Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue

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Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Bewohner- und Mitarbeiter-Zeitung Ausgabe 71 / Winter 2019

                                           Der Schlaue

Kiebitz
Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park

              leckere Süssigkeiten                                Raclette-Schmaus

                      tolle Leistung                   buntes Herbstfest-Angebot
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser
                    Jeder Mensch ist herausgefordert sich mit dem Reigen des Lebens, dem damit verbun-
                    denen Werden und Vergehen, auseinanderzusetzen, insbesondere im Monat Novem-
                    ber. Das Sterben in der Natur ist offenbar und erlebbar, da wir aber wissen, dass aus
                    diesem Vergehen im Frühling wieder neues Leben erwacht, lässt sich mit diesen eher
                    dunklen, kargen und kalten Monaten gut umgehen.
                    Was erwächst aus dem, was aus irgendwelchen Gründen zu Ende geht? Man weiss es
                    nicht immer so klar wie in der Natur. In der Regel ist damit auch erst mal ein Abschied
                    nehmen verbunden, bis sich wieder eine neue Chance, neues Leben auftut.

Sie finden in diesem Heft einen «Abschieds-Brief» jener Freiwilligen, welche über viele Jahrzehnte christ-
liche Andachten im Alterszentrum Park für unsere Bewohnerinnen und Bewohner zelebriert haben. Ein
wichtiges und nachhaltiges christliches Kulturgut kann aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr fortge-
setzt werden, trotz grossen Bemühungen fanden sich keine Nachfolger. Unser Respekt und grosser Dank
für diesen treuen, langjährigen und wertvollen Einsatz gilt der ganzen Schar von Freiwilligen, welche dieses
wichtige Kulturgut so lange gepflegt haben.

Auch wenn langgediente Mitarbeiterinnen wegen Familienzuwachs, Pensionierung oder aus anderen Grün-
den das AZP verlassen, eröffnen sich auch wieder neue Chancen. Schön zu lesen mit welcher Freude und
auch Enthusiasmus zwei langjährige Mitarbeiterinnen nun als «frisch gebackene« Gruppenleiterinnen im
ersten und zweiten Stock Talbach an ihre neue, verantwortungsvolle Aufgabe herangehen.

Weitere Erneuerungsimpulse durchziehen das Leben im AZP: sei es die neu zusammengesetzte Fachkom-
mission, in der nach abgelaufener Legislatur frisch gewählte Mitglieder für andere Blickwinkel sorgen,
oder die neue Studierende HF in der Aktivierung, welche aus der Ausbildung Impulse mitbringt und um-
setzt mit dem improvisierten Entwickeln einer gemeinsamen Geschichte in der Aktivierung.
All dies und vieles mehr an Leben und Impulsen finden Sie in dieser Ausgabe des Kiebitz.

Der meist trübe Novembermonat führt in den Dezember, der zwar äusserlich wenig Licht hat, innerlich da-
für aber umso mehr. Mit jeder Woche geht ein Licht mehr an und ab 21. Dezember geht es auch mit dem
Sonnenlicht wieder jeden Tag ein wenig, aber zuverlässig aufwärts.
Das so eng mit Weihnachten verknüpfte Lied «Stille Nacht, Heilige Nacht» trotzt selbstbewusst allen
Verwässerungstendenzen in Supermärkten und Einkaufzentren und erfüllt am Weihnachtstage mit uralter
Kraft die Herzen mit der friedlichen und segensvollen Weihnachtsbotschaft.
Genau das wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine lichtvolle Adventszeit und gesegnete friedli-
che Weihnachtstage.
                                                                            Ich grüsse Sie herzlich
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Unser Haus                              Impressum                              Inhalt

                                                                               Editorial ..............................3
                                                                               Berichte:
                                                                               Das TZ entwickelt sich ...........5
                                                                               Wir bitten zum Tanz ..............6
                                                                               Dankesanlass ........................6
                                                                               Offener Brief der Andacht .....7
                                                                               Stille Nacht, heilige Nacht ....14
                                                                               Fachkenntnisse vertiefen......15
                                                                               Bruno weiss alles .................16
                                                                               Die perfekte Glut ................ 17
                                                                               Neues aus der Aktivierung...18
                                                                               Samichlaus du guete Maa ...19
                                                                               Szenen aus der Jugendzeit ..22
                                                                               Hier wird nicht gemeckert ...28
                                                                               Glückliche Gewinner ...........28
                                                                               Ferienpass ...........................29
                                                                               Städtischer Personalanlass ...30
                                                                               Pensionierung .....................31
                                                                               4. Rang ...............................31
                                                                               Weihnachten, Fest für alle ...40
                                        Herausgeber
                                        Alterszentrum Park                     Serie:
                                        Zürcherstrasse 84
Bewohner zirka 240
                                        8500 Frauenfeld
                                                                               Das lese ich gerne ...............32
Angestellte zirka 250                                                          Rezept ................................33
                                        Tel. 052 728 71 71
Freiwillige zirka 70
                                        www.alterszentrumpark.ch
Altersheim                                                                     Gedicht:
                                        Redaktionsteam
Haus Talbach                                                                   Wir sind im Dezember .........33
                                        Monika Dieterich, Leiterin Redaktion
Einerzimmer
                                        Astrid Reiser
Ehepaar-Wohnungen                                                              Vorstellung:
                                        Ruth Gerber
Pflegewohngruppe                        Doris Roost                            Melanie Bürge.......................8
Haus Talbach und Haus Ergaten                                                  Marcelle Holenstein ...............9
                                        Fotos
 Einerzimmer
                                        Redaktion / Réception / verschiedene   Fachkommission ..................10
 Zweierzimmer
                                        Layout
Betreutes Wohnen
                                        Monika Dieterich                       Gut zu wissen:
Einerzimmer
Alterswohnungen Parksiedlung Talacker
                                        Druck                                  Veranstaltungskalender .......38
                                        genius Media AG, Frauenfeld
1-, 2- und 3-Zimmer-Wohnungen
                                        Auflage
                                                                               Impressionen:
Tageszentrum Talbach                                                           Herbstfest ...........................20
                                        970 Stück
Tages-, Nacht- und Ferienaufenthalt
                                        Erscheinungsdaten                      Geschenkidee .....................21
Restaurant Park / Café Ergaten          März, Juni, September, Dezember        News:
Bankette / Seminare / Tagungen
                                        Nächste Ausgabe                        Bewohner ...........................34
Hilfsmittelvermietung                   im März 2020                           Personal ..............................36
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Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Blick ins Wohnzimmer            gemalt von einem Tagesgast

Das Tageszentrum Talbach
entwickelt sich weiter
   Erika Baumann

News aus dem Tageszentrum            ich in diesem Artikel kurz berich-   toller Erfolg – nicht zuletzt dank
Talbach                              ten. Eine Massnahme galt der         unserer motivierten Leiterin des
                                     Bekanntmachung und der Intensi-      Tageszentrums, Anna Viglione,
Aufgrund der Tatsache, dass die      vierung der Vernetzung vom TZ in     die bei den Angehörigen bzgl.
Belegung im Tageszentrum Tal-        der Region. Unter anderem bietet     der Rückfrage freundlich nachge-
bach (TZ) 2017 nur gerade            das TZ dieses Jahr vier Anlässe      hakt hat.
72 % betrug, wurde 2018 durch        an, von denen diverse Anspruchs-     Diese Rückmeldungen gaben
eine dafür geschaffene Arbeits-      gruppen profitieren werden. So       interessante Hinweise darauf,
gruppe eine neue Strategie für       fand am 30. März ein Anlass für      wie wir z.B. die Öffnungszeiten
das Tageszentrum entwickelt.         Interessierte statt, denen das TZ    optimieren können. An diese
Diese bestand aus Bernhard           vorgestellt und gezeigt wurde        Umsetzung werden wir nächstes
Liepelt (Zentrumsleiter), Monika     und sie danach mit der Leiterin      Jahr herangehen und Sie sicher,
Dieterich (Verantwortliche für       des TZ bei einem Mittagessen in      mittels einem weiteren Bericht
Kommunikation und Information),      Kontakt treten konnten mit der       im Kiebitz, auf dem Laufenden
Anna Viglione (Leiterin TZ), Urban   Idee, allfällige Fragen in einem     halten.
Kaiser (Amtsleiter für Alter und     informellen Rahmen stellen zu        Für dieses Mal genug News vom
Gesundheit) und Erika Baumann        können. Dieser Anlass wurde im       TZ. Gleichzeitig bedanke ich mich
(Leiterin Pflege andere Wohnfor-     September wiederholt und soll        hiermit herzlich bei allen Beteilig-
men). Unter der Leitung von Frau     auch 2020 zweimal angeboten          ten zum Gelingen, nicht zuletzt
Martina Piffner (externe Unter-      werden.                              auch beim Förderverein Tageszen-
nehmensberaterin) wurde intensiv     Dann fand im Mai ein Abendan-        trum Talbach für ihre finanzielle
gearbeitet, so dass im November      gebot statt, an welchem Heidi        Unterstützung.
2018 ein Strategiepapier vorlag,     Schänzle-Geiger, eine versierte
in welchem Massnahmen zur Um-        Vertreterin der Alzheimer Thur-
setzung in den unterschiedlichs-     gau, ein Fachreferat hielt. Ein
ten Bereichen enthalten waren.       weiteres Fachreferat, mit Verant-
Es gilt zu betonen, dass es sich     wortlichen der Aufsuchenden
bei der Umsetzung der Mass-          Demenz Beratungsstelle TG, fand
nahmen um eine mittelfristige        im November 2019 statt.
Angelegenheit handelt, d.h., sie     Eine weitere Massnahme, die
wird sicher 3-5 Jahre dauern —       durchgeführt wurde, war eine
allerdings haben wir dieses Jahr     Umfrage der Angehörigen unse-
mit den kurzfristigen Massnah-       rer aktuellen Gäste. Die hundert-
men begonnen. Davon möchte           prozentige Rücklaufquote war ein
                                                                                                             5
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Henry Bertschi, Musiker             Anna Viglione mit Tänzer                                  Bally

