JAHRESAUSBLICK 2020 POLITISCHE STÖRFEUER, FEHLENDE IMPULSE: KONJUNKTUR OHNE SCHWUNG - KFW RESEARCH DEZEMBER 2019
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Jahresausblick 2020 Politische Störfeuer, fehlende Impulse: Konjunktur ohne Schwung KfW Research Dezember 2019
Internationales Umfeld Unfreundlich für die Exportnation Deutschland Ausblick 2020 2
Weltwirtschaft mit schwachem Wachstum
Globale Konjunktur 2020 zahlenmäßig besser, aber nicht gut
Reales BIP
(Prozent ggü. Vorjahr)
5 Für Weltwirtschaft niedrigste Wachstumsrate seit
4 der globalen Rezession 2009 erwartet:
3 BIP-Prognose 2019: 3,0 %, 2020: 3,1 %
2 Nach wie vor sind die Abwärtsrisiken substanziell.
1
Dynamikverlust in Industrieländern setzt sich fort:
0
Welt Industrie- Entwicklungs- u.
länder Schwellenländer BIP-Prognose 2019: 1,7 %, 2020: 1,5 %
USA, Japan und Eurozone sind größtenteils für die
2018 Prognose 2019 Prognose 2020 Ø 2011–2018
geringere Wachstumsrate 2020 verantwortlich.
Beiträge zur Veränderung der globalen Wachstumsdynamik
(in Prozentpunkten)
Entwicklungs- und Schwellenländer verlieren
0,4
temporär deutlich an Schwung:
0,2
0,0 BIP-Prognose 2019: 3,8 %, 2020: 4,2 %
-0,2
Die Länder, die für den größten Teil der Erholung
-0,4
-0,6
2020 verantwortlich sind, haben substanziell zur
-0,8 Schwäche im Jahr 2019 beigetragen.
2019 2020
Entwicklungs- und Schwellenländer Industrieländer
Einteilung Industrieländer (IL) sowie Entwicklungs- und Schwellenländer (EL/SL) nach IMF-Klassifikation.
Quelle: IWF (World Economic Outlook, Oktober 2019), KfW Research
Ausblick 2020 3Unsicherheit allenthalben
Investitionstätigkeit durch globale Unsicherheit belastet
Wirtschaftliche und (geo)politische Unsicherheit Kernthemen für die Weltwirtschaft:
(Indizes zur politikbedingten wirtschaftlichen Unsicherheit sowie wirtschaftlichen
und politischen Unsicherheit als Quartalsdurchschnitt) 1) Handelskonflikte und Brexit
350 120
2) Wirksamkeit der Geldpolitik sowie fiskalpolitische
Spielräume
300 100 3) Fragilitäten im internationalen Finanzsystem und
250 Verschuldung von Unternehmen und Staaten.
80
200 Dreiergespann aus geopolitischem Risiko,
60
150
wirtschaftlicher und Politikunsicherheit
40 Indizes zur weltweiten Unsicherheit liegen über ihrem
100
jeweiligen langfristigen Durchschnitt.
50 20
Vor allem die Unsicherheit hinsichtlich Handelsfragen
0 0 ist substanziell angestiegen.
Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3
2017 2017 2017 2017 2018 2018 2018 2018 2019 2019 2019
Erhöhte Unsicherheit und geopolitische
◄ Politikbedingte wirtschaftliche Unsicherheit Bedrohungen reduzieren die Investitionstätigkeit
Indizes Durchschnitt
◄ Geopolitisches Risiko
1997–2016=100
◄ Wirtschaftliche und politische Unsicherheit Entscheidungen für Projekte erschwert, die
Handelsunsicherheit ► (Gestrichelte Linie: Durchschnitt 1997–2016) Finanzierung erfordern, versunkene Kosten produ-
zieren und unsichere Erträge generieren.
Quellen: Caldara, Dario and Matteo Iacoviello, “Measuring Geopolitical Risk‘, working paper, Board of
Governors of the Federal Reserve Board, December 2019; Davis, Steven J., 2016. “An Index of
Global Economic Policy Uncertainty”, Macroeconomic Review, October; Ahir, Bloom and Furceri, "The
World Uncertainty Index", mimeo; “Uncertainty, the economy and policy”, Speech by Mr Mark Carney,
Governor of the Bank of England and Chairman of the Financial Stability Board, at the Bank of
England, London, 30 June 2016.
