Meister-Brief - "Hackathon" im Heinrich Nagel-Saal: Handwerk entdeckt das Internet der Dinge - Kreishandwerkerschaft ...
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Meister-Brief
Nr. 2 - Juni 2019
G 58052
Service-Magazin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und der Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft-Kreis
„Hackathon“ im Heinrich Nagel-Saal:
Handwerk entdeckt das Internet der DingeÜBERZEUGEND
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Inhalt 3
I
ch möchte heute mit einem Glückwunsch von uns schrecken könnte. Aber es zeigt doch,
beginnen. Und der geht an Hans Peter Woll- dass es zumindest Teilen der Bundesregierung
seifer. Der Arbeitskreis Wirtschaft in Hürth, an Phantasie fehlt, um wirklich etwas für unsere
kurz AWH, hat Hans Peter Wollseifer Ende Mai Handwerksbetriebe tun zu können.
mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Hürth aus-
E
gezeichnet. Das ist natürlich zu allererst eine in wenig Hoffnung macht mir, dass die
persönliche Auszeichnung, die Hans Peter Woll- vom Handwerk selbst ergriffenen Maß-
seifer als erfolgreichen Unternehmer in seiner nahmen so ganz langsam zu greifen schei-
eigenen Heimatstadt ehrt. nen. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungs-
verträge nimmt weiter zu. Und unsere Innungen
U
nd doch würdigt der AWH mit dieser im Rhein-Erft-Kreis haben sich inzwischen mit
Helmut Klein
Kreishandwerksmeister Auszeichnung zugleich auch das Hand- ihrem tollen Gemeinschaftsstand als wichtige
werk, das sich in der Vergangenheit, Teilnehmer der Ausbildungsmessen etabliert.
insbesondere in wirtschaftlichen turbulenten Ergänzend dazu hat auch unser Kreislehrlings-
Zeiten, immer als stabiles Rückgrat der Wirt- wart Klaus Friedrich gemeinsam mit seinem
schaft insgesamt erwiesen hat. Diese wertvolle Team und der Geschäftsstelle eine Reihe posi-
Rolle auch für unsere Gesellschaft insgesamt tiver Signale setzen können. Ich bin sicher, diese
nimmt das Handwerk weiterhin sehr ernst. – vornehmlich ehrenamtliche – Arbeit wird sich
mittelfristig auszahlen.
W
omit ich nahtlos zu einem zweiten
R
wesentlichen Punkt komme: Seit eden müssen wir natürlich noch über ak-
wenigen Wochen liegen aktuelle tuelle Pläne der Stadt Köln, den Individu-
Kennziffern und Prognosen für die wirtschaft- alverkehr auf der Aachener Straße durch
liche Entwicklung des Landes auf dem Tisch. Die eine Ampel zu regeln, zeitgleich eine Bus-Spur
Zahlen sind nicht schlecht und doch scheint in einzurichten, nicht aber weitere Rahmenbedin-
vielen Industriezweigen das absolute Hoch fürs gungen zu schaffen. Um es deutlich zu sagen:
Erste überschritten. Dagegen erscheinen die So geht es nicht! Alle Einzelheiten zu diesem ak-
von der Handwerkskammer zu Köln erhobenen tuellen „Fall“ haben wir ausführlich auf Seite 25
Zahlen für das Handwerk sicherlich sehr positiv, zusammengestellt.
zumal sie deutlich über dem bundesdeutschen
Z
Gesamtergebnis liegen. um Abschluss noch ein Blick nach Köln,
wo die Handwerkskammer mit der Tren-
D
abei dürfen wir allerdings nicht verken- nung von Geschäftsführer und Hauptge-
nen, dass die Unterschiede im Handwerk schäftsführer für Schlagzeilen und auch ein paar
groß sind. Weiter volle Auftragsbücher Fragen gesorgt hat. Ich bin der Meinung, der ge-
in den allermeisten Betrieben des Hoch- und samte Vorstand hat den Vorfall sehr schnell und
Tiefbaus, während beispielsweise unsere Ma- vor allen Dingen sehr professionell bearbeitet.
lerbetriebe eine leichte Delle verspüren. Auch Der mediale Schaden war mehr als gering; ich
wenn die Aufträge nicht weniger werden, so ist finde, es gab an dieser Stelle gar keinen medialen
das Auftragsvolumen weniger wertig. Schaden. Und Präsident Hans Peter Wollseifer
hat mir versichert, dass auch die Mitgliedsbeiträ-
U
nser größtes Problem ist und bleibt ge durch diesen Vorfall zu keiner Zeit gefährdet
der Mangel an gutem Personal. Nach waren. Der finanzielle Schaden kann komplett
wie vor fehlt es an notwendigen politi- ausgeglichen werden.
schen Weichenstellungen, da dürfen wir auch
in Zukunft nicht allzu viel erwarten. So ist die
jüngste Diskussion über den Mindestlohn bei
der Azubivergütung nichts, was die allermeistenMeister-Brief
4 Inhalt
Der AWH hat Hans Pe- Verkehrspolitische Pläne der Stadt Köln „In zehn Minuten zum neuen Azubi“ Der Bergheimer Frisörmei-
ter Wollseifer mit dem sorgen für Aufregung und Unverständnis. - erstes Speeddating der Kreishand- ster Achim Görke läuft welt-
Hürther Wirtschaftspreis Das Handwerk hat jetzt scharf gegen die- werkerschaft im Frechener Haus des weit einen Marathon nach
ausgezeichnet. Seite 23 se Pläne protestiert. Seite 25 Handwerks. Seite 20 dem anderen. Seite 12
Aus den Innungen: Maler- und Lackiererinnung
Meinung: Kreishandwerksmeister Helmut Klein Rhein-Erft setzt bei den Vorstandwahlen auf Kontinuität.
