Hämatologie und Onkologie 2/2019 - DGHO
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2/2019
Ausgabe Berlin, Juni 2019
Hämatologie und Onkologie INHALT
MITGLIEDER-RUNDSCHREIBEN DER DGHO Ergebnisse der Wahlen zum Vorstand���� 3
Aufruf zur Kandidatur für das
4. Vorstandsamt������������������������������������ 3
Aufruf zur Kandidatur für den Beirat������� 4
Liebe Kolleginnen und Kollegen, den Ausgabe finden Sie bereits ein Positi- Protokoll Außerordentliche
Mitgliederversammlung������������������������ 5
liebe Mitglieder, onspapier zum Thema.
Positionspapier zur zukünftigen
einen der Schwerpunkte der Frühjahrs- Mit dem Terminservice- und Versorgungs- onkologischen Versorgung / 14. Band
tagung bildete der Themenkomplex „For- gesetz (TSVG), das Mitte Mai in Kraft ge- der Gesundheitspolitischen
Schriftenreihe erschienen������������������� 10
schung in der Onkologie – Roadmap treten ist, fallen die Kosten für fruchtbar-
2019“. Im Rahmen einer Pressekonferenz keitserhaltende Maßnahmen für junge DGHO-Frühjahrstagung 2019��������������� 14
während der Frühjahrstagung stellte die Patientinnen und Patienten mit Krebs in Stellungnahme zum Referentenentwurf
für ein „Gesetz für mehr Sicherheit
DGHO ihre „Roadmap 2019 für die Erfor- die Leistungspflicht der gesetzlichen Kran- in der Arzneimittelversorgung“����������� 18
schung von Krebs- und Bluterkrankungen kenkassen. Die Regelung geht auf eine Historische Forschungsstelle��������������� 20
in Deutschland“ vor. Die von Expertinnen Initiative der DGHO und der Deutschen Stipendieninitiative der DGHO������������� 24
und Experten aus Deutschland, Österreich Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs
Erhalt der Fruchtbarkeit bei jungen
und der Schweiz erarbeitete Roadmap zurück. Bevor die Kosten für die Kryokon- Krebspatienten – jetzt gesetzlich
anerkannt!������������������������������������������ 26
identifiziert die wichtigsten Herausforde- servierung in der täglichen Praxis über-
rungen der nächsten zehn Jahre und gibt nommen werden, muss der Gemeinsame Deutsche Stiftung für
junge Erwachsene mit Krebs���������������� 28
überdies konkrete Empfehlungen, wie Bundesausschuss (G-BA) allerdings noch
Bewerbung um die Mitgliedschaft������� 32
durch eine strategische Wissenschaftsför- eine Richtlinie erlassen.
13. Band der Gesundheitspolitischen
derung im Bereich der hämatologischen Im Rahmen der Stipendien-Initiative der Schriftenreihe erschienen������������������� 34
und onkologischen Forschung der An- DGHO wird das José Carreras-DGHO-Promo- Veranstaltungshinweise���������������������� 37
schluss an die Weltspitze sichergestellt tionsstipendium ab sofort zweimal pro Jahr
werden kann. ausgeschrieben. Bewerbungsfristen sind
Die Bevölkerung der Bundesrepublik der 15. Januar und der 30 Juni des jeweili- dass sie ihre Ämter – mit dem breiten eh-
Deutschland altert, und dies hat einen gen Jahres. Bis zum 30. Juni 2019 sind auch renamtlichen Engagement der Mitglieder
erheblichen Einfluss auf das zukünftige noch Bewerbungen für die gemeinsamen im Rücken – zum Wohle der Fachgesell-
Erkrankungsspektrum der in Deutschland Promotionsstipendien mit der Deutschen schaft ausüben werden. An dieser Stelle
lebenden Personen sowie deren medizini- Gesellschaft für Ernährungsmedizin, der rufen wir noch einmal zur Kandidatur für
scher Versorgung. Die DGHO hat in Zusam- GMIHO Gesellschaft für Medizinische Inno- das Amt eines weiteren Mitglieds im Vor-
menarbeit mit dem Institut für Community vation – Hämatologie und Onkologie mbH, stand (Amtsperiode: 2020 bis 2021) auf.
Medicine der Universitätsmedizin Greifs- der Sieglinde Welker-Stiftung und der Dr. Mit diesem Mitgliederrundschreiben
wald nun zum zweiten Mal ein Gutachten Werner Jackstädt-Stiftung möglich! möchten wir Sie auch ganz konkret zur
erstellt, das in Form des 14. Bandes der Für Ihre aktive Beteiligung an der Wahl aktiven Mitwirkung als Mitglied im Beirat
Gesundheitspolitischen Schriftenreihe zum neuen Vorstand möchten wir uns ganz der DGHO einladen – bewerben Sie sich
am 22. Mai 2019 auf einer Pressekonfe- herzlich bedanken! Ganz herzlich gratulie- jetzt! Wir freuen uns auf die gemeinsame
renz im Rahmen des Hauptstadtkongress ren wir den gewählten Kandidatinnen und Arbeit mit Ihnen in diesem wichtigen Gre-
vorgestellt worden ist. In der nächsten Kandidaten, die ihre Ämter am 1. Januar mium. Zuletzt wünschen wir Ihnen einen
Ausgabe des Mitgliederrundschreibens 2020 antreten und wünschen Ihnen schon schönen Sommer und eine interessante
berichten wir ausführlich. In der vorliegen- jetzt viel Erfolg. Wir sind davon überzeugt, Lektüre dieses Mitgliederrundschreibens!
Michael Hallek Carsten Bokemeyer Diana Lüftner Florian WeißingerPositionspapier der DGHO zu den Herausforderungen durch
den demografischen Wandel für künftige Anforderungen in
der onkologischen Versorgung in Deutschland
Das vorliegende Positionspapier wurde gemeinsam mit dem 14. Band der Gesundheitspolitischen Schriftenreihe der
DGHO „Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen“
Auswirkungen auf die Versorgung im Rahmen einer Pressekonferenz am 22. Mai 2019 in Berlin vorgestellt.
Einleitung • Krebserkrankungen
Die Anzahl der jährlich neu auftretenden Krebser-
Die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland krankungen wird von 2014 auf 2025 um absolut
altert, und dies hat einen erheblichen Einfluss auf das 52.000 Fälle auf ca. 523.000 zunehmen. Den
zukünftige Erkrankungsspektrum der in Deutschland stärksten Fallanstieg bei den Männern gibt es bei
lebenden Personen sowie deren medizinischer Versor- Prostata-, Dickdarm- und Lungenkrebs, der relativ
gung. Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie stärkste Anstieg liegt bei Harnblasenkrebs. Bei
und Medizinische Onkologie e. V. hat in Zusammen- Frauen ist die größte Fallzahlzunahme bei Brust-,
arbeit mit dem Institut für Community Medicine der Darm- und Lungenkrebs zu erwarten, der höchste
Universitätsmedizin Greifswald nun zum zweiten Mal ein relative Fallzahlanstieg liegt beim Bauchspeichel-
Gutachten erstellt und dieses in Form des 14. Bandes drüsenkrebs. Die 10-Jahres-Prävalenz von Krebser-
der Gesundheitspolitischen Schriftenreihe „Deutsch- krankungen steigt zwischen 2014 und 2025 rech-
landweite Prognose der bevölkerungsbezogenen nerisch um 243.000 Fälle auf knapp 2,9 Millionen
Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen. Personen an. Den größten Anstieg machen auch
Auswirkung auf die Versorgung.“ veröffentlicht. Das hier die Erkrankungen mit der größten Neuerkran-
Gutachten lässt neben einer Abschätzung der Entwick- kungsrate aus, d. h. Prostatakarzinom, Darm- und
lung der Krebsmorbidität in Deutschland auch Rück- Brustkrebs aus.
