehrfach beeinträchtigten Men- Selbstverständlichkeit. "Alles andere
schen arbeitet, ist überzeugt, dass der wäre diskriminierend", hält sie unmiss-
Umgang mit Braille eine der besten verständlich fest. Ihre Kernbotschaft:
Tastschulungen ist. Durch exaktes Braille bleibt unerlässlich!
Tasten kann auch die Umwelt genauer
erkundet werden.
Gewinnbringende Knochenarbeit
Da Louis Braille ein grossartiger
Mathematiker war, ist sein Schrift-
system sehr logisch aufgebaut und
von daher nicht schwierig zu erlernen.
Allerdings ist es eine Knochenarbeit,
bis man die Punkte richtig ertasten
kann. Fleissiges Üben ist nicht zu
umgehen! Trotzdem können Sehende
wesentlich schneller lesen, da sie mit
den Augen gleich etliche Zeichen zu
erfassen vermögen. Braille-Lesende
müssen hingegen jedes Zeichen er-
tasten. Hanni Wüthrich selbst hält es
so: Sie will weder auf Braille auf
Papier noch auf eine Braille-Zeile,
ebenso wenig auf den Computer, ihr
iPhone oder den multifunktionalen
"Milestone" verzichten.
An weiteren Argumenten für Braille Blinde und stark sehbehinderte
fehlt es nicht: Hilfreich sind taktile Verbandsmitglieder wie Daniela
Orientierungsanschriften auf Treppen- Moser, Mitarbeiterin Interessen-
geländern in Bahnhöfen und in Fahr- vertretung, schätzen die Braille-
stühlen sowie Angaben in Punktschrift Version des Mitgliedermagazins.
auf Medikamentenpackungen. Die Foto: Roland Erne
15Schwerpunkt Nutzen und Tücken sozialer Netzwerke Hervé Richoz, Redaktor "Clin d’œil" Ob man sie ignoriert oder nutzt: Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag der von Sehverlust Betroffenen nicht mehr wegzudenken. Zum einen halten sie uns auf dem Laufenden, zum anderen distanzieren sie uns von echter Kommunikation. Bei all den neuen Formen des Austauschs müssen wir hinnehmen, dass mathematische Algorithmen zunehmend darüber entscheiden, was gut für uns ist – bis hin zur Beeinflussung der Anzahl unserer Freunde! Eine Auslegeordnung mit Marie-Pierre Assimacopoulos, Jean-Marc Meyrat und Christina Fasser. Eines Abends im "Camp des Jeunes" ist es unbefriedigend, wenn man ein für Skisportbegeisterte mit einer Seh- Foto nicht sehen kann; vor allem beeinträchtigung in Les Crosets (VS): dann, wenn der Text dazu nicht viel mit Die 14-jährige Emilie, die eigentlich dem Bild zu tun hat. anders heisst, sagt es unverblümt: "Facebook ist etwas für die Alten!" Ihre Das Nützlichste gleichaltrige Freundin setzt noch eins WhatsApp ist beliebt, weil es drauf: "Insta ist viel cooler!" Belustigt Blinden insbesondere ermög- und entnervt zugleich, bleibt den an- licht, schriftliche Mitteilungen und wesenden Erwachsenen bloss ein ge- Sprachnachrichten mit Freunden oder quältes Lächeln, zumal sie mit Whats- mit einer Gruppe auszutauschen. Ein App schon ihre liebe Mühe haben. Beispiel: Der "iPhone Treff" der Apfel- Ebenso wahr: Die rasante Verbreitung schule ist ein Musterbeispiel für der Smartphones hat uns ungeahnte Selbsthilfe, denn wer vor einem Kontaktmöglichkeiten eröffnet und zu scheinbar unlösbaren Problem steht, neuen sozialen Verhaltensweisen quer erhält da von der ganzen Gruppe durch alle Bevölkerungsschichten meist sogleich Unterstützung, Rat- geführt, auch in der Gemeinschaft schläge und Tipps. Welch ein Komfort unseres Verbands. Integrierte Sprach- und Zeitgewinn im Zeichen gegen- ausgaben wie VoiceOver fürs iPhone seitiger Hilfe! Jean-Marc Meyrat, erlauben uns, in den sozialen Netz- verantwortlich für die Romandie, werken zu navigieren und aktiv zu betont denn auch die bemerkenswerte sein. Das kann indes auch frustrierend Qualität der geteilten Informationen sein. Denn: In einer voll und ganz auf innerhalb der Gruppe, samt gegen- den Augenblick, auf Schnelligkeit und seitig respektvollem Umgang der rund auf Bilder ausgerichteten Gesellschaft 60 Westschweizer Mitglieder wie auch 16
