InfoAFRIKAMISSIONARE - Weisse Väter | Weisse Schwestern - Africanum

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Brief an unsere Freunde 2018
Brief an unsere Freunde, 2018

  Info    AFRIKAMISSIONARE

    Weisse Väter | Weisse Schwestern
InfoAFRIKAMISSIONARE - Weisse Väter | Weisse Schwestern - Africanum
2   Brief an unsere Freunde 2018

Impressum

Redaktion :

Jean-Marie Gabioud       Oskar Geisseler       Roman Stäger   Diana Hess

Verantwortlicher Redaktor : Oskar Geisseler

Fotorechte : Afrikamissionare

Druckerei; CRIC PRINT, Marly (Recycled paper)

Adressen :
Weisse Väter, Africamissionare
Rte de la Vignettaz 57-59 | CH-1700 Fribourg
T 026 424 19 77 | Fax 026 424 03 63
E-mail : mafr.secr@africanum.ch
PCC 60-9780-0

Weisse Schwestern, Africamissionarinnen
Chemin des Kybourg 20 | CH-1700 Fribourg
T 026 488 31 31
E-mail : smnda.fribourg@gmail.com
PCC 17-3476-3

Weisse Väter, Africamissionare
Rte de l’Eglise 2 | CH-3968 Veyras
T 027 451 20 70 | Fax 027 451 20 89
E-mail : pbveyras@bluewin.ch
PCC 19-2727-2

www.africanum.ch
www.africamission-mafr.org
www.soeurs-blanches.cef.fr
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Brief an unsere Freunde 2018       3

                       Editorial

                       Zu viele Migranten ?

                       Sie lassen sich für eine lange Zeit nieder, diese Migrantenströme, wie wenn
                       sie ein strukturelles Phänomen geworden wären: das wenigstens sagen uns
                       die Medien. Und doch sind nicht alle Migranten Abenteurer. die meisten
                       von ihnen sind wegen kriegen aus ihrem Land geflohen, um unter einem
                       friedlicheren Himmel leben zu können. Ihre Flucht wurde wie eine ver-
                       steckte Hetzjagd, auch wenn sie jetzt Menschen antreffen, die sie begleiten
                       und ihnen, so gut es geht, bei ihrer Integration helfen.

— P. Claude Maillard   Die Afrikamissionare haben die Erfahrung von 150 Jahren. Sie ermög-
                       licht ihnen, aktiv zur Lösung des Migrantenproblems beizutragen. Sie
                       wollen ihren Einsatz mit ihren verschiedenen Charismen verstärken, um
                       am Aufbau einer gerechteren Gesellschaft mitzuwirken. Seit mehreren
                       Jahren arbeiten sie mit anderen religiösen Gemeinschaften und neutralen
                       Organisationen zusammen, in Transitlagern in Algerien, Italien, Spanien,
                       Frankreich (Marseille) und der Schweiz. Interessante Zeugnisse von eini-
                       gen von ihnen finden Sie in diesem Brief an unsere Freunde 2018.

                        Die Zahl der vertriebenen Personen, der Migranten und der Flüchtlinge,
                       steigt ständig in unserer Welt. Gemäss der IOM (Internationale Organisation
                       für Migration), deren Hauptsitz in Genf ist, waren es 2015 über 65,3 Millionen
                       Menschen. Migrantenströme haben zwar immer existiert. Und wir haben
                       kein Rezept, um sie endgültig zum Verschwinden bringen zu können. Jeder
                       Mensch jedoch kann mit seiner Mithilfe dazu beitragen, dass wenigstens
                       die Würde und die inneren Werte der Migranten unterstützt werden. Zudem
                       wäre eine grössere Kohärenz in der Innen- und Aussenpolitik notwendig für
                       eine nachhaltige und globale Entwicklung unseres Planeten.

                       Wie Abraham, der sein Land gemäss dem Buch Genesis Kapitel 12 für ein
                       verheissenes Land verlassen hat, sind auch wir selber Migranten, denn un-
                       ser Ziel liegt ausserhalb unseres menschlichen Horizontes. Wir sind alle
                       Mitglieder eines gemeinsamen Hauses, wo jede und jeder das Recht hat,
                       als Mensch respektiert zu werden, welches auch immer sein Ursprung oder
                       seine Weltanschauung sind.

