GIS unterstütze Fließgewässeruntersuchung des Pleutersbaches bei der Stadt Eberbach (ein Zufluss des Neckars) - Projektarbeit im Fach ...

 
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Projektarbeit im Fach Landschaftsmanagement und GIS
 Modul Nr. FV1.29.3

 GIS unterstütze
 Fließgewässeruntersuchung des
 Pleutersbaches bei der Stadt Eberbach
 (ein Zufluss des Neckars)

 Malte Campsheide Laurin Lutz

 Anne-Marie Koch Max Mayrhuber
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Projektarbeit im Fach Landschaftsmanagement und GIS

 GIS unterstützte Fließgewässeruntersuchung des Pleutersbaches
 bei der Stadt Eberbach

Wir möchten uns an dieser Stelle bei denjenigen bedanken, die uns während der Anfertigung
dieser Projektarbeit unterstützt haben.

Zuerst möchten wir den betreuenden Professoren Herrn Wagelaar und Herrn Dr. Luick
danken. Diese haben für die Projektarbeit hilfreiche Anregungen und konstruktive Kritik
angemerkt. Zudem sprechen wir ihnen unseren Dank für den reibungslosen Wechsel eines
Gruppenmitgliedes aus.

Zusätzlich bedanken wir uns bei der Hochschule Rottenburg, welche uns ein Budget zur
Deckung unser Projekt-Ausgaben zur Verfügung stellte. Dies nutzte uns bei der Finanzierung
von Software Lizenzen oder stemmte unsere Fahrtkosten.

Bei unserem Projektpartner dem Naturpark Neckartal-Odenwald bedanken wir uns für die
reibungslose Unterstützung und der Genehmigung zur Untersuchung des Pleutersbach.

Des Weiteren unterstützte uns die Stadt Eberbach durch das kostenlose beschaffen von
historischen Dokumenten über die Geschichte des Pleutersbachs. Hier gilt unser Dank vor
allem Herrn Dr. Marius Golgath vom Stadtarchiv Eberbach.

Im Rahmen unseres Projektes erfolgten auch chemische Untersuchungen des Gewässers. Bei
der Auswahl der Techniken, der Beschaffung und Ausleihe der Geräte und mit einer
kompetenten Einweisung stand uns Dr. Rainer Kirchhof zur Seite. Des weiteren Bedanken
wir uns für seine Unterstützung bei der Auswertung der genommenen Wasserproben mittels
eines Ionenchromatographen.

Insgesamt wäre eine Umsetzung des Projektes ohne die oben genannten Teilnehmer nicht in
diesem Umfang möglich gewesen. Ihre Arbeit hat einen wichtigen Beitrag zu dieser
Ausarbeitung geliefert.

Malte Campsheide, Anne-Marie Koch, Laurin Lutz und Max Mayrhuber

Rottenburg am Neckar, den 15.01.2020
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Malte Campsheide, Anne-Marie Koch, Laurin Lutz, Max Mayrhuber
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1 Inhaltsverzeichnis
2 Zusammenfassung .............................................................................................................. 5

3 Prolog .................................................................................................................................. 5

 3.1 Einführung ................................................................................................................... 6

 3.2 Problemstellung........................................................................................................... 8

 3.3 Zielsetzung ................................................................................................................... 9

4 Stand des Wissens............................................................................................................. 10

 4.1 Standort ..................................................................................................................... 10

 4.2 Historie....................................................................................................................... 12

 4.3 Begriffsdefinitionen ................................................................................................... 15

 4.4 Japanischer Staudenknöterich - Fallopia japonica .................................................... 21

 4.5 Indisches Springkraut - Impatiens glandulifera ......................................................... 22

 4.6 Grenzwerte für Fließgewässer ................................................................................... 22

 4.7 Aufgenommene Daten .............................................................................................. 23

 4.8 Anliegende Flächen: .................................................................................................. 24
 4.8.1 Wald .............................................................................................................................. 24

 4.8.2 Ackerland ....................................................................................................................... 24

 4.8.3 Grünflächen ................................................................................................................... 25

 4.8.4 Siedlungsgebiet ............................................................................................................. 25

5 Wasserrahmenrichtlinie.................................................................................................... 26

6 Material und Methoden.................................................................................................... 28

 6.1 Entfernungsmessung zwischen den Messpunkten ................................................... 28

 6.2 Bestimmung der Fließgeschwindigkeit ...................................................................... 28

 6.3 Messung des pH-Werts ............................................................................................. 29

 6.4 Messung des Sauerstoffgehaltes ............................................................................... 29

 6.5 Entnahme und Auswertung der Wasserproben ........................................................ 29

 6.6 Messung der Gewässerbreite .................................................................................... 31

 6.7 Messung der Gewässertiefe ...................................................................................... 31
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 6.8 Visuelle Beschreibung der Beschaffenheit ................................................................ 31

 6.9 Dokumentation der erhobenen Daten ...................................................................... 31

 6.10 Auswertung der Daten ........................................................................................... 32

7 Ergebnisse ......................................................................................................................... 33

 7.1 Anliegende Flächen ................................................................................................... 35

 7.2 Parameter .................................................................................................................. 37
 7.2.1 Gewässerbreite.............................................................................................................. 38

 7.2.2 Gewässertiefe ................................................................................................................ 41

 7.2.3 Vergleich Gewässerbreite und Gewässertiefe .............................................................. 43

 7.2.4 Bachbettbefestigung ..................................................................................................... 45

 7.2.5 Sonderpunkte ................................................................................................................ 49

 7.2.6 Baumarten ..................................................................................................................... 51

 7.2.7 Japanischer Staudenknöterich und indisches Springkraut ............................................ 54

 7.2.8 Fließgeschwindigkeiten ................................................................................................. 57

 7.2.9 Vergleich von Fließgeschwindigkeiten mit Flussbreite und Flusstiefe .......................... 60

 7.2.10 pH- Werte ...................................................................................................................... 63

 7.2.11 Zu- und Abläufe ............................................................................................................. 66

 7.2.12 Barrieren im Fließgewässer ........................................................................................... 67

 7.3 Wasserproben ........................................................................................................... 69

 7.4 Bewertungssystem für den Pleutersbach.................................................................. 71

8 Diskussion ......................................................................................................................... 73

 8.1 Genauigkeiten der Auswertungen............................................................................. 73
 8.1.1 Datenerfassung.............................................................................................................. 73

 8.1.2 Bewertungssystem ........................................................................................................ 73

 8.1.3 Diagramme .................................................................................................................... 73

 8.2 Umfang der Arbeit ..................................................................................................... 73

9 Schlussfolgerung ............................................................................................................... 74

10 Abkürzungsverzeichnis...................................................................................................... 75

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11 Tabellenverzeichnis ........................................................................................................... 75

12 Abbildungsverzeichnis ...................................................................................................... 76

13 Literaturverzeichnis .......................................................................................................... 78

14 Anhang .............................................................................................................................. 81

15 Erklärung ........................................................................................................................... 86

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2 Zusammenfassung
Das Projekt umfasst die durch GIS-Software unterstützte Aufnahme und Auswertung von
fließgewässerspezifischen Messdaten.
Die Datenaufnahme erfolgte vor Ort in einem Messraster von 30 Metern entlang des
Bachverlaufs. Außerhalb dieses Rasters wurden Wasserproben entnommen und
anschließend im Labor analysiert.
Alle erfassten Daten, wurden digital aufgearbeitet und am Ende im Rahmen eines
Bewertungssystems ausgewertet. Die einzelnen Messpunkte wurden in Bezug auf ihren
ökologischen Zustand kategorisiert und zu einem Gesamtergebnis der Beurteilung
zusammengefasst.