Schwerpunkt
Für viele Blinde
und Sehbehinderte
selbstverständlich
geworden: ange-
tippte Posts auf
Facebook. Foto:
Hervé Richoz
der hilfreichen Option, Fotos hoch- entgangen, dass Facebook seine
zuladen, um anderen das eigene Funktion als "offenes Podium" mehr
Problem verständlich zu machen. und mehr zu verlieren droht. Zumal die
meisten Nutzer per Newsfeed nurmehr
Das Populärste Informationen "teilen", die sie von
Facebook wiederum ist ein anderen erhalten haben. Das ist immer-
von Privatpersonen und Insti- hin positiv, wenn diese Informationen
tutionen unterhaltener Nachrichten- Menschen Mut machen sollen, die mit
kanal, der die verschiedenen Inhalte in einer Sehbehinderung konfrontiert sind.
Form von Texten und Bildern – als mehr Genau dies will die Seite @LeTyphloFIL
oder weniger lange und interessante erreichen, die nach nur sechs Monaten
"Posts" – permanent übereinander schon über 150 Abonnenten zählt und
"stapelt". Sofern man die Einstellun- innerhalb der Gruppe "Bon plan pour
gen nicht ändert, können diese Posts aveugles et malvoyants en Romandie"
theoretisch weltweit von allen Nutzern dem Austausch von Informationen und
gelesen werden. Marie-Pierre Assima- Anfragen dient. Rekordzahlen dürfte
copoulos, langjähriges Genfer die Plattform allerdings kaum erzielen,
SBV-Mitglied, etwa wandte sich an weil der Facebook-Algorithmus nur
ihre "Facebook-Freunde", um für eine stark kommerzielle Seiten bewirbt und
bestimmte Strecke eine Fahrgemein- dessen Datensammelwut ferner sehr
schaft zu gründen. Seit sie auf Face- aufdringlich werden kann.
book überdies einer Psychologie-
Gruppe beigetreten ist, erhält sie in Das Visuellste
Echtzeit Angebote für Seminare, Auch bei Instagram stapeln
Konferenzen etc. Jean-Marc Meyrat sich die Meldungen, jedoch
indes ist – neben zunehmend werden nur Fotos gepostet, mit denen
schrumpfenden Textinhalten – nicht die Nutzer etwas über sich selbst
17Schwerpunkt
erzählen. So werden vorab hoch- Das Kommentarnäheste
wertige Fotos entsprechender Sujets Auch Twitter funktioniert nach
eingesetzt – getreu der Devise: Ein dem Stapelprinzip. Da geht es
Bild sagt mehr als tausend Worte. um schnelles Reagieren, um Kürze und
Denn wirkt ein Foto nicht attraktiv, Empörung, um geistreiche oder ätzende
erhält es weniger "Likes". Zudem Kommentare – mit Tweets und Ret-
interessiert sich der neckische Algo- weets im eigenen Netzwerk. Twitter ist
rithmus nur für schnellen Austausch. denn auch das bevorzugte Podium für
Damit ein Foto rund um den Erdball Politiker à la Donald Trump. Zum Glück
geteilt wird, muss es mit einem "Tag" nicht nur: Christina Fasser, Präsidentin
(Schlüsselwort) versehen werden, von Retina International, jedenfalls
dem ein "Hashtag" vorangeht, denn nutzt die 256 Zeichen für Anmerkungen
nur damit lockt man neue Besucher zu wissenschaftlichen Publikationen,
an. etwa zur Retina-Forschung.