schlüsse auf den Bedarf von regionaler onkologischer
Versorgung zu. • Komorbidität
Da im Alter sowohl Krebserkrankungen zunehmen
Ergebnisse als auch das Risiko für andere Erkrankungen steigt,
ist die Analyse von Komorbiditäten bei Krebser-
• Demografischer Wandel krankungen von besonderer Relevanz, weil dies
Die Gesamtbevölkerung in Deutschland wird von 2014 zusätzlich einen erheblichen Einfluss auf Behan-
bis 2025 um ca. 1,3 Millionen Einwohner (+ 1,6 %) delbarkeit und Prognose haben wird. Parallel zum
wachsen. Dabei wird sich eine deutliche Alterung mit Anstieg der Krebserkrankungen bis 2025 wird auch
einem überproportionalen Anstieg der Altersgrup- der relative Anteil der Krebserkrankten, die zusätz-
pen der über 60- bzw. über 80-Jährigen (Anzahl der lich an Diabetes mellitus, chronisch obstruktiven
Männer über 60: Zunahme um 21 %, Anzahl der Frauen Lungenerkrankungen, koronarer Herzerkrankung,
über 60: Zunahme um 15 %) ergeben. Gleichzeitig Adipositas oder Demenz leiden, überproportional
kommt es in den jüngeren Bevölkerungsgruppen im zunehmen.
Alter zwischen 10 und 59 Jahren zu einer absoluten
Abnahme zwischen 5 und 9 % der in Deutschland
lebenden Personen.
10Bevölkerungsentwicklung 2025
gegenüber 2014 Entwicklung der Zahl von
Ärztinnen und Ärzten*
In den letzten sieben Jahren (2012 – 2018) hat sich
die Gesamtzahl der in Deutschland tätigen Ärzte von
349.000 auf 392.000 erhöht. Die Anzahl von Spezialis-
ten mit der Qualifikation Innere Medizin mit Schwer-
punkt Hämatologie und Onkologie ist innerhalb der
letzten fünf Jahre (2014 bis 2018) von 2.213 auf 2.650
gestiegen. Darüber hinaus ist der Anteil von Ärzten mit
der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
im selben Zeitraum um etwa 800 angestiegen. Die
Anzahl der Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativ-
medizin ist – ebenfalls in den letzten fünf Jahren – von
knapp 9.000 auf knapp 12.500 gewachsen. Aufgrund
der Altersstruktur der tätigen Ärzte ist allerdings ab
dem Jahr 2020 bis 2025 mit dem Ausscheiden eines
erheblichen Teils aktiv tätiger Ärzte aus dem Arbeitsle-
ben zu rechnen, so dass nicht abgeschätzt werden kann,
ob der oben beschriebene Zuwachs den zukünftigem
Versorgungsbedarf abdecken wird.
Schlussfolgerungen
Das vorliegende Gutachten lässt folgende Schlussfol-
gerungen zu:
• Mehr komplexe Therapien
Aufgrund des demografischen Wandels und der
Morbiditätsentwicklung werden verstärkt onkolo-
gisch und internistisch ausgerichtete Therapien
und Langzeitbehandlungen in der Versorgung der
Patienten erforderlich sein, da eine Vielzahl der
• Regionale Verteilung Krebserkrankungen bei älteren Patienten bereits
Eine überproportional stärkere Alterung der Bevöl- fortgeschritten / metastasiert ist. Die gleichzeitig
kerung wird eher in ländlichen Regionen stattfin- zunehmende Komplexität der Wechselwirkungen
den, so dass sich ein Anstieg an Krebserkrankungen verschiedener Medikamente untereinander und der
besonders außerhalb von Metropolregionen mani- medikamentösen Tumortherapie insgesamt erfordert
festieren wird. Das Problem der gesundheitlichen eine große Anzahl und hohe Expertise von in diesem
Versorgung von Patienten mit den genannten Bereich ausgebildeten Spezialisten.
Komorbiditäten und Krebserkrankungen wird daher
zu einem erheblichen Anteil auch in ländlichen
* Daten: Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31. Dezember 2018,
Regionen Deutschlands zu bewältigen sein. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/
downloads/pdf-Ordner/Statistik2018/Stat18AbbTab.pdf
11Krebserkrankungsrate 2025
Zusatzbezeichnung Palliativmedizin ist für die ältere
gegenüber 2014 (Frauen)
Patientengruppe wichtig; hier bedarf es ebenfalls
einer zusätzlichen Expertise in der onkologischen
Beurteilung der Erkrankungen. Ein Großteil der
zusätzlich qualifizierten onkologischen Kollegen
wird für die Nachfolge der ausscheidenden Ärzte in
den Jahren 2020 bis 2025 benötigt.
• Flächendeckende Versorgung
Eine hochwertige Krebsbehandlung besteht nicht
nur in einer kurzfristigen Therapie in einem speziali-
sierten Zentrum, sondern auch in der wohnortnahen
Langzeitbetreuung. Darüber hinaus sind bei älteren
Patienten insbesondere umfassende Angebote in
psychoonkologischer, sozialer und pflegerischer
Hinsicht notwendig. Diese Angebote gilt es auch in
der Breite sicherzustellen. Hierzu müssen Konzepte
zur Einbindung mobiler spezialisierter onkologi-
scher Pflegekräfte, palliativmedizinischer Versor-
Krebserkrankungsrate 2025
gung vor Ort, telemedizinischer Anbindung, Training
gegenüber 2014 (Männer)
von Hausärzten in onkologischer Mitbetreuung,
„Onkolotsen“ etc. entwickelt werden.
• Mehr Hospiz- und Palliativeinheiten
Bezüglich der wohnortnahen terminalen Betreuung
krebskranker Patienten sind Verbesserungen der
Struktur hinsichtlich der Hospizversorgung und
von Palliativeinheiten notwendig. Die spezialisierte
ambulante Palliativversorgung muss weiter ausge-
baut werden. Weitere Maßnahmen sind aber auch
Schulungen für Angehörige und die Etablierung von
Palliativkonsultationsteams der übergeordneten
Zentren in der Region.
Krebsneuerkrankungen
• Bedarf an Spezialisten Fallzahlen (in Tausend)
Die Anzahl fachgebietsübergreifender Weiterbil-
275
dungen muss erhöht werden (die Medikamentöse
Tumortherapie in einzelnen Fachgebieten), gleich-
250
zeitig muss die Anzahl verfügbarer Fachärzte für
Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und 225
Onkologie steigen und dem Bedarf angepasst wer-
den. Auch die Anzahl der verfügbaren Ärzte mit der 200
2014 2025
12Eine älter werdende Gesellschaft: • Zentrale Rolle von „Hämatologie und
Die zunehmende Bedeutung von Internistischer Onkologie“
Komorbiditäten Das Fachgebiet der „Hämatologie und Internisti-
schen Onkologie“ wird als Spezialdisziplin für die
Medikamentöse Tumortherapie eine entscheidende
KREBS UND DIABETES MELLITUS (65+) Rolle bei der Versorgung der steigenden Anzahl
2014 2025 der Krebspatienten in Deutschland des nächsten
2014 113.548 127.800
Jahrzehntes spielen. Dies liegt zum einen an der
Expertise in der Behandlung von internistischen und
160.638 190.397 onkologischen Erkrankungen durch ihren speziellen
2025
Ausbildungsgang und der umfassenden Erfahrung
von Wechselwirkungen sowohl zwischen den ver-
KREBS UND DEMENZ (85+)
schiedenen Krebstherapeutika als auch zwischen
2014 2025 Krebstherapeutika und internistischen Medikamen-
27.059 36.954 ten. Zum anderen gewinnen die immer komplexer
werdenden Therapien und das stetige Hinzukommen
10.268 19.241 neuer innovativer Arzneimittel für die Krebstherapie
an Bedeutung.