Ausblick 2020 4Handelskonflikt: Teilabkommen, aber Unbehagen bleibt groß
Handelsstreit zwischen den USA und China 2019 schon weit eskaliert
Mit Sonderzöllen versehene US-Importe aus China Handelskonflikt zwischen USA und China:
(~Mrd. USD, Zollsätze in Klammern)
Etwa 2/3 aller US-Importe aus China aktuell mit
Sonderzöllen belastet. Durchschnittlicher (gewichteter)
34 (25 %) US-Zoll für Importe aus China von 3 % auf ca. 20 % im
16 (25 %) Sep 2019 gestiegen.
EU vor allem von Autozöllen bedroht:
Angedroht: Jul 2018
Frist zur Einführung nach Section 232 des US-Han-
160 (15 %) delsgesetzes („Gefahr für die nationale Sicherheit“)
Aug 2018
Sep 2018 / Mai 2019
im November tatenlos verstrichen.
200 (10 % /
25 %)
Sep 2019 Aber Autozölle drohen weiterhin: Rechtslage unklar und
Dez 2019 andere Mittel möglich.
120 (15 %*)
US-Wahlkampf begünstigt Deeskalation:
Bedürfnis nach politischen Erfolgsmeldungen, konjunk-
turellem Rückenwind und steigenden Aktienkursen
seitens der Trump-Regierung.
*Absenkung auf 7,5 % im Rahmens des Teilabkommens angekündigt Aber geostrategischer Interessenskonflikt zwischen den
Quelle: Bown C. and M. Kolb, Trump’s Trade War Timeline: An Up-to-Date Guide USA und China verhindert mehr als ein erstes
Teilabkommen.
Ausblick 2020 5Dreiecksbeziehung Handel, Investitionen, Industrieproduktion
Aussicht auf Besserung
Handel, Geschäftsklima und Investitionen Verarbeitendes Gewerbe der OECD+BRIICS aus dt. Sicht*
(l. S.: Veränd. ggü. Vj. in Prozent; r. S.: Index) (0=Durchschnitt März 2012–September 2019)
10 102,0 3,00
◄ RWI/ISL-
8 101,5 Container- 2,00
6 101,0 umschlag-Index* 1,00
4 0,00
100,5 ◄ OECD
2 -1,00
100,0 Bruttoanlage-
0 -2,00
investitionen
-2 99,5 -3,00
-4 99,0 OECD Sep. Apr. Nov. Jun. Jan. Aug. Mrz. Okt. Mai. Dez. Jul. Feb. Sep.
Mrz Feb Jan Dez Nov Okt Geschäftsklima ► 12 13 13 14 15 15 16 16 17 17 18 19 19
2015 2016 2017 2017 2018 2019 * Ohne Deutschland, Produktion zu konstanten Preisen, Veränd. ggü. Vjm., dt. Exportgewichte,
gleitender Durchschnitt von 3 Monaten, 0,1-normiert
* Gleitender Drei-Monatsdurchschnitt
Quellen: OECD, RWI/ISL; KfW Research Quellen: OECD, IMF, nationale Statistiken; KfW Research
Welthandel fängt sich langsam
Indikatoren deuten auf Ende des Dynamikverlusts hin.
Stabilisierung im Verarbeitendes Gewerbe noch fragil
Erholung des Geschäftsklimas wäre wichtiger Faktor für stärkere Investitionstätigkeit.
Erholung der Auslandsnachfrage aus deutscher Sicht lässt auf sich warten
Die Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe der Exportzielländer Deutschlands konnte ihre im Frühjahr
begonnene Belebung zunächst nicht fortsetzen.
Ausblick 2020 6China kämpft weiter mit Konjunkturabschwung
Wirtschaft wird auch 2020 an Schwung verlieren
Konjunkturindikatoren Konsumbereitschaft Viele Konjunkturindikatoren rückläufig
(Prozent ggü. Vorjahr) (NBS Consumer Survey; Werte über/unter
100: Verbraucher mit zunehmender/
Die Dynamik von Produktion, Investitionen und
abnehmender Konsumbereitschaft) Einzelhandelsumsätze immer noch im Abwärts-
10 10 118 trend.