3 Prolog
Im Rahmen des Studiums der Fachrichtung Forstwirtschaft an der Hochschule für
Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar, ist für alle Studierende der Vertiefungsrichtung
Geografische Informationssysteme und Landschaftsmanagement ein Gemeinschaftsprojekt
vorgesehen. Hierbei sollen beide Fachbereiche Anwendung finden und ein
gemeinschaftliches Projekt abbilden.

Die Themenwahl und die komplette Organisation ist den Studierenden selbst überlassen.
Dies fördert nicht nur fachliche Kompetenzen, wie Themenerarbeitung, Fach- und
Anwendungswissen und schriftliches Ausdrucksvermögen sondern auch
Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, strategisches Vorgehen, Arbeitsaufteilung,
Kommunikation, Problemlösung, Zeitmanagement und Eigenverantwortung.

Im Rahmen dieser Aufgabenstellung haben wir uns für eine Fließgewässeruntersuchung
entschieden. Die Daten hierfür sollen mithilfe von Geografischen-Informationssystemen
(GIS) aufgenommen, ausgewertet und dargestellt werden.

Für einen direkten Informationsaustausch entschlossen wir uns für eine Zusammenarbeit mit
den Projektpartnern des Naturparks Neckartal-Odenwald, sowie der Stadt Eberbach.

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3.1 Einführung
Bei dem vorliegenden Fließgewässer handelt sich um ein sogenanntes „kleines“
Fließgewässer. Diese bilden den weitaus größten Teil des deutschen Gewässersystems, denn
mehr als 90% der Lauflänge aller Fließgewässer machen kleine Fließgewässer aus (Briem,
2003). Daher sind vor allem diesen Aufmerksamkeit zu schenken. Das Thema Fließgewässer
bietet ein breites Spektrum an ihren Bedeutungen und Funktionen. Besonders, wenn die
Thematisierung um das funktionale Gefüge von Fließgewässern geht. Hier werden die
Zusammenhänge und das Zusammengreifen von Strömungen, Gewässerstrukturen, wie z.B.
seine Ufergestaltung, und der Lebensgemeinschaften analysiert. Aber es ist auch wichtig
landschaftsökologische Aspekte zu betrachten. Hierunter fallen Funktionen, die von kleinen
Fließgewässern in der Landschaft wahrgenommen werden.

Durch die Kraft des fließenden Wassers sind nicht nur Bäche und Flüsse selbst entstanden,
sondern auch ihre Täler und Flussauen. Unsere gesamte Landschaft wurde und wird durch
das fließende Wasser geprägt und geformt. Viele solcher Prozesse sind für uns kaum
wahrnehmbar, da sich diese Prägungen in langen Zeiträumen und langsamen
Entwicklungsprozessen vollziehen.
Im Gegensatz zu den langfristigen Veränderungen gibt es auch für uns Menschen
wahrnehmbare Prozesse der Fließgewässerentwicklung. Hier schafft z.B. eine Strömung
Strudeltöpfe, Prallhänge und daraus resultierende Uferabbrüche. Auch wird das Sohlmaterial
eines Baches mit seinen verschiedenen Korngrößen durch die unterschiedlich starken
Strömungen differenziert. Somit werden die Zusammensetzungen der Kleinlebensräume
stetig verändert und neu geformt.

Wichtig ist dabei die Wahrnehmung und Erkenntnis, dass Fließgewässer in einer innigen
Wechselwirkung mit der umgebenden Landschaft stehen. Dies gilt umso mehr, je kleiner sie
sind. Also ganz besonders für Bäche (Bostelmann, 2014).

Jedoch ist auch die Bedeutsamkeit der kleinen Fließgewässer bezüglich des Lebensraum im
Ökosystems Wasser nicht zu unterschätzen:

„Naturnahe, lebendige Bäche und Flüsse sind das Rückgrat des Artenschutzes.
So gehören die Auen zu den artenreichsten Naturräumen Europas.
Ihr dynamisches Mosaik von unterschiedlichen Lebensräumen bietet vielen seltenen und
gefährdeten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat.“
(Bund Naturschutz in Bayern, 2018)

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So schildert der BUND Naturschutz in Bayern e.V. die Bedeutsamkeit des Ökosystems der
Fließgewässer als Unterüberschrift auf ihrer Homepage. Durch die vorherrschenden
extremen Lebensbedingungen haben sich bei naturnahen Fließgewässern besondere Flora
und Fauna-Habitate gebildet. Bäche, Flüsse und Auen bilden zudem zentrale Wanderachsen
für viele weitere, nicht nur im Wasser lebenden, Tiere.

Gleicherweise sind Fließgewässer ein elementarer Bestandteil des Wasserhaushaltes. Sie
sind ein weit verzweigtes Netzwerk und bilden ein unverzichtbares Glied im Wasserkreislauf.
Dabei nehmen sie nicht nur Niederschläge auf, sondern transportieren ihr Wasser in einem
weitläufig verflochtenen System, tief aus dem Landesinneren in die angrenzenden Flüsse
und Meere.

Auch darf die Funktion des Wassers im Landesinneren nicht unterschätzt werden, denn
hierdurch kann Vegetation und Leben gedeihen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im
Mosaikaufbau unserer Natur und eine Bereicherung für jeden Lebensraum.

Wasser ist somit eine elementare Grundlage des Lebens. Diese Grundlage gilt es in seiner
Qualität, Quantität und Ästhetik nicht nur zu erhalten, sondern auch zu erfassen und zu
fördern.

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3.2 Problemstellung
Da nicht nur landwirtschaftlich genutzte Flächen, sondern auch Grünland und Wälder zu den
Produktionsstädten des Menschens gehören, nehmen diese Nutzungen unumgänglich auch
Einfluss auf die Fließgewässer. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Selbst kleinste Fließgewässer
können während ihres Verlaufs alle Stadien der Degradation von naturnah bis naturfern
aufweisen. Auch die Lage in Wäldern ist keine Garantie für die Naturnähe eines Wasserlaufs.
Doch wie zuvor beschrieben, sind Bäche ein wichtiger Teil des Wasserkreislaufs, der Klein-
und Großlebensräume, des Ökosystems und ein landschaftsprägendes Instrument der Natur.
Daher gilt es besonders die kleinen Fließgewässersysteme zu erfassen, sie zu erhalten und zu
pflegen. Diese Datenerhebung dient zu allererst der Zustandserfassung und kann
anschließend für weitere Untersuchungen und zur Erstellung von Maßnahmenplänen
verwendet werden.