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„Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen Morbiditätserwartung
für häufige Krebserkrankungen“
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G E S U N D H E I T S P O L I T I S C H E S C H RG IEFST UE N D
R EH IEHI ET SDP EORL IDT GI SH COH E S C H R I F T E N R E I H E D E R D G H O
Name
Titel Bd.
14 Band 14
Bd.
14 Band 14
Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen • Auswirkungen auf die Versorgung
Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen • Auswirkungen auf die Versorgung
Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen
Deutschlandweite Prognose der bevölkerungsbezogenen
Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen
Morbiditätserwartung für häufige Krebserkrankungen
Anschrift
Bestandsaufnahme
Morbiditätserwartung
Versorgung Datenerfassung
Auswirkungen auf die Versorgung Auswirkungen auf die Versorgung
Versorgungsplanung
Altersgruppen
Versorgung
Demografie Therapiekonzepte
Versorgung
Männer
Anforderungen Morbiditätserwartung
Krebsregister Krebsregister
Harnblase
Frauen Deutschland
Inzidenzen
Bevölkerung Bevölkerung Adipositas Datenumfang Bevölkerung
Therapiekonzepte Deutschland
Therapiekonzepte
Eierstöcke
NeuerkrankungenDiabetes Mellitus Neuerkrankungen
Demografie Demografie
Qualitätsindikatoren Komorbiditäten
Landkreise
Demenz Versorgungsplanung Index Krebserkrankung Landkreise
Demografischer Leukämie
Prävalenz Adipositas Prävalenz
Demenz
Inzidenzen Niere
Anforderungen Demenz
Ergebnisse Ergebnisse
Komorbiditätslast Komorbiditätslast
Wandel
Datenbasis Landkreise Komorbiditäten Datenbasis
Datenbasis
Qualitätsindikatoren
Leitlinien
COPD
Krebsregister
Niereninsuffizienz Planung Krebsregister
Frauen
Index Dick- und Enddarm
Versorgung
Index
Prostata Geschlecht InzidenzenTherapie
Altersgruppen
Prostata
Abbildbarkeit Fallzahlen COPD Adipositas Planung
Abbildbarkeit
Arzt Brust Demografie Bestandsaufnahme
Altersgruppen Datenerfassung Altersgruppen
Jahresaltersgruppen Jahresaltersgruppen
Prävalenz VersorgungPrävalenz
Therapiekonzepte Therapiekonzepte
Abbildbarkeit Komorbiditäten Prävalenz
Neuerkrankungen Neuerkrankungen
Anforderungen Index Anforderungen
Ergebnisse
Inzidenzen Fallzahlen Ergebnisse
Inzidenzen
Männer Männer
Diabetes mellitus Diabetes mellitus
Männer
KrebserkrankungenKrebserkrankungen
Datenumfang Datenumfang
Versorgung Versorgung
Bestandsaufnahme
Brust Therapie COPD Niereninsuffizienz LungeBestandsaufnahme Brust
Geschlecht Geschlecht
Niereninsuffizienz Niereninsuffizienz
Index Index
Niereninsuffizienz Niereninsuffizienz
Planung
Datenbasis Prognose
Deutschland Komorbiditätslast h
Frauen Bestandsaufnahme COPD Deutschland Komorbiditätslast
Datenumfang Datenumfang
Krebserkrankungen Magen Niere
Krebserkrankungen
Datenerfassung Datenerfassung
Eierstöcke Komorbiditäten Eierstöcke
Dick- und Enddarm
Krebsarten Prostata Landkreise
Krebsarten Prostata
Therapie
Komorbiditätslast Komorbiditätslast
Landkreise Männer Landkreise
Prognose
Diabetes mellitus
Harnblase Harnblase
Demenz Demenz
Qualitätsindikatoren bundesweit
Demenz Demenz
Ergebnisse Ergebnisse
Leitlinie
Leukämie Leukämie
Bevölkerung Leitlinien Bevölkerung
Bevölkerung
Abbildbarkeit
Niereninsuffizienz
Geschlecht Index
Planung Datenerfassung Bevölkerung
Datenbasis Datenerfassung Datenbasis
Deutschland Bevölkerung Bauchspeicheldrüse
Fallzahlen Fallzahlen
Komorbiditäten
Geschlecht
Neuerkrankungen Neuerkrankungen
Geschlecht Landkreise Planung
Jahresaltergruppen
Brust Jahresaltergruppen
Geschlecht
Landkreise Neuerkrankungen Fallzahlen Abbildbarkeit
Anforderungen Anforderungen
Krebserkrankungen Krebserkrankungen
Altersgruppen
Versorgungsplanung Versorgungsplanung
Therapie
ISBN 978-3-9818079-5-0 ISBN 978-3-9818079-5-0 Bestandsaufnahme Niere Leukämie Morbiditätserwartung Altersgruppen
Bestandsaufnahme
Qualitätssicherung Prognose Therapiekonzepte Qualitätssicherung
Koronale Herzkrankheit Qualitätsindikatoren
Versorgungsplanung
Dick- und Enddarm Qualitätsindikatoren
Qualitätssicherung
Telefon
ISBN 978-3-9818079-5-0
13DGHO-Frühjahrstagung 2019
„Der jüngere Krebspatient rückt in den Fokus“ und „Forschung in der Onkologie – Roadmap 2019“
MICHAEL OLDENBURG gen auftreten, u. a. Herzkreislauferkran- Nachsorgeprogramme sowohl inter- als
kungen, Polyneuropathien, chronische auch multiprofessionell ausgerichtet sein.
Vom 13. bis 14. März 2019 fand in Ber- Schmerzen, Erschöpfungszustände oder Neben der interdisziplinären Kooperation
lin die diesjährige Frühjahrstagung der ein erhöhtes Risiko für ein metabolisches der verschiedenen medizinischen Fach-
DGHO statt. Schwerpunkte bildeten die Syndrom. Zu möglichen neurologischen disziplinen (Medizinische Onkologie, Pä-
Themenkomplexe „Der jüngere Krebspati- und kognitiven Beeinträchtigungen zäh- diatrie, Kardiologie, Neurologie, Endokri-
ent rückt in den Focus“ und „Forschung in len u. a. Konzentrationsstörungen und Be- nologie, Gastroenterologie, Dermatologie,
der Onkologie – Roadmap 2019“ einträchtigungen der Gedächtnisleistung. etc.) sollten – im Sinne eines multidiszipli-
Darüber hinaus können psychische und nären Therapiekonzepts – immer auch Ex-
Der jüngere Krebspatient soziale Beschwerden auftreten, bspw. pertinnen und Experten aus den Bereichen
rückt in den Fokus Rezidiv- oder Zukunftsängste, Depressio- Psychoonkologie, onkologischer Rehabili-
nen, Anpassungsstörungen, der Abbruch tation, Sozialdienst, Sport- und Ernäh-
Rund 80 Prozent der in den ersten vier Le- der Schul- oder Berufsausbildung oder rungsberatung, etc. eingebunden werden.
