PFIFF FVN-Schiri-Masters - Schiedsrichterinformationen Kreis Essen - Schiedsrichter im Kreis Essen

 
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                                    Schiedsrichterinformationen Kreis Essen

                                               FVN-Schiri-Masters
                                               Schiedsrichter des Jahres:
                                               Bernd Hirsch

                                               Coachingzone

                                               Ein Schiedsrichter auf Weltreise

Heft 59, Februar 2019
PFIFF FVN-Schiri-Masters - Schiedsrichterinformationen Kreis Essen - Schiedsrichter im Kreis Essen
Schiedsrichter Neulingslehrgang
Sportschule Wedau
Friedrich-Alfred-Straße 15
47055 Duisburg

16. April bis 18. April 2019

Anmeldung unter:
www.werdeschiedsrichter.de

       Triff die richtige Entscheidung.
              Werde Schiedsrichter!
PFIFF FVN-Schiri-Masters - Schiedsrichterinformationen Kreis Essen - Schiedsrichter im Kreis Essen
INHALT                                          Heft 59, Februar 2019

 4   Hallo, hier spricht Pfiff!

 5   Der Obmann hat das Wort

 6   Masters 2019

10   „Ohne Sport gehe ich kaputt“

13   Der Auschuss wird neu gewählt

14   Als Schiri um die Welt

18   Der Schiedsrichter in Stresssituationen

22   Coachingzone - Es geht auch ohne Schiri

24   Schiri, Feierabend!

26   Blick auf die Internetseite

28   WhatsApp für die Landesliga

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     Impressum

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PFIFF FVN-Schiri-Masters - Schiedsrichterinformationen Kreis Essen - Schiedsrichter im Kreis Essen
Hallo, hier spricht
    PFIFF!
Zum zweiten Mal melden wir uns in neuem Erscheinungsbild und mit neuem Kon-
zept. In der letzten Ausgabe haben wir Euch an dieser Stelle erklärt, warum die
PFIFF, die wir in einem Beitrag für die Verbandszeitschrift ReFVN auch als „Alte
Lady“ bezeichnet haben, in Zeiten des Internets eben doch nicht überflüssig ge-
worden ist.

Jetzt wisst ihr also, was die PFIFF ist. Aber eine Zeitschrift ist immer nur so gut,
wie ihre
Geschichten und die Autoren dahinter. Und deshalb wollen wir an dieser Stelle
auch mal einige Worte über das neue Team der Pfiff verlieren. Justin Kersten bei-
spielsweise ist recht frisch bei der PFIFF. Er nimmt uns mit auf eine kleine Weltreise.
Dänemark, Oslo, Singapur: Justin pfeift in aller Welt und erklärt uns, wie das geht –
auch ohne FIFA-Schiedsrichter zu sein. Auch seit kurzem mit im Team ist Alexander
Paßerah. Er berichtet vom diesjährigen Masters und einer ganz besonderen Geste
aus Wuppertal. Fabian Meißner hingegen ist ein Pfiff-Urgestein. Für die PFIFF hat
er mit Schiri des Jahres Bernd Hirsch auch darüber gesprochen, wie er sich nach
seinem schweren Verkehrsunfall wieder zurück auf den Fußballplatz gekämpft hat.

Falls Ihr euch außerdem fragt, wo genau die Nachspielzeit herkommt, oder was auf
dem bald anstehenden Kreisschiedsrichter-Tag passiert: Auch hierfür gibt es die
Antworten in der aktuellen PFIFF. In der Coachingzone erzählt Niklas Kastor Anek-
doten aus der E-Jugend, und auch der Obmann kommt wieder zu Wort.

Und wie immer gilt: Wer noch Ideen oder Denkanstöße hat: Bitte immer her damit!
pfiff@sr-essen.de

Eure PFIFF

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PFIFF FVN-Schiri-Masters - Schiedsrichterinformationen Kreis Essen - Schiedsrichter im Kreis Essen
Der Obmann hat
        das Wort!
    Liebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter,

    ich hoffe, dass alle die besinnlichen Tage im Kreise Ihrer Familie genießen konnten
    und mit vollem Elan in das Jahr 2019 gestartet sind. Das Jahr 2018 ist schon wieder
    ein Monat alt und alle erwarten sehnsüchtig den Start nach der Winterpause. Dass
    diese eigentlich gar keine Pause mehr ist, wissen wir alle nur zu Gut.

    Der Januar im Kreis stand wieder ganz im Zeichen der Essener Hallenstadtmeis-
    terschaft. Gut vorbereitet, nach der speziellen Hallenschulung im Dezember für die
    nominierten Schiedsrichter, konnte man überwiegend gute Leistungen beobachten
    mit denen wir im KSA sehr zufrieden waren. Außerdem fand im Januar das traditio-
    nelle Schiedsrichter-Hallenmasters in Solingen statt. Die Verantwortlichen des KSA
    im Kreis Solingen haben mit einer großen Helferschar ein wunderbares Wochenen-
    de organisiert. Auf der PlayersNight konnten, ebenso an beiden Turniertagen, Er-
    fahrungen mit anderen Kreisen ausgetauscht sowie Freundschaften geknüpft oder
    vertieft werden. Wieder einmal zeigte sich, wie wertvoll dieses Event in unserer
    Schiedsrichterfamilie ist und wir freuen uns schon jetzt auf das Jahr 2020.

    In den kommenden Monaten stellen die Weichen für die neue Saison 2019/20 an.
    Ich wünsche allen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden und drücke dafür die
    Daumen. Auch die Wahlen im März werfen bereits ihre Schatten voraus. Hier hoffe
    ich, dass ich viele von Euch auf dem Kreis-Schiedsrichter-Tag persönlich begrüßen
    darf.

    Für die Rückrunde wünsche ich allen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern viel
    Erfolg und gute Entscheidungen.

    Torsten Schwerdtfeger, Kreisschiedsrichterobmann

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Masters 2019
        Januar ist Masters-Zeit. Alexander Paßerah war am zwei-
        ten Januarwochenende in der Klingenhalle Solingen mit
        als Fan dabei und hat die Essener Mannschaft bis zum 5.
        Platz begleitet.

Unser Kreis, der bei der 31. Ausgabe von    Oberhausen/Bottrop. Während die Hin-
Stephan Menze trainiert wurde, reiste       termannschaft gut stand und nur weni-
schon samstags früh an. Während die         ge Chancen für die Gegner zuließ, die
Spieler alle mit dem Auto anreisten, um     alle glänzend durch unseren Keeper
sich gründlich auf das erste Spiel vor-     Nico Schakowski pariert wurden, konn-
zubereiten, reisten die „Ultras 12“ – der   te man im Angriff leider nicht die ein
Fanclub der Essener Schirimannschaft,       oder andere Großchance nutzen und das
wie jedes Jahr, mit Bus und Bahn an.        Ergebnis lautete am Ende 0:0.
Dabei wurde sich bei launiger Musik         90 Minuten später hieß der Gegner Kle-
eingestimmt und das Team auf dem            ve/Geldern. Auch in diesem Spiel über-
Hallenboden nach vorne zu schreien.         zeugte wieder unsere komplette Hinter-
Um 10.24 Uhr wurde es zum ersten Mal        mannschaft. Fans und Spieler konnten
ernst: Ruhrpottderby gegen den Kreis        nach Abpfiff den ersten Sieg bejubeln,

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nachdem Alex Portnov zum 1:0 End-          für eine kleine Kneipentour durch Solin-
stand traf.                                gen.
Nach einer längeren Pause, traten die      Am nächsten Morgen hieß es dann Ta-
Essener im dritten Gruppenspiel gegen      sche packen, frühstücken und zurück
den langjährigen Rivalen aus Kreis Du-     in die Halle zum nächsten und letzten
isburg/Mülheim/Dinslaken an. Wie auch      Gruppenspiel unseres Teams – und das
in den vergangenen Jahren, tat sich        schon um halb elf morgens.
die Mannschaft gegen diesen Gegner
schwer, aber unser Keeper Nico Scha-         Besondere Geste aus
kowski überzeugte mit einer Glanzpa-         Wuppertal
rade nach der anderen und zeigte so
eine starke Bewerbung um den Preis         Beim Ankick im Spiel gegen Kreis Wup-
des besten Keepers des Turniers. In ei-    pertal/Niederberg hätte eigentlich unser
ner sehr ausgeglichenen Partie konnten     Gegner mit Leibchen spielen müssen.
wir uns am Ende, vielleicht auch etwas
glücklich, mit 1:0 durchsetzen. Tor-
schütze war Tobias Stemmer.