nimmt Stellung zu politisch aktuell relevanten Themen Metaller besuchen Wasserwerk „Severin“ und erkunden die
aus Sicht des Handwerks im Rhein-Erft-Kreis „Perle des Kölner Südens“.............................................................Seite 11
Seite 3 Handwerk 4.0: Fortsetzung des Hackathon im Haus
des Handwerks. Erste konkrete Lösungsansätze sind bereits
auf dem Weg zur „Marktreife“ - ein Zwischenbericht..��Seite 10
Handwerkskammer: Die Nachricht schlug vor
wenigen Wochen zunächst wie eine Bombe ein: Hand-
werkskammer zu Köln trennt sich mit sofortiger Wirkung E-Regio werk: In Teil 8 unserer Serie geht es um
von Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer. Durch das Thema „Erfolgreich durch Netzwerken“ - Eines ist
schnelles und kluges Handeln ist es dem Vorstand um Prä- klar: Betriebe, die gut vernetzt sind und in Kontakt zu den
sident Wollseifer gelungen, den Fall zu klären, noch bevor Handwerksorganisationen stehen, sind deutlich im Vor-
er sich zum großen Skandal auswachsen konnte. Alle Ein- teil bei der Problemlösung......................................Seite 8/9
zelheiten und Hintergründe����������������������������������������� Seite 6/7
Wir beraten... Wir betreuen... Wir informieren... von A bis Z
Abfallbeseitigung Fachgruppen Nachwuchswerbung Tarifverträge
Akkordtarife Fachzeitschriften Normen TZR Tarifliche Zusatzrente
Altersteilzeit Fortbildung Nutzfahrzeuge Technische Regeln
Altersversorgung Führerscheine
Arbeitsgerichte Ordnungswidrigkeiten
Arbeitskreise Generalunternehmerhaftung Öffentlichkeitsarbeit ULAK
Arbeitsrecht Gesellenprüfungen ÜBL
Gesellenwesen Parkerlaubnisse
Arbeitnehmerüberlassung UK Maler / Dachdecker
Gewerberecht Pressearbeit
Arbeitssicherheit Produkthaftung Umschulung
Arbeitsverträge Gewerbeförderung Umweltschutz
Ausbildungswesen Gütegemeinschaft Rahmenabkommen Unternehmensnachfolge
Handwerksrecht -Berufskleidung
Baurecht - BGB / VOB -Bürobedarf
Bauschlichtungsstelle HCS Hürther Container Service Vergaberichtlinien
-Container
Betriebsübergabe Inkasso -Dieselkraftstoff Versicherungen
Betriebsverfassungsgesetz Interessenvertretung -Factoring Versorgungswerk
Betriebsvergleiche -Leasing Vertragsrecht
Betriebswirtschaft Jugendarbeitsschutz -Versicherungen VOB-Fragen
Berufsgenossenschaft SIGNAL IDUNA / Reinland
Bürgschaftsservice Kontaktgespräche zu Politik,
Wirtschaft, Verwaltung / Koep / Georg v. Sievers Werkvertragsrecht
Bürobedarf - Steuergesellschaft
Koep, Versicherungsmakler Wettbewerbsrecht
CDH - Containerdienst Hardt -Strom und Gas Werbung
Leasing - HMCT
DIN - Normen Sachverständige
Lehrlingswesen
Leifer Container
Schwarzarbeit ZVK
EDV - Beratung Schönmakers Container Zwischenprüfungen
EG - Fragen Marketing Seminare Zusatzversorgung
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Energieeffizienz Montan Factoring SOKA - Bau
Entsorgung Sozialgericht
Mutterschutz
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Mit uns sind Sie erfolgreicher !!! Kreishandwerkerschaft Rhein/Erft n Telefon 02234-52222Meister-Brief
Inhalt 5
Sozialarbeiter Moritz Becker begeistert die Mitglieder der Bauge- Digitale Zeiten: Handwerk setzt seinen Ha- „fit im Betrieb“ - Kreishandwer-
werksinnung Köln/Rhein-Erft mit seinen Erklärungen zur Mediennut- ckathon fort und ist auf dem Weg ins „In- kerschaft lädt gemeinsam mit
zung von Jugendlichen. Und warum Erwachsene das manchmal nicht ternet der Dinge“. Erste konkrete Produkte der IKK classic zum Gesund-
verstehen. Fortsetzung folgt im Herbst! Seite 16/17 sind bereits in Arbeit. Seite 10 heitstag ein. Seite 14
Handwerk + Politik: Aktuelle Pläne aus dem Kölner Portrait: Achim Görke ist unser „Marathonmann“
Rathaus sorgen für ungläubiges Staunen: Eine Expressbusspur
- auf der ganzen Welt hat der Bergheimer Frisörmeister
auf der Aachener Straße soll helfen. Und das Handwerk wird
schon Marathonläufe absolviert���������������������������� Seite 12
mit einer Pförtnerampel förmlich „ausgebremst“. Kreishand-
werkerschaft und Handwerkskammer protestieren........Seite 25 Aktuelles: Die GVG macht‘s möglich - das Hand-
werk kommt jetzt „laufend in Bewegung“; Kooperation
Nachwuchs: Erstmals hatte Kreislehrlingswart Klaus mit dem GVG-Laufteam - Erfahrungen nach den ersten
Friedrich seine Kolleginnen und Kollegen zum Gedankenaus- Starts�����������������������������������������������������������������������Seite 13
tausch an einen Tisch geholt. Es gibt viel Gesprächsbedarf in
allen Innungen���������������������������������������������������������������������������������� Seite 22
Auszeit: Das Monschau-Festival feiert seinen 20.
Geburtstag und die Veranstalter verprechen den Besu-
Persönlich: Der ‚Arbeitskreis Wirtschaft Hürth‘ - AWH chern „Magische Momente“. Mit dabei: Heino, der auf
- hat ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer mit dem Wirt- seiner Abschiedstour ist���������������������������������������Seite 28
schaftspreis der Stadt ausgezeichnet���������������������������������� Seite 23
Impressum
Der Meister-Brief erscheint als
Herausgeber:
Servicemagazin für die Mitglieder der
Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft,
Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft
der Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft
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6 Aktuelles
Nach Unregelmäßigkeiten: Handwerkskammer
trennt sich von Dr. Weltrich und Panzer
Präsident Wollseifer hat die volle Aufklärung eingeleitet - Mitgliedsbeiträge nicht betroffen
Ende März geriet die Handwerkskammer ribert Warken von der ACT Audit GmbH
zu Köln in die Schlagzeilen, als sie sich bekannt, dass er die Jahresabschlüsse der
überraschend von ihrem langjährigen Bildungs- und Beratungs-GmbH für die
Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Welt- Jahre 2009 bis 2018 auf die diesbezüg-
rich trennte. Der Vorstand der Kammer lichen Sachverhalte untersucht hat und
hatte sowohl mit Weltrich als auch mit dabei für den genannten Zeitraum einen
seinem Stellvertreter Peter Panzer ei- Gesamtschaden von 1,1 Millionen Euro
nen Aufhebungsvertrag vereinbart. Der festgestellt hat. Bei dieser Schadenshö-
Grund dafür war ein erheblicher Vermö- he sind die Dividendenausschüttungen
gensschaden, der der Handwerkskam- der Jahre 2009 bis 2018, die die GmbH
mer bei den Finanzbeziehungen mit ihrer an die Handwerkskammer als alleinige
Tochtergesellschaft, der Bildungs- und Gesellschafterin geleistet hatte, bereits
Beratungs-GmbH (BuB-GmbH) entstan- gegengerechnet. Fast 60 Prozent des
den war. ermittelten Vermögensschadens entfal-
Über diese GmbH laufen die Entwick- len auf die letzten
lungshilfe-Projekte der Handwerkskam- vier Jahre; denn im
mer zu Köln. Die Kammer ist in mehreren Das juristische Gutachten ist Zeitraum 2015 bis
afrikanischen Ländern aktiv; Kurz- und eindeutig: Dr. Ortwin Weltrich 2018 hatte sich die
(Foto) und Peter Panzer sind Zahl der Entwick-
Langzeit-Experten aus dem Handwerk
verantwortlich für die „schwer-
entwickeln beispielsweise Berufsbildung- lungshilfeprojekte
wiegenden Verstöße gegen die
sangebote oder bauen Beratungsstel- langjährige Geschäfts- sogenannte Vermögensbetreuungs-
erhöht, so dass
len für Kleinbetriebe in den jeweiligen führer der Bildungs- pflicht. Von beiden hat sich die mehr Personal-
Ländern auf. Sämtliche Personal- und und Beratungs-GmbH Handwerkskammer zu Köln im kosten als früher
Sachkosten dieser Projekte werden vom der Kammer waren. Frühjahr getrennt. Ob es ein wei- für die Steuerung
Bundesministerium für wirtschaftliche Das von Wollseifer teres juristisches Nachspiel geben dieser Projekte
Zusammenarbeit finanziert, so dass ge- in Auftrag gegebene wird, ist zur Zeit noch offen. der Bildungs- und
währleistet ist, dass für diese Aufgabe Gutachten des Juristen Beratungs-GmbH
keine Beitragszahlungen der rund 33 Prof. Dr. Rolf Bietmann erstattet und nicht
Tausend Mitgliedsbetriebe eingesetzt wies schwerwiegende Ver- an den Kammer-
werden. stöße gegen die Vermögensbetreuungs- haushalt weitergeleitet worden waren.