Wir bitten zum                                                              Dankes-
Tanz                                                                        anlass
    Anna Viglione                                                              Monika Dieterich

Wer hört Musik nicht gerne?            Die Leitung Aktivierung zauberte     Das Alterszentrum Park fuhr
Pop, Rock oder kann es Klassik         mit ihren Gästen feine Guetzli       am 12. September mit den
sein?                                  und salziges Gebäck.                 Freiwilligen HelferInnen nach
                                       Sich bewegen hält fit. Und wie       Schönenwerd aus.
Die Vorlieben sind da verschie-        das stimmt. Es ist auch wissen-
den. Aber sicher bin ich, dass alle,   schaftlich erwiesen, dass tanzen,    Eine Bewohnerin rufte mir keck
die ihre Musik hören, ins Schwel-      sich im Takt bewegen, die Koor-      nach: «Gell, Sie bringen mir
gen kommen. Erinnerungen kom-          dination und auch die Kondition      meine Spazierbegleitung schon
men hoch. Ja gut, schöne und           fördert. Das Gemüt macht auch        wieder zurück.» Gemeint war
eventuell auch weniger schöne.         grosse Sprünge, denn es macht        damit eine Freiwillige Helferin, die
Die erste grosse Liebe, Disco-Be-      auch grossen Spass.                  sich eben zusammen mit ande-
suche, Geburtstage, Familienfeier,     Von den Angehörigen konnten          ren Freiwilligen «auf die Socken
Ferien und vieles mehr.                wir später erfahren, dass unsere     machte», um am Dankesanlass
Am Donnerstag, 17. Oktober war         Gäste in jener Nacht sehr gut ge-    für Freiwillige teilzunehmen.
es wieder soweit. Das Tageszen-        schlafen haben. Alle sind zufrie-    Während einer gemütlichen Stun-
trum Talbach hat die geschützte        den aber müde ins Bett gefallen.     de im Car durften wir zurückleh-
Wohngruppe zum jährlichen              Ich sage euch was, ich auch!         nen und die Reise geniessen.
Tanznachmittag eingeladen.                                                  Im Bally-Schuhmuseum in Schö-
Als wir mit unseren Gästen im                                               nenwerd angekommen, be-
Haus Ergaten eintrafen, wurden                                              suchten wir eine der weltweit
wir bereits von schönen Tönen                                               grössten Schuh-Sammlungen. Die
empfangen. Henry Bertschi sass                                              Museumsführerinnen verstanden
da und haute in die Tasten.                                                 es bravourös, uns mit einer Prise
Es war ein schöner gemütlicher                                              Humor statt mit einem strengen
Nachmittag. Es wurde gesungen,                                              Monolog durchs Museum zu füh-
geklatscht und getanzt.                                                     ren. Danach folgte ein erholsamer
Einige Gäste haben kein Musik-                                              Kaffeehalt, bevor wir die Rückrei-
stück verpasst und waren immer                                              se zum AZP antraten.
auf der Tanzfläche.                                                         Wir wurden freundlich zum Apé-
Das gibt natürlich Durst. Auch                                              ro erwartet und später mit einem
dafür war gesorgt. Es gab Tee,                                              feinem 4-Gang-Abendessen und
Kaffee und andere gute Geträn-                                              einer fröhlichen musikalischen
ke. Eine Stärkung wurde auch                                                Begleitung durch «Knöpfli und
angeboten.                                                                  Vontobel» verwöhnt.
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Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Offener Brief der
ökumenischen
Andachtsgruppe des
Alterszentrum Park

Andacht am Mittwochmorgen
   Luzia Mettler, Koordinatorin Andachtgruppe

Liebe Besucherinnen und               gere Freiwillige zu finden, welche   Es lohnt sich, dem nachzugehen!
Besucher der Andachten am             die Andachten weiter mittragen       Der gelebte christliche Glaube
Mittwochmorgen                        wollen. Wir sind alle sehr traurig   vermag es, uns immer neu zu
                                      darüber!                             stärken und den Tag hell zu ma-
Unsere Andachten wurden in                                                 chen!
den 60er Jahren durch initiative      Wir empfinden, dass wir alle un-
Christinnen verschiedener Kirchen     tereinander sehr verbunden sind.     So wünschen wir Ihnen den rei-
ins Leben gerufen. Es herrschte       Wir haben Sie, liebe Besucherin-     chen Segen Gottes!
Aufbruchstimmung durch das 2.         nen und Besucher, lieb gewonnen
Vatikanische Konzil und ebenso        und den Kontakt mit Ihnen sehr       Im November 2019
durch Aktionen der evangelischen      geschätzt! Wir haben nicht nur       Luzia Mettler für das
Landeskirche. Die Andachten           etwas gebracht, wir wurden auch      Andachtsteam
fanden zuerst im kleinen An-          durch Sie und Ihr Da-sein be-
dachtsraum im Haus Talbach            schenkt! In diesem gemeinsamen
statt. Durch die steigenden Besu-     Unterwegssein wurde christliche
cherzahlen wurden sie später in       Gemeinschaft eindrücklich gelebt.
den Saal des Ergaten verlegt.         Dafür möchten wir Ihnen danken!

An der heutigen Zusammen-             Danken möchten wir dem Haus
kunft unseres Teams haben wir         für das Mitnehmen im Pool der
viele Namen von tragenden und         Freiwilligen. Wir danken auch für
treuen Mitwirkenden aufgezählt,       das Gastrecht im Saal, der immer
die mit dabei waren. Es gibt auch     schön für unsere Bedürfnisse
unter Ihnen Personen, die diesen      eingerichtet wurde!
wertvollen Dienst mitgestaltet ha-
ben. Dafür sind wir sehr dankbar!     Gerne laden wir Sie, liebe Bewoh-
                                      nerinnen und Bewohner des AZP
Nun müssen wir Ihnen leider           und alle interessierten Personen
mitteilen, dass es uns kräftemäs-     ein, das Angebot der Gottes-
sig nicht mehr möglich ist, dieses    dienste vom Freitagnachmittag im
Angebot im neuen Jahr weiter          Saal des Ergaten weiterhin oder
zu führen! Es ist uns bedauerli-      neu zu nutzen.
cherweise nicht gelungen, durch       Spiritualität bekommt oft im Alter
verschiedenste Bemühungen jün-        einen ganz neuen Stellenwert.
                                                                                                             7
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Wohngruppenleiterin
                                    1. Stock Talbach

