FOKUS Palliative Care - Endlichkeit - das Leben zelebrieren
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
FOKUS
Nr. 6
Palliative Care
Das Magazin für Palliative Care im Kanton Zug
Endlichkeit –
das Leben zelebrieren
Versorgungsnetz Vorsorge Audiobiografien
Palliative Care Advanced Care Leben & Liebe
im Kanton Zug Planning festhalten
Herausgegeben vonInhalt Editorial 3 Versorgung: Was ist Palliative Care? 4 Aktuell: Palliative Care in Zeiten von Covid-19 6 Impuls: Ein gutes Leben leben – Ansichten eines philosophischen Seelsorgers 7 Vorsorge: Advanced Care Planning – Vorausplanung, die hilft 10 Audiobiografie: Sehen, was ist – Leben & Liebe, festgehalten für immer 12 Therapie: Wenn Worte fehlen – die Kraft des Schöpferischen 16 Neues Kursangebot: Begleiter stärken – Da-Sein, auch wenn es schwerfällt 18 Netzwerk Palliativ in Zug 19 Ausgewählte Veranstaltungshinweise Palliativ Zug 2021 20 Dank an Sponsoren 20 Herausgeber: Verein Palliativ Zug; Peter Frigo, Präsident; Rita Fasler, Leiterin Geschäftsstelle, Auflage: 1400 Exemplare. Erscheint 1× jährlich, Redaktion und Text: Daniela von Jüchen, dvj. text & content, Cham. Fotos: Reto Müller, Cham. Layout: Rahel Meyer Grafik & Illustration, Luzern. Druck: Anderhub Druck-Service AG, Rotkreuz. Kontakt: Palliativ Zug, Sumpfstrasse 26, Postfach, 6302 Zug, info@palliativ-zug.ch, www.palliativ-zug.ch © Verein Palliativ Zug Ein herzliches Dankeschön an Anderhub Druck-Service AG für ein Teilsponsoring der Druckkosten. Das Schöne ist ganz nah! Reto Müller, im Kanton Zug aufgewachsen Bei allem Abenteuer in der Welt hat er sich und in Cham zu Hause, pflegt seine Lei- immer den besonderen Blick auf die Schön- denschaft zu fotografieren seit vielen Jah- heit «vor der Haustür» bewahrt. Eine Aus- ren. Highlights seiner bevorzugten Themen, wahl seiner spannenden, farbintensiven An- Sport- und Landschaftsfotografie, postet er sichten vom Kanton Zug mit seinem See und auf Instagram (@remuenaturephoto und den Anhöhen im Hinterland, aufgenommen @remuesports). Mit seiner Familie hat er durch den Jahreslauf, hat er uns zur Verfü- schon viele Reisen auf mehrere Kontinente gung gestellt. Sie liefern die stimmungsvolle unternommen und dabei Staunenswertes mit Begleitung zu der diesjährigen FOKUS-Aus- der Kamera eingefangen. Die Faszination für gabe. Polarlichter führte ihn schon viermal Rich- tung Norden, nach Norwegen und Island. 2 | FOKUS Palliative Care 2021
Editorial
ck
o
St
Leben gestalten im
ka
oni
Foto: M
Licht seiner Endlichkeit
Heinz Rüegger
Theologe – Ethiker - Gerontologe
Leben gibt es nur als Endliches. Wir kom- sich klarer unterscheiden, was im Leben
men schon als endliche Wesen auf die Welt. sinnvoll ist und was nicht, was trägt und was
Und unser ganzes Leben ist letztlich, wie trügt, was Sinn stiftet und was oberflächlich
das der Philosoph Martin Heidegger aus- bleibt. Solches Unterscheidungsvermögen
gedrückt hat, ein «Sein zum Tode» oder ein wächst in Auseinandersetzung mit der eige-
«Vorlaufen zum Tode». Dass Menschen die nen Sterblichkeit. Die Perspektive der End-
Auseinandersetzung mit der eigenen Sterb- lichkeit gibt also dem Leben vertieften Sinn,
lichkeit eher meiden, ist verständlich. Denn macht die geschenkte Lebenszeit wertvoll
der Tod ist etwas Einschneidendes, das un- und inspiriert, die mit dem Leben gegebe-
ser ganzes Leben in Frage stellt. Darum nen Möglichkeiten wahrzunehmen und aus-
wenden wir uns lieber dem Leben zu als zukosten.
dem Sterben. Wer sich aber intensiv auf das
Leben einlässt, bekommt es unweigerlich In diesem Sinn hat Palliative Care nicht nur
auch mit dem Sterben zu tun. Das eine ist mit dem Ende des Lebens zu tun, sondern
nicht zu haben ohne das andere. mit der sinnvollen Gestaltung des Lebens
insgesamt, einer Lebensgestaltung, die
Die Auseinandersetzung mit der eigenen angesichts der Endlichkeit des Lebens das
Endlichkeit bietet die Chance einer anderen Gefühl vermittelt, man habe das Leben in
Perspektive: Vom Ende des Lebens her lässt vollen Zügen gelebt und ausgekostet.Versorgung
Was ist Palliative Care?
Umsetzung in Zug
Immer noch werden die Möglichkeiten von Palliative Care häu-
fig unterschätzt. Vor allem das Missverständnis, «palliativ» sei
gleich «Sterbephase», verhindert oft, dass Menschen von der
ganzheitlichen Begleitung profitieren. Eine Klarstellung.
Palliative Care (von Lat. pallium – Mantel) wird akzeptiert, ohne ihn verzögern oder be-
bezeichnet die Behandlung und Begleitung schleunigen zu wollen. Angehörige werden
von Menschen mit einer lebensbedrohli- in die zuverlässige und zugewandte Beglei-
chen und/oder chronisch fortschreitenden tung mit einbezogen. Was genau Lebensqua-
Erkrankung. Wichtig sind dabei Fachwissen lität ausmacht, bestimmt jede/r PatientIn
und die Haltung der Begleitenden: Weil ein selbst. Um vorausschauend Entscheidungen
Mensch nicht nur körperlich leidet, son- zu Behandlungen treffen zu können, werden
dern auch sozial, seelisch oder existenziell, sie umfassend über medizinische Möglich-
zielt Palliative Care darauf, all diese Leiden keiten und Grenzen informiert. Belastende
zu lindern. So arbeiten Medizin und Pflege Symptome wie Schmerzen, Angst, Atemnot
in interprofessionellen Teams zusammen und andere werden gelindert und sollen es
mit PsychologInnen, SeelsorgerInnen und ermöglichen, sich zu verabschieden und sein
SozialarbeiterInnen. Betroffene werden un- Leben in Würde zu Ende zu leben.
terstützt, um die Unheilbarkeit besser an-
nehmen zu können und mit Einschränkungen Wann kommt Palliative Care zum
leben zu lernen. Das kann Lebensqualität er- Einsatz?
halten und steigern. Unser Leben lang begleitet uns die kura-
tive Medizin: Wir gehen zum Arzt mit dem
Palliative Care rückt den Menschen ins Ziel, dass er uns heilt. Bei nicht heilbaren
Zentrum der Aufmerksamkeit statt seine Krankheiten braucht es einen anderen Weg:
Krankheit. Die Unausweichlichkeit des Todes Beschwerden lindern und lernen, mit der
4 | FOKUS Palliative Care 2021Krankheit zu leben. Und sich mit dem Le- Beratung des Vereins Palliativ Zug hilft, im
bensende auseinandersetzen, das sich da- Kanton Zug das richtige Angebot zu finden.