Aber zuletzt verbesserte Unternehmens-
5 9
116 stimmung (PMIs) deutet Stabilisierung an.
0 8 Bisherige Gegenmaßnahmen (Steuer-
114 senkungen) zeigten nicht die erhoffte
-5 7 Wirkung
112 Verbraucher mit immer weniger zunehmender
-10 6
Bereitschaft zu konsumieren; Sparquote steigt.
110
-15 5 Im Handelsstreit mit den USA weiterhin
schwache Exportdynamik in die USA,
-20 4 108 Importdynamik aus den USA seit Mitte 2019
Jan 18 Aug 18 Mrz 19 Okt 19
aber wieder mit ansteigendem Trend
◄ Private Anlageinvestitionen
(kum. ytd) 106
Reale Einzelhandelsumsätze ► Jan 18 Aug 18 Mrz 19 Okt 19 BIP-Prognose 2019/2020: 6,2 % / 6,0 %
Bruttwertschöpfung Industrie ►
Quelle: CEIC
Ausblick 2020 7US-Konjunktur: Industrieschwäche ist noch nicht vorüber…
… auch wenn einige globale Belastungsfaktoren leicht nachlassen
Investitionen, Produktion und Unternehmensstimmung Industrieschwäche zeigt noch keine starken
Anzeichen für Trendwende
10 65
◄ Unternehmens-
8 investitionen (Prozent Produktion immer noch rückläufig, Investitionen
6
55
ggü. Vj.) gedämpft.
4 ◄ Industrieproduktion Auftragseingänge und Exportstimmung deuten
2 (Prozent ggü. Vj.)*
45 bestenfalls vorsichtig Stabilisierung bzw. leichte
0
Besserung ab Frühjahr 2020 an.
-2 PMI Verarbeitendes
-4 35 Gewerbe
2013 2015 2017 2019 (Salden-Prozent)** ► Handelskrieg mit China zeigt weiter Wirkung
* Wert für Q4/19: nur Oktober / ** Wert für Q4/19: ohne Dezember Weiter Schere zwischen US-Importentwicklung aus
Importe China und Rest der Welt.
(Mrd. USD)
Perspektiven für den US-chinesischen Handel nach
190 60 Teileinigung aber leicht verbessert.
180
50 Starker Arbeitsmarkt weiterhin Basis für solide
170
Konsumnachfrage
160
40
150 ◄ Gesamt (ohne China) Gesamtkonjunktur verliert 2020 an Dynamik
140 30 Nur aus China ► BIP-Prognose 2020: 2,0 % (nach geschätzten 2,3 %
Jan 18 Aug 18 Mrz 19 Okt 19 2019)
Quellen: BEA, Federal Reserve, ISM, KfW Research
Ausblick 2020 8Fed: War da was?
US-Notenbank bis auf Weiteres im „on hold“-Modus
Leitzinsentwicklung und Bilanzsumme Leitzinsanpassung vorerst beendet
Inflationserwartungen (Bio. USD)
Die Fed wird nach drei Zinssenkungen in der zweiten
(Prozent)
Jahreshälfte 2019 nicht in einen echten Zinssen-
7 3,5 5
kungszyklus einschwenken.
6 Zunächst steht die Beobachtung der Konjunkturdaten
3,0 im Vordergrund, Handlungsdruck sieht die Fed bis auf
4
5 Weiteres nicht.
2,5
4 Nur materielle Neueinschätzung der
3 ökonomischen Situation würde weitere
3
2,0 geldpolitische Schritte induzieren
2 Dazu würde ein Übergreifen der Industriesektor-
2
1,5 schwäche auf die Nachfrage der privaten Haushalte
1
(weitere Zinssenkung) oder ein spürbares Anziehen
0 1,0
der Inflation (Zinserhöhung) gehören.