  Fans und Freunde

Unser letztes Spiel des Tages war gegen
Rees/Bocholt, welches für die Fans ein
besonderes Spiel war, da unsere Ultras
seit einigen Jahren eine Fanfreund-
schaft mit Rees/Bocholt aufbauten und
diese Freundschaft dieses Jahr mit ei-
nem Banner vorm gemeinsamen Block
feierten. Im Spiel überzeugten wir dann
die komplette Spielzeit und konnten
durch Tore von Dominik Meithner und
Alex Portnov mit 2:0 gewinnen.
Somit schloss man den ersten Turnier-
tag als Gruppenerster mit 10 Punkten       Wir übernahmen diese Aufgabe aber:
und 0 (!!!) Gegentoren ab.                 Bei diesem Turnier liefen die Wupepr-
Nun ging es zum Hotel, wo man sich         taler in einem besonderen Trikot zu Ge-
kurz für die anschließende Players Night   denken an den vor kurzer Zeit verstor-
in der Alten Schloßfabrik fertig machte,   benen KSO Wolfgang Vaak, auf.
an der alle Spieler, Schiedsrichter und    Zur Partie kann man leider nicht viel
Zuschauer teilnahmen.                      sagen, da auf beiden Seiten eher Stand-
Bei leckerem Essen vom Buffet, dem ein     fußball ohne richtige Torchancen ge-
oder anderen Kaltgetränk und einem         spielt wurde. Somit lautete auch der
gelungenen Programm wurde bis tief         Endstand verdientermaßen 0:0.
in die Nacht gefeiert. Während nach der    Trotz dieses Remis reichte es zu einem
Players Night die einen den Weg ins Ho-    deutlichen Gruppensieg in der Gruppe A
tel suchten, zog der andere Teil weiter    – bis dahin immer noch ohne Gegentor.

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Um 13.18 Uhr war schließlich unser
Team wieder am Ball. Im Viertelfinale
traf man auf den Viertplatzierten der
Gruppe B, Kreis Düsseldorf. In diesem
Spiel konnten wir von Minute eins an
das Spiel dominieren, aber schafften es
nicht den Ball im gegnerischen Tor un-
terzubringen und es passierte schließ-
lich wie es passierte musste.
Einen Querpass der Düsseldorfer fälsch-
te Justin Igbinosum unterhaltbar für       verletzte, dass das Turnier erst einmal
Nico Schakowski ins eigene Gehäuse         unterbrochen werden musste bis er ins
zum 0:1 Endstand ab. Der Traum vom         Krankenhaus gebracht wurde. An dieser
ersten Masterssieg als „Kreis Essen“ war   Stelle gute Besserung und eine schnelle
damit leider beendet.                      Genesung an Jannis Pawlowsky.
                                           Im Spiel um Platz 5 traf man nun wieder
    Gute Besserung nach                    auf unsere Freunde aus Rees/Bocholt,
    Düsseldorf                             die auch diesmal wieder besiegt werden
                                           konnten. Diesmal allerdings „nur“ mit 1:0
Während man nun wieder eine länge-         durch ein Tor von Andre Tielmann.
re Pause bis zum Spiel um Platz 5 hatte,   Am Ende des langen Wochenendes in
schaute man sich die übrigen Spiele in     Solingen sicherte sich der Kreis Ober-
der Halle an. Dort mussten die Zuschau-    hausen/Bottrop den Turniersieg durch
er im ersten Halbfinale zwischen Düs-      ein 2:0 Sieg im Finale gegen Kreis Rem-
seldorf und Oberhausen/Bottrop leider      scheid. Es folgte die Siegerehrung, wo
mit ansehen, wie sich ein Düsseldorfer     wir trotz der bitteren Viertelfinalnieder-
Spieler bei einem Pressball so schwer      lage, den Pokal für einen guten 5. Platz
                                           erhielten. Dieser Pokal ist allerdings im
                                           Rudi Assauer-Style auf der anschließen-
                                           den Rückfahrt im Zug im Gepäck leicht
                                           lädiert in Essen angekommen.
                                           Nun heißt es nächstes Jahr beim Masters
                                           2020 im Kreis Grevenbroich/Neuss neu
                                           angreifen und den ersten Masterssieg
                                           für den „Gesamtkreis“ Essen zu holen.

                                           Es traten für den Kreis Essen an:

                                           Adrian Fuhrmann, Justin Igbinosun,
                                           Wassim Jaouhar, Dominik Meithner, Al-
                                           exander Portnov, Normann Rossow, Nico
                                           Schakowski, Eric Schweers, Christian
                                           Schwerdtfeger, Tobias Stemmer, Andre
                                           Tielmann, Stephan Menze (Trainer) und
                                           Michael Müller (Betreuer)

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Dabeisein
ist einfach.

                      Wenn der Finanzpartner ein
                      Teamplayer ist und sich für
                      große und kleine Sportler
                      stark macht.

 sparkasse-essen.de            S Sparkasse Essen
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„Ohne Sport gehe ich kaputt“

        Bernd Hirsch ist der Schiedsrichter des Jahres. Fabian
        Meißner spricht mit ihm über die Auszeichnung, seinen
        schweren Motorradunfall und seine Karriere.

Herzlichen Glückwunsch zur Aus-           seinen Einsatz in dieser Form bedacht
zeichnung „Schiedsrichter des Jah-        wird.
res“ 2019! Was bedeutet sie für Dich?     Ich wurde vom Kreis ja persönlich zum
Und was hast Du an dem Schulungs-         Schulungssabend eingeladen, da ich
abend gedacht? Vielen Dank! Ich war       für 15 Jahre Schiedsrichterzugehörig-
sehr überrascht und habe mich sehr        keit geehrt werden sollte. Dass ich dann
gefreut, dass ich diese Auszeichnung      auch noch Schiedsrichter des Jahres
erhalte. Ich fühle mich geehrt, von den   werde – damit hätte ich nie gerechnet.
Kollegen bzw. vom KSO zum Schieds-        Deshalb ist und war meine Freude dann
richter des Jahres ernannt worden zu      doppelt so groß.
sein. Ich finde es toll, wenn man für     w