Inserat
Erste sprechende
und vibrierende
Schweizer Uhr
ACUSTICA –
ein Projekt des SZB
www.acustica-watches.ch
18Schwerpunkt
Behutsam vom Visuellen zum Auditiven
Peggy Preteceille, Beraterin Stiftung AccessAbility
Sehbehinderte mit noch nutzbarem Sehrest wie Christophe Rollinet
können ihre Fähigkeiten mit einer neuen Software erhalten und ausbauen:
"Fusion" koppelt die Vergrösserungssoftware "Zoom-Text" im Wortsinn
an den Screenreader "Jaws". Zuversichtlich erlernt der Vizepräsident der
Sektion Freiburg allmählich den Umgang damit und bereitet sich so auf
den Tag vor, an dem er aufgrund seiner Augenerkrankung gezwungen sein
wird, auditiv statt visuell zu arbeiten. Die vom SBV mitgetragene Stiftung
AccessAbility unterstützt ihn dabei.
Für Sehbehinderte, die noch auf dem Erleichterte
Computerbildschirm lesen, ist die Um- Computerarbeit:
stellung von "ZoomText" auf "Jaws" Christophe
ein grosser, mit Unsicherheit verbun- Rollinet nutzt
dener Schritt – herausfordernd wie die neue Soft-
der Einsatz eines weissen Stocks. Die ware "Fusion".
neu entwickelte Software "Fusion" Foto: Peggy
erleichtert diesen Schritt, wie Christo- Preteceille.
phe Rollinet bestätigt. Zuvor habe er
befürchtet, die IT-Tools nicht mehr Tastatur zu erlernen – auch im Wissen
nutzen zu können, so der seit 2015 darum, dass "ZoomText" nicht alles
von AccessAbility begleitete 45- vorliest. Ein anforderungsreicher Lern-
Jährige. Eines Tages wieder arbeiten prozess, insbesondere was die Tasten-
zu können, erschien ihm kaum denk- befehle betrifft.
bar. Inzwischen hat er wieder eine In einem zweiten Schritt erfolgt die
Beschäftigung gefunden. Umstellung auf "Jaws" mit aus-
schliesslich vorgelesenen Bildschirm-
Anforderungsreicher Lernprozess inhalten. Betroffene, die sich nicht
Die Umstellung auf einen Screen- mehr auf Visuelles in starker Ver-
reader erfolgt normalerweise in zwei grösserung stützen können, lernen, in
Schritten: Zunächst vertrauen Seh- verschiedensten Dokumenten gewandt
behinderte auf die Sprachfunktion von zu navigieren. Zumal "Zoom-Text" und
"ZoomText", um sich an die Computer- "Jaws" mit der auch für eine Entlas-
stimme zu gewöhnen und sich lange tung der Augen garantierenden Soft-
Texte vorlesen zu lassen sowie die ware "Fusion" inzwischen optimal
Bedienung des Computers mittels funktionieren.