Auch ist die Betrachtung der menschlichen Einflüsse bis in die heutige Zeit kann interessant
sein. Diese daraus gewonnenen Erkenntnissen werden Aufschluss darüber geben, unter
welchen Einflüssen der letzten Jahrhunderte sich die Natur entwickelt hat und welche
Veränderungen diese derzeit beeinflussen. In manchen Fällen können Kulturgüter, wie z.B.
historische Nutzungsarten einen wichtigen Teil zum Erhalt des Ökosystems beitragen.

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3.3 Zielsetzung
Die nachfolgende Projektarbeit soll Informationen über den Zustand des untersuchten
kleinen Fließgewässers bündeln und darstellen. Diese sollen literarisch verglichen und
mögliche Einflussfaktoren auf das Fließgewässer analysiert und bewertet werden.

Hierzu werden als Grundlage Daten des Baches erhoben und diese Erhebung detailliert mit
modernen Methoden dokumentiert. Dabei gilt es herauszufinden wie genau der Bachverlauf
sich in der Landschaft einbettet, ob Barrieren vorzufinden sind und diese Einschnitte oder
gar Gefährdungen darstellen. Zudem soll die chemische Wasserqualität an verschiedenen
Stellen bis zur Einmündung in den Neckar untersucht werden. Hierdurch können Schlüsse
über die Lebewesen des Baches, aber auch der Einfluss der anliegenden Flächen, durch ihre
Bewirtschaftung und ihren Bewuchs gezogen werden.

Des Weiteren werden diese Daten mit Hilfe von GIS Software veranschaulicht und in Form
von Kartenmaterial dargestellt und ausgewertet. Hierdurch können nicht nur
Gegebenheiten besser und verständlicher dargestellt werden, sondern auch Probleme und
Entwicklungsmöglichkeiten einfacher erkannt werden.

Anschließend sollen Ergebnisse diskutiert, analysiert und interpretiert werden. Hierbei
erkennt man nicht nur reine Möglichkeiten zur Gewässerentwicklung, sondern auch
Probleme und mögliche Datenungenauigkeiten.

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4 Stand des Wissens

4.1 Standort

Abbildung 1 Standort

Die Fließgewässeruntersuchung betrifft den Pleutersbach in dem gleichnamigen Ortsteil der
Stadt Eberbach. Eberbach liegt im Norden Baden-Württembergs, an der Bundeslandgrenze
in Richtung Hessen. Rund 32 Kilometer östlich liegt Heidelberg, somit befindet sich das
Untersuchungsgebiet im Rhein-Neckar-Kreis und gehört damit auch zur europäischen
Metropolregion Rhein-Neckar.

Genauer betrachtet befindet sich der Ortsteil Pleutersbach im Naturpark Neckar- Odenwald,
welcher bei diesem Projekt auch als Ansprechpartner zur Verfügung stand. Zudem liegt
Pleutersbach an der touristisch gut erschlossenen Burgenstraße, die vor allem Radfahrer und
Wanderer für die schöne Region begeistert.

Pleutersbach liegt linksseitig im Knie des von Süden nach Westen abknickenden Neckars, im
nördlichsten Zipfel des sogenannten kleinen Odenwalds. Die Gemarkung umfasst 225 Hektar
Fläche und ist in überwiegenden Teilen mit steilen, meist bewaldeten Buntsandsteinhängen
bedeckt.

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Diese Hänge sind nicht nur aus Sandstein aufgebaut, sondern auch Silt- und Tonsteinen
sowie auch Kalk- und Gipsgestein. Die Gesteine des Buntsandsteins werden aufgrund ihrer
günstigen Eigenschaften (z.B. leichte Spaltbarkeit) häufig als Baumaterial für Bauwerke im
Außen- aber auch im Innenausbau verwendet.

Das Dorf Pleutersbach ist durch eine Höhenlage von 122-375 Metern über Normalnull
geprägt und hat insgesamt 6221 Einwohner.

Der Pleutersbach fließt von Schönbrunn und Schwanheim kommend in nördlicher Richtung
bei dem gleichnamigen Dorf Pleutersbach in den Neckar. Der Wasserlauf ist insgesamt ca.
7km lang und sein Einzugsgebiet umfasst rund 20 km².

Schönbrunn liegt in einer Höhe von 397 m ü. NN, die Ortsteile Moosbrunn 398 m ü. NN,
Schwanheim 355 m ü. NN und Allmühl im Schnitt 160 m ü. NN. Der Bachlauf des
Pleutersbaches senkt sich bis zur seiner Einmündung in den Neckar auf ca. 125 m ü. NN.
Durch den Waldbestand geschützt, entspringen zahlreiche Quellen im Einzugsgebiet, auch
wenn mache nicht ganzjährig fließen.

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 Stand 28.Feb. 2015
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4.2 Historie2
Wie bereits in der Einführung erwähnt, kann ein Blick in die Vergangenheit Erkenntnisse
über die Entstehung des heutigen Zustandes geben. Hierdurch können Prozesse und
Entscheidungen nachvollzogen werden. Zusätzlich können dadurch für die Zukunft
Entscheidungen mit dem Hintergrundwissen der Vergangenheit gefällt werden, wodurch
sich ein Projekt umfassender bearbeiten lässt.

Im Folgenden sollen verschiebende Aspekte angesprochen werden, die den Pleutersbach in
seiner Vergangenheit beeinflussten. Unteranderem wird die Bedeutung der Ressource
Wasser nochmal betont. Dem folgen verschiedene Beschreibungen zu den früheren
Nutzungsarten des Baches.

Für die Besiedelung von Landschaften war früher die Wasserversorgung von Mensch und
Tier von zentraler Bedeutung. Besonders in der Nähe einer Quelle, bei der zusätzlich ein
fruchtbarer Boden mit ausreichenden klimatischen Bedingungen vor zu finden war,
siedelten die ersten Menschen. Dabei wurden diesen Niederlassungen oftmals die Namen
der vorgefundenen Quelle gegeben, welches die Wertschätzung einer Versorgung mit gutem
Quellwasser beweist.

Im Kleinen Odenwald gibt es Zwei Dörfer die nach ihrer Quelle genannt sind: Moosbrunn
und Schönbrunn. Von dem Dorf Schönbrunn aus fließt der Enzbach, einer der Zuflüsse des
Pleutersbaches. Die Quellen wurden gefasst und das Wasser mithilfe von Rinnen- und
Rohrsystemen geleitet.
Heutzutage werden andere Quellen zur Trinkwasserversorgung verwendet. Seit 1958 bekam
das Dolf Pleutersbach und fünf weitere Gemeinden, ihr Trinkwasser aus der Hirschbrünnle
Quelle.