                    Melanie Bürge

Vorstellung Melanie Bürge
    Melanie Bürge

Gruppenleitung 1. Stock Tal-        stellte mich der Herausforderung.       Bewohner und deren Angehörige
bach                                Da diese Wohngruppe bereits             benötigt.
                                    schon längere Zeit ohne Führung         Den richtigen Skill- und Grade-
Als ich im Jahre 2011 etwas         war, gab es oft knifflige Situati-      Mix von Praktikanten, Betreu-
unschlüssig, meiner Zukunft         onen, die mein Können auf die           ern, Lernenden, Fachfrau/mann
entsprechend, zur Stelle «Frau      Probe stellte, aber meinen Ehrgeiz      Gesundheit und Diplomierten
und Arbeit» ging, liess ich mich    wachsen liess. Seit dem 1. Juli         Pflegefachpersonen zu organi-
quasi zum Studium für die Pflege    2019 ist der 2. Stock aber wieder       sieren, ist eine grosse Aufgabe,
überreden. Ich wusste ja nicht,     mit einer neuen Wohngruppen-            die sich nicht immer ganz einfach
was ich wollte, also warum nicht!   leitung abgedeckt und ich konnte        gestaltet. Trotzdem ist es das,
Nach drei Jahren intensivem Ler-    mich nach einer intensiven Zeit         was mir sehr viel Spass bereitet.
nen schloss ich die höhere Fach-    von 50% Arbeitspensum auf dem           Es gibt jeden Tag Herausforderun-
schule zur Diplomierten Pflege-     2. Stock und 50% auf dem 1.             gen und neue Aufgaben zu lösen.
fachfrau mit Erfolg ab. Auf dem     Stock wieder voll und ganz dem          Denn wir sind Menschen und
1. Stock Talbach durfte ich mein    1. Stock Talbach widmen.                arbeiten mit Menschen.
mit Freude erworbenem Können,       Wie die Zeit vergeht……. und
nun auch anwenden. Um die           am 31. Juli 2019 ging Regula
Wohngruppenleitung zu unter-        Sutter, in den wohlverdienten
stützen, wurde ich ab dem 1. Ja-    Ruhestand. Wie geplant über-
nuar 2017 die Stellvertretung der   nahm ich am 1. August 2019
damaligen Gruppenleiterin Regula    die Wohngruppenleitung vom 1.
Sutter. Irgendwie vermisste ich     Stock Talbach. Es ist mir bewusst,
die Schule so, dass ich mich nach   welch grosse Verantwortung
einer Weiterbildung umschaute       und Herausforderung es mit sich
und die Führungsschule in Angriff   bringt, denn ich konnte viel Ein-
nahm. Anschliessend, passend zur    drücke bezüglich Leitung auf dem
Führungsschule, die Betriebswirt-   2. Stock sammeln. Auf unserer
schaft anhängte. Die Gruppenlei-    Wohngruppe leben 20 pflege-
tung auf dem 2. Stock TB fiel für   bedürftige Menschen, denen wir
längere Zeit aus und ich bekam      ein Zuhause bieten. Es gibt jeden
die Gelegenheit mein bisher er-     Tag grosse Herausforderungen,
lerntes Wissen und Können dort      wo es Entscheidungen und die
als Interims-Leitung einzusetzen.   nötige Sensibilität für individuelle,
Ich nahm das Angebot an und         spezielle Lebenssituationen der
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Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
Wohngruppenleiterin
2. Stock Talbach

Vorstellung Marcelle
Holenstein
  Marcelle Holenstein
                                                                         Sohn Leo und Marcelle Holenstein
Ich arbeite seit 1. Juli 2019 in    Mein Sohn Leo sorgt für den
meiner neuen Funktion als           nötigen Ausgleich. Denn immer,
Wohngruppenleiterin auf dem         wenn ich ihn sehe, bin ich im Hier
2. Stock Talbach.                   und Jetzt angekommen und das
                                    ist mir das Allerwichtigste.
Seit nun mehr als 10 Jahren         Ich liebe es zu tanzen. Am al-
arbeite ich im Alterszentrum Park   lerliebsten tanze ich zu Country
Frauenfeld. Angefangen habe ich     Musik. Diese Art von Tanz nennt
mit einem Pensum von 80 %.          man Line Dance und stammt aus
Nach der Geburt meines Sohnes       Amerika. Es wird in einer Linie
Leo, der mittlerweile zu einem      zu einer Choreographie getanzt.
kleinen Lausbuben von 4 Jahren      Und der Vorteil dabei ist: « Frau
herangewachsen ist, senkte ich      kann es alleine tanzen»
mein Pensum auf 50%.                Um den Ausgleich komplett zu
Seit geraumer Zeit habe ich den     machen und wenn es meine Zeit
Wunsch nach einer beruflichen       erlaubt, gehe ich 1-mal / Woche
Veränderung in mir verspürt. Die    ins Yoga um Körper/ Seele und
Stelle als Wohngruppenleiterin im   Geist in Einklang zu bringen.
2. Stock Talbach war vakant und     Meistens klappts.
nach längerer Überlegung habe
ich mich dazu entschlossen mich     Fazit: Es gibt immer etwas zu
zu bewerben. Hat ja dann auch       tun….
geklappt.                           In diesem Sinne
Ich bin sehr glücklich mit meiner
Entscheidung. Die neue Funktion
bietet täglich neue Herausforde-
rungen, denen ich mich gerne
stelle.
Ich schätze die Zusammenarbeit
mit meinen Kolleginnen und mei-
ner Vorgesetzten sehr. Sie haben
immer ein offenes Ohr für mich
und geben mir Unterstützung,
wo ich sie gerade brauche.
                                                                                                        9
Kiebitz Spannende Geschichten aus dem Alterszentrum Park - Der Schlaue
wir haben sechs Sitzungen
im Jahr

                                                                                              Elsbeth Aepli Stettler

Vorstellung der Fachkommission
     Elsbeth Aepli                                                              Elsbeth Aepli Stettler

Im Juni 2019 begann die neue            gefunden werden. Die vier neuen     •   Stadträtin (sogenanntes Ne-
Legislatur des Stadtrates               wie auch die drei bisherigen            benamt mit einem theoreti-
Frauenfeld, im Oktober haben            stellen sich nachfolgend vor. In        schen 45%-Pensum), Rechts-
wir die Schwerpunkte für die            der neuen Zusammensetzung gab           anwältin und Fachanwältin
Legislatur 2019-2023 präsen-            es bereits zwei Sitzungen und wir       SAV Familienrecht (selbstän-
tiert. Fürs Alterszentrum Park          konnten von aktiver Mitarbeit,          dig erwerbend, Anwaltsbüro
– ein Betrieb der Stadt Frauen-         breitem Wissen sowie neuen              Schlatter Aepli Partner in
feld – soll eine Strategie 2030         Impulsen profitieren.                   Kreuzlingen und Frauenfeld)
entwickelt werden, damit das                                                •   12.10.1964, verheiratet mit
AZP auch künftig die Bedürf-                                                    Hansjörg Stettler
nisse der Bevölkerung abde-                                                 •   Hobbys: Reisen, gerne auch
cken kann.                                                                      in die Ferne. Für anderes wie
                                                                                Musik oder Lesen fehlt mir im
Zur beratenden Unterstützung                                                    Moment leider etwas die Zeit.
der zuständigen Stadträtin bzw.
des Zentrumsleiters wählt der                                               Seit 2003 leite ich von Amtes
Stadtrat jeweils – ebenfalls für                                            wegen die Fachkommission. In
die Dauer einer Legislatur – eine                                           der Zentrumsleitung vom Alters-
Fachkommission. Diese Kommis-                                               zentrum hatten wir in den letzten
sion besteht aus sieben Personen                                            Jahren grosse personelle Wechsel,
(inkl. Vorsitz), die sich zu jährlich                                       weshalb Kontinuität im Stadtrat
rund sechs Sitzungen treffen.                                               sinnvoll scheint. Die Frauenfelder
In der Kommission wirken min-                                               Bevölkerung hat mich im Februar
destens zwei Personen aus den                                               2019 nochmals als Stadträtin wie-
Vertragsgemeinden (Gachnang,                                                dergewählt und so freue ich mich
Felben-Wellhausen, Hüttlingen,                                              auf die weitere Arbeit.
Matzingen, Thundorf, Uesslin-
gen, Warth-Weiningen) sowie
Mitglieder des Gemeinderates
Frauenfeld mit. Auf Juni 2019 gab
es aufgrund der verschiedenen
Rücktritte eine grosse Erneue-
rung. Erfreulicherweise konnten
vier neue, engagierte Mitglieder
10
Rosmarie Gysi                    Annina Villiger Wirth                        Stephan Laube

    Rosmarie Gysi                         Annina Villiger Wirth                    Stephan Laube