bensjahrzehnten an Krebs erkrankten Kin- finanzielle Schwierigkeiten mit teils exis-
der und jungen Erwachsenen können heu- tenzbedrohenden Konsequenzen. Ein spezielles Problem bei der Behand-
te geheilt werden. Damit rücken mögliche lung von jungen Patientinnen und Patien-
Langzeitfolgen der Krebserkrankung und Aufgrund der guten Heilungschancen und ten mit Krebs ist die mögliche Beeinträch-
ihre Behandlung in den Fokus. So können des in Folge der intensiven Therapien er- tigung der Fertilität nach strahlen- und
in Folge der oft sehr intensiven strahlen- höhten Risikos, sowohl die oben genann- chemotherapeutischen Interventionen.
und/oder chemotherapeutischen Thera- ten Langzeitfolgen als auch mit Blick auf Vor diesem Hintergrund verwies Prof.
pien bspw. bei Hodgkin-Lymphom, Non das Risiko für das Auftreten von Zweitmali- Carsten Bokemeyer, Vorsitzender der
Hodgkin-Lymphom, Leukämien, Mam- gnomen, sind bei den jungen Patientinnen DGHO und Direktor der II. Medizinischen
makarzinom, Hodentumoren oder Sar- und Patienten risiko-adaptierte Vorsorge- Klinik und Poliklinik für den Bereich
komen verschiedene – oft ausgeprägte untersuchungen und strukturierte Nach- Onkologie, Hämatologie und Knochen-
und für die Patientinnen und Patienten sorgeprogramme besonders wichtig. Da- marktransplantation mit Sektion Pneumo-
belastende – körperlichen Langzeitfol- bei sollten Vorsorgeuntersuchungen und logie am Universitätsklinikum Hamburg-
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DGHO-Frühjahrstagung, die vom 13. bis 14. März 2019 in Berlin – in diesem Jahr erstmals im
Tagungs- und Kongresszentrum Reinhardtstraßenhöfe – stattfand.
14Prof. Carsten Bokemeyer, Vorsitzender der DGHO Prof. Michael Hallek, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO
Eppendorf, auf das Terminservice- und 2019 für die Erforschung von Krebs- und Prof. Dr. med. Michael Hallek, Geschäfts-
Versorgungsgesetz (TSVG) [Inkrafttreten: Bluterkrankungen in Deutschland“ vor. führender Vorsitzender der DGHO und
1. Mai 2019]. Mit dem Gesetz wurde u. a. Die von Expertinnen und Experten aus Direktor der Inneren Medizin I – Onkolo-
eine wichtige Änderung im Sozialgesetz- Deutschland, Österreich und der Schweiz gie, Hämatologie, Klinische Infektiologie,
buch V beschlossen. Danach übernehmen erarbeitete Roadmap identifiziert die Klinische Immunologie, Hämostaseolo-
die Gesetzlichen Krankenkassen die Kos- wichtigsten Herausforderungen der gie, Internistische Intensivmedizin an der
ten für fertilitätserhaltende Maßnahmen nächsten zehn Jahre und gibt überdies Universitätsklinik Köln und des Centrums
wie Kryokonservierung von Keimzellge- konkrete Empfehlungen, wie durch eine für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn,
webe, Ei- und Samenzellen bei Patientin- strategische Wissenschaftsförderung der erläuterte vor Vertreterinnen und Vertre-
nen und Patienten, die sich einer keim- Anschluss der hämatologischen und on- tern der Presse die Motivation, aus der
zellschädigenden Therapie unterziehen kologischen Forschung an die Weltspitze heraus die DGHO-Roadmap entstanden
müssen. „Die Gesetzesänderung ist auch sichergestellt werden kann. ist: „Noch nie in der Geschichte unseres
das Ergebnis der konzertierten Arbeit der Fachgebiets stand uns ein so vielfälti-
Deutschen Stiftung für junge Erwachsene Auf dem Gebiet der Krebs- und Bluter- ges diagnostisches und therapeutisches
mit Krebs mit der DGHO und für die betrof- krankungen findet derzeit ein extrem Wissen zur Verfügung. Wenn wir dieses
fenen Patientinnen und Patienten ein gro- rasanter Fortschritt statt, der in der Ge- komplexe Instrumentarium bei unserem
ßer Erfolg“, so Bokemeyer. (siehe auch schichte der Medizin ohne Parallele ist. Tun als forschende und behandelnde Ärz-
Beitrag auf Seite 25). Durch die zunehmende Übersetzung tinnen und Ärzte stets klug einsetzen, ha-
molekularbiologisch gewonnener Er- ben wir die reelle Chance, viele Blut- und
Forschung in der Onkologie – kenntnisse in den Behandlungsalltag Krebserkrankungen zu beherrschen.“
Roadmap 2019 verändert sich dieses Gebiet der Medizin
permanent und sehr schnell. Die Moleku- Mit Blick auf den drängenden Nachholbe-
Den zweiten Schwerpunkt der Frühjahrs- largenetik ist zum festen Bestandteil der darf des Forschungsstandorts Deutschland
tagung bildete der Themenkomplex Diagnostik geworden. Gleichzeitig kön- erklärte Prof. Michael Hallek: „Die meisten
„Forschung in der Onkologie – Roadmap nen immer mehr Krebserkrankungen mit für die erzielten therapeutischen Fortschrit-
2019“. Im Rahmen der Nationalen Dekade gezielt wirksamen Inhibitoren behandelt te notwendigen Entwicklungen fanden zu
gegen Krebs will die Bundesregierung die werden. Auch bei den Bluterkrankungen, unserem größten Bedauern außerhalb
Krebsforschung in Deutschland stärken. beispielsweise der Sichelzellanämie und Deutschlands, vor allem in den USA, statt.
Doch was sind derzeit die Forschungs- den Hämophilien, finden derzeit sehr dy- Diesem Trend müssen wir aktiv begegnen.
prioritäten in der Hämatologie und Me- namische Entwicklungen statt. Die ersten Mit unserer Roadmap machen wir sehr de-
Fotos: Dirk Bleicker
dizinischen Onkologie? Im Rahmen einer Gentherapie-Konzepte werden erfolgreich taillierte Vorschläge, wie die Bundesrepub-
Pressekonferenz während der Frühjahrs- für Patientinnen und Patienten mit Hämo- lik Deutschland wieder eine der führenden
tagung stellte die DGHO ihre „Roadmap philie angewandt. Wissenschaftsnationen auf unserem Gebiet
15CLL-Patienten wollen
mehr Perspektive.
WIRKSAMKEIT VON ZYDELIG® in Kombination mit Rituximab:
PFS 19,4 Monate (Median) und OS 90% nach 12 Monaten1–3,*,#
LEBENSQUALITÄT: Signifikant verbesserte Quality of Life4,5
SICHERHEITSPROFIL: Transparent, überprüft, bekannt1,6
Bei der abgebildeten
Person handelt es sich
um ein Model.
* Signifikante Ergebnisse nach im Median 3 (Range 1–12) vorausgegangenen Therapien.
Zydelig ® ist außerdem zugelassen in der Kombination mit Ofatumumab1,7,8:
PFS 16,4 Monate und OS 81% nach 12 Monaten (nach im Median 3 [Range 1–11] vorausgegangenen Therapien)
# Inkl. Extensionsstudie GS-US-312-0117 (NCT01539291)
CLL Chronische lymphatische Leukämie; PFS Progressionsfreies Überleben; OS Gesamtüberleben
Referenzen: 1 Zydelig® Fachinformation, Stand Juni 2018. 2 Furman RR et al.: Idelalisib and Rituximab in Relapsed Chronic Lymphocytic Leukemia. N Engl J Med 2014; 370: 997–1007. 3 Sharman JP et al.: Second Interim Analysis of a Phase 3 Study of Idelalisib
(ZYDELIG®) Plus Rituximab® for Relapsed Chronic Lymphocytic Leukemia (CLL): Efficacy Analysis in Patient Subpopulations with Del(17p) and Other Adverse Prognostic Factors. ASH 2014, Abstract 330. 4 Ghia P et al.: Health-related Quality of Life (HRQL) Impact of
Idelalisib in Patients with Relapsed Chronic Lymphocytic Leukemia: Phase 3 Results. ASCO 2014, Abstract 7099. 5 Sullivan W et al.: Quality of Life Benefits of Idelalisib with Rituximab for Patients with Previously Treated Chronic Lymphocytic Leukaemia. EHA 2015, Abstract
P214. 6 Zydelig® Rote-Hand-Brief, 22. August 2016. 7 Jones JA et al.: Updated Results of a Phase 3 Randomized, Controlled Study of Idelalisib in Combination with Ofatumumab for Previously Treated Chronic Lymphocytic Leukemia (CLL). ASCO 2016, Abstract 7515.