1
99 02 05 08 11 14 17 20 Für beide Entwicklungen bisher kaum Anzeichen
◄ Fed Funds Target Rate
(ab 12/08: oberer Rand des
Zinsbandes)
Nach Bilanzsummenkorrektur von Herbst 2017 bis
5y/5y USD-Inflations- 0 Herbst 2019 nun wieder Ausweitung, um
Terminswap ► 99 02 05 08 11 14 17 20
Verspannungen am Geldmarkt zu begegnen
Quellen: Bloomberg
Ausblick 2020 9Eurozone Belebung lässt auf sich warten Ausblick 2020 10
Schleppendes Wachstum in der Eurozone
Trübe Aussichten für den Winter, aber Hoffnung auf Beschleunigung im Frühjahr
BIP und Wachstumsbeiträge der Komponenten Schwaches Wachstum im Sommer 2019
(Prozent gegenüber Vorjahr, preis- und kalenderbereinigt)
Spanien und Frankreich robust. Italien und Deutschland
3,5 stagnieren.
2,6
2,5 2,1 1,9 Stimmungsindikatoren deuten noch keine
1,9
1,7 Besserung an
1,4
1,2*
1,5 1,0 Politischer Gegenwind lässt etwas nach: Vermeidung
eines harten Brexits; Handelskonflikte schwelen weiter,
0,5 aber vorerst etwas Entpannung.
-0,5 Widerstandsfähigkeit der Binnenwirtschaft für 2020
-0,3 entscheidend
-0,9
-1,5 Konsumnachfrage steht durch weiteren Beschäf-
tigungsaufbau (im Dienstleistungssektor) und stei-
-2,5 genden Reallöhnen auf soliden Füßen.
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019P 2020P
Geldpolitik stützt die Unternehmensinvestitionen, vor
Konsum Bruttoinvestitionen allem aber den Wohnungsbau.
Außenbeitrag BIP (kalenderbereinigt)
Investitionen und Importe 2019 durch Sondereffekte aus
*Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen im Jahr 2019 nach Schätzung der EU Kommission
Irland nach oben verzerrt. 2020 voraussichtlich deutlich
durch Irland um etwa 40 % nach oben verzerrt. geringere Investitionsdynamik und Außenbeitrag nahe
Quellen: KfW Research (Prognosestand: November 2019), Eurostat Null.
Ausblick 2020 11Eurozone: EZB bei schwacher Inflation mit ruhiger Hand
Inflation bei nur rund 1 %, EZB dürfte aber keine weiteren Maßnahmen ergreifen
Inflation im Euroraum
(gemessen am HVPI, Veränderung in Prozent gegenüber Vorjahr)
2,5
2020 keine Straffung der Geldpolitik
2 EZB dürfte Wirkungen ihrer jüngsten Leitzins-
senkung und der Neuauflage des Wertpapier-
1,5 kaufprogramms abwarten.
Die von KfW Research erwartete leichte Konjunk-
1
turerholung im Lauf des Jahres dürfte die EZB
0,5
dann in ihrer Haltung bestätigen.
Für eine Straffung der Geldpolitik bleibt die Inflation
0 jedoch 2020 zu schwach: Im Jahresdurchschnitt
Simulation
dürfte die Gesamtinflation nur bei 1 % liegen, die
-0,5 Kernrate wahrscheinlich sogar leicht darunter.