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 Quellen der Historie des Pleutersbaches beziehen sich auf folgende Quellen: (Seisler, 2001), (Odenwaldes,
1960), (Will Zimmermann, 1993)
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Es folgen nun verschiedene Nutzungsarten des Pleutersbaches.

Flößerei:
Im Mittelalter wurde der Pleutersbach von den angrenzenden Gemeinden und privaten
Waldbesitzern als Transportmittel für eingeschlagenes Holz verwendet. Da es im kleinen
Odenwald bis weit in die Neuzeit nur unzugängliche Transportwege gab, bot die Flößerei
eine gute Alternative.

Eingriffe in den Bachverlauf:
1850 wurde der Pleutersbach begradigt. Der damalige Bachlauf machte etwa 50 Meter vor
der Mündung in den Neckar eine nahezu rechtwinklige Biegung nach links und verlief ca.
150m nahezu parallel zum Neckar. Die umliegenden Grünflächen wurden als Neckarwiesen
und Gemüsegärten genutzt. Bei der Begradigung 1850 wurden die 150m langen Bach-Altarm
verfüllt und eine steinerne Brücke gebaut, die heute noch besteht. 1932 erfolgte eine
vollständige Einebnung im Zuge des Neckarkanalbaues. Diese Bachverlegung führte
gleichzeitig zur Veränderung der Eigentumsverhältnisse, die erst 1908 neu geordnet wurden.

Weitere Nutzungen waren unter anderem, dass Bauern ihre Wiesen mit dem Flusswasser
versorgten. Gleichzeitig wurde der Bach bis in die 40er Jahre noch zum Reinigen der Wäsche
verwendet. Hierfür gab es in Pleutersbach zwei Waschplätze. Diese bestanden aus zwei
abgeflachten Sandsteinen, die als Auflage für die Wäschestücke dienten. Auf den nahe
gelegenen Wiesen wurde die Wäsche durch übergießen mit Bachwasser und unter
Einwirkung der Sonne gebleicht.

Fischerei:
Seit der Besiedelung von Pleutersbach, was früher ein kleiner Weiler war, war der
Pleutersbach als gutes Forellenwasser bekannt. Das Großherzogtum Baden ließ das
Fischereirecht verpachten. 1851 trat die Gemeinde Pleutersbach erstmals als Verpächter
auf. So bildeten sie zusammen mit Schönbrunn und Schwanheim den Eigentümer des
Wasserlaufes, wobei das Dorf Allemühl politisch gesehen teils zu Schönbrunn und teils zu
Schwanheim gehörte. Unterdessen wurde das Fischwasser meistbietend verpachtet. Dabei
bezog sich das Fischrecht auf den Bach und seine anschließenden Gräben und es durften
neben Fischen auch Krebse gefangen werden.

Der Fischbestand der Forellen ging stark zurück, da Überflutungen und das Zuschütten der
Bewässerungsgräben die idealen Bedingungen für das Laichen und den Aufwuchs der Fische
verringerten. Heute werden vom Fischereiverein Pleutersbach Forellenteiche im Allemühler-
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Tal unterhalten. Daneben befinden sich zwei kleine Teiche im Privatbesitz nahe
Pleutersbach.

Brücken:
Insgesamt 11 Brücken führen über den Enzbach und den Pleutersbach. Eine Brücke bedeutet
meist der Eingriff in das Ufergebiet und in das Bachbett, wenn z.B. Brückenfeiler von Nöten
sind. Eine ausreichende Befestigung der gebauten Anlagen ist wichtig für die Sicherheit und
um das Erbaute langfristig nutzen zu können. In Pleutersbach führen drei Brücken über das
Gewässer. Der Bau des ältesten Übergangs wurde 1818 in die Wege geleitet. Die Brücke
bestand größtenteils aus Sandstein, Holz und Schotter. Sie stand insgesamt 130 Jahre bis das
Silvesterhochwasser 1947 die Brücke durch Treibholz und Geröll stark beschädigte. Nach
diesem großen Schaden wurde die Brücke behelfsmäßig repariert und 1951 durch eine
Betonbrücke ersetzt.

Geschichte zu dem Mühlen in Allemühl:
In dem Dorf Allemühl befanden sich früher sieben Mühlen die von den dortigen Bächen,
Allemühlbach (dieser Name ist identisch im Grundbuch zu finden, früher aber Krebsbach
genannt) und dem Enzbach (früher Altbach genannt) angetrieben wurden. Diese zwei Bäche
vereinigen sich im Dorf selbst und bilden den Pleutersbach. Durch diesen wurde ein
Mühlgraben mithilfe von Schiebern mit Wasser gespeist. In den 40er Jahren stellte diese
Mühle den Betrieb ein. Der verbleibende Mühlgraben wurde zugeschüttet, welches wie
oben beschrieben dazu beigetragen hat, dass die Fischpopulation zurückgegangen ist. Heute
fließt der Pleutersbach ohne weitere Abzweigungen in den Neckar. Historisch bedeutend
sich die Mühlen und ihre Mühlgräben im Hinblick der Kultur dieser Region. In Allemühl sind
heute noch Mühlengebäude vorzufinden, z.B. die Seifert-Mühle. Jedoch ist nur noch diese
Mühle in Betrieb, wobei diese nicht mehr durch ein Mühlrad, sondern durch eine moderne
Turbine angetrieben wird. Die Mühlräder, die damals in Betrieb waren, wurden
oberschlächtig mit Wasser versorgt. Dies bedeutet, dass das zugeführte Wasser von oben
auf das Mühlrad geleitet wurde und somit die Mühlsteine angetrieben wurden. Das Getreide
wurde zu dieser Zeit von den Müllern mithilfe eines Pferdefuhrwerks, in den umliegenden
Dörfern eingesammelt und das fertige Mehl auf gleichem Wege wieder verteilt. Das
sogenannte Muldern war der Mahllohn. Dies bedeutet, dass ca. 5% von dem Mahlgut der
Müller behielt.

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4.3 Begriffsdefinitionen
Nun sollen Definitionen und Erläuterungen zu den Fließgewässern im Allgemeinen folgen.
Hierbei soll das Augenwerk auf den natürlichen Verlauf eines Baches gelegt werden.

Folgende Darstellung soll eine generelle Orientierung bieten. Wir befinden uns bei dem
vorliegenden Gewässer in der Kategorie Binnengewässer. Genauer bei den Fließgewässern,
wo es nun gilt den Pleutersbach den passenden Ordnungsbegriffen zu zuordnen.

Abbildung 2: Gewässerdiagramm (JasperOCommons, 2013)

Fließgewässer lassen sich grundsätzlich in vier Hauptgebiete gliedern: Kryal, Krenal, Rhithral
und Potamal.