•   wohnhaft im Bühl Frauenfeld       •   Kantonsschullehrerin an der          •   Immobilienfachmann, selb-
•   18.05.1948, verheiratet, 3            Kanti Frauenfeld, Gemeinde-              ständig erwerbend (Region
    erwachsene Kinder, bald 5             rätin Frauenfeld                         Thurgau), Gemeinderat
    Enkelkinder                       •   28.03.1966, verheiratet mit              Felben-Wellhausen, Ressort
•   Hobbys: segeln auf dem                Damian Wirth, 3 erwachsene               Soziales
    Untersee mit meinem Mann,             Kinder                               •   22.07.1968, verheiratet,
    meinen Gemüse- und Blu-                                                        Patchworkfamilie, 3 halb
    mengarten pflegen, meine          Seit rund 18 Jahren wohne ich                erwachsene Kinder
    Enkelkinder betreuen, wan-        mit meiner Familie im schönen            •   Hobbys: Juniorentrainer (Fuss-
    dern, lesen, stricken und         Frauenfeld. Seit diesem Jahr bin             ball)
    häkeln                            ich für die CH (Chrampfe und
                                      Hirne) im Gemeinderat. Meine             In meiner neuen Funktion als
Als ausgebildete Kinderkranken-       Hobbys passen zu meinem Beruf.           Gemeinderat Soziales in Felben-
schwester und Mütterberaterin         Ich bin gerne mit Menschen               Wellhausen darf ich unsere
habe ich mich den grössten Teil       zusammen, bewege mich aber               Gemeinde in der Fachkommissi-
meines Berufslebens mit Kin-          auch gerne in der Natur, insbe-          on AZP vertreten. Durch meine
dern beschäftigt. Als Mitglied im     sondere auf dem Velo. Mir gefällt        Arbeit und auch privat werde
Vorstand des kantonalen Spitex        der Langsamverkehr und die               ich mit dem Thema «Wohnen
Verbandes war ich für das The-        Rücksichtnahme aufeinander, mit          im Alter» oft konfrontiert, insbe-
ma Kinderspitex zuständig, habe       Möglichkeit zum «Schwatz» auf            sondere in der Form «Wohnen
mich aber natürlich auch für          der Strasse. Das erhöht meiner           mit Betreuung». Ich schätze es,
Fragen rund ums älter werden          Meinung nach die Lebensqualität.         in dieser Fachkommission Wissen
beschäftigt und realisiert, dass es   Ich freue mich, in dieser wich-          und Erfahrungen austauschen zu
bei diesem Thema einige Baustel-      tigen Kommission für das APZ             können, um nachhaltige Lösun-
len gibt. Deshalb engagiere ich       mitwirken zu dürfen. Das Wohl            gen für das AZP zu finden und
mich gerne in der Fachkommis-         der älteren Menschen liegt mir           neue Erkenntnisse in meiner
sion des Alters-und Pflegeheims,      am Herzen. Selber wünsche ich            Gemeinde umsetzen zu können.
um bei der bestmöglichen Gestal-      mir auch ein glückliches Alter mit       Ich wurde sehr freundlich in der
tung für die Lebensbedingungen        liebevollem Umgang. Meiner Mei-          Fachkommission aufgenommen
alter Menschen mitzudiskutieren.      nung nach hat das jeder Mensch           und freue mich auf weitere Jahre
                                      verdient.                                der Zusammenarbeit.

                                                                                                                11
Christian Mader                       Karin Hollenstein                          Bernhard Liepelt

     Christian Mader                         Karin Hollenstein                       Bernhard Liepelt

•    Schreiner, Bereiche Servicelei-     •   Sozialversicherungsfachfrau         •   Zentrumsleiter AZP
     tung und Verkauf; Gemeinde-             bei einer Unfallversicherung        •   2.01.1960, geschieden, seit
     rat Frauenfeld                          als Case Manager, Gemeinde-             17 Jahren in Partnerschaft mit
•    13.06.1970, verheiratet, 2              rätin Gachnang                          Regula Senn. 5 eigene Kinder,
     erwachsene Kinder                   •   28. Februar 1966, verheiratet,          4 Kinder und 5 Enkel aus der
•    Hobbys: Familie, Fussball,              drei erwachsene Kinder                  Partnerschaft und 1 eigener
     Politik                             •   Familie, joggen, Skifahren und          Enkel.
                                             Freundschaften pflegen              •   Hobbys: sich in der Natur
Die demographische Entwick-                                                          bewegen mit unserer Pudelin
lung und die damit verbundenen           Seit dem 1. Juni 2019 bin ich im            Mascha oder mit dem Fahrrad
Veränderungen mit denen sich             Gemeinderat der Vertragsge-                 oder Liegerad oder Schwim-
unsere Gesellschaft auseinan-            meinde Gachnang und vertrete                mern, Lesen, bevorzugt gute
dersetzen muss beschäftigen              diese in der Fachkommission des             Krimis, Auseinandersetzung
und interessieren mich sehr. Eine        Alterszentrum Park. Ich bin für             mit erneuerbaren Energien
Institution wie das Alterszentrum        das Ressort Gesellschaft und Ge-            und Autarkie, Hintergründe
Park ist in diesem laufenden Pro-        sundheit zuständig, welches sich            vom Menschsein und Ent-
zess stark herausgefordert. Dabei        auch mit den Altersfragen ausei-            wicklung.
einen tiefen Einblick zu erhalten        nandersetzt. Mein persönliches
und mit meiner beruflichen und           Anliegen sind die Bedürfnisse und       Ich finde es ungemein spannend
politischen Erfahrung Lösungs-           Herausforderungen im Alter. Die-        institutionelle Zusammenhänge
ansätze mitzugestalten, erfüllen         se werden aufgrund der Demo-            zu analysieren, zu verstehen und
mich mit Freude.                         grafie in den kommenden Jahren          über Kommunikation und gute
                                         weiter an Bedeutung gewinnen.           Beziehungsarbeit sinnvoll zu
                                         Es ist mir ein Anliegen, dass ältere    gestalten. Wenn ich dann merke,
                                         Menschen würdevoll und wohl-            dass ein Betrieb den Menschen,
                                         wollend betreut werden. Ich freue       für den der Betrieb da ist, das
                                         mich, dass ich in der Fachkom-          gibt, was sie brauchen, sowohl in
                                         mission des Alterszentrum Park          Bezug auf Bewohnerinnen und
                                         mitwirken und Entscheidungen            Bewohner wie auch in Bezug auf
                                         mittragen darf.                         Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
                                                                                 gibt mir das Bestätigung, Freude
                                                                                 und somit auch Motivation.

12
Sandra Rindler                                                             Astrid Reiser

    Sandra Rindler                                                           Astrid Reiser

•   Diplomierte Berufsschulleh-       nen aufzunehmen und anzuge-        •   Assistentin des Zentrumslei-
    rerin MAS höhere Fachschule       hen. Werte wie Eigenständigkeit,       ters und der Leitung Pflege
    Pflege, Bachelor in Science of    Lebensqualität, biographische      •   03.10.1967, verheiratet mit
    Nursing                           Prägungen, ethische Grundsätze,        Marcel Sprenger, ein Sohn
•   28.09.1978, Lebenspartner,        würdevolles Altern sind für mich   •   Hobbys: wandern (besonders
    ein gemeinsamer Sohn (geb.        leitend. Deshalb freue ich mich        mehrtägige Touren), biken,
    Aug. 2015)                        auf eine spannende, vielseitige        klettern, Aktivitäten in der
•   Hobbys: Laufsport, Ski fahren,    und anspruchsvolle Aufgabe.            Natur, lesen, Tai-Chi, Silber-
    sich in der Natur aufhalten,                                             schmieden
    reisen und lesen sofern die
    Zeit nebst Familie und Beruf                                         In meiner Rolle als Assistentin des
    dazu reicht                                                          Zentrumsleiters bin ich für die
                                                                         Führung des Protokolls zuständig.
Seit ich im Berufsleben stehe,                                           Es ist spannend und aufschluss-
befasse ich mich mit Menschen in                                         reich an den Sitzungen dabei zu
unterschiedlichen Lebensspannen                                          sein und Ansichten, Meinungen
und Lebenssituationen. Immer                                             und Inputs von Betrachtern von
wieder finde ich es faszinierend                                         ausserhalb zu erhalten.
mich mit diversen aktuellen The-
men rund um den Menschen, wie
z. Bsp. Gesundheit, Gesundheits-
erhaltung, Alter, Familie, Bildung,
usw. auseinanderzusetzen. Aus
diesem Grund motiviert es mich
sehr, dass ich seit diesem Jahr
aktiv in der Fachkommission tätig
sein und mein Fachwissen als
Berufsschullehrerin für Pflege ein-
bringen kann. Wichtig ist mir da-
bei mit meinen Kolleginnen und
Kollegen aus der Fachkommission
sachlich und professionell diverse
Herausforderungen zum Wohl
der Bewohner und Bewohnerin-
                                                                                                          13
Stille Nacht, Heilige Nacht
     Doris Roost

