Gmesblättli - Gemeinde Tschagguns
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Gmesblättli
Amtliche Mitteilung Zugestellt durch Post.at Ausgabe 1/2021, Nr. 124
PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
PATRICK
PATRICK SÄLY
PATRICKSÄLY PHOTOGRAPHY
PHOTOGRAPHY
SÄLYPHOTOGRAPHY
PATRICK
PATRICKSÄLY
SÄLYPHOTOGRAPHY
PHOTOGRAPHY
Sanierung/Neubau – Kindergarten, Volksschule
und MusikprobelokalDer Bürgermeister informiert
viele Verzichte geprägt ist. Ich bitte tieren und einzusetzen, sie können
© Toni Meznar
hiermit um Verständnis, dass auch auf aber nicht das persönliche Gespräch,
die Frühjahrsausgabe des Gmesblättli die Diskussion und den Austausch
verzichtet werden musste. Wir haben unter „Anwesenheit“ ersetzen!
uns aber bemüht, über „Sonderausga-
ben“ und vermehrte Gmesinfos, Aus- Ich bin aber trotzdem optimistisch für
sendungen sowie mehr Information die Zukunft! Sind wir zuversichtlich,
in den sozialen Netzen ausreichend erkennen wir die sich ergebenden
Informationen über diverse Kanäle zu Chancen aus dem Erlebten des ver-
verbreiten. Umso mehr freuen wir uns gangenen Jahres!
jetzt wieder, in gewohnter Manier, mit
dem Gemsblättli breit zu informieren Nutzen wir unsere Erfahrungen
© imago by Patrick Säly
und zu unterhalten. während der Corona-Pandemie um in
unseren Familien, Verwandten- und
Die Kommunikation in den unter- Bekanntenkreisen, im Freundeskreis
Liabe Tschagguser, liabe Gäscht! schiedlichen Gremien, Institutionen und auch in unserer Dorfgemein-
und der Austausch untereinander hat schaft ein „neues Miteinander“ ent-
Wir durchleben immer noch eine sich teilweise stark verändert. Vieles stehen zu lassen.
recht seltsame Situation, die uns allen findet jetzt „am Bildschirm“ statt. Euer Bürgermeister
einiges abverlangt und die leider durch Diese Veränderungen sind zu akzep- Herbert Bitschnau
Organisationsentwicklung der Gemeindeverwaltung
Nach Abschluss unseres PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
internen Gemeindeverwaltungs-
Entwicklungsprozesses und der
zeitgleichen Pensionierung unseres
ehemaligen Gemeindesekretärs
Heinz Fritz, wurden die Aufgaben in PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
der Verwaltung neu verteilt.
In zahlreichen Workshops wurden
Bereiche neu definiert, die Zusam-
menarbeit sowie Strukturen und
Prozesse neu aufgestellt, Hand-
lungsfelder und die Verantwort-
lichkeiten neu beschrieben. Für die
Gemeindebürger*innen ist dies vor
allem durch neue Aufgabenaufteilun-
gen innerhalb der Gemeindeverwal-
tung und im Bürgerservice spürbar.
So wurden unter anderem die Themen
Bauen bzw. Raumplanung, die bisher
Wir haben die Stelle eines neuen Bau- cher (benötigter) Führerscheinklassen
an einer Stelle zusammengefasst
hofleiters ausgeschrieben und sind ist, rundet das positive Gesamtbild ab.
waren, getrennt. Unsere Amtsleiterin
erfreut, in unserem Team den neuen Er ist über 30 Jahre Mitglied der Feu-
Nina Stemer-Galehr übernahm z.B.
Bauhofleiter – Martin Wischenbart – erwehr Tschagguns und aktuell deren
die „Raumplanung“ und Bauamtslei-
begrüßen zu können! Kommandant.
ter Franz Wachter das „Bauen“.
Martin hat eine fundierte technische
Franz Wachter wird zukünftig einige Ausbildung (KFZ-Techniker Meis- Bauhofleiter Martin Wischenbart
seiner zahlreichen Aufgabenbereiche ter), eine langjährige Berufserfahrung ist erreichbar unter
an den neuen Bauhofleiter abtreten inklusive zahlreicher Weiterbildungen Tel. 0664 88380993
um sich intensiver seinen Kernaufga- sowie viel Erfahrung in der Mitarbei- oder per E-Mail
ben widmen zu können. terführung. Dass er im Besitz zahlrei- martin.wischenbart@tschagguns.at
2 GmesblättliDer Bürgermeister informiert
Sanierung/Neubau – Kindergarten, Volksschule
und Musikprobelokal
Das Bauvorhaben Sanierung/ eingehalten werden. Auch Dank erwähnen dabei unsere Pädagoginnen
Neubau Volksschule bzw. der umsichtigen „Baubegleitung“ und Pädagogen der Volksschule, den
Kindergarten schreitet voran und durch BM Franz Wachter in Pädagoginnen und Helferinnen des
vor allem beim Kindergarten wird Zusammenarbeit mit den Planern Kindergartens und der Kleinkindbe-
in Kürze der teilweise Umzug in das und ausführenden Firmen sollte die treuung, dem Reinigungspersonal,
neue Gebäude stattfinden. Kostenschätzung nicht überschritten unserem Schulwart Lieby und allen,
werden. Den ausführenden die unsere Kinder in der Bauphase
Sodann kann die Sanierung des Firmen besonderen Dank für die betreuen und begleiten. Danke auch
Volksschulgebäudes fortgeführt qualitativ einwandfreien und zügig für das Verständnis der vielen Anrai-
und abgeschlossen werden. Die voranschreitenden Ausbauarbeiten. ner!
Außenanlagen werden momentan Freuen wir uns schon jetzt auf
modelliert und adaptiert. Trotz vieler An dieser Stelle möchte ich mich die modernen und verbesserten
nicht planbarer Unwägbarkeiten nochmals bei allen Betroffenen dieser Betreuungsbedingungen für unsere
konnte bisher der sehr straffe umfangreichen Arbeiten für ihr Ver- Kinder im neuen Schul- und
Zeitrahmen im Großen und Ganzen ständnis bedanken! Besonders zu Kindergartenjahr 21/22.
PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
Gmesblättli 3Der Bürgermeister informiert
Kulturverein illlitz – KONTUMAZ – eine musikalische Lesung
Dank des Kulturvereins illitz und durchgeführt werden. Der aus Gant- artiges Erlebnis von Musik und Wort.
unter Einhaltung der Corona-Rege- schier stammende Lyriker Gerald Die zahlreichen Besucher genossen
lungen konnte seit langer Zeit wieder Rauscher, die Formation „Kontumaz“ diesen Abend mit seinen Lesungen
einmal eine Kulturveranstaltung in sowie der „Kopf von Kontumaz“ – und der „begleitenden“ Klangwolke.
„Werners Schreinerei“ in Tschagguns Thomas Heel – sorgten für ein einzig-
Landschaftsreinigung
Auch in diesem Jahr konnte die gesammelt bzw. am Bauhof abge- zu machen. Danke auch der Gemein-
Landschaftsreinigung aufgrund der geben. Auch viele Sachen, die man deverwaltung für die Organisation
Einschränkungen nicht in gewohn- nicht in der Natur vermutet und und den Bauhof-Mitarbeitern für
ter Form durchgeführt werden. dort auch nicht hingehören, wie die Mithilfe beim Einsammeln der
zB kaputte Tontöpfe, PVC-Roh- Müllsäcke sowie fachgerechten Ent-
Mittels Gmes-Info wurden alle re, Eisenstangen, alte Autoreifen, sorgung.