mit unausweichlich ankündigt. Fachkreise
setzen sich dafür ein, Palliative Care schon Palliativstationen in Akutspitälern überneh-
früh einzubeziehen: Eine schwerwiegende men im Fall einer Krise die Behandlung in
Diagnose löst Erschütterungen aus. Schon Spezialisierter Palliative Care. Das ist die zwei-
in der Frühphase kann Palliative Care un- te Versorgungsstufe. Zuger finden in der Villa
terstützend wirken und die kurativen Mass- Sonnenberg des Akutspitals Affoltern am Albis
nahmen ergänzen. Je weiter eine Krankheit stationäre Aufnahme, um sie zu stabilisieren
voranschreitet und wenn Heilung nicht mehr oder ihr betreuendes Netzwerk zu entlasten.
möglich ist, tritt Palliative Care in den Vor- Nach der Entlassung können Spitex-Dienste
dergrund. beigezogen werden und Sicherheit geben. Die
Spitex Kanton Zug führt einen eigenen Fach-
Betroffene dürfen daraus ableiten, dass das bereich Palliative Care mit speziell geschulten
Angebot von Palliative Care nicht heisst, dass Fachkräften. Ziel der Behandlung ist, wenn
ihr Tod unmittelbar bevorsteht. Im Gegenteil: möglich, die Entlassung zurück nach Hause.
Dank der medizinischen Fortschritte kön-
nen bis dahin noch Monate oder sogar Jahre Ist das nicht mehr möglich, braucht es einen
vergehen. Aber Palliative Care öffnet den Platz in der Langzeitpflege, die dritte Versor-
persönlichen Blickwinkel und schafft neue gungsstufe. Zuger Pflegeheime verfügen ak-
Handlungsoptionen. Zahlreiche Studien be- tuell nicht über ausgewiesene Palliativbetten
legen, dass die gewonnene Lebensqualität auch für jüngere PatientInnen. Sie bauen je-
von PalliativpatientInnen diesen oft mehr Le- doch vermehrt palliative Kompetenzen auf, um
benszeit schenkt als erwartet. ihre BewohnerInnen im Haus palliativ begleiten
zu können und so belastende Krankenhausauf-
Palliative Care – eine nationale enthalte am Lebensende zu vermeiden.
Aufgabe
Mit der Nationalen Strategie Palliative Care Für jüngere Betroffene besteht ein Abkommen
schufen Bund und Kantone die Grundlagen, mit dem Pflegeheim Viva Luzern Eichhof
dass alle BürgerInnen im Land Zugang zu (7 Palliativbetten). Im Weiteren haben Zu-
Palliative Care erhalten. Inzwischen über- gerInnen Zugang zu dem Anfang 2020 in Lu-
nehmen die Kantone die Umsetzung vor Ort. zern-Littau eröffneten Hospiz Zentralschweiz.
2020 wurden wichtige Anstösse gegeben, das
Thema politisch intensiv weiter zu verfolgen.
Palliative Care im Kanton Zug «Palliative Care ist, in
Grundsätzlich unterscheidet man drei Stufen
der Versorgung: Allgemeine Palliative Care, die
schwierigen Lebens
unterste Stufe, soll über die Grundversorgung situationen gemeinsam
(HausärztInnen und Akutspital) sichergestellt
werden. Ausserdem stehen, je nach Krankheit, das Beste draus zu machen.»
verschiedene Ligen für spezifische Beratung Aus dem Erklärvideo zu Palliative Care von
und Unterstützung zur Seite. Die telefonische Prof. Dr. Steffen Eychmüller auf www.palliative.ch.
Hier finden Sie weiterführende Informationen:
Persönliche Beratung: Verein Palliativ Zug – www.palliativ-zug.ch
Informationen zu Spiritual Care: www.seelsorge.palliativ-zug.ch
Überblick über Unterstützungsangebote kantonal: www.pflege-zug.ch
Plattform für Pflegende Angehörige: www.zug-fuer-angehoerige.ch
pallifon – Notfallberatung rund um die Uhr: 0844 148 148
FOKUS Palliative Care 2021 | 5Aktuell
Palliative Care
in Zeiten von Covid-19
Palliative Care ist national ein wichtiges Thema. Die Herausfor-
derungen durch die Pandemie haben das Lebensende in einen
neuen Fokus gerückt. Palliative Care ist ein hilfreicher Ansatz,
mit hohen Sterbezahlen und der extremen Belastung in Spitälern
und Heimen umzugehen.
Die Schweizer Fachgesellschaft palliative ch und Angehörige mit einbezogen. Frühzeitige
gründete im Frühjahr 2020 eine eigene Task Vorausplanung – angeleitete Gespräche, um
Force zu Covid-19. Ein Expertenteam aus un- Wünsche im Fall einer Ansteckung zu klä-
terschiedlichen Regionen und Professionen ren und festzuhalten – halfen oft, eine Triage
fand sich zusammen, um zügig fundiertes Wis- zu vermeiden. Es entlastet alle Begleitenden,
sen aufzubereiten und zur Verfügung zu stel- auch die Angehörigen, zu wissen, dass sie im
len. So entstanden spezifisch auf Covid-19-Er- Interesse des Patienten handeln.
fordernisse zugeschnittene Merkblätter und
Guidelines, die Fachpersonen in Spitälern, Schwer betroffene Pflegeheime konnten nur
HausärztInnen, Pflegeheime und Spitex sowie teilweise auf regionale palliative Netzwerke
Verantwortliche für Spiritual Care bei ihrer Ar- bauen: Wo sie bestanden, erleichterte das die
beit unterstützen. Die Informationen sind auf Zusammenarbeit zwischen Institutionen und
der Website palliative.ch abrufbar. verschiedenen Akteuren, zu denen neben Spi-
tex und Spitälern auch die HausärztInnen ge-
Die Summer School of Palliative Medicine wid- hören, die oft auch als HeimärztInnen im Ein-
mete sich im Juni 2020 dem Erfahrungsaus- satz sind.
tausch aus der ersten Welle. Eine Erkenntnis:
Wo Palliative Care bereits verankert ist, profi- Der Bundesrat hat die Erfahrungen in seinem
tieren Fachleute und PatientIinnen vor allem Bericht «Bessere Betreuung und Behandlung
in den Bereichen Symptommanagement und von Menschen am Lebensende» von Septem-
Entscheidungsfindung sowie in der Kommuni- ber 2020 berücksichtigt. In Beantwortung des
kation mit Betroffenen und Angehörigen. Postulats der Kommission für soziale Sicher-
heit und Gesundheit des Ständerats von April
Eine Pandemie mit hoher Sterblichkeit zeigt, 2020 entwickelte er daraus gezielte Hand-
wie wichtig es ist, das Sterben mitzudenken: lungsempfehlungen. Die Aufgaben sind also
Trotz aller medizinischen Fortschritte bleibt erkannt.
das Leben endlich! Das ist Kern der palliativen
Philosophie und öffnet den Blick über die Le- Bund, Kantone und weitere Akteure sind auf
benserhaltung hinaus: Was ist dann zu tun, da- dem gemeinsamen Weg, um Palliative Care in
mit ein Mensch gut begleitet und in Würde ster- grösserem Umfang überall im Land zugänglich
ben kann? Wenn möglich (zu Zeiten von Corona zu machen.
oft schwierig) werden beizeiten psychosoziale
und spirituelle Begleitung für PatientInnen
6 | FOKUS Palliative Care 2021Impuls
Ein gutes Leben leben – Ansichten
eines philosophischen Seelsorgers
Muss (oder sollte) man sich seiner Endlichkeit bewusst sein, um
sein Dasein zu feiern? Eine geradezu philosophische Frage!