8 Jones JA et al.: Efficacy and safety of idelalisib in combination with ofatumumab for previously treated chronic lymphocytic leukaemia: an open-label, randomised phase 3 trial. Lancet Haematol 2017; 4(3): e114–e126.
Zydelig® 100 mg/-150 mg Filmtabletten
Wirkstoff: Idelalisib. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 100 mg/150 mg Idelalisib. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (E463), Croscarmellose-Natrium, Carboxymethylstärke-Natrium, Magnesiumstearat. Filmüberzug:
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(Rituximab oder Ofatumumab) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) angewendet, die mindestens eine vorangehende Therapie erhalten haben (siehe Abschnitt 4.4 der Fachinformation), oder als Erstlinientherapie bei
Vorliegen einer 17p-Deletion oder einer TP53-Mutation bei Patienten, für die keine anderen Therapien geeignet sind (siehe Abschnitt 4.4 der Fachinformation). Zydelig wird als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit follikulärem Lymphom (FL), das
refraktär nach zwei vorausgegangenen Therapielinien ist, angewendet (siehe Abschnitt 4.4 der Fachinformation). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Warnhinweis: -100 mg: Enthält Gelborange S (E110).
Nebenwirkungen: Alle Schweregrade: Sehr häufig (≥ 1/10): Infektionen (einschließlich Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie und CMV), Neutropenie, Lymphozytose, Diarrhoe/Colitis, erhöhte Transaminasen, Exanthem, Pyrexie, erhöhte Triglyceride. Häufig (≥ 1/100,
< 1/10): Pneumonitis, hepatozelluläre Schädigung. Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100): Organisierende Pneumonie. Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000): Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse. Schweregrad ≥ 3: Sehr häufig (≥ 1/10): Infektionen
(einschließlich Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie und CMV), Neutropenie, Diarrhoe/Colitis, erhöhte Transaminasen. Häufig (≥ 1/100, < 1/10): Lymphozytose, Pneumonitis, hepatozelluläre Schädigung, Exanthem, Pyrexie, erhöhte Triglyceride. Gelegentlich (≥ 1/1.000,
< 1/100): Organisierende Pneumonie. Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000): Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse. Darreichungsform und Packungsgrößen: Packung mit 60 Filmtabletten.
Verschreibungspflichtig. Stand: Juni 2018. Pharmazeutischer Unternehmer: GILEAD Sciences Ireland UC, Carrigtohill, County Cork, T45 DP77, Irland. Repräsentant in Deutschland: GILEAD Sciences GmbH,
D-82152 Martinsried b. München.
▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Jeder Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu Zydelig ist zu melden an die Gilead Sciences GmbH, Abteilung Arzneimittelsicherheit, Fax-Nr.: 089/899890-96,
E-Mail: drugsafetygermany@gilead.com, und/oder an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de.Prof. Carsten Bokemeyer (Vorsitzender der DGHO), Prof. Matthias Theobald, Priv.-Doz. Dr. Jan Beyer-Westendorf, Prof. Michal-Ruth
Schweiger, Prof. Michael Hallek (Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO), Prof. Oliver Cornely auf der Pressekonferenz am
14. März in Berlin.
werden kann. Dafür müssen verstärkte An- • Immunologische Behandlung von
strengungen unternommen werden, um Krebserkrankungen Save-the-Date!
international nicht den Anschluss zu verlie- • Infektionen bei Krebspatienten
ren. Andernfalls müssten wir Innovationen • Intensivmedizinische Versorgung onko- Veranstaltungen der
beispielsweise in Form kostenintensiver logischer Patienten DGHO Service GmbH
2020
Medikamentenimporte oder Datenmana- • Supportive Therapie und Medizin am
gement-Konzepte teuer bezahlen.“ Lebensende
• Sozioökonomische Aspekte der Krebs-
Prof. Carsten Bokemeyer, unterstrich die erkrankung DRG Seminare 2020
Besonderheit des Fachgebiets: „Bei der • Stammzellbiologie und Hämatopoe- 20. Januar 2020, Frankfurt am Main
Hämatologie und Medizinischen Onkolo- se: Reprogrammierung von adulten 27. Januar 2020, Berlin
gie handelt es sich um eine sehr breite und Stammzellen und differenzierenden
extrem innovative Fachdisziplin. Das wird Stammzellen für Gewebeersatztherapi- DGHO Juniorakademie
unter anderem an dem ausgedehnten The- en 5. bis 7. Februar 2020, Kloster Seeon
menportfolio der in unserer Roadmap ent- • Genome Editing und Beeinflussung
haltenen Forschungsprioritäten deutlich.“ epigenetischer Regulationsmechanis- DGHO Frühjahrstagung
men 18. bis 19. März 2020, Berlin
Die in der Roadmap der DGHO identifizier- • Venöse Thromboembolien
ten Forschungsprioritäten liegen in den • Hämorrhagische Diathesen Jahrestagung der Deutschen, Öster-
Bereichen: • Allgemeine Forschungsdesiderate und reichischen und Schweizerischen
strukturelle Voraussetzungen Gesellschaften für Hämatologie und
• Prävention und frühzeitige Diagnose Medizinische Onkologie 2020
von Krebserkrankungen, einschließlich Eine Kurzfassung der Roadmap steht auf 9. bis 12. Oktober 2020, Basel,
der Evaluation in der Versorgungsfor- der DGHO-Website zur Verfügung. Schweiz
schung
• Verwendung neuer Hochdurchsatz- www.dgho.de Nähe Informationen und weitere Ver-
Technologien zur Entwicklung von anstaltungstermine finden Sie unter:
Pathomechanismus basierten Krebs- Die Langfassung wird derzeit erstellt und www.dgho-service.
therapien (Präzisionsmedizin) in den nächsten Wochen veröffentlicht.
17Stellungnahme zum Entwurf für ein Gesetz
für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung – GSAV
Wichtiger erster Schritt zu umfassender wissensgenerierender Versorgung
Zusammenfassung 14
Anzahl der Arzneimittel
12
Das geplante Gesetz für mehr Sicherheit
10
in der Arzneimittelversorgung (GSAV)
sieht vor, dass der Gemeinsame Bundes- 8
ausschuss (G-BA) zukünftig die Durch- 6
führung anwendungsbegleitender Beob-
4
achtungen bei neuen Arzneimitteln zur
Behandlung seltener Leiden, bei beding- 2
ten Zulassungen oder bei Zulassungen 0
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
unter außergewöhnlichen Umständen in
seinen Festlegungen fordern kann. In der Abbildung: Neue Arzneimittel mit Orphan-Drug-Status in der Hämatologie und medizinischen Onkologie
öffentlichen Anhörung zum Gesetzesent-
wurf am 10. April 2019 wurde Kritik an die- Die Diskussionen der letzten Wochen und ten beinhalten, die nicht Gegenstand der
ser Erweiterung der frühen Nutzenbewer- Monate haben einige kritische Punkte Routineversorgung sind.
tung neuer Arzneimittel geäußert. identifiziert, die zur nachhaltigen Etablie-
In der Hämatologie und medizinischen rung solcher Register und zur Sicherung Forderung: Bei der Entscheidung des Ge-
Onkologie werden überdurchschnittlich der Nutzung der gewonnen Daten erfüllt meinsamen Bundesausschusses (G-BA)
viele, neue Arzneimittel unter besonderen sein müssen: zur anwendungsbegleitenden Dokumenta-
Umständen zugelassen [1, 2]. Die Anzahl tion ist festzulegen, welche Parameter für
von Verfahren mit einem Orphan-Drug- 1. hohe Qualität der Dokumentation mit eine Neubewertung erforderlich sind. Das
Status ist in der Abbildung dargestellt. Begrenzung auf die nutzenrelevanten beinhaltet auch die Festlegung der rele-
Parameter vanten Endpunkte für die Neubewertung.