                       P. Claude Maillard
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4   Brief an unsere Freunde 2018

Afrika leistet seinen Anteil
an der Aufnahme von Migranten

— Josef Buholzer

Viele Leute, auch in der Schweiz, den-    Die Gesetzgebung ist dort viel freigebiger
ken, dass ihr eigenes Land viel tut, um   als in der Schweiz. Ein Beispiel: Uganda
die Migranten aufzunehmen. Und doch       ist eines jener Länder, in denen es sich am
geziemt es sich, die Anstrengungen für    besten leben lässt, wenn man Flüchtling
Flüchtlinge verschiedener afrikanischer   oder Asylbewerber ist. Die Regierung gibt
Länder, so auch Uganda, anzuerkennen.     ihnen das Recht zu arbeiten, sich frei zu
                                          bewegen und von den Sozialhilfen zu pro-
 Mehr als 3 Millionen Flüchtlinge oder    fitieren. Diese liberale Politik wird von der
intern deplazierte Personen* leben in     internationalen Gemeinschaft als positif
Camps nahe der Grenzen.                   bewertet.
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Theoretisch sind die Flüchtlinge nicht ver-
pflichtet, in ihren grossen Camps nahe
der Landesgrenzen zu bleiben. Jedoch in
der Praxis ergibt es sich, dass die meisten
von ihnen weder die notwendige Kompetenz
noch die Mittel haben, um eine Arbeit zu fin-
den oder ein Geschäft ausserhalb der Camps
zu eröffnen.

Uganda - Land der Märtyrer Baganda -
zählt gegenwärtig mehr als eine Million
Flüchtlinge und Asylbewerber, von de-
nen über 800 000 aus dem Süd-Sudan
stammen ; die meisten von ihnen sind
seit Juli 2016 angekommen, wegen des
Zivilkrieges und der Hungersnot innerhalb
ihres Landes. Die grosse Mehrheit dieser
Leute ist in den Flüchtlingcamps im Norden
von Uganda untergebracht. An Ort und            — Fenster in der Kapelle des Afrikanums,
Stelle wurden ihnen Landparzellen zuge-         Fribourg, mit den Ugandamärtyrern
teilt und Baumaterial gegeben, um dort
eine provisorische Unterkunft zu errich-        Situationen behaupten, auch wenn sie
ten. Sie erhalten auch Lebensmittel und         in einem anderen, obwohl auch afrikani-
Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu         schen, kulturellen und sozialen Umfeld le-
Grundschulen.                                   ben. Viele von ihnen halten den Kontakt mit
                                                ihrem Ursprungsland aufrecht und geden-
 Berufliche Ausbildung an Ort und Stelle,       ken, eines Tages wieder in ihr Land zurück zu
wie zum Beispiel für die Grundtechniken         kehren.
für Flechten und Weben, können den neu
Angekommenen helfen, von der progressi-         Presseauszüge, von Claude Maillard,
ven Politik zu profitieren, die das Land ent-   Fribourg zusammengestellt
schieden hat. Aber es wäre falsch zu glauben,
                                                *Displaced Person, eine 1944 entstandene Bezeich-
dass die Flüchtlinge schnell wieder auf ei-
                                                nung für Menschen, die durch Krieg, Verfolgung oder
genen Beinen stehen können. Die Mehrzahl        Katastrophen ihre Heimat verlassen haben und nicht
kann sich erfolgreich in diesen schwierigen     dorthin zurückkehren konnten.
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Migration und Menschenhandel
im Mittelmeerraum

                                        von Leuten gehört, die Opfer von fal-
                                        schen Versprechen geworden waren.
                                        95 % der Migranten die über Libyen
                                        gekommen sind, sind mindestens ein-
                                        mal VERKAUFT worden während ihrer
                                        Wanderung : viele von ihnen wollen nach
                                        Europa nur um vor solchen Gräueltaten
                                        zu fliehen.