-1
13 14 15 16 17 18 19 20
Inflation Kerninflation 5Y5Y-Inflationserwartungen
Quellen: KfW Research, Eurostat, Bloomberg
Ausblick 2020 12Wirtschaft der Währungsunion gespalten
Industrie durch die Bank in der Rezession, aber Dienstleistern gelingt (noch) Abkopplung
Ausgebremst von Deutschland: Europäische Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie
Industrieproduktion fällt 2019 weiter ins Minus weiterhin desolat
(Veränderung in Prozent; 3MMA) (PMI; 50=neutral)
0% 70
-1 %
65
-2 % -1,7 % -1,7 %
-2,0 % -1,8 % 60
-2,3 % -2,4 %
-3 % -2,7 %
-2,8 %
-3,0 % 55
-4 %
50
-5 %
45
-6 %
-7 % -6,8 % 40
EZ DE FR IT ES 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Dez 2018 gg. Dez 2017 Okt 2019 gg Dez 2017
Verarbeitendes Gewerbe Dienstleistungen
Quellen: KfW Research, Datastream, Markit, Eurostat
Ausblick 2020 13Gute Arbeitsmarktlage stützt Konsum
Verbesserungen am Arbeitsmarkt aber weniger kräftig, Fiskalpolitik weniger expansiv
Arbeitslosenquote auf 11-Jahrestief, Fiskalpolitik 2020 insgesamt mit wenig Schub
Beschäftigung auf Rekordniveau (Veränderung des staatlichen Finanzierungsdefizits in Prozent des BIP)
14 165.000
1 Expansiv
12
160.000 0,7
0,6
10 0,5
0,5
7,6 155.000 0,3
8
0,1 0,1
0,0
6 0
150.000
-0,1
4 -0,2
145.000 -0,5 Restriktiv
2
0 140.000 -0,8
Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 -1
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
EZ Deutschland Frankreich Italien Spanien
◄ Arbeitslosenquote Beschäftigung (1.000 Personen)► 2019 2020
Quellen: KfW Research, Eurostat, AMECO
Ausblick 2020 14Deutschland Konjunkturelle Hängepartie geht weiter Ausblick 2020 15
Deutsches Wachstum bleibt moderat
Kräftiger Kalendereffekt überzeichnet Konjunkturdynamik 2020
Preisbereinigtes BIP
(Prozent gegenüber Vorjahr) Binnennachfrage stabilisiert
Steigende Reallöhne und Beschäftigung bei weiter
3 günstigen Finanzierungsmöglichkeiten.
Beschleunigung ggü.
2019 allein durch vier Konsum und Wohnbauten noch auf absehbare Zeit
2,5 Arbeitstage mehr wichtigste konjunkturelle Stützen.
(Kalendereffekt 2020:
+0,4 Prozentpunkte)
2 Außenhandel und Industrie bremsen
Weniger Schub von Exporten, Importe wachsen
1,5 relativ stärker.
0,9
Längste Industrierezession seit Wiedervereinigung.
1
0,5
Wenig Anreize für Erweiterungsinvestitionen
0,5
0,5 0,5 Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten
von hohem Niveau kommend rückläufig.
0
2016 2017 2018 2019P 2020P Kapazitätsauslastung in der Industrie seit dem
vierten Quartal 2019 unterdurchschnittlich.
Originalrate Kalenderbereinigte Rate
Quellen: KfW Research (Prognosestand: 22.November 2019), Destatis
Ausblick 2020 16Gespaltene Wirtschaftsentwicklung
Flaue Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Brexit treiben Industrierezession
Bau und Dienstleistungen tragen Wachstum Paradebranchen der Exportwirtschaft im Sinkflug
(Bruttowertschöpfung der Hauptwirtschaftsbereiche; (Industrieproduktion in ausgesuchten Branchen;
preisbereinigter Index: 1. Vierteljahr 2018=100) preisbereinigter Index: Januar 2018=100; 3MMA)
108 104
102
106
100
104 98
96
102
94
100 92
90
98 88
86
96
84
94 82
2017 2018 2019 2017 2018 2019
Gesamtwirtschaft Industrie Industrie insgesamt Autoindustrie
Bau Unternehmensdienstleistungen
Maschinenbau Chemie
Übrige Dienstleistungen
Quellen: KfW Research, Destatis, Feri
Ausblick 2020 17Deutscher Wohnungsbau trotzt Konjunkturschwäche
Bau stößt an Kapazitätsgrenzen, Bauberufe vom Fachkräftemangel besonders betroffen
.
Baufertigstellungen bleiben unter geschätztem Bedarf Auftragsbestand im Wohnungsbau klettert weiter
(1.000 Wohnungen) (Volumenindex 2015=100, jeweils 3. Vierteljahr)
400 175
Geschätzter jährlicher Bedarf
an neuen Wohnungen: 155,1
350.000 bis 400.000 149,1
350 150
133,6 134,7
295 300
300 285 286 125
278
104,1
245 248
250 100 80,6
215 77,2 82,8
72,5
200
59,6
200 183 75
160
150 50
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019P 2020P 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Baufertigstellungen Auftragseingang 3. Vj.