Bei ordnungsgemäßer Abrechnung zwi- pflicht nach, hierfür tragen Ortwin Welt- Die von dem unberechtigt hohen Jahres-
schen der Handwerkskammer und ihrer rich und Peter Panzer die Verantwortung. ergebnis der GmbH verursachten Steu-
GmbH hätte die Kostenerstattung für das Für die Geschäftsführung der Handwerks- erzahlungen machen einen wesentlichen
bei der Kammer angestellte Personal für kammer ist eine Manager-Versicherung Teil des Vermögensschadens aus. Hinzu
die fachliche Projektsteuerung komplett abgeschlossen. Zu dieser Versicherung kommt die Zahlung der an die Gewinnhö-
an den Kammerhaushalt weitergeleitet „haben wir frühzeitig Kontakt aufgenom- he gekoppelten Tantiemen an die beiden
werden müssen. Weil jedoch die Personal- men und hoffen, dass diese Versicherung GmbH-Geschäftsführer Peter Panzer und
kosten für die Steuerung dieser Projekte zumindest für einen erheblichen Teil des Dr. Ortwin Weltrich; in den letzten zehn
nicht von der GmbH an den Haushalt der Schadens aufkommen wird“, betont Kam- Jahren beliefen sich diese Tantiemen,
Handwerkskammer abgeführt wurden, merpräsident Wollseifer. Damit diese Ver- die bei korrekter Abwicklung der Finanz-
entstand bei der GmbH ein entsprechend sicherung in Anspruch genommen wer- transaktionen zwischen der Kammer und
hoher Jahresgewinn. Das führte zu erheb- den kann, ist eine exakte Ermittlung des ihrer GmbH nicht gezahlt worden wären,
lichen Steuerzahlungen, die bei korrekter Vermögensschadens, der der Handwerks- auf insgesamt 89 Tausend Euro, so das
Verbuchung nicht entstanden wären. kammer durch die fehlerhaften Finanzbe- Gutachten der ACT Audit Wirtschaftsprü-
Dabei fiel bei der Handwerkskammer ziehungen zu ihrer Tochtergesellschaft fungsgesellschaft.
ein Vermögensschaden in sechsstelliger entstanden ist, erforderlich. Hierzu hat Ihr Geschäftsführer Warken erläuterte im
Höhe an, so lautete die erste Hochrech- der Vorstand der Handwerkskammer die Gespräch mit Journalisten, dass die BuB-
nung, als Ende März Kammerpräsident ACT Audit Wirtschaftsprüfungsgesell- GmbH handelsrechtlich als „kleine Kapi-
Hans Peter Wollseifer vor der Presse in schaft beauftragt und am 23. Mai der talgesellschaft“ gemäß § 267 des Han-
Köln die Gründe für die Trennung vom Presse in Köln die Ergebnisse dieses Gut- delsgesetzbuches einzuordnen ist. Sie ist
Hauptgeschäftsführer und seinem Stell- achtens erläutert. daher nicht prüfungspflichtig und kann
vertreter bekannt gab, die beide zugleich Dabei gab der Wirtschaftsprüfer Dr. He- bei der Erstellung des JahresabschlussesMeister-Brief
Aktuelles 7
von unterschiedlichen Erleichterungsvorschriften
Gebrauch machen. Da in diesem Zusammenhang die Vollversammlung wählt zwei
Darstellung der Rohergebnisse ausreicht, konnten
die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder, die in
der Gesellschafterversammlung der GmbH mit dem
neue Geschäftsführerinnen
Jahresabschluss befasst waren, den von den beiden
Geschäftsführern zu verantwortenden Fehler bei der
Bewerbungsverfahren für Hauptgeschäftsführung läuft
versäumten Weiterleitung von Teilen der Personalko-
stenerstattung nicht erkennen. Am 23. Mai 2019 hat die Vollver- Zur Geschäftsführerin für den Ge-
Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass in den Jahren sammlung der Handwerkskammer schäftsbereich III „Fort- und Weiter-
2009 bis 2018 verschiedene Wirtschaftsprüfer, Steu- zu Köln im Rahmen ihrer Früh- bildung, Lehrlingsunterweisung“
erberater und der Rechnungsprüfungsausschuss der jahrstagung Stephanie Bargfrede wurde Simone Marhenke gewählt.
Handwerkskammer mit der Prüfung der Handwerks- zur Geschäftsführerin für den Ge- Simone Marhenke (53 Jahre) über-
kammer und der BuB-GmbH befasst waren. schäftsbereich IV „Unternehmens- nahm 2007 die Leitung der Aka-
Auch wegen der guten Zusammenarbeit des Vor- beratung und Internationales“ demie Druck + Medien Nord-West
stands mit dem Kammer-Hauptgeschäftsführer Welt- gewählt. Stephanie Bargfrede (56 und 2010 die Leitung der campus
rich und seinem Stellvertreter Panzer „gab es zudem Jahre) ist Juristin und seit 1995 bei Management Akademie für Druck
keinen Anlass zu Misstrauen“. Entsprechende Nach- der Handwerkskammer zu Köln be- und Medien GmbH. Seit 2016 ist
fragen zu den von der Geschäftsführung ermittelten schäftigt. Bereits seit 2012 ist sie sie stellvertretende Geschäftsfüh-
und dargelegten Zahlen für die BuB-GmbH seien von stellvertretende Geschäftsführe- rerin des Verbands Druck + Medien
diesen stets plausibel beantwortet worden, erläu- rin. Nord-West.Köln-Bonn.
terte Kammerpräsident Wollseifer. Als Anfang 2019
der erste Verdacht auf die fehlerhafte Verbuchung
von Personalkostenerstattungen aufkam, hatte der
Vorstand der Handwerkskammer sofort Ermittlungen
aufgenommen. Das von Prof. Dr. Rolf Bietmann im
März 2019 erstellte Rechtsgutachten hatte diesen
Verdacht erhärtet; das Mitte Mai vorgelegte Gutach-
ten der ACT Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
hat inzwischen die exakte Höhe des Vermögensscha-
dens, der der Handwerkskammer entstanden ist,
ermittelt. „Die Aufklärung dieser unschönen Dinge
ist eine bittere Sache, doch wir sind es unseren Mit-
gliedsbetrieben schuldig, dass wir den Vorgang auf-
klären und Vorkehrungen treffen, dass sich das nicht
wiederholen kann“, betonte Wollseifer. Er teilte mit, Jürgen Fritz (l.), kommissarischer stellvertretender
dass die Bildungs- und Beratungs-GmbH der Hand- Hauptgeschäftsführer, Kirsten Klingenberg (M.), kom-
werkskammer ihre Tätigkeit zum Jahresende 2019 missarische stellvertretende Hauptgeschäftsführerin,
beenden wird. Die Entwicklungshilfeprojekte der und Stephanie Bargfrede (r.), Geschäftsführerin für den
Geschäftsbereich IV „Unternehmensberatung und Interna-
Kammer werden danach direkt über die Handwerks-
tionales“. Quelle: Handwerkskammer zu Köln
kammer abgewickelt werden.