Der Berliner Philosoph Prof. Wilhelm Schmid gibt Antworten.
Zehn Jahre lang war Wilhelm Schmid für je die Endlichkeit. Zum einen sterben normaler-
zwei Wochen Teammitglied im Akutspital in weise nicht so viele im eigenen Umfeld. Und
Affoltern am Albis, um die «Praxistauglich- zum anderen sind sie im Stress: Karriere, Fa-
keit» seiner Philosophie der Lebenskunst zu milie gründen und Kinder erziehen, allen mög-
überprüfen. Als «philosophischer Seelsorger» lichen Hobbys frönen... Das ist lebensfüllend!
führte er Gespräche mit PatientInnen, aber Das Leben feiern hat in der Zeit dafür sehr viel
auch mit Mitarbeitenden. In Gesprächen und Platz, aus Balance-Gründen: Wer heftig ar-
Vorträgen lud er ein, über das Leben nachzu- beitet, muss unbedingt auch heftig feiern, um
denken. neue Energien zu sammeln.
Herr Prof. Schmid, wie wichtig ist es, sich sei- Sie hatten im Spital in Affoltern am Albis Kon-
ner Endlichkeit bewusst zu sein? takt mit Menschen in Krisensituationen. Ist
Das ist sicher existenziell wichtig. Aber in Krise eine Voraussetzung, um die Begrenzt-
manchen Lebensphasen sind Gedanken ans heit des eigenen Lebens zu begreifen?
Lebensende nicht zuträglich. Gerade in der Ja. Wir können uns theoretisch darüber klar
zweiten Phase, zwischen 25 und 50 bis 60, ma- werden, aber das hilft uns nicht wirklich. Die
chen Menschen sich nicht viele Gedanken über praktische Konfrontation ist entscheidend.
FOKUS Palliative Care 2021 | 7Aber dazu braucht es nicht eine lebensbedroh- rituell am Jahresende, mich zurückziehen für
liche Krankheit. Für mich genügt schon ein einen halben Tag, um über mein ganzes Leben
Zahnarztstuhl: Zu bemerken, dass etwas an ein wenig nachzudenken: Bin ich auf dem rich-
mir brüchig ist, könnte möglicherweise heis- tigen Weg? Sollte ich etwas korrigieren? Die
sen, dass ich letzten Endes überhaupt sterb- Erfahrung zeigt: Wenn wir uns nicht freiwillig
lich bin!? Die härteste Erfahrung ist jedoch der besinnen, hat das Leben Mittel und Wege, uns
Tod eines Menschen, den wir kennen und dem zur Besinnung zu nötigen! Und das sind dann
wir nahe waren. Ich habe mich schon manch- immer Krisen: Beziehungskrisen oder Krisen,
mal gefragt: Warum weine ich so schrecklich? wie sie mit Krankheit kommen.
Und mir kam zu Bewusstsein, dass das zum
überwiegenden Teil ein Weinen über den künf- Der Begriff Lebenskunst hat in der Philoso-
tigen eigenen Tod ist: Traurig zu sein darüber, phiegeschichte Tradition. Warum ist er in der
selbst mal das Leben verlassen, die Liebsten heutigen Zeit wichtig?
zurücklassen zu müssen, in ein vollkommen Vielleicht bin ich selbst ein Beispiel dafür. Es
unbekanntes Terrain zu gehen. hat mir schlicht das Leben gerettet, als ich als
relativ junger Mann nicht mehr weiter wusste.
Ich studierte schon Philosophie und habe die
«Die moderne Zeit kann antiken Philosophen entdeckt, die sehr viel
über Lebenskunst nachgedacht haben. In der
wahnsinnig viel in Wissen modernen Philosophie spielt das Leben keine
schaft und Technik, aber sie Rolle. Wissenschaft ist sehr wichtig, darüber
nachzudenken, was Wissen überhaupt ist. Die
hat keine Ahnung mehr vom moderne Zeit kann wahnsinnig viel in Wissen-
schaft und Technik, aber sie hat keine Ahnung
Leben.» mehr vom Leben. Dafür hat sich die Auffas-
sung verbreitet, es gehe im Leben um Glück.
Und Glück ist, wenn alles gut geht und wenn
Sie vertreten die Philosophie der Lebens- ich mich gut fühle. Aber ist das Leben immer
kunst. Können Sie skizzieren, was Sie darun- und für alle Menschen so?
ter verstehen?
Lebenskunst heisst, sein Leben bewusst zu Das Leben ist nicht so, das weiss jeder! Es
führen. Das schliesst mit ein, dass man auch gibt nicht nur Erfolg, es gibt auch Misserfolg;
unbewusst leben kann. Ich glaube, das kennen nicht nur Gesundheit, sondern auch Krank-
wir alle. Auch ich führe mindestens das halbe heit. Ich nenne das die Polarität des Lebens.
Leben einfach so – steige aus dem Bett, früh- Das ist keine philosophische Theorie, das ist
stücke, komme manchmal irgendwo an, wo ich Lebenserfahrung, die wir uns wieder aneignen
hin wollte, aber ich weiss nicht mehr, wie. Das können. Und auf der Basis leben wir dann viel-
kann man nicht Bewusstsein nennen. Aber zu leicht besser als mit dem Glauben, alles läuft
gegebener Zeit, vor allem dann, wenn es nö- immer positiv. Das Leben entscheidet darüber,
tig wird, weil wir uns orientieren müssen: Sich nicht wir, und das hält spannende Erfahrun-
dann immer mal wieder Dinge bewusst zu ma- gen für uns bereit. Wodurch gewinnt Leben
chen, um das Leben möglichst klug zu führen. an Spannung? Dadurch, dass es eine zeitliche
Klug heisst: vorsichtig, umsichtig, rücksichts- Grenze hat. Wenn es keine hätte, würden die
voll und vorausschauend. Vorausschauend – Menschen an Langeweile sterben.
also nicht immer im Hier und Jetzt zu le-
ben – sondern vorauszudenken: Was für eine Sie haben das «gute Leben» als das be-
Herausforderung könnte auf mich zukommen wusste Leben umschrieben. Was bedeutet
und wie kann ich mich jetzt dafür präparieren? für Sie «das Leben zelebrieren»?