Die Entstehung des Weih-             Weihnachtsliedes «Stille Nacht!      von Mohr weist den Schriftzug
nachtsliedes Stille Nacht, Heili-    Heilige Nacht!». Gruber über-        «Text von Joseph Mohr mpia
ge Nacht                             reichte noch am 24. Dezember         Coadjutor 1816» auf.
                                     1818 dem musikkundigen Mohr
Aus der Hoffnungslosigkeit           seine Komposition. Da diesem         Es sind sanfte Töne und tröstende
entsteht Neues: Jedes von Men-       das Lied gefiel, wurde es im Rah-    Worte, die die Herzen berühren:
schenhand geschaffene Werk           men der Christmette gesungen.        «Stille Nacht! Heilige Nacht!» ist
verweist auf die Zeit seiner Ent-    Mohr sang Tenor und übernahm         ein Lied, dessen Zauber seit mehr
stehung. So auch das Volks- und      die Begleitung mit der Gitarre,      als 200 Jahren ungebrochen ist.
Weihnachtslied «Stille Nacht! Hei-   Gruber sang Bass. Das Lied fand      Ein Lied, das Trost verspricht und
lige Nacht!». Seine getragene Me-    bei der Oberndorfer Bevölkerung      Hoffnung schenkt, immer und
lodie und seine trost- und hoff-     allgemeinen Beifall.                 immer wieder. Und das in mehr
nungsspendenden Worte lassen         Wir erfahren in der «Authenti-       als 300 Sprachen und Dialekten
Rückschlüsse auf seine Erschaffer,   schen Veranlassung» nichts über      rund um den Globus. Und sogar
deren Lebenserfahrungen und          die Motive, die zur Entstehung       mit sechs Strophen.
einen darüber hinaus reichenden,     des Liedes führten. Eine Vermu-
grösseren Kontext zu.                tung lautet, dass das alte Positiv   1. Stille Nacht! Heilge Nacht!
«Es war am 24. Dezember des          der Kirche nicht bespielbar ge-      Alles schläft, Einsam wacht
Jahres 1818, als der damalige        wesen sei und Mohr und Gru-          Nur das traute heilige Paar.
Hilfspriester Herr Josef Mohr        ber deshalb ein Lied mit Gitarre     Holder Knab› im lockigten Haar;
bei der neu errichteten Pfarre       Begleitung schufen. Um diese         Schlafe in himmlischer Ruh!
St. Nicola in Oberndorf dem          erstmalige Darbietung von «Stille    Schlafe in himmlischer Ruh!
Organistendienst vertretenden        Nacht!» ranken sich viele Legen-
Franz Gruber (damals zugleich        den und romantische Geschich-        2. Stille Nacht! Heilge Nacht!
auch Schullehrer in Arnsdorf) ein    ten, die die Entstehungsgeschich-    Gottes Sohn, O! wie lacht
Gedicht überreichte, mit dem         te mit anekdotischen Einzelheiten    Lieb› aus Deinem göttlichen
Ansuchen eine hierauf passende       ausschmücken.                        Mund. Da schlägt uns die retten-
Melodie für zwei Solostimmen                                              de Stund; Jesus! in deiner Ge-
sammt Chor und für eine Gitarre-     Wie wir heute wissen, schuf          burth! Jesus! in deiner Geburth!
Begleitung schreiben zu wollen.»     Mohr den Liedtext bereits 1816,
so beschrieb Franz Xaver Gruber      als er Hilfspriester in Mariapfarr   3. Stille Nacht! Heilge Nacht!
am 30. Dezember 1854 in der          im Lungau gewesen war. Das           Die der Welt Heil gebracht,
«Authentischen Veranlassung»         1995 aufgefundene einzige «Stille    Aus des Himmels goldenen Höhn
die Entstehungsgeschichte des        Nacht!»-Autograph aus der Hand       Uns der Gnaden Fülle lässt sehn:
14
am Ball bleiben, damit
                                    unsere Bewohnerinnen
                                    und Bewohner profitieren
                                    können

                                    Fachkenntnisse
                                    vertiefen
                                       Ramona Meier

Jesum in Menschengestalt!           Das Jahr neigt sich dem Ende           bestimmt alle bereits angegange-
Jesum in Menschengestalt!           zu, verschiedene Fort-und              nen Themen weiter vertiefen.
                                    Weiterbildungen begleiteten
4. Stille Nacht! Heilge Nacht!      die Mitarbeitenden der Pfle-
Wo sich heut alle Macht             ge und Betreuung über das
Väterlicher Liebe ergoß             ganze Jahr.
Und als Bruder Huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!          Die Aneignung und Vertiefung
Jesus die Völker der Welt!          unserer Fachkenntnisse ist für
                                    den Pflegealltag zentral. Durch
5. Stille Nacht! Heilge Nacht!      Forschungen entwickelt sich die
Lange schon uns bedacht,            Profession der Pflege stetig weiter
Als der Herr vom Grimme befreyt,    d.h. neue Ideen und Methoden
In der Väter urgrauer Zeit          werden entwickelt und können
Aller Welt Schonung verhiess!       angewandt werden. Für uns ist es
Aller Welt Schonung verhiess!       wichtig am Ball zu bleiben, damit
                                    unsere Bewohnerinnen und Be-
6. Stille Nacht! Heilge Nacht!      wohner von den neuen Erkennt-
Hirten erst kundgemacht             nissen aus der Pflegeentwicklung
Durch der Engel «Hallelujah!»,      profitieren können. Schwerpunkte
Tönt es laut bey Ferne und Nah:     dieses Jahres waren Strategien im
«Jesus der Retter ist da!»          Umgang mit Konflikten (Deeska-
«Jesus der Retter ist da!»          lation), Basale Stimulation, Valida-
                                    tion und Palliative Care. Sehr in-
Besten Dank für den Hinweis einer
Bewohnerin des AZP, dieses Thema    teressante Austauschnachmittage
aufzugreifen                        über verschiedene medizinische
Quellenverweis Text: https://www.   Themen durften wir mit unserem
stillenacht.at/geschichtliches/     Zentrumsarzt Herr Dr. Wagels er-
                                    leben. Für nächstes Jahr sind neu
                                    noch Weiterbildungen im Bereich
                                    Demenz und Geriatrie geplant,
                                    eine überarbeitete Version der
                                    Pflegedokumentation wird auf
                                    uns zu kommen und wir werden
                                                                                                         15
vor dem Eingang Haus Ergaten                          bitte öffnen   Winterstimmung

Bruno weiss alles
     Doris Roost

Im letzten Kiebitz habe ich in         und -filmen, insbesondere auf die
meiner Bankgeschichte über             in den 1960er Jahren populären
die roten Bänke vor dem Haus           Edgar-Wallace- und Agatha-Chris-
Ergaten geschrieben. Da habe           tie-Verfilmungen.
ich mich gefragt, wo denn die
Spielfiguren für das Nünimol           Der Titel findet sich im Refrain
und das Schachspiel seien.             des Liedes wieder: «Der Mörder
                                       war wieder der Gärtner, und der
Nach Redaktionsschluss hat mir         plant schon den nächsten Coup.
Bruno den Tipp gegeben, mal in         Der Mörder ist immer der Gärt-
die rechte Ecke neben der Ein-         ner, und der schlägt erbarmungs-
gangstüre zu schauen. Und siehe        los zu!»
da, fein säuberlich angeschrieben
sind die Figuren dort gelagert.        Bei uns im Alterszentrum Park
Also, wer Lust auf ein Spiel hat,      schlägt der Gärtner aber auf kei-
bedient sich und stellt sie nach       nen Fall erbarmungslos. Er steht
gewonnenem Spiel bitte wieder          immer gerne mit Rat und Tat zur
zurück.                                Seite; Bruno weiss alles.

***

(Anmerkung der Redaktion mit
einem Schmunzeln)

Nicht nur im Krimi sondern auch
im AZP:

«Der Mörder ist immer der Gärt-
ner» ist ein Lied von Reinhard
Mey von 1971.

«Der Mörder ist immer der Gärt-
ner» ist eine Parodie auf populäre
Stereotypen in Kriminalromanen
16
Ingrid Beck und Jennifer Bottlang                Bewohner der Parksiedlung Talacker erleben die Gemeinschaft

Die perfekte Glut
   Ingrid Beck, Jennifer Bottlang

Was für ein schöner Sommer-            Der Grund des Anlasses ist fol-      natürlich auch schon das tolle
abend im Spätsommer 2019.              gender:                              Wetter dazu bestellt.
Die Wetterprognosen für                Bewohner in den drei Häusern
diesen Abend waren perfekt.            der Parksiedlung Talacker, äussern
Einem gemütlichen Grillabend           immer einmal wieder, sich besser
steht nichts im Weg.                   kennenlernen zu wollen respek-
                                       tive Gemeinschaft pflegen zu
Die Grillschale von unserem Leiter     können. Diesem Anliegen wollten
Hotellerie, Michael Tobler, stand      wir mit diesem Anlass gerecht
im Rasen beim Haus B, unserer          werden. Das Echo war entspre-
Parksiedlung. Das Holz wurde           chend gut.
vom technischen Dienst bereit-
gestellt und so entfachten Ingrid      Die Festbänke füllten sich, die
Beck, Leiterin Aktivierung, und        Trinkbecher wurden gehoben,
Jennifer Bottlang, Leiterin Projek-    neue Bekanntschaften entstan-
te Hotellerie, um 16 Uhr ein tolles    den und alte Bekannte genossen
Feuer.                                 das Zusammensein.