Wir begrüßen die geplanten Änderun- 2. Schnittstellen mit anderen Registern,
gen uneingeschränkt. Die neuen Rege- auch auf EU-Ebene 2. Schnittstellen mit anderen Registern,
lungen bieten die Chance, zusätzliche 3. ausreichend lange Nachbeobachtungs- auch auf EU-Ebene
Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit zeiten Dokumentation ist bereits jetzt in vielen
bei solchen Arzneimitteln zu generieren, 4. Teilnahme an anwendungsbegleiten- medizinischen Bereichen etabliert. Aller-
deren Zulassungsgrundlage auf geringer den Beobachtungen als Qualitätsmerk- dings werden Daten oft mehrfach erho-
Evidenz beruht. Hier besteht großer Be- mal für Zentren/Praxen ben. Das führt zu unnötigen Kosten, zu
darf an zusätzlichen Informationen aus 5. Erweiterung der akzeptierten Methodik hoher Arbeitsunzufriedenheit der Betrof-
der praktischen Versorgung. Wir sehen der Nutzenbewertung zum Vergleich fenen und kann die Bereitschaft zur Teil-
diese Datenerhebung als ersten Schritt von Kohorten nahme an einer anwendungsbegleiten-
zu einer umfassenden, wissensgenerie- den Dokumentation senken. Gleichzeitig
renden Versorgung, bei der aus der ak- 1. Hohe Qualität der Dokumentation mit gibt es Erkrankungen und Indikationen,
tuellen Anwendung neue Erkenntnisse Begrenzung auf die nutzenrelevanten die auch in Deutschland so selten sind,
zum zukünftigen Einsatz der Arzneimittel Parameter dass eine allein nationale Datenerhebung
gewonnen werden können. Eine solche Ein zentrales Element zur Nutzung der nicht zielführend ist.
Wissensbasis bietet große Chancen für anwendungsbegleitenden Dokumenta- Ein mögliches, koordiniertes Vorgehen
den Wissenschaftsstandort Deutsch- tion und der generierten Daten ist die mit anderen Registern wird gerade bei
land, die Kostenträger, die pharmazeu- Vergleichbarkeit mit den Daten der Zulas- den ersten, im August 2018 zugelassenen
tische Industrie, die medizinische und sungsstudie. Ein solcher Vergleich kann CAR-T-Zellprodukten erprobt. Die EMA hat
pharmazeutische Forschung, sowie ganz sowohl die Erfassung von laborchemi- die weitere Dokumentation im Zulassungs-
praktisch für jeden nachfolgenden Pati- schen und bildgebenden Parametern als beschluss festgeschrieben. Ende Februar
enten. auch von Patienten-berichteten Endpunk- 2019 wurde eine Vereinbarung mit dem
18European Bone Marrow Transplantation wartung, die den Einsatz neuer Arzneimit- 4. Gegenwart und Zukunft der medizinischen
Registry (EBMTR) für diese Dokumentati- tel rechtfertigt. Onkologie, 2018. https://www.dgho.
on geschlossen [3]. Das EBMTR hat eine Die Versorgung vieler Patienten mit selte- de/d-g-h-o/ueber-uns/aufgaben-ziele/
Schnittstelle zum deutschen Register für nen Erkrankungen wird durch spezialisierte dgho_positionspapier_6-2018_web.pdf
Stammzelltransplantationen (DRST). So Zentren, aber auch durch einzelne, enga-
können kooperative Strukturen aussehen. gierte Spezialisten gewährleistet. Die Be- Der vorgelegte Referentenentwurf erfüllt
reitschaft zur Teilnahme an anwendungs- die Forderung nach Förderung wissens-
Forderung: Hinweis auf Nutzung von begleitenden Beobachtungen für neue generierender Versorgung, einem der
Schnittstellen zu anderen Registern mit Arzneimittel und die Erfüllung der techni- Kernthemen der Dekade gegen den Krebs.
der erforderlichen Qualität schen Voraussetzungen soll das Kriterium Wir begrüßen die beginnende Kongruenz
sein, um neue Arzneimittel zu verordnen. der wissenschaftspolitischen und der ge-
3. Ausreichend lange Nachbeobachtungs setzgeberischen Maßnahmen und bitten
zeiten Forderung: Umsetzung der im Referenten- um Berücksichtigung der Anmerkungen zur
Die jetzt diskutierte Regelung mit jährli- entwurf vorgeschlagenen Regelung, ohne Sicherung der Nachhaltigkeit der Regelun-
chen Fristen erscheint zu kurz. Allein die weitere Einschränkungen gen. Gleichzeitig stehen wir für Rückfragen
Etablierung von Registern im deutschen und Diskussionen jederzeit zur Verfügung.
Verwaltungskontext mit Berücksichtigung 5. Erweiterung der akzeptierten Me-
aller Regelungen des Datenschutzes etc. thodik der Nutzenbewertung auf den Prof. Dr. med. Michael Hallek,
ist zeitaufwändig. Insbesondere sind Vergleich von Kohorten Geschäftsführender Vorsitzender
aber viele Endpunkte nicht kurzfristig zu In bisherigen Verfahren der frühen Nut- Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer,
beurteilen. Das betrifft den Endpunkt Ge- zenbewertung wurden Registerdaten aus Vorsitzender
samtüberlebenszeit, aber auch wichtige Deutschland nicht bei der Festlegung Prof. Dr. med. Diana Lüftner,
Endpunkte wie Langzeittoxizität und In- berücksichtigt. Hier ist eine Auswertung Mitglied im Vorstand
teraktion mit anderen Arzneimitteln. der vom G-BA akzeptierten Methodik der Prof. Dr. med. Florian Weißinger,
frühen Nutzenbewertung erforderlich. Mitglied im Vorstand
Forderung: Flexible statt fixe (z. B. jähr Konkret müssen die bereits existierenden Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann,
liche) Nachbeobachtungszeiten Methoden für Kohortenvergleiche ange- Medizinischer Leiter
wandt werden.
4. Teilnahme an anwendungsbegleiten-
den Beobachtungen als Qualitäts- Forderung: Aktualisierung der Methoden- ESMO Examen 2019
merkmal für Zentren/Praxen papiere
In den Diskussionen wurde die verpflich- Am Samstag, den 28. September
tende Teilnahme an Registern für Ärzte Referenzen 2019 kann in der Zeit von 17:30 bis
und Patienten kritisiert. Seitens der Pa- 1. Frühe Nutzenbewertung neuer Arznei 20:00 Uhr das ESMO-Examen ab-
tienten haben wir diese Sorge nicht. Der mittel in Deutschland 2011-2018. Gerech- gelegt werden. Die Prüfung findet
großen Mehrheit der Patienten mit Blut- tigkeit und Nachhaltigkeit (Gesundheits- parallel zum diesjährigen ESMO-
oder Krebskrankheiten ist bewusst, dass politische Schriftenreihe Band 13), 2019, Kongress in Barcelona statt.
sie in Deutschland in einer privilegierten im Druck.