Tschaggunserinnen und Tschaggun- vergrabene Müllsäcke (Hausmüll) Wir bitten euch auch während des
ser dazu aufgerufen, achtlos wegge- wurden gefunden, eingesammelt und Jahres dazuzuschauen, dass unser
worfenen Müll einzusammeln und anschließend sachgemäß vom Bau- Tschagguns „sauber“ bleibt. Wenn
beim Bauhof abzugeben. Dieser Ein- hof-Team entsorgt. ihr ein Zuckerle-Papier oder eine
ladung - gemeinsam unterwegs für Ein herzliches Dankeschön an alle, leere Dose am Straßenrand findet,
ein sauberes Tschagguns - sind zahl- die bei der heurigen Landschafts- werft es bitte in den nächsten Müll-
reiche umweltbewusste Helferin- reinigung tatkräftig mitgeholfen eimer oder nehmt es mit nach Hause
nen und Helfer gefolgt und haben und dazu beigetragen haben, unser und entsorgt es dort. Gemeinsam
weit über 400 Liter Restmüll ein- Tschagguns ein bisschen „sauberer“ schauen wir auf unsere Umwelt.
4 GmesblättliDer Bürgermeister informiert
Kahi Bodywork ist seit 1. Mai 2021 wieder in Tschagguns!
Katrin Schuler, gewerbliche LomiLomi Masseurin, energetische Fußmasseurin und
Emmett-Therapeutin freut sich, ihre Tätigkeit wieder in Tschagguns – Alti Gme aufzunehmen.
Jede Behandlung von ihr hat zum Ziel die körperliche Balance zu verbessern, Blockaden zu lösen
und Schmerzen zu lindern. Mehr Lebensenergie und ein Wohlbefinden auf allen Ebenen sind in
der Folge deutlich spürbar.
Honorar: EUR 36,-/30 Minuten
Sehr beliebt sind ihre Gutscheine für eine wundervolle LomiLomi Massage.
Für mehr Informationen steht Katrin gerne zur Verfügung.
Zusammen mit der Physiotherapeutin und Osteopathin Simone Grabher-Engstler und dem Heil-
masseur und psychologischen Berater David Engstler bilden die 3 ein vielseitiges Therapie- und
Gesundheitsangebot – mitten im Zentrum von Tschagguns.
Terminvereinbarung Kahi-Bodywork:
Mag.(FH) Katrin Schuler
Info@kahi-bodywork.at | www.kahi-bodywork.at | T. 0650/212 1036
15 Orte – 15 Geschichten
Texte verorten Erinnerungen an
den Nationalsozialismus im Monta-
fon – 75 Jahre nach dem Ende des
NS-Regimes und des Zweiten Welt-
krieges entstehen in allen Montafo-
ner Orten Erinnerungszeichen.
Zentrale Themen sind einerseits
Flucht und Zwangsarbeit, andererseits
sind es auch Geschichten von Huma-
nität und gewaltfreiem Widerstand.
Es sind Schicksale von Menschen,
die bisher im regionalen Gedächt-
nis nahezu ausgelöscht waren. Alle 15
Geschichten ereignen sich im Nati-
onalsozialismus von 1938 bis 1945
im Montafon. Es sind individuelle
Schicksale, aber keine Einzelschicksa-
le. Fluchtgeschichten gab es damals
unzählige, und Tausende haben allein
im Montafon unter Zwangsarbeit
gelitten. Gleichzeitig gab es Hilfsbe- Frage: Wie halten wir es heute mit Schweiz in der damaligen Zeit erin-
reitschaft und Widerstand häufiger dem Engagement für die Schwachen nern. Sie wird einen kleinen Abriss
als im Rahmen dieses Erinnerungs- in unserer Gesellschaft? der Geschichte der jüdischen Familie
projektes dokumentiert werden kann. In Tschagguns wird diese „Erinne- Eisenmayer aus Wien zeichnen. Die
Jedes der 15 Schicksale geht uns nah rungstafel“ am Weg zu unserer Pfarr- Tafel wird im Rahmen eines „kurzen
– und ist nah. Alle Geschichten ver- kirche angebracht werden. Diese Spazierganges“ Anfang Juli präsentiert
weisen auf einen konkreten Ereignis- Erinnerungstafel wird an Flucht, werden. Die Broschüre zum Projekt
ort. Jede Geschichte stellt uns vor die Scheitern der Flucht und die Rolle der ist beim Stand Montafon erhältlich.
Gmesblättli 5Der Bürgermeister informiert
Maikäfer – Sammelaktion
Die auffälligste Eigenheit
der Maikäfer ist ihr jährliches
massenhaftes Auftreten. In dessen
Verlauf können Waldbäume,
Rebstöcke, Obst- oder Ziergehölze
völlig kahlgefressen werden.
Maikäfer haben eine Zykluszeit
von drei bis fünf, meist vier Jahren.
Auffällig ist das Schwärmen
während der Abendstunden an
Waldrändern oder markanten
Einzelbäumen.
Die erwachsenen Maikäfer fressen an
verschiedensten Laubbäumen. Die
Larven ernähren sich von den Wur-
zeln verschiedener Obstbäume und
sonstigen Wiesenkräutern und Grä-
sern. Die Gemeinden Schruns und © Andrea Kratzenberg from FreeImages
Tschagguns haben heuer gemeinsam
zu einer Sammelaktion aufgerufen. Liter gab es einen Gutschein für eine Vielen Dank für die großen Mengen
Die gesammelten Maikäfer konnten Kugel Eis! Die fleißigsten Sammler an abgegebenen Maikäfern! Danke
bei den Bauhöfen in Tschagguns und erhielten als Belohnung eine Saison- auch an die Bauhöfe für die unkom-
Schruns abgegeben werden. Für jeden karte für unser Alpenbad Montafon. plizierte Unterstützung!
Alte Trasse – Neue Bahn
Nach mehreren Anläufen des Bergbahnbetreibers Silvretta Montafon die Valiserabahn, einer ihrer Hauptzubringer
ins Skigebiet Nova, zu modernisieren ist es nun soweit. Auf der bestehenden Bahnachse und an den bereits vorhandenen
Stationsstandorten findet eine Rundumerneuerung der Seilbahntechnik sowie aller Stationsgebäude statt. Aus der 6-er
Gondel wird eine leistungsfähigere 10-er Gondelbahn, die künftig neben gesteigertem Komfort auch langen Wartezeiten im
Tal entgegenwirken soll.
6 GmesblättliDer Bürgermeister informiert
Literaturpreis für Sabine Schoder
Die Tschaggunserin Sabine macht, was sie will, und nie planbar bleiben noch lange im Gedächtnis.
Schoder gewann heuer den DELIA- oder berechenbar ist. Selten kann Die Liebesgeschichte ist mitreißend,
Jugendliteraturpreis für ihren ein Roman alle Jurymitglieder wunderschön, sie berührt und
Jugendroman „Immer ist ein gleichermaßen begeistern und überrascht.“
verdammt langes Wort“. überzeugen, doch in dem Fall
stimmen einfach alle Komponenten. Herzliche Gratulation zu dieser
Die Jury begründete die Auszeichnung Die Geschichte ist bis zur letzten „zweiten Erfolgsgeschichte“ nach
wie folgt: „Eine ganz besondere Seite spannend, authentisch und dem Jugendroman „Liebe ist was für
Geschichte darüber, dass die Liebe ungewöhnlich und ihre Figuren Idioten. Wie mich“!
© Gabi Gerster
Neues Mannschaftstransportfahrzeug
Die Ortsfeuerwehr Tschagguns
PATRICK SÄLY PHOTOGRAPHY
konnte zum Jahreswechsel einen
neuen Mannschaftsbus in Empfang
nehmen. Seit einiger Zeit ist dieses
nun vollumfänglich einsatzbereit.
Der bisherige VW-Transporter war
Baujahr 1999 und erforderte von
Jahr zu Jahr mehr Reparaturen.