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ich direkt ein weiteres Spiel, B-Junio-
                                            ren TuSEM gegen Adler Union Frintrop,
                                            Ergebnis 3:2. Ich war sehr erleichtert,
                                            wieder pfeifen zu können und über den
                                            Platz zu flitzen.
                                            Was hast Du während deiner Zwangs-
                                            pause an der Schiedsrichterei am
                                            meisten vermisst? Ich konnte ja zu
                                            Beginn nicht laufen und deshalb auch
                                            nicht zu den Schulungsabenden gehen,
                                            das habe ich sehr vermisst. Dass ich
                                            einfach nicht auf den Platz konnte, hat
                                            mir gefehlt. In dieser Zeit hat mich Siggi
                                            Bayer besucht und mir auch die Grüße
                                            der Vereinigung überbracht. Ich habe
                                            dann später versucht, mich auf dem
                                            Fahrrad fit zu machen, insbesondere
                                            das Knie und das Fußgelenk.
Du hattest vor ungefähr zweieinhalb         Ich muss ehrlich sagen, dass ich ohne
Jahren einen schweren Motorradun-           Sport kaputt gehe. Mein Vater sagte im-
fall. Wie geht es Dir heute? Der Unfall     mer – um einen bekannten Spruch zu
ereignete sich am 13. Juli 2016 um ca.      zitieren: Wer rastet, der rostet.
14.35 Uhr. Dieses Datum werde ich nie       Nun kann ich mein Hobby wieder voll
vergessen.                                  ausführen, ich pfeife, gehe zu den
Die Schulter ist gut verheilt, meine lin-   Schulungsabenden und nehme auch
ke Hand und das linke Schienbein ha-        gerne an den Veranstaltungen unseres
ben noch Operationsspuren. Insgesamt        Kreises teil, zum Beispiel an der Fahr-
bin ich nicht mehr ganz so schnell wie      radtour.
früher, einige Einschränkungen sind         Was hat Dich vor 15 Jahren bewogen,
also noch vorhanden. Dadurch, dass ich      Schiedsrichter zu werden? Mein Sohn
mich mit Sport immer fitgehalten habe,      spielte damals Fußball in der Jugend.
sind diese Einschränkungen aber nicht       Ich habe damals unheimlich viel über
so groß. Ich fahre zum Beispiel viel        die Schiedsrichter gemeckert. Irgend-
Fahrrad oder sitze auf dem Ergometer.       wann wurde es dem Trainer zu bunt
Allerdings habe ich nach dem Unfall         und er schlug mir vor, es mal selbst
anderthalb Jahre lang nicht gepfiffen.      zu versuchen: „Da bist Du dann allein,
Welches war Dein erstes Spiel nach          mach das mal!“ Ich sagte ihm, er sol-
dieser langen Pause? Oh, da kann ich        le mich anmelden, dann würde ich ein
mal eben nachgucken, ich habe jedes         Spiel pfeifen. Als er das nach einer ge-
Spiel meiner Laufbahn dokumentiert.         wissen Zeit nicht gemacht hatte, mel-
Mein erstes Spiel nach dem Unfall habe      dete ich mich kurzerhand zum nächsten
ich am 13. Januar 2018 gepfiffen, die       Neulingslehrgang an und legte im Ok-
B-Juniorinnen von Schonnebeck gegen         tober 2003 meine Prüfung ab. Bis dahin
Bayer Uerdingen am Schetters Busch.         habe ich noch viel Tennis gespielt, das
Ergebnis 10:3. Am 14. Januar hatte          hörte dann auf.

                                                                                   11
Mein erstes Spiel war ein Jugendspiel in    Anruf vom damaligen Ansetzer Michael
Kray. Ich fand alle so frech, das kann-     Krutz. Ich ging also ran und unterhielt
te ich so gar nicht! Nach diesem Spiel      mich mit Michael. Wie gesagt, WÄH-
wollte ich direkt wieder aufhören. Aber     REND ich die Partie leitete! Ich behielt
meine Frau hielt mich davon ab und          das Spiel im Blick und gab hier und
sagte, ich müsste da jetzt dranbleiben      da einige Kommandos. Nach einigen
und weitermachen. Eine gute Entschei-       Minuten fragte Michael mich dann, ob
dung…                                       ich gerade ein Spiel leiten würde. Ich
Was zeichnet Dich als Schiedsrichter        antwortete: „Natürlich, Du hast mich
aus? Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich       ja schließlich selbst dafür angesetzt!“
bin „Papa Gnädig“. Die Roten Karten         Dann war das Gespräch beendet…
in meiner Karriere kann ich an beiden       Ein Spiel ist mir auch in besonderer Er-
Händen abzählen. Auch wenn ich zufäl-       innerung geblieben: Winfried Kray II
ligerweise in meinem letzten Spiel eine     gegen Werden in der Kreisliga C. End-
Rote Karte gegeben habe, wegen einer        ergebnis: 40:1 für Werden. Ich wusste
üblen Grätsche. Ich weiß, dass ich in der   nicht mehr, wo ich Tore noch aufschrei-
ein oder anderen Situation härter sein      ben sollte. Was total positiv war: Das
müsste, daran werde ich noch arbeiten.      Spiel blieb fair und Kray hat bis zum
Welche Momente in Deiner bisheri-           Ende durchgespielt, es gab keinerlei
gen Laufbahn waren prägend? Jetzt           Häme vom Gegner.
kommt eine Geschichte, die die alten        Zum Schluss: Was möchtest Du unse-
Zwölfer (gemeint sind die Schiris aus       ren Jungschiedsrichtern mit auf den
dem ehemaligen Kreis 12. Anm. d. Red.)      Weg geben? Lasst euch nicht beirren,
sich noch heute erzählen und mit der        bleibt eurem Stil treu, aber versucht
ich lange aufgezogen wurde.                 dabei auch, euch zu verbessern. Lasst
Während eines Spiels bei einem Turnier      euch nicht durch Zuschauer und äußere
am Langmannskamp erhielt ich einen          Einflüsse vom Weg abbringen.

12
Der Kreis-Schiedsrichter-
   Ausschuss wird neu
   gewählt

Wer wird gewählt?                          Wann wird gewählt?
Zur Wahl stehen an diesem Tag der          Am 6. März um 19:30 Uhr steht der
Kreis-Schiedsrichter-Obmann,         der   Kreis-Schiedsrichter-Tag im ChorForum
Jung-Schiedsrichter-Referent und bis       an der Fischerstraße an.
zu drei Beisitzer. Diese bilden dann den
Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss (KSA)       Wer darf wählen?
für die kommende Wahlperiode, die          Stimmberechtigt sind an diesem Tag
wieder drei Jahre dauern wird.             alle derzeit aktiven Schiedsrichter un-
Die beiden Lehrwarte werden durch          seres Kreises.
den neuen Kreis-Schiedsrichter-Aus-
schuss berufen und vorgestellt.            Wie wird gewählt?
                                           In der Regel werden die einzelnen Wah-
Was passiert mit dem Ergebnis?             len offen durchgeführt. Eine geheime
Es handelt sich um eine Vorschlags-        Abstimmung ist aber selbstverständlich
wahl: Das Ergebnis muss auf dem Kreis-     auch möglich, wenn dies von den An-
tag präsentiert und von dann von den       wesenden gewünscht wird.
Essener Vereinen bestätigt werden.

                                                                               13
Als Schiri um die Welt

        International Spiele pfeifen. Dafür muss man nicht
        ­FIFA-Schiri werden. Justin Kersten erzählt von seinen Ein-
         sätzen bei ­internationalen Jugendturnieren.