Was ich dazu lese, legt den Schluss nahe: Sehr
Momente der Besinnung – wann kommen die? viele von den Menschen, die aus dem Leben
Es wäre schon ganz gut, sich hin und wieder gehen müssen – infolge einer Krankheit oder
zu besinnen. Ich mache das oft spät am Abend, aus Altersschwäche – die wollen das Leben
kurz vor dem ins Bettgehen. Und ich mache es noch feiern! Auf die Weise, die ihnen wichtig
8 | FOKUS Palliative Care 2021ist. Und das kann gegen Ende des Lebens et- Kompliziertes. Es heisst einfach nachzuden-
was ganz Kleines sein! Mir läge ganz sicher ken. Insofern ist Philosophie das Eigentum von
noch daran, einen sehr guten letzten Espresso jedem Menschen, der gern einmal nachden-
zu trinken. Also solche Dinge zu zelebrieren, ken möchte. Philosophieren heisst nicht zwin-
die der jeweilige Mensch für schön hält. Wenn gend, etwas Kompliziertes zu denken und zu
noch längere Zeit bleibt, dann natürlich noch sagen, sondern das Selbstverständliche zum
sehr viel Gespräche führen, schöne Ausflüge Ausdruck zu bringen. Da ist es schon mal hilf-
machen und zusammen sein, solange es nur reich für einen Menschen, im gemeinsamen
geht. Das meine ich mit «Leben feiern» oder Gespräch eine Formulierung zu hören, die
zelebrieren. beschreibt, was ihm oder ihr durch den Kopf
geht. Auf die Weise kommt etwas aus dem In-
In Ihrem Buch* geben Sie eine Art Anleitung neren nach aussen und wird transportfähig.
für ein gutes Leben. Das beinhaltet für Sie Ich kann jetzt etwas über mich einem anderen
auch die Selbstsorge. Gehören dazu auch Vor- Menschen mitteilen, weil es eine Form gefun-
sorgemassnahmen? den hat. Das ist für sehr viele Menschen nicht
Man kann keine Vorsorge treffen für alle Even- selbstverständlich.
tualitäten. Das hat mich die Erfahrung im
Krankenhaus gelehrt. Denn es können Dinge In dieser Form kann etwas auch über lange
vorkommen, die kann sich kein Mensch vor- Zeit konserviert werden: wie die Formulie-
stellen. Und was ist dann? Von daher halte rungen von Plato von vor zweieinhalbtausend
ich persönlich sehr viel davon, den Menschen, Jahren. Daraus können wir schliessen: Oh, wir
mit denen ich lebe, Klarheit zu geben, was ich sind nicht die ersten Menschen auf der Welt,
grundsätzlich bevorzuge und was nicht. Und die nachdenken. Und worüber wir nachdenken,
ihnen anzuvertrauen, leider auch aufzubürden, ist auch nicht so wahnsinnig neu. Das relati-
im Zweifelsfall die letzte Entscheidung zu tref- viert unsere Gegenwart.
fen – hoffentlich in meinem Sinne.
Viele Menschen finden Philosophie kompli- *Buchtipp
ziert. Worin sehen Sie ihren Nutzen – für ein- Wilhelm Schmid: Das Leben verstehen. Von
zelne und die Gesellschaft? den Erfahrungen eines philosophischen Seel-
Philosophieren ist in meinen Augen nichts sorgers. (Suhrkamp, 2016)Vorsorge Advanced Care Planning – Vorausplanung, die hilft In der nationalen Gesundheitspolitik und Förderung von Palliative Care ist vorausschauende Gesundheitsplanung ein wichtiges Ele- ment. So lassen sich selbstbestimmte Entscheidungen zu Notfällen und zum Lebensende verbindlich festhalten. Ein flächendeckendes Angebot von Advanced Care Planning durch qualifizierte BeraterIn- nen könnte ein Lösungsansatz sein. Rund 70% der Todesfälle in der Schweiz sind die Notwendigkeit, Entscheidungen zu tref- Endpunkt einer Krankheitsphase (Zahlen von fen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit 2018). In etwa 80% dieser Fälle wurden vorab der eigenen Einstellung zu Leben und Tod Entscheidungen getroffen, die den Tod be- erleben viele als sehr sinnstiftend. Sie hilft, einflusst haben: z. B. durch die Auswahl von Wünsche für oder gegen Behandlungen im lindernden Medikamenten oder Entschei- Notfall und am Lebensende zu formulieren. dungen zum Abbruch einer Therapie. In der So vorgesorgt zu haben, reduziert den Stress letzten Lebensphase ergibt sich damit ein aller Beteiligten erheblich, wenn je eine kri- gewisser Gestaltungsspielraum, aber auch tische Situation eintritt. 10 | FOKUS Palliative Care 2021
kann. Einige Beispiele: Viele Verfügungen
sind unklar oder widersprüchlich formuliert
und so vor allem im Notfall und bei langen
Aufenthalten auf der Intensivstation nicht
anwendbar. Sie sollen erst gelten, wenn die
Urteilsunfähigkeit dauerhaft ist. Doch was
passiert in der Zeit, bis das zweifelsfrei fest-
steht? Hier gibt es meist keine Vorgaben zu
Behandlungszielen. Viele sind ausserdem
nicht oder nicht schnell genug auffindbar.
Was ist Advanced Care Planning?
Im Rahmen der Nationalfondsstudie «Le-
bensende» wurde am Unispital Zürich ein
Projekt zur Umsetzung von Advanced Care
Planning (ACP) bei Schwerkranken durch-
geführt. ACP ist ein systematischer und lang
anhaltender Prozess. PatientInnen werden
damit befähigt, ihre Wünsche zu medizini-
schen Behandlungen zu erforschen und zu
dokumentieren. Bei der Beratung sollten
auch Angehörige, mindestens die ausge-
wählte Vertretungsperson, mit dabei sein.
Die Fachkompetenz der BeraterInnen stellt
sicher, dass Entscheidungen auf der Basis
von medizinischem Grundwissen getroffen
werden. Die Bedeutung einer Entscheidung –
welche Folgen hat die Zustimmung oder Ab-
lehnung einer Behandlung? – ist klar und Wi-
dersprüche (z. B. Reanimation ja, aber keine
Einweisung ins Spital) werden vermieden.
Wichtige Elemente für den Prozess
Sehr wichtig für den Prozess ist, dass die
Beratung durch medizinisch versierte und
Seit vielen Jahren können Vorstellungen für das Verfahren zertifizierte Fachpersonen
zu medizinischen Massnahmen selbstbe- durchgeführt wird. So können offene Fragen
stimmt in einer Patientenverfügung festge- geklärt und falsche Vorstellungen zur Wirk-
halten werden. Seit Januar 2013 ist dieses samkeit sowie zu Chancen und Risiken von
Vorsorgeinstrument, zusammen mit der Behandlungen offengelegt werden, die eine
Vorsorgevollmacht, im Erwachsenenschutz- Entscheidung möglicherweise beeinflussen.
recht gesetzlich verankert und damit für Ärz- So wird eine Patientenverfügung eindeutig
te verbindlich. Hier lässt sich auch eine Ver- umsetzbar.
trauensperson benennen, die den eigenen
Willen vertreten soll, wenn man selbst dazu In diesem Prozess sollte die geplante Vertre-
nicht (mehr) in der Lage ist. tungsperson unbedingt anwesend sein. Sie
erlebt so die Entwicklung der Wertehaltung
Oft nicht passgenau des Patienten und der daraus abgeleiteten
Die Praxis in Spitälern hat inzwischen Gren- Wünsche direkt mit, kann sie nachvollziehen
zen der Patientenverfügung aufgedeckt, die und später leichter umsetzen.