Das Kryal befindet sich in Polar- und Hochgebirgsregionen (ab rd. 2000 m ü. NN).
Die Kryalfauna besteht primär aus Insekten, welches bereits eine Vielzahl an Lebewesen
bietet. Diese bestehen in erster Linie aus Mikroalgen, einzellige Algen, die auch Schneealgen
genannt werden. Neben diesen mikroskopischen Pflanzen, sind auch Pilze und Bakterien
bekannt, die diesen besiedeln. Gemeinsam mit der Kryofauna werden diese Organismen als
Kryoseston bezeichnet.
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Malte Campsheide, Anne-Marie Koch, Laurin Lutz, Max Mayrhuber
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Mit dem Begriff Krenal ist das Quellgebiet mit ihren Quellen gemeint.
Carakteristisch für diese Region ist eine nur wenig schwankende Wassertemperatur. In
großen Teilen Mitteleuropas entspricht dies in etwas 10°C. Weiter ist eine auf kleinstem
Raum wechselnde Fließgeschwindigkeit und geringe Nährstoffgehalte prägend. Doch gerade
an Bächen in Nähe zu intensiv bewirtschaftetem Ackerland treten höhere Nitratgehalte auf.
Da Quellwasser zutage gefördertes Grundwasser darstellt, besitzt dieses Wasser eine
niedrige Sauerstoffsättigung. Jedoch haben Quellbäche meist bereits nach kurzer Zeit eine
hohe Sauerstoffsättigung, dies ist den starken Turbulenzen und den kühlen
Wassertemperaturen zuzuschreiben.
Die Fauna des Krenals hat typische Vertreter, wie z.B. Köcherfliegen, Muscheln,
Strudelwürmer, Schnecken oder Steinfliegen. In der Regel weist das Krenal keine Fische auf.
Die Krenalflora bleibt durch die Beschattung von Bäumen bei einer Waldquelle oftmals aus
oder ist nur sehr schwach ausgeprägt. Typische Arten an solchen Quellen sind beispielsweise
das gegenblättrige Milzkraut, das wechselblättrige Milzkraut oder das Quellkraut. An den
Sickerquellen im Grünland geht partiell die artenreiche Flora durch Intensivnutzungen
zurück. Hier sind z.B. das bittere Schaumkraut und die Bach-Sternmiere charakteristische
Vertreter. Neben diesen beiden Quellarten gibt es noch die Kalkquellen mit
Quelltuffbildungen, welche besonders reich an Moosen sind.

Das Rhithral beschreibt die Bachregion eines Fließgewässers und wird, wie auch das Potamal
fischereirechtlich nach den dort lebenden Leitfischarten in sogenannte Fischregionen
eingeteilt. Dem Epi- und Metarhithral entspricht die obere bzw. die untere Forellenregion
und dem Hyporhithral die Äschenregion3.
Charakteristisch für das Rhithral ist primär seine schnelle Strömung.
Hierbei werden zwei Lebensgemeinschaften, die sich der Strömung verschieden gut
anpassen können, unterschieden. Diesbezüglich zeichnen die lotischen Zonen, die schnell
fließenden und die lenitischen Zonen die langsam strömenden Gebiete aus.
Des Weiteren hat die Strömungseigenschaft eines Baches Auswirkungen auf das
Bachbettsubstrat. Hier gehen unterschiedliche Substrattypen im Rhithral hervor. Typisch für
die lotischen (schnell fließend) Bäche ist deshalb eine Sohle aus Kies und Steinen
(Strömungsgeschwindigkeiten größer als 60 cm/s). In lenitischen Abschnitten hingegen ist
eine sandige Bachsohle typisch. Auch hinter Strömungshindernissen können sich kleinere
Sandkörner ablagern und Sandbänke ausgeformt werden.

3
 Bildliche Veranschaulichung siehe Anhang.
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Aufgrund der meist geringen Wasserspiegelbreite der Bäche sind diese in der Regel von den
Uferbäumen voll beschattet. In der Naturlandschaft waren Bäche immer von einem
begleitenden Auwald begleitet. In landwirtschaftlich genutzten Landschaften sind Bäche
häufig von einem schmalen Galeriewald aus Erlen und Weiden begleitet. Voll besonnte
Bäche entsprechen nicht dem natürlichen Zustand und weisen dementsprechend eine
abweichende Lebensgemeinschaft auf. Die Beschattung hat besonders Einfluss auf die
Temperatur des Gewässers. Je wärmer Wasser wird, desto geringer ist sein Sauerstoff-
Gehalt, welcher wichtig für fast alle Wasserlebewesen und Pflanzen ist.
Die umfangsreiche Lebensgemeinschaft des Rhithrals wird hier vereinfacht mit wenigen
typischen Vertretern dargestellt. Kennzeichnend für das Rhithral ist ein hoher Anteil von
hartsubstrat-bewohnenden Arten, z.B. der Röhrenkrebs. Charakteristische Vertreter sind aus
der Familie der Zweiflügler, der Eintagsfliegen und der Steinfliegen zu nennen. Weiter sind
die Libellen und Käfer nicht weg zu denken. Bedeutsam sind auch Krebstiere, große
Strudelwürmer und die Planarien. Arten mit Lebensschwerpunkt im freien Wasserkörper
spielen in Bächen aufgrund der Strömung eine untergeordnete Rolle. Auch sind Muscheln,
Schnecken und Egel vorzufinden, wenn auch in geringerer Anzahl.
Gegenüber dem Potamal ist das Rhithral eher artenärmer in Bezug auf seine Fischwelt. Die
Fischartenzahl nimmt mit der Größe des Fließgewässers vom Epirhithral bis zum Hyporhitral
zu.
Die Randzonen, die durch das Fließgewässer beeinflusst werden sind im Rhithral kleiner als
im Potamal. Diese sind aber auch hier ein typischer Lebensraum, denn hier findet besonders
die Wasseramsel ein Habitat. Auenwälder bestehen meist aus dem Erlen-Eschen-
Bachauenwaldtypen und werden nicht zum eigentlichen Rhithral gezählt. In der schmalen
Randzone, die durch das jahreszeitliche Schwanken des Wasserstandes geprägt ist, sind
Laufkäfer und Uferwanzen vertreten. Ein kennzeichnendes Wirbeltier der Ufer ist die
Wasserspitzmaus. Als typische Rhithralflora können krautige Uferpflanzen wie der blaue
Wasser-Ehrenpreis, die Bachbunge, das zottige Weidenröschen und die Bachberle genannt
werden.

Unter dem Begriff Potamal4 werden Tieflandflüsse und Ströme, welche in das Meer münden,
verstanden. Wie im Rhithral gibt es auch im Potamal Fischregionen, wobei dem Epipotamal
die Barbenregion, das Metapotamal der Brachsenregion und das des Hypopotamals
(Mündungsbereich ins Meer) der Kaulbarsch-Flunder-Region entsprechen.