02.11 Uhr. Ich sitze mit Knut Hagenow      sonders gerne im Ausland pfeife und ob
und Michael Wachowiak in Ho-Chi-           es sich finanziell lohnt. Kurz und knapp:
Minh Citys Sunland Hotel in der Skybar,    es gibt Erfahrung, einen sozialen An-
welche sich auf der 15. Etage befindet     schlusspunkt im Ausland und nein, fi-
und denke bei einem kühlen Gin Tonic       nanziell lohnt es sich nicht wirklich.
über die vergangenen zwei Wochen           Wieso bin ich trotzdem von der Faszi-
nach. Was für eine Zeit. Aber zuerst al-   nation „Als Schiri in der Welt“ ergriffen
les auf Anfang…                            und fahre jährlich auf mindestens drei
Ich werde häufig gefragt, wieso ich be-    Turniere ins Ausland?

14
Stolz über meine neue Errungenschaft
gehe ich am 3. April 2015 mit meinem
Gepäck die letzte Treppe der Sportschu-
le Wedau herunter. Mein Vater wartet
auf mich – der Hauptgrund, wieso ich
mich auf „werde-schiedsrichter.de“
eingetragen und nun meinen Schieds-
richterschein gemacht habe. Er ist auch
Schiedsrichter und schwärmt seit Jah-
ren von seinem Hobby. Die Euphorie
steigt ins unermessliche, besonders,
weil ich zusammen mit meinem Vater
einen Monat später nach Nørhalne, Dä-
nemark fahren sollte. Und das wegen
eines Zufalls: Mein zweites, wichtigeres
D-Jugendspiel bei SUS Haarzopf steht
auf dem Programm, ich bin sichtlich
nervös. Mein Beobachter: Patric, Orga-
nisator des Turniers. Mein Vater und ich
haben uns vorher schon mit ihm unter-        eingeladen, an welchem ich allerdings
halten und es waren spontan zwei Plät-       erst ein Jahr später teilnehmen sollte.
ze für den Nørhalne-Cup frei geworden.
Diese Beobachtung war maßgeblich die         Der Norway Cup ist das größte inter-
Entscheidung, ob ich als frischgebacke-      nationale Jugendturnier der Welt. Hier
ner Schiedsrichter reif genug für den        eröffnet sich für mich vor allem die
Auslandseinsatz bin…                         Möglichkeit im Gespann Spiele zu leiten
                                             und aus Fehlern zu lernen. 2016 war
  Von Haarzopf nach                          es dann so weit, ich fliege mit Kollegen
  Dänemark                                   von Düsseldorf nach Oslo-Gardermoen.
                                             Voller Aufregung und tiefer Erwartung
Viele unbekannte Gesichter sind bei der      geht es in den Flieger – den Rest der
Fahrt im Mai dabei, welche sich aber in      Truppe treffen wir in Oslo, da diese mit
den nächsten fünf Tagen als gute Paten       der Fähre von Frederikshavn nach Oslo
und sehr angenehme Menschen her-             fahren. Auch hier schlafen wir in einer
auskristallisieren sollen. Die Integration   zum Domizil umfunktionierten Schule,
in die Gruppe hätte nicht besser laufen      welche sehr zentral und somit optimal
können. Im ersten Jahr pfeife ich nur        zwischen allen Spielorten liegt. Jeden
Kleinfeldspiele, welche unter der Beob-      Morgen fährt uns ein Taxi zu den ent-
achtung einiger Schiedsrichter aus un-       fernteren Spielorten und nach den Spie-
seren Reihen solide absolviert werden.       len auch wieder zurück zur Schule.
Jeden Abend werden bei einem Kaltge-
tränk die Erfahrungen ausgetauscht und         Neue Erfahrungen in Oslo
mir werden Tipps gegeben. Nach und
nach fühle ich mich immer wohler und         Die Mentalität gefällt mir, besonders
werde auch zum Norway Cup im August          von den Spielern und Trainern, die aus

                                                                                  15
aller Welt anreisen. Auch hier finde        2017 mit nach Singapur zu kommen.
ich schnell Anschluss bei den anderen       Aufgrund der Hitze und extremen Luft-
Schiedsrichtern, besonders bei den nie-     feuchtigkeit kommt nicht jeder in Frage,
derländischen und belgischen Kollegen       er traut mir dies jedoch zu. Nach der Ab-
– die anderen Essener Kollegen kannte       sprache mit meinen Eltern war es dann
ich ja bereits vom Nørhalne-Cup.            soweit. Mein erstes Turnier außerhalb
Kurz nach dem Norway-Cup kam von            von Europa.
den niederländischen und belgischen
Kollegen*innen die Anfrage für den            Hitze in Singapur
S.O.T Cup in Antwerpen bei KFCO Beer-
schot-Wilrijk. Es gilt als Elite-Turnier,   In Singapur angekommen hatte ich die
da hier nur die U19-Mannschaften            Ehre mir mit Codrin Giani Pop, ein gebür-
belgischer und niederländischer Erstli-     tiger Rumäne, welcher in Großbritannien
gaclubs teilnehmen. Die Spiele waren        lebt, ein Zimmer zu teilen. Ehrlich gesagt
auf einem überdurchschnittlichen Ni-        war ich vorher skeptisch, da er ein paar
veau und mit einem vierten Offiziellen,     Jahre älter ist als ich (knapp 25 Jahre um
welcher Fairness-Punkte vergab. Das         genau zu sein), aber wir verstanden uns
Team mit dem höchsten Durchschnitt          auf Anhieb. Den ersten und die letzten
hat die zweitgrößte Trophäe mit nach        zwei Tage durften wir gemeinsam in ei-
Hause nehmen dürfen. Ein sehr ange-         nem Gespann verbringen, da in Singa-
nehmes und gut organisiertes Turnier.       pur alle Spiele im Gespann ausgetragen
Bei meinem dritten Nørhalne-Cup kam         werden war dies eine sehr gute Übung
Michael auf mich zu und fragte mich,        für mich. Das Teamwork funktionierte
ob ich nicht Lust hätte im November         gut, wobei es einige Unterschiede zwi-