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LILITH REUFFURTH* Rechtsanwalt Fachanwalt für
Rechtsanwältin Fachanwalt für Strafrecht Bau- und Architektenrecht
* = im Angestelltenverhältnis / ** = in KooperationMeister-Brief
„
8 Serie: E-Regio Werk
Teil 8: Erfolgreich durch Netzwerken
Wenn wir Probleme haben, dann rufen wir unsere Innung an und die kümmern
sich darum und versuchen, irgendwo einen passenden Ansprechpartner zu be-
kommen. Und das Gute ist, dass die Innung kompetente Leute hat, an die man
sich wenden kann. Das finde ich gut.
(sinngemäß; eine Stimme aus unseren Innungsbetrieben)
Das Handwerk ist traditionell regional ken aktiv. Die Mischung macht‘s! sind. Mit Kooperationsbereitschaft kann
vernetzt. Meist ist die Innung dabei DAS Es macht Sinn, nicht allein nach den Ihr Betrieb von den Beziehungen pro-
Netzwerk, daneben ist der erfolgreiche Lösungen für Probleme zu suchen, von fitieren, wenn Sie Ihre Mitbewerber als
Unternehmer aber in weiteren Netzwer- denen auch Ihre Mitbewerber, betroffen Gleichgesinnte betrachten, mit denen Sie
Informationen und Angebote erhalten Sie von Ihrem IKK-Gesundheitsmanager oder der Kreishandwerkerschaft
(Peter Ropertz, 02234-52222). Informieren Sie sich über die kostenlosen Seminare bei Ihrer IKK classic vor Ort
oder schicken Sie eine Mail an:
BGF-Team@ikk-classic.de. Weitere Informationen und Angebote rund um den gesunden Handwerksbetrieb finden Sie unter:
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Ansprechpartner für Betriebe bei der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft ist Peter Ropertz; Telefon: 02234 - 52222Meister-Brief
Serie: E-Regio Werk 9
zusammen mehr erreichen und bewirken können. Sei es, neue betriebliches Gesundheitsmanagement oder Weiterbildung.
Projekte auf die Beine zu stellen, sich im Handwerk besser zu Der Fachkräftemangel ist Ihr wesentlicher Engpassfaktor in den
positionieren oder Themen, wie gesunde und zukunftsorien- nächsten Jahren. Nutzen Sie Zugang zu zeitgemäßen und be-
tierte Betriebsführung anzugehen - es sind die triebsgerechten Angeboten über Ihre Netzwerke, um
gemeinsamen Ziele, die einen verbinden. sich selbst und Ihre Mitarbeiter gesund zu halten.
Bewährt sich das Netzwerk, wächst
und entwickelt es sich und damit WOLLEN
auch Ihre guten Beziehungen. In „Man erfährt über die neuesten In-
Netzwerken denken lohnt sich novationen und das ist wichtig für
also! Nutzen Sie die Chance uns alle. Dann weiß man, wie es
des Netzwerkens für Ihren aussieht, wie es geht, wie es
Betrieb und informieren funktioniert, was es kostet und
Sie sich über Netzwerke in vor allem, dass man sich drauf
Ihrer Region, die zu Ihnen einstellen kann.“ (Inhaber eines
passen. Das WWW der KFZ-Betriebs)
Netzwerke im Handwerk:
WISSEN, WOLLEN, WER- Wollen Sie auch...
DEN von neuen Ideen und Innovati-
onen profitieren?
WISSEN in den Erfahrungsaustausch kom-
„Das Problem ist, wenn man men, sich gegenseitig beraten las-
sich nicht auf der Baustelle sen und interessante Kontakte knüp-
trifft, hat man ja eigentlich keinen fen, die neue Aufträge nach sich ziehen?
Kontakt. Ein Vorteil wäre, wenn man Angebote zur Aus- und Weiterbildung, Be-
eine Möglichkeit hätte, sich kennenzu- ratung und Gesundheitsprävention nutzen?
lernen und zu treffen, einen persönlichen Unterstützung von kompetenten Ansprechpart-
Kontakt herzustellen und miteinander zu sprechen.“ nern und Experten erhalten?
(Inhaber eines Installationsbe- Ihren Vorsprung im Markt ausbauen, etwas für Ihr Gewerk be-
triebs) wirken und sich als Handwerker weiterentwickeln?
Das Wissen um die Koopera-
tionsmöglichkeiten in der Re- WERDEN
gion ist der erste Baustein. Es „Da braucht man gewerkübergreifende Netzwerke vor Ort und
gibt neben Ihrer Innung wei- einige Veranstaltungen dazu, damit sich die Handwerker un-
tere Netzwerke, beispielswei- tereinander kennenlernen und vielleicht zwei, drei verwandte
se Nachbarschaftsnetzwerke oder Marktpartnerschaften, in Innungen was zusammen machen.“ (Inhaber eines Baubetriebs)
welchen Sie sich gewerküber- WISSEN und WOLLEN reichen allein nicht aus – WERDEN Sie
greifend zusammenschließen selbst aktiv!
können. Auch über mehrere Seien Sie offen für Neues und überlegen Sie sich, welche Koo-
Innungen hinweg können Netz- perationen in Ihrer Region für Sie infrage kommen. Werden Sie
werke gebildet werden, um ein guter Netzwerker und gehen Sie an die Netzwerke hand-
Themen anzugehen, die alle werklich heran – ähnlich wie ein Haus, müssen diese auf- und
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10 Handwerk 4.0
Handwerk im „Internet der Dinge“
Mit dem Hackathon auf dem Weg in die Zukunft
Wir leben in einer Vernetzten Welt. Vom
Smartphone, über digitale Assistenten wie
Alexa oder Siri bis hin zum Auto, das unser
Fahrverhalten verändert – überall hinter-
lassen wir Spuren. Und zwar in Form von
Daten. Daten , die wertvoll sind. Mit denen
heute schon Milliardenumsätze gemacht
werden. Höchste Zeit also, dass auch das
Handwerk auf den Zug der Zeit aufspringt.
Das „Internet der Dinge“ lautet das Schlag-
wort. Wie das gehen kann? Das haben
eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen
ausprobiert. Beim ersten „Hackathon“ des
Handwerks an Rhein und Erft.
Jens Wunderlich ist einer von ihnen. Der
gelernte Maurer und Stahlbetonbaumeister
leitet gemeinsam mit seinem Bruder Jannik
und Vater Achim die Bauunternehmung Mehr Labor denn Werkbank:
Wunderlich in Kerpen. Als er die Einladung Handwerker und IT-Experten ar-
zur so genannten „Digitalisierungoffensive
beiten im Haus des Handwerks
Handwerk Rhein-Erft“ bekam, war er sofort
Feuer und Flamme. Kein Wunder: Der junge an konkreten Projekten für das
Wunderlich waren auch hier wieder am
Meister gehört der Generation an, für die Start. „Wir hatten uns beim ersten Termin „Internet der Dinge“.