Die Verantwortlichen der
Ortsfeuerwehren Tschagguns und
Latschau erstellten zusammen
mit der Gemeinde Tschagguns der Wehr und in Abstimmung mit Beleuchtung, eine Einrichtung
in den vergangenen Jahren einen dem Landesfeuerwehrverband wurde zur Lageführung im Heckbereich,
mittelfristigen Finanzplan, der es dieses moderne Transportfahrzeug verschiedene Verkehrsabsicherungen,
uns ermöglichen soll, mittelfristig angeschafft. Nach kleineren eine Umfeldbeleuchtung am
auf die Bedürfnisse unserer Wehren Anpassungen und der Einschulung Dach, Signalleuchten usw. Das
einzugehen. Im Rahmen dieser der Mannschaft ist das Fahrzeug – Fahrzeug ist zum Transport von
Finanzplanung wurde nun das ein Neunsitzer der Marke Mercedes Mannschaft, als Einsatzleitfahrzeug,
Mannschaftstransportfahrzeug der Benz - nun voll einsatzfähig. Zur als Transportfahrzeug für Anhänger
OF Tschagguns ausgewechselt. Nach Ausstattung gehören u.a. ein und auch als Klein-Einsatzfahrzeug
einer genauen Analyse der Bedürfnisse Kommandoplatz mit Tisch und bei Naturereignissen einsetzbar.
Gmesblättli 7Der Bügermeister informiert
Guat alt wära im Muntafu
Ursprünglich im Jahre 2019 als Pro- um sich greifen, sehnen sich immer
jektgruppe zum Thema Demenz in mehr Menschen nach Begegnungen,
Tschagguns gestartet, hat sich das Gesprächen und Austausch – ganz
Engagement inzwischen nicht nur speziell in Zeiten der Corona-Pande-
vielen Themen angenommen, son- mie stark spürbar! Mit den Verzell-
dern wird in Kürze auch das gesam- bänkle werden unkomplizierte Begeg-
te Montafon umfassen. nungsmöglichkeiten geschaffen um
älteren, isolierten Menschen die Mög-
Es wird eine Plattform geschaffen, lichkeit zu bieten wieder vermehrt
die sämtliche Themen rund um das zu „kommunizieren“. In verschiede-
„Altern“ behandelt. Dies geschieht nen Gemeinden werden ausgewählte
durch Veranstaltungen, Vorträge, Park- bzw. Dorfbänke als Vrzellbänk-
Informationen und Vermittlung von le angeschrieben bzw. durch Schilder
Ausbildungsmöglichkeiten uvm. Die gekennzeichnet – „Guat alt wärda im
bestehenden Angebote im Montafon Muntafu – Zit ne, ahi hökkla, metn-
sollen noch besser „sichtbar“ gemacht, and schwäzza“.
und der Austausch untereinander Die Idee wäre, dass wenn eine Person
intensiviert werden. auf einem dieser Bänkchen sitzt, sig-
nalisiert sie damit, dass man offen ist
Vrzellbänkle für ein Gespräch, eine Begegnung
Nachdem Einsamkeit und Isolati- und bereit ist, zu plaudern, erzählen
on auch im Montafon immer mehr und Neuigkeiten auszutauschen. © Sergey Galushko - Fotolia
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8 GmesblättliWerbung
+GIN AUS DEM MONTAFON!
„FIDELIS“ „GRUAMAT“
mit Beeren aus dem Montafon mit Bergheu vom Gamplaschg
und absoluten Raritäten & Holunderblüten
wie z.B. Schlehe & Weißdorn mit Milchkanne (z.B. als Geschenk)
0,5l 39,- 0,35l 49,-
ohne Milchkanne
0,35l 33,-
0,50l 39,-
Erhältlich bei schös & guats (bei Bömag in Gantschier)
und Abhof-Verkauf bei Frisiersalon Kolibri.
Bestellungen sind auch telefonisch oder per Mail möglich.
Unter dem Motto „Handverlesen, mit Leidenschaft destilliert
und mit Liebe abgefüllt“ sind auch seltene Edelbrände
wie z.B. Rötili-Birne, Schlehe oder Kirschpflaume erhältlich.
SÄLY
EDELBRÄNDE
Patrick Säly | Rasafeistraße 7b | 6774 Tschagguns | 0664 5 222 333 | info@patricksaely.com
Gmesblättli 9Aus den Ausschüssen Neugestaltung des Aqua-Weges In Zusammenarbeit mit Montafon Tourismus und den Gemeinden wurden im Montafon diverse Themenwege ausgearbeitet, die das Ortsprofil der jeweiligen Gemeinde stärken sowie interessante Plätze und Geschichten sichtbar machen. In Zukunft werden diese Wege in der Kommunikation von Montafon Tourismus verstärkt ins Schaufenster gestellt. Einer dieser Wege in Tschag- guns ist der „Aqua-Weg“ von Latschau nach Bitschweil. Im Zuge der Neuge- staltung wurde die Routenführung, die Inhalte der Informationstafeln und die Beschilderung vor Ort erneuert. Die neue Strecke startet nicht mehr wie bisher im Zentrum von Tschagguns, sondern direkt in Latschau und führt über den bisher bekannten Weg nach Bitschweil. Zurück führt die Strecke weitestgehend über den gleichen Weg. Die in die Jahre gekommene Beschil- derung konnte im Laufe des letzten Jahres erneuert und durch neue Steher mit ausklappbaren Informationsta- feln ersetzt werden. Die letzten Steher wurden vor kurzem aufgestellt. Somit erstrahlt der „Aqua-Weg“ ab der Som- mersaison 2021 in neuem Glanz und guns. Vielen Dank an die Mitarbeiter Montafon Tourismus für die Projekt- erzählt von den vielen Facetten rund des Bauhofes Tschagguns für das Auf- leitung und Umsetzung des Projektes um das Thema Wasser und dessen stellen und die Montage der neuen „Aqua-Weg neu“. Bedeutung für die Gemeinde Tschag- Beschilderung und an das Team von Melanie Fleisch Projektausschuss „Radabstellanlage Zentrum Tschagguns“ Wenn man den motorisierten sind Themen, die zur Vorlage an die Individualverkehr etwas eindämmen Gemeindevertretung geklärt werden will, muss man eine Alternative müssen. Klingt einfach, aber auf anbieten können. Grund der Anforderungen einerseits Zur Alternative „Fahrrad“ fehlt und des sehr begrenzten Angebotes bei uns im Zentrum eine moderne an verfügbaren öffentlichen Flächen Radabstellanlage. Damit sich das andererseits, macht das Projekt immer ändert, initiierte GV Egon Pfefferkorn wieder neue spannende Wendungen. einen offenen Arbeitsausschuss und Aber wir bleiben dran. fand in der Gemeindevertretung mit Konstruktiv und lösungsorientiert wie Fleisch Melanie, Peter Selia, Salzgeber bisher, werden wir das Thema weiter Stefan und Tschofen-Netzter Andrea verfolgen, eine Lösung finden und ein interessiertes und motiviertes dann auch im Gmesblättli berichten. Team. Größe, Ausstattung, Aussehen, Lage, Finanzierung und Umsetzung Egon Pfefferkorn 10 Gmesblättli
Aus den Ausschüssen
Blumenwiese und Bienenweide 2021
Blumenwiese umgesetzt. Die großen sich wieder mit Blühflächen an der
und kleinen gepflanzten Blumenoasen Aktion.
in den einzelnen Gärten, erfreuen
den Betrachter, bringen Farbe in Es braucht etwas Geduld, doch ab
das langweilige Gartengrün, fördern Juni gibt es ein pausenloses Blühen
die biologische Vielfalt und sind bis weit in den Herbst hinein. Und
Rettungsinseln, Nahrungsquelle und ein Blumenstrauß aus dem eigenen
Kinderzimmer für viele Insekten und Garten: Das hat schon was, macht
Mit dieser Aktion war Tschagguns Vögel. auch Freude und erfüllt mit Stolz. Ich
Vorreiter einer Initiative, die heuer Erfreulich ist der jährlich steigende bedanke mich beim Bürgerservice und
großflächig von vielen Institutionen Zuspruch der Bevölkerung. So wurde Bauhof für die Mithilfe und wünsche
in Vorarlberg und ganz Österreich heuer Blumensamen für über 130 allen Lesern einen blühenden und
unterstützt und propagiert wird. einzelne Blumeninseln mit mehr als bunten Sommer.