16
schen dem deutschen und „internationa-       in Singapur war, konnte ich den bei-
len“ Schiedsrichterstil gibt. So zeigt der   den ein paar Tipps geben und noch vor
Assistent nicht nur seine „Hälfte“, son-     Start des Turniers zwei, drei Highlights
dern die komplette Auslinie an – was in      im Stadtstaat zeigen. Dieses Jahr hatte
unseren unteren Ligen noch nicht gängig      ich Mikolaj Opic aus Polen auf meinem
ist. Auch das Herunterwinken der Assis-      Zimmer. Mit ihm habe ich mich in Berlin
tenten ist Gang und Gebe, man gewöhnt        getroffen um mit der Singapore Airlines
sich schnell dran.                           Tochter „Scoot“ direkt nach Südostasi-
                                             en zu fliegen. Das Turnier gab dennoch
   Beleidigungen auf                         wenig her, spielerisch war es etwas
  ­Englisch                                  schlechter als im letzten Jahr. Ein paar
                                             bekannte Gesichter hat man dennoch
Giani und ich hatten immer ein gutes,        getroffen, so beispielsweise den Head-
ruhiges Klima im Team und konnten un-        coach von Great Oak Manor FC, welcher
sere Schiedsrichterstile gut miteinander     Michael, Knut und mich sofort erkannte.
verbinden. Aber auch das Gespann aus         Wir unterhielten und verstanden uns ge-
Michael (Dänemark), Patrick (Schweiz)        nau so gut wie im Jahr zuvor. Direkt nach
und mir beherbergte einige Überra-           dem Turnier ging es wieder in den Flie-
schungen. So musste ich bei meinem           ger. Dieses Mal mit dem Touchdown nach
letzten Spiel als Hauptschiedsrichter in     Ho-Chi-Minh City (Saigon, Vietnam), wo
einer Situation zwei rote und eine gelbe     wir die Stadt erkundeten. Am letzten Tag
Karte aussprechen. Eine gegen den Tor-       unseres wohlverdienten Urlaubs sitzen
wart, weil dieser in Kung-Fu-Manier aus      wir drei, wie fast jeden Abend, gemütlich
dem Tor rausgesprungen kam und den           in der Skybar des Sunland Hotels, essen
Gegner im Gesicht getroffen hat und eine     eine Kleinigkeit und denken bei einem
nach Meldung von Patrick (SRA1 in die-       eisgekühlten Gin Tonic an die vergange-
sem Spiel), da, während ich mich auf den     nen zwei Wochen zurück.
Torwart konzentriert habe, vor ihm eine
Tätlichkeit stattgefunden hat. Die gelbe
Karte wurde dann gegen den gefoulten
Spieler ausgesprochen, da dieser mit sei-
nen Fingern auf seine blutige Nase zeigte
und „Come on, ref!“ sagte. Bei ersten Mal
ermahnte ich ihn, beim zweiten Mal ver-
warnte ich ihn. Alle waren zufrieden, bis
auf den Heimtrainer, welcher nach dem
Spiel auf uns zukam und „German f*cking
c*nts“ und „Danish fat b*tch“ sagte. Nach
der Meldung an die Turnierleitung wur-
de dieser der Platzanlage verwiesen und
musste 500 $ Strafe zahlen.
Auch dieses Jahr war der Singa Cup das
Highlight des Jahres. Diesmal waren
mehr deutsche Kollegen dabei. Da ich
den Vorteil hatte und letztes Jahr schon

                                                                                   17
Der Schiedsrichter in
Stresssituationen
         Hunderte Entscheidungen in 90 Minuten. 80.000 Zuschau-
         er im Stadion. Finalspiel. Natürlich gibt es da Stress, oder?
         Fabian Krüger hat sich das Phänomen „Stress“ angeschaut.

     Was ist überhaupt Stress?              wegen sollte der Schiedsrichter während
                                            des gesamten Spiels aufmerksam und
„Willste Stress?“ Diese Frage hört man      konzentriert sein, um seine Entschei-
regelmäßig. Meistens werden mit die-        dungen souverän zu treffen und damit
sem Ausdruck Konsequenzen für ein           glaubhaft zu wirken.
bestimmtes Verhalten angedroht. Aber        Wie der Schiedsrichter auf die herr-
was ist Stress eigentlich? Für einige ist   schenden Stressoren reagiert, hängt von
es der prall gefüllte Terminkalender, für   der Verarbeitung dieser ab. Je effektiver
den nächsten der Disput zwischen ei-        der Schiedsrichter einen Stressor verar-
nem Freund und der eigenen Wenigkeit        beiten kann, desto gedämpfter fällt die
und für den übernächsten ein Tabasco-       folgende Stressreaktion aus. Das bedeu-
Schnaps in der Kneipe in der Düsseldor-     tet jedoch nicht, dass Stress sich jedes
fer Altstadt.                               Mal negativ auswirken muss. Vielmehr
Allgemein ist Stress als „erhöhte Bean-     kann ein bestimmtes Stresslevel das
spruchung, Belastung physischer oder        Leistungsvermögen steigern und fördern.
psychischer Art“ (Definition nach Du-
den) definiert. Aber was hat das mit der      Stress vermeiden...
Schiedsrichterei zu tun?                      ...schon vor der Anreise

     Stressfaktoren auf dem                 Damit Stresssituationen schon vor dem
     Platz                                  Anpfiff vermeiden werden können, ist es
                                            ratsam, eine genaue Spielvorbereitung
Als Schiedsrichter ist man auf dem Platz    einzuhalten. Dazu gehört unter anderem
konstant verschiedenen Stressfaktoren,      das frühzeitige Packen der Tasche, um
sogenannten „Stressoren“ ausgesetzt.        zu vermeiden, dass man am Morgen vor
Sei es die Bedeutung oder der Charakter     dem Spiel feststellt, dass zum Beispiel
des Spiels oder verschiedene Einflüsse      Trikots fehlen oder die Batterie der Uhr
von außerhalb. Das können auch Zu-          leer ist. Bei Spielen mit Gespann sollte
schauer oder das schlechte Wetter sein.     der Schiedsrichter frühzeitig Kontakt
Strafstöße und Feldverweise können in       mit seinen Assistenten aufnehmen, um
manchen spielen genauso ein Stressor        Absprachen bezüglich Anreise und Tri-
sein, wie ein Einwurf im Mittelfelf. Des-   kotwahl zu treffen.

18
Eine sorgfältig geplante Anreise zum       Spielunterbrechungen
Spiel ist ebenfalls ratsam- wie oft pas-   Die wichtigste Technik, um Stresssi-
siert es, dass der Zug ausfällt oder auf   tuationen auf dem Platz zu vermeiden,
einmal die Autobahngesperrt ist und        ist sämtliche Spielunterbrechungen
man hat keine Ersatzroute parat?           taktisch clever zu nutzen. In jeder
                                           Unterbrechung ergibt sich ein kurzer
  Stress vermeiden...                      Moment, um durchzuatmen und seine
  ...vor dem Anpfiff                       Gedanken neu zu ordnen.

Stress vermeiden beginnt beispiels-        Unübersichtliche Situationen
weise mit der rechtzeitigen Ankunft am     Unübersichtliche Situationen sind
Platz- 45 Minuten vor Anstoß findet sich   eine perfekte Quelle für Stress auf
noch ausreichend Zeit für das Kontrol-     dem Platz. Daher sollte man diese am
lieren der Pässe oder die Vorbereitung     Besten durch präventives Eingreifen
der Spielnotizkarte. Auch findet sich      unterbinden. Bei einem Eckball oder
Zeit, um mit den Verantwortlichen der      einem Freistoß in Tornähe kann es
Teams kurz ins Gespräch zu kommen,         schnell zu solchen Szenen kommen.
das hilft auch später bei der Kommuni-     Erkennt der Schiedsrichter bereits vor
kation auf dem Platz. Kommt der Schiri     der Ausführung, dass sich zwei Spie-
später, kommt auch die Hektik früher.      ler gegenseitig übermäßig bedrängen,
Das merken alle Beteiligten auf dem        sollte er die Ausführung unterbinden
Platz.                                     und die Spieler auf ihr Verhalten und
                                           die möglichen Konsequenzen hinwei-
  Stress vermeiden...                      sen. Der Ball wird erst freigegeben,
  ...auf dem Platz                         wenn die Situation gelöst wurde.