                                        Unter diesen verbrecherischen
                                        Schleppern besitzen einige ihr eigenes
                                        mafiöses Netzwerk, das gut in Europa
                                        verankert ist, mit eigenen Booten, um
                                        das Mittelmeer zu überqueren. Sie nut-
                                        zen die verwundbare Lage der meisten
                                        der Migranten aus, und behandeln sie
                                        mit Gewalt

                                        Die Migranten haben in ihrer Heimat
 Schwester Vicky Chiharhula ist         Unsicherheit, Diktaturen und armselige
seit Oktober 2015 Mitglied einer        Lebensbedingungen gekannt ; jetzt wer-
Gemeinschaft von Mitschwestern          den sie durch die strengen Gesetze des
im Dienste der Migranten in Sizilien.   Abendlandes gestoppt. Viele Schlepper
Ihre Tätigkeiten nehmen Platz in        haben ihnen Europa als das « irdische
einem Transitzentrum, das bis zu        Paradies » vorgegaukelt ; man vermied
500 Migranten aufnehmen kann.           es natürlich die Schwierigkeiten aufzu-
Diese Migranten bleiben zwischen        zählen, um eine Aufenthaltsbewilligung
3 und 15 Tagen, bevor sie in andere     zu erhalten. Die im Mittelmeer orga-
Auffanglager gebracht werden, in de-    nisierten Hilfsaktionen haben viele
nen einige von ihnen ihre Anfrage für   Jugendliche ermutigt, das Risiko der
internationalen Schutz deponieren       Meeresüberquerung mit seinen Gefahren
können.                                 zu wagen. Überlebende berichten, dass
                                        sie ermutigt worden sind zur Überfahrt,
« Vor diesem Lebensabschnitt habe ich   ‘ weil auf dem Meer grosse Schiffe warten,
nie so viele packende Schilderungen     um sie nach Italien zu bringen ‘.
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Unter den Opfern begegnen wir fol-         Was tun ? Womit beginnen ?
genden Leuten :
                                           Die Sklaverei existiert immer noch.
a. Junge beruflich Ausgebildete, die       Wenn wir mit Erfolg gegen diesen
bessere Arbeitsbedingungen suchen,         Menschenhandel etwas unternehmen
Ärzte, Apotheker, Krankenpersonal,         wollen, müssen wir auf zwei Gebieten
Wirtschaftsleute, denen vielfach ver-      tätig sein :
sprochen worden war, dass sie eine bes-
ser bezahlte Arbeit im Ausland finden;      In den Ursprungsländern der
                                           Migranten, müssen die Lebensbedingun-
b. Jugendliche mit mehr oder weniger       gen für jeden und jede, besonders aber
langen schulischen Ausbildung, oft         für die Jugend, verbessert werden.
Kinder aus armen Familien. Sie stellen
die grösste Gruppe der Migranten dar.       In den Auffangländern,
Alle jungen Frauen kommen schwan-          muss die Nachfrage für billiges
ger an, andere mit falschen Verlobten ,    Dienstpersonal, für Prostitution,
die sie nach ihrer Ankunft in Europa in    Organhandel, usw. gestoppt werden.
die mafiösen Netzwerke zwingen.            Wenn es weniger Nachfrage gibt, gibt es
                                           auch weniger Handel.
c. Ehemalige Strassenkinder, ohne
Begleitung, meistens Analphabeten,         In der Zwischenzeit muss unbedingt
zwischen 14 und 25 Jahren alt. Sie stam-   eine echte Gewissensbildung begon-
men aus armen Dörfern oder verlotter-      nen werden, um diese leichten Beuten
ten Vorstädten, ohne jegliche Hoffnung     schon in ihrem Ursprungsland zu be-
für die Zukunft. In Libyen sind gewisse    schützen und um die Augen zu öffnen
in Gefängnissen gewesen, und gefoltert     für das, was sich im Auffangland ab-
worden. Derartige Traumas sind dann        spielt. Der Weg ist lang. Wir müssen die
ein echtes Handicap für die Betreuer.      Gerechtigkeit – unzertrennbar mit der
                                           Nächstenliebe – konkret werden lassen,
                                           um jeder einzelnen Person ihre Würde
                                           als Kind Gottes zurückzugeben ».