Situation mit der raschen Verfügbarkeit 2. Frühe Nutzenbewertung neuer Arznei- Ort der Prüfung:
sehr teurer Arzneimittel sind. Sie sind mittel in der Onkologie und Hämatologie IntercityHotel Berlin Hauptbahnhof
ohne spürbare Zurückhaltung bereit, sich – 2011 – 2016 Analysen und Impulse (Ge- Katharina-Paulus-Straße 5
an Studien und Registern zu beteiligen. sundheitspolitische Schriftenreihe Band 10557 Berlin
Das Netzwerk der Zentren und Praxen 10), 2017. https://www.dgho.de/publika-
muss flächendeckend sein, um in der Ver- tionen/schriftenreihen/fruehe-nutzenbe- DGHO-Mitglieder zahlen
sorgung ein Stadt-Land-Gefälle und eine wertung/dgho_gpsr_X.pdf EUR 300,00 (normaler Tarif).
Diskriminierung älterer Patienten zu ver- 3. https://www.ema.europa.eu/documents/
meiden. Gerade in der Onkologie steigt scientific-guideline/qualification-opinion- Anmeldungen und weitere Infos
der Anteil alter Patienten rasch an. Viele cellular-therapy-module-european-socie- unter https://www.esmo.org/Career-
sind in gutem Allgemeinzustand und ha- ty-blood-marrow-transplantation-ebmt_ Development/ESMO-Examination.
ben eine Krebs-unabhängige Lebenser- en.pdf
19Das Namensregister bringt es an den Tag.
Historische Dokumente rings um den „1. UICC-Kongress“ in Madrid 1933
PETER VOSWINCKEL Inzwischen wurde für das DGHO-Archiv
ein Digitalsatz von diesem Buch ange-
Wiederholt haben wir in unseren histori- fertigt, nachdem über Jahre kein Exemp-
schen Darstellungen auf das nebenste- lar auf dem Antiquariatsmarkt zu erwer-
hende Werk von 1933 „Lutte internationa- ben war. Schon ein erster orientierender
le contre le Cancer“ hingewiesen. Dabei Blick in das Namensregister offenbart die
handelte es sich um ein erstes „Who is herausragende Stellung, die der Direktor
Who“ der Onkologie, das auf 947 (!) Sei- des Berliner Krebsinstitutes, Ferdinand
ten über die weltweiten Aktivitäten der Blumenthal, in dem Werk einnahm. Er
Krebsforschung informierte. Dessen Au- rangiert bezüglich der Häufigkeit noch
tor, Dr. Jacques Bandaline, war der we- vor so illustren Namen wie Gustave Rous-
sentliche Motor für die UICC-Gründung sy und Angel H. Roffo. Nicht ohne Grund
1935 und bekleidete bis zu seinem Tode konnte der damalige Preußische Minister
1937 das Amt von deren Generalsekretär. präsident 1930 von dem renommierten
„Blumenthal’schen Krebsforschungsins-
titut“ sprechen (vgl. Dokument S. 161 in
den „Fundstücken“). Doch während die
Namen der beiden Ausländer heute in
vorbildlichen CCC’s festgeschrieben sind Abb. 1: Im Ausland hoch gepriesen; in
(Abb. 2+3), fiel der Name „Blumenthal“ Deutschland nie rezipiert und verleugnet:
Das Werk von Jacques Bandaline 1933.
nach dem Kriege aus dem Erinnerungs
kodex der Onkologie heraus. Zitierhäufigkeit in Bandaline 1933
Blumenthal Berlin 69
Roussy Paris 59
Bereits auf dem großen Internationalen Roffo Buenos Aires 38
Krebskongress in Madrid im Oktober Fibiger Kopenhagen 32
Regaud Paris 31
1933 konnte Blumenthal nicht mehr als
Jensen Kopenhagen 30
„Deutscher“ auftreten, sondern als De- Fichera Mailand 25
legierter aus Jugoslawien. Nach seiner Deelman Groningen 24
Ehrlich Frankfurt 20
Entlassung in Berlin im April 1933 hatte Lewin Berlin 19
er zusammen mit Frau und Töchtern eine Murphy New York 17
Maisin Löwen 17
Flucht durch ganz Europa angetreten. In
Caspari Frankfurt 12
Madrid traf er dann auf eine starke Abord- Moeller Kopenhagen 11
Pentimalli Perugia 11
nung „reichsdeutscher“ Krebsforscher
Bierich Hamburg 10
unter Führung von Borst und Fischer-Wa- Lacassagne Paris 8
sels; mit dabei: sein ehemaliger Schüler Auler Berlin 7
Borst München 3
(und Nachfolger!) Hans Auler. Diese frei- Holfelder Frankfurt 3
lich bildeten das Schlusslicht in der Liste Fischer Wasels Frankfurt 2
Abb. 2: Aus der Homepage des Roffo-Institutes in Buenos Aires
20Abb. 5: Im prunk-
vollen „Circulo de
bellas Artes“ in
Madrid fand am
25.– 30. Oktober
1933 der Inter-
nationale Krebs-
kongress mit 500
Teilnehmern aus
40 Nationen statt.
„Erdmann wollte auf diesem Kongress als
‚Vertreter des Reichs‘ auftreten“
Seite ein Angriff auf die Deutschen zu-
stande kommen würde, hat sich Gott sei
Dank nicht bewahrheitet. […] Wenn ich
meine Erfahrungen zusammenfasse, so
kann gesagt werden, dass Deutschland
Abb. 4: Madrid 1933 (Juni): Vorpro- der Zitierhäufigkeit. Es gehört nicht viel tatsächlich an erster Stelle in diesem
gramm. (in französischer Sprache!
Fantasie dazu, sich die Peinlichkeit und Kongress gestanden hat. Damit ist die
Englisch hatte sich noch nicht als
Wissenschaftssprache durchgesetzt). das E
ntsetzen bei der persönlichen Kon- bekannte jüdische Lüge widerlegt, dass
Das Titelfoto zeigt den spanischen Staats frontation vorzustellen! Welch knistern- die deutsche Wissenschaft ohne das Ju-
präsidenten Niceto Alcala Zamora, der de Spannung muss über dem Kongress dentum keine Wissenschaft ist.“ (vgl. Do-
nach dem Franco-Putsch 1936 auswan-
derte († 1949 in Buenos Aires). gelegen haben! Der linientreue Auler be- kument S. 21-24 in den „Fundstücken“)
Dieses Dokument beschlagnahmte die richtete seinem M
inister in Berlin: „Die
Gestapo bei der Hausdurchsuchung von vielen deutsch-freundlichen Kon- Was mögen sich die anderen ausländi-
von Prof. Rhoda Erdmann in Berlin im
Juli 1933; es befindet sich heute im Geh. gressteilnehmern gehegte Befürchtung, schen Vertreter bei dem Schauspiel ge-
Preußischen Staatsarchiv in Dahlem. dass von internationaler bzw. jüdischer dacht haben? Viele Delegierte kannten
den dienstältesten deutschen Kongress-
besucher Ferdinand Blumenthal von den
vorangegangenen Konferenzen in Hei-
delberg (1906!), Paris, Brüssel, Lenin-
grad, Amsterdam, London und New York.
Aber offenbar wollte es niemand mit den
neuen Machthabern im Deutschen Reich
verderben; und nicht wenige waren faszi-
niert von dem österreichischen Maulhel-
den in Berlin. (Wie Bandaline über Hitler
dachte, offenbart sein Privatschreiben
vom 14. Oktober 1933 an Minister Godart,
Abb. 3: Aus der Homepage der ESMO.