Es war kein 1.-August-Funken           Zwischenzeitlich zischte es auf
aber ein richtig grosses Grillfeuer.   dem Grill. Auch uns zwei «Gril-
Die ersten Bewohner sahen              leurinnen» wurde es heiss. Ein
bereits aus dem Fenster, wie wir       erfrischender Möhl-Most und die
im Nachhinein erfahren haben.          Teilnahme an diesem gelungenen
Das Feuer trug zur Vorfreude bei       Anlass waren uns Entschädigung
und wir zwei wollten eine perfek-      genug.
te Glut, damit alle eine perfekt
gegrillte Wurst bekommen.              Beim Einrichten und Aufräumen
                                       wurden wir tatkräftig von ein-
Das gelang uns auch, alle Anwe-        zelnen Bewohnern unterstützt.
senden genossen zur gegebener          Hand in Hand wurde gearbeitet,
Zeit eine heisse und knusprige         dafür sei gedankt.
Bratwurst oder einen Servelat-
krebs. Einfach wunderbar!              Wir haben bereits fürs Jahr 2020
                                       einen Grillplausch geplant und
                                                                                                             17
Sticken,
                                     Häkeln und
                                     Brandmalen

                   Michelle Muheim

Neues aus der Aktivierung
     Michelle Muheim

Studierende Aktivierung AT           den Wochenenden und Ferien bei
HF                                   meinem Schatz auf der Alp unter
                                     dem Speer auf der Toggenbur-
Ich heisse Michelle Muheim und       ger Seite. Die Aussicht, die Ruhe
komme aus dem schönen Tog-           und Luft war einfach nur «chogä
genburg. Ich bin jetzt im 2. Aus-    schöö».
bildungsjahr zur Aktivierungsfach-
frau HF. Vor meiner Ausbildung       Geschichten erfinden
habe ich die Lehre als Fachfrau      Einmal im Monat wird in der
Gesundheit abgeschlossen in          Aktivierung mit sechs bis acht
einem etwas kleineren Betrieb in     Bewohnerinnen und Bewohnern,
Brunnadern. Schon vor der Aus-       die an einer Demenz leiden, eine
bildung war ich sehr an der Akti-    kreative Geschichte erfunden.
vierung interessiert und mit Hilfe   Anhand eines Bildes wird gemein-
meiner damaligen Ausbildnerin        sam eine Geschichte erfunden.
habe ich den passenden Ausbil-       Bei den Bewohnerinnen und Be-
dungsplatz gefunden und konnte       wohnern werden durch das Bild
im September 2018 starten. Das       Erinnerungen geweckt und es
erste Jahr habe ich im Senioren-     entsteht eine Offenheit, da alles
zentrum Uzwil absolviert.            was gesagt wird, richtig ist.
Meine Hobbys sind Sticken,           Das Ganze wird von zwei Mit-
Häkeln, Brandmalerei und noch        arbeiterinnen der Aktivierung
vieles mehr im gestalterischen       begleitet. Wobei eine Person die
Bereich. Aber auch musikalisch       Gruppe durch gezielte Fragen
darf es nicht fehlen, denn ich       leitet und die zweite Mitarbeiterin
spiele Schwyzerörgeli und singe      das gesagte so aufschreibt, wie es
sehr gerne. Dazu bin ich noch als    die Bewohnerinnen und Bewoh-
Sonntagschulleiterin in der Kirche   ner sagen.
dabei und geselle mich gerne
auch öfters mal zu den Schützen
hinzu. Je nach Saison bin ich aber
auch auf der Skipiste oder in den
Bergen anzutreffen. Besonders
diesen Sommer war ich oft an
18
Sami Niggi
Näggi,
hinterem Ofä
steck i, gib
mir ...
                                                                                           «Schmutzli, chum au»

Samichlaus, du guete Maa
   Ingrid Beck

Samichlaus, du guete Maa              und erzählt das amena andera           higet. Vilicht kömens au Rüebli
(erfundene Geschichte)                Samichlaus und übertriebt as biz.      über. Es isch im Winter.
                                      Er hät gfroget, ob er wieder dörf      Mier händ immer uf dr Stross
Dr Samichlaus isch do mitem           koh. Wenn er öpis bringt, denn         gschlittschüelet.
Schmutzli. Dr Samichlaus hebet        scho.                                  Jetzt bhaltet er die Rössli as paar
d Ross zrugg. Er hät Schlittschu-     Dr Samichlaus lebt allai, er hät       Täg und ma muess sie au futtere.
eh ah. Es isch kalt, dr Boda isch     no Fuchs, Reh und en Hund. Dä          Es isch nit so an liechte Job.
gfroora.                              bellet wenn er kunnt. Er hät no        Mä muess psychologisch vorgoh
Dä hät id Hose gschisse. Dr Mist-     an Ghilfe, damit dr Samichlaus nit     bi dä Chind. Es hät notürli Chind,
stock isch jo grad do hine. Ma hät    alles muess allai macha.               wo ihn no nia gseh händ. Die
könna meina, dass es dr Samich-       Zerscht muess dr Samichlaus ds         händ Angst. Er sait vilicht: I nimm
laus isch. Zwei Esel hebet er, zwei   Trinkete verteile. As Glas für jedes   di in Sack, wenn nit recht tuesch.
Miniaturpferdli.                      oder zwei, aber kei Alkohol.           Am Miststock müends no Cer-
Dr Samichlaus muess luege, dass       Er muess heba wie verruckt, dass       velat brötla oder Brotwürst. Es
er dr Ross überkunnt und sie          nöd abhauet. Die sind guet gfüet-      schmeckt guet.
kann fuettere. Susch isch ihm dr      teret worda mit Rüebli.                Sami Niggi Näggi, hinterem Ofä
Sack ds schwer. Kurz nochdem          D Rössli heissen Peter und Choli       steck i, gib mr Nuss und Biire,
er dia Ross kah hät, isch das Bild    und sind Zwilling. Dr bruun isch       denn chum i wieder füre.
gmacht worda.                         dr Choli-Fritz und dr ander dr
A Glocka kah ma ghöre. Dr             Peter-Fritz.
Samichlaus kann au fluche, drum       Dr Peter-Fritz hät wissi Hoore wie
händ d Chind Angst vor ihm.           mier.
Er hät en rechta Sack, wo gfüllt      Vilicht heisst ds wisse au Emi-
isch mit Nuss, Schoggi, Biber,        lia. Uf all Fäll müessten sie sich
Ruete und Guetzli muess er dabi       kenne.
ha.                                   Wenn d Ross dr Chlaus müend
Für üs Erwachseni bruchts kai         züecha, müends ihm au folga. Sie
Ruete. Es hät aber no Chind dabi.     müend richtig z Essa ha.
Es isch mögli, dass er ufem Bu-       Dr Chlaus muess die Ross recht
urehof lebt. Normalerwis lebt er      heba, susch hauends ihm ab. Die
imena alta Huus im Wald dusse.        händ halt meh Chraft als mier.
Dr Samichlaus tuet döt Cervelat       Denn göhnds wieder in Stall
brötla und er tuet achli Gegend       zrugg. Jetzt kunnt er denn inna
aluege. Er loht sini Fantasie walta   und bringt Schoggi. Das beru-
                                                                                                              19
26. Oktober

              Herbstfest   ein
                           gelungener
                           Anlass

20
beliebte Geschenke
      ein            ...der für Ihre Liebsten, die
      herzlicher
      im  Alterszentrum  Park wohnen
                     Fest-
      Dank...

                                                                                 ert
                     kommission war schön!

                                                                             ne W
                                  n

                                                                            h
                               ee

                                                                        er o
                                                                    Must
                                 id
                              nk
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                                       ra nt - s
                                                 r
                        sc

                                 sta u      e fü
                             • Reutschein Park und
                      Ge

                               G aurant
                               Rest Ergaten
                               Café                a rk
                                          r   im  P
                                  oif   u
                                      fe in
                                C
                               • tsche
                                 Gu                     a c k e r
                                                 e  T al
                                        p f le  g
                                • Fusnsdra Fuchs
                                   Sa

Muste
     r ohne
            Wer   t

                                                                                21
1957 damals an der
                                          Gerlikonerstrasse 4