                                           Sr. Vicky Chiharhula
                                           Missionsschwester Unserer Lieben
                                           Frau von Afrika
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 360 Grad :
 die « Ankerstätte »

— Migrantenkinder in der « Ankerstätte »

Einst war es so, dass jeder religiöse      Wenn sie hier sind, dann ist ihre
Orden oder jede Kongregation               Mission hier ! Jeden Mittwoch öffnen
vor allem auf die eigenen Werke            sie zusammen mit vielen Freiwilligen
schaute und manchmal eifersüchtig          und Laien die Türen und heissen die
die Gaben Gottes vetrteidigte, die         Migranten für einen warme Mahlzeit
aus ihren Angehörigen fruchtbare           willkommen. Zweimal pro Woche orga-
Mitglieder der Kirche machten.             nisieren sie eine Ansprechstelle, für
Heutzutage weht ein starker Wind           Französischkurse, Hilfe für die admi-
in Richtung neuer Ufer. Man muss           nistrativen Probleme und Augenblicke
die Anker lüften und das Boot den          verständnisvollem Zuhörens.
Notrufenden entgegen bringen,
die sehr oft still verborgen sind          Das Schönste an der ganzen Sache ist
hinter den grossen Wellen. Die             die Zusammenarbeit verschiedener reli-
Afrikamissionare haben das sehr            giöser Kongregationen : Schwestern der
schnell verstanden.                        christlichen Liebe des Heiligen Vinzenz
                                           von Paul, Missionsschwestern unserer
                                           Lieben Frau von Afrika, Schwestern des
                                           heiligen Joseph von Lyon, Ursulinen,
                                           Spitalschwestern der heiligen Martha :
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Brief an unsere Freunde 2018   9

                                          durch sie alle wird diese « Ankerstätte »
                                          ein Zeichen echter Gegenwart der
                                          Kirche an den Aussenrändern der Welt.

                                          Zahlreich sind auch die Freiwilligen,
                                          Frauen und Männer, Laien,
                                          Studentinnen und Studenten der
                                          Universität Freiburg, die ihre Zeit
                                          opfern und mit ihren Talenten zu
                                          einer qualitativ hochstehenden Hilfe
                                          beitragen sowie viele Dienste für die
                                          Migranten leisten : Französischkurs,
                                          Zeichenstunden, Malkurse, persön-
                                          liche Begleitung : sie alle bringen einen
                                          frischen Wind und einen Grund mehr,
                                          die Andern zu lieben.

                                          Isabelle Catzeflis, Bern

— Anne Lugon-Moulin, Präsidentin

   « Ankerstätte »
   Ein öffentlich eingetragener Verein, 2008 gegründet. Treffpunkt sind die
   Räume im Afrikanum in Fribourg. Die Präsidentin dieses Vereins ist Anne
   Lugon-Moulin, Botschafterin, Chefin der Abteilung « Subsahara-Afrika
   und Frankophonie » im Eidgenössischen Department der auswärtigen
   Angelegenheiten. Der Verein finanziert sich durch die Gaben von Mitglieder-
   Kongregationen und von Spenden. Er wird unterstützt durch das bischö-
   fliche Vikariat des Kantons Freiburg und durch die Reformierte Kirche von
   Freiburg.
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10   Brief an unsere Freunde 2018

Eine Tatsache –
Einige Lösungshinweise

                                      Jedoch kann man kaum Zustimmung
                                      in den Herzen der Leute finden,
                                      wenn man die Rebellen einfach nur
                                      bombardiert. Denn der echte Kampf ist
                                      ein Kampf der Ideen.

                                      Oft haben die Eliten der afrikanischen
                                      Nationen nur den einzigen Wunsch,
                                      sich so schnell wie möglich auf Kosten
                                      der Bevölkerung zu bereichern.
                                      Zahlreiche offizielle Berichte bezeugen
                                      das. Anstatt die in der Natur sich
                                      vorhandenen Reichtümer an Ort und
                                      Stelle zu investieren, zweigen die Eliten
                                      sie ab, um sie in Finanzparadiesen oder
                                      anderswo in Sicherheit zu bringen.

                                      Afrika ist reich an Erdöl und
                                      Mineralien, lebenswichtigen
                                      Elementen für die Wirtschaft der schon
                                      entwickelten Länder. Die Ausbeutung
                                      wird jedoch durch multinationale
                                      Gesellschaften gemacht, die durch den
Afrika ist ein Kontinent, der ein     Impakt ihrer Tätigkeiten klar bewiesen
grosses wirtschaftliches Potenzial    haben, dass sie der heimischen
besitzt. Deshalb findet man dort      Bevölkerung keine Achtung entgegen
viele ausländische Militärbasen.      bringen. Die Ausbeutung zerstört auch
Von diesen strategischen              die Umgebung, sie erzeugt Kriege.
Stützpunkten aus, wie zum             Zugleich wird in den meisten Fällen der
Beispiel Djibouti, starten die USA-   versprochene positive Impakt für die
amerikanischen Drohnen sowie          eigene Entwicklung nicht erreicht, da
Soldaten verschiedener Länder, um     der Gewinn ins Ausland gebracht wird,
afrikanischen Armeen zu helfen,       währenddem die lokale Bevölkerung
Milizen in den isolierten Zonen des   nur die negativen Konsequenzen der
Kontinents zurückzudrängen.           Ausbeutung trägt.
Brief an unsere Freunde 2018   11