Wie erstmals 2018 gestartet, wurde 3.000 m² eingekauft, abgepackt und
auch heuer wieder die Aktion verteilt. Auch die Gemeinde beteiligt Egon Pfefferkorn
Gmesblättli 11Seinerzeit
„Kraft und Würkung“ – eine medizinische Betrachtung des
Tschaggunser Mirakelbuches von 1757
Im Jahre 1757 veröffentlichte Jakob
Lenz, Pfarrer der Wallfahrtskirche
Hl. Maria zu Tschagguns, unter
dem Titel „Kraft und Würkung“
eine Schrift mit gesammelten
Gutthaten. Bei den Gutthaten
handelt es sich um „Wunder und
himmlische Wohltaten“, die von
Pfarrer Lenz zusammengetragen
wurden. Um Werbung für den
Wallfahrtsort zu machen, hat er
zwischen 1752 und 1756 insgesamt
247 „Gutthaten“ gesammelt,
die Gläubigen widerfahren
sind und diese im sogenannten
„Mirakelbuch“ zusammengefasst.
Das Büchlein wurde dann am 16.
Juni 1757 veröffentlicht und wird
heute im Montafon Archiv im
Heimatmuseum Schruns verwahrt.
Der Großteil der Meldungen kam
dabei aus dem Montafon. 127 Gutt-
Darstellung der alten Tschaggunser Pfarrkirche mit Widum und Illbrücke (18. Jh.)
haten bezogen sich auf Krankheits-
fälle, 24 auf Unfallereignisse, 19 auf
schnaunen Weib ab St. Bartholomäi tion einer einseitigen, weitgehend
Schwangerschaften und 53 auf Ange-
Berg für ihre Tochter Maria Catha- schmerzlosen Sehstörung bei einer
legenheiten das Vieh betreffend. Die
rina angezeigt. Nach Erbringen einer jungen Person lässt aus medizinischer
Gutthaten umfassen meist eine kurze
dreimaligen Wallfahrt trat eine merk- Sicht an eine Sehnerventzündung
Beschreibung des Gebrechens oder
liche Besserung der Beschwerden ein, (Retrobulbärneuritis) denken. Eine
der Misslage, die zu leistende Wall-
hat sich der Nebel verzogen / hat solche kann isoliert oder als Symp-
fahrt sowie einen Hinweis zum Aus-
angefangen etwas zu sehen / und gar tom einer Autoimmunerkrankung des
gang. Zwar erlaubt die Mehrheit der
bald darauf hat sie das vollkomme- zentralen Nervensystems, allem voran
krankheitsbezogenen Beschreibungen
ne Augenlicht wiederum bekommen. als Schub bei einer multiplen Sklero-
retrospektiv keine detaillierte medizi-
Bei den beschriebenen Symptomen se, auftreten. Typischerweise tritt eine
nische Beurteilung. Dennoch finden
handelt es sich um einen einseitigen Sehnerventzündung zwischen dem
sich einzelne aus heutiger medizini-
Verlust der Sehkraft. Es ist zu vermu- 20. und 40. Lebensjahr, bevorzugt bei
scher Sicht illustrative Fallbeschrei-
ten, dass die Sehstörung nicht son- Frauen, auf.
bungen, die relativ konkrete Rück-
derlich schmerzhaft für die betrof- In der heutigen Medizin wird bei
schlüsse auf die zugrunde liegende
fene Person gewesen sein dürfte, da schweren Sehnerventzündungen eine
Diagnose erlauben. In diesem Beitrag
sich dahingehend keine entsprechen- vorübergehende Behandlung mit
werden zwei konkrete Beispiele darge-
den Angaben in der Gutthat finden. Kortison zur Akutbehandlung ver-
legt.
Die Mutter verspricht die Wallfahrt abreicht. Die Symptome klingen oft
zusammen mit ihrer Tochter. Diese innerhalb weniger Wochen ab. Man
Sehnerventzündung Formulierung lässt darauf schlie- geht aber davon aus, dass die Behand-
In der 83. Gutthat wird eine Seh- ßen, dass die Tochter zum Zeitpunkt lung mit Kortison lediglich die Dauer
störung, auf einem Aug einen Nebel der Beschwerden bzw. der Erfassung der Beschwerden verkürzt, am lang-
so dick / daß sie bey 9. oder 10o. der Gutthat noch jung gewesen sein fristigen Ergebnis, ob jemand die volle
Wochen lang nichts mehr daran gese- dürfte und wahrscheinlich noch unter Sehkraft wiedererlangt, aber nichts
hen / ja so gar Tag und Nacht nicht der Obhut ihrer Eltern stand. Eine ändert. Somit kann selbst bei Verzicht
mehr voneinander scheiden können detaillierte Altersangabe der betroffe- auf eine Kortisonbehandlung die volle
beschrieben. Die Gutthat wird von nen Person fehlt jedoch wie bei den Sehkraft wieder zurückkehren. Ob die
Anna Maria Mathi / des Joseph Bit- meisten Gutthaten. Die Konstella- betroffene Person an einer multiplen
12 GmesblättliSeinerzeit
Sklerose litt, lässt sich der Beschrei- und die Rückzugstendenz bzw. Ver- Diskussion
bung nicht entnehmen. In der 77. meidung von körperlichen Routine- Im Tschaggunser Mirakelbuch
und 141. Gutthat werden – wenn- aktivitäten. Die Unfähigkeit, in einer werden zahlreiche krankheitsbezoge-
gleich weniger detailliert – ähnliche Attacke der Messe zu folgen, könnte ne Gutthaten beschrieben. Angesichts
Beschwerden, die ebenfalls an eine auf eine Reizüberflutung im Sinne der sehr begrenzten medizinischen
Sehnerventzündung denken lassen, einer Licht- und/oder Lärmemp- Möglichkeiten zur damaligen Zeit ist
beschrieben. findlichkeit, wie sie ebenfalls typi- es nachvollziehbar, dass die Kirche in
scherweise bei einer Migräne auftritt, einer vom katholischen Glauben stark
Migräne schließen lassen. geprägten Gesellschaft eine entschei-
Eine weitere sehr detailreiche dende Rolle bei der Suche nach Gene-
Beschreibung einer Erkrankung findet Das Alter für das erstmalige Auftre- sung einnahm. Die beiden Gutthaten
sich in der 66. Gutthat. Dort zeigt ten einer Migräne liegt typischerwei- wurden als Beispiel ausgewählt, da die
Christian Thoma von Tschaggun / se vor dem 40. Lebensjahr. Vorbo- zugrunde liegenden Erkrankungen
ein Mann von 58. Jahren die Gutt- ten, wie visuelle Wahrnehmungen, auf den ersten Blick dem medizini-
hat an. Die betroffene Person leidete Sprachstörungen oder anderweitige schen Laien mitunter verborgen blei-
bereits lebenslänglich gar beschwer- neurologische Ausfallserscheinungen ben, sie aber doch relativ detaillierte
liche Kopfschmerzen / meistens an (eine sogenannte Aura), werden nicht Angaben zu den Symptomen beinhal-
Sonn= und Feyertägen / und bey gros- dezidiert beschrieben, sodass in erster ten und somit Rückschlüsse auf eine
ser Versammlung des Volks bey den Linie von einer Migräne ohne Aura konkrete Diagnose und den zu erwar-
Vormittägigen Gottesdiensten. Die auszugehen ist. Bei der betroffenen tenden Verlauf zulassen.