                                                                              19
Diskussionen auf dem Spielfeld                 hilft es nur noch, die Situation abzuha-
Ein Pfiff, das Zeigen in Richtung Straf-       ken und das Spiel weiterzuführen. Eine
stoßmarke und der Griff in die hintere         weitere Fehlentscheidung als „Gerech-
rechte Hosentasche – Diskussionen sind         tigkeitsausgleich“ sollte unterbleiben.
hier vorprogrammiert. Besonders dann,
wenn sich eine Spielertraube um den            Allgemeine Tipps
Schiedsrichter bildet, wird klar: Kann         Entscheidungen wirken authentischer,
der Schiedsrichter diese Stresssituation       wenn sie aus der Nähe zum Spielge-
nicht lösen, ist das Spiel verloren.           schehen getroffen werden. Daher sollte
In diesen Situationen muss der Schieds-        jeder Schiedsrichter ein der Spielklasse
richter in jedem Fall den Überblick be-        angepasstes Ausdauerlevel vorweisen
halten und Ruhe ausstrahlen. Wichtig           können, welches durch ein regelmäßi-
ist auch, dass die Entscheidung nicht          ges Lauftraining kontinuierlich verbes-
aufgrund von Spielerprotesten geän-            sert werden kann.
dert wird, da hierdurch die Autorität          Das Lauftraining neben dem Platz be-
des Spielleiters gänzlich verloren geht.       wirkt außerdem, dass sich der Schieds-
Begibt sich der Schiedsrichter, statt auf      richter während des Spiels nicht auf das
die Diskussionen einzugehen, direkt auf        Laufen konzentrieren muss - er kann
seine Position, von welcher er das Spiel       sich voll und ganz dem Spielgeschehen
fortsetzen möchte, löst er ebenfalls ei-       widmen. So verschafft er sich einen
nen Großteil der Spannungen auf.               Überblick über das Spielgeschehen und
                                               vermeidet so Stresssituationen, die auf
Proteste von der Trainerbank                   den fehlenden Durchblick des Schieds-
Der Verweis eines Trainers aus dem In-         richters zurückzuführen sind.
nenraum bedeutet ebenfalls ein erhöh-
tes Stresslevel. Hilfreich ist es, den Trai-     Stress vermeiden...
ner nicht direkt beim ersten kleineren           ...nach dem Abpfiff
Vergehen hinter die Bande zu schicken,
sondern auch hier zunächst präventiv           Stand der Schiedsrichter negativ im
zu arbeiten. Das bedeutet, den Trainer         Blickpunkt stehen, so ist es ratsam,
beispielsweise zunächst bestimmt zu            nach dem Abpfiff sofort in die Kabine
ermahnen und eindeutig zu vermitteln,          zu gehen. Die Schiedsrichterkabine ist
dass ein weiteres Vergehen Konsequen-          der Bereich des Schiedsrichters, zu wel-
zen haben wird, Hierbei ist zu beachten,       chem keine Personen, die nicht Teil des
dass an der Seitenlinie nicht diskutiert       Schiedsrichtergespannes sind, Zutritt
wird; kurze und klare Anweisungen an           haben sollten. Und dann erst einmal
den Trainer sind angebracht (z.B.: „Ver-       runterfahren und durchatmen.
halten Sie sich ruhig“ oder „Das Spiel ist     Um etwaige Eskalationen nach dem
für Sie beendet, verlassen Sie den In-         Spiel zu vermeiden, kann der Spielbe-
nenraum“).                                     richt in bestimmten Fällen von zu Hau-
                                               se angefertigt werden. Hierüber ist der
Fehlentscheidungen                             Staffelleiter und der Ansetzer des Spiels
Auch Schiedsrichter sind Menschen und          unverzüglich in Kenntnis zu setzen.
machen entsprechend Fehler. Manch-
mal lässt sich das nicht vermeiden. Hier

20
21
COACHINGZONE

Es geht auch ohne Schiri!
        Nicht nur als Schiedsrichter gibt es viel zu erzählen. Auch
        Trainer können über viele Anekdoten berichten. In der
        Pfiff-Coachingzone bekommen sie die Möglichkeit dazu.
        Cedrik Pelka hat mit Niklas Kastor gesprochen - Trainer
        der E-Jugend der Spielvereinigung Schonnebeck 1910.

Im E-Jugendbereich gibt es die Beson-        de einfach nur Fußball spielen. Es geht
derheit, dass mit Fair-Play Regeln ge-       um Spaß und das Erlernen von Grundla-
spielt wird. Das bedeutet, dass die Spiele   gen. Die Kinder selbst gehen samstags
nicht von einem Schiedsrichter geleitet      im Normalfall auf den Platz und geben
werden, sondern die Spieler über Fouls,      ihr Bestes. Dabei kommt es seltener zu
Einwürfe und Ecken entscheiden. Erst         bewussten Unsportlichkeiten. Deshalb
wenn die Spieler sich nicht entscheiden
können, greifen die Trainer ein.
Anders kennt es Niklas Kastor - als
Spieler - aus dem Seniorenbereich, wo
die Spiele ganz gewöhnlich von einem
Unparteiischen geleitet werden. Er ist
Torwart in der Bezirksligamannschaft
der Spielvereinigung Schonnebeck.

Zwei sehr kontrastreiche Arten Fußball
zu spielen, aber beide auch mit einer
Daseinsberechtigung, hat uns Niklas
erzählt:

„Jede Art ergibt für sich einen Sinn. In
der E-Jugend wollen die Kinder im Grun-

22
tut es den Spielen gut, wenn die Kinder      gebnisse zu achten. Daher ist die Rege-
möglichst viel unter sich regeln und es      lung, dass ab der D-Jugend Schiedsrich-
so zu weniger Unterbrechungen kommt.         ter kommen, in meinen Augen sinnvoll.
Ganz anders sieht es dagegen im Se-          Ich weiß noch nicht, wie die ersten Spie-
niorenfußball aus. Hier schauen die          le meiner Kinder unter der Leitung eines
Mannschaften und auch die Vereine viel       Schiedsrichters laufen werden. Aller-
mehr auf die Resultate. Der Sieg steht       dings glaube ich, dass sie sich daran
an erster Stelle. Deswegen benötigt          erst gewöhnen müssen. In der E-Jugend
man hier einen Schiedsrichter, um den        werden - durch das Fair-Play-System -
Siegeswillen und die damit verbunde-         nur wenige Fouls geahndet. Dies wird
ne Spielart in regelkonforme Bahnen zu       sich durch einen Schiedsrichter ändern.
leiten. Damit nicht jeder alles tut, um zu   Aber sie müssen auch das ja lernen.“
gewinnen.
                                             Wenn Sie auch etwas erzählen möch-
Insgesamt habe ich beobachtet, dass die      ten: pfiff@sr-essen.de
Kinder mit zehn Jahren langsam auch
damit beginnen immer mehr auf die Er-

                                                                                   23
Schiri, Feierabend!
        Am Ende des Spiels ist der Schiedsrichter nochmals be-
        sonders gefordert. Zumindest bei knappen Spielständen.
        So viel Zeit sich die Spieler in 90 Minuten lassen, am Ende
        kommt es auf jede Sekunde an.
        Cedrik Pelka wirft einen Blick ins Regelbuch.

Wieder eine Mini-Revolution in der         schen Behandlung muss der Schieds-
Fußballwelt. Zur Saison 2019/2020          richter nachspielen lassen. Oder auch
wird der IFAB neue Regeln beschließen.     in dem Fall, wenn der Platz sehr weit-
Einige Ideen geistern schon länger in      läufig ist und die Spieler trotz Joggens
den Medien herum: Kein Nachschuss          eine gewisse Zeit brauchen, um den Ball
mehr beim Elfmeter, Gelbe und Rote         wiederzuholen. Da kann ja niemand et-
Karten für Trainer, keine Auswechslun-     was für. Das ist verloren gegangene Zeit.
gen in der Verlängerung, ein Platzver-     Auf der anderen Seite gibt es die ver-
weis für einen Stürmer, der ein Tor mit
der Hand erzielt und viele weitere Über-
legungen stehen im Raum. Was umge-
setzt wird, entscheiden die Regelhüter
im März 2019. Wir schauen in der Pfiff
aber noch nicht zu weit in die Zukunft,
sondern blicken genauer auf die aktuel-
len Fußballregeln.