Verschiedene afrikanische Politiker, wie
Julius Nyerere und Nelson Mandela,
haben den Finger auf diese schamlose
Ausbeutung gelegt, die sich zum Schaden
der Grundbedürfnisse der Bevölkerung,
wie zum Beispiel Gesundheit, berufliche
Ausbildung und Verbindungswege,
auswirkt. Auch heute noch haben
Millionen von Jugendlichen keine
berufliche Perspektive in ihrem eigenen
Land. Ihre Wahl besteht dann nur noch
darin, die Überfahrt über das Mittelmeer
zu riskieren und in Europa anzukommen,
um dort ein besseres Leben zu finden.

Eine der besten Lösungen, um den
Migrantenstrom zu bremsen besteht
darin, Arbeitsplätze an Ort und
Stelle zu schaffen, indem man eine
berufliche Ausbildung organisiert,
die den effektiven Notwendigkeiten
dieser Länder entspricht, und indem man    — Christine von Garnier
berufliche Partenariate nach aussen
aufbaut. Dazu kommt, für alle Bewohner,
gross und klein, den Grundgedanken         Mit einem Doktortitel in Soziologie und
der Achtung vor dem gemeinsamen            eine lange Erfahrung durch den Einsatz
Wohlergehen an die erste Stelle zu         in Namibia, ist sie gegenwärtig die
setzen.                                    kompetente Sekretärin der Schweizer
                                           Antenne des Netzwerks « foi-justice,
Christine von Garnier hat diese Analyse    Afrique-Europe » : www.rfjae.ch.
in ihrem schönen Buch « Passion pour
l’Afrique » veröffentlicht. Sie hat auch
einen blog in der Zeitung « Le Temps
quotidien suisse », herausgegeben in
Lausanne: www.letemps.ch.
2018 – 01
 SMNDA - Weisse Schwestern

— Fountain Teekanne                             — die Oran Schwestern, Aurélie, Clémentine
vor der Kathedrale von Oran                     und Danuta

Migrantenströme in Oran                         die « Gepflogenheiten » der zahlreichen
                                                Verhaftungen, durch Ausbeutungen jeder
Wir bilden eine Gemeinschaft von 4              Art, durch Menschenhandel : die finanzielle
Missionsschwestern Unserer Lieben               « Abhängigkeit » vieler Frauen macht
Frau von Afrika. Wir arbeiten in der            aus ihnen Opfer einer weitgreifenden
Diözese Oran in Algerien. In diesem             Ausbeutung.
Land kreuzen sich die Wege der Ströme
von Migranten, die aus Subsahara-               Wir möchten Kleinprojekte aufbauen, um
Afrika kommen.                                  den Frauen zu helfen, mit einem Existenz-
                                                Minimum leben zu können. Wir setzen uns
In Oran gibt es das Zentrum « Pierre            auch dafür ein, dass ihre Menschenrechte
Claverie ». Dort haben wir eine Bibliothek      anerkannt und respektiert werden.
aufgebaut ; in ihr, wie auch in den
Stadtquartieren, in den Spitälern und in        Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre
verschiedenen Gefängnissen sind wir im          Unterstützung.
Kontakt mit Migranten.
                                                Sr Diana Hess
In Oran selber gibt es viele « sans-papiers»,
die mit wenig leben müssen : verarmt durch
2018 – 02
 Afrika ist mitten unter uns in Marseille.

Wir dachten, dass es wichtig sei, sowohl
auf dem afrikanischen Kontinent wie auch
hier in Marseille zugegen zu sein, da ja ganz
Afrika, mit seinen Kulturen und Religionen,
hier gegenwärtig ist.