Kopfschmerzen führen dazu, daß er Person treten die Beschwerden haupt-
oft aus der Kirchen gehen / und hart sächlich an Sonn- und Feiertagen Aus heutiger Sicht lassen sich bei
zu Beth niderligen müssen bis den auf, weshalb eine spezielle Form der den Gutthaten einige Verzerrungen
andern Tag. Dabei sind die Schmer- Migräne, die sogenannte Wochen- feststellen, die bei der Erstellung des
zen so gross / daß er [(F 8) recto] ver- end-Migräne („weekend migraine“) Mirakelbuchs von zentraler Rolle
meynt / der Kopf werde ihm zersprin- vermutet werden kann. Die beschrie- gewesen sein dürften. Eine wesentli-
gen. benen Kopfschmerzen lassen sich auf- che Verzerrung ist bei der Interpretati-
grund des Ruhebedürfnisses und den on der ursächlichen Zusammenhänge
In den letzten vier Jahren kam es zu Triggerfaktoren gut von anderen pri- zu suchen. In den genannten Beispie-
einer Zunahme der Kopfschmerzen mären Kopfschmerzformen, wie dem len wurde das Abklingen der Sympto-
(vermehrte sich dises Ubel). Darüber Spannungskopfschmerz oder den me mit den getätigten Gelöbnissen in
hinaus ist zu erfahren, dass die betrof- sogenannten trigeminoautonomen Zusammenhang gebracht. Entweder
fene Person mehrmahlen still ligen Kopfschmerzen – mit dem Cluster- trat das gewünschte Ereignis unmit-
bleiben musste. In dieser Gutthat kopfschmerz als bekanntesten Vertre- telbar nach Tätigen des Gelöb-
werden bei einem mittlerweile 58-jäh- ter –, abgrenzen. Sogenannte sympto-
rigen Mann mehrstündige, teils starke matische (sekundäre) Kopfschmerzen,
Kopfschmerzen beschrieben, deren die auf schwerwiegende Ursachen, wie
erstmaliges Auftreten bereits lange z. B. einen Verschluss einer Hirnvene
zurück liegt, mutmaßlich schon auf zurückzuführen sind, sind aufgrund
die Jugend zurückzudatieren ist. Mit des lebenslangen Bestehens und des
den Kopfschmerzen einhergehend attackenartigen Charakters der Kopf-
wird zudem ein vermehrtes Ruhe- schmerzen unwahrscheinlich.
bedürfnis beschrieben. Sonn- und
Feiertage sowie größere Menschen- Bei einer Migräne kann es mit zuneh-
ansammlungen werden als hauptver- mendem Alter oft zu einer Abnah-
antwortliche Trigger angegeben. me der Attackenfrequenz kommen.
Ob das alleine hier der Grund für die
Rückblickend ist die Beschreibung spontane Besserung der Kopfschmer-
gut mit einer Migräne vereinbar. zen war oder ob es zeitgleich mit dem
Viele der heute üblicherweise ange- getätigten Gelöbnis auch zu einer
wandten Diagnosekriterien werden in Änderung des Lebensstils mit einer
der Gutthat angeführt. Dazu gehören unbewussten Reduktion möglicher
die Dauer einer unbehandelten Atta- Migränetrigger (z. B. Stressreduktion)
cke von mindestens vier Stunden, die kam, ist aus der Gutthat nicht ableit-
mittlere bis starke Schmerzintensität bar. Titelseite des Mirakelbuchs von 1757
Gmesblättli 13Seinerzeit nisses auf oder stellte sich innerhalb kurzer Zeit danach ein. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein spontanes Abklin- gen der Beschwerden ohnehin zu erwarten gewesen wäre bzw. nicht ungewöhnlich war, wie etwa bei der Sehnerventzündung in der erstgenannten Gutthat. Verzerrte Rück- schlüsse auf ursächli- che Zusammenhänge wurden wahrschein- lich auch dadurch begünstigt, dass nach Erbringung der Wall- fahrt die Erwartungs- haltung bestand, dass sich die Beschwer- den bessern würden. Eine weitere mög- Doppelseite aus dem Mirakelbuch mit der 66. Gutthat liche Verzerrung ergibt sich zudem aufgrund des zeitlichen Abstands fällt aber auf, dass sich keine Gutthat mit Krankheit sowie in die Rolle der zwischen dem Tätigen des Gelöbnis- findet, die rückblickend Rückschlüsse Kirche bei gesundheitlichen Belan- ses und der Meldung der Gutthat. auf eine klar abgrenzbare und unver- gen. Bei den ausgewählten Beispie- Gerade im ersten Teil des Mirakel- kennbare chronische Erkrankung, len handelt es sich dennoch – bild- buchs werden länger zurückliegen- wie z. B. eine Parkinson-Erkrankung, lich gesprochen – nur um einen Blick de Gutthaten beschrieben. Je größer zulassen, bei der aus medizinischer durch ein Schlüsselloch in die Ver- dieser Abstand ist, desto eher sind die Sicht ein stetig fortschreitender Ver- gangenheit, der nie ganz frei von Spe- Berichte anfällig für eine idealisier- lauf zu erwarten, eine nachhaltige Bes- kulationen bleiben wird. te Erinnerung. Details werden dann serung der Symptome mit den dama- nicht mehr korrekt wiedergegeben ligen medizinischen Maßnahmen Das gesamte Tschaggunser Mirakel- oder gewisse Vorstellungen führen zu aber ungewöhnlich gewesen wäre. Es buch wurde von Dr. Edith Hessenber- einem selektiven Berichten oder einer ist denkbar, dass diese Personen die ger und Dr. Klaus Beitl transkribiert Überbewertung von bestimmten Kirche zwar um Hilfe gebeten haben und ist 2018 in Form einer kommen- Details. Darüber hinaus erfolgte die dürften, deren Fälle aufgrund ausblei- tierten Edition als Band 29 der Mon- Aufnahme der Berichte wahrschein- bender Wirkung jedoch nicht Ein- tafoner Schriftenreihe erschienen. lich nur unter bestimmten Gesichts- gang in das Mirakelbuch gefunden Weiters wurde im Jahrbuch 2020 punkten. Da das Mirakelbuch als eine haben. der Montafoner Museen, des Hei- Art Werbeschrift für die Wallfahrts- Auch wenn die Fallberichte nicht die matschutzvereins Montafon und des kirche Hl. Maria zu Tschagguns kon- Anforderungen einer medizinisch- Montafon Archivs eine ausführlichere zipiert war, ist nicht verwunderlich, wissenschaftlichen Kasuistik aus heu- Version dieses Beitrags mit weiteren dass nur Ereignisse mit gewünschtem tiger Sicht erfüllen, finden sich im Fallbeispielen abgedruckt. Ergebnis ausgewählt wurden. Zwar Tschaggunser Mirakelbuch doch wurden einzelne Gutthaten beschrie- teils sehr schöne Beschreibungen von Dr. Florian Brugger (Klinik für Neuro- ben, bei denen aufgrund der Schwere Krankheitsbildern aus dem Blick- logie/Kantonsspital St. Gallen) der Erkrankung und fehlender Aus- winkel der damaligen Zeit. Zudem sicht auf Besserung der Tod als Erlö- gewähren sie einen Einblick in das Dr. Andreas Brugger (Montafoner sung das gewünschte Resultat war. Es Verständnis von und den Umgang Museen/Montafon Archiv) 14 Gmesblättli
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Gmesblättli 15Gastgeber – Interview
„Die Menschen im Wimmelbuch fehlten …“
Tschaggunser Gastgeberinnen und Gastgeber blicken zurück
auf das vergangene Jahr
Ein besonderes Jahr liegt hinter Die vergangene Sommersaison wurden – natürlich mit Abstand – die
uns: Zu Beginn des Sommers waren wurde trotz aller Erwartungen eine Gespräche waren sehr herzlich und
Lockdowns und fehlende Anreisen recht erfolgreiche Saison. Die Gäste die Gäste dankbar, dass sie kommen
auf der einen Seite, bestes Früh- haben den Urlaub und die Natur konnten.
lingswetter und sehr warme Tem- noch mehr genossen als sonst! Wie
peraturen auf der anderen Seite. war der Sommer für dich als Gast- Daniel:
Ein zaghafter Start in den Sommer geber? Kannst du von besonderen
und dennoch eine sehr erfolgrei- Die letzte Sommersaison war gut, aber
Momenten mit deinen Gästen im leider doch etwas kurz. Was wir spezi-
che Sommersaison mit sehr vielen letzten Sommer erzählen?