– im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht – sehr
einfach, ohne Beratung und mit minimalen Entscheidungen dokumentieren
formalen Vorgaben privat abgefasst werden Entscheidungen aus einem ACP-Prozess
FOKUS Palliative Care 2021 | 11sind schriftlich zu dokumentieren. Wichtig
ist, dabei zwischen Bestimmungen für Not- Die Haltung zu Krankheit,
fälle (vorübergehende Urteilsunfähigkeit)
und solche für eine Urteilsunfähigkeit von
Leben und Tod ist wesentlich
unbestimmter Dauer sowie für eine blei- für Entscheidungen zu
bende Urteilsunfähigkeit am Lebensende
zu unterscheiden. Um die Auffindbarkeit der Therapiezielen und
Dokumente sicherzustellen, wäre eine Inte-
gration in das Elektronische Patientendos-
Behandlungen – in Notfällen
sier, das derzeit im Aufbau ist, sinnvoll. Es wie auch am Lebensende.
ist naheliegend, dass sich die festgehaltenen
Wünsche je nach Lebens- bzw. Krankheitssi-
tuation eines Menschen unterscheiden kön- Teil des Arzt-Patienten-Vertrags sind diese
nen. Vereinbarungen verbindlich, auch ohne dass
ein separater Vertrag unterschrieben wird.
ACP bei Gesunden in jeder Sind mehrere Ärzte in die Behandlung ein-
Altersstufe gebunden, ist es Aufgabe des federführen-
Die Haltung zu Krankheit, Leben und Tod ist den Arztes, die Inhalte zu kommunizieren.
wesentlich für Entscheidungen zu Thera- Der Behandlungsplan behält seine Gültigkeit
piezielen und Behandlungen. Ein Austausch auch dann, wenn der Patient nicht mehr ur-
über Erwartungen, abgeglichen mit dem, teilsfähig ist.
was medizinisch überhaupt möglich ist, er-
gibt eine erste Annäherung. Hilfreich wäre Notfallplan für Palliativpatienten
es, vor allem eine Ärztliche Notfallanord- Für Palliativpatienten am Lebensende sind
nung zu erstellen für Unvorhersehbares. Notfallpläne besonders wichtig. Die meisten
Diese sollte Bestimmungen zu einer sicher der Notfallsituationen – die, falls unvorberei-
dauerhaften Urteilsunfähigkeit (z. B. durch tet, oft noch zu unerwünschten Spitaleinwei-
Hirnverletzungen) sowie zu einer stellvertre- sungen führen – sind vorhersehbar. Deshalb
tenden Person enthalten. Die Notfallanord- wird für PatientInnen, die zu Hause betreut
nung ist als Ergänzung zur Patientenverfü- werden, in der Regel ein Notfallplan erstellt.
gung gedacht. Spitex-Mitarbeitende und der behandelnde
Arzt übernehmen hier die Führung, sorgen
ACP für Erkrankte auch für die Hinterlegung von Reserveme-
Wer schwer erkankt ist, kann mit Hilfe des dikamenten und wenn nötig für eine Einwei-
ACP-Prozesses seine Werte und Erwartun- sung der pflegenden Angehörigen.
gen formulieren. Es folgen eingehende In-
formationen zu Krankheitsverlauf sowie zu Kontinuierlicher Prozess
Risiken und Chancen verschiedener Behand- Bei aller Vorausschau bleibt zu beachten,
lungen. So informiert lassen sich abschlies- dass Advanced Care Planning als langer Pro-
send konkrete Wünsche festlegen. Da der zess gedacht ist. Das trägt den Veränderun-
Stellvertreter mit anwesend ist, ist auch er gen des Lebens Rechnung: dass sich nicht
über die Behandlungsziele klar im Bild. Das nur unser Gesundheitszustand verändert,
gibt Sicherheit, falls er den Willen einmal sondern auch die eigene Einstellung zu Ein-
vertreten muss. schränkungen und Belastungen. Der Verein
Palliativ Zug setzt ACP auf seine Liste der
Bei Schwerkranken wird dieses Gespräch in prioritär zu bearbeitenden Themen.
der Regel im Rahmen eines Arztgesprächs
(Hausarzt oder Spezialisten) stattfinden.
Die Entscheidungen zum weiteren Vorgehen Informationen zu ACP: www.pallnetz.ch/acp-nopa.htm.
werden dann als Behandlungsplan in der Unter dem Menupunkt «Beratung» finden Sie Adressen
Krankenakte vermerkt, der im weiteren Ver- von zertifizierten Fachstellen. Über eine Kostenüber-
lauf immer wieder angepasst wird. Als nahme informiert Sie Ihre Krankenkasse.
12 | FOKUS Palliative Care 2021Audiobiografie
Sehen, was ist – Leben & Liebe,
festgehalten für immer
Franziska von Grünigen ist leidenschaftliche Radiojournalistin.
Seit 2020 zeichnet sie die Lebensgeschichte von Menschen in Form
eines «Nachklangs» auf. Angereichert mit Musik, manchmal auch
mit originalen Tondokumenten, wird aus einer sehr persönlichen
Geschichte ein eigenes Kunstwerk. Eine besondere Art, das Leben
zu zelebrieren.
Was hat Sie bewogen, dieses Angebot auf- genommen und an ihrer Weiterbildung teil-
zubauen? genommen. Und mir wurde klar: Das wird
Aufgrund von Umstrukturierungen bei SRF ein langer Weg! Gleichzeitig entdeckte ich
brauchte ich für die Arbeit eine neue Per- in der Kombination von Radiohandwerk und
spektive. Ich wollte etwas Sinnstiftendes, meinem tiefen Interesse an Menschen das
wollte an den Kern des Menschen. Im Som- Potential, Aufnahmen auch quietschfidelen
mer 2019 sah ich per Zufall eine DOK-Sen- Menschen mitten im Leben anzubieten. So
dung mit einem Portrait von Judith Grümmer. entstand «Mein Nachklang».
Die Radiojournalistin hat in Deutschland das
Projekt «Familienhörbuch» aufgebaut, das Was ist die Motivation Ihrer Kunden, Sie mit
Audiobiografien für schwerkranke Eltern er- einem Nachklang zu beauftragen?
stellt, die ihren minderjährigen Kindern et- Meine Kundschaft ist extrem vielfältig. Oft
was hinterlassen wollen. Ich war total elek- schenken erwachsene Kinder ihren Eltern
trisiert und wusste: Das ist es für mich! So einen Nachklang, weil sie deren Geschich-
etwas möchte ich für die Schweiz aufbauen. te(n) aufgezeichnet haben möchten. Ältere
Menschen erzählen ihre Lebensgeschichte,
Wie ging es weiter? um ihre Leidenschaften an die Nachkom-
Ich habe mit Judith Grümmer Kontakt auf- men weiterzugeben. Sie wollen das Bild mit
FOKUS Palliative Care 2021 | 13prägen, wer sie gewesen sind. Und aktuell nen. Ich habe immer «Notfallfragen» dabei.
habe ich gerade zwei Kundinnen um die Mit- Wenn es bei einer Aufnahme nicht richtig
te 40, die mit dem Nachklang innehalten und rund läuft oder es kommt wenig von der Per-
ihr bisheriges Leben bilanzieren. Die eine son selbst, hilft mir mein kleiner Leitfaden,
möchte für ihre Tochter vor allem die Ahnen- der auch ein paar Fragen aus der würdezent-
geschichte festhalten und ihre Gedanken zu rierten Therapie (dignity therapy) enthält. Sie
Weiblichkeit und Frausein. sind spannend, weil sie Anlass geben zum
Nachdenken über das eigene Leben und zum
Erfahren Sie auch, was die Nachklang- Bilanzziehen auf eine positive Art.