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 Bildliche Veranschaulichung siehe Anhang.
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Die Fauna des Potamals ist von vielen spezialisierten und ausschließlich in großen Flüssen
vorkommenden Arten geprägt. Hierunter befinden sich Flussmuscheln, Wasserschnecken,
der Flussflohkrebs, Flussjungfern, welche die Vertreter der Libellen darstellt, Eintags-, Stein-
und Köcherfliegen. Einige dieser Arten sind durch die historischen und gegenwärtigen
Verschmutzungen vom Aussterben bedroht.
Auch typisch für das Potamal heute sind Tierarten, die durch en Menschen eingeschleppt
wurden. Neozoenen für das Potamal sind z.B. die Wandermuschel aus dem Schwarzen Meer
kommend, die neuseeländische Deckelschnecke, der aus der Wolga kommende Schildkrebs
oder die ursprünglich in China beheimatete Wollhandkrabbe. Auch Säugetier wie der
Fischotter, der Bieber, der Flussuferläufer und die Uferschwalbe, welche in den vom Wasser
erodierten Uferabbrüchen nistet, finden hier ihren Lebensraum.
Typische Epipotamalarten der Flora sind die Großlaichkräuter der Gattung Potamogeton.
Weitere typische Arten sind die gelbe Teichrose, der einfache Igelkolben, das Pfeilkraut oder
der Wasserhahnenfuß. Diese Vegetationsstrukturen fehlen im anschließenden Metapotamal
und Hypopotamal weitgehend. Diese beiden Flussabschnitte sind, ähnlich wie viele stehende
Gewässer, durch Phytoplankton geprägt.

Abbildung 3: Übersicht Fließgewässerzonierung (Thomas Paulus, GFG mbH Mainz, 2012)

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Um Fließgewässer genauer zu beschreiben werden Unterscheidungen hinsichtlich ihrer
Morphologie vorgenommen. Hierunter werden die Talformen eines Fließgewässers
kategorisiert. Wie zuvor dargestellt wird unterschieden in Klammtal, Muldental, Kerbtal und
Kerbsohlental und Auegewässer ohne begleitende Talform.

Die Flussverläufe von Fließgewässern können in vier Arten unterschieden werden. Diese
werden nun kurz vorgestellt und im Folgenden bildlich veranschaulicht.
Der gerade Fluss hat ein Flussbett und ein Flusslauf. Er entsteht vor allem bei großer
Tiefenerosion, dabei wird der Seitenerosion eine geringe Beachtung geschenkt.
Mäandrierende Flüsse haben ebenfalls nur ein Flussbett und einen Flusslauf, jedoch
mäandriert dieser. Von mäandrierenden Flüssen spricht man ab einem sogenannten
Sinuositätsindex von 1,3, wobei gerade Abschnitte eingeschaltet sein können. Der
Sinuositätsindex beschreibt den durchschnittlichen Quotienten aus Mäanderbreite und
Flussbreite. Die Seitenerosion überwiegt hierbei die Tiefenerosion deutlich, da das
Fließgewässer sich in ständiger Veränderung befindet. Gelegentlich kommt es zu
Mäanderdurchbrüchen.
Ein verflochtener Fluss hat ein Flussbett aber mehrere Flussläufe, hierbei verlagern sich die
Flussläufe und -rinnen häufig und unsystematisch.
Der anastomosierender Fluss hat mehrere untereinander verbundene Flussbetten, welche
Anastomose genannt wird. Hier gibt es ein gemeinsames Überschwemmungsgebiet. Durch
geringes Gefälle erodiert er nicht und führt primär Sande und Schluffe mit sich, die sich
horizontal schichten.

Abbildung 4:von links: gestreckter Fluss, mäandrierender Fluss, verflochtener Fluss

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Abbildung 5: anastomosierender Fluss

Der Pleutersbach kann dem Rhitral zugeordnet werden und weist ein Muldental auf. Er
mäandert von Allemühl kommend und ist in Pleutersbach selbst begradigt worden.

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4.4 Japanischer Staudenknöterich - Fallopia japonica
Der japanische Staudenknöterich stammt ursprünglich aus Ostasien und verwilderte 1872
das erste Mal in Deutschland vom Gelände einer Gärtnerei in Zwickau. Die Staude erreicht
eine Wuchshöhe von 3 Meter und ist zweihäusig. Seine rasante Verbreitung ist nicht durch
eine starke generative Verbreitung Samen begründet, sondern durch seine starke vegetative
Vermehrungsfähigkeit. Bei uns breitet er sich hauptsächlich über Rhizomfragmenten aus.
Hierfür reicht schon ein mindestens 1,5cm großes Fragment der Pflanze. Besonders stark hat
er sich entlang von Gewässern, durch die guten Verbreitungsmöglichkeiten, verteilt. Über
den Transport von Gartenabfällen oder von Erdreich, hat er es aber mittlerweile geschafft
flächig vorzudringen. Seine breite ökologische Amplitude ermöglicht ihm hierbei fast überall
zu überleben. Durch sein dichtes und schnelles Wachstum verdrängt er schnell verschiedene
Pflanzenarten und kann auch bereits geschlossene Vegetation unterwandern und
verdrängen. Gerade an Fließgewässern stellt er auch eine wasserbauliche Gefahr da. Im
Winter sterben alle oberirdischen Pflanzenteile ab und schützen so den Boden kaum vor
Erosion. Besonders bei Hochwassern kann dann sehr viel Material abgetragen werden. (BfN,
2020)

Abbildung 6: Festellung japanischer Staudenknöterich

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4.5 Indisches Springkraut - Impatiens glandulifera
Das indische Springkraut (auch Drüsiges Springkraut genannt) stammt ursprünglich aus dem
westlichen Himalaja und wurde 1849 als Gartenpflanze nach Europa gebracht. Hier trugen
besonders Imker und Gärtner zu seiner Verbreitung bei, da die schönen Blüten mit dem
dichten Wuchs oft als „Bienenweiden“ angepflanzt wurden. Als Standort bevorzugt das
Springkraut feuchte bis nasse, nährstoffreiche Böden. Die besonders in den letzten
Jahrzehnten stark gestiegene Ausbreitung lässt sich wahrscheinlich auch durch
landwirtschaftlich bedingten Nährstoffeintrag in die Landschaft erklären. Das indische
Springkraut vermehrt sich durch seine charakteristischen Samenkapseln, welche bei voller
Reife durch eine Berührung aufspringen und den Samen mehrere Meter weit verteilen. Auch
durch Tiere, Menschen und Fahrzeuge kann der Samen weiter ausgebreitet werden. Hinzu
kommt seine gute vegetative Vermehrung, mit welcher er sich besonders an Gewässern weit
verbreiten kann.
Bei guten Bodenverhältnissen erreicht das Springkraut eine Höhe von bis zu 3 Metern und ist
damit die höchste einjährige Krautpflanze Europas. Seine starke Ausbreitung erweckt den
Anschein, es könnte viele Pflanzenarten aktiv verdrängen. Dem ist aber entgegenzusetzen,
dass er durch seine hohen Nährstoffbedürfnisse eher ein Nutznießer der Eutrophierung ist
und somit ein Symptom der Standortsveränderung, welche hauptsächlich die Ursache für
den Rückgang anderer Pflanzen ist. (Waldwissen, 2020)

4.6 Grenzwerte für Fließgewässer
Die Grenzwerte unterscheiden sich je nach Typ des Fließgewässers. Das Fließgewässer
Pleutersbach fällt unter den Typ 16: Kiesgeprägte Tieflandbäche.