zufriedenen Sommergästen, die ell in unseren Ferienhäusern gemerkt
die wunderbare Natur bei uns haben, war, dass die Gäste gerne
geschätzt und genossen haben. Daniela: gekommen sind, wenn auch in kleine-
Die Saison war anders, nicht wirk- ren Gruppen. Eine Stammgastfamilie
Weniger persönliche Begegnun- lich planbar und Buchungen kamen konnte aufgrund der Reisebeschrän-
gen aufgrund der Bestimmungen sehr kurzfristig. Wir sind ein klei- kungen nicht anreisen und hat uns als
wie in anderen Jahren, aber dafür ner Familienbetrieb - dies kam uns Dank und kleine Aufmunterung ein
umso herzlichere Begegnungen mit zu Gute, denn wir konnten auf die Paket mit Wein geschickt und sich
Gästen. Fehlende Gäste und keine geänderten Gästebedürfnisse und die für die unkomplizierte Stornierung
besonderen Momente mit Gästen Tendenz zu Kurzaufenthalten schnell bedankt. Das hat uns sehr gefreut.
im Winter, dafür aber viel wertvol- reagieren. Die Gäste fühlten sich bei
le Zeit mit der eigenen Familie und uns gut aufgehoben und haben ihren Thomas G.:
Wintertage wie aus dem Bilder- Aufenthalt dann oft noch verlängert.
buch. Für uns war es die erste Sommersaison
Der Urlaub wurde von den Gästen nach der Übernahme. Unsere Gäste
bewusster und intensiver erlebt. Ein- haben den Sommer als sehr ange-
Die Tourismusbranche ist der wich-
heimische und Gäste machten uns nehm empfunden und auch die Ruhe
tigste Wirtschaftszweig im Montafon
Mut und unterstützten uns sehr, z.B. in der Natur und in den Wanderge-
und auch in der Tourismusgemeinde
sind Einheimische extra öfters bei uns bieten genossen. Besonders geschätzt
Tschagguns. Alleine die Wertschöp-
eingekehrt und Wanderer haben den wurde von den Gästen unser weitläu-
fung von € 174,- pro Wintergast und
Tag gemütlich auf unserer Sonnenter- figer Garten. Glücklicherweise war
€ 136,- pro Sommergast, die ein Gast
rasse ausklingen lassen und die Aus- der Sommer sehr schön und die Gäste
während eines einzigen Urlaubstages
zeit vom Alltag genossen. Die Wert- genossen es sehr, unter den Obstbäu-
bei uns im Tal lässt, spricht für sich.
schätzung für unsere Branche ist im men zu flanieren. Verglichen zu den
Das letzte Jahr wurde die Tourismus-
letzten Jahr gestiegen. Jahren davor, waren die Gäste eher
branche sehr gebeutelt. Aus diesem
Grund haben wir bei unseren Gastge- etwas zurückhaltend und die Gesprä-
Romy & Florian: che wurden oft im Stehen bzw. aus
bern nachgefragt, wie sie dieses beson-
dere Jahr erlebt haben. Daniela Däubl- Die Gäste sind viel ruhiger in den Tag der Distanz geführt. Die Resonanz
Gabrielli (Hotel Montabella), Romy gestartet, blieben länger in der Woh- der Gäste war jedenfalls durchwegs
& Florian Pichler (Gauahof), Daniel nung und haben die Ruhe genos- positiv und sie haben ihren Urlaub im
Dönz (Chalets Montafon, Berghof sen. Haben das „Alleinsein – unter Montafon in vollen Zügen genossen.
Piz, Altes Schualhüsli), Thomas Grab- sich sein“ (speziell auch bei uns am
her (AlpenApart Montafon - Haus Maisäß) und die Natur bewusster Familie Vonier:
Engstler) und Familie Vonier (Haus erlebt und gelebt. Unser Angebot vor Der Sommer 2020 war ein guter
Gafrina) haben uns von ihren Erfah- Ort von regionalen Produkten und Sommer. Man merkte richtig, wie
rungen und Erlebnissen erzählt. auch das Angebot zur freien Ent- froh die Gäste waren, endlich einen
nahme von Kräutern und Gemüse Urlaub verbringen zu können. Unsere
Die Interviews wurden inhaltsgemäß aus den Hochbeeten wurde geschätzt Hauptgäste waren Deutsche und
zusammengefasst und aus Lesbarkeits- und auch bewusster konsumiert. Uns Schweizer, und was uns sehr gefreut
gründen etwas verkürzt wiedergege- ist auch aufgefallen, dass die Gesprä- hat, auch wieder mehr Österreicher.
ben. che und der Kontakt zu uns gesucht Die Gäste haben die kurze Anreise
16 GmesblättliGastgeber – Interview
zu uns sehr geschätzt. Ein besonde- ren Kindern sicherlich noch lange eingebremst. Größtenteils wurde die
res Erlebnis war die Ankunft eines in Erinnerung bleiben. Die Atmo- neu gewonnene Freizeit mit und für
älteren Stammgastes, der davor leider sphäre im Freien bei Lagerfeuer und die Kinder eingesetzt und es blieb
mit gesundheitlichen Problemen zu mit Fackeln hatte ein ganz besonde- auch endlich Zeit, für Gedankenspie-
kämpfen hatte. Wir haben ihn sehr res Flair. Das Familienleben haben le über persönliche und geschäftli-
herzlich willkommen geheißen und wir in einer Zeit, wo normalerwei- che Weiterentwicklungen. Zusätzlich
dabei sind ihm die Tränen gekom- se Hauptsaison wäre, sehr intensiv haben wir die Zeit aber auch genutzt,
men, da er so froh war, dass er noch- erlebt. Haben die Natur und unsere um unsere Prozesse zu verbessern und
mals nach Tschagguns kommen Umgebung mit allen Sinnen bewuss- noch mehr Fokus auf die Digitalisie-
konnte. Das hat uns als Gastgeber ter wahrgenommen und sind sehr rung gesetzt.
auch sehr berührt. dankbar, dass wir hier wohnen und
leben dürfen. Familie Vonier:
So eine Wintersaison wie in diesem Die Wintersaison 2020/2021 war die
Winter hatten wir bisher noch nie: Daniel: stillste Winterzeit, die das Haus Gaf-
Dürfen wir neugierig sein und Es war eine bedrückende Saison rina je erlebt hat. Wir sind Vermie-
fragen wie du dich fühlst, was du in irgendwo zwischen Schockstarre im ter mit Herz für unsere Gäste und
deiner „freien Zeit“ getan hast oder September (Reisewarnungen für Vor- die haben uns heuer einfach gefehlt.
wie bei dir in diesem Winter das arlberg) und immer wieder Hoffnung Nicht nur finanziell, sondern auch die
Weihnachtsfest ohne Gäste gefeiert auf Aufbruchstimmung während des Gespräche mit den Gästen oder ein-
wurde? Winters. Als uns im Laufe des Dezem- fach vom Gast zu hören wie schön
bers bewusst wurde, dass vermutlich das Montafon ist. Natürlich ist alles
Daniela: die komplette Wintersaison ausfallen mit viel Arbeit verbunden, aber das
Der erste Schock war sehr groß - wir wird, haben wir uns entschieden die machen wir sehr gerne. Was uns
hofften immer noch auf eine Öffnung Sanitäranlagen im Berghof Piz kom- besonders gefreut hat, dass wir so viele
der Gastronomie- und Hotellerie- plett zu sanieren. Für uns war es daher positive Rückmeldungen auf unsere
Betriebe während des Winters. Es war ein Winter mit viel Arbeit, wenn auch Weihnachtspost bekommen haben.
ein schwieriger Winter aus touristi- einer anderen Arbeit als sonst. Eben- Das haben die Gäste sehr geschätzt
scher Sicht, aber wir sind unendlich falls haben auch die Umbuchungen, und viele haben sich zurückgemeldet
dankbar, dass wir diesen zusammen Absagen und vor allem die persönli- und uns gesagt, dass sie sich schon
als Familie verbringen konnten und che Kontaktpflege sehr viel Zeit in auf den nächsten Urlaub freuen. Wir
alle gesund geblieben sind. Ich habe Anspruch genommen. Sehr auffallend haben dieses Jahr noch mehr schät-
mir seit langem wieder eine Saison- und etwas unheimlich war Latschau zen gelernt, wo und wie wir leben.