Smartphone und Tablet längst zum Alltag überlegt, ein System zu entwickeln, bei
gehören. Und das nicht nur in der Freizeit. dem Sensoren verschiedene Parameter
Auch im Unternehmen setzen die Wunder- rund ums Haus messen und die Daten dann
lichs schon heute an verschiedenen Stellen an eine Zentrale übertragen“, berichtet Jens derlich seine Erfahrungen nach dem Hacka-
auf digitale Technik. „Ich glaube, dass man Wunderlich. „Beim zweiten Termin haben thon zusammen. „Bei uns hat´s jedenfalls
auf die Entwicklungen reagieren muss“, sagt wir solche Sensoren dann auch tatsächlich funktioniert: Wir haben Sensoriken aufge-
Jens Wunderlich. „Wir dürfen uns vor allem gebaut und getestet!“ baut für Parameter wie Feuchte, Tempera-
nicht zu Marionetten der Industrie machen Der große Sitzungssaal der Kreishandwer- tur und so weiter. Und wenn ein bestimm-
lassen. Sondern wir müssen sehen, dass wir kerschaft in Frechen hatte sich dazu in ein ter Grenzwert überschritten wurde, hat das
das Heft des Handelns in der Hand behal- Forschungslabor verwandelt. Auf den Ti- System automatisch eine E-Mail mit einer
ten!“ schen standen Laptops, lagen Handys. In entsprechenden Meldung verschickt!“
Insofern wird Wunderlich gefallen haben, kleinen, blauen Behältern lagen Sensoren Auch eine praktische Anwendung für die-
was die gestandenen Handwerkerinnen und verschiedene elektronische Schal- ses System kann Wunderlich sich schon gut
und Handwerker auf Schloss Paffendorf tungen. Bunte Kabel, digitale Schnittstel- vorstellen. Will aber nicht allzu viel dazu
zum Thema Digitalisierung so alles erfah- len, Netzteile und sogar Cyberbrillen lagen verraten. Immerhin: Ihm geht es darum,
ren konnten. Christoph Krause vom Kom- bereit. Unterstützt wurden die Handwerker das Handwerk davor zu schützen, von der
petenzzentrum Digitalisierung in Koblenz von Mitarbeitern des Cybernatics Lab der Industrie irgendwann einmal dominiert zu
hatte nämlich eine Reihe von Beispielen RWTH Aachen. Und so saßen die Praktiker werden. Im KFZ-Handwerk, so Wunderlich,
mitgebracht, wie das Handwerk mit di- vom Bauhandwerker, über den Dachdecker, sei das heute schon weitgehend der Fall und
gitalen Angeboten und Lösungen schon Sanitär- und Elektroexperten bis hin zum auch im Sanitärbereich sieht er die Gefahr
heute bei den Kunden punkten kann. Dann Maler und Fliesenleger Seite an Seite mit dass die Industrie aus dem Handwerker ei-
aber ging es darum, in Gruppenarbeit selbst den Hochschulmitarbeitern und konstru- nen Handlanger macht. „Wir müssen selbst
Ideen zu entwickeln. Nach Möglichkeiten ierten Schaltungen, bauten Sensoren auf, zukunftsfähig bleiben“, meint Jens Wunder-
der Digitalisierung im Handwerk zu suchen. stellten Verbindungen her und testeten, ob lich. „Und dafür war der Hackathon eine
Das „Handwerk 4.0“ mitzugestalten. das, was man sich da ausgedacht hatte, in gute und sinnvolle Veranstaltung!“ Fortset-
Beim zweiten Termin Anfang April folgte der Praxis auch tatsächlich funktioniert. zung folgt sicher – und man darf gespannt
auf die Theorie die Praxis. „1. Hackathon „Je nach Gewerk kann und muss man das sein, was die Handwerker aus Rhein-Erft im
Handwerk Rhein-Erft“ hatten die Veran- Thema Digitalisierung natürlich unter- „Internet der Dinge“ in Zukunft noch so al-
stalter das Event getauft. Jens und Jannik schiedlich ausgestalten“, fasst Jens Wun- les bewegen!Meister-Brief
Aus den Innungen 11
Maler und Lackierer setzen auf Kontinuität
Wichtigster Tagesordnungspunkt der
Frühjahrs-Mitgliederversammlung der
Maler- und Lackiererinnung Rhein-Erft
waren die nach Satzung und Handwerks-
ordnung erforderlichen Neuwahlen zum
Vorstand.
Wolfgang Rattay aus Brühl wurde als
Obermeister der Innung einstimmig in
seinem Amt bestätigt; ebenso Ralph Buss-
mann aus Frechen in seiner Position als
stellvertretender Obermeister und Jürgen
Reimann aus Frechen in seiner Position
als Lehrlingswart.
Ebenfalls in ihren Ämtern als Beisitzer im dent des Zentralverbandes des Deutschen Bevölkerung wieder verstärkt die nötige
Vorstand bestätigt wurden Joachim Kraft Handwerks und als Präsident der Hand- Wertschätzung erfahren; dies werde sich
aus Frechen, Udo Krüger aus Brühl, Ulrich werkskammer zu Köln einiges aus seiner dann auch positiv auf steigende Ausbil-
Müller aus Frechen, Andreas Röttgen aus Arbeit und den Gesprächen mit den Mini- dungszahlen auswirken.
Brühl, Theo Schorn aus Kerpen und Achim sterien, Gremien und Institutionen zu The- Sehr intensiv, offen und ausführlich infor-
Siegburg aus Elsdorf. Neu im Vorstand ist men wie Fachkräfteeinwanderungsgesetz, mierte Wollseifer die Mitglieder der Maler-
Lisa Bussmann von der Bussmann GmbH zum Erhalt der Meisterpflicht und vielen und Lackiererinnung an diesem Abend
aus Bergheim-Glessen. mehr zu berichten wusste. Auch rief er die aber auch über die aktuellen Vorgänge in
Als Wahlleiter hatte Hans Peter Wollseifer Anwesenden dazu auf sich dafür einzu- der Geschäftsführung der Handwerkskam-
fungiert, der in seiner Funktion als Präsi- setzen, dass die Handwerksberufe in der mer zu Köln (siehe Bericht Seite 6 und 7).
Besuch des Wasserwerks Severin
Metaller entdecken die Perle des Kölner Südens
Dat Wasser von Kölle is jot, jedem Rhein- Kölner Zugweg überzeugen. Das bereits sorgte Herr Straub von der Rhein Energie.
länder ist dieser Teil eines Liedes der 1885 fertig gestellte und mehrmals erwei- Von der Qualität des Wassers konnten sich
Bläck Föös wohl bekannt. terte denkmalgeschützte Wasserwerk ist auch jeder selbst durch eine Kostprobe am
Dass diese Aussage der Wahrheit ent- ein regelrechtes Kleinod. Für eine interes- Ende der Führung vergewissern. Nach der
spricht, davon konnten sich die Mitglieder sante und kurzweilige Führung, welche Führung tauschte man sich im Kollegen-
der Fachinnung Metall Rhein-Erft bei ih- den Mitgliedern die Wasserversorgung kreis noch über die verschiedensten The-
rem Besuch des Wasserwerks Severin am Kölns und seiner Umgebung erläuterte, men aus.Meister-Brief
12 Portrait
Handwerk wirbt um
junge Auszubildende
Das Handwerk „zeigt Flagge“ bei der Ausbildungsbörse im Goldenberg Europa-
kolleg: Links Kreishandwerksmeister Helmut Klein, daneben Klaus Dahleiden
(Lehrlingswart der Fach-Innung Metall im Rhein-Erft-Kreis. Mit dem computerge-
stützten Schweißsimulator fand die KH an ihrem großen Gemeinschaftsstand viel
Resonanz bei den jugendlichen Besuchern der Ausbildungsbörse.