19Verbandsleben Standpunkt Arno Tschudi, Sektionspräsident Graubünden Liebe Leserin, lieber Leser Anlässlich der Generalversammlung unserer Sektion in Chur durfte ich am 2. März 2019 das Präsidium von Monika Koch übernehmen. Gleichzei- tig hat Edi Farrer meine Nachfolge im Vorstand angetreten. Ein solch lücken- loser Übergang ist keineswegs selbst- Arno Tschudi. verständlich. Nach der Anfrage 2014 Foto: SBV für eine Mitarbeit im Vorstand ab 2015 habe ich mich jedenfalls gleich gefragt: verschiedenen Regionen des Sektions- "Wie viele Stunden Arbeit bedeutet gebiets durchzuführen. So findet die das für mich?" Heute kann ich diese Sektionswanderung dieses Jahr im Frage gut und einfach beantworten: Unterengadin statt: auf den Spuren Die reine Vorstandsarbeit ist über- von "Schellenursli" von Lavin über schaubar – mit Sitzungsterminen und Guarda nach Ardez. Ebenso geplant Anlässen. Engagiert man sich indes ist ein Besuch im Oberengadin, wo ich auch für Sensibilisierungen, ist die nicht nur Sektionsmitglieder besuchen Grenze nach oben offen. Für mich ist möchte, sondern möglichst viele dieses Engagement äusserst befrie- Sehbehinderte der Region kennen- digend. So hoffe ich, auch weiterhin zulernen hoffe. genügend Zeit für meine Sensibili- So ergeben sich immer wieder be- sierungsarbeit zu finden. reichernde Begegnungen, wie ich Zu meinen Zielen: Als Sektionspräsi- es schon oft erleben durfte. Im Nach- dent möchte ich darauf hinarbeiten, hinein höre ich dann oft: "Du hast den SBV und sein Tätigkeitsfeld noch mir sehr geholfen mit deinen Rat- besser bekannt zu machen und mög- schlägen." Das stimmt aber nicht lichst viele neue Mitglieder zu gewin- ganz, zumal jede Begegnung auch nen. Wichtig ist mir zudem, den Kontakt mir jeweils viel bringt – für mich der mit den Mitgliedern zu pflegen und sie Inbegriff für Selbsthilfe. Als Vertreter zu motivieren, an unseren Anlässen eines Randkantons ist mir überdies teilzunehmen. Da unsere Sektion daran gelegen, den Kontakt zu ziemlich gross ist und in viele Seiten- anderen Sektionen zu pflegen, damit täler reicht, ist es mir ein zentrales wir uns gegenseitig austauschen Anliegen, unsere Aktivitäten in den und unterstützen können. 20
Verbandsleben
"Im Strategieprozess werden alle
Beteiligten miteinbezogen"
Hervé Richoz, Redaktor "Clin d’œil"
An der diesjährigen SBV-Delegierten- werden im Strategieprozess alle Be-
versammlung wird die Strategie des teiligten miteinbezogen. Wir müssen
Verbands für die Jahre 2019 bis dafür sorgen, dass unsere Forde-
2022 zur Verabschiedung vorgelegt. rungen berücksichtigt werden.
Gabriel Friche äussert sich im Vor-
feld zur Mitwirkung des Sektionen- Was ist mit dem Einfluss auf
rats als amtierender Präsident. Sektionen oder Mitglieder?
Es gibt keine messbaren Auswirkungen
Gabriel Friche, wie sehen Sie auf die Sektionen. Der SBV besteht
die Zukunft? bekanntlich aus seinen Mitgliedern.
Grundsätzlich bin ich zuversichtlich. Kernfrage ist: Was benötigen die Mit-
Hauptanliegen bleibt vorerst die glieder tatsächlich, und welche Infra-
Sanierung der Finanzen. Der SBV struktur braucht es dafür? Der SBV hat
prüft derzeit Korrekturmassnahmen, die Bedürfnisse bereits ermittelt und
gestützt auf Ergebnisse der bisher gel- versucht, diese mit den verfügbaren
tenden Strategie der Jahre 2015–2018. Mitteln abzudecken. Jedoch frage ich
Es sind noch nicht alle Auswirkungen mich, ob jene Mitglieder, die Leistungen
dieser Entscheide bekannt. Werden beziehen, auch diejenigen sind, die am
die Mitglieder unter der Streichung meisten darauf angewiesen sind.
von Dienstleistungen leiden? Es ist Anpassungen erscheinen notwendig.