karte gekauft, konnte herrliche Skita- an den Abenden – die Weihnachts- Wir haben ein schönes Zuhause mit
ge genießen und unserem Sohn sogar beleuchtung an den Häusern wurde Garten, konnten immer raus und
selber das Skifahren beibringen. Das früher ausgeschaltet als sonst und hatten so eine gewisse Freiheit, trotz
wäre in einem normalen Winter nie Gäste waren auch keine unterwegs der Corona-Regeln. Da machte es
möglich gewesen und das schätze ich – es war wie ein Wimmelbuch, nur nicht so viel aus zuhause zu bleiben.
sehr. Zu Weihnachten wurden Kekse ohne Menschen. Trotz allem haben
gebacken und der Weihnachtsbaum wir auch das Positive für uns heraus- Im vergangenen Jahr hat sich so
geschmückt, doch war es nicht Weih- genommen: Die Renovierungsarbei- vieles ereignet. Hat sich der Kontakt
nachten wie sonst. Normalerweise ten im Berghof Piz hätten wir nie in zu den Gästen verändert? Wurde die
feiern wir alle zusammen – die Gäste, diesem Ausmaß vornehmen können Zeit für Sanierungsarbeiten oder
das Personal und die Familie. Das hat und die Familienzeit haben wir auch Verbesserungen genutzt?
uns dieses Jahr schon sehr gefehlt. sehr genossen.
Daniela:
Romy & Florian: Thomas G.: Ja, wir haben absichtlich zur „alten
Das Weihnachtsfest wurde dieses Jahr Da wir erst Anfang 2020 die Vermie- Methode“, zum Telefon gegriffen und
ohne Verwandtschaftsbesuche und tung von Berthild und Kurt übernom- unsere Stammgäste angerufen und
ohne Gäste gefeiert, es war sehr ruhig, men haben und ich den Weg in die nachgefragt, wie es ihnen geht. Haben
anders, aber auch sehr schön. Wir Selbständigkeit gewagt habe, voller den Hörer dann allen aus unserer
haben viele Spaziergänge gemacht, Tatendrang war, tolle Ideen geschmie- Familie überreicht, dass jeder mit dem
sind rodeln gegangen und haben uns det habe und sehr viel Freude hatte im Gast kurz reden konnte. Die Gesprä-
sehr oft in der Natur aufgehalten. neuen Betätigungsfeld durchzustar- che mit den Gästen waren sehr emoti-
Auch der Nikolausbesuch wird unse- ten, wurde ich durch Covid-19 recht onal und haben alle sehr berührt.
Gmesblättli 17Gastgeber – Interview
Gäste haben angerufen und die Weih- Thomas G.: fekte Bedingungen auf den Pisten
nachtsbuchung auf Ostern verlegt, Ja, wir pflegten einen intensiven sorgten und uns das Skivergnü-
sie hätten sogar Quarantäne in Kauf Schriftverkehr mit Stammgästen und gen ermöglicht haben und unse-
genommen, nur um die Zeit bei uns neuen Gästen. So wurden von uns ren Gastronomiebetrieben, die uns
verbringen zu können. Den Winter fortlaufend Updatemails versendet auch während den Lockdowns mit
haben wir auch für Erneuerungen im und Fragen der Gäste beantwortet. feinen Take-Away-Speisen verwöhnt
Hotel genutzt, für die Neugestaltung Und da wir sehr zuversichtlich sind, haben.
der Website und haben an Weiterbil- dass die Nachfrage nach dem Lock-
dungen teilgenommen. down gut sein wird, haben wir sofort Tourismusausschuss Tschagguns
mit Renovierungsarbeiten begonnen Melanie Fleisch
Romy & Florian: und z.B. im Haus Engstler alle Bade-
Durch Corona haben wir eine zusätz- zimmer erneuert und modernisiert,
liche Kommunikation mit den Gästen die Weiterentwicklung unserer neuen
über WhatsApp gestartet – es hat sich
mit vielen Gästen ein spontaner, lus-
Website vorangetrieben und aktuell
überlegen wir gemeinsam mit unse- Infobox
tiger und lockerer Kontakt ergeben rer ältesten Tochter, wie wir die Social
und wurde von beiden Seiten als Media Kanäle bespielen können und Quick-Facts zum
sehr herzlich empfunden und wird sollen. Es wird nicht langweilig. Montafoner Tourismus-
sicherlich fortgesetzt. Wir haben ein
wunderschönes „Überlebens-Lock- Familie Vonier: Leitbild
down-Paket“ per Post von langjähri- Natürlich konnten wir keine Hände
gen Stammgästen, die jedes Jahr bei schütteln oder Stammgäste umarmen
uns ihren Maisäß-Urlaub verbrin- - das hat sehr gefehlt. Die Abstands-
gen, bekommen. Wir erhielten unter- regel, daran musste man sich erst
Markenkernwert:
schiedlichste Pakete mit z.B. einem gewöhnen. Es hat aber im Großen
Familienspiel, selbstgemachter Mar- und Ganzen alles sehr gut geklappt im ° Geschichtsträchtig
melade, Bastelsachen für unsere Toch- Sommer. Im Winter haben uns viele
ter, usw. Gäste angerufen und gefragt, wie es
uns geht. Wir haben ihnen auch gerne ° Pionierhaft
Neu investiert haben wir in unseren
Bilder vom Skifahren gesendet. Sie
Online-Auftritt und auch an einen
Auftritt in den sozialen Medien haben
haben es uns von Herzen gegönnt, ° Bäuerlich
dass wir auch einmal ruhige Skitage
wir uns durch Corona gewagt. Wir
genießen konnten.
haben auch die Zeit genützt und eine
Aufstellung gemacht, wo wir uns in
Mein Mann Thomas hat nach dem ° Tüchtig
abrupten Sommerende durch die Rei-
5 oder 10 Jahren sehen. Was wir alles
sebeschränkungen gleich wieder los-
erreichen möchten oder auch in den
gelegt und Sanierungsarbeiten durch- ° Eigenwillig
nächsten Jahren investieren wollen.
geführt. Das gehört bei uns jedes Jahr
Daniel: im Frühjahr und Herbst dazu. Zum
Glück kann Thomas vieles selber
Insgesamt gab es weniger persönli- machen, ich helfe ihm dabei - ohne Positionierung:
chen und engen Kontakt mit den Teamwork geht es bei uns nicht.
Gästen. Das Händeschütteln sowie
Die persönlich erfahr-
das eine oder andere Busserl bei lang- Vielen Dank, dass ihr uns an euren
jährigen Stammgästen war leider Erfahrungen teilhaben habt lassen. barste Berg- und
nicht möglich. Was mir ganz tief in Ein herzlicher Dank auch an Denise Lebenswelt der Alpen.
Erinnerung bleiben wird, ist, dass, Draxl für die Vorbereitungen und
egal aus welchem Land unsere Gäste das Führen der Interviews.
auch kommen, wir alle mit sehr ähnli-
chen Problemen während dieser Pan- Und abschließend dürfen wir allen Zentraler Wert:
demie zu kämpfen haben. Das hat Gastgeberinnen und Gastgebern in
zu einer Art Zusammenhalt geführt, Tschagguns für ihren Einsatz und
welcher sogar das neckische deutsch- ihr Tun das ganze Jahr über danken,
persönlich
österreichische Konkurrenzdenken allen Bergbahnen im Montafon, die
verschwinden ließ. die gesamte Wintersaison für per-
18 GmesblättliGastgeber – Interview
Die Gastgeber Thomas & Simone Grabher- Gastgeber Daniel Dönz Gastgeberin Daniela Däubl-Gabrielli
Engstler
Die Gastgeberfamilie Romy & Florian Pichler mit Kindern Die Gastgeberfamilie Vonier
Gmesblättli 19TAIZÉ
„Vo dr Elisa & Miriam“
Seit 2 Jahren gestalten Marina Bahl, Simone Grabher-Engstler und Beatrice Wendt das monatliche TAIZÉgebet jeweils am 1.
Montag im Monat in der Pfarrkirche Tschagguns. Doch was genau ist das TAIZÉgebet?