Audiobiografie auslöst?
Menschen melden sich mit einer gewissen Sie sind Mitgründerin des 2020 gegrün-
Idee, was sie über ihr Leben erzählen wol- deten Vereins Hörschatz. Worum geht es
len. Man hat ja so die eigene Konstruktion genau?
von der Wirklichkeit, von seinem Leben im Das ist eben die Umsetzung des DOK-Films
Kopf. Spannend ist dann, wenn sie im Auf- für die Schweiz: Wir vermitteln und finanzie-
nahmeprozess über ihr Leben nachzudenken ren Audiobiografien für PalliativpatientInnen
beginnen oder plötzlich Zusammenhänge mit minderjährigen Kindern. Wir möchten
sehen, die sie vorher nicht gesehen haben. das kostenlos, das heisst spendenfinanziert,
Das ist schon ein paarmal passiert. Dass anbieten und betroffenen Familien einfach
ihnen vielleicht auch durch Fragen von mir und unbürokratisch helfen. Sie können sich
«der Zwänzger abegheit». Dann wird mehr an uns wenden und wir setzen dann ein Hör-
als «nur» die Geschichte vom eigenen Le- buch mit ihnen um, ohne dass sie sich um die
ben, es wird ein Denkprozess festgehalten. Finanzierung kümmern müssen. Die Hörbü-
Und das hat einen Effekt. cher richten sich von der Aufnahmedauer
her nach den Ressourcen der Teilnehmen-
Viele stellen fest: «Wow! Krass, was ich alles den. Ist nur Kraft da für zwei Stunden Auf-
schon erlebt habe!» Das passiert in der Au- nahme, dann werden es zwei Stunden. Aber
diobiografiearbeit vor allem bei Palliativpati- im Normalfall sind es drei ganze Tage; nach
entInnen, wenn sich der Fokus vom Sterben Judith Grümmers Erfahrung der Zeitrahmen,
wegbewegt in Richtung Fülle des Lebens. in dem man an den Kern dessen kommt, was
Wenn sie am Schluss eine Übersicht mit 20 jemand seinen Kindern hinterlassen will.
oder sogar 80 Kapiteln vor sich sehen und
realisieren, was sie alles geschafft und er- Was kommt denn alles so vor in einem
lebt haben, dann ist das ein extrem berüh- Hörschatz?
render Moment. Für die Menschen selbst, Ein Hörschatz hat Platz für alles, was bleiben
aber auch für mich als Zeugin. Manch- soll: Geschichten aus dem eigenen Leben,
mal kann ein Nachklang auch «heilen». So Erinnerungen an die Eltern und Grossel-
schrieb es mir ein Mann Mitte 40, der seinen tern, aber auch Erinnerungen an gemeinsa-
Kindern im Nachklang die Gründe für sei- me Familienerlebnisse. Manche geben den
ne Trennung erklären wollte. Die Aufnahme Kindern auch etwas mit für Situationen, die
wurde zum Anlass, nach über sieben Jahren erst in ein paar Jahren eintreten – «Wenn du
auferlegtem Schweigen mit seinem Vater mal Liebeskummer hast…» oder was einem
und Bruder über den begleiteten Suizid der selbst geholfen hat bei der Berufswahl. Wie
Mutter zu sprechen. Schubladen, welche die Kinder – egal in wel-
chem Alter sie sind, vielleicht auch in einer
Was ist Ihr Anteil an der Entwicklung des schwierigen Situation – dann aufziehen kön-
Gesprächs? nen, nach dem Motto «Was würde wohl das
Das ist sehr unterschiedlich. Ein Kunde hat Mami dazu sagen?» oder «Wie hat der Papi
mir vorab schriftliche Notizen geschickt. Er das wohl erlebt?» Das ist die Idee. Man kann
hatte den Fokus ganz klar auf seiner Kind- auch Lieder singen, Familienrezepte weiter-
heit, wollte anekdotisch erzählen. Da er sich geben, Lieblingsmusik spielen – der Fantasie
als Endprodukt ein Interview wünschte, war und der Liebe sind keine Grenzen gesetzt.
ich froh, ganz gezielt Fragen stellen zu kön-
14 | FOKUS Palliative Care 2021Was ist bei einem Hörschatz anders als bei
einem Nachklang?
Das Besondere an diesen Aufnahmen ist, dass
ich zuvor nicht weiss, was für eine Situation
ich antreffe: Wie gross sind die Kraftreser-
ven? Welche emotionalen Achterbahnfahrten
löst die Aufnahme aus? Und dass es einfach
unglaublich traurig ist; nicht nur, aber auch.
Es fliessen Tränen, es braucht Pausen. Und
hinter allem steckt eine vollkommen andere
Dringlichkeit, die wortwörtliche «deadline».
Wer sich bei uns meldet, weiss in der Regel
nicht, wie lange er oder sie noch zu leben «Man kann doch nicht
hat. «Wieviel Zeit mir noch bleibt, weiss ich
nicht. Wochen, eventuell ein paar Monate?», einfach so sterben, ohne
schrieb mir zum Beispiel Wanda* in ihrem
ersten Mail. Anders ist auch, dass so un-
etwas zurückzulassen.»
glaublich viel Liebe da ist. Das ist das, was Wanda (42, ) nach den Aufnahmen,
mich so umhaut an dieser Arbeit. Die enorme 10 Monate vor ihrem Tod.
Stärke und Liebe, die da in dieses Mikrofon
einfliessen. Da komme ich mir zum Teil ganz
klein vor, im Empfinden und in meiner See- Mit Blick auf unser Jahresmotto: Haben die
lenreife. Audiobiografien die Sicht auf Ihr eigenes
Leben verändert?
Was haben die Aufnahmen bei diesen Sie haben sicher meine Dankbarkeit fürs Le-
Menschen bewirkt? ben vergrössert. Gleichzeitig aber auch das
Es mobilisiert extreme Kräfte, so dass sie Sterben noch mehr als Option in mein Leben
über sich hinauswachsen. Im Nachhinein integriert: Es kann jederzeit jeden und jede
empfinden sie es als sehr anstrengend, aber von uns treffen! Ich mache mir etwas mehr
auch extrem beglückend. Ich erinnere mich, Gedanken darüber, wie es wäre, wenn ich
wie ich in einem Fall auf das Schlimmste jetzt in der gleichen Situation wäre.
vorbereitet wurde – und dann komme ich da
rein, und mein Kunde, zuerst im Bett, sitzt Das Leben zelebrieren ist für mich die Gele-
drei Stunden lang im Rollstuhl und ist witzig genheiten anzunehmen, die das Leben mir
und geistreich, ein richtiger Showman. Und bietet: kleine, glitzernde Momente im Alltag,
am Schluss sagt er zur Palliativ-Pflegefach- viel Zwischenmenschliches: Stehenbleiben
frau: «Schau mal, ich kann meine Füsse be- und mit dem Nachbarn reden statt im Vor-
wegen!» Was ihm vorher nicht mehr gelun- beilaufen «Hoi» zu sagen. Wenn es draussen
gen ist. Daran sieht man das Vitalisierende, Schnee gibt, mit den Kindern ein Iglu bauen,
wenn man für eine gewisse Zeit den Fokus statt nur daneben zu stehen. Es gelingt mir
verändern kann auf das Leben. Ich glaube, nicht immer gleich gut, wenn die Flut der
die Menschen sind sich bewusst, dass sie in Aufgaben mich im Alltag überwältigt. Aber
diesem Moment etwas ganz Wichtiges ma- das Leben zelebrieren heisst dann vielleicht
chen für ihre Kinder. Es gibt ihnen auch eine genau, im Kleinen die Gelegenheiten zu finden.