Wo kommt die Nachspielzeit her?
Gerade gegen Ende der Saison gibt es
viele entscheidende Spiele. In der Meis-
terschaft und Im Pokal können Minuten
darüber entscheiden, wer eine Runde
weiterkommt, oder aus dem Pokal aus-
scheidet. Die Diskussion über die Nach-
spielzeit wird lauter.
Bei der Bemessung der Nachspielzeit
gibt es einen großen Unterschied: Das
Regelbuch unterscheidet zwischen ver-
loren gegangener Zeit und vergeudeter
Zeit.
Eine Unterbrechung wegen schlechten
Wetters, oder wegen einer medizini-

24
geudete Zeit. Wenn ein Spieler bei der                       Folgender Punkt klingt eigentlich
Auswechslung den Platz zu früh ver-                          selbstverständlich, ist er aber nicht für
lässt, oder der Torjubel zu lange dau-                          alle: Der Schiedsrichter darf nur in
ert etc., wird nur unter Beachtung                                der Halbzeit nachspielen lassen,
der Vorteilsbestimmung nachge-                                    in der auch die Zeit verloren oder
spielt. Folgender Fall als Beispiel:                             vergeudet wurde. Sollte er aus ir-
Mannschaft A führt                                                    gendeinem Grund in der ersten
1:0 und spielt                                                            Halbzeit nicht nachspielen
wiederholt auf                                                                lassen, darf er diese
Zeit. Jeder Ein-                                                                 Zeit nicht am Ende
wurf dauert dop-                                                                   der Zweiten Halb-
pelt so lang wie                                                                    zeit nachholen. In
vorher. In den                                                                        der Halbzeit über
letzten fünf Mi-                                                                       die Nachspiel-
nuten der regu-                                                                        zeit protestie-
lären Spielzeit                                                                        ren, ergibt also
schießt     aber                                                                       keinen Sinn.
Mannschaft B                                                                           Auch wenn eine
zwei Tore und                                                                         Behandlung mal
kann das Spiel                                                                       zwei      Minuten
damit drehen. Der                                                                  länger dauert und
Torjubel ist sehr kurz                                                           diese Zeit eigentlich
und das Spiel wird sehr                                                       nachgespielt     werden
schnell wieder fortgesetzt.                                               müsste, kann es sein, dass
Jetzt darf der Schiedsrichter das                                    der Schiri mal pünktlich ab-
Spiel auch nach 90 Minuten beenden                           pfeift. Und zwar dann, wenn das Spiel
(wenn es keine verloren gegangene Zeit                       beispielsweise 7:1 steht. Bei so einem
gibt).                                                       eindeutigen Spielstand kommen auch
Wie lange eine Nachspielzeit dauert,                         oft Spieler von alleine und sagen: „Ja,
entscheidet der Unparteiische ganz                           komm. Pfeif ab.“ Das macht der Unpar-
nach seinem Ermessen – es ist eine Tat-                      teiische dann auch mal.
sachen-Entscheidung! Die Nachspielzeit
darf er auch verlängern, wenn es einen
Grund dafür gibt. In keinem Fall darf er
diese aber verkürzen und eher abpfei-
fen.
                                PARTNER DFB-SCHIEDSRICHTER
                                                                                             2018/2019

Zum Schluss noch drei Erfahrungen
aus der Praxis:
Manchmal kommt einem die Zeit, die
verloren geht, viel länger vor, als sie
ist. Wenn sich der gegnerische Torwart
                                                                  Fußball-Regeln 2018/2019

dreimal etwas mehr Zeit beim Abstoß
lässt, rechtfertigt das im Normalfall
noch keine drei Minuten Nachspielzeit.                                                         www.dfb.de

                                                                                                            25
Blick auf die Internetseite
              Über etwas Neues zu berichten, ist immer spannend. Zum
              Beispiel über eine neue Internetseite. Mindestens genauso
              spannend ist es jedoch, die Webseite einmal als Chronik
              zu betrachten. Scrollt man durch die Artikel, kann man
              sich ein ziemlich genaues Bild davon machen, was in un-
              serem Kreis in der vergangenen Zeit so alles passiert ist.
              Johannes Alberts hat die Online-Chronik ausgewertet.

      Die Online-Saison begann bereits eini-    Scheer übernahm die Verantwortung
      ge Wochen bevor die ersten Pflichtspie-   für alle Liga-Spiele der Junioren, Markus
      le auf den Plätzen ausgetragen wurden.    Weber kümmert sich um alle Pokalspiele
      Wenn man es genau nimmt, gab es           und Stefan Heuer ist bei allen anderen
      sogar gar keine Online-Sommerpause.       Ansetzungen der richtige Ansprechpart-
      Denn als auf den Essener Fußballplätzen   ner (ansetzungen.sr-essen.de).
      ein bisschen Ruhe eingekehrte, ging es    Und noch ein drittes Thema ist in der
      sofort mit den üblichen Themen los, die   Sommerpause besonders wichtig: Die
      die Schiedsrichter zwischen den Sai-      Qualifikationen. Denn auch dort ändert
      sons beschäftigen: Der Vereinswechsel     sich naturgemäß zur neuen Saison eini-
      beispielsweise. Bei einem Wechsel will    ges (qualis.sr-essen.de).
      einiges beachtet werden, und auch sol-    Am 4. August fing dann der Alltag an,
      che Fragen versuchen wir natürlich auf    zurückzukehren. Und der Erste, die wie-
      der Webseite zu beantworten.              der bei Pflichtspielen an der Reihe war,
      Nach dem Jungschirimasters im Kreis       war KSO Torsten Schwerdtfeger. Beim
      Wuppertal/Niederberg gab es dann noch     Regionalliga-Spiel der U21 von Burussia
      einige organisatorische Änderungen        Mönchengladbach machte er gewisser-
      im Bereich der Ansetzungen. ­   Thibaut   maßen den Auftakt. Und wenn die Sai-
Anzeige

      26
son dann erst einmal wieder eingeläutet     Es folgte der Endspurt der Rückrunde,
ist, geht es natürlich auch sofort wieder   das Viertelfinale im Kreispokal und zu
richtig zur Sache. Englische Woche im       guter Letzt: Der Ehrungsabend. Aber
DFB-Bereich für Christian Bandurski         auch 2019 hatte die Webseite
und Sven Waschitzki, und eine Woche         schon einiges zu berichten.
später dann der Saisonstart in der Lan-     Denn die Erhöhung des
des- und Bezirksliga. Und der Saisons-      Fahrtgeldes betrifft
tart war wahrlich ereignisreich: Eine       schließlich alle
englische Woche auch in der Bezirksli-      Schiris im
ga, ein DFB-Debüt für Lukas Luthe, ers-     Kreis
te Landesliga-Erfahrungen für Wassim        und
Jaouhar, und Ende August dann noch          auch
die erste Pokalrunde. Von nun an nahm       ü b e r
die Saison ihren gewohnten Lauf. Spiele     den Skat-
von Bundes- bis Kreisliga, und sr-essen.    Abend am
de berichtete natürlich nahezu jede Wo-     25.01. ha-
che über die interessantesten Einsätze.     ben wir noch
Wir brauchen neue Schiedsrichter. Und       einmal berich-
dabei versucht natürlich auch die Web-      tet.
seite zu helfen. Im September startete      Wer also glaubt,
dort nämlich die große Werbekampagne        eine Internetseite sei
für den Anwärterlehrgang. Zur gleichen      zwar aktuell, aber eben
Zeit begann auch eine neue Serie auf        auch nur das, der hat
unserer Webseite: Die Vorstellung der       unsere Seite noch nie als
Schiedsrichter aus den oberen Klassen.      Chronik und Archiv gesehen.
Mit einem kleinen Fragebogen brachte        Also: Fahrt den Computer hoch,
Caroline Schwerdtfeger den Lesern etli-     gebt archiv.sr-essen.de ein, und
che „OK-Schiris“, deren Rituale vor dem     erlebt alles, was in unserem Kreis
Spiel und den Inhalt ihrer Sporttaschen     seit dem 16. September 2016 pas-
näher.                                      siert ist, noch einmal.