In den Quartieren im Norden von
Marseille, haben sich Afrikaner aus der
Subsahara, Maghrebiner und Leute aus an-
deren Völkern zusammengefunden. Die ver-
schiedenen Kleidermoden und die Vielzahl
der Sprachen machen uns vor, in Afrika zu             — Raphaël Deillon
sein. Und in unseren Köpfen widerhallt der
Auftrag unseres Gründers, des Kardinals               den Muslimen einzusetzen : wir leihen unsere
Lavigerie : « Ich habe alles geliebt, was zu Afrika   Schreibstifte jenen, die nicht zurecht kommen
gehört ». Es ist in einem solchen Schmelztigel        mit dem Ausfüllen der Dokumente, wir geben
von Kulturen und Religionen, wo man die               Hoffnung zurück. Die Migranten aus Afrika oder
Begegnung von Glaubenden wagen kann. Um               Asien, Christen oder Muslime, die miteinander
dies zu tun, arbeiten wir in zwei Pfarreien :         als Glaubende an Gott leben wollen, machen auch
                                                      aus uns Zeugen der Liebe Gottes für alle. Und wir
- Der Pfarrei des Heiligen Antonius, in einem         versammeln jeden Monat mehr als zehn Imame
kleinen Dorf der Provence in der Bannmeile von        und Priester, um ein gemeinsames pastorales
Marseille : Taufen, Bibelstunden, Hochzeiten,         Vorgehen zu beraten, so wie Jesus sich bemüh-
Beerdigungen : all das macht unser Tagwerk aus.       te, die Einheit der Kinder Gottes zu erwirken.

- Der Pfarrei « Unsere Frau der Grenze »,             Ja, Afrika ist auch gegenwärtig in Marseille
schon farbenprächtiger : es gruppieren                und braucht Apostel, die an dieses missiona-
sich Afrikaner, Asiaten, und christliche              rische Projekt glauben und das Leben in den
Orientalen in einer warmen Atmosphäre, die            Quartieren im Norden der Stadt « schöner » ma-
einen exotischen Beigeschmack und eine mit-           chen wollen. Vielen Dank wenn Sie mit uns sind,
reissende Ambiente hat.                               das alles mit der Hilfe Gottes bewerkstelligen zu
                                                      können.
Und über die Sorgen unserer « praktizierenden »
Pfarreiangehörigen hinaus achten wir besonders        Raphaël Deillon und seine Mitbrüder in
darauf, uns für die Migranten und den Dialog mit      Marseille.
Ja, ich möchte die Afrikamissionare unterstützen
Weisse Väter – Weisse Schwestern
Institut Lavigerie, Vereinigung ohne
Erwerbszweck, anerkannt im Kanton Fribourg

Gabe                     Fr (für Projekt Nr. ausgewählt von unten)

¨         No. 2018 – 01
          Migrantenströme in Oran, Sr. Diana Heiss

¨         No. 2018 – 02
          Afrika auch in Marseille, Raphaël Deillon

Für die Afrikamissionare, Weisse Väter
Gabe                   Fr

Für die Afrikamissionarinnen, Weisse Schwestern
Gabe                   Fr

NB: Auf Anfrage erhältlich, Bestätigung
der Gaben für Afrika.

Überweisen Sie Ihre Gabe an
Weiße Väter von:                            Überweisen Sie Ihre Gabe an
> mit beiliegendem                          Weisse Schwestern von:
  Einzahlungsschein                         > mit beiliegendem
  oder über                                   Einzahlungsschein
> Freiburger Kantonalbank                     oder über
  Institut Lavigerie                        > Compte CCP: 17-3476-3
  Pères Blancs                                Association Notre Dame d’Afrique
  Rte de la Vignettaz 57-59                   1700 Fribourg
  1700 Fribourg                               IBAN: CH69 0900 0000 1700 3476 3
  IBAN                                        BIC: POFICHBEXXX
  CH16 0076 8011 0041 7400 5
— Eucharistiefeier mit P. Oskar Geisseler, P. Henri Menoud und P. Jean-Marie Gabioud

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Als Dank für

Für Verstorbene

NB: ich bitte um Einzahlungsscheine

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Mit unseren missionarischen Grüssen
Weisse Väter und Weisse Schwestern
Afrikamissionare Afrikamissionarinnen
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 www.africanum.ch
 Aus Leidenschaft für Afrika
     Publikation / Weisse Väter, Africanum, Fribourg
     Kontakt: office@africanum.ch
     Foto: Vor ihrer Abreise nach Afrika lieben es viele Weisse Väter in der Basilika
     “Notre-Dame de la Garde” (Marseille) zu beten.
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