Nachfolgende Tabelle stellt die Grenzwerte passend zum Pleutersbach da.

Tabelle 1: Grenzwerte für den Gewässertyp16 in mg/L

Gewässertyp 1 1-2 2 2-3 3 3-4 4
16
Phosphat 0,05 0,075 0,1 0,2 0,4 0,8 ü.0,8
Ammonium 0,04 0,075 0,1 0,2 0,4 0,8 ü.0,8
Nitrat 1 1,5 2,5 5 10 20 ü.20

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Tabelle 2: Grenzwerte Laboranalyse Kategorie 1

Stoff Grenzwert in mg/l
Fluoride 1,5
Bromide 0,05
Phosphate 0,05
Sulfate 25
Nitrate 50
Chloride 50

4.7 Aufgenommene Daten
Die aufgenommenen Daten lassen sich in zwei unterschiedliche Kategorien aufteilen. Die
erste Kategorie umfasst alle wasserbezogenen Daten. So wurden an jedem Aufnahmepunkt
der PH Wert, die Fließgeschwindigkeit in m/sec und die Wassertemperatur in °C.
Der PH Wert besitzt keine direkte Einheit, sondern spiegelt eher eine eigene Skala wieder.
Diese reicht von Wert 1 bis 14, wobei alles bis 6,5 als sauer, bis 7,5 als neutral und von dort
bis zum Endwert 14 als alkalisch. Werte außerhalb dieser Skala sind zwar theoretisch
möglich, haben für unsere Arbeit aber keine praktische Relevanz.
Die zweite Kategorie beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen des Fließgewässers.
Hier ist vor allem der Zustand (Material, menschlicher Einfluss) des Ufers und des
Untergrunds von besonderer ökologischer Bedeutung. Etwaige Verbauungsmaßnahmen
wurden hier erfasst, da sie später in der ökologischen Bewertung entweder ein
Lebensraumverlust darstellen oder sogar eine für viele Wasserlebewesen unüberwindbare
Barriere im Gewässerverbund sein können. Des Weiteren erfassten wir hier noch die Breite
und die Tiefe des Baches in cm. Bei der Begutachtung des Ufers achteten wir noch darauf, ob
etwaige invasive Pflanzenarten zu finden sind.
Im Rahmen der Untersuchung zogen wir 5 Wasserproben, um diese später im Labor auf
Fluoride, Chloride, Bromide, Nitrate, Phosphate und Sulfate untersuchen zu können. Die
Entnahmepunkte wurden auch auf der Karte verzeichnet.

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4.8 Anliegende Flächen:
Ein Fließgewässer durchströmt auf seinem Weg von der Quelle bis zur Mündung
verschiedenste Landschaftsformen. Die unterschiedlichen Landnutzungsformen entlang
seines Verlaufes beeinflussen nicht nur das Landschaftsbild, sondern wirken sich auch direkt
auf die Wasserqualität und seine ökologische Bedeutung aus. Die hierbei hinterlassenen
Spuren verlaufen von der Ursache bis zur Mündung und haben somit in einem Fließgewässer
eine Auswirkung weit über ihrem eigenen Standort hinaus. Etwaige Verunreinigungen zum
Beispiel bereits an der Quelle können dafür sorgen, dass ein Bach in seinem gesamten
Verlauf Qualitativ stark beeinträchtigt ist und bleibt.

4.8.1 Wald
Die Landschaftsnutzungsform Wald besticht durch ihre vielen Vorteile. In einem Wald
werden so gut wie keine Pestizide ausgebracht, es erfolgt kein hoher Nitrateintrag durch
zum Beispiel intensiver Viehhaltung und der Schatten der Bäume schützt den Bach vor zu
viel Sonneneinstrahlung. Dies sorgt dafür, dass die Wasserqualität kaum eingeschränkt wird,
die kühleren Temperaturen eine höhere Sauerstoffkonzentration ermöglichen und etwaige
Algenblüten durch fehlendes Sonnenlicht unterbunden werden. Im Vergleich zum
Landesdurchschnitt kommen hier auch besonders viele Schutzgebiete vor. So unterliegen
17% der Waldflächen der FFH-Richtlinie, obwohl insgesamt nur 9,3% der Bundesfläche unter
diesem Schutz stehen. (Forstwirtschaft in Deutschland, 2020)

4.8.2 Ackerland
Die intensive Landwirtschaft hat den größten Einfluss auf ein Gewässer.
Starke Düngung mit tierischem und künstlichem Dünger sorgen für eine Eutrophierung des
Gewässers. Überdüngte und nicht im Boden gebundene Nährstoffe werden durch das
Regenwasser abgespült und gelangen auf diesem Weg ins Gewässer. Die starke
Überversorgung an Nährstoffen sorgt zusammen mit der Sonneneinstrahlung für ein
extremes Pflanzenwachstum. Dies wiederum kann zu erheblichem Sauerstoffmangel im
Gewässer und zu lebensfeindlichen Bedingungen für Tiere und Pflanzen führen. Die Wirkung,
die eine übermäßige Stickstoffzufuhr auf Oberflächengewässer hat, hängt auch von anderen
wachstumsbegrenzenden Nährstoffen, wie z.B. Phosphor, ab. Das Verhältnis von Stickstoff
und Phosphor ist entscheidend für die Wachstumsbedingungen von Pflanzen. Das natürliche,
biologische Verhältnis von 16 (Stickstoff):1 (Phosphor) in Gewässern hat sich aufgrund der
hohen Stickstoffeinträge zu Gunsten des Stickstoffs verschoben. Während in Meeren
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Stickstoff der wachstumsbegrenzende Faktor und damit entscheidend für
Nährstoffwirkungen ist, kann in den meisten Binnengewässern Phosphor für das übermäßige
Pflanzenwachstum verantwortlich gemacht werden. Sauerstoffmangel und die Verdrängung
ursprünglicher Pflanzen und Tiere, die an die neuen Lebensbedingungen weniger gut
angepasst sind, führen zu einem Verlust der Artenvielfalt in den Gewässern. (WDR, 2020)