                                                                               27
WhatsApp für die Landesliga
        In der letzten Saison war er noch als Assistent in der Lan-
        desliga im Einsatz. Seit dieser Saison pfeift er selbst in der
        Landesliga. Das heißt auch: Nicht nur selbst pfeifen, son-
        dern auch den gesamten Ablauf organisieren. Für Wassim
        Jaouhar etwas ganz Neues. Er erzählt, wie so ein Landes-
        ligaspiel eigentlich aus Sicht der Schiedsrichter abläuft.

Am 11.November erhielt ich vom Anset-      ich freute mich diesmal auf meine vierte
zer Klaus Plettenberg eine Ansetzung für   Partie. In den nachfolgenden Tagen teil-
das Landesligaspiel zwischen TSV Meer-     te Stefan Heuer noch die Assistenten für
busch 2 und dem Cronenberger SC. Da-       das Spiel ein und mit Cedrik Pelka und
mit beginnt auch schon die Vorbereitung.   Erdem Sendur waren wir als Schieds-
Es war mein viertes Landesligaspiel in     richtergespann komplett. Somit konnte
der laufenden Saison. Die ersten Spiele    ich mit der Organisation beginnen.
gingen ordentlich über die Bühne und       Eine Woche vor dem Spiel eröffnete ich

28
eine WhatsApp-Gruppe, um alle Forma-          angeboten, welches wir annahmen,
lien abzuklären: Wann und wo treffen          bevor wir es uns noch kurz gemütlich
wir uns? Welche Trikots und Aufwärm-          machten. Nach etwa 15 Minuten kont-
sachen nehmen wir mit? Gibt es etwas          rollierten wir den Platz, um eventuelle
Besonderes bei diesem Spiel zu beach-         Mängel festzustellen, zum Beispiel an
ten?                                          den Tornetzen oder Trainerbänken. An-
                                              schließend fing ich mit der Vorspielana-
   Lange vorm Anstoß am                       lyse an: Absprache Fahnenzeichen, mit
   Platz                                      welcher Linie treten wir an (großzügig
                                              oder eher kleinlich, abhängig von den
Am 30.11 war es dann soweit. Ich holte        Spielumständen)? Welche Besonderhei-
Cedrik und Erdem ab und wir starte-           ten zum Spiel gibt es?
ten in Richtung Meerbusch. Es war ein         Nach der Besprechung gingen wir zur
Abendspiel an einem Freitag um 20 Uhr         Kabine und zogen unsere Aufwärmsa-
mit Flutlicht, eher nicht so üblich für ein   chen an, bevor wir dann mit Side-Steps,
Landesligaspiel. 90 Minuten vor Spiel-        Steigerungsläufen und Dehnübun-
beginn kamen wir auf der Sportanlage          gen begannen. Nach dem Aufwärmen
an und wir wurden sehr herzlich vom           besprachen wir die letzten formalen
Schiedsrichterbetreuer empfangen. Uns         Dinge, um optimal in das Spiel einzu-
wurde danach ein warmes Getränk               steigen. Auch der Spielbericht und die

                                                                                   29
Pässe mussten noch – wie immer vor          wir uns über das Spiel austauschen. Es
dem Spiel – kontrolliert werden. An dem     kann schließlich nicht jeder immer alles
Tag war aber alles in Ordnung.              sehen auf dem Platz. Dann startete auch
                                            schon die zweite Halbzeit. Meerbusch
     Viele Kontrollen                       setzte gute Akzente, doch Cronenberg
                                            sorgte in den letzten 20 Minuten mit
Pünktlich vor dem Anstoß standen die        zwei weiteren Toren für die Vorent-
Mannschaften vor dem Platz, wir kont-       scheidung. In der letzten Minute schoss
rollierten die Utensilien, um Ungereimt-    dann die Heimmannschaft noch den
heiten aus dem Weg zu gehen - damit         Ehrentreffer. Nach 90 Minuten kam der
beispielsweise jeder die richtige Unter-    Schlusspfiff und die Gastmannschaft
ziehose trägt. Nach dem alles im grünen     besiegte die Heimmannschaft mit 3:1.
Bereich war, pfiff ich die erste Halbzeit   Wir gingen zur Kabine und erledigten
an. Cronenberg dominierte von Beginn        den Spielbericht. Nach der Dusche lud
an das Spiel und erarbeitete sich gute      man uns zum Abschluss auf ein warmes
Chancen. Durch ein Tor in der 39. Minu-     Essen ein – Bratwurst mit Brötchen.
te für die Gäste gingen die Mannschaf-      Eine Mahlzeit für die Schiedsrichter
ten 0:1 in die Halbzeit.                    nach dem Spiel – bedauerlicherweise
                                            nichts Selbstverständliches mehr in der
     Austausch in der Halbzeit-             Landesliga.
     pause                                  Letztlich fuhren wir wieder zurück nach
                                            Essen und man verabschiedete sich in
Nach der Halbzeit gingen wir zur Kabi-      die Nacht. Um 23:30 Uhr war ich dann
ne und holten tief Luft und tranken et-     zuhause. Ein anstrengender Abend, der
was. In der Pause ist es wichtig, dass      aber sehr viel Spaß gemacht hat.

30
Impressum
Verantwortliche Redaktion                 Druck
Cedrik Pelka (V.i.S.d.P.)                 wir-machen-druck.de
sr@cedrikpelka.de
                                          Auflage
Johannes Alberts                          300 Stück
johannes.alberts@sr-essen.de
                                          Kontakt
Redaktionsmitglieder                      pfiff@sr-essen.de
Wassim Jaouhar                            www.sr-essen.de
Justin Kersten                            facebook.com/sr-essen
Fabian Krüger
Fabian Meißner                            Anzeigenbetreuung
Alexander Paßerah                         Cedrik Pelka
                                          pfiff@sr-essen.de
Gestaltung
Thibaut Scheer                            Bildnachweis
online@thibautscheer.de                   Johannes Alberts: Titel, S. 6, 7, 8, 28, 30, 32
                                          Justin Kersten: S. 14
Herausgeber                               Cedrik Pelka: S. 23
Verein für Förderung des Schiedrichter­   Thomas Pelka: S. 10, 11, 12, 13
wesens e.V.                               Vincent Podborsky: S. 2, 22, 29, 31
c/o Christian Kloppenburg                 Wikipedia gemeinfrei: S. 24
Abendrothsweg 58                          This file is licensed under the Creative Com-
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    Sportschule Wedau
    Friedrich-Alfred-Straße 15
    47055 Duisburg

    16. April bis 18. April 2019

    Anmeldung unter:
    www.werdeschiedsrichter.de
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