ein langer Sanierungsprozess. Allein
schon das Ausbleiben von Verlusten Abschliessend?
ist ein Gewinn – wenn möglich nicht In den Sitzungen des Sektionenrats
zu Lasten der Mitglieder. kommen Stärken wie auch Sorgen der
Sektionspräsidenten zur Sprache. Das
Inwieweit kann sich der Sektionenrat Hauptproblem besteht in der Neu-
im Strategieprozess einbringen? besetzung von Ämtern in den Vorstän-
Die Strategie für die Jahre 2019 bis den und im Erhalt bestehender Netz-
2022 wird in den einzelnen Organen, werke. Das ist eine zentrale Aufgabe
also im Sektionenrat, im Verbands- des SBV-Mitgliederdienstes und eine
vorstand und in der Geschäftsleitung, für die Sektionen elementare Dienst-
getrennt ausgearbeitet. Aufgrund der leistung unseres Verbands, die es
Konsultation auch des Sektionenrats optimal zu nutzen gilt.
21Verbandsleben IV-Assistenzbeitrag Pfeiler tragfähiger Autonomie Hervé Richoz, Redaktor "Clin d’œil" Der Assistenzbeitrag der Invalidenversicherung (IV) sieht vor, Menschen mit Handicap in ihrem Zuhause jene Eigenständigkeit zu garantieren, die zu Ausgeglichenheit, Unternehmungslust und Lebensqualität verhilft. Viele Blinde und Sehbehinderte wissen indes gar nichts davon. Nicht so Isabelle Aymon aus Conthey (VS), die dem Rat ihrer SBV-Sozialarbeiterin Muriel Clivaz gefolgt ist und seither vom Assistenzbeitrag profitiert. Eine Erfolgsgeschichte. Ein Wintertag in der Walliser Weinbau- ihr machten und ihr halfen, die Tücken gemeinde, nach und nach erhellt die des Alltagslebens zu meistern: "All Morgensonne die Wohnung von Isa- dies zu koordinieren, war für uns alle belle Aymon. Die Fünfzigjährige erwar- kompliziert. Stets galt es vorauszu- tet freudestrahlend Besuch von Muriel planen, und bei kurzfristigen Absagen Clivaz, Sozialarbeiterin der SBV- kam Panik auf." Beratungsstelle Sion, die ihr geholfen hat, bei der IV einen Assistenzbeitrag Wiedergewonnene Leichtigkeit zu beantragen. Denn Isabelle Aymon Seit 2013 kann sich Isabelle Aymon leidet an einer genetisch bedingten auf zwei Helferinnen – ihre "Engel- degenerativen Augenerkrankung. Ihr chen" – verlassen, die ihr abwech- verkleinertes Gesichtsfeld hat oft selnd zur Seite stehen: "Ihre Beglei- schon für simple Alltagstätigkeiten tung hat meine doch schon älteren erhebliche Einschränkungen zur Folge. Eltern entlastet. Jetzt weiss ich, dass Umso mehr ist sie inzwischen erleich- ich grundsätzlich alles Unvorher- tert und gesteht: "Erst der Hinweis gesehene meistern kann." Ganz meiner Sozialbetreuerin, der meine Dame, weiss sie auch zu schätzen, Hilflosigkeit nicht entgangen war, hat dass ihre beiden "Komplizinnen" beim mich auf die Option einer IV-Unterstüt- Einkaufen das Richtige für sie erspähen, zung aufmerksam gemacht. Zuvor sie diskret darauf hinweisen, wenn hatte ich davon keine Kenntnis." Kleidungsstücke Flecken aufweisen Vor dem IV-Antrag war Isabelle Aymon oder nicht zusammenpassen. So ist im Alltag ganz auf ihre Eltern und Isabelle Aymon ohne weissen Stock in andere Helfende angewiesen, die sie ihrer Umgebung mit Leichtigkeit unter- zum Arzt begleiteten, Besorgungen mit wegs. Dieser Schritt steht nicht weni- 22
Verbandsleben
gen Klienten von Muriel Clivaz noch
bevor: "Viele glauben weiterhin, sie
müssten ganz allein zurechtkommen
oder hätten keinen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung, welchen
Grades auch immer."