21mit dem Mantel des Schweigens zuge-
Foto: Staatsbibliothek Berlin
Foto: Aus Familienbesitz; jetzt im Archiv der DGHO.
deckt, hüben wie drüben. Bis heute hat
der Kongress von Madrid keine angemes-
sene Darstellung gefunden, und es ist
bezeichnend, dass das schöne, zwölfsei-
tige Bulletin d’Information (Abb. 3) nicht
etwa in einer medizingeschichtlichen
Sammlung oder in Genf (Sitz der UICC)
gefunden wurde, sondern in den Hinter-
lassenschaften der deutschen Gestapo!
Frau Erdmann, die an dem vorangegange-
nen Krebskongress in London 1928 noch
teilgenommen hatte, war nach ihrer Ge-
stapohaft gesundheitlich angeschlagen
und dem spanischen Kongress fernge-
blieben; sie verstarb, tief gedemütigt, im
August 1935.
Abb. 6: Prof. Rhoda Erdmann (1870 – 1935) Abb. 7: Hans Auler (1897 – 1953), seit 1933
richtet 1919 eine international renommier- Nachfolger von Ferdinand Blumenthal,
te Abteilung für Gewebszüchtung an Blu- Blumenthal referierte in Madrid über die will sich das [inzwischen selbständige]
menthals Institut für Krebsforschung ein. „Organtherapie“, ein Therapiekonzept, Institut für Gewebszüchtung aneignen
und beteiligt sich an den Denunziationen
das für kurze Zeit Hoffnungen geweckt von Frau Erdmann als „Jüdin“ (was sich
wiedergegeben in den „Fundstücken“, hatte. Seine neue Arbeitsstätte in Bel- als falsch herausstellte).
S. 165). Nach dem Krieg – Blumenthal, grad (vgl. New York Times vom 11.11.1933,
Bandaline, Erdmann waren inzwischen p.16); sollte ihm nur für wenige Jahre
verstorben –, wurden alle diese Vorgänge Schutz gewähren.
Jude? Jude! Jude!
Abb. 8: Auch dieses Kongressprogramm (Cambridge, August 1933) fand die Gestapo bei der Hausdurchsuchung von
Rhoda Erdmann, geziert mit derselben Handschrift wie in Abb. 4 von dem Zensor im Kultusministerium.
22JAHRESTAGUNG
Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen
und Schweizerischen Gesellschaften für
Hämatologie und Medizinische Onkologie
www.haematologie-onkologie-2019.com 11.– 14. Oktober
Frühbuchertarif
bis 30. Juni 2019
Kongress-Schwerpunkte:
• Systemmedizinische Forschung
• Hochdurchsatz-Omics-Daten
• Konventionelle und molekulare Bildgebung
• Neue klinische Studienkonzepte
• Big Data, Digitalisierung und Medizininformatik
• Zell- und immuntherapeutische Ansätze
• Studententag, Lehre, Weiterbildungskonzepte
• Integrierter Pflegekongress
Anmeldung und alle Informationen unter:
www.haematologie-onkologie-2019.com
Kongressort Kongresspräsident Kongressorganisation
CityCube Berlin Prof. Dr. Lorenz Trümper DGHO Service GmbH
Messedamm 22 Universitätsmedizin Alexanderplatz 1 · 10178 Berlin
14055 Berlin Göttingen jahrestagung2019@dgho-service.de
© imago/Travel-Stock-Image; Messe Berlin; Gerald Schmidt/www.derfotografberlin.de; DGHO Service GmbH (4x)Stipendien-Initiative der DGHO zur Förderung
junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
José Carreras-DGHO-Promotionsstipendien vergeben
(MO) „Leukämie muss heilbar werden. staltungswillen des wissenschaftlichen
Immer und bei jedem“, ist das große Ziel und ärztlichen Nachwuchs. Aus diesem
von José Carreras. Seit 2013 fördern des- Grund freuen wir uns ganz besonders,
halb die José Carreras Leukämie-Stiftung dass wir diese Dynamik durch die ge-
und die DGHO Deutsche Gesellschaft für meinsame Vergabe der Promotionssti-
Hämatologie und Medizinische Onkologie pendien mit der José Carreras Leukämie-
e. V. gemeinsam Nachwuchswissenschaft- Stiftung befördern und einen Beitrag
lerinnen und Nachwichswissenschaftler, zur Entwicklung des medizinischen Fort-
die sich in ihren Dissertationen mit dem schritts bei der Behandlung von Leukä-
Thema Leukämie und verwandte Blut- mien und verwandten Blutkrankheiten
krankheiten bei Erwachsenen befassen. leisten können.“
In diesem Jahr wurden zwei Doktoranden viele zukunftsweisende Forschungspro- Mit dem José Carreras-DGHO-Promotions-
mit dem José Carreras-DGHO-Promotions- jekte realisiert werden. Gefördert werden stipendium werden in 2019 gefördert:
stipendium ausgezeichnet. Jedes Pro- junge wissenschaftliche Talente, die in-
motionsstipendium ist mit 10.000 Euro novative und vielversprechende Ansätze Hendryk Adam, Münster:
dotiert und wird von der José Carreras bei der Behandlung von Leukämien und „Die Bedeutung der Januskinasen bei der
Leukämie-Stiftung finanziert. Dabei sind verwandten Blutkrankheiten verfolgen. molekularen Pathogenese plasmoblasti-
800 Euro als Zuschuss zu den Lebens- Wir möchten den betroffenen Patienten scher Lymphome“
haltungskosten vorgesehen. Auf Antrag Lebenszeit und -qualität schenken.“
können weitere 400 Euro als Reisekosten Matthias Oettle, München:
geltend gemacht werden. Prof. Dr. med. Michael Hallek, Geschäfts- „Mechanismen der Therapieresistenz bei
führender Vorsitzender der DGHO: „Unser akuten Leukämien“
Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Fach ist eines der innovativsten in der ge-
Vorstand der José Carreras Leukämie- samten Medizin. In kaum einer anderen
Stiftung: „Seit 1996 hat die José Carreras Disziplin erleben wir einen so rasanten Das José Carreras-DGHO-Promotionssti-
Leukämie-Stiftung Stipendien mit einer Fortschritt wie in der Hämatologie und pendium wird nun zweimal pro Jahr aus-
Gesamtfördersumme von über 12,3 Mil- Medizinischen Onkologie. Diese Entwick- geschrieben. Bewerbungsfristen sind der
lionen Euro ausgelobt. Dadurch konnten lung lebt vom Engagement und dem Ge- 30. Juni 2019 und der 15. Januar 2020.
Trainingskurs „Klinische Infektiologie in der Hämatologie und Onkologie“
(JW) Am 3. Mai und 4. Mai 2019 fand logisch-onkologischen Patientinnen und
zum 16. Mal der Trainingskurs „Klini- Patienten auf den neusten Stand zu brin-
sche Infektiologie in der Hämatologie gen. Darüber hinaus bot die Veranstaltung
und Onkologie“ im Gustav Stresemann ausreichend Möglichkeit, in Kleingruppen
Institut, Bonn statt. offene Fragen zu klären und Fallbeispiele
Die rund 60 Teilnehmer nutzen die zu diskutieren.
Foto: Julia Westfahl
Veranstaltung, um sich durch präzise Den Termin für den nächsten Trainings-
Grundsatzvorträge zu fast allen As- kurs Infektiologie finden Sie zeitnah unter
pekten der Infektiologie bei hämato- https://www.dgho-service.de
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