Achim Görke
unser
MarathonmannWir
N für Ihre
ach insgesamt vier Lungenrissen, ich.“ Und so begann er 2013 mit dem ge-
die ihn jeweils völlig unvermittelt zielten Training. Ausgerechnet während
und ohne erkennbaren Grund tra- eines Urlaubes in New York: Jeden Mor-
fen, war Achim Görke rat- und ein wenig
hilflos. Denn die Ärzte fanden die Ursa-
che nicht. „Tauchen und Bergsteigen
gen durch den Central Park! Und im
Herbst war es dann soweit: Der erste Start
über die legendären 42,195 Kilometer in
Energie!
kannst Du vergessen“, hat dem heute Köln.
Energieversorgung
58-jährigen Frisörmeister damals ein be- Dann ging es Schlag auf Schlag: 2014
freundeter Arzt gesagt. Über einen Kun- der Startplatz beim legendären New und mehr …
den kam Görke dann 2002 zu Laufen: York-Marathon. Achim Görke: „Es war ein
„Erst nur ein Kilometer, dann langsam im- sensationelles Erlebnis, und ich habe ge-
mer mehr bis ich in der Lage war, zehn merkt, dass ich so wunderbar tolle Städ-
[Projektpartner]
Kilometer zu laufen“, erinnert er sich. tereisen mit meinem Sport verbinden
Und schnell habe er gemerkt: „Das tut mir konnte.“
gut. Physisch und psychisch.“ Bei Wind Im Frühjahr ging es nach Paris, im
und Wetter ging er fortan seinem neuen Herbst dann nach New York. Und schon
Hobby nach. Raus in die Natur, Ausgleich war der sympathische Bergheimer mitten
für den Job als selbständiger Frisörmeis- drin der internationalen Marathonszene.
Jürgen Bürger,
Vertriebsleiter
ter, Gedanken neu sortieren. Im März hat Achim Görke eine Serie
Bald hatte der sportliche Frisör ein neu- vollendet, die Abbott World Major Mara-
es Ziel: Die Halbmarathonstrecke. Und so thons, welche die Läufe in New York, Ber-
war der Kölner Halbmarathon lange Jah- lin, Chicago, London, Boston und Tokyo
re der krönende Saisonabschluß für beinhaltet. Dafür ist der 58-Jährige inzwi-
Achim Görke. „Dabei habe ich immer die schen auch besonders ausgezeichnet wor-
bewundert, die sich im Startbereich auf den, denn weltweit gibt es nur etwa 5.000
den Marathon vorbereiten. Das wollte Finisher. Fortsetzung Seite 14
Handwerk kommt laufend in Bewegung
Noch ist das Laufteam des Rhein-Erft-Handwerks im Aufbau, aber die Premiere beim
traditionsreichen Frechener Frühlingslauf war vielversprechend. Und inzwischen war
das kleine Team auch beim Horremer Abendlauf und dem GVG-Abteilauf am Start. Ent-
standen ist das GVG-Handwerker-Laufteam durch eine gemeinsame Initiative von Peter
Ropertz (links im Foto, Assitent der Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft
Rhein-Erft und GVG-Vorstand Werner Abromeit (3. von rechts). Dabeisein lohnt sich - aus
vielerlei Gründen: Laufen macht Spaß! Im Team noch mehr! Das neue bunt gemischte
GVG-Handwerker-Laufteam freut sich auf neue Mitglieder jeder Leistungs- und Alters-
gruppe. Geh gemeinsam mit uns bei zahlreichen Laufevents im Rhein-Erft-Kreis an den
Start. Wir bieten dir exklusive Team-Vorteile: VIP-Einladung und Freistart bei elf Läufen
im Rhein-Erft-Kreis, kostenloses, hochwertiges Funktionslaufshirt, Gratis Verpflegung/
Getränke und Kleiderbeutel-Service. Wer mitlaufen möchte, findet hier alle wichtigen In-
fos: www.gvg.de/aktuelles/wir-fuer-sie/gvg-handwerker-laufteam
GVG mbH Rhein-Erft
Max - Planck - Str. 11 · 50354 Hürth · www.gvg.deMeister-Brief
14 Portrait
Fortsetzung von Seite 13
Alle diese Läufe, die Städte und die
Wichtig: „fit im Betrieb“
Strecken haben ihren ganz besonderen Spätestens, seit er sich
Reiz für Achim Görke. Und doch sticht vor einigen Jahren bei
Tokio heraus. Um die 38.000 Startplätze einem Arbeitsunfall Ver-
bewerben sich rund 300.000 Läufer. Und letzungen an der Wirbel-
auch der Bergheimer war zweimal in Fol- säule zugezogen hat, weiß
ge leer ausgegangen, bevor es in diesem Dachdeckermeister Rein-
Jahr beim dritten Anlauf endlich ge- hard Hoßdorf, wie wichtig
klappt hat. „Keine Frage, Tokio war mein seine Gesundheit und die
bisher härtester Marathon“, sagt Görke. Gesundheit seiner Mitar-
Wegen der Zeitumstellung lief er um beiter ist.
0.20 Uhr deutscher Zeit über die Startli-
nie. Und wie war es im Ziel? „Von den „fit im Betrieb“ - das The-
letzten zehn Kilometern fehlt mir jede ma ist eine der großen He-
Erinnerung.“ Aber „aufgeben“ war noch rausforderungen, denen
nie eine Option für den 58-Jährigen. Sein sich Handwerksbetriebe in
Credo: „Du musst das Ding zu Ende brin- den nächsten Jahren stel- Lässt sich im „mobilen Arztzimmer“ der IKK classic
gen!“ len müssen. Insbesondere mit einem Schnelltest den Blutzuckerwert bestimmen:
Dafür trainiert er mindestens drei Mal mit Blick auf den demogra- Dachdeckermeister Reinhard Hoßdorf aus Kerpen-Balk-
pro Woche, läuft zwischen 50 und 80 fischen Wandel gilt es, die hausen.
Trainingskilometer und nimmt die 10 Ki- Gesundheit der Mitarbeiter
lometer-Läufe in der Region als zusätzli- in den Fokus zu nehmen.
che Trainingskilometer immer gerne Um die Betriebe dabei zu mieren und auch ihre ganz
mit. „Das ist für mich so was wie eine unterstützen, hat die Kreis- persönlichen Gesundheits-
Sprintdistanz.“ handwerkschaft Rhein-Erft werte ermitteln lassen.