Für Isabelle Aymon, die ihre Bedürfnisse
heute genau kennt, ist diese Konstel-
lation jedenfalls ideal: Ihre beiden
Betreuerinnen kümmern sich ausser
montags im Wechsel täglich um sie. In
anderen Fällen können auch mehrere
Hilfskräfte zu verschiedenen Zeiten
unterschiedliche Aufgaben über- Isabelle Aymon (links) kann weiter-
nehmen. "Zu klären sind diverse Fragen hin auf die hilfreiche Unterstützung
wie die nach der Verfügbarkeit, der ihrer Sozialbetreuerin Muriel Clivaz
Arbeit auf Abruf oder des Vertrauens, zählen. Foto: Hervé Richoz
zumal die behinderte Person de facto
zum Arbeitgeber wird und mit dem den haben. Anstatt immer wieder
Geld der IV ihre Angestellten entlöhnt", andere bitten zu müssen, ziehen sich
erläutert Muriel Clivaz und fügt hinzu: viele Menschen mit sensorischen
"Derweil Madame Aymon als frühere Behinderungen aus dem Leben
Geschäftsführerin mit Personalfragen zurück, beschränken sich auf das
bestens vertraut ist, fällt es anderen Notwenigste, geben Hobbys auf und
oft schwer, beispielsweise ein Arbeits- kapseln sich ab. Muriel Clivaz mahnt:
verhältnis bei Bedarf zu beenden." Das "Der Assistenzbeitrag ist dafür da,
hat auch Isabelle Aymon erlebt: "Eine dass Betroffene in den eigenen vier
der Hilfskräfte war wirklich nicht geeig- Wänden leben können, ohne dass ihr
net, und ich musste die richtigen Worte Umfeld überstrapaziert wird." Einzige
finden, um mich von ihr zu trennen", er- Bedingung für den Antrag auf einen
innert sie sich. Seit sie Ersatz gefunden Assistenzbeitrag ist der Bezug einer
hat, ist alles wieder in Ordnung. Hilflosenentschädigung. Die IV-
Verantwortlichen prüfen, wie die
Assistenz nutzen Antragstellenden ihren Alltag bewälti-
Die nicht ganz einfache Umsetzung gen und entscheiden danach, wie
einer Assistenz dürfte wohl auch miter- viele Assistenz-Stunden zu geneh-
klären, warum sich bisher erst wenige migen sind. Alsbald ist der Weg frei –
von einer Sehbeeinträchtigung Betrof- für einen neuen Lebensabschnitt auf
fene für diese Hilfeleistung entschie- solidem Fundament.
23Verbandsleben
Veranstaltungen SBV-Mitglieder und ihre Fami-
lien offen, die Schweizer-
Sektion Aargau-Solothurn deutsch verstehen. Eintritt:
13.04. GV im Hotel "Zofingen", 10 Uhr, CHF 50.–, Anmeldefrist: 16.03.
mit schriftlicher Einladung.
Anmeldung: Rita Mayer, Stammtisch: 29.03., 26.04., 31.05. im
056 610 74 03 oder rita-mayer@ Restaurant "Egghölzli" Bern, jeweils
sbv-bvas.ch, bis 30. März. 18 Uhr. Jolanda Gehri, 079 339 79 89
Showdown-Training: jeweils Donners-
Fitness-Nachmittag – Pilates-Kurs: tagabend oder Freitagnachmittag.