Marina:
Frère Roger Schutz zog mit 25 Jahren in das burgundische Bauerndorf TAIZÈ und gründete eine klösterliche Gemeinschaft
mit dem Ziel, die Spaltung der Christenheit durch ein einfaches und gastfreundliches Leben zu überwinden. 1974 kam es
zum „Konzil der Jugend“ aus dem internationale Jugendtreffen in aller Welt hervorgingen. Im Alter von 90 Jahren wurde
Frère Roger beim Gebet in Taizè umgebracht und es heißt: „Er wurde nicht für eine Sache getötet, die er verteidigte. Er wurde
für das getötet, was er war.“ Für unser Taizégebet ist mir wichtig, dass wir es schlicht und einfach halten, damit die wenigen
Texte und vor allem die Musik, die Besucher berühren können.
Simone:
Von Anfang an, hieß Beten für die Brüder in Taizé auch Singen. Weil solche Gebete Erfrischung und Erneuerung für die
Gemeinschaft bedeutet, wird großen Wert auf die Musik gelegt. Sie soll die Kraft des Evangeliums erahnen lassen, die Ein-
fachheit, Versöhnung und Vertrauen spürbar machen. Seit dem letzten Jahr ist es uns gelungen, verschiedene Musiker zu
gewinnen, die unsere Gebete nähren.
An unseren Taizègebeten mag ich die liebevolle, verbindende Atmosphäre und die wundervollen Lieder, die das Herz sehr
berühren.
Beatrice:
Die Themen unserer Taizégebete ergeben sich durch die Tagesevangelien. Dazu suchen wir stimmige, einfühlsame Texte, die
das Thema unterstreichen. Um eine einfühlsame Stimmung zu schaffen, lassen wir den Kirchenraum im Kerzenlicht erstrah-
len. Stille, Meditation, gemeinsames Singen und Beten machen das Taizégebet zu etwas Besonderem. Mein Wunsch ist es,
dass wir mit unserem Gebet die Herzen aller erreichen, und dass noch viele begeisterte Menschen den Weg zu uns finden.
Eindrücke unserer Besucher:
Es ist immer anders, aber jedes Mal „verzaubert“ es mich.
Mir gefällt besonders die Mischung aus den schönen, meditativen Taizéliedern, die herzberührenden Texte, die stillen Momen-
te und der Zauber der vielen Kerzenlichter.
Es bietet mir den Raum innehalten, die Liebe Gottes zu spüren, auftanken und gestärkt nach Hause zu gehen. Kompliment
an das Taizéteam. Ich freue mich bereits auf das nächste Mal!
Diese Stunde ist nur für mich, und meine Gedanken haben Platz.
Für mich ist es ein Herunterkommen, Zeit für mich, in der ich wieder Kraft sammle.
Eine halbe Stunde Auszeit, Besinnung, zur Ruhe kommen, Gemeinschaft spüren.
Lauschen, staunen, berührt werden. Dem Alltag entfliehen, Gedanken sortieren. Zur Ruhe kommen, ankommen. SEIN.
Ich schätze das Taizégebet, weil es für mich eine wunderbare Möglichkeit ist, zur Ruhe zu kommen. Als Mama ist das nicht
immer leicht, aber ich nehme mir die Zeit, lasse mich darauf ein und schöpfe viel Kraft daraus.
Der ökumenische Gedanke und die Meditation sind mir wichtig. Für mich war damals das 2. Vatikanische Konzil ausschlag-
gebend, als Papst Johannes der XXXIII. Frère Roger die Kommunion gegeben hat. Das hat mich damals sehr berührt und
heute bin ich froh, dass es die Möglichkeit, dieses besonderen Gebetes auch in Tschagguns gibt.Tourismus
PRESSEINFORMATION MONTAFON TOURISMUS
Workshops für Lehrlinge aus dem Montafon
Erfolgreiche Workshop-Reihe für Tourismus-Lehrlinge wird fortgesetzt
Auf Anregung des Montafoner Tourismusbeirats wurde zu Anfang des Jahres eine Online-
Workshop-Reihe für Lehrlinge aus dem Tourismus ins Leben gerufen um den Nachwuchs-
Touristikern im Tal, trotz geschlossener Betriebe, einen Einblick in die vielfältige Welt des
Tourismus zu bieten. Aufgrund der aktuellen Situation und dem kompletten Ausfall der
Wintersaison wurde eine Strategie entwickelt, durch die die Lehrlinge nicht auf ihre wertvolle
Ausbildung verzichten müssen. Einerseits mit Webinaren und Online-Workshops die seit Jänner
wöchentlich unter anderem durch Montafon Tourismus veranstaltet werden, andererseits mit
Schulungen und Praxisworkshops die mit strengem Sicherheitskonzept in den Betrieben
durchgeführt werden können.
Gemeinsame Durchführung
Bei den bisherigen Terminen konnten bereits unzählige Teilnehmer aus 13 Betrieben für
unterschiedliche Themen begeistert werden. Insgesamt neun Touristiker und Hoteliers aus dem
ganzen Tal beteiligen sich aktiv an der Gestaltung und Umsetzung der Workshops und garantieren
somit eine professionelle Ausbildung der Lehrlinge - auch in schwierigen Zeiten wie diesen. Hotel
Zimba, Sporthotel Grandau, Hotel Fernblick Montafon, Aktiv & Spa Hotel Alpenrose, Alpenhotel
Montafon, Sporthotel Silvretta Montafon, Hotel Vitalquelle Montafon, Relax- & Vitalhotel Adler
sowie das Löwen Hotel Montafon sorgen somit dafür, dass wichtige Themen, Schwerpunkte und
Praxisbeispiele an die Nachwuchsfachkräfte im Tal vermittelt werden können. „Wir haben diese
Krise als Chance genutzt und haben gemeinsam dafür gesorgt, dass die Ausbildung unserer
Fachkräfte von Morgen nicht auch noch auf der Strecke bleibt. Das wäre auf diese Weise
vermutlich im laufenden Betrieb nicht so einfach möglich gewesen. Ich freue mich sehr über diese
Entwicklung, die sich insgesamt sehr positiv auf die Qualität der Lehren im Tourismus auswirken
wird“, sagt Yvonne Grabher-Agueci vom Sporthotel Grandau.
Doch nicht nur Touristiker vermitteln die Inhalte für die genannten Workshops. Es werden
zusätzlich wichtige Themen wie zum Beispiel die Persönlichkeitsbildung in einem dreiteiligen
Workshop durch die ÖHV aufgearbeitet. Ebenfalls hat Heike Montiperle unter anderem das Thema
„Mein sicherer Auftritt“ mit den begeisterten Nachwuchsfachkräften bearbeitet. Ein weiterer
wichtiger Teil des bevorstehenden Programms wird ein „Glücksworkshop“ mit Kohl & Partner sein.
„Aufgrund von Corona ist mein Betrieb schon längere Zeit geschlossen. Als ich von den Workshops
erfahren habe, war ich sehr erleichtert und erfreut darüber. Ich habe bereits einige davon besucht
und bin sehr froh, dass ich mich trotz Pandemie weiterbilden und gleichzeitig meine Lehrzeit nutzen
kann“, mein Benedikt Bolter, GASCHT-Lehrling im Löwenhotel Schruns.
Ein Blick in die Zukunft
„Ab der kommenden Sommersaison werden Fachkräfte gefragter sein denn je. Die Ausbildung
unserer Fachkräfte ist gerade in Zeiten wie diesen wichtiger als jemals zuvor und darf auf keinen
Fall stehen bleiben. Wir setzen alles daran, unseren Tourismus-Lehrlingen die so wichtige
Ausbildung zu garantieren und sie bestmöglich auf das bevorstehende Berufsleben im Tourismus
vorzubereiten“, meint Heike Ladurner-Strolz, Aufsichtsratsvorsitzende von Montafon Tourismus
und Hotelière.
Bildmaterial: siehe Anhang
Pressekontakt: Montafon Tourismus GmbH, Franziska Nitschmann,
franziska.nitschmann@montafon.at, T. +43 50 6686 144
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