4.8.3 Grünflächen
Grünland wird im Vergleich zum Ackerland deutlich extensiver bewirtschaftet.
Als die ökologisch beste Form gelten hierbei die Weidenutzung und eine extensive Mahd, da
hier keine bzw. nur wenig Düngemittel ausgebracht werden. Unter extensiver Mahd versteht
man in der Regel 1-2 schürige Heu- und Öhmdwiesen. Mit steigender Intensität wird mehr
Biomasse von der Fläche genommen und somit im Anschluss wieder mehr Dünger
ausgebracht. Dies kann wiederum wie bereits beim Ackerland erwähnt zur Eutrophierung
von Gewässern führen und ähnliche Auswirkungen haben. (Biologie-Seite, 2020)

4.8.4 Siedlungsgebiet
Siedlungsgebiet unterscheidet sich stark von allen anderen Nutzungsarten.
Dank moderner Abwassersysteme gibt es keinen Eintrag mehr von Fäkalien und anderen
häuslichen Abwässern in ein solches Fließgewässer. Durch die hohe Versiegelung von Böden
kann in einem Siedlungsgebiet Regenwasser nur noch schwer versickern. Dieses
Regenwasser wird häufig von Straßen und anderen Flächen direkt in ein Gewässer
abgeleitet. Hierbei erfolgt in der Regel keine Filterung, sodass Verunreinigungen durch
Betriebsmittel, Abriebe von Reifen und andere Stoffe in ein Gewässer gebracht werden
können.
Des Weiteren sind Gewässer innerhalb eines Siedlungsgebiets oft begradigt und verbaut.
Teilweise können diese sogar komplett verrohrt und überbaut sein.
Im ländlichen Raum kommt noch die Nutzung durch die Anlieger hinzu. Diese können von
der Wasserentnahme bis hin zur Tierhaltung gehen. Letzteres wurde zum Beispiel am
Pleutersbach durch uns in Form von Laufentenhaltung festgestellt.

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5 Wasserrahmenrichtlinie
Die Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) ist eine europäische Richtlinie, welche in der EU
rechtliche Rahmenbedingungen vereinheitlichen soll. Hierbei werden alle Mitgliedsstaaten
bis ursprünglich 2015 verpflichtet, Gewässer in einen „guten ökologischen“ und „guten
chemischen Zustand“ zu bringen. Betrachtet wird sowohl Grundwasser als auch
Oberflächenwasser. Die „Wasserrahmenrichtlinie Deutschlands Gewässer 2015“ beschreibt,
dass „für knapp 92 Prozent aller Oberflächenwasserkörper Fristverlängerungen (bis 2021
beziehungsweise 2027) und Ausnahmen von den Bewirtschaftungszielen in Anspruch
genommen werden, wenn der gewünschte ökologische Zustand noch nicht erreicht ist“
(BMUB/UBA, 2016). Grundsätzlich gilt bei den Maßnahmen das Verbesserungsgebot,
welches die Herstellung eines guten Zustandes erwünscht und das Verschlechterungsgebot,
welches die Verschlechterung des Wasserkörpers untersagt.

Nach der Wasserrahmenrichtlinie werden wie folgt Oberflächengewässer in fünf Klassen,

Tabelle 3: Güteklassen nach EU-WRRL

Güteklasse Zustand
1 Sehr gut
2 Gut
3 Mäßig
4 Unbefriedigend
5 schlecht

Die EU-WRRL strebt eine flächige Güteklasse 2 an, dabei wird der „gute Zustand“
folgendermaßen definiert: „Gewässer sind dann in einem guten Zustand, wenn ihre
Lebensgemeinschaften, ihre Struktur, die chemischen Inhaltsstoffe (Oberflächengewässer)
bzw. ihre Menge und die chemischen Inhaltsstoffe (Grundwasser) vom Menschen nur gering
beeinflusst sind“ (Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3), 2011)

In Deutschland gibt es einen Maßnahmenkatalog, in dem die Maßnahmen festgelegt
werden. Der von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) erarbeitete Katalog
enthält über 170 Maßnahmen und verbindet unter anderem auch Umsetzungen der
Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.

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Die Hauptbelastungen sind diffuse Quellen, Punktquellen, Abflussregulierungen und
morphologische Veränderungen und Wasserentnahmen. Bei vorkommen dieser Belastungen
sind Maßnahmen zu planen und umzusetzen, um den Gewässerzustand zu verbessern.

Abbildung 7: Beispiel des Maßnahmenkatalogs LAWA (BMUB/UBA, 2016)

Die EU-WRRL kann zur Entwicklung einer Handlungsempfehlung verwendet werden, um den
Pleutersbach naturnaher zu gestalten und rechtliche Vorgaben einzuhalten. Hierbei sollte
aber das in Deutschland gültige Wasserhaushaltsgesetzt und die auf Bundesebene
einheitliche Oberflächengewässerverordnung (OGewV) beachtet werden.

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6 Material und Methoden

6.1 Entfernungsmessung zwischen den Messpunkten
Die Entfernung zwischen den Messpunkten wird mittels eins Laser-Entfernungsmesser
ermittelt. Der Abstand zwischen den Messpunkten wird auf 30 Meter festgelegt. Die
Entfernungsmessung wird durch zwei Personen durchgeführt. Das Vorgehen ist dabei
folgendermaßen: Person 1 misst die Entfernung zu Person zwei, die das Gewässer abläuft.
Person eins teilt Person zwei mit, sobald sie die 30 Meter bis zum nächsten Messpunkt
erreicht hat.

Für dieses Verfahren wird eine freie Sicht zwischen den Personen benötigt. Bei Störungen,
wie in das Gewässer ragende Vegetation, Richtungsänderungen des Gewässers oder andern
Hindernissen, wird etappenweise vorgegangen. Die Entfernungsmessungen der einzelnen
Etappen werden aufaddiert bis der nächste Messpunkt erreicht ist.

6.2 Bestimmung der Fließgeschwindigkeit
Aufgrund der Größe der Gewässers wird die Fließgeschwindigkeit durch messen der Zeit die
ein schwimmender Gegenstand für eine bestimmte Stecke benötigt berechnet. Als
schwimmender Gegenstand wird ein Korken verwendet. Die Messung der Zeit läuft mittels
einer Stoppuhr. Für die zurückzulegende Strecke werden 10 Meter angesetzt, die Ermittlung
dieser Entfernung erfolgt mithilfe eines Laser-Entfernungsmessers, mit dem gleiche
vorgehen wie zur Bestimmung der Entfernung zwischen den Messpunkten.

Die Messung wird von zwei Personen durchgeführt. Zur Messung Person eins steht 10 Meter
oberhalb von Person zwei. Auf Kommando von Person zwei wird von Person eins der Korken
schwimmen gelassen. Person zwei misst die Zeit und stoppt, wenn der Korken sie erreicht
hat. Zur Berechnung wird die Strecke von 10 Metern durch die benötigte Zeit dividiert.
Eine genauere Methode, wie zum Beispiel durch den Strömungsmesser der Hochschule, war
nicht möglich. Das vorhandene Gerät der Hochschule ist für unseren Zweck leider deutlich zu
groß und unhandlich.

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