Als GVG und Kreishandwerkerschaft in Zusammenarbeit mit der
im Frühjahr das gemeinsame Laufteam IKK classic jetzt erstmals
gegründet haben, war Achim Görke als einen Gesundheitstag im
einer der ersten dabei: „Ich finde toll, was Haus des Handwerks orga-
die GVG auf die Beine gestellt hat und nisiert. Von Rückenscreen,
bin dankbar, dass sie uns Handwerker über Handkraftmessungen
mit ins Boot geholt haben.“ Die Premie- und Hörtest bis hin zur
Blutwertuntersuchung: Die Hör ak ustiker meister in
re beim Frechener Frühlingslauf wird
Teilnehmer konnten sich Anne Ersamy war persön-
dem Frisörmeister immer in Erinnerung
an verschiedenen Stationen lich vor Ort um die Hörstest
bleiben: Nach etwa drei Kilometern war
und bei Workshops infor- durchzuführen.
er über ein Paketband gestürzt, zog sich
Verletzungen an der Hand und im Ge-
sicht zu. Zehn Minuten musste er auf den
Sanitätsdienst warten, wurde kurz „ver- Fachkräftemangel: START NRW in Brühl. „Sie sind die Fach-
arbeiter von morgen und sie werden einen
arztet“ und kam deshalb mit „etwas Ver-
spätung“ ins Ziel. Nur eine Woche später START NRW hilft wertvollen Beitrag leisten, um dem Fach-
waren die Schmerzen schon vergessen kräftemangel in unserem Land zu begeg-
und Achim Görke in Hürth über die zehn Während Arbeitgeber in NRW den nen.“ Nachdem START NRW in Brühl im
Kilometer wieder am Start. Fachkräftemangel beklagen und die be- vergangenen Jahr gemeinsam mit der In-
Sein ganz großes Ziel ist die Teilnahme kannten Beschaffungswege zur Lösung dustrie Geflüchtete als Umschüler einge-
nicht mehr ausreichen, haben Langzeit- stellt hat, steht dieses Projekt inzwischen
am „Two Ocean Marathon“ in Kapstadt.
arbeitslose, arbeitslose Jugendliche, Men- auch Handwerksbetrieben zur Verfügung.
Im April 2020 findet die 51. Austragung
schen mit Behinderung, Alleinerziehende Insgesamt dauert die Umschulung 16 Mo-
statt. Gelaufen werden dort entweder der
und Geflüchtete wenig Chancen, auf dem nate, in der die Auszubildenden ein festes
Ultramarathon über 56 Kilometer oder
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Daher baut Gehalt beziehen. In dieser Zeit absolvie-
der Halbmarathon (21 Kilometer). Achim
START NRW Brücken zwischen diesen ren die Umschüler zwei Praktika in Un-
Görke: „Das ist wohl einer der schönsten
Menschen und potenziellen Arbeitge- ternehmen, um das Berufsleben vor Ort
Läufe auf der ganzen Welt. Kapstadt ist kennenzulernen. Alle sind mindestens 25
bern. „Geflüchtete bieten großes Potenzial
eine fantastische Stadt, da möchte ich am Jahre alt und haben in Deutschland keine
für unseren Arbeitsmarkt“, sagt Aaron
Start sein.“ Und egal wie, auch am Kap Knappstein, Niederlassungsleiter von anerkannte Ausbildung.
der guten Hoffnung wird Achim Görke
das Ding wieder zu Ende bringen.Wohnungsbau bleibt spürbar Ein Schritt in die
unter dem Vorjahrsniveau
Nach aktuellen Daten des Fehlendes Bauland droht die
richtige Richtung
Gerade in Großstädten
Handwerker
Statistischen Bundesamtes
verfehlten die Genehmi-
Wohnbauoffensive ins Leere
laufen zu lassen,“ sagt Felix
und Ballungsräumen, wo
günstige Wohnungen zur versichern
sich bei
gungen im Wohnungsneu- Pakleppa, Hauptgeschäfts- Mangelware geworden
bau im ersten Quartal des führer des Zentralverbands sind, können Arbeitgeber
laufenden Jahres mit minus Deutsches Baugewerbe, zu punkten, wenn sie auf
J. Manfeld.
drei Prozent das Vorjahres- den veröffentlichten Zahlen Wohnungsbau setzen.
niveau deutlich. Während des Statistischen Bundes- Dem Projekt Mitarbeiter-
das Niveau bei den Ein- und amtes. Investoren brauchen Wohnen steht allerdings
bisher eine große steu-
Zweifamilienhäusern mit nach Ansicht des deutschen
erliche Hürde entgegen:
knapp 26.000 Wohnungen Baugewerbes langfristig sta-
insgesamt gut gehalten bile Rahmenbedingungen,
Arbeitgeber haben der-
zeit kaum die Möglich-
Ihr Spezialist
wurde (+1 %), erreichten die
Genehmigungen im Bereich
wie zum Beispiel die
sachgerechte Anhebung der
keit, ihren Mitarbeitern
Wohnungen verbilligt zu
für kleine bis mittlere
der Mehrfamilienhäuser mit
etwa 37.650 Wohneinheiten
linearen Abschreibung von
noch zwei auf drei Prozent.
überlassen – ohne dass Handwerksbetriebe
für den geldwerten Vor-
nicht das Vorjahresniveau Befristete Lösungsansätze teil Steuern und Sozial-
(-4%). helfen hier nicht weiter. abgaben gezahlt werden
„Wir brauchen aber Für mehr bezahlbaren müssen. Mit dem Refe-
Geschäftsstelle Jürgen Manfeld
dringend Impulse für den Wohnungsbau sei beides rentenentwurf zum ‚Ge-
setz zur weiteren steu- Büsdorfer Str. 5b, 50129 Bergheim
Mietwohnungsbau. Hier notwendig, ausreichend (ko-
erlichen Förderung der Telefon: 02271 4898300
setzen wir zum einen auf stengünstiges) Bauland und manfeld.rheinland-versicherungen.de
die angekündigten Vorschlä- eine langfristige Investiti- E-Mobilität‘ soll sich dies
ge der Baulandkommission onsperspektive, so Pakleppa ändern.
zur Baulandmobilisierung. abschließend.
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19DE0178
In Kooperation mitMeister-Brief
16 Baugewerksinnung
ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer (4.v.rechts), Kreishandwerksmeister Helmut Klein (rechts)
und der stellvertetende Obermeister der Baugewerksinnung Köln/Rhein-Erft, Josef Scholl (2.v.rechts)
ehrten die Betriebe, deren Vertreter und die Handwerksmeister (von links): Herbert Stadtmann für
das 110-jährige Betriebsjubiläum der Firma Fliesen Schröder&Co., Hans Dieter Zander für seinen
Goldenen Meisterbrief, die Firma Pütz Fliesenlegermeister GmbH, die Firma Albert Kehr Wand- und
Bodenplatten für ihr 95-jähriges Betriebsjubiläum und Detlef Bachmann für seinen Silbernen Mei-
sterbrief.
Lernen durch Erfolg
Zum wiederholten Male hatte die Bauge- engagiert sich schon seit Jahren intensiv
werksinnung Köln/Rhein-Erft ihre Mit- um die Nachwuchsförderung.
glieder in die schmucke Früh Lounge ein- Für die Innungstour - diesmal geht es nach
geladen. Über den Dächern von Köln, mit Luxemburg - sind nur noch wenige Plätze
direktem Blick auf die Domtürme, findet buchbar. Wer dabei sein möchte, sollte
inzwischen traditionell die Mitgliederver- sich also beeilen. Alle notwendigen Infos
sammlung statt. gibt es auf der Geschäftsstelle telefonisch
Sowohl die Jahresrechnung für 2018 wie unter: 02234-91188-0
auch der Etat für das laufende Jahr - beides
vorgestellt von Hauptgeschäftsführer Heri-
bert Ropertz, konnten schnell abgehandelt
In Konkurrenz zum
werden und fanden die einstimmige Zu- „Gefällt-mir-Prinzip“
stimmung der Mitglieder.