Klubschule Migros Aarau, jeweils Dreimal schnuppern gratis, auch für
montags, 14.45 Uhr. Anmeldung/Infor- Mitglieder anderer Sektionen.
mationen: SBV Bern, 031 390 88 37 Anmeldungen: sektion.be@sbv-fsa.ch
oder kurse@sbv-fsa.ch.Kreativ-Nach- oder 076 500 63 21 (19 bis 20 Uhr)
mittag: Klubschule Migros Aarau,
jeden Mittwoch, 13.30 Uhr. Kontakt: VoiceNet: Rubrik 1 3 1 1
Theres Raimondi, 079 288 72 89 oder
theres.raimondi@gmx.ch. Stamm- Sektion Berner Oberland
tisch/Kaffeetreff: "Aarauerstube" 27.04. Frühlingsausflug: Brunch auf
Aarau, am zweiten Dienstag jeden dem Bauernhof
Monats, 14 Uhr. Kontakt: Kurt Stöckli,
056 621 17 15 oder kurt-stoeckli@sbv- Kreativgruppe / Kreativgruppe B Thun,
bvas.ch. Englischkurs: Fokus-Plus Reformiertes Kirchgemeindehaus,
Olten, jeweils freitags, 13.30 Uhr Frutigenstr. 22, 3600 Thun, 13.30 bis
(Level A2), 14.40 Uhr (Level B2). 16.30 Uhr: jeden zweiten Dienstag.
Kontakt: Bruno Zaugg, 062 797 23 84 Kontakt: Pia Krüger, 031 869 02 03.
oder simbeli98@gmail.com Freitagstreff Thun, Bahnhofbuffet
Thun, ab 13.30 Uhr: 26.04., 31.05.
VoiceNet: Rubrik 1 2 2 Kontakt: Yvonne Albisser,
033 437 25 82.
Sektion Bern Kreativgruppe Spiez, Evang. Gemein-
16.03. GV im Restaurant "Egghölzli" schaftswerk, Kornmattgasse 8, 3700
Bern Spiez, 13.30 bis 16.30 Uhr: 20.03.,
19.03. Thermalbad Charmey mit der 03.04., 17.04., 01.05., 12.06., 26.06.
Sektion Freiburg Kontakt: Bettina Stoll, 033 654 94 06.
06.04. Kultureller Frühlingsanlass mit
Brunch und anschliessender Neu: Luftgewehrschiessen für Blinde
Aufführung "Dormicum" des und Sehbehinderte, jeweils dienstags
Komikers Patrick Frey. Für alle oder nach Vereinbarung in der
24Verbandsleben
Lachenhalle Thun, ab 16 Uhr. Kontakt: 24./ Festival "Ludimaniak"
Bruno Heimberg, 079 434 42 38. 25.05. Estavayer-le-Lac, mit Sensibili-
sierung für Primarschulklassen
VoiceNet: Rubrik 1 3 1 2 18.06. Ausflug Guggershörnli und
Stiftung Compaterra Guggis-
Sektion Biel – Berner Jura berg (BE), Kontakt: Erika von
28.04. Brunch im Café-Restaurant Gunten, 079 542 21 12
Stiftung Battenberg
08.05. Altstadtbummel mit Führung in Kontaktgruppen:
Französisch Düdingen: Nelly Falk, 026 493 14 19
15.05. Besuch SZB Lenzburg Freiburg: Andrea Zullo, 079 554 07 16
21.05. Tag der offenen Tür Romont: Jean-Louis Uldry,
"Chez Louis" 026 652 40 00
15.06. Sektionsreise nach Brienz Murten: Beatrice Imoberdorf,
026 670 85 85
Schachkurs mit B. Holzer im "Al
Capone" Biel: jeweils mittwochs, 14 Aktuelle Informationen auf VoiceNet,
bis 16.30 Uhr, zehnmal, ab 3. April. Rubrik 1 4 1, und auf http://freiburg.