           ein Bild aus früheren Zeiten

Szenen aus der Jugendzeit
     Idee: Doris Roost
     Autor: Helene Zürcher und Walter Zimmermann
So spielte das Leben im heuti-            Garage gehen, Krankenwagen             schen am Telefon zum Zeitver-
gen Betreuten Wohnen                      herausholen, zur Zentrale am Ein-      treib gab es damals nicht.
                                          gangs-Portal fahren, Arzt mitneh-
Anfang 1957 sind wir von Wigol-           men und losfahren. Ein Alarmsys-       Damals war der Eingang des Hau-
tingen an die Gerlikonerstrasse 4         tem gab es damals in dem Sinne         ses auf der Nordseite, also der
in Frauenfeld umgezogen. Damals           noch nicht. Nach einigen Jahren        Zürcherstrasse zugewandt. In der
waren wir, Walter (Sohn) 4 1/2            wurde eine sogenannte PSA              Küche gab es einen Steintrog und
Jahre alt und Helene (Tochter) er-        (Personen-Such-Anlage) in Betrieb      einen freistehenden elektrischen
blickte im Herbst 1958 die Welt.          genommen. Das war ein kleines          Kochherd.
Bis zum Umzug des Kantonsspi-             Gerät das der Fahrer auf sich trug
tals in den Neubau nach Huben             (wenn er Dienst hatte). Dieses         Der Umbau des gesamten Hauses
im Jahre 1974 verbrachten wir an          piepste, wenn er gesucht wurde.        müsste etwa im Jahr 1960 statt-
der Gerlikonerstrasse 4 unsere            Vom nächstgelegenen Telefonap-         gefunden haben. Dabei wurde
Jugendzeit.                               parat musste er dann die Zentrale      der Eingang auf die Westseite
                                          anrufen. Da die Gerlikonerstrasse      (also Richtung ehem. Spital) ver-
Wir sind im oberen Stock dieses           4 unweit vom Spital entfernt war,      legt, indem dort in einem Anbau
Hauses eingezogen während                 funktionierte das am Feierabend        der Treppenaufgang realisiert
unten eine Familie Kaufmann               und in der Nacht auch ganz gut.        wurde. Dadurch wurde es mög-
wohnte. Herr Kaufmann war,                Wir bekamen das schwarze Wähl-         lich, im Treppenhaus vom Haus-
wie unser Vater, als Kranken-             scheiben-Telefon im Flur neben         eingang bis zum Dachstock zu
wagenfahrer und im Hausdienst             der Heizung an die Wand mon-           gelangen ohne dass man durch
des Kantonsspital Frauenfeld              tiert. Klar, dass dieses bei Pikett-   eine Wohnung gehen musste.
tätig. Krankenwagenfahrer, das            dienst des Vaters frei sein musste     Vor dem Umbau ist die Familie
hiess damals noch so. Alle Kran-          und deshalb nicht oder nur sehr        Kaufmann ausgezogen und hat
kenwagenfahrer hatten damals              schnell benutzt werden durfte.         den Kindergarten an der Gerliko-
noch weitere Hauptaufgaben.               Überhaupt war zu dieser Zeit das       nerstrasse 11 übernommen und
Unser Vater war hauptsächlich als         Telefon hauptsächlich dazu da,         dort gewohnt. Wir blieben wäh-
Betriebshandwerker tätig und hat          um wichtige Informationen kurz         rend der Umbauphase. Wohnen
in erster Linie defekte Sachen und        und knapp auszutauschen. Man           konnte man dem allerdings nicht
Apparate repariert. Wenn es zum           musste sich vor einem Telefo-          sagen. Es war mehr ein Hausen.
Einsatz ging, hiess es, die Arbeit        nat genau überlegen, was man           Das ganze Haus war vom Umbau
niederlegen an der man gerade             sagen und fragen wollte, um die        betroffen und sah aus, als hätte
war, kurz Hände waschen, brau-            Telefonzeit kurz zu halten. Telefo-    eben ein Bombenangriff statt-
nen Fahrermantel überziehen, zur          nieren war kostspielig und quat-       gefunden. Für die Bauarbeiten
22
mit Fernseher zum
                                       Abschliessen
               das Betreute Wohnen

musste das Haus vollständig mit        Besitz der Familie Nater) an der      Kinder hatten unsere Zimmer
Holzgerüsten eingerüstet werden;       Zürcherstrasse Bier holen und das     nicht in der Wohnung, sondern
Stahlgerüste gab es noch nicht.        Pfand für die zurückgebrachte         im Dachbodengeschoss. Eine
Die Wände auf der Westseite wa-        Flasche behalten. Ja, zu jener Zeit   Eingangstüre trennte das Trep-
ren herausgebrochen worden und         durfte während der Arbeit noch        penhaus vom Gang. Direkt ge-
das Treppenhaus neu angebaut.          Bier getrunken werden.                genüber der Eingangstüre befand
Manchmal wusste wir kaum,                                                    sich der Estrich und links davon
wie wir in die noch bewohnten          Die Wohnungs- und Zimmerein-          war ein kleines Zimmer, welches
Zimmer gelangen konnten. Als           teilung unseres neuen Zuhause im      zur unteren Wohnung gehörte.
Treppe dienten Hühnerleitern,          ersten Stock war wie folgt. Auf       Das Bad, genau das gleiche wie
Bretter mit aufgenagelten Quer-        dem mittleren Boden hatte es          in unserer Wohnung, lag direkt
latten im Abstand von 50 cm. Die       eine Küche, ein Stübli, eine gute     über dem unteren Bad. Daneben
Küche gab es nicht mehr. Der ein-      Stube, das Elternschlafzimmer         befand sich eine abgeschrägte
zige Wasserhahn, den wir hatten,       und ein Bad mit Badewanne. Das        Abstellkammer. Unsere beiden
war draussen auf dem Holzgerüst        Bad, Richtung Zürcherstrasse und      Kinderzimmer, rosa und grün
bei einem Zwischenboden. Dieser        die Küche zum Kiesplatz galten        gestrichen, befanden sich rechts
Wasserhahn war vor allem für die       für jene Zeit als modern. In der      von der Eingangstüre. Sie hatten
Körperpflege gedacht, Kochen           Küche wurde der alte Steintrog        je ein Fenster über dem Garten in
war nicht möglich. Das Essen           durch eine Chromstahlkombina-         Richtung Gerlikon. Zum hinteren
bekamen wir von der Spitalküche        tion mit Schränken im Unterbau        grünen Zimmer führte ein kleines
in Metall-Speiseträger geliefert, in   ersetzt und es gab einen kleinen      «Gängli» um den Heizungskamin,
der gleichen Art und Weise wie         Kühlschrank (Marke Forster aus        welcher sich von unten durch das
es auf den Betten-Abteilungen im       Arbon). Der grau emaillierte,         ganze Haus zog.
Spital verteilt wurde. Wir kön-        freistehende Elektro-Kochherd
nen uns erinnern, dass uns der         mit dem Backofen blieb aber           Ich (Helene) kann mich gut erin-
Inhalt nicht immer zusagte. Für        bestehen. Im kleinen Stübli, mit      nern, wie der Estrich häufig mit
uns Kinder war der Umbau aber          Fenstern zum Garten und zum           Lindenblüten zum Trocknen üppig
auch spannend. Man war mitten          Spital hin, durften wir Kinder        belegt wurde. Ein Durchkommen
auf der Baustelle. Es war immer        uns aufhalten und spielen. In der     war dann schwierig. Die Blüten
etwas los und mit den Bauarbei-        guten Stube zur Gerlikonerstrasse     stammten vom Lindenbaum
tern entstand eine Freundschaft.       hin befand sich der Fernseher mit     neben dem Veloraum und wur-
Manchmal durfte ich (Walter) für       abschliessbarem Schiebtürchen.        den nach dem Trocknen zu Tee
den einen oder anderen Bau-            Dieses wurde nur für besondere        verarbeitet.
arbeiter im Restaurant Ilge (im        Sendungen aufgeschlossen. Wir
                                                                                                            23
dieses Haus hat schon
                                     vieles gesehen und erlebt

           Betreutes Wohnen heute

Die anderen Räume im Oberge-         gab in es jedem Zimmer einen        diesen Zimmern auch mit dieser
schoss waren für uns tabu. Nur       kleinen Abstellraum in den man      Heizung dennoch meist «saukalt»
das WC und Lavabo wurden von         hineinkriechen konnte. Im Buben-    an den Vorfenstern entstanden
uns Kindern benutzt. Die Bade-       zimmer wurde ein abschliessbarer    über die Nacht jeweils Eisblumen.
wanne blieb meist trocken, zum       Raum mit Licht eingerichtet, in
Baden wurde die Wanne in der         dem wir uns zurückziehen konn-      Später wurden die Heizungen mit
Wohnung genutzt. Aber…, im           ten. Im Mädchenzimmer war der       einem Ölbrenner versehen und
Spital, genaugenommen im Abs         Zugang allerdings durch eine da-    daneben an der Wand ein kleiner
(Absonderungshaus, ein separa-       vorstehende Kommode blockiert,      Öltank mit einem Fassungsver-
tes Gebäude für Patienten mit an-    was bei mir keine Begeisterung      mögen von zirka 20 Liter ange-
steckenden Krankheiten.) gab es      auslöste.                           bracht. Von da an mussten wir
eine Dusche. Nur zu gern packte      In jedem Zimmer gab es einen        nie mehr Kohle aus dem Keller
ich meine Sachen ein, schnappte      gusseisernen Holzofen. Nach         hochschleppen, sondern Öl in
ein spitaleigenes Leiterwägeli und   einem Zwischenfall, bei dem         einer speziellen Giesskanne.
fuhr zum Duschen ins Abs.            Rauchgas in die Zimmer hinein-      Nach diesem Wechsel hielt uns
Auch unsere Wäsche wanderte          gedrückt wurde, sind die Öfen       ein Heizungszwischenfall auf
zum Spital hinüber und wurde in      entfernt und durch Warmluftka-      Trab. Ein Mieter der unteren
der Spitalwäscherei gewaschen.       näle im Durchmesser von 15 cm       Wohnung (wir hatten mindestens
In unserem Wäschehüsli befand        ersetzt worden, welche mit dem      4x neue Nachbarn) heizte mitten
sich eine Wäscheschleuder, aber      Kohlenofen verbunden waren. In      im Sommer ein. Der aufsteigende
keine Waschmaschine.                 jedem Zimmer gab es beim Luft-      russige Rauch konnte in der Som-
                                     auslass einen Schieber mit Klap-    merwärme nicht aus dem Kamin
Es wurde in jeder Wohnung            pen. Damit konnten wir je nach      austreten und wurde zurückge-
eine Kohlenheizung eingebaut.        Bedarf das Heizen regulieren.       drückt. Beim ersten Ausgang
Die Kohle mussten wir Eimer für      Diese Warmluftkanäle waren für      drückte es den ganzen russigen
Eimer aus dem Keller holen. Die      uns gleichzeitig das Haustelefon.   Rauch aus dem Kamin. Dieser
beiden Kinderzimmer waren im         Wir konnten durch diese Kanäle      erste Ausgang befand sich in der
Dachstock nach Süden (Gerlikon)      mit jemandem in einem anderen       Mitte von unserer Wohnung.
ausgerichtet. Das Linke war das      Raum sprechen. Die Mutter rief      Nachdem sich der Rauch verzo-
Bubenzimmer und grün gestri-         uns so jeweils zum Essen. Wir       gen hatte, zeigte sich das ganze
chen und das Rechte war das          konnte aber auch hören, was in      Ausmass dieser Hantierung. Die
Mädchenzimmer in rosa. Die De-       den anderen Räumen gesprochen       ganze Wohnung mit Wänden,
cke beider Zimmer war zur Dach-      wurde. Das war aber nicht immer     Möbeln und Teppichen waren mit
Aussenseite angeschrägt. Darum       ein Vorteil. Im Winter war es in    einer öligen schwarzen Schicht
24
wenn das Haus sprechen könnte...