Die anschließenden Nachwahlen zum Max und Lisa sind ein ganz normales Mäd-
Vorstand leitete der stellvertretende chen und ein ganz normaler Junge, die ge-
Obermeister der Innung, Josef Scholl, in duldig immer wieder erklären, wie sie ihr
Vertretung des erkrankten Obermeisters Smartphone bzw. das Internet nutzen. Da
Werner Brauckmann. Neu im Vorstand sie leider aus Holz sind, muss Moritz Be-
Neu in den Vorstand der Bauge-
ist der 31-jährige Jens Wunderlich (er war cker aushelfen ...
werksinnung Köln/Rhein Erft wurde
bislang bereits Mitglied des Prüfungsaus- Als Mitarbeiter von „smiley - Verein zur
Jens Wunderlich gewählt. Zuvor war
schusses). Bereits seit 2015 Mitglied des Förderung der Medienkompetenz“ machte
der 31-Jährige aus Kerpen bereits
Innungsvorstandes ist Markus Froitzheim. der zweifache Familienvater in einem
Mitglied im Prüfungsausschuss.
Der Erftstädter wurde jetzt für eine weitere mehr als unterhaltsamen Vortrag an-
Amtszeit in seinem Amt bestätigt. Auch er schaulich, warum sich Erwachsene undMeister-Brief
Baugewerksinnung 17
Jugendlich zuweilen nicht wirklich verstehen. Ein Phänomen, das
natürlich auch im Verhältnis zwischen Lehrherrn und Auszubil-
dendem immer und vielleicht auch immer häufiger auftritt.
Anhand von verschiedenen Fallbeispielen gelingt es Moritz Be-
cker, auf unterhaltsame - aber auch sehr nachdenkliche Art und
Weise - die Mediennutzung der Jugendlichen darzustellen.
So müssen die erfahrenen Handwerksmeister und Ausbilder ler-
nen, dass sie in stän-
diger Konkurrenz
zum „Gefällt-mir- Anschaulich und unterhaltsam er-
Prinzip“ der sozia- klärt Sozialarbeiter Moritz Becker
len Medien stehen. seinen erwachsenen Zuhörern die
Hier holen sich die digitale Welt der Jugend und warum
Jugendlichen genau das „Gefällt-mir-Prinzip“ deren Le-
die Zustimmung ben so sehr beeinflusst.
und Belobigung, die
sie möglicherweise
während der Lehr-
nichts eingefallen, wie man helfen kann, und so wird keine Ge-
zeit, in der Schule oder auch im Elternhaus zuweilen eben nicht
genrede verfasst. So sei es auch fehlende Zivilcourage, die dazu
bekommen. „Lernen durch Erfolg“ - das ist es, was die Jugend-
führe, dass Menschen seelisch schwer verletzt werden.
lichen suchen, sagt Becker. Und auf Facebook, Instagramm, Snap-
Becker wörtlich: „Zudem werden auch Inhalte unter Kindern und
chat oder Twitter und ähnlichen Plattformen erfahren sie schnell,
Jugendlichen geteilt, die – ich formuliere es vorsichtig – nicht ge-
wie das funktioniert.
rade für ihre Altersgruppe gedacht sind.
Wie soll eine Erwachsenengeneration Kindern und Jugendlichen
Es werden Videos und Inhalte verschickt, die man in dem Alter
einen kompetenten Umgang mit Internet und Smartphones ver-
gar nicht verarbeiten kann. Ein Beispiel, das mir geschildert
mitteln, wenn sie selbst komplett ohne groß geworden ist? Jugend-
wurde, ist ein Video von acht Sekunden, in dem man sieht, wie
lichen fehlen die Vorbilder in der Mediennutzung; leider auch
Hundewelpen ertränkt werden. Erzählen Schüler davon, ist ihnen
Schule und Eltern die Vorbilder in der Medienerziehung.
anzumerken, dass sie kaum darüber sprechen können.“
Darum muss unter anderem geklärt werden, wie es zu über 600
Kreishandwerksmeister Helmut Klein war von Moritz Beckers
Nachrichten bei Whatsapp schon vor dem Frühstück kommt. Um
Vortrag derart begeistert, dass er den sympathischen Referenten
Medienverhalten beurteilen zu können, muss verstanden werden,
gleich für eine weitere Veranstaltung „verpflichtet“ hat. Am Don-
warum manche Nutzer ohne Rücksicht auf die eigene Privatsphä-
nerstag, 19. September, 18 Uhr, sind Vertreter aller Innungen ein-
re andere an ihrem Leben bei Snapchat teilhaben lassen. Um pro-
geladen, sich unterhaltsam über das Thema Whatsapp, Instagram
blematisches Verhalten zu erkennen und authentisch zu beurtei-
und Snapchat zu informieren. Dabei wird möglicherweise auch
len, müssen Phänomene wie Cybermobbing mit ihren Ursachen
die Frage beantwortet, die sich viele Ausbilder in diesem Moment
und Wirkungen realistisch eingeschätzt werden können.
stellen: „Was geht mich das an?“.
Dazu gehört auch die für manchen bittere Erkenntnis, dass die Ju-
gendlichen facebook längst schon den Rücken gekehrt haben, sich
auf anderen Plattformen wie Snapchat und Instagram bewegen,
während Vertreter der älteren Generation möglicherweise gerade „Das macht das Handwerk nicht mit!“
ihren ersten fb-Account eingerichtet haben.
Das Internet ist mehr als nur eine einzigartige Informations- Ehrengast Hans Peter Wollseifer geizte in seiner kurzen Anspra-
quelle. Während sich Schüler die vielseitigen Unterhaltungs-, che nicht mit deutlicher Kritik an der aktuellen Bundespolitik.
Darstellungs- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internets Zur Mindestausbildungsvergütung hat der oberste Repräsentat
selbstbestimmt aneignen, wächst die Sorge vor unbedachten An- des deutschen Handwerks eine kla-
gaben persönlicher Daten, Fotos und virtuellem Mobbing. Die Fol- re Meinung: „Brauchen wir nicht!“
gen machen sich im Lehralltag bemerkbar: manche Konflikte, die Denn die Sozialpartner regeln das
nachts bei Whatsapp in Gruppen eskalieren, machen nicht selten eigentlich ganz gut. Und noch ein
am folgenden Morgen das Ausbilden schwer. Berliner „Unding“ hat Wollseifer
Doch was ist die Aufgabe der Ausbilder im Betrieb? Wie soll eine angesprochen. als er gehört habe,
Erwachsenengeneration Kindern und Jugendlichen einen kompe- der Meister solle zum „Berufsba-
tenten Umgang mit Internet und Smartphones vermitteln, wenn chelor“ mutieren, sei einem ersten
sie selbst komplett ohne groß geworden ist? Jugendlichen fehlen Schmunzeln schnell ungläubiges
die Vorbilder in der Mediennutzung. Stutzen und dann völliges Unver-
Was den Sozialarbeiter auch als Vater von zwei Töchtern betroffen ständis gefolgt. Wollseifer: „Ich habe der Ministerin gesagt, das
macht, ist, wenn Jugendliche beim Erzählen in Tränen ausbre- machen wir nicht mit!“ Derzeit sammeln die Handwerksorgani-
chen, weil sie in Chats beleidigt wurden und nun glauben, alle sationen gegen die zunehmende Flut von Verordnungen. Denn,
hassen sie. Der Eindruck entsteht, weil von 25 Schülern sie drei so der ZDH-Präsident abschließend: „Unsere Betriebe wollen doch
beleidigt und 22 nichts geschrieben haben. 22 ist aber womöglich nur eines - in Ruhe arbeiten.“Sie können auch lesen