Art von Mündigkeit zurück, weil sie verant-
wortlich und in Eigeninitiative etwas tun können.
Kontakt zu Franziska von Grünigen über www.mein-nachklang.ch. Hier finden Sie auch Hörbei-
spiele. Infos, Kontakt und Angaben zum Spendenkonto vom Hörschatz unter www.hoerschatz.ch.
*Mit der Freigabe des Audiomaterials unterstützt Wanda den Verein Hörschatz.
FOKUS Palliative Care 2021 | 15Therapie Wenn Worte fehlen – die Kraft des Schöpferischen Jede Form des künstlerischen Ausdrucks ist eine Art, das Leben zu zelebrieren. Idee und schöpferische Umsetzung können ein er- habenes Gefühl vermitteln, sich eins zu fühlen mit der Welt. Eine Kraft, die oft auch die ZuhörerInnen und BetrachterInnen spüren, wenn sie ein Werk wahrnehmen. Die Musiktherapie kann diese enge Verbindung zu unserem Innersten nutzen, um Unaussprechliches fassbar und mitteilbar zu machen. Florian Nussbaumer hat als erfahrener Mu- Moment auf den anderen in eine völlig neue sik- und Kunsttherapeut zwei professionelle Lebenswirklichkeit geworfen wurden. Oder Standbeine: Überwiegend arbeitet er in der dass Verletzungen nach einem Unfall Lang- Rehaklinik Bellikon im Aargau, einer Klinik zeitschäden nach sich ziehen. Es kann ei- für Neuro- und orthopädische Rehabilita- nerseits darum gehen, starke innere Bilder tion. Einen Tag pro Woche unterstützt er in zu verarbeiten; andererseits brauchen diese seinem Therapieraum in der Lättichstrasse Menschen eine Neuorientierung für ihren in Baar Einzelpersonen, oft auch über lange weiteren Lebensweg. Phasen. Sie werden meist über den Hausarzt oder Psychiater an ihn überwiesen. Die Kraft der inneren Bilder Die PatientInnen bestimmen selbst die The- Aus der Hirnforschung weiss man, dass in- men, die sie beschäftigen. In der Reha kann nere Bilder unsere Realität beeinflussen. das die Verarbeitung des Schocks sein, dass Wir sind diesen aber nicht einfach ausge- sie z. B. durch einen Hirnschlag von einem liefert, sondern können sie bewusst formen. 16 | FOKUS Palliative Care 2021
Innere und äussere Entspannung
Ebenso wie innerliche Entspannung ein
Ziel sein kann, können auch Menschen von
Musiktherapie profitieren, die aufgrund ih-
res Gesundheitszustands unter Muskelver-
krampfungen leiden. Florian Nussbaumer
spielt für sie auf den Saiten des Monochords,
einer Art Klangbett, auf dem sie liegen. Die
Musik wirkt hier zweifach: akustisch über den
Sich selbst als «klingend» Schall auf das Gehör und Gehirn, aber auch
zu erleben, kann ein sehr über die Schwingungen direkt auf den Kör-
per. Auch chronische SchmerzpatientInnen,
bewegender Moment sein. die oft in jeder Minute einem hohen Schmerz
ausgesetzt sind, finden hier unter Umstän-
den minutenlange, erholsame Entspannung,
während der die Schmerzwahrnehmung in
den Hintergrund tritt. Der Therapeut zieht
es vor, mit dem einzusteigen, was den Pa-
Die Therapie kann dabei unterstützen, dass tientInnen weniger vertraut ist, damit nicht
sich durch Klang oder auch durch eigenen ständig das Bewusstsein in den Prozess hi-
gestalterischen Ausdruck durch Malen eine neinfunkt. So würde er einem Musiker eher
innere Starre löst und neue Bilder verankert zu maltherapeutischen Ausdrucksmitteln
werden, die Handlungsoptionen im Leben raten. Im Laufe der Therapie ist es aber auch
eröffnen. Der kreative Akt dient allein dem immer möglich, das Medium zu wechseln.
Ziel, einen Ausdruck, neue Erfahrungen zu So kann es sich ergeben, Bilder, die durch
ermöglichen. Es geht nie um ein Endprodukt, Klänge im Kopf entstehen, in einem zweiten
das irgendwelchen ästhetischen Ansprüchen Schritt mit Farben festzuhalten. Eine Mög-
genügen müsste. Deshalb brauchen Patien- lichkeit, das Ergebnis einer Entwicklung für
tInnen auch weder musikalisch noch gestal- später festzuhalten. In Therapien entstan-
terisch «talentiert» oder vorgebildet zu sein. dene Bilder haben oft eine grosse Intensität
Der kreative Prozess wird jeweils durch das und Kraft.
Gespräch mit dem Therapeuten reflektiert
und schafft Raum für neue Lösungen Option auch für Palliativpatienten
Die vorgestellten Therapieformen stehen
... und der eigenen Stimme grundsätzlich auch Palliativpatienten offen,
Die Erfahrung von Klang und Rhythmus wie unabhängig vom Krankheitsbild. In der Be-
auch die Begegnung mit Formen und Farben gleitung von Krebspatienten hört man immer
können Gefühle und Assoziationen wecken. wieder von Bildern oder aber mit den eige-
Ob Musik gehört oder selbst aktiv zum Klin- nen Händen geformten Objekten aus Ton –
gen gebracht wird, entscheidet sich je nach eine weitere Form des Ausdrucks, die dann
Situation. Wirkung entfalten beide Wege. Be- Gestalttherapeuten anbieten.
sonders ist die Arbeit mit der eigenen Stim-
me – dem persönlichsten Instrument, das Wer sich besonders für Musiktherapie inter-
es gibt. Viele Menschen haben damit keine- essiert, findet eine Therapeutenliste bei der
guten Erfahrungen gesammelt, oft wurden Fachgesellschaft unter www.musictherapy.ch.
sie als «unmusikalisch» verunglimpft. Sich
selbst als «klingend» zu erleben, kann ein
sehr bewegender Moment sein. Im Gespräch
mit dem Therapeuten können daraus Bezüge
zum Alltag und zur Bewältigung von Heraus-
forderungen entwickelt werden.
FOKUS Palliative Care 2021 | 17Neues Kursangebot
Begleiter stärken: Da-Sein,
auch wenn es schwerfällt
Letzte Hilfe-Kurse laden dazu ein, sich mit dem Tod in verschie-
denen Facetten auseinanderzusetzen. Die fachlich geführte An-
näherung soll den Teilnehmenden mehr Sicherheit geben für die
Begegnung mit Sterben, Tod und Trauernden in ihrem Umfeld.