überzogen. Die Reinigungsar-        Treppe zu gelangen, die Füsse in     sollten dort an speziellen Haken
beiten waren sehr aufwendig         der Luft versteht sich. Die Ver-     an der Wand aufgehängt werden.
und beschäftigten nicht nur uns,    schraubungen dieser Gitterstäbe      Für uns Kinder war das immer ein
sondern auch meine Schulfreun-      hat diesen Akrobatikübungen          Kraftakt und darum blieben die
din und alles was sonst noch zur    aber nicht Stand gehalten. Sie       Velos vielfach unten.
Verfügung stand. Die Freude         wurden mit der Zeit lose. Kein       Im Sommer waren die Fenster des
über die sauber geputzte Woh-       Wunder, wir wurden ja schliess-      Schöpfli immer mit roten Gerani-
nung währte nicht lange. Unser      lich auch immer schwerer.            en versehen und eine rote Sitz-
Nachbar versucht noch einmal im                                          bank stand davor. Auch die Fens-
Sommer zu heizen. Glücklicher-      Im Schöpfli gegenüber dem            ter des Treppenhauses wurden
weise wurde diese zweite Aktion     Hauseingang gab es zwei Türen.       immer mit Geranien dekoriert.
von uns etwas früher bemerkt        Die linke gehörte zur Waschkü-       Links vom Schöpfli gab es einen
und die Reinigungsarbeiten ge-      che, wo eine alte Kupferschwing-     Brunnen aus Gusseisen. Auf der
stalteten sich nicht mehr ganz so   maschine mit Wasserantrieb,          rechten Seite im Kiesplatz befand
schwierig.                          aber keine Waschmaschine             sich der Sandkasten und an der
                                    stand. Dafür gab es dort ei-         rechten Stirnseite ein Brombeer-
Im neuen Treppenhaus gab es an      nen ausgedienten Waschzuber          strauch und später ein Hasenstall.
der Aussenseite schwarze Hand-      mit Holzfeuerung. Die rechte
läufe aus Kunststoff und zwi-       Türe ging in den Geräte- und         Der Hofplatz und auch die Geh-
schen den Treppen waren weisse,     Werkzeugraum. Gartengeräte,          wege um den Gemüsegarten
metallene Gitterstäbe ange-         Handwerkzeuge, Kinderwagen           herum waren mit grobem Kies
bracht, als Abtrennung damit nie-   aber auch Trotinette waren dort      ausgelegt. Das war hervorragend
mand hinunterfallen konnte. Dort    untergebracht. Eine Leiter führte    für uns Kinder um beim Spielen
wo die Treppen sich trafen waren    zum Dachboden. Das Besteigen         die notwendigen Felder ins Kies
sie kurz und zum Zwischenboden      dieser Leiter war für uns Kinder     zu zeichnen. Am Sonntag hinge-
hin wurden sie immer länger und     verboten. Trotzdem oder vielleicht   gen musste der ganze Kiesplatz
der äusserste Stab war dicker als   gerade deswegen, war dieser          sauber aussehen. Also war am
alle anderen. Das war für uns       Geräteschuppen so etwas wie ein      Samstag immer jemand am Kies
Kinder eine Einladung um jeweils    Abenteuerspielplatz.                 rechen («chüzele») und dieses
beim Hinunterrasen mit Schwung      Velos durften im Geräteraum          «Ärbetli» «durften» auch manch-
an diesen äussersten Stab zu        nicht eingestellt werden. Die-       mal wir Kinder erledigen. Anfang
hechten und an demselbigen          se mussten im Nebenraum mit          Winter wurde jeweils das ganze
mit beiden Händen festhaltend,      Eingang von der hinteren Seite       Kies zu einem Haufen zusammen-
mit Schwung zur nächst unteren      untergebracht werden. Die Velos      geschoben und so bis im Frühling
                                                                                                         25
viele Erinnerungen sind geblieben

belassen um es dann wieder zu       Dieses Haus hatte noch Vorfens-      ilette. Manchmal sind wir Kinder
verteilen.                          ter die während der Wintermona-      dort hin gegangen um unser
                                    te eingesetzt wurden. Mit dieser     „Geschäft“ zu erledigen, vor
Rechts vom Haus (Richtung           Massnahme wurden die Fenster         allem am Abend wenn wir damit
Gerlikon) befand sich der Garten    etwas besser isoliert. Im Sommer     rechnen mussten das unsere El-
zur unteren Wohnung. Gleich         wurden diese Fenster jeweils im      tern uns nicht mehr nach draus-
davor war unser etwas grösserer     Estrich gelagert. Das hiess, im      sen lassen würden wenn wir in
Garten. Unser Garten hatte pfeil-   Herbst mussten sie vom Estrich       die Wohnung kamen. In einem
gerade Beete. Alle wurden mit       heruntergeschleppt und auf dem       separaten abschliessbaren Neben-
Richtschnur und Meter ausgerich-    Hofplatz zuerst gereinigt werden     raum in diesem Häuschen hatte
tet und geradlinig bepflanzt. Es    ehe man sie einsetzen konnte. Im     der Strassenwart sein Refugium.
wuchs fast alles was die Küche so   Frühling wurden sie wieder de-       Dort lagerten Karren, Besen,
brauchte. Für uns Kinder war es     montiert und zum Estrich hoch-       Schaufeln, Pickel und weitere
immer ein glücklicher Tag, wenn     geschleppt. Bei diesen Aktionen      Werkzeuge, die man braucht, um
wir eine Beere erwischten, ohne     wurden jeweils alle Hände ge-        die Strassen in Schuss zu halten.
dass es bemerkt wurde.              braucht, auch jene der Kinder.       Eine Strassen-Putzmaschine gab
                                                                         es damals noch nicht. Die Stadt
Vor dem Garten stand die            Nach dem Umbau wurde im              hat erst später eine angeschafft.
‘«Wöschhänki»’ mit der Teppich-     Rasen auf der Seite des ehemali-     Das war ein riesengrosses graues
stange. Diese Stange eignete sich   gen Einganges eine 8 Meter hohe      Ungetüm und der Fahrer sass
ganz besonders als Turngerät.       weiss gestrichene Fahnenstange       weit oben, um den Überblick zu
Fast alles wurde daran auspro-      aufgestellt. Und an jedem Fens-      haben.
biert. Manchmal unterlegten wir     terladen auf der Strassenseite
die Stangen mit alten Spitalma-     wurden spezielle Röhrchen mon-       Beim Gartentor zum öffentlichen
tratzen damit die oftmals nicht     tiert. Jeweils an Feiertagen wehte   WC/Strassenunterhalt-Häuschen
funktionierenden Turnelemente,      die Schweizerfahne am Mast und       stand oder steht ein Zypressen-
nicht so schmerzten.                in die Röhrchen an den Fenster-      ähnlicher grosser Baum mit ge-
Am hinteren Teil war ein ‘«Ri-      läden wurden kleine Fähnchen         schwungenen Ästen im unteren
itiseil’» montiert. Auch dieses     gesteckt um das Haus würdig zu       Teil. Man konnte sich wunderbar
Gerät eignete sich für waghalsige   dekorieren.                          in die unteren Äste legen und von
Sprünge. Man versuchte bei im-                                           der grossen weiten Welt träumen
mer höheren Schwüngen abzu-         Im Strassenwärterhäuschen an         oder sich einfach nur im Baum
springen. Dabei störten nur die     der Gerlikonerstrasse 2 gab es       verstecken.
Drähte der «Wöschhänki»’            eine Damen- und eine Herrento-
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