Baugenehmigungen Auftragsbestand 3. Vj.
Quellen: KfW Research, Destatis
Ausblick 2020 18Makrorisiko durch Immobilienmarkt in Deutschland gering
Verschuldung der privaten Haushalte und Beschäftigungsanteil des Baus unauffällig
Harmlose Entwicklung der Haushaltsverschuldung Beschäftigungsniveau im deutschen Bau stabil
(Kredite an private Haushalte in Prozent des BIP) (Erwerbstätige im Bau in Prozent aller Erwerbstätigen)
125 % 14 %
12 %
100 %
10 %
75 %
8%
6%
50 %
4%
25 %
2%
0% 0%
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Vereinigte Staaten Spanien Vereinigte Staaten Spanien
Irland Deutschland Irland Deutschland
OECD 23 (Ø 1997-2014)
Quellen: KfW Research, FRED, AMECO
Ausblick 2020 19Arbeitsmarkt weiterhin Stützpfeiler der deutschen Konjunktur
Arbeitslosigkeit dürfte 2020 allerdings geringfügig steigen
Beschäftigung legt in mäßigerem Tempo weiter zu Zuwanderer lindern Fachkräftemangel
(◄ Prozent aller ziv. Erwerbspersonen; Prozent ggü. Vorjahr ►) (◄ Prozent; 1.000 Personen ►)
8 1,8 60 400
367
335
7,5 1,6 337
1,4 50
1,4
7 1,4 291
1,2 1,2 300
1,1 260
6,5 1,2 40
6 0,9 1
0,9 0,9 196
0,8 30 180 200
5,5 0,8
139
5 0,6 20 114
0,4
0,4 100
4,5 0,4
10
4 0,2
3
3,5 0 0 0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019P2020P 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
◄ Arbeitslosenquote ◄ Anteil Ausländer am Beschäftigungszuwachs insgesamt
Erwerbstätige (Vorjahresveränderung) ► Absoluter Beschäftigungsanstieg Ausländer ggü. Vorjahr (1. Quartal)►
Quellen: KfW Research, Destatis, Bundesagentur für Arbeit (Angaben zu Ausländern beziehen sich auf den Stand im 1. Quartal des jeweiligen Jahres)
Ausblick 2020 20Unsicherheit dämpft Unternehmensinvestitionen
Investitionsquote in historischer Perspektive trotz Erholung noch immer recht niedrig
Unternehmensinvestitionen* Internationale Unwägbarkeiten belasten
(Prozent des BIP)
Unternehmen agieren bei ihren Entscheidungen
über Investitionen tendenziell vorsichtig.
16
Trotz lange weit überdurchschnittlicher Auslastung
der Kapazitäten expandierten die Investitionen im
15 jüngsten Aufschwung eher moderat.
Investitionsquote in der Spätphase früherer
14 Zyklen erheblich höher
Unternehmensinvestitionen 2019: 12,7 % des BIP
13 Dagegen Investitionsquote 2000: 14,3 % des BIP,
2008: 13,2 % des BIP.
Hätte die Investitionsquote 2019 auf dem Niveau
12
des Jahres 2000 (2008) gelegen, so wären die
Investitionsausgaben der Unternehmen 2019 um
11 54 Mrd. (19 Mrd.) EUR höher ausgefallen.
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
* Bruttoanlageinvestitionen der privaten Sektoren in Ausrüstungen, Nichtwohnbauten und sonstige Anlagen
Quellen: KfW Research, Destatis
Ausblick 2020 21Wachstumsprognosen
Übersicht
Wachstum
(preisbereinigt, in Prozent)
Welt Industrie- USA Japan EZ D EL/SL China
BIP
länder
2018 3,6 2,2 2,9 0,8 1,9 1,5 4,5 6,6
2019 3,0 1,7 2,3 0,9 1,2 0,5 3,8 6,2
2020 3,1 1,5 2,0 0,3 1,0 0,9 4,2 6,0
Quellen: IWF, KfW Research
Ausblick 2020 22Sie können auch lesen