iPhone-Kurs in französischer Sprache sektion.www.sbv-fsa.ch/de
im Farelhaus Biel unter Leitung der
Apfelschule, ab 18. April. Sektion Genf
Anmeldungen und Auskunft: 23.03. GV
Esther Weber, 032 331 25 13, 06.04. Ausflug
weberesther@gmx.ch 10.04. Frühlingsessen CAD
19.04. Themenabend zum Karfreitag
VoiceNet: Rubrik 1 3 1 3 04.05. Ausflug Les Grangettes /
Villeneuve
Sektion Freiburg 17.05. Themenabend
19.03. Thermalbad Charmey, Kontakt: 18.05. Führung zur Ausstellung
Andrea Zullo "Historie de l’art", Musée d’art
04.04. Molières "Amour et Psyché", 01.06. Ausflug
mit Audiodeskription, Espace 02.06. Besuch der Ausstellung
Nuithonie, Villars s/Glâne "La vague" mit Führung, Musée
30.04. Arena Avenches, Kontakt: d’art
Christophe Rollinet,
079 253 30 68 Unterhaltungsnachmittag, Salle de
18.05. Jahresausflug: Lac Souterrain Champel: 22.03., 26.04., 24.05.
Saint-Léonard (VS), Kontakt: Smartphone-Treffen mit Jean-Marc
Andrea Zullo Meyrat ABA: 02.04., 07.05., 04.06.
25Verbandsleben
Spaziergänge: 03.04., 01.05., 05.06. Post" Basel, ab 14 Uhr. Anmel-
dung: Chantal Wilhelm,
VoiceNet: Rubrik 1 4 1 061 721 57 69 oder chantal.
springinsfeld@bluewin.ch
Sektion Graubünden 30.03. Wanderung mit Stefan Schmid,
20.03. "anderssehen"-Treff: 061 534 45 02 oder steff.
Lachyoga-Seminar Chur schmid@hispeed.ch
24.04. "anderssehen"-Treff: Torkel 06.04. Spieletreff mit Norbert Müller
Maienfeld im "Prima Vista", ab 11 Uhr.
24.05. Sektionsausflug mit dem Car Anmeldung: Norbert Müller,
29.05. "anderssehen"-Treff: 079 639 17 73 oder norbert@
Nachtwächterführung Mels norbertmiller.de
27.04. Wanderung mit Beni Karle,
Wandervögel: 13.04., 11.05., 08.06. 061 421 32 03 oder b.karle@
Informationen jeweils 2 Wochen irides.ch
vor den Terminen per Mail oder auf 25.05. Wanderung mit Markus Kaiser,
www.anderssehen.ch. 076 348 76 86 oder markais@
gmx.ch
Kontakt und Informationen: Monika 26.05. Geburtstag "Prima Vista"
Koch, 079 774 81 90, sektion.gr@sbv-
fsa.ch. Anmeldungen: 078 704 72 24 Stammtisch: jeweils am ersten Freitag
oder kontakt@anderssehen.ch des Monats im "Klybeck Casino" Basel,
ab 18.30 Uhr
VoiceNet: Rubriken 1 5 1 1 und 1 5 1 2 Sehtreff: jeweils am letzten Donners-
www.sbv-fsa.ch/sektion_graubuenden tag des Monats im "Prima Vista". An-
meldung: Paolo Fraschina, 079 731 38
Sektion Jura 81 oder p.a.fraschina@bluewin.ch
06.03. Kartenspiel
28.03. Theater mit AD (Frida Kahlo) VoiceNet: Rubrik 1 6 1, 061 303 30 46
VoiceNet, Rubrik 1 5 1 Sektion Ostschweiz
14.04. Wanderung "Winzenberg",
Sektion Neuenburg weitere Info 14 Tage vorher auf
22.06. Ausflug der Areuse entlang VoiceNet
26.04. Frühlingsanlass "Symphonie-
VoiceNet: Rubrik 1 6 1 konzert und Lunch in der Ton-
halle St. Gallen", Anmeldung /
Sektion Nordwestschweiz Info in Post, auf VoiceNet und
23.03. GV im Restaurant "Zur Alten Website
26Sie können auch lesen