Wie schon die Erste Hilfe bei Notfällen, so ist Trauer: Was ist zu tun nach einem Todesfall?
auch die «Letzte Hilfe» für Menschen, die Welche Möglichkeiten gibt es, den Abschied
selbst oder im Umfeld mit Sterben und Tod zu gestalten?
konfrontiert sind, ein Akt gelebter Mitmensch-
lichkeit. Und von der Ersten Hilfe lernt man, Der Kurs wird von zwei Fachpersonen gelei-
dass Hilfe umso leichter zu leisten ist, je bes- tet, jeweils eine aus dem medizinisch-pflege-
ser man weiss, was zu tun ist. rischen und eine aus dem seelsorgerischen
Bereich. Die Koordination übernimmt Palliativ
Vier Schwerpunkte im Kurs Zug in Zusammenarbeit mit den reformierten
Der Kurs gliedert sich in vier Themenkreise: und katholischen Kirchen des Kantons Zug.
In «Sterben ist ein Teil des Lebens» geht es
darum, wie man den Beginn der Sterbephase Der erste Kurs – weitere sind in Planung – ist
erkennen kann, was dann körperlich abläuft angesetzt für:
und wie Menschen auf den nahenden Tod rea Samstag, 29. Mai, 10.00 bis 16.00 Uhr
gieren. «Vorsorgen und Entscheiden» lädt Kirchenzentrum Zug, Archesaal
ein, seine eigene Haltung zu erforschen, und
informiert, wie man seine Wünsche voraus- Weitere Informationen zum Kurs auf der Web-
schauend dokumentieren und eine Vertrau- site www.palliativ-zug.ch unter Veranstaltun-
ensperson bestimmen kann. Der Schwerpunkt gen/Weiterbildungen. Anmeldungen nimmt
«Leiden lindern» gibt einen Einblick in die die Geschäftsstelle Palliativ Zug per Email bis
Pflege von Sterbenden: Wie können Beschwer- zum 22. Mai entgegen:
den gelindert werden, mit Medikamenten und daniela.bussmann@palliativ-zug.ch
anderen Mitteln? Was ist wichtig bei der Die Anmeldungen werden nach Eingang be-
Pflege? Der Schwerpunkt «Abschied neh- rücksichtigt, die Kosten tragen Palliativ Zug
men» widmet sich dem Thema Abschied und und die Landeskirchen.
18 | FOKUS Palliative Care 2021Adressen und Kontakte
Netzwerk Palliative Care
Kanton Zug
Palliativ Zug Krebsliga Zentralschweiz Spitex Kanton Zug
Informations- und Beratungsstelle Beratungsstelle Zug Fachbereich Palliative Care
Sumpfstrasse 26 Alpenstrasse 14 Neuhofstrasse 21
Postfach 6300 Zug 6340 Baar
6302 Zug Telefon 041 720 20 45 Telefon 041 729 29 29
Telefon 041 748 42 61 info@krebsliga.info pallcare@spitexzug.ch
info@palliativ-zug.ch www.krebsliga.info www.spitexzug.ch
www.palliativ-zug.ch
Alzheimer Zug Zuger Kantonsspital AG Spital Affoltern
Geschäfts- und Beratungsstelle Landhausstrasse 11 Sonnenbergstrasse 27
Gotthardstrasse 30 6340 Baar 8910 Affoltern am Albis
6300 Zug Telefon 041 399 11 11 Telefon 044 714 38 11
Telefon 041 760 05 60 info@zgks.ch palliative@spitalaffoltern.ch
info.zug@alz.ch www.zgks.ch www.spitalaffoltern.ch
www.alz.ch/zg
Schweizerisches Rotes Kreuz Hospiz Zug Pro Senectute Kanton Zug
Kantonalverband Zug Lorzeninsel 5 Aegeristrasse 52
Entlastungsdienst für pflegende Angehörige 6332 Hagendorn 6300 Zug
Langgasse 47a Telefon 079 324 64 46 Telefon 041 727 50 50
6340 Baar leitstelle@hospiz-zug.ch info@zg.prosenectute.ch
Telefon 041 710 59 45 www.hospiz-zug.ch www.zg.prosenectute.ch
entlastungsdienst@srk-zug.ch
www.srk-zug.ch
Ökumenische Seelsorge
Palliative Care Zug
Roland Wermuth
Koordination Seelsorge
Zuger Kantonsspital Hospiz Zentralschweiz
Landhausstrasse 11 Gasshofstrasse 18
6340 Baar 6014 Luzern
Telefon 076 296 76 96 Tel. 041 259 91 91
seelsorge@palliativ-zug.ch www.hospiz-zentralschweiz.ch
www.seelsorge.palliativ-zug.ch
FOKUS Palliative Care 2021| 19Danke
Ein herzliches Dankeschön
unseren Sponsoren
Zentrum Dreilinden Ärzte-Gesellschaft des Kantons Zug Siemens Schweiz AG
Postfach 91 Baarerstrasse 2 Smart Infrastructure
Waldeggstrasse 15 6300 Zug Global Headquarters
6343 Rotkreuz Telefon 041 750 43 21 Theilerstrasse 1a
Telefon 041 790 34 64 E-Mail agzg@hin.ch 6300 Zug, Switzerland
www.zentrum-dreilinden.ch www.siemens.com
life festival gmbh SHI Homöopathische Praxis RISI AG / Seegesellschaften
Beerdigungsplanung zu Lebzeiten Steinhauserstrasse 51 Knonauerstrasse 400
Sumpfstrasse 26 6300 Zug CH-6330 Cham
Postfach Telefon 041 748 21 71 Telefon 041 766 99 99
6302 Zug 24 Stunden homöopathischer Notfalldienst:
Telefon 041 530 15 78 Telefon 041 748 21 70
Mobile 079 294 32 40 E-Mail praxis@shi.ch
E-Mail av@lifefestival.ch www.shi.ch
www.lifefestival.ch
Öffentliche Veranstaltungen des
Vereins Palliativ Zug für 2021
7. April «Altersmedizin: Zwischen Anti-Ageing und Palliative Care» Alle Veranstaltungen finden jeweils
Dr. med. Roland Kunz, Facharzt Geriatrie und Palliative Care entsprechend der BAG-Vorgaben statt.
(Vortrag) Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte
29. Mai Letzte Hilfe (Kurs) informieren Sie sich über die Durch-
10. Juni «A look on death across time and cultures – the funerals of führung vorab auf unserer Website.
the Yanomami tribe» Cris Violatti, Autor (Vortrag in Englisch)
19. Juni MARKT Zug – Präsentation mit Netzwerkpartnern Veranstaltungen für Fachpersonen
Palliativ Zug finden Sie auf der Website unter
* GV und Vortrag werden verschoben www.palliativ-zug.ch/veranstaltun-
9. Oktober «Das Ende ist mein Anfang» mit Bruno Ganz gen/allgemein
Filmvorführung anlässlich des Welt-Palliative-und Hospiz-Tages
14. November «Endlichkeit – Das Leben zelebrieren» (Musik und Worte)
* das Datum wird termingerecht kommuniziertSie können auch lesen